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Dienstag, Juni 23, 2009
Dienstag, Mai 12, 2009
Freude und Kritik an der haredischen Gesellschaft
B"HObwohl meine äußerliche Erscheinung es nicht vermuten lässt, innerlich fühle ich mich der haredischen (ultra - orthodox.) Welt verbunden und in meinen Blogs berichte ich mehr als regelmässig darüber. Nicht nur immer das Positive, sondern ebenso Kritik.
Manchen mag das seltsam erscheinen, doch persönlich sehe ich genauso die Nachteile einer Gesellschaftsform und fahre nicht nur oberflächlich auf äußerliche Faszination ab. Wer lange genug mit dem Thema und den Menschen lebt, der lernt alles nur Erdenkliche kennen und bringt auch reichlich Kritik an.
Derlei Kritik allein aber bedeutet andererseits nicht, nur alles negativ zu betrachten. Die haredische Gesellschaft bietet Positives wie Negatives. Das ist dort nicht anders als innerhalb anderweitiger Gruppierungen. Und normalerweise wissen die meisten Haredim ihre eigene Gesellschaft zu kritisieren. Insbesondere mit viel Sarkasmus.
Ein Bekannter, Haredi und auch wieder nicht, schickt mir oft e - mails mit kritischen Punkten. So, zum Beispiel, könne ein Neueinsteiger niemals richtiges Mitglied einer chassidischen Gruppe werden. Und hiermit meine ich jetzt nicht das Baalei Teshuva Movement (jene Juden, die im späteren Verlauf des Lebens relig. werden) von Chabad oder Teilen Breslovs. Nebenbei jedoch sei anzumerken, dass die originalen Breslover aus Mea Shearim sowie die originalen Chabadnikkim, die noch Jiddisch miteinander sprechen und deren Vorfahren schon Chabadnikkim waren, nicht besonders viel mit den Neueinsteigern am Hut haben. Aus diesem Grunde formierten sich die Baalei Teshuva selbst.
Nein, ich beziehe mich vielmehr auf anderweitige chassidische Gruppen. Mein Bekannter meinte, dass niemand in der Gesellschaft als Neuer so akzeptiert wird wie ein Hineingeborener. Als Beispiel gab er mir den englischen Adel. Dort ergehe es einem "Neuen" ähnlich.
Was also bleibt ist seine Position nicht überzubewerten und sie so zu akzeptieren, wie sie nun einmal ist.
Einen Vorteil hat das Ganze trotz aller Kritik:
Man (mich selbst eingeschlossen) ist nicht dermassen streng in die haredische Gesellschaft eingebunden und daher freier. Es sei denn, ein Baal Teshuva kommt einmal wieder mehr auf die klägliche Idee, besser zu sein als alle anderen.
Einerseits fühle ich mich der Gesellschaft sehr verbunden; andererseits jedoch geniesse ich es, gleichzeitig alles von außen und mit etwas Abstand betrachten zu können.
Mittwoch, März 25, 2009
Freitag, März 13, 2009
Mitzwah JA, Mitmenschen NEIN
B"H
Laut dem Talmud Traktat Yoma wurde der Zweite Tempel aufgrund von "Sinat Chinam - Hass auf die Mitmenschen, mieses Verhalten seinen Mitmenschen gegenüber" zerstört. Offiziell ist dies der Grund, warum G - tt die Zerstörung durch die Römer im Jahre 70 nach Beginn der Zeitrechnung zuliess.
Der Grund ist bestens bekannt und natürlich sind wir heute viel aufgeklärter und überschauen alles besser als unsere Vorfahren. Ein Goldenes Kalb aufstellen ? G - tt etwas vorjammern oder in Frage stellen ? Zerstörungen und G - ttes Zorn hervorrufen ?
Wir doch nicht !
Aber sind wir wirklich so toll wie wir uns sehen ?
Alles redet von den mitmenschlichen Beziehungen und wie wir miteinander umgehen sollen. Wir Juden sind EIN Volk und jeder Jude ist ein Teil davon. Egal, ob relig. oder säkuler. Ein Volk ist gemeint und oftmals zeigt sich dieses Bild tatsächlich. Nämlich dann, wenn wir in Not und gezwungen sind, zusammenzuhalten.
Aber wie schaut der Alltag aus ?
Im ultra - orthodoxen Mea Shearim wurde mir neulich offenbart, dass in Tel Aviv Goim leben. "Goim ?" fragte ich und bezog die Aussage auf Nichtjuden. Nach einiger Zeit jedoch wurde mir bewusst, dass meine Gesprächspartnerin die säkuler - jüdischen Bewohner meinte; da diese nicht ihren Anforderungen entsprachen, wurden sie kurzerhand als Goim abgestempelt. Ich hielt einige Argumente dagegen und dann wurde sanft das Thema gewechselt.
__________________
GOIM: Dieser Ausdruck bedeutet VÖLKER. Vielerseits wird angenommen, es handele sich hierbei um eine Art Schimpfwort den Nichtjuden gegenüber. Dem ist NICHT so und selbst die Juden werden in der Thora als "GOI KADOSCH - HEILIGES VOLK" bezeichnet.
GOIM heißt einfach nur Völker, wenn das Wort jedoch in Bezug mit Nichtjuden fällt, dann betrifft es diese auch.
__________________
Was ich heutzutage besonders bei den "Baalei Teshuva (abgekürzt "BTs") - den im späteren Verlauf des Lebens relig. gewordenen Juden feststelle" ist, dass gerade sie sich plötzlich ihren säkuleren Mitjuden gegenüber als priviligiert fühlen. A la "ICH bin jetzt religiös und besser als DU, denn ICH sehe den wahren Sinn des Lebens und DU rennst nur Deinen Gelüsten und Instinkten hinterher. Was hast DU doch für leere Lebensinhalte !"
Dazu sei gesagt, dass meine Erfahrungen sich auf die israelische Gesellschaft sowie amerikanische BTs bezieht.
Nicht immer sind es offene Bemerkungen, sondern ebenso ein seltsames Verhalten den Säkuleren gegenüber, welches schlecht zu beschreiben ist. Nennen wir es "von oben herab agieren".
Manchmal habe ich tatsächlich das Gefühl, dass Meschiach gar nicht in diese Welt will. Man schaue sich das Verhalten der Juden untereinander an. Oft genug geht jeder auf jeden los. Nicht, dass jemand frei von Schuld ist und wir alle integrierten diese Veranlagung. Kann sein, dass es mir auch erst jetzt so richtig bewusst wird, seitdem ich in Tel Aviv lebe. Vorher, in Jerusalem, machte man halt diese Unterschiede und es war ganz selbstverständlich. Wobei in der Stadt eh eine wesentlich andere Mentalität herrscht als im offenen Tel Aviv. Jerusalem besteht aus mehreren 100,000 Polizisten und jeder ist sein eigener und schaut auf den Nachbarn. In Tel Aviv dagegen scheint alles Wurst zu sein und jeder macht, was er will, ohne dass der Mitmensch groß schaut.
Was ich aber im höchsten Maße anprangere ist die Überheblichkeit der Baalei Teshuva, die da auf einmal so heilig sein wollen. Nicht alle, denn ich will nicht verallgemeinern, dennoch gibt es genügend von dieser Sorte. Und genau dieses Verhalten wirkt sich auf die betroffenen Mitmenschen zerstörerisch aus, denn sie sehen die Religion plötzlich aus einem negativen Blickwinkel heraus und laufen davon. Und somit betreiben die BTs einen Chilul HaShem (G - tteslästerung), ohne es zu sehen oder einsehen zu wollen, denn man ist ja so furchtbar heilig und betet den ganzen Tag. Wie aber gehe ich mit meiner Umwelt um ?
Bei von Geburt an Religiösen erlebte ich diese selbstauferlegten inneren Zwänge weitaus weniger und gerade sie gehen oftmals auf anders denkende Juden weitaus offener zu als so mancher Baal Teshuva. Chabad oder Breslov mögen argumentieren, dass sie ja ganz besonders im Outreach tätig und deswegen anders sind.
Wirklich ?
Oder sind sie nicht eher dafür bekannt, die neu Hinzugestossenen in eine Philosophie zu lenken und wenn das nicht so klappt - dann RAUS aus dem Unternehmen.
Laut dem Talmud Traktat Yoma wurde der Zweite Tempel aufgrund von "Sinat Chinam - Hass auf die Mitmenschen, mieses Verhalten seinen Mitmenschen gegenüber" zerstört. Offiziell ist dies der Grund, warum G - tt die Zerstörung durch die Römer im Jahre 70 nach Beginn der Zeitrechnung zuliess.
Der Grund ist bestens bekannt und natürlich sind wir heute viel aufgeklärter und überschauen alles besser als unsere Vorfahren. Ein Goldenes Kalb aufstellen ? G - tt etwas vorjammern oder in Frage stellen ? Zerstörungen und G - ttes Zorn hervorrufen ?
Wir doch nicht !
Aber sind wir wirklich so toll wie wir uns sehen ?
Alles redet von den mitmenschlichen Beziehungen und wie wir miteinander umgehen sollen. Wir Juden sind EIN Volk und jeder Jude ist ein Teil davon. Egal, ob relig. oder säkuler. Ein Volk ist gemeint und oftmals zeigt sich dieses Bild tatsächlich. Nämlich dann, wenn wir in Not und gezwungen sind, zusammenzuhalten.
Aber wie schaut der Alltag aus ?
Im ultra - orthodoxen Mea Shearim wurde mir neulich offenbart, dass in Tel Aviv Goim leben. "Goim ?" fragte ich und bezog die Aussage auf Nichtjuden. Nach einiger Zeit jedoch wurde mir bewusst, dass meine Gesprächspartnerin die säkuler - jüdischen Bewohner meinte; da diese nicht ihren Anforderungen entsprachen, wurden sie kurzerhand als Goim abgestempelt. Ich hielt einige Argumente dagegen und dann wurde sanft das Thema gewechselt.
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GOIM: Dieser Ausdruck bedeutet VÖLKER. Vielerseits wird angenommen, es handele sich hierbei um eine Art Schimpfwort den Nichtjuden gegenüber. Dem ist NICHT so und selbst die Juden werden in der Thora als "GOI KADOSCH - HEILIGES VOLK" bezeichnet.
GOIM heißt einfach nur Völker, wenn das Wort jedoch in Bezug mit Nichtjuden fällt, dann betrifft es diese auch.
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Was ich heutzutage besonders bei den "Baalei Teshuva (abgekürzt "BTs") - den im späteren Verlauf des Lebens relig. gewordenen Juden feststelle" ist, dass gerade sie sich plötzlich ihren säkuleren Mitjuden gegenüber als priviligiert fühlen. A la "ICH bin jetzt religiös und besser als DU, denn ICH sehe den wahren Sinn des Lebens und DU rennst nur Deinen Gelüsten und Instinkten hinterher. Was hast DU doch für leere Lebensinhalte !"
Dazu sei gesagt, dass meine Erfahrungen sich auf die israelische Gesellschaft sowie amerikanische BTs bezieht.
Nicht immer sind es offene Bemerkungen, sondern ebenso ein seltsames Verhalten den Säkuleren gegenüber, welches schlecht zu beschreiben ist. Nennen wir es "von oben herab agieren".
Manchmal habe ich tatsächlich das Gefühl, dass Meschiach gar nicht in diese Welt will. Man schaue sich das Verhalten der Juden untereinander an. Oft genug geht jeder auf jeden los. Nicht, dass jemand frei von Schuld ist und wir alle integrierten diese Veranlagung. Kann sein, dass es mir auch erst jetzt so richtig bewusst wird, seitdem ich in Tel Aviv lebe. Vorher, in Jerusalem, machte man halt diese Unterschiede und es war ganz selbstverständlich. Wobei in der Stadt eh eine wesentlich andere Mentalität herrscht als im offenen Tel Aviv. Jerusalem besteht aus mehreren 100,000 Polizisten und jeder ist sein eigener und schaut auf den Nachbarn. In Tel Aviv dagegen scheint alles Wurst zu sein und jeder macht, was er will, ohne dass der Mitmensch groß schaut.
Was ich aber im höchsten Maße anprangere ist die Überheblichkeit der Baalei Teshuva, die da auf einmal so heilig sein wollen. Nicht alle, denn ich will nicht verallgemeinern, dennoch gibt es genügend von dieser Sorte. Und genau dieses Verhalten wirkt sich auf die betroffenen Mitmenschen zerstörerisch aus, denn sie sehen die Religion plötzlich aus einem negativen Blickwinkel heraus und laufen davon. Und somit betreiben die BTs einen Chilul HaShem (G - tteslästerung), ohne es zu sehen oder einsehen zu wollen, denn man ist ja so furchtbar heilig und betet den ganzen Tag. Wie aber gehe ich mit meiner Umwelt um ?
Bei von Geburt an Religiösen erlebte ich diese selbstauferlegten inneren Zwänge weitaus weniger und gerade sie gehen oftmals auf anders denkende Juden weitaus offener zu als so mancher Baal Teshuva. Chabad oder Breslov mögen argumentieren, dass sie ja ganz besonders im Outreach tätig und deswegen anders sind.
Wirklich ?
Oder sind sie nicht eher dafür bekannt, die neu Hinzugestossenen in eine Philosophie zu lenken und wenn das nicht so klappt - dann RAUS aus dem Unternehmen.
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Freitag, Februar 13, 2009
Lebensziele
B"H
Diesen Schabbat verbringe ich zur Abwechslung wieder einmal in Tel Aviv. Schon allein deswegen, weil ich mich nach einem ruhigen Schabbat sehne. Relaxen, vielleicht zu Chabad in die Synagoge gehen, und am Strand oder Downtown spazieren gehen. Darüber hinaus habe ich noch keine festen Pläne gemacht.
In letzten drei Wochen verbrachte ich den Schabbat weitgehend in Jerusalem, was sich fast immer als stressig erweist. Bei Rabbi Mordechai Machlis essen und danach ggf. einen chassidischen Tisch besuchen. In Jerusalem ist stets etwas geboten und bei mir besteht der Drang den Schabbat in Jerusalem mehr oder weniger mit verschiedenen Aktivitäten auszufüllen.
Am letzten Schabbat war ich bei Tisch des Rebben der chassidischen Gruppe Toldot Aharon in Mea Shearim. Rebbe David Kahn war wieder aus Williamsburgh (New York) zurückgekehrt, wo er der Hochzeit eines nahen Verwandten beigewohnt hatte. Ganz zu schweigen von den Spendengeldern, die er hoffentlich für seine Gruppe einsammelte.
Kann sein, dass es mir nur so vorkommt, doch verfolge ich schon seit einiger Zeit, wie die Toldot Aharon immer mehr anwachsen. Eine Bekannte der Toldot Avraham Yitzchak berichtete mir, dass die Toldot Aharon unheimlich viele neue Mitglieder in die Gruppe aufnehmen. Darunter besonders viele aus dem Baalei Teshuva (Neurelig.) Movement.
Mir ist es gänzlich unverständlich, wie jemand als "frischer" Baal Teshuva sich schnell an eine solch extreme chassidische Gruppe hängt. Gerade Neureligiöse sollten in den ersten Jahren ihr relig. Leben stabilisieren, zu sich selbst finden und erst sich erst danach für eine feste Zukunft, ggf. in einer chassidischen Gruppe entscheiden. Sich erst einmal umschauen und den eigenen persönlichen Weg finden wirkt sich im Endeffekt positiver aus als sich gleich, wer weiss wie, ins Extreme zu stürzen. Zu Beginn meint man sicher, sich so am besten zu perfektionieren, aber nicht selten geht diese Form der Religiosität gewaltig in die Hose.
Mag sein, dass ich all dem viel zu skeptisch gegenüberstehe, denn ich selbst durchlief all diese Erfahrungen und bin am Ende in der haredischen Gesellschaft gescheitert. Gescheitert, da ich unfähig bin, in einer dermassen geschlossenen Gesellschaft zu leben, in welcher die leitenden Rabbiner entscheiden und wo andere Mitglieder einen pausenlos beobachten, ob man auch ja hineinpasst oder sich als würdig genug erweist. Ich brauche meine Freiheit, lese "normale" Bücher, gehe ins Kino, schaue TV, besitze einen PC; mit anderen Worten, ich führe ein "normales" Leben. Was immer das auch heissen mag. Sich einer bestimmten Gesellschaft mit ihren strengen Regeln unterzuordnen, liegt mir nicht und selten lasse ich mich vom Mainstream treiben.
Obwohl es hier vielleicht so anklingen mag, sehe ich mich keineswegs als gescheitert und betrachte alles eher von der positiven Seite aus. Nicht jeder Mensch ist gleich und wir alle wurden von G - tt mit unterschiedlichen Aufgaben und ebenso unterschiedlichen Zielen im Leben erschaffen. Allein diese Tatsachen sollten wir akzeptieren, selbst dann, wenn sich jemand als unfähig erweist, sich in der haredischen Gesellschaft zurechtzufinden. Meinerseits schaute ich mich nach anderen Inhalten bzw. Lebensformen um, was sich geradezu perfekt herausstellen kann. Immerhin besser als sich in eine Gesellschaft quetschen zu wollen, in die man nicht gehört und in der man sicht unwohl fühlt. Es ist extrem wichtig, sich selbst so zu akzeptieren wie man ist und sich bei einem Scheitern keinesfalls als grosser Versager zu verkriechen. Jederman hat genügend anderweitige Ziele und Aufgaben, mit denen er sehr glücklich und erfolgreich werden kann. Man muss im Leben nur danach suchen.
Schabbat Schalom - Gut Schabbes - an alle Leser !
Diesen Schabbat verbringe ich zur Abwechslung wieder einmal in Tel Aviv. Schon allein deswegen, weil ich mich nach einem ruhigen Schabbat sehne. Relaxen, vielleicht zu Chabad in die Synagoge gehen, und am Strand oder Downtown spazieren gehen. Darüber hinaus habe ich noch keine festen Pläne gemacht.
In letzten drei Wochen verbrachte ich den Schabbat weitgehend in Jerusalem, was sich fast immer als stressig erweist. Bei Rabbi Mordechai Machlis essen und danach ggf. einen chassidischen Tisch besuchen. In Jerusalem ist stets etwas geboten und bei mir besteht der Drang den Schabbat in Jerusalem mehr oder weniger mit verschiedenen Aktivitäten auszufüllen.
Am letzten Schabbat war ich bei Tisch des Rebben der chassidischen Gruppe Toldot Aharon in Mea Shearim. Rebbe David Kahn war wieder aus Williamsburgh (New York) zurückgekehrt, wo er der Hochzeit eines nahen Verwandten beigewohnt hatte. Ganz zu schweigen von den Spendengeldern, die er hoffentlich für seine Gruppe einsammelte.
Kann sein, dass es mir nur so vorkommt, doch verfolge ich schon seit einiger Zeit, wie die Toldot Aharon immer mehr anwachsen. Eine Bekannte der Toldot Avraham Yitzchak berichtete mir, dass die Toldot Aharon unheimlich viele neue Mitglieder in die Gruppe aufnehmen. Darunter besonders viele aus dem Baalei Teshuva (Neurelig.) Movement.
Mir ist es gänzlich unverständlich, wie jemand als "frischer" Baal Teshuva sich schnell an eine solch extreme chassidische Gruppe hängt. Gerade Neureligiöse sollten in den ersten Jahren ihr relig. Leben stabilisieren, zu sich selbst finden und erst sich erst danach für eine feste Zukunft, ggf. in einer chassidischen Gruppe entscheiden. Sich erst einmal umschauen und den eigenen persönlichen Weg finden wirkt sich im Endeffekt positiver aus als sich gleich, wer weiss wie, ins Extreme zu stürzen. Zu Beginn meint man sicher, sich so am besten zu perfektionieren, aber nicht selten geht diese Form der Religiosität gewaltig in die Hose.
Mag sein, dass ich all dem viel zu skeptisch gegenüberstehe, denn ich selbst durchlief all diese Erfahrungen und bin am Ende in der haredischen Gesellschaft gescheitert. Gescheitert, da ich unfähig bin, in einer dermassen geschlossenen Gesellschaft zu leben, in welcher die leitenden Rabbiner entscheiden und wo andere Mitglieder einen pausenlos beobachten, ob man auch ja hineinpasst oder sich als würdig genug erweist. Ich brauche meine Freiheit, lese "normale" Bücher, gehe ins Kino, schaue TV, besitze einen PC; mit anderen Worten, ich führe ein "normales" Leben. Was immer das auch heissen mag. Sich einer bestimmten Gesellschaft mit ihren strengen Regeln unterzuordnen, liegt mir nicht und selten lasse ich mich vom Mainstream treiben.
Obwohl es hier vielleicht so anklingen mag, sehe ich mich keineswegs als gescheitert und betrachte alles eher von der positiven Seite aus. Nicht jeder Mensch ist gleich und wir alle wurden von G - tt mit unterschiedlichen Aufgaben und ebenso unterschiedlichen Zielen im Leben erschaffen. Allein diese Tatsachen sollten wir akzeptieren, selbst dann, wenn sich jemand als unfähig erweist, sich in der haredischen Gesellschaft zurechtzufinden. Meinerseits schaute ich mich nach anderen Inhalten bzw. Lebensformen um, was sich geradezu perfekt herausstellen kann. Immerhin besser als sich in eine Gesellschaft quetschen zu wollen, in die man nicht gehört und in der man sicht unwohl fühlt. Es ist extrem wichtig, sich selbst so zu akzeptieren wie man ist und sich bei einem Scheitern keinesfalls als grosser Versager zu verkriechen. Jederman hat genügend anderweitige Ziele und Aufgaben, mit denen er sehr glücklich und erfolgreich werden kann. Man muss im Leben nur danach suchen.
Schabbat Schalom - Gut Schabbes - an alle Leser !
Donnerstag, November 20, 2008
Die Wahl zu haben
B"H
Seitdem ich mich, mehr oder weniger, intensiv mit dem Studium des Judentums befasse (und das seit 13 Jahren), nutzte ich soweit viele nur erdenkliche Möglichkeiten, in unzählige Richtungen der Orthodoxie hineinzuschnuppern. Aber gerade dieses Kennen lernen verschiedener Richtungen macht es mir unmöglich, mich genauestens festzulegen oder anders ausgedrückt, ich kõnne mich nicht nur auf eine bestimmte Richtung festlegen. Ich bin definitiv nicht Chabad oder Breslov, obwohl ich mit beiden Gruppen einige Zeit lernte. Ich bin definitiv nationalreligiös, obwohl ich mit dem Movement einige Zeit verbrachte.
Chassidut und Kabbalah lehren, dass ein jeder seine Seelenwurzel suchen und, wenn möglich, auch finden sollte. Die Seelenwurzel finden um zu wissen, wie man sich dem Judentum am besten nähern kann. Und hierbei spreche ich von Juden, welche sich dazu entscheiden, die Thoramitzwot einzuhalten. Was bestärkt mich jetzt, der Religion etwas näher zu kommen ? Was würde ich gerne lernen ? Thora, Talmud, Mussar (Ethik), Geschichte, Philosophie, Halachot oder was auch immer. Heutzutage beginnen viele ihre ersten Erfahrung mit der Jiddischkeit im spirituellen kabbalistischen Bereich. Die ersten Schritte sind immer wichtig, denn sie führen einen letztendlich irgendwo hin. Obwohl diese Aussage zwar nicht immer richtig, denn ich kann als litvischer Haredi beginnen und später zum Chassidismus überwechseln etc. Trotzdem aber formt sich gerade beim Einstieg in die Religion der innere Zugang zu den Dingen. Unter anderem lernt man seine eigenen persönlichen Stärken zu entdecken. Zum Beispiel was und wie man lernen will. Auf welches Thema sollte ich mich besonders konzentrieren und was liegt mir.
Die Basis des Judentums sollte immer zusammen mit einem Rabbiner, innerhalb eines Programmes oder einer Yeshiva erkundet werden. Die "Do - it - yourself" - Methode ist nicht gerade empfehlenswert. Nicht einfach Bücher anschaffen und sich allein ans Werk machen, denn dies führt allgemein zu Mißinterpretationen und man bekommt alles, nur kein gravierendes Fundament. Erst nach einer guten Basis sollte allein weitergelernt werden, denn dann weiß ich Inhalte zu deuten und wo nachzuschlagen ist. Außerdem ist es zu Beginn interessanter mit anderen Leuten zusammenzulernen, denn dies dient dem Eindrücke sammeln und mit dem Umgang anderer Ansichten und Ideen.
Insbesondere in Jerusalem (wobei mir durchaud bewußt ist, dass nicht gerade ein jeder hier lebt) besteht eine Vielzahl von Möglichkeiten, wohin man gehen und wo man teilnehmen kann. Hunderte von Synagogen; chassidisch, nationalreligiös, litvisch, Programme, Seminare, was auch immer. Persönlich mag ich es, mich mit all den Teilnehmern zu unterhalten. In der Nationalbebliothek oder des Rambam Raumes in einer Tel Aviver Bibliothek habe ihch bisher unzählige Haredimm kennen gelernt. Besonders Chassidim, die an derlei Orten eher auftauen und mif Frauen reden als dies anderswo der Fall ist. Viele von ihnen schreiben Bücher über jüdisch – relig. Themen. Zum Beispiel ein Chassid, welcher ein Buch über der Einfluß der griechischen Philosophie auf das Judentum hat / hatte. Gerade von solchen Leuten lerne ich sehr viel, da derlei chassidische Autoren über einen hohen Wissensgrad im Judentum verfügen und sie an diversen Orten mit Frauen sprechen. Und diese besagten Leute betrachten ihre eigene haredische Gesellschaft oftmals nicht nur mit einer rosaroten Sonnenbrille, sondern stellen so einiges in Frage bzw. kritisieren.
Für mich selbst fand ich heraus, was ich eigentlich lernen und mit welcher Art von Leuten ich mich umgeben will. All die heiligen relig. Bücher sind zwar von immenser Wichtigkeit, doch sollte man schon ein denkender Mensch bleiben und sich nicht einfach so einlullen lassen und seine Persönlichkeit aufgeben.
Ein Chassid gestand mir, dass er alles tut, was der Rebbe sagt. Selbst al ser einmal den für sich selbst perfekten Schidduch (Ehepartner) fand und diese Frau auch zu ehelichen beabsichtigte. Allerdings gab ihm der Rebbe den Rat, besagte Frau nicht zu heiraten, was der Chassid befolgte. In bitterem Unterton fügte er hinzu, dass dies der größte Fehler seines Lebens gewesen sei und er bis heute seine Entscheidung, dem Rebben zu folgen, bereut.
Ich fragte ihn, warum er denn die Frau nicht dennoch heiratete, denn der Rebbe braucht nicht alles zu wissen und schließlich sei das ja Privatsache. "Siehst Du, sagte der Chassid, deswegen bist Du kein Mitglied einer chassidischen Gruppe, denn Du bist nicht bereit, auf den Rebben zu hören".
Viele Male gibt es unterschiedliche Ausrichtungen sowie Wahlmöglichkeiten und in all den Jahren wurde mir immer mehr ewußt, dass ich im Grunde genommen nrgendwo richtig hineinpasse. Einmal bin ich hier und morgen wieder dort. Ganz ohne der Anerkennung hinterher zu rennen oder jetzt unbedingt festes Mitglied in einer Gruppe sein zu müssen. Am Anfang dachte ich noch, dass bei mir etwas nicht stimmt und deswegen alles gänzlich etwas falsch läuft im Leben. Alle anderen um mich herum schienen ihren Platz innerhalb der relig. Gesellschaft gefunden zu haben und ich hingegen wanderte nur herum. Wenn auch nicht ständig ziellos.
Nach einiger Zeit jedoch gewöhnte ich mich an den Zustand und jetzt fühle ich mich sogar sehr wohl dabei. Ich bin weitgehend unabhängig, nur halt nicht von G – tt. Immerhin bin ich nicht an bestimmte Normen, Gesellschaften und deren Druck und Erwartungen gebunden. Darüber hinaus bin ich in der Lage, zu schreiben was ich will, ohne mit Konsequenzen persönlicher Art rechnen zu müssen. Nicht jeder ist so kreiert, dass er sich einer Gesellschaftsform unterordnen kann und es gibt genügend Religiöse, die zwar lernen, doch immer noch kritisch und unabhängig bleiben.
Seitdem ich mich, mehr oder weniger, intensiv mit dem Studium des Judentums befasse (und das seit 13 Jahren), nutzte ich soweit viele nur erdenkliche Möglichkeiten, in unzählige Richtungen der Orthodoxie hineinzuschnuppern. Aber gerade dieses Kennen lernen verschiedener Richtungen macht es mir unmöglich, mich genauestens festzulegen oder anders ausgedrückt, ich kõnne mich nicht nur auf eine bestimmte Richtung festlegen. Ich bin definitiv nicht Chabad oder Breslov, obwohl ich mit beiden Gruppen einige Zeit lernte. Ich bin definitiv nationalreligiös, obwohl ich mit dem Movement einige Zeit verbrachte.
Chassidut und Kabbalah lehren, dass ein jeder seine Seelenwurzel suchen und, wenn möglich, auch finden sollte. Die Seelenwurzel finden um zu wissen, wie man sich dem Judentum am besten nähern kann. Und hierbei spreche ich von Juden, welche sich dazu entscheiden, die Thoramitzwot einzuhalten. Was bestärkt mich jetzt, der Religion etwas näher zu kommen ? Was würde ich gerne lernen ? Thora, Talmud, Mussar (Ethik), Geschichte, Philosophie, Halachot oder was auch immer. Heutzutage beginnen viele ihre ersten Erfahrung mit der Jiddischkeit im spirituellen kabbalistischen Bereich. Die ersten Schritte sind immer wichtig, denn sie führen einen letztendlich irgendwo hin. Obwohl diese Aussage zwar nicht immer richtig, denn ich kann als litvischer Haredi beginnen und später zum Chassidismus überwechseln etc. Trotzdem aber formt sich gerade beim Einstieg in die Religion der innere Zugang zu den Dingen. Unter anderem lernt man seine eigenen persönlichen Stärken zu entdecken. Zum Beispiel was und wie man lernen will. Auf welches Thema sollte ich mich besonders konzentrieren und was liegt mir.
Die Basis des Judentums sollte immer zusammen mit einem Rabbiner, innerhalb eines Programmes oder einer Yeshiva erkundet werden. Die "Do - it - yourself" - Methode ist nicht gerade empfehlenswert. Nicht einfach Bücher anschaffen und sich allein ans Werk machen, denn dies führt allgemein zu Mißinterpretationen und man bekommt alles, nur kein gravierendes Fundament. Erst nach einer guten Basis sollte allein weitergelernt werden, denn dann weiß ich Inhalte zu deuten und wo nachzuschlagen ist. Außerdem ist es zu Beginn interessanter mit anderen Leuten zusammenzulernen, denn dies dient dem Eindrücke sammeln und mit dem Umgang anderer Ansichten und Ideen.
Insbesondere in Jerusalem (wobei mir durchaud bewußt ist, dass nicht gerade ein jeder hier lebt) besteht eine Vielzahl von Möglichkeiten, wohin man gehen und wo man teilnehmen kann. Hunderte von Synagogen; chassidisch, nationalreligiös, litvisch, Programme, Seminare, was auch immer. Persönlich mag ich es, mich mit all den Teilnehmern zu unterhalten. In der Nationalbebliothek oder des Rambam Raumes in einer Tel Aviver Bibliothek habe ihch bisher unzählige Haredimm kennen gelernt. Besonders Chassidim, die an derlei Orten eher auftauen und mif Frauen reden als dies anderswo der Fall ist. Viele von ihnen schreiben Bücher über jüdisch – relig. Themen. Zum Beispiel ein Chassid, welcher ein Buch über der Einfluß der griechischen Philosophie auf das Judentum hat / hatte. Gerade von solchen Leuten lerne ich sehr viel, da derlei chassidische Autoren über einen hohen Wissensgrad im Judentum verfügen und sie an diversen Orten mit Frauen sprechen. Und diese besagten Leute betrachten ihre eigene haredische Gesellschaft oftmals nicht nur mit einer rosaroten Sonnenbrille, sondern stellen so einiges in Frage bzw. kritisieren.
Für mich selbst fand ich heraus, was ich eigentlich lernen und mit welcher Art von Leuten ich mich umgeben will. All die heiligen relig. Bücher sind zwar von immenser Wichtigkeit, doch sollte man schon ein denkender Mensch bleiben und sich nicht einfach so einlullen lassen und seine Persönlichkeit aufgeben.
Ein Chassid gestand mir, dass er alles tut, was der Rebbe sagt. Selbst al ser einmal den für sich selbst perfekten Schidduch (Ehepartner) fand und diese Frau auch zu ehelichen beabsichtigte. Allerdings gab ihm der Rebbe den Rat, besagte Frau nicht zu heiraten, was der Chassid befolgte. In bitterem Unterton fügte er hinzu, dass dies der größte Fehler seines Lebens gewesen sei und er bis heute seine Entscheidung, dem Rebben zu folgen, bereut.
Ich fragte ihn, warum er denn die Frau nicht dennoch heiratete, denn der Rebbe braucht nicht alles zu wissen und schließlich sei das ja Privatsache. "Siehst Du, sagte der Chassid, deswegen bist Du kein Mitglied einer chassidischen Gruppe, denn Du bist nicht bereit, auf den Rebben zu hören".
Viele Male gibt es unterschiedliche Ausrichtungen sowie Wahlmöglichkeiten und in all den Jahren wurde mir immer mehr ewußt, dass ich im Grunde genommen nrgendwo richtig hineinpasse. Einmal bin ich hier und morgen wieder dort. Ganz ohne der Anerkennung hinterher zu rennen oder jetzt unbedingt festes Mitglied in einer Gruppe sein zu müssen. Am Anfang dachte ich noch, dass bei mir etwas nicht stimmt und deswegen alles gänzlich etwas falsch läuft im Leben. Alle anderen um mich herum schienen ihren Platz innerhalb der relig. Gesellschaft gefunden zu haben und ich hingegen wanderte nur herum. Wenn auch nicht ständig ziellos.
Nach einiger Zeit jedoch gewöhnte ich mich an den Zustand und jetzt fühle ich mich sogar sehr wohl dabei. Ich bin weitgehend unabhängig, nur halt nicht von G – tt. Immerhin bin ich nicht an bestimmte Normen, Gesellschaften und deren Druck und Erwartungen gebunden. Darüber hinaus bin ich in der Lage, zu schreiben was ich will, ohne mit Konsequenzen persönlicher Art rechnen zu müssen. Nicht jeder ist so kreiert, dass er sich einer Gesellschaftsform unterordnen kann und es gibt genügend Religiöse, die zwar lernen, doch immer noch kritisch und unabhängig bleiben.
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Donnerstag, Oktober 23, 2008
Ist Schweigen immer Gold ?
B"H
Es gibt Dinge, die regen mich furchtbar auf. Besonders in dem Moment, wenn es um die religiöse Welt geht. Beispiel: Wenn einige Leute meinen so ungemein heilig, religiös, fromm, selbstgerecht oder was auch immer zu sein. So sehr, dass die jüdischen Mitmenschen nicht mehr mitkommen und sich als "minderwertig" zu erweisen scheinen.
Ich nehme mich als Beispiel, die da überwiegend in Hosen herumläuft und mit teilweise "rebellischem" Verhalten daherkommt. Ich verbringe nicht fast meine ganze Zeit mit Tehillim (Psalmen) und ständigem Gebet. Ich bete, aber ich stelle mich nicht vor aller Leute hin, um eine "Ich muß mich jetzt beweisen - Show" abzuziehen.
Aber meine Intension ist es hier nicht, mich über eine gewisse Inakzeptanz meiner Person gegenüber aufzuregen. Über solche banalen Problemchen bin ich längst hinweg. Vielmehr geht es darum, dass so manche Religiöse glauben, sie seien so heilig, aber sich dennoch nicht schämen, mit einem widerwärtigen Verhalten zu glänzen und damit schlimmer wirken als jeder Säkulere oder selbst G - tteslästerer. Sobald einige Juden (oder auch potentielle Juden) meinen, das Licht zu sehen, und sich entschliessen, entweder zum Judentum zu konvertieren oder ein Baal Teshuva (geborener Jude, der im Verlauf des Lebens relig. wird) zu werden, meinen sie fast nur noch von Gerechtigkeit, Kedusha (Heiligkeit) und Chesed (Wohltätigkeit) befallen zu sein.
Aber ich will genauso anmerken, dass nicht ALLE so handeln und ich keinesfalls verallgemeinern will.
Ein Baal Teshuva zu sein beinhaltet nicht nur die Thoramitzwot einzuhalten (sich langsam daran zu gewöhnen und nichts zu überstürzen) und auf einer regulären Basis zu beten, sondern es bedeutet genauso dass derjenige seinen eigenen Charakter zum Besseren, in die Richtung der Thora, verändern soll. Also ein innerer persönlicher Umdenkprozeß in einem selber stattfindet. Und viele Leute scheinen dieses grundsätzliche Prinzip nicht zu begreifen und fahren stattdessen unentwegt damit fort, anderen zu zitieren, was ihr spezieller Rabbiner sie lehrte. Anscheinend zählt nur noch, was der Rabbi sagte und es wird so zitiert, dass alles andere falsch erscheint und nur noch der Baal Teshuva recht hat.
Andererseits, wenn man sich ihr Verhalten anschaut, bekommt man einen völlig anderen Eindruck. Und dieser ist alles andere als religiös. Und ich gehe sogar soweit zu behaupten, dass so mancher Konvertit zum Judentum niemals hätte konvertieren sollen und stattdessen lieber ein Christ hätte bleiben sollen. Einige Konvertiten meinen nach der Konversion anderen Juden in der Manier eines Drill Sergeant Befehle erteilen zu müssen.
All meine Angaben beziehen sich nicht nur auf die litvisch - haredische Gesellschaft, sondern genauso auf die chassidische Welt.
Und überhaupt, wo sind die ernsthaften aufrichtigen Chassidim aus der Vergangenheit geblieben ? Wenn nur der Baal Shem Tov für einen Tag zurückkommen täte und sich das Chaos anschaue. Wie chassidische Gruppen sich teilweise bekriegen und wo sogar ein Topf voll Tscholent (Fleischsuppe mit Erbsen und Kartoffeln am Schabbat) einen Streit vom Zaume brechen kann (so wie es an Sukkot zwischen den Toldot Aharon und den Toldot Avraham Yitzchak der Fall war).
Ich habe noch viel mehr zu dem Thema zu sagen, aber vorher muß ich mich noch darauf besinnen, alles in einem guten objektiven Stile zu formulieren. Soll ich Namen nennen oder lieber alles im "Short Story Stil" verfassen ?
Nicht Mea Shearim, sondern die litvisch amerikanische Welt wird diesesmal mein Thema sein.
Und erneut die Angabe: Nicht alle sind gemeint und es soll nicht verallgemeinert werden.
Einige Leute sagten mir sogar, dass nicht alle Probleme der relig. Gesellschaft offengelegt werden müssen und man stattdessen Stillschweigen bewahren sollte. Warum etwas öffentlich machen ? Wen interessiert das denn ? Wäre es nicht besser, mit dem Leben fortzufahren und Geschichte Geschichte sein zu lassen ? Was kann man denn schon bewirken ? Warum all die Energien und Zeit verschwenden ?
Meinerseits versuchte ich zu schweigen, aber all das Verhalten ging mir auf die Nerven. Ich kann nicht einfach dasitzen und so tun als geschehe nichts. "Morgen ist ein neuer Tag und lassen wir einmal alles gutsein". Es gibt definitiv Themen und Inhalte, die ausgesprochen werden müssen, nur bleibt die Frage, wie weit man dabei gehen darf und soll. Sind Leute involviert die ich kenne ? Gegebenenfalls Freunde und was geschieht, wenn diese dadurch verletzte oder geschädigt werden ?
Diese Fragen sind mir äußerst wichtig und daher ist es nicht immer leicht, die beste Lösung oder überhaupt eine Lösung zu finden.
Es gibt Dinge, die regen mich furchtbar auf. Besonders in dem Moment, wenn es um die religiöse Welt geht. Beispiel: Wenn einige Leute meinen so ungemein heilig, religiös, fromm, selbstgerecht oder was auch immer zu sein. So sehr, dass die jüdischen Mitmenschen nicht mehr mitkommen und sich als "minderwertig" zu erweisen scheinen.
Ich nehme mich als Beispiel, die da überwiegend in Hosen herumläuft und mit teilweise "rebellischem" Verhalten daherkommt. Ich verbringe nicht fast meine ganze Zeit mit Tehillim (Psalmen) und ständigem Gebet. Ich bete, aber ich stelle mich nicht vor aller Leute hin, um eine "Ich muß mich jetzt beweisen - Show" abzuziehen.
Aber meine Intension ist es hier nicht, mich über eine gewisse Inakzeptanz meiner Person gegenüber aufzuregen. Über solche banalen Problemchen bin ich längst hinweg. Vielmehr geht es darum, dass so manche Religiöse glauben, sie seien so heilig, aber sich dennoch nicht schämen, mit einem widerwärtigen Verhalten zu glänzen und damit schlimmer wirken als jeder Säkulere oder selbst G - tteslästerer. Sobald einige Juden (oder auch potentielle Juden) meinen, das Licht zu sehen, und sich entschliessen, entweder zum Judentum zu konvertieren oder ein Baal Teshuva (geborener Jude, der im Verlauf des Lebens relig. wird) zu werden, meinen sie fast nur noch von Gerechtigkeit, Kedusha (Heiligkeit) und Chesed (Wohltätigkeit) befallen zu sein.
Aber ich will genauso anmerken, dass nicht ALLE so handeln und ich keinesfalls verallgemeinern will.
Ein Baal Teshuva zu sein beinhaltet nicht nur die Thoramitzwot einzuhalten (sich langsam daran zu gewöhnen und nichts zu überstürzen) und auf einer regulären Basis zu beten, sondern es bedeutet genauso dass derjenige seinen eigenen Charakter zum Besseren, in die Richtung der Thora, verändern soll. Also ein innerer persönlicher Umdenkprozeß in einem selber stattfindet. Und viele Leute scheinen dieses grundsätzliche Prinzip nicht zu begreifen und fahren stattdessen unentwegt damit fort, anderen zu zitieren, was ihr spezieller Rabbiner sie lehrte. Anscheinend zählt nur noch, was der Rabbi sagte und es wird so zitiert, dass alles andere falsch erscheint und nur noch der Baal Teshuva recht hat.
Andererseits, wenn man sich ihr Verhalten anschaut, bekommt man einen völlig anderen Eindruck. Und dieser ist alles andere als religiös. Und ich gehe sogar soweit zu behaupten, dass so mancher Konvertit zum Judentum niemals hätte konvertieren sollen und stattdessen lieber ein Christ hätte bleiben sollen. Einige Konvertiten meinen nach der Konversion anderen Juden in der Manier eines Drill Sergeant Befehle erteilen zu müssen.
All meine Angaben beziehen sich nicht nur auf die litvisch - haredische Gesellschaft, sondern genauso auf die chassidische Welt.
Und überhaupt, wo sind die ernsthaften aufrichtigen Chassidim aus der Vergangenheit geblieben ? Wenn nur der Baal Shem Tov für einen Tag zurückkommen täte und sich das Chaos anschaue. Wie chassidische Gruppen sich teilweise bekriegen und wo sogar ein Topf voll Tscholent (Fleischsuppe mit Erbsen und Kartoffeln am Schabbat) einen Streit vom Zaume brechen kann (so wie es an Sukkot zwischen den Toldot Aharon und den Toldot Avraham Yitzchak der Fall war).
Ich habe noch viel mehr zu dem Thema zu sagen, aber vorher muß ich mich noch darauf besinnen, alles in einem guten objektiven Stile zu formulieren. Soll ich Namen nennen oder lieber alles im "Short Story Stil" verfassen ?
Nicht Mea Shearim, sondern die litvisch amerikanische Welt wird diesesmal mein Thema sein.
Und erneut die Angabe: Nicht alle sind gemeint und es soll nicht verallgemeinert werden.
Einige Leute sagten mir sogar, dass nicht alle Probleme der relig. Gesellschaft offengelegt werden müssen und man stattdessen Stillschweigen bewahren sollte. Warum etwas öffentlich machen ? Wen interessiert das denn ? Wäre es nicht besser, mit dem Leben fortzufahren und Geschichte Geschichte sein zu lassen ? Was kann man denn schon bewirken ? Warum all die Energien und Zeit verschwenden ?
Meinerseits versuchte ich zu schweigen, aber all das Verhalten ging mir auf die Nerven. Ich kann nicht einfach dasitzen und so tun als geschehe nichts. "Morgen ist ein neuer Tag und lassen wir einmal alles gutsein". Es gibt definitiv Themen und Inhalte, die ausgesprochen werden müssen, nur bleibt die Frage, wie weit man dabei gehen darf und soll. Sind Leute involviert die ich kenne ? Gegebenenfalls Freunde und was geschieht, wenn diese dadurch verletzte oder geschädigt werden ?
Diese Fragen sind mir äußerst wichtig und daher ist es nicht immer leicht, die beste Lösung oder überhaupt eine Lösung zu finden.
Montag, September 22, 2008
Was gibt es da zu glotzen ?
B"H
Neulich wurde ich Zeuge einer Szene und ich muß ganz offen zugeben, dass ich recht froh darüber war, nicht zu sehr involviert gewesen zu sein.
Ich saß gerade mit einer Freundin zusammen als sich eine Bekannte zu uns setzte. Beide Frauen sind ursprünglich aus New York; meine Freundin ist für eine etwas längere Zeit als Touristin hier, wobei sie sich jedoch kürzlich entschloß, einmal etwas mehr Spiritualität in ihr Leben zu bringen und sich daher in einem haredisch – litvischen Frauenseminar einschrieb. Bei unserer hinzugekommene Gesprächspartnerin handelt es sich um eine farbige Amerikanerin, die zum Judentum konvertierte und seit wenigen Jahren ebenso in besagtem Seminar lernt. Übrigens handelt es sich bei dem Programm um eine relig. Schule für jüdische Frauen, die erst im späteren Verlauf ihres Lebens relig. geworden sind; um sogenannte "Baalei Teshuva".
Jedenfalls sagte unser Gegenüber, welche ca. Mitte Dreißig ist, zu meiner Freundin, dass diese nun endlich einmal ihren Kleidungsstil ändern solle. Man kann nicht in dem Seminar lernen und mit Hosen oder in sonst einem freaky New Yorker Klamottenstil herumlaufen. Mein Freundin solle sich gefälligst fromm anziehen: langer Rock, lange Ärmel, Strumpfhosen und eine fromme Frisur darf auch nicht fehlen. Was immer "fromme Frisur" hier bedeuten mag.
Falls sie das alles nicht tue, brauche sie sich man nicht wundern, wenn sie von den Religiösen angestarrt wird. Nicht nur von den Seminar – Girls, sondern von allen Frommen.
"Wenn Du akzeptiert werden willst, dann mußt Du Dich ändern, so die New Yorkerin. Und überhaupt läuft man als Frau nicht in Hose herum, denn damit begehst Du eine "Aveirah – Vergehen". Da wir uns im Monat Elul befinden, sollte man ja wohl alles daran setzen, um Aveirot (Vergehen im Plural) zu vermeiden.
Anmerkung: Im Monat Elul vor Rosh HaShana sind wir dazu aufgerufen, zu G – tt umzukehren, da Er uns am anstehenden Rosh HaShana richten wird.
Meine Freundin wurde fuchsteufelswild bei all den Forderungen unserer Gesprächspartnerin. "Ich habe von Euch total die Schnauze voll. Ihr Frommen labert mich nur voll wie ich mich zu verhalten habe und was ich tun soll. Wie ich mich anzuziehen habe, wie ich dasitzen soll, wie ich akzeptiert werde. Ich will gar nicht akzeptiert werden und gebe nichts darauf. Ich bin nur für ein paar Wochen hier und es ist mir egal was ihr mir alle sagt. Laßt mich doch alle in Ruhe !"
"Nun, antwortete unser Gegenüber angestrengt, wenn Du Dich nicht änderst, dann starren die Leute Dich auch weiterhin an. Wir sind hier nicht in New York und Jerusalem ist halt anders. Aber wenn Dir das alles nichts ausmacht …, bitteschön, ich lasse es Dich ja nur wissen".
"Ja, ich bin zufrieden mit meiner jetzigen Situation, erwiderte meine Freundin. Ich habe die Schnauze voll von dem Gelaber "zieh dies oder das an", "benimm Dich so und nicht so", "sag das nicht, denn das ist Laschon HaRah (üble Nachrede)". Ich kann gar nicht sagen, wie sehr Ihr mir alle auf den Geist geht. Ich will ich selbst sein und wenn ich mich in solch fromme Klamotten quetsche, dann bin ich jemand anderes. Und dann dieses "nanana" Getue; das bin nicht ich. Kapiert das keiner ?"
Meine Freundin redete sich mehr und mehr in Rage und unser Gegenüber stand dem nicht nach. Ich begann, unser Gegenüber zu bedauern, denn man merkte ihr an, dass sie alles tat, nur um akzeptiert zu werden. Mit Tränen in den Augen berichtete sie, dass sie von der relig. Gesellschaft nur angestarrt wird. Dabei wolle sie so sehr zum Jüdischen Volk dazu gehören".
"Wieso gaffen alle ? Weil Du farbig bist ?", erkundigte sich meine Freundin.
"Nun, ich könnte ja theoretisch aus Äthiopien kommen (Israel ist voll äthiopischer Juden), doch sieht man mir an, dass ich nicht daher komme. Und eine schwarze Amerikanerin ist nun einmal nicht jüdisch. Es sei denn, sie ist konvertiert. Und die Leute glotzen als sei ich eine Fremde, mehr nicht".
Ich sagte unserem Gegenüber, dass sie alles viel zu tragisch nehme. Für wen tue sie denn die Mitzwot ? Für sich selbst, G – tt oder die Nachbarn bzw. Umgebung ?
Nachdem unser Gegenüber gegangen war, klagte mir meine Freundin erst recht ihr Leid. Klar, sollte man solche Leute, die da pausenlos nach Akzeptanz der haredischen Gesellschaft jagen, bedauern. Die nämlich meinen, dass wenn sie nur allen zeigen, wie toll relig. sie sind, sie anerkannt werden. "Bin ich toll, kommen alle auf mich zu, umarmen und akzeptieren mich".
Ich sagte meiner Freundin, dass ich vor Jahren, ganz am Anfang meiner Yeshiva – Laufbahn, sicher auch einmal so gewesen sein könnte. Eine Stimmung, die jedenfalls nicht lange anhielt und mir schon bald zuwider wurde. So beschloß ich, die Mitzwot für G – tt und mich einzuhalten und nicht für die Nachbarn von gegenüber. Ich hatte es satt, der Akzeptanz hinterherzujagen. Wofür das alles ? Entweder die Leute akzeptieren mich so, wie ich bin oder sie lassen es bleiben. Und seitdem ich dieser Einstellung nachgehe (schon jahrelang), ist mein Leben wesentlich glücklicher geworden. Und wer mich halt nicht akzeptiert … okay, das muß jeder selbst entscheiden. Was soll ich tun , wenn dem nicht der Fall ist ?
Soll ich mich deswegen etwa umbringen ?
Ich renne keiner Gesellschaft hinterher und ich könnte mich auch keinesfalls mehr in solch einer Baalei Teshuva Umgebung bewegen, in der alle es so wahnsinnig GUT meinen. Man wolle einen ja nur aufmerksam machen und so. Man will ja nur behilflich sein und da ist es halt Pflicht, einen auf gewisse Verhaltensfehler aufmerksam zu machen. Man will ja schließlich nur das Beste, dabei will man das Beste für sich selbst und endlich einmal unterschlüpfrig das Gefühl bekommen, dass ich auch mal was zu sagen habe, wenn ich jemanden korrigiere. So sauge ich dann mein klein wenig Selbstwertgefühl ein.
Selbstwertgefühl ? Wieso denn das ?
Ich meine es doch nur herzensgut.
____________________________
Fortsetzung folgt !
Denn ein Ende ist nicht in Sicht.
Neulich wurde ich Zeuge einer Szene und ich muß ganz offen zugeben, dass ich recht froh darüber war, nicht zu sehr involviert gewesen zu sein.
Ich saß gerade mit einer Freundin zusammen als sich eine Bekannte zu uns setzte. Beide Frauen sind ursprünglich aus New York; meine Freundin ist für eine etwas längere Zeit als Touristin hier, wobei sie sich jedoch kürzlich entschloß, einmal etwas mehr Spiritualität in ihr Leben zu bringen und sich daher in einem haredisch – litvischen Frauenseminar einschrieb. Bei unserer hinzugekommene Gesprächspartnerin handelt es sich um eine farbige Amerikanerin, die zum Judentum konvertierte und seit wenigen Jahren ebenso in besagtem Seminar lernt. Übrigens handelt es sich bei dem Programm um eine relig. Schule für jüdische Frauen, die erst im späteren Verlauf ihres Lebens relig. geworden sind; um sogenannte "Baalei Teshuva".
Jedenfalls sagte unser Gegenüber, welche ca. Mitte Dreißig ist, zu meiner Freundin, dass diese nun endlich einmal ihren Kleidungsstil ändern solle. Man kann nicht in dem Seminar lernen und mit Hosen oder in sonst einem freaky New Yorker Klamottenstil herumlaufen. Mein Freundin solle sich gefälligst fromm anziehen: langer Rock, lange Ärmel, Strumpfhosen und eine fromme Frisur darf auch nicht fehlen. Was immer "fromme Frisur" hier bedeuten mag.
Falls sie das alles nicht tue, brauche sie sich man nicht wundern, wenn sie von den Religiösen angestarrt wird. Nicht nur von den Seminar – Girls, sondern von allen Frommen.
"Wenn Du akzeptiert werden willst, dann mußt Du Dich ändern, so die New Yorkerin. Und überhaupt läuft man als Frau nicht in Hose herum, denn damit begehst Du eine "Aveirah – Vergehen". Da wir uns im Monat Elul befinden, sollte man ja wohl alles daran setzen, um Aveirot (Vergehen im Plural) zu vermeiden.
Anmerkung: Im Monat Elul vor Rosh HaShana sind wir dazu aufgerufen, zu G – tt umzukehren, da Er uns am anstehenden Rosh HaShana richten wird.
Meine Freundin wurde fuchsteufelswild bei all den Forderungen unserer Gesprächspartnerin. "Ich habe von Euch total die Schnauze voll. Ihr Frommen labert mich nur voll wie ich mich zu verhalten habe und was ich tun soll. Wie ich mich anzuziehen habe, wie ich dasitzen soll, wie ich akzeptiert werde. Ich will gar nicht akzeptiert werden und gebe nichts darauf. Ich bin nur für ein paar Wochen hier und es ist mir egal was ihr mir alle sagt. Laßt mich doch alle in Ruhe !"
"Nun, antwortete unser Gegenüber angestrengt, wenn Du Dich nicht änderst, dann starren die Leute Dich auch weiterhin an. Wir sind hier nicht in New York und Jerusalem ist halt anders. Aber wenn Dir das alles nichts ausmacht …, bitteschön, ich lasse es Dich ja nur wissen".
"Ja, ich bin zufrieden mit meiner jetzigen Situation, erwiderte meine Freundin. Ich habe die Schnauze voll von dem Gelaber "zieh dies oder das an", "benimm Dich so und nicht so", "sag das nicht, denn das ist Laschon HaRah (üble Nachrede)". Ich kann gar nicht sagen, wie sehr Ihr mir alle auf den Geist geht. Ich will ich selbst sein und wenn ich mich in solch fromme Klamotten quetsche, dann bin ich jemand anderes. Und dann dieses "nanana" Getue; das bin nicht ich. Kapiert das keiner ?"
Meine Freundin redete sich mehr und mehr in Rage und unser Gegenüber stand dem nicht nach. Ich begann, unser Gegenüber zu bedauern, denn man merkte ihr an, dass sie alles tat, nur um akzeptiert zu werden. Mit Tränen in den Augen berichtete sie, dass sie von der relig. Gesellschaft nur angestarrt wird. Dabei wolle sie so sehr zum Jüdischen Volk dazu gehören".
"Wieso gaffen alle ? Weil Du farbig bist ?", erkundigte sich meine Freundin.
"Nun, ich könnte ja theoretisch aus Äthiopien kommen (Israel ist voll äthiopischer Juden), doch sieht man mir an, dass ich nicht daher komme. Und eine schwarze Amerikanerin ist nun einmal nicht jüdisch. Es sei denn, sie ist konvertiert. Und die Leute glotzen als sei ich eine Fremde, mehr nicht".
Ich sagte unserem Gegenüber, dass sie alles viel zu tragisch nehme. Für wen tue sie denn die Mitzwot ? Für sich selbst, G – tt oder die Nachbarn bzw. Umgebung ?
Nachdem unser Gegenüber gegangen war, klagte mir meine Freundin erst recht ihr Leid. Klar, sollte man solche Leute, die da pausenlos nach Akzeptanz der haredischen Gesellschaft jagen, bedauern. Die nämlich meinen, dass wenn sie nur allen zeigen, wie toll relig. sie sind, sie anerkannt werden. "Bin ich toll, kommen alle auf mich zu, umarmen und akzeptieren mich".
Ich sagte meiner Freundin, dass ich vor Jahren, ganz am Anfang meiner Yeshiva – Laufbahn, sicher auch einmal so gewesen sein könnte. Eine Stimmung, die jedenfalls nicht lange anhielt und mir schon bald zuwider wurde. So beschloß ich, die Mitzwot für G – tt und mich einzuhalten und nicht für die Nachbarn von gegenüber. Ich hatte es satt, der Akzeptanz hinterherzujagen. Wofür das alles ? Entweder die Leute akzeptieren mich so, wie ich bin oder sie lassen es bleiben. Und seitdem ich dieser Einstellung nachgehe (schon jahrelang), ist mein Leben wesentlich glücklicher geworden. Und wer mich halt nicht akzeptiert … okay, das muß jeder selbst entscheiden. Was soll ich tun , wenn dem nicht der Fall ist ?
Soll ich mich deswegen etwa umbringen ?
Ich renne keiner Gesellschaft hinterher und ich könnte mich auch keinesfalls mehr in solch einer Baalei Teshuva Umgebung bewegen, in der alle es so wahnsinnig GUT meinen. Man wolle einen ja nur aufmerksam machen und so. Man will ja nur behilflich sein und da ist es halt Pflicht, einen auf gewisse Verhaltensfehler aufmerksam zu machen. Man will ja schließlich nur das Beste, dabei will man das Beste für sich selbst und endlich einmal unterschlüpfrig das Gefühl bekommen, dass ich auch mal was zu sagen habe, wenn ich jemanden korrigiere. So sauge ich dann mein klein wenig Selbstwertgefühl ein.
Selbstwertgefühl ? Wieso denn das ?
Ich meine es doch nur herzensgut.
____________________________
Fortsetzung folgt !
Denn ein Ende ist nicht in Sicht.
Labels:
Kiruv,
Psychologie
Montag, September 15, 2008
"Lüge Kiruv" ?
B"H
Eine junge Frau, die gleichzeitig Baalat Teshuva ist (ein geborener Jude, der erst im späteren Verlauf seines Lebens religiös geworden ist), beschwerte sich neulich bei mir, dass man jene Juden, die gerade dabei sind, religiös zu werden oder sich zumindest für die eigene Religion beginnen zu interessieren, keineswegs mit Negativem konfrontieren darf.
Ein kleines praktisches Beispiel:
Eine junge Amerikanerin fragte mich neulich, was auf den Mitteilungspostern (Fakshivilim) stehe, welche überall an den Häuserwänden von Mea Shearim prangen. Ich erklärte ihr ganz langsam, dass es vorwiegend um einen Rabbiner gehe, der nicht gerade das tut, was die Religion ihm eigentlich vorschreibt zu tun.
Jemand der dabeistand, beschwerte sich hinterher bei mir, dass man so jungen Leuten (ca. 20 Jahre alt) und die vielleicht jetzt erst die ersten Schritte in Richtung Judentum unternehmen, nicht solch ein Statement abgibt. Stattdessen solle man sie ermuntern.
Sicher hatte die Person einerseits recht; man sollte beim Kiruv (einen Juden näher an die Religion und G - tt heranführen) Positives verlauten lassen. Doch hatte mich das junge Mädchen ausdrücklich nach dem Inhalt der Poster gefragt und ich versuchte es ihr, in einfachen Worten zu erklären. Andererseits, warum soll nur Positives berichtet werden ?
Eine junge Israelin berichtete mir von ihrem Bruder, der im Kiruv tätig sei. Wobei im Judentum Kiruv nicht mit Mission gleichzusetzen ist. Kiruv bedeutet meist in der heutigen Umgangssprache, dass jemand bei Chabad zum Unterricht (Schiur) geht und etwas über die eigene Religion lernt. Genauso gibt es andere Kurse wie in den USA oder dem israelischen Zweig von "Aish HaTorah" und viele viele weitere Institutionen weltweit.
Jemanden näher an die Religion heranführen (Kiruv machen) besteht ebenso größtenteils aus Fragen beantworten. Von seinem Gegenüber verlangt der Kiruvnik in den meisten Fällen jedoch nicht, dass er ab morgen ultra - orthodox ist. Sollte dies der Fall sein, dann handelt es sich nicht gerade um einen aufrichtigen Kiruvnik, der da Verständnis walten läßt.
Die junge Israelin jedenfalls meinte zu mir, dass ihr Bruder lüge. Überhaupt sei der ganze Kiruv eine reine Lüge, denn dem Neuankömmling in der Religion (jener, der eventuelle religiös werden will und daher als Baal Teshuva bezeichnet wird) wird eine Scheinwelt vorgegaukelt. Wer bitteschön erzähle ihm denn die Wahrheit, die da so oft lautet, dass er von seiner schon immer gewesenen orthod. Außenwelt, sprich der geborenen haredischen Gesellschaft, kaum oder gar nicht anerkannt wird. Viele mögen das Gegenteil behaupten und sich preisen, dass sie ja hier so toll anerkannt sind. Schön, vielleicht in ihrer Baal Teshuva Yeshiva, aber wohl kaum draußen im Leben. Und falls doch irgendwie, dann aber auch wieder nicht richtig oder halt mit dummen Kommentaren.
Und überhaupt sage ihr Bruder selber, dass er lügt.
Lügen muß, um die Leute nicht abzuschrecken.
Soll man nun die Wahrheit sagen oder nicht ?
"Leute, die Religion, Mitzwot, G - tt, alles wunderbar, doch die Realität ist nicht immer so toll. Da gibt es kriminelle Rabbiner oder andere, die Euch nicht unbedingt zu freundlich gesinnt sind. Kurz gesagt, nicht alles ist Friede, Freude, Eierkuchen und macht Euch auf einen Kampf gefaßt".
Wem darf man soetwas sagen und wann ?
Sicher nicht sofort oder vielleicht doch ?
Ich denke, dass es hier sehr auf die jeweilige Persönlichkeit des Einzelnen ankommt und wer sich entschlossen hat, dem Kiruvnik zu folgen oder sogar relig. zu werden, der merkt eh recht schnell, was da eigentlich so in seiner Umgebung abläuft.
Nehmen wir an, dass Programm läßt seine Neuankömmlinge die Realität weniger oder gar nicht wissen … dann sollten zumindest hinterher professionelle Lehrkräfte parat stehen, welche die aufkommenden Probleme aller Art mit dem Baal Teshuva gemeinsam besprechen und bewältigen.
Am letzten Schabbat erzählte Rabbi Mordechai Machlis, dass vor wenigen Jahren einmal ein junger Mann von den Philippinen daheim bei den Machlises mitwohnte. Er kam nach Jerusalem, um an einem Konversionskurs zum Judentum teilzunehmen, den er auch bestand. Frisch konvertiert, war er stolz zum Jüdischen Volk dazuzugehören, doch schnell kam Enttäuschung auf. Eines abends kam der junge Philippino heim zu den Machlises und weinte sich bei ihnen aus. Wohin er auch gehe, immer werde er von anderen Juden dumm angemacht. In jeder Synagoge werde er trotz heraushängender Zizit (Schaufäden) gefragt, ob er denn tatsächlich Jude sei oder nur ein Fake. Und immer wieder muß er seine Story erzählen, denn er sehe ja halt aus wie von den Philippinen.
Was die Antwort war ?
Es gibt keine perfekte Antwort, denn fast jeder neue Konvertit zum Judentum oder Baal Teshuva muß da durch.
Die Frage bleibt:
Sollte man solchen Leuten von vornherein die Realität verkünden oder nicht ?
Ich denke schon; wenn auch am Anfang vielleicht in Maßen.
Eine junge Frau, die gleichzeitig Baalat Teshuva ist (ein geborener Jude, der erst im späteren Verlauf seines Lebens religiös geworden ist), beschwerte sich neulich bei mir, dass man jene Juden, die gerade dabei sind, religiös zu werden oder sich zumindest für die eigene Religion beginnen zu interessieren, keineswegs mit Negativem konfrontieren darf.
Ein kleines praktisches Beispiel:
Eine junge Amerikanerin fragte mich neulich, was auf den Mitteilungspostern (Fakshivilim) stehe, welche überall an den Häuserwänden von Mea Shearim prangen. Ich erklärte ihr ganz langsam, dass es vorwiegend um einen Rabbiner gehe, der nicht gerade das tut, was die Religion ihm eigentlich vorschreibt zu tun.
Jemand der dabeistand, beschwerte sich hinterher bei mir, dass man so jungen Leuten (ca. 20 Jahre alt) und die vielleicht jetzt erst die ersten Schritte in Richtung Judentum unternehmen, nicht solch ein Statement abgibt. Stattdessen solle man sie ermuntern.
Sicher hatte die Person einerseits recht; man sollte beim Kiruv (einen Juden näher an die Religion und G - tt heranführen) Positives verlauten lassen. Doch hatte mich das junge Mädchen ausdrücklich nach dem Inhalt der Poster gefragt und ich versuchte es ihr, in einfachen Worten zu erklären. Andererseits, warum soll nur Positives berichtet werden ?
Eine junge Israelin berichtete mir von ihrem Bruder, der im Kiruv tätig sei. Wobei im Judentum Kiruv nicht mit Mission gleichzusetzen ist. Kiruv bedeutet meist in der heutigen Umgangssprache, dass jemand bei Chabad zum Unterricht (Schiur) geht und etwas über die eigene Religion lernt. Genauso gibt es andere Kurse wie in den USA oder dem israelischen Zweig von "Aish HaTorah" und viele viele weitere Institutionen weltweit.
Jemanden näher an die Religion heranführen (Kiruv machen) besteht ebenso größtenteils aus Fragen beantworten. Von seinem Gegenüber verlangt der Kiruvnik in den meisten Fällen jedoch nicht, dass er ab morgen ultra - orthodox ist. Sollte dies der Fall sein, dann handelt es sich nicht gerade um einen aufrichtigen Kiruvnik, der da Verständnis walten läßt.
Die junge Israelin jedenfalls meinte zu mir, dass ihr Bruder lüge. Überhaupt sei der ganze Kiruv eine reine Lüge, denn dem Neuankömmling in der Religion (jener, der eventuelle religiös werden will und daher als Baal Teshuva bezeichnet wird) wird eine Scheinwelt vorgegaukelt. Wer bitteschön erzähle ihm denn die Wahrheit, die da so oft lautet, dass er von seiner schon immer gewesenen orthod. Außenwelt, sprich der geborenen haredischen Gesellschaft, kaum oder gar nicht anerkannt wird. Viele mögen das Gegenteil behaupten und sich preisen, dass sie ja hier so toll anerkannt sind. Schön, vielleicht in ihrer Baal Teshuva Yeshiva, aber wohl kaum draußen im Leben. Und falls doch irgendwie, dann aber auch wieder nicht richtig oder halt mit dummen Kommentaren.
Und überhaupt sage ihr Bruder selber, dass er lügt.
Lügen muß, um die Leute nicht abzuschrecken.
Soll man nun die Wahrheit sagen oder nicht ?
"Leute, die Religion, Mitzwot, G - tt, alles wunderbar, doch die Realität ist nicht immer so toll. Da gibt es kriminelle Rabbiner oder andere, die Euch nicht unbedingt zu freundlich gesinnt sind. Kurz gesagt, nicht alles ist Friede, Freude, Eierkuchen und macht Euch auf einen Kampf gefaßt".
Wem darf man soetwas sagen und wann ?
Sicher nicht sofort oder vielleicht doch ?
Ich denke, dass es hier sehr auf die jeweilige Persönlichkeit des Einzelnen ankommt und wer sich entschlossen hat, dem Kiruvnik zu folgen oder sogar relig. zu werden, der merkt eh recht schnell, was da eigentlich so in seiner Umgebung abläuft.
Nehmen wir an, dass Programm läßt seine Neuankömmlinge die Realität weniger oder gar nicht wissen … dann sollten zumindest hinterher professionelle Lehrkräfte parat stehen, welche die aufkommenden Probleme aller Art mit dem Baal Teshuva gemeinsam besprechen und bewältigen.
Am letzten Schabbat erzählte Rabbi Mordechai Machlis, dass vor wenigen Jahren einmal ein junger Mann von den Philippinen daheim bei den Machlises mitwohnte. Er kam nach Jerusalem, um an einem Konversionskurs zum Judentum teilzunehmen, den er auch bestand. Frisch konvertiert, war er stolz zum Jüdischen Volk dazuzugehören, doch schnell kam Enttäuschung auf. Eines abends kam der junge Philippino heim zu den Machlises und weinte sich bei ihnen aus. Wohin er auch gehe, immer werde er von anderen Juden dumm angemacht. In jeder Synagoge werde er trotz heraushängender Zizit (Schaufäden) gefragt, ob er denn tatsächlich Jude sei oder nur ein Fake. Und immer wieder muß er seine Story erzählen, denn er sehe ja halt aus wie von den Philippinen.
Was die Antwort war ?
Es gibt keine perfekte Antwort, denn fast jeder neue Konvertit zum Judentum oder Baal Teshuva muß da durch.
Die Frage bleibt:
Sollte man solchen Leuten von vornherein die Realität verkünden oder nicht ?
Ich denke schon; wenn auch am Anfang vielleicht in Maßen.
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Montag, September 08, 2008
Das logische Judentum
B"H
Neulich bat mich ein christlicher Leser, einmal den Glaubensunterschied zwischen seiner Religion und dem Judentum näher zu umschreiben. An dieser Stelle fasse ich einmal ein paar wenige Punkte zusammen und ich schreibe dies bestimmt nicht nur für interessierte Nichtjuden. Auch Juden können von diesem Text vielleicht einiges lernen.
Da ich mich immer wieder mit der jüdischen Geschichte befasse, sind mir in einigen Büchern einige gravierende Unterschiede zum Christentum aufgefallen. Glaubensinhalte. Allerdings sollte jedem vorn vornherein völlig klar sein, dass es sich bei beiden Religionen um zwei verschiedene Religionen handelt, wobei das Christentum seinen Ursprung im Judentum hatte; mehr jedoch auch nicht.
Ich kenne mich im Christentum nur ganz wenig aus und erläutere daher dessen Glaubensinhalte nur kurz zur Anschauung bzw. zum Vergleich.
Das Christentum sieht das Vergehen Adam und Evas als ewiglichen Fall.
Ich hörte, dass der derzeitige Papst ein Buch schrieb, in dem er auf das erste Buch Genesis (Bereshit) so einging als ob es nur um einen Fall bzw. das Vergehen Adams gehe. Total falsch !
Das gesamte Buch Genesis beschreibt die Entstehung des jüdischen Volkes und das Vergehen Adams war halt ein Vergehen. Kein Vergehen, ohne schwerwiegende Folgen. Die Kabbalah sieht sogar äußerst schwerwiegende Folgen, denn mit seiner Entscheidung, G - ttes Gebot des Nichtessen vom Baum zu brechen, machte Adam uns alle sterblich. Dennoch haben wir Adam unser Leben zu verdanken, denn hätte er G - ttes Willen perfekt erfüllt und nicht vom Baum der Erkenntnis (Etz HaDa'at Tov veRah) gegessen, dann hätte er zusammen mit seiner zweiten Frau Chava (Eva) das ewige Leben erreicht, einen vollkommenen Tikun Olam (Seelenreparatur der ganzen Welt) verursacht und beide hätten solange in ihrem perfekten Zustand existiert, wie G - tt es denn gewollt hätte.
Das Paradies (Gan Eden) sowie der ursprüngliche Zustand Adam und Chavas sind umstritten. Und was bedeuten die beiden in der Thora erwähnten Bäume ? Befanden sich Adam und Chava real im Paradies oder war alles nur spirituell auf einem hohen Level ?
Gewiß ist, dass die keinen Apfel aßen, sondern vielmehr eine andere Frucht. Zum Etz HaDa'at gibt es unendlich viele Auslegungen und die einleuchtenste für mich ist, dass die gesamte Paradies - Story eine Metapher für etwas ganz anderes ist. Die Thora will uns etwas ganz anderes sagen. Vielleicht, dass die beiden ersten Menschen nie etwas aßen, sondern einfach nur ihren g - ttgegebenen freien Willen zum Negativen nutzten. Ob dies nun ein Apfel war oder etwas anderes, wer weiß.
Adam und Chava scheiterten, wurden sterblich und zugleich aus dem Paradies, ihrem hohen Seelenzustand, geworfen. Sie wurden menschlich und besaßen plötzlich einen Körper, den sie im Paradies anscheinend noch gar nicht hatten.
Unsere Aufgabe als Juden besteht bis heute darin, den ehemaligen perfekten Seelenzustand wiederherzustellen. Wie das geschieht ? Indem wir die Thora erfüllen. Mitzwot (Gesetze), beten, Aktionen wie Mitmenschen helfen, koscher essen, usw. Kurz gesagt, G - ttes Willen erfüllen, welchen Er uns in der Thora mitgeteilt hat.
Es ist umstritten, wielange dieser Tikun Olam (Seelenreparatur der Welt) dauern wird. Auf alle Fälle wird es sich bis zum Eintreffen des Meschiach hinziehen. Als absoluter "Fall" jedoch gilt Adams Vergehen nicht. Selbstverständlich war er auf einem so hohen Level, dass ihm dies nicht hätte passieren dürfen, aber andererseits war er auch Mensch. Und wir sind Menschen, welche mit der Geburt frei von Sünden sind. Dies ist ein jüdisches Konzept, nebenbei bemerkt. Im Judentum wird jeder Mensch ohne Sünde geboren. Was man dann später alles so veranstaltet, sei erst einmal zweitrangig. Als Baby jedoch ist jeder unschuldig und frei von irgendeiner Schuld.
Niemals verdammt uns G - tt völlig und wir schmoren in sämtlichen Höllen. Stattdessen hat jeder in jeder Minute die frei Wahl, Teshuva (Umkehr zu G - tt) zu machen. Und gelingt einem Menschen eine aufrichtige Yeshuva, wird er in dem Moment zu einem neuen Menschen. Und für Adams Tat büßen wir nicht, sondern unsere Aufgabe besteht darin, es besser zu machen als er und seine Frau.
Teshuva allein kann nur durch eine innere Verwandlung zum Positiven herbeigeführt werden. Zusätzlich durch Mitzwot. Überhaupt ist das Judentum eine aktive Religion; heißt, wir setzen uns nicht einfach so hin und sagen "wir glauben", sondern die Thora befiehlt uns, etwas zu tun. Ein "Glauben" allein hilft nicht. Ich muß nicht unbedingt 100 %ig an G - tt glauben, doch Seine Mitzwot sollte ich befolgen. Wir sind zur Aktivität angewiesen und nicht dass jemand, wie im Christentum herumläuft, sich wer weiß wie verhält, aber dennoch sagt "er glaube". Das Konzept ist uns Juden fremd und außerdem macht gibt es keine Logik her.
Auch läuft kein Teufel (Satan) umeinandern, sondern bei diesem Konzept bezieht sich meistens alles auf unsere innere negative Veranlagung zu sündigen. Auch wurde der Satan (unsere negative Veranlagung) von G - tt selber erschaffen und ist keine eigene Einheit, die uns alle (einschließlich G - tt) bekämpft. Sobald der Meschiach kommt, werden wir alle wieder auf einem hohen seelischen Level befinden und somit wird automatisch die negative Veranlagung ausgeschaltet. Symbolisch beschreibt der Talmud Bava Batra hierzu den Leviathan (ein riesiges Meerestier), welches geschlachtet werden wird. Der Leviathan steht als Metaphor für unsere eigene innere schlechte Veranlagung, die nach dem Kommen des Meschiach sozusagen abschlachtet bzw. sie vollkommen ausschaltet wird.
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Kiruv,
Leserfragen,
Meschiach
Donnerstag, September 04, 2008
Erschreckend aber wahr
B"H
Kürzlich schrieb ich einen längeren Bericht zur "Baalei Teshuva Bewegung". Als "Baalei Teshuva" werde jene Juden bezeichnet, die erst im Verlauf ihres späteren Lebens religiös werden bzw. geworden sind.
Auf meinem englischen Blog bekam ich diesbezüglich vielerlei Kommentare und ein Leser machte einen ganz wichtigen halachischen Punkt.
Vielleicht ist es auch für andere von Interesse, einige nicht so bekannte Details zum Thema zu erfahren.
Meinen Artikel hierzu in deutscher Sprache findet Ihr hier:
http://hamantaschen.blogspot.com/2008/08/nicht-willkommen.html
Zum Thema machte ich auch meine englischsprachigen Leser aufmerksam und jegliche Hinweise, Kommentare und ggf. Halachot findet Ihr hier:
http://shearim.blogspot.com/2008/09/shocking-but-true.html
Das Thema als Solches ist keineswegs leicht zu verstehen und es ist mit Vorsicht zu geniessen !
Dennoch würde mich die Meinung aller dazu interessieren.
Kürzlich schrieb ich einen längeren Bericht zur "Baalei Teshuva Bewegung". Als "Baalei Teshuva" werde jene Juden bezeichnet, die erst im Verlauf ihres späteren Lebens religiös werden bzw. geworden sind.
Auf meinem englischen Blog bekam ich diesbezüglich vielerlei Kommentare und ein Leser machte einen ganz wichtigen halachischen Punkt.
Vielleicht ist es auch für andere von Interesse, einige nicht so bekannte Details zum Thema zu erfahren.
Meinen Artikel hierzu in deutscher Sprache findet Ihr hier:
http://hamantaschen.blogspot.com/2008/08/nicht-willkommen.html
Zum Thema machte ich auch meine englischsprachigen Leser aufmerksam und jegliche Hinweise, Kommentare und ggf. Halachot findet Ihr hier:
http://shearim.blogspot.com/2008/09/shocking-but-true.html
Das Thema als Solches ist keineswegs leicht zu verstehen und es ist mit Vorsicht zu geniessen !
Dennoch würde mich die Meinung aller dazu interessieren.
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Halacha,
Kiruv,
Leserfragen
Donnerstag, August 28, 2008
"Der König ist im Feld - HaMelech Ba' Sade"

B"H
Am nächsten Sonntag feiern wir den Beginn des neuen jüdischen Monat (Rosh Chodesh) ELUL. Zusammen mit dem nachfolgenden Monat Tischrei, ist Elul mein Lieblingsmonat des gesamten Jahres. Manche lieben Purim oder Pessach; ich hingegen liebe Rosh HaShana (jüd. Neujahr) und Sukkot (Laubhüttenfest). Dies soll gewiß nicht heißen, dass ich den Yom Kippur (Versöhnungstag) unbeachtet lasse. Wie ein jeder weiß, gibt es an dem Tag kein Essen und wir sollen so sein, wie die Engel und ohne materielle Nahrung auskommen.
Besonders in der Chassidut nimmt der Monat Elul ein wichtiges Spektrum ein, denn am 18. des Monats ist der Geburtstag des Baal Shem Tov (geboren ca. 1698 oder 1700).
Generall ist der Monat Elul der Monat der "Teshuva - Umkehr zu G - tt" und dies geht uns alle an. Am Rosh HaShana richtet G - tt die ganze Welt und dazu gehören Juden sowie Nichtjuden. Und jeder von uns sollte wenigstens eine kleine Anstrengung unternehmen, G - tt näherzukommen; besonders, indem wir in uns selbst gehen. Den Elul nutzen, um einmal über seine individuellen Taten während des Jahres nachzudenken. In der hebräischen Sprache nennt man dies "Cheschbon Nefesch", was bedeutet, dass man sich selber einmal fragt, wo eigentlich mein Platz in dieser Welt ist. Wie verhalte ich mich gegenüber meinen Mitmenschen und habe ich eine Verbindung zu G - tt ? Wenn ja, wie kann ich diese verbessern ?
Der Baal Shem Tov sagte, dass gerade im Monat Elul "Der König im Feld ist". Dies bedeutet, dass jeder Einzelne während dieser Zeit einen besonders intensiven Zugang zu G - tt haben kann. In all den anderen Monaten werden wir teilweise von G - ttes Sefirot (symbolisch für Charaktereigenschaften) gerichtet und erhört. Im Elul hingegen sind wir fähig, uns auf Level zu bewegen, welche uns eine direkte Kommunikation erlauben. G - tt persönlich steht im Feld bzw. erhört unsere Gebete.
In das Feld hinausgehen ist nicht unbedingt wörtlich zu verstehen, obwohl einige Leute (wie die Breslover Chassidim) tatsächlich oft die Natur aufsuchen, um mit G - tt zu reden. Und wie ich zuvor schon sagte, Elul eignet sich besonders dazu, seine eigenen Taten einmal zu analysieren und in sich selbst zu kehren. Sind wir anderen gegenüber genauso offen wie G - tt ? Vielleicht sollten wir gerade von Ihm lernen, anderen Chesed (Güte) zu zeigen und die Mitmenschen nicht immer sofort zu harsch richten. Alles hat immer zwei Seiten und vielleicht sollten wir uns bemühen, auch in den Mitmenschen die zweite Seite zu betrachten.
Chesed (Güte), Gebet (Tefilah) und Spenden (Zedakah), dies sind die Eigenschaften, denen wir im Elul nachgehen sollten. Schließlich wollen wir, dass uns G - tt am Rosh HaShana ebenso mit Güte und Vergebung richtet.
Wie können wir sonst im Elul noch Teshuva machen ?
Durch vermehrtes Thorastudium können wir G - tt näher kommen.
Die Thora ist nicht einfach so eine nettes Geschichtsbuch mit vielen langweiligen Regeln darin. Vielmehr sollten wir erkennen, dass die Thora auch zu uns heute spricht und uns spezielle Nachrichten und Hinweise zukommen läßt. Wenn wir diese Nachricht verstehen und verinnerlichen, dann werden wir einen guten und erfolgreichen Elul haben und G - tt schreibt uns am Rosh HaShana in das "Buch des Lebens" ein.
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Yom Kippur
Montag, August 25, 2008
Nicht willkommen ?
B"H
Zwei aktuelle Begebenheiten regten mich wieder einmal mehr etwas zum Nachdenken an.
Am letzten Schabbat erzählte mir meine Gastgeberin aus Mea Shearim, welche mich zum Mittagessen eingeladen hatte, dass sie am Abend zuvor einer jungen Frau, welche sich erst kürzlich entschloß, religiös zu werden, davon abgeraten hatte, sich gleich in den Chassidismus zu stürzen.
Obwohl es mit unbekannt ist, ob es sich bei der jungen Frau um eine Konvertitin zum Judentum oder eine Baalat Teshuva (geborener Jude, der später im Leben relig. wird) handelt, bin ich der Meinung, dass man nicht immer gleich abraten sollte. Meine Gastgeberin jedoch beharrte darauf und meinte, jemand Neues im gelebten orthodoxen Judetum solle erst einmal eine richtige Basis erlernen; und dazu gehören Thora und Halachot. Erst wenn ich weiß, wie ich halachisch alles zu regeln habe (Schabbat, koscher kochen, etc.), kann ich immer noch eine Richtung suchen und mich weiterbilden. Erst nach einem gewissen Studium bin ich mental gefestigt und in der Lage, mir herauszusuchen, wohin genau ich jetzt gehen möchte. Litvisch haredisch, chassidisch oder nationalrelig. Wenn chassidisch, welche Gruppe und welche Inhalte ?
Das sei alles nicht einfach und hopplahopp zu entscheiden. Und überhaupt sei Chassidut mit einigem an Mysthik und höheren Studieninhalten verbunden und ein Anfänger in der Religion könne da kaum mithalten. Das verwirre einen alles zu sehr. Chabad sei eh auf diesem Gebiet ein Meister. Werben wie verrückt neue Leute an und hetzen sie in die Mystik. Von Halachot kaum Ahnung, aber den Tanya lernen. Soetwas sei keine Basis geschweige denn ein ausreichendes Fundament.
Ich versuchte der Gastgeberin klarzumachen, dass jeder Jude halt seinen eigenen Zugang zur Religion bzw. zu G - tt habe. Der eine fühlt sich wohler, indem er Thora lernt, der andere mit Talmud und wieder jemand anderes anhand des Chassidismus. Nicht jeder sei gleich und mysthisch oder chassidisch gesprochen, müsse halt jeder von uns seine Seelenwurzel suchen, welche uns den Weg zu einer Devekut (Verbindung) mit G - tt weist.
Diese Argumente ließ die Gastgeberin nicht gelten und pochte auf ein Fundament. Und vor allem Chabad biete kein Fundament, um diese Gruppe einmal als Beispiel zu nennen.
Gestern dann hatte ich ein anderes, wenn auch etwas ähnliches, Erlebnis.
Ein Bekannter, ein Chassid einer etwas mehr oder weniger offeneren Gruppe, fragte mich, ob ich zwei Mädels unter 26 Jahren kenne, die einen Ehepartner (Schidduch) suchen. Ich meinte, dass ich da ein paar Mädels aus der litvischen Girls - Yeshiva "Neve Yerushalaim" kenne; aber die seien halt litvisch und nicht chassidisch.
Der Chassid winkte ab und meinte, er wolle seine Söhne mit Mädels verheiraten, welche selbst aus einer chassidischen Gruppe stammen bzw. chassidisch aufwuchsen. Keine Konvertiten zum Judentum oder Baalei Teshuva (geborene Juden, die erst im späteren Verlauf ihres Lebens relig. geworden sind).
Ich fragte den Chassid nach seinen Gründen hierfür und er nannte mir so einige. Erstens sei es immer problematisch mit den Eltern der Gegenpartei, heißt des etwaigen Ehepartners, denn sie seien ja wohl kaum relig. Und was soll man da mit einer absolut säkuleren oder nichtjüdischen (bei Konvertiten) Familie anfangen ?
Des Weiteren gebe es nicht selten Vorfälle, bei denen sich der Neuankömmling nicht in das chassidische Leben eingewöhnen kann. Dies führe dann automatisch zu Streitigkeiten. Der oder die Neue habe sich etwas anderes vom chassidischen leben erhofft und ist außerstande, die hohen Anforderungen zu bewältigen.
Mental sowie emotional.
Heiraten dagegen zwei Konvertiten oder Baalei Teshuva, so können beide ihren Ausgleich darin finden, dass jeder von ihnen das säkulere Vorleben und die damit verbundenen Anpassungsschwierigkeiten des anderen nachvollziehen kann. Ein geborener Chassid schafft dies kaum, wenn da eine neu Hinzugekommene von ihren Krisen berichtet. Sie vermisse Popmusik oder wolle jetzt einen schönen Roman lesen.
Wenn schon jemand neu hinzukommt, dann muß er sich erst einmal mindestens zehn Jahre in der haredischen Umgebung beweisen. Danach könne man weitersehen.
Viele chassidische Gruppen legen nicht unbedingt großen Wert darauf, ihre Mitglieder mit Leuten aus der eigenen Gruppe zu verheiraten. Klar, sollte derjenige aus einer etwaigen anderen chassidischen Gruppe schon einigermassen dieselben Vorstellungen und Konzepte verinnerlicht haben. Zum Beispiel sind sich Boyan und Karlin nicht unbedingt ähnlich, aber man kommt zurecht. Auch Karlin, Boyan und Chernobyl oder Bobov. Chabad läßt keinen Nicht - Chabadnik in die Gruppe, denn sie lehren und wollen ausschließlich nur ihre eigenen Konzepte.
Meine Gastgeberin verheiratete ihre Töchter auch mit Ehegatten anderer chassidischer Gruppen. Und das, obwohl sie einer Gruppe der anti - zionistischen Edah HaCharedit angehört. Ich unterhielt mich ausgiebig mit einer ihrer Töchter, welche mit einem Chassid der Gruppe Bobov verheiratet ist. Ob dies denn nicht eine große Umstellung gewesen sei ?
"Nein, wieso, fragte die Tochter. Als ich einen Bräutigam suchte, gab ich meinem Vater eine Liste mit den Charaktereigenschaften, die ich mir vorstellte. Wie soll mein Zukünftiger sein. Und ich gab ihm gewiß keine Liste mit Gruppen, denen er angehören soll.
Soweit vorerst zum chassidischen Heiratsmarkt oder Kiruv (jemanden an die Religion heranführen) - Movement. Es ist nicht immer leicht, die richtige Wahl im Leben zu treffen und hiermit meine ich nicht nur den Heiratsmarkt. Auch seinen Weg in die richtige relig. Richtung zu finden ist keineswegs immer einfach und mit vielen Hindernissen und Krisen verbunden. Allerdings sollte man mit seinen Vorstellungen immer realistisch auf dem Teppich bleiben. Und den Baalei Teshuva sei gesagt, dass ein wenig Halachoterfüllung und ein paar relig. - anständige Klamotten noch langen keinen Baal Teshuva ausmachen. Religiös zu werden bedeutet, eine innere Transformation durchzumachen und sein Leben bzw. seinen Charakter in eine andere Richtung zu lenken. Wie gehe ich mit meinen Mitmenschen um und was tue ich, damit auch die jüdische Gesellschaft sich näher zu G - tt bewegt. Wo ist da mein Beitrag ? Und dieser Beitrag kann nicht sein, dass ich auf alle anderen hinabschaue und mich ins Kämmerlein zurückziehe, weil ich meine, jetzt so toll und heilig zu sein.
Zwei aktuelle Begebenheiten regten mich wieder einmal mehr etwas zum Nachdenken an.
Am letzten Schabbat erzählte mir meine Gastgeberin aus Mea Shearim, welche mich zum Mittagessen eingeladen hatte, dass sie am Abend zuvor einer jungen Frau, welche sich erst kürzlich entschloß, religiös zu werden, davon abgeraten hatte, sich gleich in den Chassidismus zu stürzen.
Obwohl es mit unbekannt ist, ob es sich bei der jungen Frau um eine Konvertitin zum Judentum oder eine Baalat Teshuva (geborener Jude, der später im Leben relig. wird) handelt, bin ich der Meinung, dass man nicht immer gleich abraten sollte. Meine Gastgeberin jedoch beharrte darauf und meinte, jemand Neues im gelebten orthodoxen Judetum solle erst einmal eine richtige Basis erlernen; und dazu gehören Thora und Halachot. Erst wenn ich weiß, wie ich halachisch alles zu regeln habe (Schabbat, koscher kochen, etc.), kann ich immer noch eine Richtung suchen und mich weiterbilden. Erst nach einem gewissen Studium bin ich mental gefestigt und in der Lage, mir herauszusuchen, wohin genau ich jetzt gehen möchte. Litvisch haredisch, chassidisch oder nationalrelig. Wenn chassidisch, welche Gruppe und welche Inhalte ?
Das sei alles nicht einfach und hopplahopp zu entscheiden. Und überhaupt sei Chassidut mit einigem an Mysthik und höheren Studieninhalten verbunden und ein Anfänger in der Religion könne da kaum mithalten. Das verwirre einen alles zu sehr. Chabad sei eh auf diesem Gebiet ein Meister. Werben wie verrückt neue Leute an und hetzen sie in die Mystik. Von Halachot kaum Ahnung, aber den Tanya lernen. Soetwas sei keine Basis geschweige denn ein ausreichendes Fundament.
Ich versuchte der Gastgeberin klarzumachen, dass jeder Jude halt seinen eigenen Zugang zur Religion bzw. zu G - tt habe. Der eine fühlt sich wohler, indem er Thora lernt, der andere mit Talmud und wieder jemand anderes anhand des Chassidismus. Nicht jeder sei gleich und mysthisch oder chassidisch gesprochen, müsse halt jeder von uns seine Seelenwurzel suchen, welche uns den Weg zu einer Devekut (Verbindung) mit G - tt weist.
Diese Argumente ließ die Gastgeberin nicht gelten und pochte auf ein Fundament. Und vor allem Chabad biete kein Fundament, um diese Gruppe einmal als Beispiel zu nennen.
Gestern dann hatte ich ein anderes, wenn auch etwas ähnliches, Erlebnis.
Ein Bekannter, ein Chassid einer etwas mehr oder weniger offeneren Gruppe, fragte mich, ob ich zwei Mädels unter 26 Jahren kenne, die einen Ehepartner (Schidduch) suchen. Ich meinte, dass ich da ein paar Mädels aus der litvischen Girls - Yeshiva "Neve Yerushalaim" kenne; aber die seien halt litvisch und nicht chassidisch.
Der Chassid winkte ab und meinte, er wolle seine Söhne mit Mädels verheiraten, welche selbst aus einer chassidischen Gruppe stammen bzw. chassidisch aufwuchsen. Keine Konvertiten zum Judentum oder Baalei Teshuva (geborene Juden, die erst im späteren Verlauf ihres Lebens relig. geworden sind).
Ich fragte den Chassid nach seinen Gründen hierfür und er nannte mir so einige. Erstens sei es immer problematisch mit den Eltern der Gegenpartei, heißt des etwaigen Ehepartners, denn sie seien ja wohl kaum relig. Und was soll man da mit einer absolut säkuleren oder nichtjüdischen (bei Konvertiten) Familie anfangen ?
Des Weiteren gebe es nicht selten Vorfälle, bei denen sich der Neuankömmling nicht in das chassidische Leben eingewöhnen kann. Dies führe dann automatisch zu Streitigkeiten. Der oder die Neue habe sich etwas anderes vom chassidischen leben erhofft und ist außerstande, die hohen Anforderungen zu bewältigen.
Mental sowie emotional.
Heiraten dagegen zwei Konvertiten oder Baalei Teshuva, so können beide ihren Ausgleich darin finden, dass jeder von ihnen das säkulere Vorleben und die damit verbundenen Anpassungsschwierigkeiten des anderen nachvollziehen kann. Ein geborener Chassid schafft dies kaum, wenn da eine neu Hinzugekommene von ihren Krisen berichtet. Sie vermisse Popmusik oder wolle jetzt einen schönen Roman lesen.
Wenn schon jemand neu hinzukommt, dann muß er sich erst einmal mindestens zehn Jahre in der haredischen Umgebung beweisen. Danach könne man weitersehen.
Viele chassidische Gruppen legen nicht unbedingt großen Wert darauf, ihre Mitglieder mit Leuten aus der eigenen Gruppe zu verheiraten. Klar, sollte derjenige aus einer etwaigen anderen chassidischen Gruppe schon einigermassen dieselben Vorstellungen und Konzepte verinnerlicht haben. Zum Beispiel sind sich Boyan und Karlin nicht unbedingt ähnlich, aber man kommt zurecht. Auch Karlin, Boyan und Chernobyl oder Bobov. Chabad läßt keinen Nicht - Chabadnik in die Gruppe, denn sie lehren und wollen ausschließlich nur ihre eigenen Konzepte.
Meine Gastgeberin verheiratete ihre Töchter auch mit Ehegatten anderer chassidischer Gruppen. Und das, obwohl sie einer Gruppe der anti - zionistischen Edah HaCharedit angehört. Ich unterhielt mich ausgiebig mit einer ihrer Töchter, welche mit einem Chassid der Gruppe Bobov verheiratet ist. Ob dies denn nicht eine große Umstellung gewesen sei ?
"Nein, wieso, fragte die Tochter. Als ich einen Bräutigam suchte, gab ich meinem Vater eine Liste mit den Charaktereigenschaften, die ich mir vorstellte. Wie soll mein Zukünftiger sein. Und ich gab ihm gewiß keine Liste mit Gruppen, denen er angehören soll.
Soweit vorerst zum chassidischen Heiratsmarkt oder Kiruv (jemanden an die Religion heranführen) - Movement. Es ist nicht immer leicht, die richtige Wahl im Leben zu treffen und hiermit meine ich nicht nur den Heiratsmarkt. Auch seinen Weg in die richtige relig. Richtung zu finden ist keineswegs immer einfach und mit vielen Hindernissen und Krisen verbunden. Allerdings sollte man mit seinen Vorstellungen immer realistisch auf dem Teppich bleiben. Und den Baalei Teshuva sei gesagt, dass ein wenig Halachoterfüllung und ein paar relig. - anständige Klamotten noch langen keinen Baal Teshuva ausmachen. Religiös zu werden bedeutet, eine innere Transformation durchzumachen und sein Leben bzw. seinen Charakter in eine andere Richtung zu lenken. Wie gehe ich mit meinen Mitmenschen um und was tue ich, damit auch die jüdische Gesellschaft sich näher zu G - tt bewegt. Wo ist da mein Beitrag ? Und dieser Beitrag kann nicht sein, dass ich auf alle anderen hinabschaue und mich ins Kämmerlein zurückziehe, weil ich meine, jetzt so toll und heilig zu sein.
Mittwoch, August 13, 2008
Welcome to Reality - Die Nöte eines Baal Teshuva
B"H
Baalei Teshuva, so nennt man diejenigen, die im späteren Verlauf ihres Lebens religiös werden.
Viele engl. - sprachige jüdische Blogs kritisieren das Kiruv - Movement. Junge Leute würden einfach so in diverse Yeshivot (relig. Schulen) oder relig. Programme gezogen werden. Dort unterliegen sie einer relig. Gehirnwäsche und kommen meist als kleine Männchen mit schwarzem Hut oder Weiblein in langem Rock wieder heraus. Danach gehen sie anderen Juden furchtbar auf den Keks, indem sie alles besser wissen wollen und meinen nun, das absolut religiöse Licht gesehen zu haben.
Andererseits reiben sich Kritikerblogs daran auf, dass den Baalei Teshuva sowie jenen, die auf haredischem (ultra - orthod.) Wege konvertieren, eines absichtlich verschwiegen wird: nämlich das die geborene haredische Gesellschaft sie später nicht so anerkennen wird, wie einen von ihnen.
Dieser Vorwurf ist völlig berechtigt und ich befragte dazu eine Studentin der haredisch - litvischen Yeshiva Neve Yerushalaim. Gerade "Neve" gilt als die "Kaderschmiede" für weibliche Baalei Teshuva. Meist junge Leute aus Anglo - Ländern, Rußland oder Israel werden dort relig. unterrichtet und erklärtes Ziel ist es, aus den Neuankömmlingen eine gute haredische Frau zu machen. Oberstes Ziel ist, ihr einen Schidduch (Heiratspartner) zu finden.
Innerhalb der vergangenen Jahre hatte ich mit vielen Neve - Girls Kontakt. Die Mehrheit liebte das Seminar, einige waren Dropouts und verbanden den Namen "Neve" mit einem Brechreiz und wieder andere kehrten nach Neve in ein eher "modern - orthodoxes" Leben zurück, wenn sie auch Neve als einen wichtigen Schritt in ihrem Leben bezeichneten.
Ich habe schon viele Male zuvor über die Anerkennungsprobleme von Konvertiten und Baalei Teshuva in der haredischen (ultra - orthod.) Gesellschaft berichtet. Als "Neuzugang" mag man dem Eindruck unterliegen, akzeptiert zu werden. Nach gewisser Zeit jedoch stellt sich heraus, dass dem nicht so ist. Spätestens dann, wenn es um Schidduchim (Ehepartner) geht, denn normalerweise bekommt in solcher Gesellschaft ein Konvertit einen anderen Konvertiten angeboten und ein Baalei Teshuva halt seinen Gegenpart.
So manch ein Konvertit zum Judentum scheint seine eigenen Wege zu gehen, indem er sich ein Lügengerüst seiner Herkunft aufbaut. Da ist die Familie plötzlich chassidisch (auch wenn sie in Buxtehude wohnt, - dies nur als kurzes Beispiel nebenbei) und überhaupt wurde Großmutter im KZ vergast (selbst, wenn sie heute noch munter durch Buxtehude hüpft). Egal, Hauptsache eine Story.
Die lieben haredisch - geborenen Mitmenschen jedoch lassen sich in den seltensten Fällen mit "Buxtehude - Stories" abspeisen, denn vor allem in der chassidischen Gesellschaft kennt jeder jeden. Somit macht sich der Konvertit selbst etwas vor. Und so kommt es dann auch, dass er eifrig für geborene Haredim Essen zubereitet, welches diese nicht zu sich nehmen wollen. Unter fadenscheinigen Ausreden, aber immerhin. Das ganze Lügengerüst scheint längst verdammt, nur der Konvertit will es nicht wahrnehmen.
Ich sprach also mit einer Studentin von Neve Yerushalaim und fragte, wie sie es denn aufnehme, nicht gerade wenige Male von der geborenen haredischen Gesellschaft den Unterschied zu spüren zu bekommen. Sie gab mir eine bemerkenswerte Antworte, welche vielleicht einigen Lesern weiterhilft, diverse Probleme zu bewältigen:
"In jeder Gesellschaft gibt es Leute, die von anderen nicht unbedingt als gleichwertig anerkannt werden. Wenn ich als Weiße unter 20 Schwarzen sitze, dann ist es höchstwahrscheinlich, dass ich zuerst negativ angemacht werde und kein Schwarzer. Und genauso ist es auch in der haredischen Gesellschaft. Wieso soll ich mich groß aufregen ? Es ändert nichts und ich sollte damit leben und ehrlich sein. Wichtiger ist es, seinen eigenen persönlichen Weg zu G - tt zu finden und jene, die damit ein Problem haben, sollten vor ihre eigene Türe kehren".
Halachisch betrachtet nimmt ein ernsthafter Konvertit oder Baal Teshuva einen höheren Level ein als ein geborener relig. Jude. Sobald jemand aufrichtige Teshuva (Umkehr zu G - tt) macht, sind all seine vorherigen Vergehen vergeben. Er tritt sozusagen in ein neues Leben ein. Jemand der relig. geboren worden ist, unterliegt nicht unbedingt den Versuchungen, welche ein Neuankömmling erst einmal bewältigen muß. Aber genau diese Anstrengung der Lebensveränderung zum Positiven wird von G - tt höher bewertet.
Leider wird dies heutzutage manchmal zu oft vergessen. Und leider kommt auch hinzu, dass so mancher Neuankömmling sich eine falsche Biographie zulegt und somit absichtlich andere Leute hinters Licht führt.
Baalei Teshuva, so nennt man diejenigen, die im späteren Verlauf ihres Lebens religiös werden.
Viele engl. - sprachige jüdische Blogs kritisieren das Kiruv - Movement. Junge Leute würden einfach so in diverse Yeshivot (relig. Schulen) oder relig. Programme gezogen werden. Dort unterliegen sie einer relig. Gehirnwäsche und kommen meist als kleine Männchen mit schwarzem Hut oder Weiblein in langem Rock wieder heraus. Danach gehen sie anderen Juden furchtbar auf den Keks, indem sie alles besser wissen wollen und meinen nun, das absolut religiöse Licht gesehen zu haben.
Andererseits reiben sich Kritikerblogs daran auf, dass den Baalei Teshuva sowie jenen, die auf haredischem (ultra - orthod.) Wege konvertieren, eines absichtlich verschwiegen wird: nämlich das die geborene haredische Gesellschaft sie später nicht so anerkennen wird, wie einen von ihnen.
Dieser Vorwurf ist völlig berechtigt und ich befragte dazu eine Studentin der haredisch - litvischen Yeshiva Neve Yerushalaim. Gerade "Neve" gilt als die "Kaderschmiede" für weibliche Baalei Teshuva. Meist junge Leute aus Anglo - Ländern, Rußland oder Israel werden dort relig. unterrichtet und erklärtes Ziel ist es, aus den Neuankömmlingen eine gute haredische Frau zu machen. Oberstes Ziel ist, ihr einen Schidduch (Heiratspartner) zu finden.
Innerhalb der vergangenen Jahre hatte ich mit vielen Neve - Girls Kontakt. Die Mehrheit liebte das Seminar, einige waren Dropouts und verbanden den Namen "Neve" mit einem Brechreiz und wieder andere kehrten nach Neve in ein eher "modern - orthodoxes" Leben zurück, wenn sie auch Neve als einen wichtigen Schritt in ihrem Leben bezeichneten.
Ich habe schon viele Male zuvor über die Anerkennungsprobleme von Konvertiten und Baalei Teshuva in der haredischen (ultra - orthod.) Gesellschaft berichtet. Als "Neuzugang" mag man dem Eindruck unterliegen, akzeptiert zu werden. Nach gewisser Zeit jedoch stellt sich heraus, dass dem nicht so ist. Spätestens dann, wenn es um Schidduchim (Ehepartner) geht, denn normalerweise bekommt in solcher Gesellschaft ein Konvertit einen anderen Konvertiten angeboten und ein Baalei Teshuva halt seinen Gegenpart.
So manch ein Konvertit zum Judentum scheint seine eigenen Wege zu gehen, indem er sich ein Lügengerüst seiner Herkunft aufbaut. Da ist die Familie plötzlich chassidisch (auch wenn sie in Buxtehude wohnt, - dies nur als kurzes Beispiel nebenbei) und überhaupt wurde Großmutter im KZ vergast (selbst, wenn sie heute noch munter durch Buxtehude hüpft). Egal, Hauptsache eine Story.
Die lieben haredisch - geborenen Mitmenschen jedoch lassen sich in den seltensten Fällen mit "Buxtehude - Stories" abspeisen, denn vor allem in der chassidischen Gesellschaft kennt jeder jeden. Somit macht sich der Konvertit selbst etwas vor. Und so kommt es dann auch, dass er eifrig für geborene Haredim Essen zubereitet, welches diese nicht zu sich nehmen wollen. Unter fadenscheinigen Ausreden, aber immerhin. Das ganze Lügengerüst scheint längst verdammt, nur der Konvertit will es nicht wahrnehmen.
Ich sprach also mit einer Studentin von Neve Yerushalaim und fragte, wie sie es denn aufnehme, nicht gerade wenige Male von der geborenen haredischen Gesellschaft den Unterschied zu spüren zu bekommen. Sie gab mir eine bemerkenswerte Antworte, welche vielleicht einigen Lesern weiterhilft, diverse Probleme zu bewältigen:
"In jeder Gesellschaft gibt es Leute, die von anderen nicht unbedingt als gleichwertig anerkannt werden. Wenn ich als Weiße unter 20 Schwarzen sitze, dann ist es höchstwahrscheinlich, dass ich zuerst negativ angemacht werde und kein Schwarzer. Und genauso ist es auch in der haredischen Gesellschaft. Wieso soll ich mich groß aufregen ? Es ändert nichts und ich sollte damit leben und ehrlich sein. Wichtiger ist es, seinen eigenen persönlichen Weg zu G - tt zu finden und jene, die damit ein Problem haben, sollten vor ihre eigene Türe kehren".
Halachisch betrachtet nimmt ein ernsthafter Konvertit oder Baal Teshuva einen höheren Level ein als ein geborener relig. Jude. Sobald jemand aufrichtige Teshuva (Umkehr zu G - tt) macht, sind all seine vorherigen Vergehen vergeben. Er tritt sozusagen in ein neues Leben ein. Jemand der relig. geboren worden ist, unterliegt nicht unbedingt den Versuchungen, welche ein Neuankömmling erst einmal bewältigen muß. Aber genau diese Anstrengung der Lebensveränderung zum Positiven wird von G - tt höher bewertet.
Leider wird dies heutzutage manchmal zu oft vergessen. Und leider kommt auch hinzu, dass so mancher Neuankömmling sich eine falsche Biographie zulegt und somit absichtlich andere Leute hinters Licht führt.
Dienstag, August 05, 2008
Gehirnwäsche ?
B"H
Unterliege ich einer Gehirnwäsche ? Die Antwort lautet "Nein".
Die Yeshiva (relig. Schule) AISH HATORAH wurde neulich von einer ehemaligen Programmteilnehmerin der Gehirnwäsche beschuldigt. Die "Jerusalem Post" verfasste einen riesigen Artikel ("Being AISHED") und es gab dazu Hunderte von Kommentaren auf ihrer Online - Site.
Findet in AISH HATORAH tatsächlich eine Gehirnwäsche statt ? Und warum werden immer nur AISH und OHR SAMEACH beschuldigt, ehemalige Säkulere in Frummies (Fromme) zu verwandeln ?
Heute morgen nach ich am "Essential Programm" von Aish in Jerusalems Altstadt teil. Die "Essentials" laufen jeden Tag von Sonntag - Donnerstag und beginnen morgens um 9.10 Uhr. Den ganzen Tag über laufen dann Vorträge gehalten von verschiedenen Rabbinern sowie dem bekannten Buchautor und relig. Physiker Gerald Schroeder (The Big Bang). Einmal las ich irgendwo im Internet das Statement, dass Schroeder von Aish gefeuert worden sein, doch das erwies sich spätestens heute als Ente. Gerald Schroeder lehrt nicht nur bei den Essentials, sondern auch im "Discovery Program" von Aish HaTorah.
Ich nahm also am "Essential Programm" teil. Für jeden Tag gibt es einen extra Lehrplan und die Vorlesungen sind kostenlos. Jeder Jude darf mitmachen und muß sich nur im kleinen Aish - Essential Klassenraum versammeln. Gleich gegenüber der Kotel (Klagemauer). Die beiden ersten Vorträge habe ich nicht ganz begriffen; wobei der Erste noch einigermaßen okay war, der Zweite jedoch undefinierbar. Der unterrichtende Rabbi wiederholte ständig die Namen der Anwesenden und wollte beweisen, wie wichtig es ist, Namen zu behalten. Vielleicht macht ja diese Art von Vortrag einen Sinn, wenn man öfters hingeht. Wer weiß …
Jeder Vortrag dauert eine Stunde und nach dem Rabbi mit den Namen kam der Physiker Gerald Schroeder herein. Ich habe fast alle seine Bücher gelesen und mich interessiert sein Thema besonders. Er ist einer jener Wissenschaftler, welche offen zugeben, dass G - tt die Welt erschuf. Dazu liefert er Beweise aus der Wissenschaft sowie aus der Thora. "Torah and Science" - ein wichtiges vieldiskutiertes Thema im Judentum.
Heute lehrte Schroeder das Alter des Universums. Dazu verwandte er einige Thorakommentare vom Ramban (Nachmanides) bezüglich der sechs Tage der Welterschaffung. Laut Wissenschaft beträgt das Alter des Universums ca. 15 Milliarden Jahre, laut der Thora jedoch nur 5768 Jahre + sechs Tage. Gerald Schroeder beweist, dass diese sechs Tage nicht der allgemeinen Zeitmessung von 24 Stunden unterliegen, denn die richtige Zeit wurde erst (außer dem Unterschied zwischen Tag und Nacht) im 5. Kapitel Genesis (Bereshit) genannt. Dann nämlich als es um das Alter von Adam und den nachfolgenden Generationen ging. Bis dahin jedoch erwähnte die Thora niemals das Alter von Kain oder Abel (Hevel).
Die letzte Vorlesung vor dem Mittagessen hielt Rabbi Motty Berger. Das Thema ist MEIN Thema und seines wohl auch:
Judentum und Christentum.
Es wurden die Unterschiede beider Religionen diskutiert wobei herauskam, dass Juden als auch Christen dieselben Ansichten in bezug auf den Götzendienst vertreten. Nämlich wenn andere jemanden anderen, aber nicht G - tt, anbeten. Wie aber kann es dann sein, dass Christen selber zu einem anderen Menschen beten ? Einfach die Thora mißinterpretieren und einen Menschen anbeten ?
Rabbi Berger sagte, dass laut des Neuen Testamentes J. C. ein thoragläubiger Jude war. Und selbst als er einige Rabbiner kritisierte, so geschah dies immer noch im Rahmen der Halacha. Der Einzige, der später J. C. in eine Art G - tt umwandelte, war der Apostel Paulus. Als dies geschah, fing sich Paulus von den eigentlichen Anhänger J. C. unglaublich viel Kritik ein, die Theologie so zu verfälschen.
Rabbi Motty Berger sieht in jedem aufkomemnden neuen jüd. Movement eine Gefahr der Abspaltung von der Orthodoxie. So geschehen mit den Reformideen und vielleicht irgendwann auch mit den Lubawitschern (Chabad). Nun, Motty Berger ist litvisch und man sollte, ironisch gesprochen, etwas vorsichtig sein. Wie auch immer, an seiner Chabad - Meinung ändert dies nichts.
Die letzten zwei Vorträge gefielen mir aufgrund der Themen besonders gut. Nachher dachte ich darüber nach, ob ich jetzt wirklich "geAISHT - hirngewaschen" bin. Die Antwort lautet nach wie vor "Nein", denn ich bin nicht so leicht dafür anfällig.
Jede Yeshiva, egal welche, hat ihr eigenes System. Und jeder, der nach einer passenden Yeshiva sucht, besitzt seinen individuellen Charakter und interessiert sich für spezielle Fächer, in denen er unterrichtet werden will. Um eine passende Yeshiva für sich selbst zu finden, durchläuft man gewöhnlich das "Yeshiva Shopping", bei dem man sich mehrere Yeshivot anschaut. Wenn dabei Leute meinen, dass Aish der beste Platz für sie sei, warum nicht ? Jeder von uns verfügt über einen freien Willen und wenn mir etwas nicht paßt, bleibt es mir überlassen zu gehen.
Solange ein neuer Student noch in der Mechina bzw. den Essentials (eine Art Vorbereitungsphase) ist, verläuft allgemein alles freundlich und ohne jeglichen Druck. Ist man aber erst einmal Teil des richtigen Programmes, kann es schon zu Streßsituationen durch aufkommenden Druck von außen und von sich selbst kommen. Aber jede Yeshiva verfolgt halt ihre eigene Politik und diese steht dann für den Yeshivaruf und wenn es mir nicht gefällt, wechsele ich woanders hin.
Was Aish allgemein versucht zu tun ist den Studenten gewisse Denkanstösse zu geben, ihre Umwelt mehr zu hinterfragen; ob nicht alles einen ganz anderen Grund hat und einen Erschaffer, der alles regiert. Gewöhnlich sagen die Leute: " Oh nein, alles ist doch mehr oder weniger zufällig auf der Welt". Dann versucht Aish nicht gegenteilige Beweise vorzubringen, nämlich das da unbedingt ein G - tt ist, aber veranlaßt die Leute zum Denken. Und wenn die Leute erst einmal mit dem Nachdenken begonnen haben, wollen sie plötzlich mehr wissen und stellen gleichermassen gewisse vorherige säkulere Aktivitäten ganz langsam ein. Damit wollen sie ihre Zeit nicht mehr verschwenden, sondern lesen lieber ein relig. Buch. Dieses ist ein ganz langsamer allmählicher Prozeß, welcher zur Einhaltung der Thoramitzwot führen kann, aber nicht muß. Das Hauptziel ist, Juden ihre eigene Yiddishkeit bewußter zu machen und ich würde das nicht zwangsläufig "Hirnwäsche" bzw. "AISHED" nennen.
Link:
"AISH zu "Being AISHED"
Unterliege ich einer Gehirnwäsche ? Die Antwort lautet "Nein".
Die Yeshiva (relig. Schule) AISH HATORAH wurde neulich von einer ehemaligen Programmteilnehmerin der Gehirnwäsche beschuldigt. Die "Jerusalem Post" verfasste einen riesigen Artikel ("Being AISHED") und es gab dazu Hunderte von Kommentaren auf ihrer Online - Site.
Findet in AISH HATORAH tatsächlich eine Gehirnwäsche statt ? Und warum werden immer nur AISH und OHR SAMEACH beschuldigt, ehemalige Säkulere in Frummies (Fromme) zu verwandeln ?
Heute morgen nach ich am "Essential Programm" von Aish in Jerusalems Altstadt teil. Die "Essentials" laufen jeden Tag von Sonntag - Donnerstag und beginnen morgens um 9.10 Uhr. Den ganzen Tag über laufen dann Vorträge gehalten von verschiedenen Rabbinern sowie dem bekannten Buchautor und relig. Physiker Gerald Schroeder (The Big Bang). Einmal las ich irgendwo im Internet das Statement, dass Schroeder von Aish gefeuert worden sein, doch das erwies sich spätestens heute als Ente. Gerald Schroeder lehrt nicht nur bei den Essentials, sondern auch im "Discovery Program" von Aish HaTorah.
Ich nahm also am "Essential Programm" teil. Für jeden Tag gibt es einen extra Lehrplan und die Vorlesungen sind kostenlos. Jeder Jude darf mitmachen und muß sich nur im kleinen Aish - Essential Klassenraum versammeln. Gleich gegenüber der Kotel (Klagemauer). Die beiden ersten Vorträge habe ich nicht ganz begriffen; wobei der Erste noch einigermaßen okay war, der Zweite jedoch undefinierbar. Der unterrichtende Rabbi wiederholte ständig die Namen der Anwesenden und wollte beweisen, wie wichtig es ist, Namen zu behalten. Vielleicht macht ja diese Art von Vortrag einen Sinn, wenn man öfters hingeht. Wer weiß …
Jeder Vortrag dauert eine Stunde und nach dem Rabbi mit den Namen kam der Physiker Gerald Schroeder herein. Ich habe fast alle seine Bücher gelesen und mich interessiert sein Thema besonders. Er ist einer jener Wissenschaftler, welche offen zugeben, dass G - tt die Welt erschuf. Dazu liefert er Beweise aus der Wissenschaft sowie aus der Thora. "Torah and Science" - ein wichtiges vieldiskutiertes Thema im Judentum.
Heute lehrte Schroeder das Alter des Universums. Dazu verwandte er einige Thorakommentare vom Ramban (Nachmanides) bezüglich der sechs Tage der Welterschaffung. Laut Wissenschaft beträgt das Alter des Universums ca. 15 Milliarden Jahre, laut der Thora jedoch nur 5768 Jahre + sechs Tage. Gerald Schroeder beweist, dass diese sechs Tage nicht der allgemeinen Zeitmessung von 24 Stunden unterliegen, denn die richtige Zeit wurde erst (außer dem Unterschied zwischen Tag und Nacht) im 5. Kapitel Genesis (Bereshit) genannt. Dann nämlich als es um das Alter von Adam und den nachfolgenden Generationen ging. Bis dahin jedoch erwähnte die Thora niemals das Alter von Kain oder Abel (Hevel).
Die letzte Vorlesung vor dem Mittagessen hielt Rabbi Motty Berger. Das Thema ist MEIN Thema und seines wohl auch:
Judentum und Christentum.
Es wurden die Unterschiede beider Religionen diskutiert wobei herauskam, dass Juden als auch Christen dieselben Ansichten in bezug auf den Götzendienst vertreten. Nämlich wenn andere jemanden anderen, aber nicht G - tt, anbeten. Wie aber kann es dann sein, dass Christen selber zu einem anderen Menschen beten ? Einfach die Thora mißinterpretieren und einen Menschen anbeten ?
Rabbi Berger sagte, dass laut des Neuen Testamentes J. C. ein thoragläubiger Jude war. Und selbst als er einige Rabbiner kritisierte, so geschah dies immer noch im Rahmen der Halacha. Der Einzige, der später J. C. in eine Art G - tt umwandelte, war der Apostel Paulus. Als dies geschah, fing sich Paulus von den eigentlichen Anhänger J. C. unglaublich viel Kritik ein, die Theologie so zu verfälschen.
Rabbi Motty Berger sieht in jedem aufkomemnden neuen jüd. Movement eine Gefahr der Abspaltung von der Orthodoxie. So geschehen mit den Reformideen und vielleicht irgendwann auch mit den Lubawitschern (Chabad). Nun, Motty Berger ist litvisch und man sollte, ironisch gesprochen, etwas vorsichtig sein. Wie auch immer, an seiner Chabad - Meinung ändert dies nichts.
Die letzten zwei Vorträge gefielen mir aufgrund der Themen besonders gut. Nachher dachte ich darüber nach, ob ich jetzt wirklich "geAISHT - hirngewaschen" bin. Die Antwort lautet nach wie vor "Nein", denn ich bin nicht so leicht dafür anfällig.
Jede Yeshiva, egal welche, hat ihr eigenes System. Und jeder, der nach einer passenden Yeshiva sucht, besitzt seinen individuellen Charakter und interessiert sich für spezielle Fächer, in denen er unterrichtet werden will. Um eine passende Yeshiva für sich selbst zu finden, durchläuft man gewöhnlich das "Yeshiva Shopping", bei dem man sich mehrere Yeshivot anschaut. Wenn dabei Leute meinen, dass Aish der beste Platz für sie sei, warum nicht ? Jeder von uns verfügt über einen freien Willen und wenn mir etwas nicht paßt, bleibt es mir überlassen zu gehen.
Solange ein neuer Student noch in der Mechina bzw. den Essentials (eine Art Vorbereitungsphase) ist, verläuft allgemein alles freundlich und ohne jeglichen Druck. Ist man aber erst einmal Teil des richtigen Programmes, kann es schon zu Streßsituationen durch aufkommenden Druck von außen und von sich selbst kommen. Aber jede Yeshiva verfolgt halt ihre eigene Politik und diese steht dann für den Yeshivaruf und wenn es mir nicht gefällt, wechsele ich woanders hin.
Was Aish allgemein versucht zu tun ist den Studenten gewisse Denkanstösse zu geben, ihre Umwelt mehr zu hinterfragen; ob nicht alles einen ganz anderen Grund hat und einen Erschaffer, der alles regiert. Gewöhnlich sagen die Leute: " Oh nein, alles ist doch mehr oder weniger zufällig auf der Welt". Dann versucht Aish nicht gegenteilige Beweise vorzubringen, nämlich das da unbedingt ein G - tt ist, aber veranlaßt die Leute zum Denken. Und wenn die Leute erst einmal mit dem Nachdenken begonnen haben, wollen sie plötzlich mehr wissen und stellen gleichermassen gewisse vorherige säkulere Aktivitäten ganz langsam ein. Damit wollen sie ihre Zeit nicht mehr verschwenden, sondern lesen lieber ein relig. Buch. Dieses ist ein ganz langsamer allmählicher Prozeß, welcher zur Einhaltung der Thoramitzwot führen kann, aber nicht muß. Das Hauptziel ist, Juden ihre eigene Yiddishkeit bewußter zu machen und ich würde das nicht zwangsläufig "Hirnwäsche" bzw. "AISHED" nennen.
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"AISH zu "Being AISHED"
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Sonntag, August 03, 2008
Das "Heritage House"
B"H
Der berühmte Rabbi Akiva sagte einmal zu seinen Anhängern, dass er alles, was er bezüglich des Judentums lernte, er seiner Frau Rachel zu verdanken hat. "Meine Thora ist ihre Thora", so seine Worte. Ich kann genau die gleiche Behauptung aufstellen. Nicht aufgrund eines Ehepartners, doch aufgrund des Jerusalemer Heritage Houses.
Das erste Mal hörte ich bei einem Schabbatessen in der Altstadt vom Heritage House. Jemand empfahl es mir, denn er hörte mich sagen, dass ich in einem Hostel im arabischen Teil der Altstadt übernachte. "Arabisches Hostel ? Nee, komm mal lieber ins Heritage House. Erstens ist es umsonst und zweitens bieten die tolle relig. Seminare an".
Grundsätzlich war es genau das, was ich eigentlich suchte. Ich war neu in Jerusalem und suchte eine Yeshiva (relig. Schule) oder eine andere relig. Einrichtung, welche Kurse anbietet. Nachdem ich in Jerusalem ankam, endete ich jedoch zuerst einmal in der Arabischen Altstadt, denn dort war es billig und der orientalische Touch machte Eindruck. So übrigens ergeht es den meisten Touristen. Das arabische Hostel "Al Arab" steht nahe am Damaskustor, doch noch innerhalb der Altstadt selbst. Ich erinnere mich noch, dass es damals ausgesprochen dreckig war und die Bettlaken erst auf Anfrage gewechselt wurden. All das ist irgendwie noch erträglich, doch als Jude sucht man etwas anderes, besonders am Schabbat. Und als ich dann am Schabbat an der Kotel (Klagemauer) stand, sehnte ich mich nach etwas Jüdischem. Ohne Probleme bekam ich einen Platz bei einer Familie zum Schabbatessen. Der Ex – Chicagoer Jeff Seidel ist bekannt für seine Schabbat Placements an der Kotel.
Heutzutage ist es geradezu in Mode gekommen, im Internet alles negativ zu beschreiben: "Vorsicht ! Einige jüdische Institutionen in der Jüdischen Altstadt versuchen Euch einzufangen und dann folgt die große Gehirnwäsche !"
So lauten die berühmten Kritiken im Internet.
Ich kenne das Jüdische Viertel seit Jahren und meiner Erfahrung zufolge ist dem nicht immer so. Das was stattfindet ist, dass manchmal Religiöse auf jemanden zukommen und ihm ebenso relig. Programme anbieten. Wenn man etwas suche, dann solle man doch da oder dort hingehen. Dies kann man nicht gerade Brainwashing nennen. Eher wird einem zu etwas geraten und wer will, der kann hingehen und teilnehmen. Wer keine Lust hat, dem wird nichts aufgedrängt und er kann jederzeit sagen "Thank you very much and see you later". Jedem ist es freigestellt zu entscheiden und wer absagt, der ist trotzdem willkommen und wird mit Respekt behandelt. Für mich jedoch waren diese Angebote damals interessant, denn ich suchte Vorträge, um mehr Details über das Judentum zu lernen. Und nicht nur mir ergeht es so; Tausende anderer kommen jedes Jahr nach Jerusalem mit dem Ziel, mehr über ihre jüd. Wurzeln zu erfahren.
Das Heritage Hostel ein fast kostenloses Hostel. Eine Spende von 25 Schekeln (5 Euro) wird wochentags verlangt. Nicht direkt verlangt, denn wer will, der kann das Geld in eine Holzbox stecken. Wer kein Geld hat, kann trotzdem bleiben. Am Schabbat werden unter den gleichen Bedingungen 50 Schekel (10 Euro) verlangt.
Das Hostel besteht aus zwei voneinader getrennten Gebäuden; eines für Frauen und eines für Männer. Geleitet wird es von Rabbi Me'ir Schuster und seinem Team.
Wer einchecken will, der sollte zwei grundsätzliche Bedingungen erfüllen: Erstens ist das Hostel NUR für Juden gedacht (oder potentielle Konvertiten in einem ernsten orthodoxen Konversionsprogramm) und zweitens gibt es eine Altersgrenze, die sich bis auf ca. 35 Jahre beläuft. Wer älter ist und einen speziellen Grund hat zu kommen, der kann mit dem Management anderweitige Vereinbarungen treffen. Und Juden nur deswegen, weil das Heritage House eine bestimmte Ideologie verfolgt. Und zugegeben, im Heritage House mit Juden ist es wesentlich angenehmer als in anderen Hostels wie das "Petra", wo sich christliche Missionare und andere Idioten die Klinke in die Hand geben.
Beide Gebäude sind sauber und die Angestellten sind freundlich und hilfsbereit. Zu jeder Zeit ist es etwas ganz Besonderes im Gebäude der Frauen im Bett zu liegen und den Sonnenaufgang über der Klagemauer mitzuverfolgen.
Beide Hostels verfügen über eine koschere milchige Küche und geben jedem Gast freien Internetzugang. Wer zum Schabbat eincheckt, den erwartet freitags abends ein gemeinsames Kerzenanzünden sowie Schabbatessen bei verschiedenen Familien. Auf diese Weise lernte ich vor Jahren viele neue Leute kennen, mit denen ich bis heute in Verbindung stehe. Bis vor wenigen Jahren bot das Heritage House allabendlich tolle Schiurim (Vorträge) von unterschiedlichen Rabbinern an. Leider ist dem heute nicht mehr der Fall, denn aufgrund des arab. Terrors bleiben viele Touristen weg. Obwohl sich die Lage wieder etwas erholt, fehlen manchmal doch die Touristen und es gibt nicht genügend Teilnehmer am Schiur. Dabei sollte jeder einmal in Israel gewesen sein – besonders die Juden.
Der Grund, warum einige zögern, sih im Heritage House einzuquartieren ist der Curfew. Das Hostel ist tagsüber geschlossen (von 9.00 – 17.00 Uhr). Im Winter und am Schabbat gelten andere Zeiten, die auf der Website einzusehen sind. Wochentags ist das Hostel von 17.00 – 24.00 Uhr geöffnet.
Trotz des Curfews ist es dennoch fast ein Wunder, dass solch ein Hostel überhaupt existiert. Der Gründer und Leiter, Rabbi Me'ir Schuster, stammt ursprünglich aus Milwaukee (Wisconsin). Er lernte auf einer Yeshiva und zog im Jahre 1968 nach Israel. Als ich ihn fragte, was ihm denn die Idee gab, soetwas wie das Heritage House aufzubauen, sagte er, dass als er nach Jerusalem zog, viele Leute sah, die keine Unterkunft fanden. Das war der Auslöser. Seit 1972 ist er regelmäßig vor der Klagemauer anzutreffen, um Juden einen Platz am Schabbat zu verschaffen. Zuerst tat er dies bei Familien, heute übernachtet man im Heritage House und ißt bei Familien.
Rabbi Me'ir Schuster
Im Jahre 1984 eröffnete das Frauenhostel und vier Jahre später das Männerhostel. Seither konnte das Heritage House Tausende von Gästen verzeichnen. Meist junge Juden jeglicher Herkunft. Viele nahmen an relig. Programmen teil, andere wieder nicht. Rabbi Schuster erklärt seine Ideologie, die da lautet, die Leute in die Yeshiva zu bekommen. Nun mag jeder Reformer, Säkulerer oder Internetkritiker denken, dass das ja wohl total übertrieben sei; Yeshiva jedoch bedeutet nicht alles. Wenn sich ein Gast des Heritage Houses entscheidet, an einem Programm teilzunehmen, hilft ihm dies schon seine jüdischen Wurzeln besser kennen zulernen. In den USA sowie Großbritannien liegt die Anzahl der Ehen zwischen Juden und Nichtjuden bei ca. 50 %, und wer auch immer an den besagten relig. Programmen teilnimmt, der denkt hinterher sicherlich zweimal nach, ob er sich in einen nichtjüdischen Partner verlieben soll oder lieber nicht. Dies ist ein äußerst relevanter Punkt, in dem das Heritage House erfolgreich ist.
Auf Nachfrage empfiehlt das Heritage House unterschiedliche Kurse, Seminare oder Yeshivot. Von Aish HaTorah, Ohr Sameach, Machon Me'ir bi shin zu den Frauenyeshivot Neve Yerushalaim, Shearim oder Nishmat. Rabbi Schusters Ziel ist die Expansion, doch fehlt hierzu oftmals das nötige Kleingeld. Das Heritage House finanziert sich durch Spenden und wenn diese einmal nur langsam fließen, muß gespart werden. Immerhin wurden in acht israel. Städten weitere Programme unter dem Titel "Shorashim" eröffnet. Und wer über ein paar Millionen verfügt und nicht recht weiß, was er damit anstellen soll, der kann sich an das Heritage House wenden. Teilweise können nur so die Spezialprogramme an Rosh HaShana, Yom Kippur sowie Sukkot, aufrecht erhalten werden.
Das Heritage House im Internet:
In unserer Zeit hat der "Kiruv" eine besondere Bedeutung erlangt. Juden sollten immer an ihre Religion, ihr Erbe, ihre Geschichte und ihre Aufgabe in dieser Welt denken. Und jene, die dazu bisher keine Gelegenheit hatten, sollten sich zumindest bemühen, einige Inhalte zu lernen. Das eigene Judentum zu ergründen. Dies wiederum bedeutet nicht, dass ich nächste Woche als Haredi (Ultra – Orthod.) in Mea Shearim einziehe, sondern vielmehr eine gewisses Bewußtsein erlangen, was es heißt, Jude zu sein.
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Baalei Teshuva
B"H
Das "Baalei Teshuva - Movement" war kaum jemals so aktuell wie heute. Innerhalb der letzten Jahre kam es zu einem regelrechten Boom. Wobei nicht vergessen werden sollte, dass Religiöse genauso die Religion verlassen, um säkuler weiterleben. Dennoch übersteigen deren Zahlen weitaus nicht jene der Baalei Teshuva.
Baalei Teshuva - so nennt man allgemein jene Juden, die im späteren Verlauf ihres Lebens religiös werden.
"Teshuva machen" bedeutet wörtlich "zu G - tt zurückkehren". "Teshuva" - kommt vom hebräischen Wort "Laschuv - Umkehren, Zurückkehren".
"Baalei Teshuva" werden im Fachwörtergebrauch mit den Buchstaben "BT (Plural: BTs)" abgekürzt.
"Baalei Teshuva" ist die Bezeichnung im Plural. Ein männlicher BT wird "Baal Teshuva" und eine weibliche BT wird "Baalat Teshuva" genannt.
Besonders in Jerusalem haben sich große Yeshivot (relig. Schulen) auf das Baalei Teshuva - Movement spezialisiert. Hunderte meist junger Leute kommen alljährlich in die Stadt und suchen nach ihrer jüdischen Herkunft, nach ihrer eigenen Geschichte, nach ihrer jüdischen Identität. Andere wiederum buchen schon in ihren Diaspora - Wohnorten. Und, zu guter Letzt, kommen viele als reguläre Touristen nach Jerusalem und finden sich irgendwie in Yeshivot oder anderweitigen relig. Programmen wieder. Jeder hat dabei seine eigene Story und Erwartungen.
Innerhalb der nächsten Tage will ich auf dieses große Movement näher eingehen und mit Rabbinern sprechen, die in den BT - Yeshivot unterrichten. Darunter wird AISH HATORAH in der Jüdischen Altstadt sein. Weiterhin ein jüdisch - relig. Hostel, welches ebenso in der Altstadt zu finden ist. Rabbi Me'ir Schuster, der dieses Hostel leitet, wird sozusagen mein erstes Opfer sein.
Das Hostel arbeitet zusammen mit AISH und einer zweiten BT - Yeshiva, "Ohr Sameach". Beide hier genannten Yeshivot sind für männliche Studenten, aber ich werden mich auch im jene Seminare der Weiblichkeit bemühen. Im Vordergrund steht dabei vorerst die Yeshiva "Neve Yerushalaim".
Des Weiteren sind die geplanten Yeshivot haredische (ultra - orthod.) Institutionen. Es mag seltsam klingen, doch meiner Erfahrung nach treibt es viele Leute, die planen, relig. zu werden, ausgerechnte zu den Haredim (Ultra - Orthodoxen). Davon wiederum interessiert sich fast die Mehrheit für das chassidische Judentum. Hierbei sind nicht nur Chabad (Lubawitsch) oder Breslov gemeint, sondern genauso Satmar, Belz, Vishnitz und viele andere chassidische Gruppen. Eine Baalat Teshuva, die ich demnächst ausführlich zu ihren eigenen Gründen, warum sie relig. wurde, befragen will, meinte, dass Juden, die relig. werden, etwas Vollkommenes suchen und in den Haredim einen hohen Level an Frömmigkeit sehen, den sie bewundern. Oder anders ausgedrückt: Im nationalrelig. Movement haben sie diesen Level nicht gefunden.
Aber es soll nicht unerwähnt bleiben, dass jeder Einzelne seine Vorlieben und Charaktereigenschaften hat und sich von daher zu unterschiedlichen Richtungen mehr hingezogen fühlt. Was andererseits keineswegs bedeutet, dass die nicht von ihm gewählte Richtung schlechter sein muss.
Für viele Leser sind die ganz unterschiedlichen Ansichten über und von Baalei Teshuva sicher interessant. Wie kommt man als säkulerer Jude / frisch zum Judentum Konvertierter eigentlich dazu ? Welche Yeshiva bietet was an ? Wie verändert sich mein Leben, Bekanntenkreis, etc., wenn ich plötzlich religiös werde ? Wie bringe ich es meinen säkuleren Eltern bei ?
Andererseits: Welche Gefahren bringt meine Entscheidung, relig. zu leben, mit sich und auf was sollte man unbedingt achten ? Was raten einem andere ? Wie sollte ein Rabbiner seine Studenten auf die gravierenden Veränderungen vorbereiten ?
Fragen, die sich der Betroffene zu Beginn seines Teshuva - Prozesses meistens gar nicht bewußt ist.
Hoffentlich vermitteln die folgenden Berichte darüber ein paar neue Einblicke bzw. Gedanken.
Das "Baalei Teshuva - Movement" war kaum jemals so aktuell wie heute. Innerhalb der letzten Jahre kam es zu einem regelrechten Boom. Wobei nicht vergessen werden sollte, dass Religiöse genauso die Religion verlassen, um säkuler weiterleben. Dennoch übersteigen deren Zahlen weitaus nicht jene der Baalei Teshuva.
Baalei Teshuva - so nennt man allgemein jene Juden, die im späteren Verlauf ihres Lebens religiös werden.
"Teshuva machen" bedeutet wörtlich "zu G - tt zurückkehren". "Teshuva" - kommt vom hebräischen Wort "Laschuv - Umkehren, Zurückkehren".
"Baalei Teshuva" werden im Fachwörtergebrauch mit den Buchstaben "BT (Plural: BTs)" abgekürzt.
"Baalei Teshuva" ist die Bezeichnung im Plural. Ein männlicher BT wird "Baal Teshuva" und eine weibliche BT wird "Baalat Teshuva" genannt.
Besonders in Jerusalem haben sich große Yeshivot (relig. Schulen) auf das Baalei Teshuva - Movement spezialisiert. Hunderte meist junger Leute kommen alljährlich in die Stadt und suchen nach ihrer jüdischen Herkunft, nach ihrer eigenen Geschichte, nach ihrer jüdischen Identität. Andere wiederum buchen schon in ihren Diaspora - Wohnorten. Und, zu guter Letzt, kommen viele als reguläre Touristen nach Jerusalem und finden sich irgendwie in Yeshivot oder anderweitigen relig. Programmen wieder. Jeder hat dabei seine eigene Story und Erwartungen.
Innerhalb der nächsten Tage will ich auf dieses große Movement näher eingehen und mit Rabbinern sprechen, die in den BT - Yeshivot unterrichten. Darunter wird AISH HATORAH in der Jüdischen Altstadt sein. Weiterhin ein jüdisch - relig. Hostel, welches ebenso in der Altstadt zu finden ist. Rabbi Me'ir Schuster, der dieses Hostel leitet, wird sozusagen mein erstes Opfer sein.
Das Hostel arbeitet zusammen mit AISH und einer zweiten BT - Yeshiva, "Ohr Sameach". Beide hier genannten Yeshivot sind für männliche Studenten, aber ich werden mich auch im jene Seminare der Weiblichkeit bemühen. Im Vordergrund steht dabei vorerst die Yeshiva "Neve Yerushalaim".
Des Weiteren sind die geplanten Yeshivot haredische (ultra - orthod.) Institutionen. Es mag seltsam klingen, doch meiner Erfahrung nach treibt es viele Leute, die planen, relig. zu werden, ausgerechnte zu den Haredim (Ultra - Orthodoxen). Davon wiederum interessiert sich fast die Mehrheit für das chassidische Judentum. Hierbei sind nicht nur Chabad (Lubawitsch) oder Breslov gemeint, sondern genauso Satmar, Belz, Vishnitz und viele andere chassidische Gruppen. Eine Baalat Teshuva, die ich demnächst ausführlich zu ihren eigenen Gründen, warum sie relig. wurde, befragen will, meinte, dass Juden, die relig. werden, etwas Vollkommenes suchen und in den Haredim einen hohen Level an Frömmigkeit sehen, den sie bewundern. Oder anders ausgedrückt: Im nationalrelig. Movement haben sie diesen Level nicht gefunden.
Aber es soll nicht unerwähnt bleiben, dass jeder Einzelne seine Vorlieben und Charaktereigenschaften hat und sich von daher zu unterschiedlichen Richtungen mehr hingezogen fühlt. Was andererseits keineswegs bedeutet, dass die nicht von ihm gewählte Richtung schlechter sein muss.
Für viele Leser sind die ganz unterschiedlichen Ansichten über und von Baalei Teshuva sicher interessant. Wie kommt man als säkulerer Jude / frisch zum Judentum Konvertierter eigentlich dazu ? Welche Yeshiva bietet was an ? Wie verändert sich mein Leben, Bekanntenkreis, etc., wenn ich plötzlich religiös werde ? Wie bringe ich es meinen säkuleren Eltern bei ?
Andererseits: Welche Gefahren bringt meine Entscheidung, relig. zu leben, mit sich und auf was sollte man unbedingt achten ? Was raten einem andere ? Wie sollte ein Rabbiner seine Studenten auf die gravierenden Veränderungen vorbereiten ?
Fragen, die sich der Betroffene zu Beginn seines Teshuva - Prozesses meistens gar nicht bewußt ist.
Hoffentlich vermitteln die folgenden Berichte darüber ein paar neue Einblicke bzw. Gedanken.
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Kiruv
Freitag, Juni 13, 2008
Der Kampf um das "richtige" Judentum
B"H
Wer ist im Recht und hat das Recht für sich in Anspurch zu nehmen, dass "richtige" Judentum zu vertreten ?
Eine interessante Frage und ich aus der orthodoxen Zunft schließe von Vornherein das reform - oder konservative - progressive Judentum aus. Demnach konzentriere ich mich in diesem Artikel auf das orthodoxe Judentum.
Wer aber vertritt darin die richtige Richtung ?
Bezogen auf das Land Israel wird das orthodoxe Judentum offiziell von zwei großen Gruppen repräsentiert: den nationalreligiösen Zionisten und den Haredim (Ultra - Orthodoxen). Hierbei ist anzumerken, dass es in der Diaspora wesentlich andere Vorstellungen von diesen beiden Gruppen gibt als in Israel selbst. Aber nicht nur diese beiden Gruppen allein vertreten die israel. Orthodoxie, sondern es gibt Tausende "Unabhängige", die sich orthodox nennen, aber in keine der beiden Kategorien passen und sich selbst damit keinesfalls identifizieren.
Der Fall "Druckman" und die Aberkennung aller seiner Konversionen tat einmal wieder mehr die Kluft zwischen den Nationalrelig. und den Haredim auf. Wobei wiederum anzumerken ist, dass sich andere nationalrelig. Institute genauso von R. Druckman abwenden, denn sie wollen nicht in seinen Sog gezogen werden. Aber der Fall "Druckman" allein ist nicht der Grund für die immer tiefer werdende Kluft beider orthodoxer Richtungen. Einer der Gründe ist, wie könnte es auch anders sein, die Politik. In der Knesset bekriegt sich die nationalrelig. Partei (Mavdal) mit den aschkenazischen Haredim der "Yahadut HaTorah". Die "Yahadut HaTorah" ist ein Gemisch aus den chassidischen Gruppen wie Belz, Gur und Vishnitz und mit den litvischen Juden unter ihrem geistigen Führer Rabbi Eliyashiv. Die nationalrelig. Mavdal wird allgemein als zu säkuler und nachgiebig gesehen. Da stimmte sie dem Marsch christlicher Fanatiker durch Jerusalem zu oder schleimte sich auch sonst durch die Sharon - Politik. Wo sind heute noch die großen nationalrelig. Helden ? Pinchas Wallerstein vielleicht ? Außer Spesen nichts gewesen, denn er macht kaum von sich reden. Und Moshe Feiglin, der Konkurrent Netanyahus im LIKUD ? Kein Parteiprogramm und keine Mehrheit in der eigenen Partei. Und was ist heute überhaupt noch nationalreligiös ? Die Krise des religiösen Zionismus ?
Eines steht für mich fest: Bei den kommenden Knessetwahlen werde ich der nationalrelig. Partei ADE sagen und stattdessen zur haredischen "Yahadut HaTorah" überlaufen. Nicht, dass ich mich von ihnen besser repräsentiert sehe, aber dennoch stimme ich mit deren Programm überein. Außer den ewigen Steuergeldern für sämtliche Yeshivot (relig. Schulen), doch die Nationalrelig. sind diesbezüglich auch nicht besser.
Die Haredim behaupten von sich, das originale Judentum zu vertreten, in dem die Thora noch erst genommen wird und die Gesetze dementsprechend interpretiert werden. Die zionistischen Nationalreligiösen sind zu lax und man schaue sich nur einmal an, wie sie herumlaufen. Das allein sagt schon alles.
Richtig, es gibt große Unterschiede im Verhalten der Nationalrelig. und der Haredim und bei vielen Nationalrelig. frage ich mich, was sie auf der Yeshiva lernen. Nicht, dass ich hier die Probleme der haredischen Gesellschaft ignorieren will, aber ich beziehe mich hier nur auf die ernsthaft relig. Haredim. Mehrheitlich respektieren die Nationalrelig. die Haredim, doch so leben wie "DIE" wollen sie nicht. Nationalrelig. reiche da völlig aus und nur schwarz - weisse Klamotten tragen ist auch nicht das Wahre. Jede Richtung sieht sich im Recht und eine befriedigende Antwort auf die Frage, wer wirklich im Recht ist, gibt es nicht. Klar, ist jeder irgendwie im Recht und ich denke kaum, dass G - tt jeden nach seinem Tod danach richtet, welche Farbe seine Kipa hatte.
Jeder relig. israel. Jude muß versuchen, seine Richtung zu finden. Das ist die Patentlösung. Nicht jeder will haredisch sein und nicht jeder paßt zu den Nationalrelig. Es ist eine Sache der Mentalität und der Einstellung. Wer will oder kann wie weit gehen ?
Und wer vertritt das richtige Judentum ?
Die Thora und G - tt vertreten es und sonst niemand. Wir Menschen hingegen versuchen es zu tun, verlieren uns aber leider oft in zuvielen nebensächlichen Kleinigkeiten. Und das Fazit ist, dass sich nichts ändern wird. Der "Kampf" ums Recht wird weitergehen und erst sein Ende nach der Ankunft des Meshiach finden. Und ich bin einmal gespannt, wie dann die jüdische Welt aussehen wird. Ohne den Streitigkeiten untereinander. Hoffentlich nicht zu langweilig !!!
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Weiterer Link zu den "Druckman - Konversionen"
Wer ist im Recht und hat das Recht für sich in Anspurch zu nehmen, dass "richtige" Judentum zu vertreten ?
Eine interessante Frage und ich aus der orthodoxen Zunft schließe von Vornherein das reform - oder konservative - progressive Judentum aus. Demnach konzentriere ich mich in diesem Artikel auf das orthodoxe Judentum.
Wer aber vertritt darin die richtige Richtung ?
Bezogen auf das Land Israel wird das orthodoxe Judentum offiziell von zwei großen Gruppen repräsentiert: den nationalreligiösen Zionisten und den Haredim (Ultra - Orthodoxen). Hierbei ist anzumerken, dass es in der Diaspora wesentlich andere Vorstellungen von diesen beiden Gruppen gibt als in Israel selbst. Aber nicht nur diese beiden Gruppen allein vertreten die israel. Orthodoxie, sondern es gibt Tausende "Unabhängige", die sich orthodox nennen, aber in keine der beiden Kategorien passen und sich selbst damit keinesfalls identifizieren.
Der Fall "Druckman" und die Aberkennung aller seiner Konversionen tat einmal wieder mehr die Kluft zwischen den Nationalrelig. und den Haredim auf. Wobei wiederum anzumerken ist, dass sich andere nationalrelig. Institute genauso von R. Druckman abwenden, denn sie wollen nicht in seinen Sog gezogen werden. Aber der Fall "Druckman" allein ist nicht der Grund für die immer tiefer werdende Kluft beider orthodoxer Richtungen. Einer der Gründe ist, wie könnte es auch anders sein, die Politik. In der Knesset bekriegt sich die nationalrelig. Partei (Mavdal) mit den aschkenazischen Haredim der "Yahadut HaTorah". Die "Yahadut HaTorah" ist ein Gemisch aus den chassidischen Gruppen wie Belz, Gur und Vishnitz und mit den litvischen Juden unter ihrem geistigen Führer Rabbi Eliyashiv. Die nationalrelig. Mavdal wird allgemein als zu säkuler und nachgiebig gesehen. Da stimmte sie dem Marsch christlicher Fanatiker durch Jerusalem zu oder schleimte sich auch sonst durch die Sharon - Politik. Wo sind heute noch die großen nationalrelig. Helden ? Pinchas Wallerstein vielleicht ? Außer Spesen nichts gewesen, denn er macht kaum von sich reden. Und Moshe Feiglin, der Konkurrent Netanyahus im LIKUD ? Kein Parteiprogramm und keine Mehrheit in der eigenen Partei. Und was ist heute überhaupt noch nationalreligiös ? Die Krise des religiösen Zionismus ?
Eines steht für mich fest: Bei den kommenden Knessetwahlen werde ich der nationalrelig. Partei ADE sagen und stattdessen zur haredischen "Yahadut HaTorah" überlaufen. Nicht, dass ich mich von ihnen besser repräsentiert sehe, aber dennoch stimme ich mit deren Programm überein. Außer den ewigen Steuergeldern für sämtliche Yeshivot (relig. Schulen), doch die Nationalrelig. sind diesbezüglich auch nicht besser.
Die Haredim behaupten von sich, das originale Judentum zu vertreten, in dem die Thora noch erst genommen wird und die Gesetze dementsprechend interpretiert werden. Die zionistischen Nationalreligiösen sind zu lax und man schaue sich nur einmal an, wie sie herumlaufen. Das allein sagt schon alles.
Richtig, es gibt große Unterschiede im Verhalten der Nationalrelig. und der Haredim und bei vielen Nationalrelig. frage ich mich, was sie auf der Yeshiva lernen. Nicht, dass ich hier die Probleme der haredischen Gesellschaft ignorieren will, aber ich beziehe mich hier nur auf die ernsthaft relig. Haredim. Mehrheitlich respektieren die Nationalrelig. die Haredim, doch so leben wie "DIE" wollen sie nicht. Nationalrelig. reiche da völlig aus und nur schwarz - weisse Klamotten tragen ist auch nicht das Wahre. Jede Richtung sieht sich im Recht und eine befriedigende Antwort auf die Frage, wer wirklich im Recht ist, gibt es nicht. Klar, ist jeder irgendwie im Recht und ich denke kaum, dass G - tt jeden nach seinem Tod danach richtet, welche Farbe seine Kipa hatte.
Jeder relig. israel. Jude muß versuchen, seine Richtung zu finden. Das ist die Patentlösung. Nicht jeder will haredisch sein und nicht jeder paßt zu den Nationalrelig. Es ist eine Sache der Mentalität und der Einstellung. Wer will oder kann wie weit gehen ?
Und wer vertritt das richtige Judentum ?
Die Thora und G - tt vertreten es und sonst niemand. Wir Menschen hingegen versuchen es zu tun, verlieren uns aber leider oft in zuvielen nebensächlichen Kleinigkeiten. Und das Fazit ist, dass sich nichts ändern wird. Der "Kampf" ums Recht wird weitergehen und erst sein Ende nach der Ankunft des Meshiach finden. Und ich bin einmal gespannt, wie dann die jüdische Welt aussehen wird. Ohne den Streitigkeiten untereinander. Hoffentlich nicht zu langweilig !!!
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