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Montag, Juni 11, 2012

Gewürzmischung gegen das "Böse Auge / den Bösen Blick"

B"H

Neulich betrat ich einen Jerusalemer Gewürzladen am Machane Yehudah Markt und zu meiner Überraschung wird dort eine eher ungewöhnliche Gewürzmischung angeboten: Eine Rezeptur gegen das “Böse Auge / den Bösen Blick” (Hebräisch: AYIN HA’RAH). Die seltsame Mischung soll jedenfalls davor schützen.


Sieht aus als bestehe die Mischung aus kleinen Zweigen, Steinchen und vielleicht ein paar Gewürzen. Was es nicht alles gibt.

Photo: Miriam Woelke

Links:


Mittwoch, Juni 15, 2011

Leserfrage: Heilungsmittel gegen das “Böse Auge – Ayin HaRah”

B”H

Der Talmud lehrt von Juden, die bestimmte Flüche aussprechen und somit andere Leute verfluchen. Ebenso ist das “Böse Auge – Ayin HaRah” sehr bekannt. Und das besonders in sephardisch / orientalisch– jüdischen Kreisen.

Zum “Bösen Auge” gibt es unterschiedliche Interpretationen. Zum einen, dass jemand einem neidisch auf etwas ist und daher ein “Böses Auge” auf eine Neuanschaffung wirft. Dann wieder kann auch ein Mensch einem Mitmenschen ein “Böses” Auge zuwerfen. 

Im Mittelalter existierten in jüdischen Kreisen in Deutschland recht zahlreiche Theorien, Praktiken – teilweise mit Aberglauben behaftet. Einige Theorien erfanden die Juden selbst; andere wiederum wurden von der christlich geprägten Umgebung übernommen.

Wie kann man den “Bösen Blick” abwenden ?

Einige schwören auf den weit verbreiteten Hamsa (siehe Bild oben) und hängen sich diesen in die Wohnung oder sogar als Kette um den Hals. Andere lieben es, sich einen kleinen roten Wollfaden um das Handgelenk zu wickeln.

Der Talmud dagegen lehrt, dass eventuelle Flüche anderer Leute auf uns so umgangen werden können, indem man einfach nicht an sie glaubt. Dies allerdings ist nur eine Theorie unter vielen.

Selber messe ich dem “Bösen Blick” wenig Bedeutung zu und betrachte all das eher als Aberglauben. 


Link:

Das Buch der Heilungen

Dienstag, März 08, 2011

Ein Heilmittel gegen das “Böse Auge” / den “Bösen Blick”


Die Hand: Schutz gegen AYIN HARAH ?

B”H

“Ayin HaRah” spielt im Judentum eine nicht ganz unwesentliche Rolle. Zu heutiger Zeit vielleicht mehr in sephardischen Kreisen als in aschkenazischen.

Der Talmud Traktat Berachot 55b nennt uns ein Heilmittel gegen den “Bösen Blick” anderer: Die Gemara (rabbinische Diskussion) lehrt, dass eines der Heilmittel gegen das “Ayin HaRah – Böse Auge” sei, seine Daumen in der jeweiligen gegenüberliegenden Hand zu halten oder auf seine Nasenlöcher zu schauen. Zumindest den Blick gen Nase richten.

Was eigentlich ist das “Ayin HaRah” und wie kann sich jemand die beiden Prozeduren ersparen ?

Antwort: Indem er nicht mit seinen Besitztümern herumschwadroniert und den Neid seiner Mitmenschen erregt. Wenn er das aber tut, könnte er theoretisch selber verursachen, dass G – tt ihm die Besitztümer wieder wegnimmt und diese den anderen zukommen lässt.

Stattdessen sollte sich jemand vor der eigenen Arroganz hüten und sagen, dass er von G – tt mit materiellen Besitztümern ausgestattet worden ist. Es gibt demnach nichts zum Angeben, denn G – tt liess einem die Gesundheit, die Schönheit oder Erfolg zukommen und all das war für eben jene Person gedacht und für niemand anderen. Wie wir bereits wissen, hat jeder Mensch seine individuelle Aufgabe auf dieser Welt und wenn der Nachbar ein neues Auto hat, dann gehört es ihm und er hat damit seine Aufgabe. Wenn ich kein auch neues Gefährt besitze, so finde ich meine Lebensaufgabe auf anderem Gebiet.

Dennoch meint die Gemara, dass jemand sich gegen den neidischen Blick anderer schützen kann, indem er seine Daumen in die gegenüberliegenden Hände nimmt.
Was aber, wenn ich neidvoll auf eine andere Person starre ? Wie kann ich mich dann schützen ? Indem ich versuche, auf mein linkes Nasenloch zu schauen. Somit schaue ich auf das, was mir gehört und nicht auf den Besitz anderer. Die Nasenlöcher, so gibt die Gemara im Talmud an, seien das nächste Organ am Auge. Das linke Nasenloch deswegen, da das rechte Reichtum und Ehre repräsentiert. 

Link:

Dienstag, November 24, 2009

"Sefer Raziel HaMalach - Buch des Engel Raziel"

B"H

Es ist immer wieder erstaunlich wieviele Leute heutzutage nach der jüdischen Kabbalah drängen.
Was die Leute in den meisten Fällen verwechseln sind "Kabbalah" und "Spiritualität". Nicht alles, wo man meint, es hebt einen spirituell in obere Gefilde ist mit der eigentlichen Kabbalah gleichzusetzen. Was die Mehrheit immer wieder sucht sind Antworten auf Lebensfragen; wie löse ich meine privaten Probleme und so in der Art.
Die wesentliche Bedeutung der jüdischen Kabbalah aber ist recht simpel:
Die "Geheimnisse der Thora". Was verbirgt sich hinter den Zeilen ?

Daher beruht das Studium der Kabbalah auf der Thora anhand von Midraschim oder dem Talmud. Genau das und die lang andauernden konplizierten Studien sind den Menschen zu langweilig und aufwendig. Sie wollen jetzt abheben und noch dazu ihre Probleme lösen und nicht erst in zehn Jahren oder so.
Das ist einer der Gründe, warum das "Kabbalah Center" so aussergewöhnlich erfolgreich ist. Man benötigt keine bis mindere Vorkenntnisse und die Inhalte sind auf jedermann zugeschnitten. Mit der ALDI - Tüte in der Hand eben mal so kurz zwischendurch einen Vortrag gehört.

Die europäischen Juden im Mittelalter bedienten sich vielerseits diverser Amulette (Heilszeichen, Talismänner). Wann immer heutzutage jemand auf die Bilder antiker bzw. mittelalterlicher Amulette stösst, kann dies schon eine falsche spirituelle Euphorie auslösen. Man hat zwar keinen blassen Schimmer, was das Amulett bedeutet, aber irgendwie schaut es doch nett geheimnisvoll und mystisch aus.

Vor einigen Jahren kaufte ich mir das Buch "Sefer Raziel HaMalach" und finde es bis heute recht verwirrend. Einige Buchseiten sind voll mit Amuletten, was mich nicht fasziniert, denn ich stehe nicht auf Aberglauben. Eingeschlossen hierbei die roten Fäden, welche meist sephardische Juden als Zeichen gegen das "Böse Auge - Ayin HaRah" tragen.
In "Raziel HaMalach" befindet sich sogar eine Skizze von einem Amulett, welches bis heute viele relig. Juden in die Wiege ihres Neugeborenen befördern. Dieses Amulett soll ihr Baby vor den "mörderischen" Fängen der ersten Frau Adam HaRishons, nämlich der L., bewahren.

Nun stiess ich gleich auf zwei Skizzen (Amulette) des Buches und wunderte mich nur darüber, wie das alles ins Internet kommt.

 






Zur Aufklärung:

Ofer Gamliel wrote:



Dear Rabbi,


Why is it recommended not to read the book of Raziel the Angel? Thank you.
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Dear Ofer Gamliel,


I heard the following from known Kabbalists here in Jerusalem. There is an ancient authoritative Kabbalistic work called Raziel HaMalach (Raziel the Angel). This book is cited by the Zohar, but the book itself was lost over a thousand years ago.


What is known today as the book of Raziel HaMalach is actually a distorted version of a genuine Kabbalistic work written by one of the Rishonim (11th - 15th century commentators). One of the Rishonim wrote a Kabbalistic work, not called Raziel Hamalach. Later, probably before the time of the Arizal (16th century), somebody took this work, added his own ideas to it and added pieces from sources inconsistent with traditional Jewish thought. He then published it under the title Raziel HaMalach. This work is not studied in the Kabbalistic schools.

Quelle: Ohr Sameach


Anmerkung: Christen haben übrigens ihre eigene Kabbalah !