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Donnerstag, August 16, 2012

Unsere Aufgabe im Monat ELUL und vor den hohen Feiertagen


Brunnen am Dizengoff Square in Tel Aviv

Photo: Miriam Woelke

B"H 

G – tt ist nicht daran interessiert, dass wir am morgen abend beginnenden Monat Elul sowie an den hohen Feiertagen Rosh Hashana, Yom Kippur und Sukkot (Laubhüttenfest) dermassen viel Teshuva (Umkehr zu G – tt) machen, dass wir pünktlich zu den Feiertagen total "heilig" daherkommen. Als menschliche Wesen hat Er uns eh so erschaffen, dass wir auf ewig eingeschränkt sein werden. In unserem Denken, unserer Art zu verstehen und zu begreifen. 

Absolut perfekt werden wir niemals, denn Menschen machen nun einmal Fehler. Was jedoch unsere Aufgabe gerade jetzt in den beiden Monaten Elul und Tishrei (August / September / Oktober) sein wird: Dass wir uns zumindest einmal hinsetzen und uns unsere Fehler bewusst machen. Unsere ganz persönlichen Fehler einsehen, bedauern und versuchen, in Zukunft alles besser zu machen. Hierbei zählt die ehrliche Absicht und wer nach den Feiertagen wieder in seinen alten Trott zurückfällt, der machte vor den Feiertagen vielleicht dennoch einen ernsthaften Versuch. Darauf kommt es an und nicht, dass wir uns unbedingt heilig geben.  

Ferner sind weder der Monat Elul noch das Rosh Hashana Mitte September (jüdisches Neujahrsfest) irgendwelche traurigen Angelegenheiten, bei denen wir jetzt mit dem Sündergewand daherkommen. Rosh Hashana an sich ist ein freudiges Fest und der Elul ist genau so positiv zu bewerten. Ein Monat, in welchem wir neue Chancen erhalten. 

Das Judentum ist keineswegs eine traurige Religion, sondern tagtäglich sollten wir unser Leben neu leben und neue Möglichkeiten ergreifen.

Dienstag, Mai 29, 2012

Feiertagspause im Judentum




Das Äußere einer sephardischen Synagoge im Jerusalemer Stadtteil Nachlaot. 

Photo: Miriam Woelke 
B"H 

In Israel ging Schavuot am Sonntag abend zuende, in der Diaspora gestern (Montag) abend. Wem die ganzen Feiertage "langweilig" bzw. "zu viel" wurden, dem sei gesagt: "Bis zum Rosh Hashana (jüd. Neujahrsfest) Mitte September finden kaum weitere Feiertage statt !" 

Am Samstag abend als der Schabbat zuende ging und umgehend Schavuot begann, beteten Juden die längste Havdalah (Gebet nach dem Schabbat und die Segnung der neuen Woche) des Jahres. Zuerst wurde der Schabbat verabschiedet und gleich darauf erfolgte der Kiddusch (Segnung des Weines) für den Schavuot – Feiertag. 

Seit weit mehr als einem Jahr war ich wieder einmal bei einem Schabbatessen bei Rabbi Mordechai Machlis. Ich weiss, dass andere Blogs die Machlis - Familie als diejenigen anpreisen, welche auch Nichtjuden am Schabbat aufnehmen. Allerdings hören sich derlei Ankündigungen wie ein Touristenreport an, der da ganze Reisegruppen zu den Machlises schicken will. Immerhin sei erwähnt, dass zu viele Nichtjuden mit ihren Kameras nicht unbedingt willkommen sind. Ein jüdischer Schabbat ist keine Ausstellung des Judentums und wer die Machlis – Familie eben mal so als Ausflugsziel ankündigt, der übersieht anscheinend die anwesenden jüdischen Gäste, die einen jüdischen Schabbat feiern suchen und nicht unbedingt einen Tischnachbarn wollen, der ein fettes Kreuz als Halskette trägt. 

Insgesamt bin ich froh, wieder in Jerusalem zu sein. Da ich in der glücklichen Lage bin, mir meine Arbeitszeiten selbst einteilen zu können, finde ich auch endlich wieder Zeit, an relig. Unterrichten (Schiurim) teilzunehmen. Außerdem war ich froh, endlich einmal viele Freunde wiederzusehen, die ich wegen des Zeitmangels solange nicht sehen konnte.

Montag, April 23, 2012

Zur Zukunft


Ramat Gan zwischen Bnei Brak und Tel Aviv gelegen.

Photo: Miriam Woelke
B”H 

Zwar kündigte ich vor ein paar Wochen an, wieder zurück nach Jerusalem zu ziehen, doch habe ich meine Entscheidung mittlerweile wieder geändert. Aus vielerlei Gründen und einer davon lautet, dass ich mit der kleinbürgerlichen Jerusalemer Mentalität nicht mehr viel anzufangen weiss. Inzwischen habe ich mir in Tel Aviv ebenso einen Bekanntenkreis aufgebaut und liebe einfach das Leben hier und in der Umgebung. Obwohl es nun nicht unbedingt an finanziellen Mitteln fehlt, will ich mein Geld nicht nur für die teure Tel Aviver Miete zum Fenster hinauswerfen. Geiz ist ja bekanntlich IN !!! 

Von daher schaue ich mir die Umgebung an, wo es teilweise billiger ist zu leben. Meine Entscheidung fiel auf Ramat Gan, gleich neben Tel Aviv gelegen. Früher lebte ich schon einmal dort und hasste es; trotzdem will ich es nochmals probieren. Es muss ja nicht dieselbe Straße sein.:-) 

Ramat Gan hat jedoch den Vorteil, dass die Mieten teilweise unter denen von Tel Aviv liegen und das sich in der Ayalon Shopping Mall der billigste Supermarkt des Landes befindet: Rami Levi. 


Im ultra - orthodoxen Teil von Bnei Brak

Photo: Miriam Woelke

Ferner will ich mir meine neue Bleibe nahe der Stadtgrenze nach Bnei Brak suchen, um am Schabbat in chassidische Synagogen zu gehen und wieder an den chassidischen Tischen am Schabbat teilzunehmen. 

All das wird voraussichtlich in den nächsten Wochen über mich hereinbrechen.

Mittwoch, April 04, 2012

Putzen

B"H

Dieser Tage halte ich daheim Pessach - Putz und deswegen bleibt der Blog momentan etwas leer. Spätestens am Samstag abend wird sich das wieder ändern.:-)

Montag, Januar 02, 2012

Januar 2012

B”H  

Wahrscheinlich waren jene ausländischen Touristen, die den Jahreswechsel 2012 in Tel Aviv verbrachten, eher enttäuscht. Ein kleines Feuerwerk am Strand, ein paar Parties und sonst - außer Spesen nichts gewesen. Heute wurde vielerseits wieder abgereist und momentan regnet es in Tel Aviv, was das Zeug hält. 

An meinem freien Tag fahre ich morgen einmal wieder nach Jerusalem. In haredischen (ultra – orthodoxen) Gegenden kann man derzeit keine Kamera herausziehen, denn dann denken alle sofort, man wolle provozieren und komme von der säkuleren Hetzpresse. Falls das Wetter mitspielt, werde ich ein paar Freunde aus haredischen Stadtteilen treffen und mit denen etwas herumlaufen. Ohne Kamera. Schüttet es aus allen Eimern, fällt selbst das Herumlaufen ins Wasser.

Sonntag, Dezember 04, 2011

Weihnachten und Sylvester in Israel ?

B”H 

Alle Jahre wieder erhalten ich dieselben Anfragen: 

Nein, in Israel wird normalerweise kein Weihnachten oder Sylvester gefeiert. Insbesondere nicht in Jerusalem. Wenn derlei Feste stattfinden, dann eher privater Natur. 

In Tel Aviv findet man dennoch so manche Sylvesterparty und vielleicht auch ein kleines Feuerwerk.

Freitag, November 26, 2010

Schabbat Schalom

B"H

Nach wie vor schulde ich den Bericht zum Vortrag von Rabbi Yitzchak Ginzburgh von vor zwei Wochen. In der nächsten Woche werde ich den Artikel ganz sicher in deutscher Sprache zusammenstellen.

Vorgestern traf ich zufällig den Chabad - Shaliach von Tiberias. Etwa zwanzig Chabad - Familien leben hier. Nicht soviele wie 40km weiter in Zfat (Safed), aber immerhin. Mehrere Chabad Centren befinden sich in der Stadt und ich werde mir morgen einmal die Synagoge ansehen, denn, wie ein Chabad - Shaliach so ist, wurde ich gleich eingeladen.

Mehrere chassidische Gruppen lassen sich momentan hier nieder. Darunter ebenso die Vishnitzer Chassidim. Die Zeitung zum Wochenende aus Afulah (etwa eine Autostunde von Tiberias entfernt) berichtet in ihrer heutigen Ausgabe, dass immer mehr Haredim (ultra - orthodoxe Juden) gerade in Afula Immobilien kaufen. Der Immobilienmarkt in Tiberias, Afula und Zfat sei halt noch erschwinglich gegenüber den restlichen Landesteilen. Allein in Tiberias zahlt man für eine Zwei - Zimmer - Wohnung weniger als für ein möbliertes Zimmer in Jerusalem oder Tel Aviv.

In der kommenden Woche feiern wir Chanukkah; ein Fest, zu dem ich viel mehr schreiben wollte, jedoch noch nicht so richtig die Zeit fand. Auf alle Fälle aber wird es interessant, Chanukkah hier oben im Norden mitzuerleben. Insbesondere im der kleinen gemütlichen Altstadt von Zfat.

"Schabbat Schalom" an alle Leser !

Sonntag, September 26, 2010

An alle Noachiden

B"H

G - tt verlangt von den Nichtjuden dieser Welt, dass sie die "Sieben Noachidischen Gesetze" einhalten.
Dazu wurde mir diese Website empfohlen. Sie ist in Englisch sowohl als auch in Russisch einzusehen !

Dienstag, August 10, 2010

Der falsche Messias von Tel Aviv

B"H

"Jerusalem Syndrom" - so mag es ausschauen. Touristen, die nach Israel kommen und hierzulande vollkommen unerwartet durchdrehen. Die berühmtesten Beispiele sind wohl das "sich für den Meschiach halten" oder singend bzw. tanzed herumlaufen.

Wie auch immer sich der Syndromisierte verhält, in Jerusalem ist nichts unmöglich und man schaut schon gar nicht mehr hin, wenn ein Irrer durch die Stadt läuft. Die Mehrzahl der Verwirrten sind eh Israelis, denn unser Gesetz ist leider so verankert, dass viele Geisteskranke nicht im Institut, sondern auf freiem Fuss landen. Ganz einfach, weil sie nicht gefährlich rabiat werden.

Irre Touristen gibt es genügend. Meist fanatische Christen, die eine Vision gehabt haben und nun meinen, von G - tt gesandt worden zu sein. Nicht selten streiten sie sich in diversen Hosteln der Altstadt wie, u.a., im Petra - Hostel am Jaffa Tor, wer denn nun den besseren Draht zu G - tt hat. Wer der bessere Prophet oder Meschiach sei. Wer welche Vision hatte und ob man denn die christlich - fanatisch üblichen "Tongues - Zungen" spreche. In einer wirren selbst erfundenen Sprache reden, um irgendwie zu beten. Das Konzept ist total daneben, wird aber praktiziert.

Das Photo zeigt einen Russen, der schon einige Zeit lang in Tel Aviv unterwegs ist. Er meint, er sei der falsche Meschiach J. und scharrt seine zwei "Jünger" oder besser gesagt "Bouncer" um sich herum. Neulich vernahm ich, dass er verprügelt worden sein soll, doch am vergangenen Freitag nachmittag sass der russische Meschiach wieder auf seinem Stammplatz vor dem Carmel Markt / Nachalat Binyamin.


 

Photo: Miriam Woelke

Montag, Mai 24, 2010

Kommentarpolitik

B"H

Seit heute hat sich meine Kommentarpolitik etwas verändert: Und zwar können nur noch Leute mit Google Account kommentieren.

Wer dennoch kommentieren will, doch ohne sich ein Google Account anschaffen zu müssen, der sende mir seinen Kommentar in einer e - mail zu.


Photo: Squidoo

Mittwoch, November 04, 2009

Konversion zum Judentum versus Konversion zum Islam

B"H

Über Konversionen zum Judentum haben wir in diesem Blog schon mehr als ausführlich diskutiert oder berichtet. Was ich mich aber frage ist, warum Leute zum Islam konvertieren.
Mit "Leute" meine ich den europäischen Otto Normalverbraucher.

Was zieht die Menschen am Islam an ? Ist es das orientalische Bewusstsein ? Die Eigenheit, anders sein zu wollen und das Bedürfnis, sich von der christlichen Masse herausheben zu wollen ?

Was bewegt viele Menschen unserer Zeit, ihr Heil im Islam zu suchen ?

Hier ein kleiner Bericht zur Konversion zum Islam in englischer Sprache:

http://knowledgecity.blogsome.com/2009/11/03/submission-to-islam/


Dies soll gewiss keine Werbung für den Islam sein, sondern vielmehr interessiert es mich, warum die Konvertiten dorthin den einfachen Weg der Konversion bevorzugen. Schliesslich unterliegt ein Moslem nicht sovielen Mitzwot (Regeln) wie im Judentum.

Montag, August 31, 2009

Rabbi Tuvia Singer und Chassidischer Tisch in Belz

B"H

Auch während meiner paar Tage Urlaub sass ich nicht untätig da. :-)

Morgen werde ich neue Artikel in meine Blogs stellen. Darunter einen Bericht zum chassidischen Tisch bei der Chassidut Belz sowie der gestrige Vortrag des Rabbi Tuvia Singer, welcher diesmal das Buch Daniel behandelte.

Von der israelischen Anti - Missionsorganisation "YAD LE'ACHIM" bekam ich die neuesten Zahlen missionarischer Einrichtungen in Jerusalem sowie in ganz Israel. Auch dieses stelle ich morgen in den Blog genauso wie einen Bericht über meinen Hebron Trip.

In diversen christlichen Kreise kursieren derzeit Newsletters, welche Tuvia Singer als Lügner darstellen. Dies besprach ich unter anderem heute auch mit Yad Le'Achim. Missionare gehen in ihren Thorainterpretationen stets von ihrer Seite sowie ihrem "Verständnis" aus. Das ist, wie ich schon viele Male zuvor berichtete, ein Fehler.


Im Judentum beziehen wir uns beim Thorastudium auf vier Dinge:

1. Remez (Hinweis: Zwischen den Zeilen lesen)

2. Pschat (die einfache Bedeutung)

3. Sod (Geheimnis)

4. Drash (Interpretation)

Was Missionare gegenüber dem Judentum nicht verstehen ist, dass ein Text symbolische Bedeutungen haben kann. Etwas steht geschrieben, doch besitzt einen viel tieferen verborgenen Sinn. Das versucht Tuvia Singer in seinen Auslegungen stets klarzumachen, doch die Verbreiter des Newsletters haben absolut nicht begriffen.

Freitag, Februar 20, 2009

Schabbat Schalom

B"H

Immer wieder fällt es mir auf, dass von der Leserschaft ganz selten einmal Fragen zu meinen Beträgen kommen. Ich meine damit halachische Fragen, Thora oder andere Inhalte. Ist denn alles so furchtbar klar und niemand hat etwas zu sagen ?

Neulich befragte ich jemanden dazu und wir kamen zu dem Schluß, dass sich viele Leute einfach nicht trauen zu fragen. Entweder kommen sie sich mit ihrer Frage dumm vor oder erwarten vielleicht, angeraunzt zu werden.

Ich kann nur sagen, dass dem nicht so ist; eben allein schon darum, weil es keine dummen Fragen gibt. Jeder sollte daher den Mut aufbringen, bei Unklarheiten oder auch sonst einfach draufloszufragen.

Damit SCHABBAT SCHALOM an alle Leser !

Dienstag, November 11, 2008

Fakten zu chassidischen Gruppen

B"H

Sämtliche Details zu verschiedenen chassidischen Gruppen stelle ich gerade in diesem neuen Blog zusammen. Etwas übersichtlicher als zuvor und speziell detailbezogen.

Allerdings sei zu beachten, dass die bisher eingestellten Artikel noch längst kein Ende des Sammelsuriums bilden !

Wer mehr wissen will wie Kleidungsstile, Gesellschaftsinfos, Bräuche, Events, etc., der gehe zu "Jerusalem Backyard".

Donnerstag, Oktober 23, 2008

Gastbeiträge

B"H

Demnächst wird ein New Yorker über seine Erlebnisse bei den dortigen chassidischen Tischen berichten. Yisroel ist selber Chazan und ich werde seine Berichte auf meinem englischen Blog SHEARIM auch ins Deutsche auf HAMANTASCHEN bzw. JERUSALEM BACKYARD übersetzen.

Ich finde es stets wichtig, unterschiedliche Perspektiven zu hören und derzeit bemühe ich mich noch um einige weitere New Yorker Artikelschreiber. Hoffentlich verhelfen auch deren Beiträge zu einem besseren Verständnis des Judentums.

Freitag, Oktober 10, 2008

Die nächsten Feste


B"H

Am Rosh HaShana stopft man sich gewöhnlich voll Essen und ist froh, am darauffolgenden Tag einen Fastentag (Zom Gedaliah) zu haben. Einige Tage später folgt der Fastentag Yom Kippur und nach ihm stopft man sich genauso voll. Trotz wahnsinniger Kopfschmerzen am gestrigen Nachmittag überlebte ich das Fasten recht gut und schnell. Gleich danach hatten wir einen riesigen "Break Fast" mit Bageln, Cream Cheese, gelbem Hartkäse, Bananen, Äpfeln und vielen vielen Getränken verbunden mit dem Gefühl, es wieder einmal geschafft zu haben.

Hunderte Leute machten sich auf in die Jerusalemer Innenstadt, wo eine wilde Bongo Hippie Band in der Fußgängerzone Ben Yehudah herumdröhnte. Die Restaurants und Cafes waren kurz nach Fastenende rappelvoll und ich ging zu Freunden auf einen Kaffee. Am Montag abend steht das Laubhüttenfest Sukkot an, was ich anscheinend vollständig im haredischen Bnei Brak (nahe Tel Aviv) verbringen werde. Vermissen täte ich das Geschehen in Mea Shearim schon, doch ist es nicht schlecht, an den Feiertagen auch einmal bei anderen chassidischen Gruppen wie Bohush, Vishnitz, Sadigura, Biale, Nadvorna, Aschlag, Lelov und anderen vorbeizuschauen.

An diesem Schabbat aber bin ich noch in Jerusalem, wobei ich noch nicht weiß, wo ich heute abend enden werde. Bei einem chassidischen Tisch oder nicht. Mal schauen …

Die Jerusalemer selbst beschweren sich, dass derzeit vor und an den Sukkotfeiertagen zuviele radikale Christen durch die Stadt laufen. Mit Plakaten wie "J. liebt Euch alle" und so. Besonders in der Altstadt. Nicht, dass Sukkot nur ein jüdisches Fest ist, denn zu Tempelzeiten kamen von überall her Nichtjuden auf Besuch, um im Tempel ein Opfer darzubringen. Heutzutage jedoch hat sich der Feiertag zu einem christlichen Missionarstreffen entwickelt und wie Bewohner sind kräftig genervt und froh, wenn all diese Touristen wieder abreisen.

Ein kleines Live - Beispiel zwischendurch: Vor mir im Cafe sitzt ein Touristenaar, welches aufgeregt das Neue Testament studiert.

Ich schere mich weniger um solche Fundis und kümmere mich um andere Themen und Leute. Und in wenigen Stunden steht der Schabbat an und was schert mich da die Mission ? Es scheint die Sonne und wir werden garantiert einen angenehmen Schabbat verbringen; mit viel Essen und hoffentliche ohne großes Aufsehen bzw. negative Ereignisse. Allerdings rate ich jenen christlichen Besuchern, Mea Shearim sowie andere haredische Gebiete zu meiden, denn dort kann es beosnders an diesen für uns Bewohner nervigen Mssionstagen zu unliebsamen Vorfällen kommen.

Schabbat Schalom aus dem niemals langweiligen Jerusalem !


Montag, September 29, 2008

Das war es fast !


Das "Avinu Malkenu - Unser Vater - Unser König - Gebet"


B"H

Mit neuen Elan sollen wir heute abend ins Neue Jahr "rutschen". Wobei wir uns keinesfalls einen "Guten Rutsch" wünschen und die Korken knallen lassen. Naja, Wein wird fließen, jedoch eher in Maßen. Dafür hagelt es reihenweise gute Vorsätze, die ich mir kaum mehr auferlege. Ich gebe mich jedes Jahr eher den gleichen Gedanken hin, nämlich das ich mich irgendwie etwas mehr perfektioniere. Perfektion ist übertrieben, aber man nimmt sich schon vor, dieses und jenes relig. Gesetz vielleicht einmal mehr und intensiver einzuhalten. Mitmenschliche Beziehungen zu verbessern und überhaupt ein besserer Mensch zu werden.

Aber meiner Meinung nach sollte dies täglich erfolgen, denn gerade an einem so wichtigen Tag wie Rosh HaShana weiß man vor guten Vorsätzen manchmal nicht so recht wohin. Dann kommen unnötiger Erfolgsdruck und Streß auf und schon ist die gute Stimmung leicht dahin. Deswegen gehe ich heute ganz ungezwungen in die Synagoge. Besser gesagt, ich nehme zusammen mit mehreren Freunden an einem ganzen Programmpaket teil. Mit Shiurim (Vorträgen) und schon auchmal dem Spruch "Take it easy". Wir unterliegen einem straffen Zeitplan, dem wir am Essenstisch bei der Machlis – Family entkommen. Aber nicht nur dort, denn auch das ultra – orthod. Mea Shearim steht an.

Und abermals wünsche ich allen Lese rein glückliches und gesundes Neues Jahr. Besonders den jüdischen Lesern wünsche ich ein großartiges Fest samt intensivem Synagogeng – ttesdienst.
Leider kann ich nicht die Jerusalemer Stimmung perfekt herüberbringen, aber wie Rabbi Mordechai Machlis immer zu sagen pflegt, wir sollten alle Diaspora - Juden in unserem Kiddusch mit einschließen. Und ob Ihr es glaubt oder nicht, spirituell seid auch Ihr in Jerusalem anwesend. Das klingt jetzt furchtbar abgefahren, ist aber so.

Shana Tova veChatimah Tova – Ein gutes Neues Jahr und möge Euch G – tt alle auf ein weiteres Jahr ins "Buch des Lebens" eintragen !

Freitag, September 26, 2008

Zeit für Bilanz

B"H

Da wieder einmal oder besser gesagt schon wieder Rosh HaShana vor der Türe steht und sich das alte Jahr 5768 verabschiedet, ist es auch an der Zeit, Bilanz zu ziehen. Bilanz im Privatleben und gleichzeitig auch die der Blogs.

Als ich vor zwei Jahren, zugegeben aus Langerweile, den Hamantaschen - Blog ins Leben rief, war mir nicht bewußt, was ich damit auslösen würde. Ich saß während einer zweistündigen Mittagspause in der Bäckerei vor dem PC und wollte nicht nur so surfen, sondern meine Zeit wenigstens zu etwas Positivem nutzen. Und so eröffnete ich aus einer spontanen Idee heraus den Blog. So spontan, dass als mich das System nach einem Namen fragte, ich gar nicht wußte, was ich da eintippen sollte. Um mich herum befanden sich Backwaren und auf welche Wörter kommt man da wohl zuerst.
Hm, Mohnkuchen oder Kekse geht ja schlecht, also dachte ich an die nächsten Feiertage. Und so kam ich auf Hamantaschen, ein Titel, den ich immer noch gräßlich finde, aber naja.



Meine Idee war es, der Außenwelt etwas vom orthodoxen Judentum zu vermitteln. Insbesondere natürlich aus der haredischen (ultra - orthod.) Gesellschaft. Letzteres zieht fast immer nur Vorurteile auf sich, denn normalerweise wenden sich die Haredim nicht mit Erläuterungen an die Außenwelt. Später entstand mein Jerusalem - Blog, doch ich verschwiege lieber die Hintergründe, die zu dessen Entstehung führten. Ansonsten halten mich Einige für geistesgestört oder so.

In der Zwischenzeit habe ich mehrere Blogs in zwei Sprachen und ich hoffe, dass ich einigermaßen erfolgreich einige Einblicke an die Leser weitergegeben habe, welche ansonsten gewisse Themen so oder anders nicht gehört oder verstanden hätten.
Mein Privatleben wurde aufgrund der Blogs auch mächtig durcheinandergeschüttelt, denn da ich mittlerweile mehrmals die Woche Shiurim (relig. Vorträge) abhalte, bin ich gezwungen zu pendeln. Zwischendurch mußte ich sogar die Bäckerei aufgeben, bei der ich nun doch wieder zweimal pro Woche beschäftigt bin. Irgendwie ging dort immer alles schief: Man fand keinen Nachfolger oder dieser entpuppte sich als Katastrophe. Und so bin ich seit einer Woche wieder dabei. Mit eingeschränkter Zeit, aber immerhin.

Viel Privatleben bleibt nicht mehr und viele Freunde sowie Family müssen oft hinten anstehen. Glücklicherweise haben sich Einige daran gewöhnt oder versuchen es, zu akzeptieren.

Zu Beginn des Jahres traf ich mich mit M., einem Mönch aus Deutschland, der in Israel volontierte. Ich nahm ihn mit zu Rabbi Machlis und wir trafen uns ab und an zu Kaffee oder Bier. Danach folgten noch einige wenige weibliche Leserinnen, aber das war es. Treffen sind auch nicht unbedingt mein Hauptziel, sondern die in den Blogs vermittelten Inhalte.

Als ich über die chassidischen Gruppen zu berichten begann, so war dies gleichzeitig für mich ein Ausflug in die eigene Vergangenheit. Erst befürchtete ich, dass ich mich wieder in einen Strudel reissen lasse und sozusagen ins Mea Shearim - Raster zurückfalle. Kurz darauf jedoch merkte ich, dass ich mich sehr wohl wieder in haredischen Kreisen bewegen kann, ohne an meine alten Situationen zu denken. Manchmal überlege ich mir sogar, ob ich nicht alles für mich selber schreibe und so mit mir kommuniziere. Mir nicht selbst einen Weg in die Gesellschaft suche, ohne Mitglied zu sein und Zwängen zu unterliegen. Aber dennoch emotional irgendwie dabei.

Was wäre ein Blog ohne interessierte Leser und da ich kaum weiß, wer diese Leser überhaupt sind, möchte ich mich trotzdem bei allen bedanken und hoffe, dass die Bloginhalte einigermaßen interessant sind. Vor Jahren rief mich einmal einen Berlinerin an und meinte, dass mein Geschreibsel oft total extrem klingt, aber wenn sie so mit mir redet, dann hat sie einenn ganz anderen Eindruck. Mag sein … weiß ich nicht.

Extrem oder nicht, ich wünsche schon einmal jetzt allen ein Gutes, Gesundes und Erfolgreiches Neues Jahr 5769 und natürlich wird auch der anstehende Schabbat nicht vergessen: Schabbat Schalom !

Montag, August 04, 2008

Nefesh Be'Nefesh Jewish Bloggers Convention

B"H

Gestern ließ mich eine Freundin von diesem Event wissen und ich schrieb mich ein. Offiziell heißt es, dass "Nefesh Be'Nefesh" sich später melden wird, um einem mitzuteilen, ob man registriert worden ist oder nicht.

Heute schon bekam ich die Zusage und ich mache mich am 20. August auf zur Nefesh Be'Nefesh Bloggers Convention in Jerusalem. Wird bestimmt interessant werden, obwohl viele schon im Internet ablästerten, dass dies ja wohl eine Convention für "Frummies - Fromme" sei. So, what ? Wir zahlen ja nichts, denn alles ist von Nefesh Be'Nefesh gestiftet.

Wer sich noch anmelden will, kann dies sicher tun. Allerdings sollte es sich um einen jüdischen Blogger mit meist orthod. Inhalt handeln. Ausserdem muss der Blog vollständig in englischer Sprache geschrieben sein !!!

Wen mein engl. Blog interessiert:

http://shearim.blogspot.com


The conference will include:

- 'Meat' & Greet: Mingle and network with fellow bloggers over a Deli buffet
- Panel Discussion: Taking Jblogging to the next level: Increasing your readership, reach and influence
- Comedy performance by FrumSatire: The Rantings of a Frum Yid with a Warped Perspective
- Branding Israel - From Vision to Reality: Zavi Apfelbaum, Director of Brand Management, Foreign Ministry
- Building Israel One Post at a Time - Open Discussion with Blogger Panelists
- Dessert

Dienstag, Juli 01, 2008

Das Oberrabbinat und das liebe Geld

B"H

Auch heute bleiben wir von keinem neuen Rabbanut (Oberrabinat) - Skandal verschont. Manchmal tun mir tatsächlich jene ehrlichen Rabbiner dort leid, wenn ein weiterer Skandal am Horizont auftaucht. Während meiner Zeit, in der ich im Mai / Juni 2001 mit dem Rabbanut Jerusalem zu tun hatte (bezüglich des deutschen Landesrabbiner Netanel Wurmser und seinen illegalen Machenschaften mit Konvertiten zum Judentum), habe ich ausschließlich nette ehrliche Rabbanutsangestellte kennen gelernt.

Schon an der Rabbanuts - Rezeption im Erdgeschoß (in der Yeshayahu Street) wird unterteilt. Aschkenazischer oder sephardischer Jude, darauf kommt es an. Wie bekannt verfügt Israel über zwei Oberrabbiner. Der momentane sephardische Oberrabbiner ist Rabbi Shlomo Amar und der aschkenazische Oberrabbiner ist Jonah Metzger. Beide sind Oberrabbiner sind Staatsangestellte und beide werden im allgemeinen von den Haredim (Ultra - Orthod.) nicht anerkannt.

Wer ins Rabbanut kommt, der wird von der Rezeption aus in seine zuständige Abteilung zugewiesen. Es gibt jedoch auch sogenannte "Zwischenabteilungen" für indische "Juden", die allerdings in Israel erst durch den Giur (Konversion zum Judentum) müssen und für die äthiopischen Juden.

Aschkenazische Juden erkennen die Äthiopier nicht als Juden an. Diese Entscheidung fiel schon sehr früh (in den 80iger Jahre) als die Masseneinwanderung der äthiopischen Juden nach Israel begann. Nicht nur das viele Äthiopier nichtjüdische Ehepartner haben und dadurch die Kinder ggf. keine Juden sind; die aschkenazische Abteilung des Rabbanuts verlangte eine generelle Konversion zum Judentum, ansonsten würde man die äthiopischen Juden nicht als Juden anerkennen.

Erst der damalige sephardische Oberrabbiner Ovadiah Yosef schrieb die Äthiopier als Juden ein. Somit gehören sie mehr oder weniger zur sephardischen Abteilung.

Leider ist es bei den Äthiopiern nach wie vor der Fall, dass viele von ihnen keine halachischen Juden sind. Die israel. Tageszeitung "Yediot Acharonot" deckt heute diesbezüglich einen weiteren Skandal auf. "Yediot" erklärt, dass sich viele äthiopische Juden an sie gewandt hätten, um die Vorwürfe gegen das Rabbanut (Oberrabbinat) der breiten Öffentlichkeit bekanntzumachen.

Jener beim Rabbanut angestellte äthiopische Oberrabbiner Yosef Adana, sowie ein Rabbinerkollege von ihm namens "Zadok" würden viele äthiopische junge Paare schamlos ausbeuten.
Ein Paar schreibe sich beim Rabbanut für eine Hochzeit ein und bekomme sofort eine Zusage. Daraufhin mietet das Paar einen Hochzeitssaal, bestellt das Essen, kauft Kleidung und lädt die Gäste ein. Drei Wochen vor dem Hochzeitstermin bekomme man plötzlich einen Anruf vom Rabbanut, dass die Eheerlaubnis nicht erteilt werde, da bei einem der Partner der Verdacht bestehe, halachisch nicht jüdisch zu sein.

Was tun ? Alles wieder absagen ? Falls ja, kostet das Tausende von Shekeln und dann noch die Blamage vor den eingeladenen Gästen.

Nein, nein, das muß ja alles nicht sein, meine daraufhin der äthiopische Oberrabbiner Yosef Adana. Er hätte da den sephardischen Rabbiner Zadok zur Hand und der könne das Paar schon trauen. Gegen einen kleinen Unkostenbeitrag versteht sich, denn umsonst sei ja schließlich nichts. Und so sackt Rabbi Zadok bei jeder Hochzeit 3000 - 5000 (600 - 1000 Euro) steuerfreies Cash ein. Bezahlt werde vor der Trauung in bar. Und danach folgt alles ganz traditionell: Chuppah (Hochzeitsbaldachin), Ringe, zerbrochenes Glas und der Hochzeitssegen: "Ke'dat Moshe uBnei Israel".

Rabbi Zadok gab zu, dass die ganze Zeremonie ja nur eine einzige Show sei und jeder der Parteien dies wisse. Die Hochzeit anhand eines Rabbis mache einen ja nicht automatisch zum Juden.
Eine frischvermählte Äthiopierin meinte zur Presse, dass der Rabbi das Geld zwar nahm, doch habe er sich geweigert, niederzuknien und dem Bräutigam das zu zertretende Glas zwischen die Beine zu stellen. Soweit reiche dann die Liebe doch nicht und der Rabbi sei sich zu schade gewesen, vor einem Goi (1) niederzuknien.

Was in dieser Angelegengeit weiterhin geschehen wird, ist unbekannt.


(1)

Goi: Der Begriff wird fälschlicherweise IMMER mit "Nichtjude" übersetzt. Eigentlich heißt "Goi" Volk. In der Thora lesen wir zum Beispiel einige Male den Begriff "Israel - Goi Kadosch - Israel - das Heilige Volk".

In dem o.g. Fall jedoch heißt Goi Nichtjude.