B"H
Es ist geradezu in Mode gekommen, dass sekuläre Juden (geschweige denn Nichtjuden) Bücher über die ultra - orthodoxe (Haredi) schreiben. Je extremer die chassidische Gruppe, desto höher der Bücherumsatz. Und genau das ist es, was derlei "Autoren" wollen:
Geld verdienen, egal um welchen Preis.
Jeder hat das Recht zu tun, was er will, aber sobald sekuläre Juden von haredischen Rabbinern berichten, wird der Inhalt größtenteils zum Wirrwarr, der seinesgleichen sucht.
In der 80iger Jahren verfasste der linksgerichtete israelische Journalist Amnon Levi sein Buch "Die Haredim". Recht gut geschrieben und der Leser merkt, dass Levi hier guten Research betrieb. Ein Gerrer (Gur) Chassid sagte mir jedoch, dass Amnon Levi einen Fehler gemacht habe: Er schrieb das Buch als sekulärer Jude und das passt nicht. Es passt nicht, weil ich nicht einfach daherkomme, an einer Gesellschaft nicht im Geringsten interessiert bin und einfach aufs Geratewohl loslege.
Zahlreiche sekuläre Juden schlichen sich in die haredische Gesellschaft ein, um so an Infomaterial zu kommen. Meist ohne viel Erfolg, da sie die Gruppeninhalte / Ideologien und Lehren nicht interessiert. Somit ist das Resultat negativ, denn ich muss ein Thema begreifen und mich damit eingehend auseinandersetzen. Nicht nur die Oberfläche mitnehmen und nach eventuellen Skandalen Ausschau halten, sondern in die Tiefe gehen. Aber wer will sich jahrelang mit etwas befassen, wenn es um das schnelle Geld geht ?
Manchmal sehe ich einen Uniprofessor in Jerusalem, der ein Buch über einen ehemaligen Rabbi der antizionistischen Neturei Karta schreibt. Der Professor beschwert sich bei seinen Kollegen, warum denn die Neturei Karta oder anderweitige Gruppierungen nicht mit ihm reden.
Das allein zeugt schon von Unverständnis der Materie. Man kommt nicht eben einmal so als sekulärer Prof einer (zionistischen) Uni daher und will Informationen. Das Herantasten an manche Gruppierungen kann äußerst zeitaufwendig sein. Anstatt jeden Schabbat in deren Synagogen anzurücken und so Kontakte zu knüpfen, ruft der Professor an und macht auf "Ich bin Professor und gibt mir die Infos". Eben weil er abgelehnt wurde, hetzt der Professor jetzt erst recht gegen die Neturei Karta und anderweitige Rabbiner. Ich kann mir schon jetzt ausmalen, wie sein Buch aussehen wird.
Das Schlimmste an solchen Verhaltensweise ist, dass später die Leser, welche keinerlei Ahnung von Haredim haben, die Inhalte glauben. Dem Autor ist es egal, ob so manche Beschreibung frei erfunden ist, wenn es keine Infos gab. Sind doch die Rabbiner selber schuld, wenn sie am Telefon nicht reden ! Hauptsache das Buch bringt Geld.
Einen der wenigen Autoren, die ich zum dem Thema empfehlen kann, ist der ehemalige Gerrer (Gur) Chassid YITZCHAK ALFASSI. ER schrieb mehr als siebzig Bücher und einige davon wurden ins Englische übersetzt. Yitzchak Alfassi lehrte an der Tel Aviv University und seine Bücher zum Chassidismus sind absolut glaubwürdig.