Posts mit dem Label Tu be'Shevat werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Tu be'Shevat werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, Februar 07, 2012

Tu be'Shevat und das Vergehen des Adam im Paradies


Chassidut Breslov zum Tu be' Shevat

Photo: Miriam Woelke
B"H

Bei der chassidischen Gruppe Breslov wird der “Neujahrstag der Bäume – Tu be’Shevat” als der Tag betrachtet, an dem Juden das Vergehen des Adam HaRishon im Paradies berichtigen können. Wie ? Indem wir die traditionellen Früchte am Tu be’Shevat mit der entsprechenden Kavanah (Konzentration) sowie die dazugehörigen Segen beten.

Adam beeinflusste den Verlauf der Weltgeschichte am meisten. Noch im Paradies hatte G – tt für ihn und Gattin Eva (Chava) ein ewiges Leben vorgesehen. Allein Adam war es, der von G – tt erschaffen worden war und bis heute ist unklar, wie genau er ausgesehen hat. Adam hatte die allerhöchsten Seelen in sich und seine einzige Aufgabe bestand darin, nicht vom “Baum der Erkenntnis – Etz HaDa’at Tov veRah” zu essen. Nachdem er dies vergeigte, wurden fast alle hohen Seelen von ihm genommen und er und Eva wurden sterblich. Sterblich deswegen, weil eine der höchsten Seele die Unsterblichkeit garantiert und diese Seele wurde ihm genommen.

Ferner veränderte sich unsere Welt und von der Zeit an sind die Nachfolgenden Generationen und nach Avraham, die Juden, damit beschäftigt, das Vergehen des Adam zu korrigieren. Wie bekannt kann ich etwas Negatives in etwas Positives umwandeln. Beispiel: Wein. Mit Wein kann man sich total vollsaufen, doch kann dieser genau so zu heiligen Zwecken verwendet werden. Beispiel: Die Segnung des Weines am Schabbat – Kiddusch. 

Stets kommt es auf meine Intension an und wenn diese positiv ist, dann kann auch etwas Positives hervorgebracht werden. Bis heute besteht unsere Aufgabe darin, die Seelen des Adam zu korrigieren und in die ehemaligen höheren Spähren zurückzukatapultieren. Ist die Welt korrigiert, wird der Meschiach eintreffen. Wobei zum Eintreffen des Meschiach mehrere Konzepte genannt werden (Talmud Traktat Sanhedrin 97 – 99). Auf alle Fälle ist der Tu be’Shevat mit seinen Früchten die passende Gelegenheit, Baumfrüchte positiv zu nutzen und es somit besser zu machen als Adam.

Link:


Tu be'Shevat - Das Neujahrsfest der Bäume


B"H

Den diesjährige Feiertag Tu Be' Shevat feiern wir heute abend (Dienstag) und morgen.

Der Tu Be' Shevat ist der 15. des jüdischen Monats Shevat und ein Halb - Feiertag. Wenn er nicht gerade auf einen Schabbat fällt, wird am Tu Be' Shevat ganz normal gearbeitet. Mit Tu Be' Shevat beginnen die ersten Bäume in Israel zu blühen. Selbst wenn das Wetter noch winterlich ist.

In der Thora findet dieser Feiertag keine Erwähnung, stützt sich aber dennoch auf einen Satz in Deutoronomy 20:19: "Der Mensch ist ein Baum - HaAdam Hu Etz HaSadeh". Somit gilt der Tu Be'Shevat trotzdem als biblischer Feiertag. Außerdem wird Tu Be' Shevat mit den Abgaben von Früchten an den Tempel (Trumot und Ma'asrot) in Verbindung gebracht.



Traditionelles Baumpflanzen am Tu Be'Shevat


Juden werden in der Literatur oft symbolisch mit einem Baum in Verbindung gebracht. Was haben sie beiden gemeinsam ? Wie ein Baum so muss ein Jude wachsen und für das Wachstum ist Wasser erforderlich. Wasser symbolisiert die Thora und somit kann ein Jude nur durch Thorastudium wachsen.

Im Buch Sha'arei HaMoadim (von Chabad) heisst es, dass ein Jude immer mit der Quelle seines Ursprungs verbunden sein muss: mit der Thora.

Durch die Thora wächst er und trägt Früchte, welches die Einhaltung der Mitzwot sind. Am Tu Be' Shevat besteht Gelegenheit, dass Thorastudium neu aufzunehmen. Gleichzeitig gibt dieser Feiertag der Seele (Neshama) Kraft, höher aufzusteigen.

Für Rabbi Nachman von Breslov symbolisiert ein Baum Weisheit (siehe die Bäume des Lebens und des Wissens im Paradies) und er stellt die Beziehung von Himmel und Erde dar. Ein Mensch muss seine Wurzeln in dieser Welt haben, aber dabei zu G - tt aufschauen und spirituell wachsen.

Es ist üblich, am Tu Be' Shevat eine Seder abzuhalten, an der Wein oder Traubensaft getrunken und Früchte aus Israel gegessen werden. Der ARI (Rabbi Yitzchak Luria) hatte den Brauch, 15 unterschiedliche Früchte zu essen. Granatäpfel, Oliven, Honig, Feigen, Datteln, Weintrauben und vor allem getrocknete Früchte, wie Bananen, Aprikosen oder Erdbeeren....all das wird am Tu Be' Shevat gegessen.

Fasten ist halachisch verboten und Tachanun wird ausgelassen.
Nebenbei sollte noch erwähnt werden, dass es einen Diskurs zwischen dem Haus Shammai und Hillel gab. Shammai betrachtete den 1. Shevat als Neujahrstag der Bäume und Hillel, dem wir heute noch folgen, sah den 15. Shevat als dessen an.

In der chassidischen Gruppe Satmar folgt man dem Brauch, 18 verschiedene Früchte zu essen und vor dem Essen jeder Frucht wird "Shir HaMa'alot" gesungen.

Einen fröhlichen Tu Be'Shevat !

Links:


Naturphotos vom See Genezareth am Tu be'Shevat 2011

Montag, Februar 06, 2012

Tu be'Shevat und die Gesundheit

B"H 

Rabbi Naftali Zvi Horowitz of Ropshitz (1760 - 1827) sagte in seinem Kommentar zum anstehenden Feiertag "Tu be'Shevat": 

"Der Monat Schevat  ist wie eine Heilung für die Bäume". 

Hier könnt Ihr einen sehr interessanten Vortrag zum Thema "Tu be'Shevat, Gesundheit und Ernährung" ansehen. Der Vortrag ist in englischer Sprache und wird von Daniel Wasserman aus Florida gehalten: 


Visit Jewish.TV for more Jewish videos.

Sonntag, Februar 05, 2012

Früchtekontrolle zum Tu be’Shevat


 Getrocknete Tu be'Shevat Früchte auf dem Carmel Markt in Tel Aviv

Photo: Miriam Woelke
B”H 

Dienstag abend und Mittwoch feiern wir den jüdischen Feiertag “Tu be’Shevat – 15. des Monat Shevat”. Das sogenannte Neujahrsfest der Bäume und traditionell werden wir allerlei Früchte verzehren. Getrocknete Früchte wie auch frisches Obst. 

Da Früchte natürlich geprüft werden müssen, ob sie koscher sind, veröffentlichte man in den USA eine ganze Liste zum Thema “Koschere Früchte am Tu be’Shevat”. Unter anderem dürfen keine Würmer in den Früchten nisten und somit wird, zum Beispiel, jede Dattel oder Feige vor dem Verzehr geöffnet und nach Insekten durchsucht. Am besten haltet Ihr die Frucht gegen das Licht und schaut nach, ob innendrin etwas am Herumkriechen ist. 

Würmer und Maden, das sind die Hauptfaktoren nach denen Früchte durchsucht werden. Ob es im deutschsprachigen Raum eine entsprechende List gibt, entzieht sich meiner Kenntnis. Hier auf alle Fälle die amerikanische bzw. kanadische Koscherliste für den anstehenden Tu be’Shevat. Zuerst erscheint alles in hebräischer Sprache, doch wenn Ihr weiter hinunterscrollt, kommt der englische Text (Seiten 6, 7 und 8). 

Tu be'Shevat kommt


Kotel Plaza - Vor der Klagemauer in Jerusalem

Photo: Miriam Woelke
B"H 

Morgen fahre ich nach Jerusalem, um einiges an Material für den am Dienstag abend beginnenden jüdischen Feiertag “Tu be’Shevat” zusammenzutragen. Anhand des Materials entstehen dann ein paar Artikel zum Feiertag. 

Beim Tu be’Shevat handelt es sich um einen biblischen Feiertag – dem Neujahrsfest der Bäume. Der Talmud Traktat Rosh Hashana listet uns verschiedene Daten auf, welche zwar als Neujahr gelten, doch stets in einem anderen Sinn. So, zum Beispiel, ist der 1. Nissan (ca. März / April) der Neujahrstag für jüdische Könige. Deren Amtszeit wird von dem Datum an gerechnet. 

Tu be’Shevat – der 15. des jüdischen Monat Shevat (wir befinden uns momentan im Shevat) ist das Neujahr der Bäume und Tradition ist es, an dem Tag Bäume zu pflanzen und Baumfrüchte zu essen. Am Dienstag abend, zu Beginn des Feiertages, halten insbesondere Chassidim eine spezielle Seder ab. Ähnlich der Pessach – Seder, doch ausschliesslich mit Früchten und Wein. 

Trotz Feiertag, am Tu be'Shevat wird normal gearbeitet und nichts ist geschlossen wie an regulären Feiertagen !

Samstag, Januar 07, 2012

Supermärkte bieten jetzt schon Ware zum Tu be'Shevat


Getrocknete Früchte zum Tu be'Shevat

B”H 

Kaum war Chanukkah vorüber, kramten viele israelische Supermärkte schon die Ware für den nächsten anstehenden Feiertag hervor: In wenigen Wochen feiern wir Tu be’Shevat – den 15. des jüdischen Monat Shevat. Und schon werden zu dem biblischen Feiertag getrocknete Früchte angeboten. 

Wer sich eindecken will, der sollte das rechtzeitig tun, denn zum Tu be’Shevat steigen die Preise dafür wahnsinnig an. 

Fast in jedem Jahr fällt der Tu be’Shevat auf meinen weltlichen Geburtstag und so auch dieses Mal wieder. Bis Anfang Februar jedoch ist es noch reichlich Zeit. 

Hier ein paar Tu be'Shevat Impressionen vom vergangenen Jahr aus Tiberias / Nordisrael:
http://hamantaschen.blogspot.com/2011/01/bilder-aus-der-natur-zum-tu-beshevat.html

Donnerstag, Januar 20, 2011

Tu be’Shevat Gefühle in Zfat / Nordisrael


 Dieses Photo drückt weniger das heute heutige Tu be’Shevat Gefühl aus.
Es handelt sich vielmehr hier um ein Chabad House in der Altstadt von Zfat.
Da ein jeder die gelbe Meschiach – Flagge wahrnimmt, wird klar,
dass dieses Gebäude von jenen Chabadnikim, die den letzten Rebben als Meschiach betrachten, bewohnt wird.:-)







Das traditionelle Tu be'Shevat Essen:
Alles vom Baum

Copyright / Photos:
Miriam Woelke

Mittwoch, Januar 19, 2011

Dienstag, Januar 18, 2011

Bilder aus der Natur zum Tu be'Shevat

Am See Genezareth (Kinneret)

Morgen abend beginnt der Feiertag Tu be'Shevat 
und aus diesem Anlass stelle ich ein paar 
aktuelle Photos aus der Natur in den Blog.  




Die Seepromenade in Tiberias











Das Nordufer des Kinneret.
Auf dem Gipfel des Berges rechts im Bild liegt die Kleinstadt Zfat.

Photos: Miriam Woelke

Tu be'Shevat - Das Neujahrsfest der Bäume


B"H

Den diesjährige Feiertag Tu Be' Shevat feiern wir am morgigen Mittwoch abend sowie am Donnerstag, 20. Januar 2011.

Der Tu Be' Shevat ist der 15. des jüdischen Monats Shevat und ein Halb - Feiertag. Wenn er nicht gerade auf einen Schabbat fällt, wird am Tu Be' Shevat ganz normal gearbeitet. Mit Tu Be' Shevat beginnen die ersten Bäume in Israel zu blühen. Selbst wenn das Wetter noch winterlich ist.

In der Thora findet dieser Feiertag keine Erwähnung, stützt sich aber dennoch auf einen Satz in Deutoronomy 20:19: "Der Mensch ist ein Baum - HaAdam Hu Etz HaSadeh". Somit gilt der Tu Be'Shevat trotzdem als biblischer Feiertag. Außerdem wird Tu Be' Shevat mit den Abgaben von Früchten an den Tempel (Trumot und Ma'asrot) in Verbindung gebracht.



Traditionelles Baumpflanzen am Tu Be'Shevat


Juden werden in der Literatur oft symbolisch mit einem Baum in Verbindung gebracht. Was haben sie beiden gemeinsam ? Wie ein Baum so muss ein Jude wachsen und für das Wachstum ist Wasser erforderlich. Wasser symbolisiert die Thora und somit kann ein Jude nur durch Thorastudium wachsen.

Im Buch Shaarei HaMoadim (von Chabad) heisst es, dass ein Jude immer mit der Quelle seines Ursprungs verbunden sein muss: mit der Thora.

Durch die Thora wächst er und trägt Früchte, welches die Einhaltung der Mitzwot sind. Am Tu Be' Shevat besteht Gelegenheit, dass Thorastudium neu aufzunehmen. Gleichzeitig gibt dieser Feiertag der Seele (Neshama) Kraft, höher aufzusteigen.

Für Rabbi Nachman von Breslov symbolisiert ein Baum Weisheit (siehe die Bäume des Lebens und des Wissens im Paradies) und er stellt die Beziehung von Himmel und Erde dar. Ein Mensch muss seine Wurzeln in dieser Welt haben, aber dabei zu G - tt aufschauen und spirituell wachsen.

Es ist üblich, am Tu Be' Shevat eine Seder abzuhalten, an der Wein oder Traubensaft getrunken und Früchte aus Israel gegessen werden. Der ARI (Rabbi Yitzchak Luria) hatte den Brauch, 15 unterschiedliche Früchte zu essen. Granatäpfel, Oliven, Honig, Feigen, Datteln, Weintrauben und vor allem getrocknete Früchte, wie Bananen, Aprikosen oder Erdbeeren....all das wird am Tu Be' Shevat gegessen.

Fasten ist halachisch verboten und Tachanun wird ausgelassen.
Nebenbei sollte noch erwähnt werden, dass es einen Diskurs zwischen dem Haus Shammai und Hillel gab. Shammai betrachtete den 1. Shevat als Neujahrstag der Bäume und Hillel, dem wir heute noch folgen, sah den 15. Shevat als dessen an.

In der chassidischen Gruppe Satmar folgt man dem Brauch, 18 verschiedene Früchte zu essen und vor dem Essen jeder Frucht wird "Shir HaMaalot" gesungen.

Vorab "Chag Sameach" und einen fröhlichen Tu Be'Shevat.

Montag, Januar 10, 2011

Das Tu be'Shevat Business


Photo: Miriam Woelke

B"H

Zugegeben, mein Photo eines Tu be'Shevat Sortiments in einem israelischen Supermarkt ist nicht besonders gelungen. Dennoch, in der nächsten Woche begehen wir den biblischen Feiertag (wenn dieser auch als ganz normaler Arbeitstag gilt) 

TU BE'SHEVAT bedeutet: Das Neujahrsfest der Bäume. 

Eine ganze Seder mit Früchten sowie Wein werden wir am Abend des Tu be'Shevat abhalten. Der Abend des Tu be'Shevat, des 15. im jüdischen Monat Shevat, wird am Mittwoch, dem 19. Januar sein. Am Donnerstag, dem 20. Januar, ist den gesamten Tag über Tu be'Shevat und die feste Tradition besteht darin, Früchte zu essen und / oder einen Baum zu pflanzen.

In der Kabbalah sowie im Chassidismus umfasst das Früchteessen eine geradezu mystische Tradition. Jede Frucht hat ihre Bedeutung und stets finden wir einen verborgenen kabbalistischen Hintergrund dafür.


Israelische Supermärkte sind voll mit Tu be'Shevat Sortimenten. Getrocknete Früchte überall und das, obwohl der Verzehr nicht gerade gesundheitsfördernd ist. Getrocknete Bananenscheiben, Äpfel, Aprikosen oder Datteln. Alles ist dabei und wegen des Feiertages steigen selbstverständlich auch gleich die Preise an. 

Soviel an dieser Stelle zum Tu be'Shevat. Mit Beginn der kommenden Woche folgen weitere Inhalte zum Thema aus dem Chassidismus !


Weitere Links:

Sonntag, Januar 31, 2010

Geniesse das Leben !

Photo: Tapuz


B"H

Rabbi Mordechai Machlis gab am vergangenen Schabbat (Erev Tu be'Shevat) ein interessantes Teaching:

Es ist eine positive Mitzwah, G - ttes Erschaffung zu geniessen ! Unter anderem sollten wir die Früchte, die G - tt erschuf, essen und geniessen.

Was genau bedeutet es "G - ttes Erschaffung zu geniessen" ?

Klar, hat ein jeder sicher so seine eigene Vorstellung vom "Geniessen". G - tt jedenfalls erschuf diese Welt mit all ihrer Schönheit; dem Essen, der Natur oder der Musik, zum Beispiel. Wenn wir nichts geniessen sollten und alles nur Dekoration wäre, dann hätte Er die Welt leer oder grau erschaffen können. Ohne all die Schönheiten und unsere Aufgabe lege einzig und allein darin, unsere Thoramitzvot sowie die Tikunim (Seelenkorrekturen) auszuführen. Und das war's dann !
Stattdessen gab uns G - tt eine wunderbare Welt, wofür wir Ihm, u.a., in unseren Segen (Essen, Naturereignisse, etc.) danken.

"Freude" oder "Geniessen" bedeutet selbstverständlich immer, dass wir dies in einem halachischen Rahmen tun ! Sollen wir am Schabbat die Natur photographieren, um alles daheim noch zu geniessen - dabei aber den Schabbat brechen ?
Die Antwort lautet "Nein ! Ein Jude sollte geniessen, doch im Sinne der Thora, denn dies ist eine weitere positive Mitzwah. Man kann nicht einfach drauflosgeniessen und alles andere vergessen. "Freude" bedeutet genauso Judentum und Mitzwot.

Einige Leute meinen immer, sie können nur frei sein und geniessen, wenn sie die Halachot einmal eben beiseite schieben. Dabei bietet das Judentum Freude innerhalb der Halacha. Wieso sollte das nicht möglich sein ? Muss ich unbedingt den Schabbat brechen oder mich an einer Schweinshaxe laben ? Muss ich eine Ehe mit einem Nichtjuden eingehen, nur weil mir eben einmal nach halbherziger Freude zu Mute ist ? "Freude" bedeutet nicht nur den materiellen Weg einzuschlagen, sondern ebenso den spirituellen.

Andererseits bedeutet "Geniessen" sich nicht abzuschotten, sondern offen zu sein. Sich nicht in seinen kleinen Hinterhof verkriechen, um all den "Unreinheiten" dieser Welt zu entkommen. G - ttes Schöpfung preisen heißt hinausgehen und sie erkennen. Ein LEBEN gibt es auch mit der Thora.

Samstag, Januar 30, 2010

Die Sternenfrucht und der Apfel

 

Sternenfrucht 

B"H

Gestern abend war ich bei Rabbi Mordechai Machlis zum Schabbatessen und das war, wie könnte es anders sein, überlaufen. Das Wohnzimmer war übervoll mit allen möglichen Leuten. Meistens fromme Seminarmädels und Yeshiva Studenten.
Henny Machlis, des Rabbis Gattin, hat gerade ihre Familie aus New York zu Besuch und ihre Mutter, Mrs. Lustig, hielt eine kurze Ansprache. Sie erzählte eine Story zum Tu be'Shevat, die zur Story des abends wurde.

Ein Apfelbaum stand neben einem Sternenfruchtbaum und da die Sternenfrüchte des anderen Baumes so außergewöhnlich aussahen, wurde der Apfelbaum neidisch. Er begann sogar, sich bei G - tt zu beschweren und bat G - tt, ihn ebenso Sternenfrüchte wachsen zu lassen und keine Äpfel mehr.

An den Wochenenden kamen Ausflügler und fanden angenehmen Schatten unter dem Apfelbaum. Auch pflückten sie die Äpfel, aßen sie oder machten daheim Marmelade oder Apfelkuchen. Dies alles jedoch hielt den Apfelbaum nicht davon ab, sich bei G - tt zu beschweren. Er wollte Sternenfrüchte und keine Äpfel mehr.

Eines Tages fiel ein Apfel vom Baum. Beim Aufprall öffnete sich die Frucht und der Apfelbaum sah zum ersten Male seine eigene Frucht von innen. Und was sah er da ? Einen Stern !

Mrs. Lustig schnitt einen Apfel entzwei und zeigte uns das Sternenmuster um die Kerne herum.

Dem Apfelbaum wuchsen die ganze Zeit über Sterne, doch er wusste es nicht. Es musste erst der Augenblick kommen, an dem seine verborgenen Sterne sichtbar wurden.

Genauso mit uns Menschen. Auch wir tragen verborgene Sterne in uns und wir müssen uns nur öffnen, um diese zum Vorschein zu bringen und uns ihrer bewusst zu werden (anstatt uns bei G - tt zu beschweren) !

Donnerstag, Januar 28, 2010

Parashat Beschlach



B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat, 
an dem wir zugleich Tu be'Shevat feiern. Zusätzlich ist der Schabbat "Schabbat Schira", denn es wird der Song von Moshe "Az Yashir Moshe" gelesen. Moshe war von all den Wundern (der Durchquerung des Roten Meeres) dermassen überwältigt, dass er zu singen begann.

In dieser Parashat Beshalach kommen die Israeliten endlich frei und sie verlieren keine Zeit und ziehen sofort los. Die Mehrheit der Kommentatoren diskutiert nicht nur diese Tatsache, sondern befaßt sich ungewohnterweise ebenso mit der Psychologie.

Nach der Ankunft Yosefs und seines Vaters Yaakovs in Ägypten, waren mehr als 200 Jahre vergangen, was automatisch zur Folge hatte, dass neue Generationen geboren wurden. Und genau diese neuen Generationen kannten kein Leben in Freiheit geschweige denn, dass sie unabhängig denken konnten. Vielmehr hatten sie sich an ihr Sklavendasein gewöhnt und man mag sich vorstellen, mit welcher Mentalität sie Ägypten verliessen (siehe das kabbalistische Buch ZOHAR).

Eine neue große Zukunft stand für sie bereit, doch waren sie mental imstande, dieser entgegenzusehen ? Selbst G - tt hegte da so seine Zweifel und entschloß sich, die Israeliten nicht auf einmal zu überfordern.

In der Chassidut wird der Slavenmentalität noch weitere Bedeutung begemessen und Hinterherjagen Pharaos nach den Israeliten als eine Metapher gesehen. Der große chassidische Rabbiner, Rabbi Simcha Bunim Bonhart von Peshis'cha (1765 - 1827) kommentiert, dass die Verfolgung Pharaos gleichkommt mit der Yetzer HaRah, der schlechten Seite in uns. Sein Kommentar basiert übrigens auf dem Kommentar von keinem anderen als dem Baal Shem Tov selber. Immer wieder wird ein jeder von uns von seiner eigenen Yetzer heimgesucht, die ihn dazu überreden will, Negatives zu tun.

Metaphorisch betrachtet wurden sie nicht vom physischen Pharao verfolgt, sondern die Israeliten nahmen ihre eigene Yetzer HaRah mit im Gepäck. Ziel eines jeden von uns ist es, seine eigene Yetzer zu überwinden und in etwas Gutes umzuwandeln.

In der Kabbalah ist häufig die Sprache von einem inneren seelischen Reinigungsprozeß, den sie Israeliten durchlaufen mußten. Die 40 Jahre in der Wüste werden als 40 Jahre der spirituellen Reinigung gesehen. Die ursprüngliche Absicht G - ttes war zuvor eine ganz andere; die Israeliten sollten nämlich direkt nach ihrem Auszug zum Berg Sinai geführt werden, dort die Thora erhalten und gleich anschliessend war der Einzug nach Israel geplant. Durch den Bau des Goldenen Kalbes aber wurde alles zunichte gemacht und stattdessen dauerte die Wanderung 40 Jahre. Somit hatte die individuelle Yetzer gesiegt. G - tt selber greift kaum ein, denn schliesslich haben die Menschen ihren freien Willen und müssen allein zu der richtigen Erkenntnis kommen.

Der Ramban (Nachmanides, 1194 - 1270) stellt in seinem Thorakommentar die Frage, warum die Israeliten immer wieder aufschrien und sich beschwerten, andererseits jedoch ihr G - ttvertrauen bewahrten. Schon Rabbeinu Bachya (ben Ascher ibn Halawa) aus Saragossa (verstorben im Jahre 1340) und der Ramban nahm dessen Frage sowie Antwort mit in seinen Kommentar auf.

Rabbeinu Bachya und der Ramban sind der Meinung, dass es im Lager der Israeliten unterschiedliche Gruppen gab. Diese Gruppen vertraten verschiedene Interessen und so ergaben sich immer wieder neue Konflikte. Einmal wollte das eine Lager nach Ägypten zurückkehren, dann wieder wollten sie essen und dann ein Goldenes Kalb bauen. Moshes grandiose Aufgabe bestand darin, der Anführer aller zu sein und ich stelle mir häufig die Frage, wie er das bloss schaffte.

Trotz all der alltäglichen Wunder rebellierten immer wieder neu einige der Interessenlager. Ist uns das so furchtbar fremd ? Sind wir nicht heute genauso ? Man schaue sich nur eine "normale" jüdische Gemeinde an !

Schabbat Schalom + Happy Tu be'Shevat !

Rabbi Mordechai Machlis zum Tu be'Shevat


Dienstag, Januar 26, 2010

Tu Be'Shevat - Das Neujahrsfest der Bäume


B"H

Den diesjährige Feiertag Tu Be' Shevat feiern wir an diesem Donnerstag, 20. Januar 2011.

Der Tu Be' Shevat ist der 15. des jüdischen Monats Shevat und ein Halb - Feiertag. Wenn er nicht gerade auf einen Schabbat fällt, wird am Tu Be' Shevat ganz normal gearbeitet. Mit Tu Be' Shevat beginnen die ersten Bäume in Israel zu blühen. Selbst wenn das Wetter noch winterlich ist.

In der Thora findet dieser Feiertag keine Erwähnung, stützt sich aber dennoch auf einen Satz in Deutoronomy 20:19: "Der Mensch ist ein Baum - HaAdam Hu Etz HaSadeh". Somit gilt der Tu Be'Shevat trotzdem als biblischer Feiertag. Außerdem wird Tu Be' Shevat mit den Abgaben von Früchten an den Tempel (Trumot und Ma'asrot) in Verbindung gebracht.



Traditionelles Baumpflanzen am Tu Be'Shevat


Juden werden in der Literatur oft symbolisch mit einem Baum in Verbindung gebracht. Was haben sie beiden gemeinsam ? Wie ein Baum so muss ein Jude wachsen und für das Wachstum ist Wasser erforderlich. Wasser symbolisiert die Thora und somit kann ein Jude nur durch Thorastudium wachsen.

Im Buch Shaarei HaMoadim (von Chabad) heisst es, dass ein Jude immer mit der Quelle seines Ursprungs verbunden sein muss: mit der Thora.

Durch die Thora wächst er und trägt Früchte, welches die Einhaltung der Mitzwot sind. Am Tu Be' Shevat besteht Gelegenheit, dass Thorastudium neu aufzunehmen. Gleichzeitig gibt dieser Feiertag der Seele (Neshama) Kraft, höher aufzusteigen.

Für Rabbi Nachman von Breslov symbolisiert ein Baum Weisheit (siehe die Bäume des Lebens und des Wissens im Paradies) und er stellt die Beziehung von Himmel und Erde dar. Ein Mensch muss seine Wurzeln in dieser Welt haben, aber dabei zu G - tt aufschauen und spirituell wachsen.

Es ist üblich, am Tu Be' Shevat eine Seder abzuhalten, an der Wein oder Traubensaft getrunken und Früchte aus Israel gegessen werden. Der ARI (Rabbi Yitzchak Luria) hatte den Brauch, 15 unterschiedliche Früchte zu essen. Granatäpfel, Oliven, Honig, Feigen, Datteln, Weintrauben und vor allem getrocknete Früchte, wie Bananen, Aprikosen oder Erdbeeren....all das wird am Tu Be' Shevat gegessen.

Fasten ist halachisch verboten und Tachanun wird ausgelassen.
Nebenbei sollte noch erwähnt werden, dass es einen Diskurs zwischen dem Haus Shammai und Hillel gab. Shammai betrachtete den 1. Shevat als Neujahrstag der Bäume und Hillel, dem wir heute noch folgen, sah den 15. Shevat als dessen an.

In der chassidischen Gruppe Satmar folgt man dem Brauch, 18 verschiedene Früchte zu essen und vor dem Essen jeder Frucht wird "Shir HaMaalot" gesungen.

Vorab "Chag Sameach" und einen fröhlichen Tu Be'Shevat.

Dienstag, Januar 19, 2010

Mittwoch, Februar 04, 2009

Tu be'Shevat


B"H

Der diesjährige Feiertag Tu Be' Shevat beginnt am kommenden Sonntag abend, 8. Februar 2009. Den ganzen darauffolgenden Tag, Montag, 9. Februar, begehen wir den Tu Be' Shevat.

Der Tu Be' Shevat ist der 15. des jüdischen Monats Shevat und ein Halb - Feiertag. Wenn er nicht gerade auf einen Schabbat fällt, wird am Tu Be' Shevat ganz normal gearbeitet.
Mit Tu Be' Shevat beginnen die ersten Bäume in Israel zu blühen. Selbst wenn das Wetter noch winterlich ist.

In der Thora findet dieser Feiertag keine Erwähnung, stützt sich aber dennoch auf einen Satz in Deutoronomy 20:19: "Der Mensch ist ein Baum - HaAdam Hu Etz HaSadeh". Somit gilt der Tu Be'Shevat trotzdem als biblischer Feiertag. Außerdem wird Tu Be' Shevat mit den Abgaben von Früchten an den Tempel (Trumot und Maasrot) in Verbindung gebracht.



Traditionelles Baumpflanzen am Tu Be'Shevat


Juden werden in der Literatur oft symbolisch mit einem Baum in Verbindung gebracht. Was haben sie beiden gemeinsam ?

Wie ein Baum so muss ein Jude wachsen und für das Wachstum ist Wasser erforderlich. Wasser symbolisiert die Thora und somit kann ein Jude nur durch Thorastudium wachsen.

Im Buch Shaarei HaMoadim (von Chabad) heisst es, dass ein Jude immer mit der Quelle seines Ursprungs verbunden sein muss: mit der Thora.

Durch die Thora wächst er und trägt Früchte, welches die Einhaltung der Mitzwot sind. Am Tu Be' Shevat besteht Gelegenheit, dass Thorastudium neu aufzunehmen. Gleichzeitig gibt dieser Feiertag der Seele (Neshama) Kraft, höher aufzusteigen.

Für Rabbi Nachman von Breslov symbolisiert ein Baum Weisheit (siehe die Bäume des Lebens und des Wissens im Paradies) und er stellt die Beziehung von Himmel und Erde dar. Ein Mensch muss seine Wurzeln in dieser Welt haben, aber dabei zu G - tt aufschauen und spirituell wachsen.

Es ist üblich, am Tu Be' Shevat eine Seder abzuhalten, an der Wein oder Traubensaft getrunken und Früchte aus Israel gegessen werden. Der ARI (Rabbi Yitzchak Luria) hatte den Brauch, 15 unterschiedliche Früchte zu essen.
Granatäpfel, Oliven, Honig, Feigen, Datteln, Weintrauben und vor allem getrocknete Früchte, wie Bananen, Aprikosen oder Erdbeeren....all das wird am Tu Be' Shevat gegessen.

Fasten ist halachisch verboten und Tachanun wird ausgelassen.
Nebenbei sollte noch erwähnt werden, dass es einen Diskurs zwischen dem Haus Shammai und Hillel gab. Shammai betrachtete den 1. Shevat als Neujahrstag der Bäume und Hillel, dem wir heute noch folgen, sah den 15. Shevat als dessen an.

Montag abend und den gesamten Montag über werden bei vielen chassidischen Gruppen ganz besondere Tu Be' Shevat Seder bzw. Feierlichkeiten abgehalten. Die Gruppen Karlin - Stolin, Gur oder die Slonim hegen keine besonderen Bräuche zum Feiertag. Zwar halten sie alle ganz normal ihre Seder ab, doch das war es dann auch schon.

Dafür feiert man bei den Gruppen Kretchnif, Satmar oder bei Belz umso mehr. Bei Belz sowie bei Kretchnif geben die Rebben einen extra chassidischen Tisch. Bei Satmar folgt man dem Brauch, 18 verschiedene Früchte zu essen und vor dem Essen jeder Frucht wird "Shir HaMaalot" gesungen.

Vorab "Chag Sameach" und einen fröhlichen Tu Be'Shevat.


Tu Be' Shevat Photos aus ISRAEL