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Dienstag, November 24, 2009

Trauer und Hochzeit in Karlin - Stolin


B"H

Der Grund, warum ich diesen chassidischen Beitrag gerade in diesen Blog stelle, ist ein halachischer:

Der Karlin - Stoliner Rebbe (Jerusalem) trauert um seine Mutter (Rabbanit Feiga Schochet), die am vergangenen Schabbat verstarb. Nach dem Tode eines nahen Angehörigen sitzt der Trauernde sieben Tage lang Schiva. Waehrend dieser Zeit gelten für ihn bestimmte Regeln und ein etwaiges Feiern ist verboten. Im Falle des Stoliner Rebben jedoch findet an diesem Mittwoch die Hochzeit seines Sohnes statt und der Rebbe wird daran teilnehmen. Diese Entscheidung der Chassidut Karlin - Stolin basiert auf einem seltenen Psak Halacha (Halacha) des verstorbenen Halachaexperten Rabbi Moshe Feinstein. Allerdings wird der Rebbe auf der Hochzeit nicht tanzen, sondern nur sitzen.

Montag, November 02, 2009

Darf der Sohn aus einer "Mischehe" bei seiner Bar Mitzwah aus der Thora lesen ?

B"H

Rabbi Moshe Feinstein (1895 - 1986) war weltbekannt für seine halachischen Entscheidungen. Er war der "Posek HaDor - der Halachaexperte der Generation" und mir ist niemand bekannt, der an seinen Entscheidungen zu rütteln wagte. In Weissrussland geboren, zog Rabbi Feinstein im Jahre 1936 nach New York und lebte dort bis zu seinem Tode.

Seine Sammlung halachischer Entscheidungen ist in dem Buchband "Iggerot Moshe" einzusehen.
Hier ein kleiner Auszug daraus, in welchem es um die Frage geht, ob ein Sohn aus einer "Mischehe", in dem Fall ist eine Jüdin mit einem nichtjüdischen Mann verheiratet, an seiner Bar Mitzwah aus der Thora lesen darf.
Die halachische Entscheidung Rabbi Moshe Feinsteins dazu ist im Paragraphen (Siman) 73 zu finden.

Rabbi Moshe Feinstein:
Ich wurde von einem Rabbiner gefragt, ob der Sohn einer Jüdin, die mit einem Nichtjuden verheiratet ist, auf seiner Bar Mitzwah aus der Thora lesen darf.

Anmerkung: Es ist allgemein üblich, dass ein Bar Mitzwah - Junge (bei Vollendung des 13. Lebensjahres) bei der Feier zur Thora aufgerufen wird und einen bestimmten Abschnitt daraus liest.

Der Sohn einer Jüdin ist einwandfrei Jude, selbst wenn der Vater Nichtjude sein sollte. Daher hat er bei seiner Bar Mitzwah die Aufgabe, aus der Thora vorzulesen. In diesem Falle aber ist die Mutter noch mit dem Nichtjuden verheiratet, und somit besteht eine andere Regelung für den Jungen. Solange die Eltern in einer Mischehe leben und sich die Mutter noch nicht von dem nichtjüdischen Gatten getrennt hat, darf der Sohn, selbst wenn er Jude ist, bei seiner Bar Mitzwah - Feier NICHT zur Thora aufgerufen werden.
Begründung: Es könnte bei solch einer Feier Freude aufkommen und diese ist in dem Fall kaum gegeben, solange die Mutter noch in einem solch zweifelhaften Verhältnis lebt. Außerdem wäre ein Thoraaufruf kein gutes Beispiel für andere jüdische Kinder, die entweder auch Bar Mitzwah feiern oder aus anderem Grund anwesend sind.