Mittwoch, März 09, 2011
Die "Sieben Noachidischen Gesetze" für Nichtjuden
Montag, Januar 31, 2011
Das halachische Verbot des Trinken aus einem bestimmten Brunnen
Sonntag, Juni 06, 2010
Können wir uns selbst in Gefahr begeben und auf G - ttes Hilfe hoffen ?
Dienstag, Mai 11, 2010
Die ersten Gesetzestafeln (Luchot)
Donnerstag, März 18, 2010
Parashat Vayikra - פרשת ויקרא
B"H
Fakt ist, dass sobald der Meschiach kommt und der Dritte Tempel steht, wir wieder Tieropferungen bringen werden. Kein Sündenopfer (Chatat), sondern wohl eher ein Dankesopfer an G - tt (Olah).
Die Opferungen waren / sind nicht dazu da, weil es um blutrünstige Befriedigung durch Opfer im eigentlichen Sinne geht. Im hebräischen Original wird ein Tempelopfer "Korban" genannt und eben jenes Wort beinhaltet die Buchstabenwurzel "Lehitkarev - näher kommen - להתקרב". Anhand des Opfer kommen wir demnach G - tt näher; dennoch nur dann, wenn wir aufrichtig bereuen und geloben, in Zukunft alles besser zumachen.
Details dazu HIER !
In der Parashat Vayikra verbietet G - tt den Juden ausdrücklich jeglichen Blutverzehr. Schon das Ablecken des Blutes von jemandem, der sich in den Finger schnitt, ist verboten. Rabbi Samson Raphael Hirsch hat dazu einen einzigartigen Kommentar:
Nur in der hebräischen Sprache erscheint die wahre Bedeutung des Wortes "Korban" zum Ausdruck gebracht, denn wer "Korban" im Deutschen lediglich als "Opfer" übersetzt, der hat die eigentliche Bedeutung nicht verstanden. Es wird nicht geopfert, sondern durch den Willen der Umkehr entsteht eine neue Beziehung zu G - tt und somit einen gewisse Nähe. Theoretisch könnte ich ein Opfer bringen und mir sagen "Naja, jetzt ist eh alles vergeben". G - ttes Erbarmen jedoch findet nur dann statt, wenn ich wirklich meine negativen Taten bereue und wenn dem nicht der Fall ist, kann ich soviele Opfer auf den Tempelaltar schmeissen, wie ich will; vergeben ist letztendlich nichts.
Rabbi Hirsch fährt fort:
Immer dort, wo in der Thora von den "Korbanot - Opferungen" die Rede ist, wird G - ttes Name Yud - Heh - Vav - Heh - י - ה - ו - ה verwendet. Der Name, welcher Gnade ausdrückt und nicht pures Gericht / Urteil wie der Name E - lo - h - i - m. G - tt lässt demnach keine harte Justiz walten, sondern Gnade. Jemand bekommt die Möglichkeit, seine vorherigen Fehler im Leben zu korrigieren. Eine spirituelle und moralische Wiederauferstehung sozusagen. Der Gewinn von neuer Stärke den Willen G - ttes, die Thora, zu erfüllen.
Der Ramban (Nachmanides), 1194 - 1270, merkt in seinem Thorakommentar an, dass die Tatsache, dass der Name Yud - Heh - Vav - Heh in Verbindung mit den Opferungen genannt wird, dies ein Zeichen der Widerlegung jeglicher christlicher Theorien darstellt, welche G - tt als Dreifaltigkeit proklamieren. G - tt besitzt nur EIN ewiges und zeitloses inneres Wesen und das ist Er selbst. Ohne Verwandte oder Geister.
Ferner weist der Ramban darauf hin, dass der G - ttesname Yud - Heh - Vav - Heh stets eine Vereinigung bedeutet. In Bezug auf die Korbanot also auf eine Vereinigung zwischen G - tt und Seinem Volk Israel (den Juden).
Ein Wunder ist der Kommentar des Ramban nicht, denn seinerzeit führte er mehrere Dispute mit Abgesandten der katholischen Kirche. Berühmt ist vor allem sein öffentliches Streitgespräch mit Pablo Christiani.
In der Thora heißt es, der Geruch der aufsteigenden Opferungen finde G - ttes Wohlgefallen.
Der "Geruch" ?
Wir wir bereits wissen, ist G - tt kein Wesen, welches nach Gerüchen aburteilt und so ist der Ausdruck vermenschlicht um zu verdeutlichen, wie sehr G - tt die Umkehr eines Menschen zu Ihm gefällt.
Die Kennzeichen eines Menschen sind seine Gedanken, seine Sprache (Ausdruck) sowie seine Taten. Anhand dieser Merkmale ist der Mensch jederzeit in der Lage, sein Leben zu ändern, denn G - tt gab uns eine Umkehr. Wir haben die Möglichkeit zu bereuen und ein besseres Leben zu geloben. Niemand wird sofort und gnadenlos verdammt, nur weil er einmal einen Fehler beging.
Links:
Tierschächtungen im Judentum
Wie weiter ohne Tempel ?
Sonntag, Februar 28, 2010
"Panim be'Panim"
Montag, Juni 29, 2009
Das Zudrücken der Augen eines Toten
Yael fragte neulich, ob ich nicht etwas zur "Sterbehilfe im Judentum" verfassen könne. Das Thema ist hochinteressant, aber genauso hochbrisant. Es bestehen unterschiedliche rabbinische Entscheidungen, wobei stets der Individualfall beeinflussend ist.
Im Talmud Traktat Schabbat 151b heißt es in der Mischna, dass derjenige, der die Augen eines Sterbenden zudrückt, ein Mörder ist.
Die Mischna meint mit ihrer vielleicht harsch klingenden Aussage, dass es sich hierbei um jemanden handelt, der einer gerade sterbenden Person die Augen zudrückt. In einigen Fällen mag der Sterbende noch gar nicht tot sein, doch seine Augen sind schon zu. Und derjenige, der dies vorzeitig unternimmt, wird als Mörder gesehen.
Der große Thora - und Talmudkommentator Raschi kommentierte seinerzeit, dass im Moment des Todes die allerkleinste Bewegung den Tod beschleunigen kann. Womit auch das Augenzudrücken gemeint sei. Wer einen Sterbenden vor sich hat und es mit demjenigen tatsächlich zuende geht, der sollte eine bestimmte Zeit nach dem Tode warten und dann der Leiche die Augen zudrücken (siehe den Rambam - Maimonides in seiner "Mischna Thora - Hilchot Aveil 4:5).
Die anschliessende Gemara (rabbinische Diskussionen) folgend der Mischna vergleicht den Fall mit einer flackernden Kerze. Obwohl die Kerze gleich ausgeht, besteht in ihr immer noch ein kleines Quentchen an Leben. Genauso sei es bei einem Sterbenden. Drückt man mit dem Finger die flackernde Kerze vorzeitig aus, so erlischt das Leben und auch hier sind Parallelen zum Sterbenden auszuweisen.
Allerdings bestehen unterschiedliche Interpretationen darüber, ob besagte Person in solch einem Fall wirklich als Mörder gilt und vor Gericht zu stellen ist. Einige Rabbiner sagen JA, andere wie der Radvaz, vertreten die Ansicht, dass die Mischna hier nicht wörtlich zu nehmen sei.
Warum aber finden wir diese Thema gerade im Talmud Traktat Schabbat und nicht woanders, wo es um den Tod geht ?
Im Talmud Schabbat (Seite 151b) geht es um die Frage, ob jemand am Schabbat einem gerade Verstorbenen die Augen zudrücken darf und die Mischna antwortet hier mit NEIN. Der Schulchan Aruch (Code of Jewish Law) - Yoreh Deah 352:4 legt fest, dass die Augen eines Verstorbenen vor der Beerdigung geschlossen werden.
Nur nebenbei bemerkt: Im Judentum finden Beerdigungen meist noch am selben Tage, an dem die Person verstarb, statt.
Raschi nennt den Grund, warum einem Verstorbenen am Schabbat die Augen nicht zugedrückt werden dürfen:
"Einen Körperteil eines Verstorbenen am Schabbat zu bewegen, kommt der "Mukzeh" gleich".
Bei der "Mukzeh - Weglegen, beiseite geschafft" handelt es sich um gewisse Gegenstände, die ein Jude am Schabbat nicht benutzen darf. Zum Beispiel elektronische Geräte, Stifte, aber auch ein Haustier gehört in diese Kategorie.
Die Frage nach der Sterbehilfe im Judentum kann niemand so detailliert beantworten, doch vielleicht gab dieser Talmudausflug dem ein oder anderen eine Vorstellung davon, wie ernst der Tod im Judentum genommen wird. Auch heißt es an anderer Stelle, dass ein Mensch niemals die Hoffnung aufgeben darf. Selbst dann nicht, wenn ihm jemand ein Messer an den Hals setzt.
Donnerstag, April 30, 2009
Warum immer gleich zum Judentum konvertieren ?

B"H
Den unten aufgeführten Artikel hatte ich in der Vergangenheit schon einmal in den Blog gestellt. Ein Leser machte mich auf ein neues Buch bezüglich der Bnei Noach (der Noachiden) aufmerksam und brachte gleichzeitig zum Ausdruck, dass er nicht verstehe, warum die Leute immer gleich zum Judentum konvertieren, ohne vorher das Einhalten der Sieben Noachidischen Gesetze in Betracht zu ziehen.
Meiner Meinung nach ist die Bewegung der Noachiden gerade in Deutschland zu unbekannt. Andererseits ist nicht jeder, der nicht an J. als Meschiach glaubt und den reinen Monotheismus suchen, dafür gemacht zum Judentum zu konvertieren und nach der Konversion sämtliche halachische Regeln einzuhalten.
Wie ich oftmals im Internet lese berichten Konvertiten zum Judentum von ihrem Leben nach dem Giur, wobei sie sich offen gegen die Halacha aussprechen. "Das sei ja wohl alles nix und zu altmodisch !"
Dann frage ich mich jedesmal, wieso diese Leute überhaupt konvertierten, denn lt. eben jener von ihnen so abgelehnten Halacha sind sie, trotz Zertifikat, keine Juden, denn ein Seelenaustausch fand niemals statt !
Von daher wäre es für viele wesentlich vorteilhafter, sich der Noachidischen Bewegung anzuschliessen anstatt ins Judentum zu rennen und hinterher über die Orthodoxie zu lästern. Leute, die soetwas tun, hätte ich gerne bei ihrem Beit Din (rabbinisches Gericht) gesehen als sie den dortigen Rabbinern anscheinend die Hucke vollgelogen haben.
Der vorherige Artikel zum Thema:
Vielfach kommt es vor, dass jemand, aus welchen Gründen auch immer, sich von der christlichen Kirche abwendet und sich nach anderen Religionen umschaut.
Viele Leute meinen, dass wenn sie nun an den EINEN G - tt glauben wollen, sie unbedingt zum Judentum konvertieren müssen, da dies anscheinend die einzige Lösung sei.
Weit gefehlt, denn es gibt die sogenannte Bnei Noach - Bewegung, auf die ich morgen aus jüdischer Sicht etwas naeher eingehen will. Im Talmud Sanhedrin sind zu den Bnei Noach einige interessante Aspekte aufgelistet. Laut dem Judentum ist es sehr wohl möglich, an einen G - tt zu glauben und dennoch kein Jude zu sein.
Viele jüdische Leser machten mich darauf aufmerksam, dass es für so manchen potentiellen Konvertiten zum Judentum eine Fehlentscheidung waere, ausgerechnet zu konvertieren. Mehr als die Hälfte davon haben nicht vor die jüdischen Gesetze wirklich einzuhalten und nach dem Judentum zu leben. Mit einem Giur - Schein in der Hand glauben sie nun Juden zu sein, was nicht der halachischen Realität entspricht. Jude ist nur der, der auch eine neue Seele (Neschama) nach dem Giur erhält. Diese neue Seele wiederum gibt es nur für denjenigen, der wirklich beabsichtigt, die Mitzwot einzuhalten. Ich hatte darüber schon einmal berichtet:
http://hamantaschen.blogspot.com/2007/02/giur-und-halacha.html
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Nicht wenige mögen sich fragen, was das denn sei - die Bnei Noach. Wie soll man da beten oder was genau ist man dann überhaupt ? Christ, Jude, oder was ? Wo liegt meine Identität ?
Dazu hier ein paar Links einschliesslich des Literaturtips von besagtem Leser:
"The Divine Code" von Rabbi Moshe Weiner, Jerusalem
Ask Noach
Noachide.Org
The Noachides from Chabad
Kinder Noach (Deutsch)
Bnei Noach (auf Deutsch)
Jede, der sich für das Thema interessiert, kann gerne nachfragen oder sich an entsprechende Sites wenden !
Montag, April 27, 2009
Parashat Acharei Mot - Kedoshim
Jüdische Pilger vor dem Zweiten Tempel in Jerusalem
B"H
Die Thoralesung für diesen Schabbat
Zu Beginn der Parashat "Acharei Mot" heißt es, dass G - tt nach dem Tode der zwei Söhne Aharons (Nadav und Avihu) zu Moshe sprach. In einer der vorherigen Parashot (Schemini) starben die zwei als sie ein fremdes Feuer im Kodesh HaKedoshim (dem Allerheiligsten) opfern wollten. In Acharei Mot wird Moshe von G - tt beauftragt, seinem Bruder Aharon auszurichten, dass er als Hohepriester (Kohen HaGadol) nicht zu jeder Zeit in das Allerheiligste (Kodesh HaKedoshim) treten darf, sondern nur am Yom Kippur (Versöhnungstag). Aber auch an diesem Tag darf der Kohen HaGadol (Hohepriester) nur zu einem bestimmten Zeitpunkt ins Allerheiligste treten. Nämlich dann, wenn er den Opferdienst ausführt (Sifra).
Sechs Wochen nachdem die Juden am Berg Sinai die Thora erhielten, bauten sie das Goldene Kalb. Moshe zerbrach die ersten Gesetzestafel, stieg nochmals auf den Berg Sinai, bat für die Juden um Vergebung und bekam ein zweites Paar Gesetzestafeln. Mit diesen kam er, nachdem G - tt den Juden vollkommen vergeben hatte, am 10. des jüdischen Monats Tishrei (gewöhnlich im Oktober) hinunter vom Berg Sinai. Somit wurde dieser Tag,Yom Kippur, zum höchsten jüdischen Feiertag. Jedes Jahr an Yom Kippur bitten wir G - tt für unsere Vergehen um Vergebung und bitten Ihn ebenso, uns in das "Buch des Lebens - Sefer HaChaim" einzuschreiben. G - tt schaut bei unseren Gebeten am Yom Kippur auf unsere Intension, in Zukunft keine Sünden mehr begehen zu wollen oder zumindest Versuche zu starten, alles besser zu machen. Er richtet uns nach dem Augenblick und schaut nicht in unsere Zukunft, in der wir voraussichtlich abermals sündigen werden. Es kommt allein auf unsere Absicht und Ernsthaftigkeit in unseren Gebeten am Yom Kippur an.
Woher wissen wir, dass G - tt oft Menschen nach gewissen Augenblicken richtet ? Auch dann, wenn sie sich in der Zukunft als Katastrophen für das Jüdische Volk erweisen könnten.
Die Midrasch verweist auf den berühmten Vorfall mit Ishmael, dem Sohn Hagars und Avrahams. Als Hagar mit Ishmael in der Wüste saß und er dem verdursten nahe war und weinte, wurde Hagar Wasser gezeigt. G - tt hatte Mitgefühl mit dem weinenden Kind, obwohl Er wusste, dass von Ishmael einmal die Araber abstammen werden, welche in der Zukunft eine ständige Bedrohung für die Juden darstellen.
Wenn wir den ersten Satz in Acharei Mot lesen, meinen wir, dass G - tt Moshe bzw. Aharon nach dem Tode Nadav und Avihus beauftragte, nicht zu jeder Zeit ins Allerheiligste zu treten, um nicht zu sterben wie die beiden Söhne.Die Gemara im Talmud Traktat Yoma 53a stellt jedoch eine andere These auf. Die Warnung nicht zu jeder Zeit einzutreten bekam Moshe schon vor dem Tod der beiden. Die Art der Strafe für das Vergehen wurde ihm aber erst nach deren Tod mitgeteilt. Woher wissen wir das, fragt die Gemara und antwortet: Daraus das der Satz "…mit einer Wolke werde Ich erscheinen" grammatikalisch in der Zukunftsform geschrieben steht. Als G - tt den Satz aussprach, war Er noch nicht in einer Wolke erschienen.
Im Judentum haben wir das Konzept der Teschuva, der Umkehr zu G-tt. Wie weit wir auch von unserem Level hinabgefallen sind und welche Vergehen wir begangen haben, es gibt immer eine Chance zur Reue und Umkehr (Baer Moshe). Chassidischer Literatur zufolge ist es manchmal besser in niedrigere Level hinabzufallen, um danach viel höher aufzusteigen. Wir müssen nur den niedrigen mit dem hohen Level verbinden und sind dann somit in der Lage wieder zu einem hohen Level aufzusteigen (der Baal Shem Tov sowie sein Schüler und späterer Nachfolger Rabbi Dov Baer, der Maggid von Mezritch).
Was hiermit jedoch nicht gemeint ist und viele leider mißinterpretieren ist, dass ich mich nicht absichtlich in niedrigere Level fallen lassen. Sprich, Vergehen mit Absicht begehen, um hinterher zu bereuen und folglich in hohe Level aufzusteigen. Dieses war eines der wichtigen Konzepte des Schabtai Zvi, der da zum Islam konvertierte, nur um sich fallen zu lassen und hinterher höher aufzusteigen. In Wahrheit wurde Schabtai Zvi vor die Wahl gestellt zum Islam zu konvertieren oder hingerichtet zu werden. Aus Angst zog er den Islam vor und behauptete später alles mit Bedacht getan zu haben. Dieses idiotischen Handels wurden später die Chassidism beschuldigt, denn litvische Juden sahen in ihnen die Verhaltensmuster des G - tteslästerers Schabtai Zvi.
Der Kohen HaGadol (Hohepriester) erhält den Auftrag, seinen Service am Yom Kippur nur in weisser Leinenkleidung durchzuführen. An anderen Tagen trägt er dazu seine "Bigdei Zahav - seine goldenen Kleidungsstücke". Die Farbe weiß am Yom Kippur repräsentiert die Vergebung. Zum Thema Kleidung schreibt der Gründer der chassidischen Gruppe Toldot Aharon, Rebbe Aharon Roth, dass anständige Kleidung den Menschen vor Vergehen bewahrt, denn die Kleidung erinnert ihn immer daran, wer er ist.
Die Thora fährt fort mit einer ausführlichen Beschreibung des Yom Kippur Services. Ein wichtiger Teil war die Auslosung der zwei männlichen Ziegen. Die Auslosung nahm der Hohepriester vor und es wurde entschieden welche Ziege G - tt geopfert wurde und welche zum Azalzel, in die Wüste geschickt wurde. Übrigens stammt daher der Ausdruck "Sündenbock". Rabbi Samson Raphael Hirsch betrachtet die zwei männlichen Ziegen als eine Metaphor für das Jüdische Volk. Jeder von uns hat die freie Wahl G - tt zu dienen oder auch nicht. Wenn wir G - ttes Willen erfüllen, kommen wir metaphorisch gesehen in das Allerheiligste. Die Entscheidung, unseren eigenen Interessen zu folgen, hat dagegen keinen Platz im Allerheiligsten.
Aus dem Vorfall mit Nadav und Avihu lernen wir, wie gewissenhaft wir die Gesetze einhalten müssen, um keinen Schaden zu erleiden. Wir können nicht einfach eigene Initiativen entwickeln, sondern müssen das tun, was uns aufgetragen wurde, denn nur so können wir eine Perfektion (Schlemut) erreichen (Rabbi Samson Raphael Hirsch). Der Mensch sollte immer danach streben, seinen ihm gegebenen freien Willen positiv einzusetzen.
Jeder von macht die Erfahrung, dass er am Yom Kippur ernsthaft beabsichtigt, sich zu bessern. Realität ist, dass wir spätestens beim Neilah - Service am Ende ständig auf die Uhr schauen, wann es denn jetzt endlich etwas zu essen gibt. Dann wird Havdalah gemacht und alles stürzt sich aufs Essen. Unser Verhalten ist nur allzu menschlich.
Zum Schluss noch eine Story aus der Gemara im Talmud Sanhedrin 101a, 102b und 103a. Dort wird uns von dem bösartige König Menasche, Sohn des König Chizkiyahu, erzählt, der es zum Schluß doch noch schaffte, einen Platz in der kommenden Welt (Olam Habah) zu bekommen.
Menasche war 12 Jahre alt als er König wurde und regierte 55 Jahre lang in Jerusalem. Sein Vater Chizkiyahu war g - ttesfürchtig und hielt die Gebote ein (er hatte den Level vom Meschiach), doch sein Sohn Menasche war das genaue Gegenteil und betete Götzen an. Erst als die Assyrer Menasche gefangennahmen und nach Babylon brachten, begann er zu G - tt zu beten. G - tt erhörte seine Gebete und brachte ihn zurück nach Jerusalem.
Laut Midrasch Devarim Rabbah waren die Engel bei Menasches Tod dagegen, ihn aufgrund all seiner Sünden in die kommenden Welt (Olam Habah) zu lassen, doch G - tt vergab ihm, da Menasche ernsthafte Reue gezeigt hatte und ließ ihn doch noch ein. Dem Talmudkommentator Yad Ramah zufolge sah G - tt, dass König Menasche niemals Olam Habah erreicht, sollte er streng gerichtet werden. Da aber Menasches Gebete ernst gemeint waren, ließ G-tt Gnade vor Recht ergehen. Auch wir sollten daher niemals aufgeben.
In Paraschat Kedoschim erhalten wir wichtige Verhaltensregeln für unser tägliches Leben. Den Schabbat einhalten, Vater und Mutter ehren, nicht stehlen, nicht lügen und betrügen, nicht G - tes Namen missbrauchen, in Israel keine Früchte von Bäumen essen, die jünger als drei Jahre alt sind, kein Blut essen, keinen Ehebruch begehen und vor allem keinen Götzendienst begehen. G - tt will, dass wir Juden uns von anderen Völkern unterscheiden und gab uns deswegen die Thora mit ihren Gesetzen. Unsere Aufgabe ist es, dass wir mit der Einhaltung Seiner Gesetze anderen Völkern als Beispiel dienen. Die Thoragesetze wurden den Juden von G – tt gegeben, damit sie sich durch eine hohe Moral von den anderen Völkern unterscheiden. Durch ein bestimmtes Sozialverhalten, Charaktereigenschaften oder einer Fähigkeit zu vergeben. Ein Weg, G – tt näher zu kommen ist, Seine Thoragesetze zu erfüllen. Dies gilt für Juden genauso wie für Nichtjuden. Letztere sind an die "Sieben Mitzwot der Noachiden" gebunden und wenn sie diese einhalten, dann finden auch Nichtjuden einen Platz in der "Kommenden Welt (Olam HaBah)". Niemand ist ausgeschlossen, wenn er denn nur die für ihn individuell bestehenden Gesetze einhält.
Aber trotz allem guten Willen, all diese Gesetze erscheinen oft einfach zuviel des Guten. All diese Kleinigkeiten und wie soll man denn ewig an all das denken ? Das geht einem doch irgendwann furchtbar auf den Geist und wieso kann ich nicht wie alle anderen auch leben ?
Rabbi Samson Raphael Hirsch gibt Antworten, die eine nähere Betrachtung wert sind. Zu denken gibt es einem allemal. Zuerst einmal sollte man wissen, dass G – tt uns all die Gesetze gab, um auch unseren freien Willen zu testen. Wir Menschen verfügen über einen freien Willen und sind nicht an unseren Instinkt gebunden wie die Tiere. Um es einmal kabbalistisch zu sagen, besitzen wir ebenso die Fähigkeit, uns zu perfektionieren. Kein anderes Lebewesen kann dies tun, außer uns. Perfektionieren bedeutet, dass ich mich auf einen höheren Level begebe und ich tue dies, indem ich G - ttes Thoragesetze erfülle. Dieses ist, außer dem Gebet, die einzige Möglichkeit, G – tt näher zu kommen.
Aber nicht nur körperlich bringe ich mich auf einen hohen Level (z.B. durch die Einhaltung der Kaschrut – Koschergesetze). Auch seelenmäßig erhöht sich der Level und dieses ist der eigentliche Zweck unseres Daseins. Wie ein Tier besitzen wir eine "Nefesch – tierische Seele und gleichzeitig niedrigster Seelenlevel). Handele ich nur nach Instinkt um meine Bedürfnisse zu befriedigen ? Anhand meines freien Willen jedoch kann ich es zu viel mehr bringen und mich auf höhere Seelenlevel katapultieren (z.B. auf den Level "Ruach" oder "Neschama"). Dies gilt natürlich nur, wenn ich bereit bin, meinen freien Willen positiv zu nutzen.
In dieser Paraschat Kedoschim (Vayikra 19:15) steht geschrieben, dass ein Richter die Angeklagten gerecht richten solle. Viele Thorakommentatoren jedoch beziehen diese Aussage nicht nur auf die Richter, sondern auf uns alle. Jeder einzelne von uns soll den anderen gerecht richten. "Giving the benefit of a doubt" oder in Hebräisch "Kav S'chut" – so lautet das Konzept, welches so oft zitiert wird. Wie gehen wir mit den Mitmenschen um ? Gerade zu meiner Zeit in Deutschland fiel mit besonders auf, dass die Mehrheit meiner Umgebung die Mitmenschen schon von Weitem vorverurteilte. Welche Klamotten hat jemand an ? Teuer oder billig ? Welchen Beruf übt derjenige aus oder welchen Wagen fährt er ? In Israel ist diese Verhaltensart etwas weniger verbreitet. Zumindest in Jerusalem.
Für all das, was ein Mensch tut, gibt es einen Grund. Und falls sich ein Freund einmal verspätet, muß dies nicht immer seine schuld sein. Bei jedem Vorfall sollte man erst einmal herausfinden, was der Grund war. Manchmal erweckt etwas von außen betrachtet den falschen Anschein und es ist immer besser nachzufragen und den, anstatt sofort loszuschreien. "Kaf S'chut – einen Zweifel einräumen, bis der Grund geklärt ist". Zuviele Leute schauen immer nur auf die Fehler anderer, anstatt in jedem Menschen etwas Positives zu finden. Anstatt uns ständig nur über das Verhalten anderer aufzuregen, sollten wir in ihnen lieber die positiven Aspekte suchen, was uns folglich zu mehr innerer Zufriedenheit führen kann.
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Ebenso finden wir Parashat Kedoshim die Mitzwah, dass man einen Bediensteten nicht um seinen Lohn bringen soll. Dazu ein Beispiel aus dem Talmud:
Der Talmud Bava Metzia Seite 110 - 112 lehrt uns, dass Löhne pünktlich gezahlt werden müssen. Sobald dieses Thema aufkommt, werde ich sofort an eine Story mit Rabbi Akiva erinnert.
Die Story heißt "Der besondere Arbeiter"und berichtet von einem jüdischen Arbeiter aus Galiläa in Nordisrael, der sich für drei Jahre an einen Gutsherren verpflichtet hatte. Nach Ablauf der drei Jahre, einen Tag vor Yom Kippur, verlangte der Arbeiter seinen Lohn, um danach zu seiner Familie zurückzukehren. Der Gutsherr sagte, dass er kein Geld habe. Daraufhin verlangte der Arbeiter seinen Lohn in Obst. Obst habe ich auch keines, entgegnete der Gutsherr. Bezahle mich mit Land. Land habe ich auch keines. Bezahle mich mit Decken und Kissen. Das habe ich auch nicht. Der Arbeiter kehrte unverrichteter Dinge heim in den Norden.
Nach Sukkot reiste der Gutsherr den ganzen Weg hinauf zum Haus seines ehemaligen Arbeiters. Er bezahlte ihn reichlich mit Geld und Lebensmitteln. Als er den Arbeiter fragte, was dieser gedacht hatte, als er keinen Lohn bekam, antwortete der: "Ich dachte, dass du kein Bargeld und dein Land verpachtet hast."Genauso war es, sagte der Gutsherr. Doch ich schwor mir, dass, sobald ich das Geld habe, ich dir deinen Lohn zahlen werde.
Es heißt, dass der Arbeiter Rabbi Akiva und der Gutsherr Rabbi Eliezer Ben Hyrcanus waren. Wir lernen von Rabbi Akiva, dass alles was G - tt macht, zum Guten ist und das man jedem Menschen eine Chance geben sollte. Rabbi Akiva sah das unbekannte Potential welches in den Menschen steckt. Später wurde er einer der grössten Rabbiner.
Nichtsdestotrotz, nicht jeder ist so wie diese zwei berühmten Rabbis. Es ist ein biblisches Gebot, dass ein Arbeiter pünktlich bezahlt werden muss. Die Mischna in Bava Metzia 111a lehrt uns, dass es verboten ist, die Lohnauszahlung zu verschieben, wenn ein Arbeiter zuvor seinen Lohn verlangte. Die Gemara in 112a, fährt fort: Bestehle keinen Armen.
Der Arbeitgeber muss die Löhne pünktlich zahlen, da das Leben seines Arbeitnehmers davon abhängt. Wer die Lohnauszahlung verschiebt, wird angesehen als habe er das Leben des Arbeitnehmers genommen.
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Rabbi Akiva: ermordet von den Römern im Jahre 135 CE. Er war einer der grössten Gelehrten der Mischna.
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Eine immens lange und gleichzeitig frühzeitige Veröffentlichung der dieswöchigen Thoralesung am Schabbat. Morgen abend (Dienstag) einschliesslich Mittwoch ist Feiertag (Unabhängigkeitstag) und das ist der Grund, warum ich die Parasha schon heute in den Blog stelle. Außerdem spreche ich viele Punkte an, die erst einmal verdaut werden müssen.
Chag Sameach - Einen schönen Feiertag und vorab, wenn auch etwas verfrüht, Schabbat Schalom
Sonntag, April 19, 2009
Zeitspannen
Aus dem Talmud Traktat Arachin 12b.
Alle Zeitangaben erfolgen laut dem jüdischen Kalender und finden ihre Zustimmung von den Rabbinern Chazon Isch (Rabbi Avraham Yeshaya Karelitz, 1878 - 1953), dem Rambam (Maimonides - Moshe ben Maimon, 1135 - 1204) sowie von Raschi (Rabbi Shlomo Yitzchaki, 1040 - 1105).
Wanderung in der Wüste unter Moshe
Beginn: 15. Nissan 2449 (gemäß des jüdischen Kalender)
Dauer: 40 Jahre
Eroberung & Aufteilung des Landes Israel
Beginn: 10. Nissan 2489
Dauer: 14 Jahre
Besiedlung des Landes vor dem Ersten Tempel
Beginn: Nissan 2503
Dauer: 426 Jahre
Der Erste Tempel
Beginn: Iyar 2929
Dauer: 410 Jahre
Die erste Diaspora in Babylon nach der Tempelzerstörung
Beginn: 9. Av 3338
Dauer: 70 Jahre
Zweiter Tempel
Beginn: 24. Kislev 3409
Dauer: 420 Jahre
Letzte Diaspora nach der Zweiten Tempelzerstörung
Beginn: 9. Av 3829
Dauer: ?
Sonntag, März 01, 2009
Warum das Judentum den christlichen Meschiach ablehnt
Rabbi Tuvia Singer beginnt heute abend (Sonntag, 1. März 2009) mit einer 4 - teiligen Vortragsreihe zum Thema "Warum das Judentum den christlichen Meschiach ablehnt".
Veranstaltungsort ist das Jerusalemer ISRAEL CENTER der Orthodox Union (Keren HaYesod 22). Die jeweiligen Vorträge finden am 1. / 8. / 15. Und 22. März in der Zeit von 19.30 - 21.30 Uhr statt. Der Eintritt ist FREI.
Im Vorfeld gab es einige Entrüstung seitens vieler Mitglieder der Orthodox Union, denn auf dem Veranstaltungsplakat heißt es unter anderem: "Christen Willkommen !"
Dieser Vermerk war reichlich unpassend angebracht und die Mitglieder regen sich darüber auf, dass der Vortragsraum am Schabbat auch als Synagoge genutzt wird und sich ein Aron HaKodesch (Thoraschrein) darin befinde. Außerdem fühlen sich durch den Vermerk viele christliche Missionare angesprochen und nutzen den Vortrag für eigene Zwecke, wie hinterher jegliche jüdische Erläuterungen umzudrehen und für eigene Ziele falsch wiederzugeben. "Man will halt lernen", so viele Christen und meinen tun sie damit ihre Mission zu verbessern. Jüdische Inhalte werden soweit umgedreht und falsch interpretiert, sodass sie ins christliche Schema passen.
Ich bin kein großer Freund von Tuvia Singer, schaue mir das Ganze aber heute abend einmal an und werde morgen an dieser Stelle darüber berichten.
Donnerstag, Januar 29, 2009
Parashat Bo (בא)
B"H
Die Thoralesung für diesen Schabbat
Die dieswöchige Thoralesung fällt etwas anders aus wie gewohnt, da ich zwar kurz zwei der insgesamt zehn Plagen anschneide; ansonsten aber beschränke ich mich nur auf ein Thema, welches sich durch die gesamte Thora zieht und uns bis heute begleitet. Gemeint sind die EREV RAV, welche in der Parashat Bo zum ersten Mal Erwähnung finden. Die "Erev Rav" sind vorwiegend ein kabbalistisches Thema und von daher wird diese Parasha etwas kabbalistisch.
Die vergangene Parasha, Parashat Va'era, schloß mit der Beschreibung der Plage des Hagels. Vielen Kommentatoren, darunter auch Rabbi Samson Raphael Hirsch, fiel auf, dass die Thora uns nicht sagt, dass der Hagel gänzlich verschwand. Stattdessen heißt es, dass er stoppte.
Wieso stoppte er nur ?
Rabbi Hirsch kommentiert, dass der Hagel in der Luft stoppte und dort bestehen blieb.
Warum aber kam der Hagel nicht als Regen herab ? Kann er nur einfach so in der Luft stehenbleiben ?
Nichts passierte und weitere Kommentatoren sind der Meinung, dass sich der Hagel immer noch in der Luft befindet und von G - tt als Waffe im Krieg von Gog und Magog gegen jene Völker eingesetzt wird, welche sich gegen Israel erheben.
In der dieswöchigen Thoralesung folgen die Heuschrecken - sowie die Plage der Dunkelheit. Dazu heißt es recht seltsamerweise in der Thora, dass die ersten drei Tage der Dunkelheit kein Ägypter in der Lage war, etwas zu sehen. Darauf wird uns jedoch mitgeteilt, dass die folgenden drei Tage kein Ägypter in der Lage war, sich auch nur zu bewegen.
Der Ramban (Nachmanides) sagt, dass die Dunkelheit keineswegs so zu verstehen sei, dass da die Sonne nicht scheine oder sie verdeckt sei. Vielmehr kam diese unvorstellbare Dunkelheit direkt von G - tt und war so konzentriert, dass sie sogar jede Kerze erlöschen ließ.
Die Midrash Rabbah nennt zwei Gründe für die Plage der Dunkelheit.
Während die Ägypter ausgeschaltet waren, sahen die Israeliten genug. So gingen sie in die Häuser der Ägypter und schauten, wo deren Juwelen versteckt lagen. Mit dem Auszug aus Ägypten nämlich forderten sie von ihren Bossen den ausstehenden Lohn für all die Jahre und natürlich wollten die ägyptischen Sklavenhalter nichts zahlen und sagten, sie hätten kein Geld. Und so machten sich die Israeliten auf und nahmen sich, was ihnen zustand.
Der zweite, weniger bekannte Grund, den die Midrash Rabbah diesbezüglich nennt ist, dass es schon zu der Zeit Israeliten (Juden) gab, welche sich so sehr assimiliert hatten, dass für sie ein Auszug aus Ägypten nicht mehr möglich war. Deshalb beschloß G - tt, diese Juden zu töten. Die Dunkelheit sollte den Ägyptern diese Tatsache verbergen, dass da Menschen starben, denn hinterher hätten sie hämisch behaupten können, dass der G - tt der Juden ja seine eigenen Leute umbringe.
Insgesamt ist hier zu erwähnen, dass es talmudische Konzepte gibt, welche über verschiedene Gruppen von Juden Auskunft geben, inwieweit sich jemand assimilieren darf, um hinterher dennoch eine akzeptierte Teshuva (Umkehr zu G - tt) bekommen zu können. Wie weit darf sich ein Jude von G - tt und den Mitzwot entfernen ? Vielleicht eine kleine Anregung für uns alle, etwas tiefer über individuelle Handlungen nachzudenken.
Aber nun zum eigentlichen Thema der Parasha, nämlich der EREV RAV, welche auf Englisch "Mixed Multitude" genannt wird.
Wer sind sie und wo liegt ihr eigentlicher Ursprung ?
An sich sind die Erev Rav einen eigenen Artikel oder ein ganzes Buch wert. Thorakommentatoren gehen weniger auf sie ein als der Talmud und die Kabbalah.
In der Thora (Exodus 12:38) heißt es, dass neben den Israeliten auch die Erev Rav Ägypten verließ, Raschi sagt lediglich, dass es sich hierbei um ägyptische Konvertiten zum Judentum handele.
Die folgenden Berichte sind sowohl aus Quellen des litvish - haredischen Kabbalahverständnis (aus der Schule des Vilna Gaon) als auch aus der chassidischen Schule des Kabbalahverständnisses. Beide Gruppen legen die Kabbalah des großen Kabbalisten, Rabbi Yitzchak Luria 1534 - 1572, in gewissen Themenbereichen unterschiedlich aus. Des Weiteren nenne ich Meinungen aus dem manchmal umstrittenen Buch "Emek HaMelech" (ein Kommentar zu den Schriften des Rabbi Y. Luria). Die Quellen sind jedoch von geringer Bedeutung, denn fast alle stimmen dem allgemeinen Bild von der Erev Rav zu.
"Emek Hamelech" gilt deswegen oft
als umstritten, da der Autor beschuldigt wurde, die Meinungen des Schabbtai Zvi
zu vertreten. Jedoch ist das Buch nicht immer umstritten und heutzutage zitieren
viele Chassidim gerade aus diesem Buch. Yehudah Liebes, ein Uniprofessor der
HebrewU Jerusalem, schrieb einen langen Kommentar zu "Emek HaMelech". Insgesamt
jedoch ist das Buch ein Kapitel für sich.
Moshe entschied sich gegen den Willen G - ttes, unaufrichtige Konvertiten mit aus Ägypten zu nehmen. G - tt selbst warnte ihn zuvor, dass diese erhebliche hohe Bevölkerungsgruppe unentwegt Probleme bereiten wird. Im weiteren Verlauf werden wir sehen, dass es fortwährend diese Erev Rav waren, welche die Israeliten aufstachelten, gegen G - tt zu rebellieren. Unter anderem waren sie ebenso für den Bau des Goldenen Kalbes verantwortlich.
Aber nicht nur beim Marsch durch die Wüste erwiesen sich die Erev Rav als Plage. Da sie sich nach dem Einzug in das land Israel mit den Juden vermischten, gibt es sie bis heute in unserem Volk. Der Gaon aus Vilna unterscheidet fünf Gruppen innerhalb der Erev Rav und es heißt, dass nicht der Kampf gegen die Ischmaeliten der größte Hinderungsgrund für das Eintreffen des Meschiach sei, sondern der jüdische Kampf gegen die Erev Rav. Ein interner Kampf innerhalb des jüdischen Volkes, von dem wir heute schon einiges sehen. Immer wieder stacheln Juden andere Juden an, sich von G - tt loszulösen und doch lieber machen sollen, was sie wollen. Aber nicht nur das; auch Rabbiner teilt der Vilna Gaon den Erev Rav zu. Nämlich all jene, die nur auf ihren eigenen Ruf bzw. Vorteil aus sind, andere Leute ausnutzen und die Thora falsch lehren. Laut dem Gaon aus Vilna wird es unsere größte Herausforderung sein, die Erev Rav zu besiegen.
Kommentare zu den Erev Rav:
- Jegliche Diaspora sowie die Tempelzerstörungen gehen auf das Konto der Erev Rav (Tikunei HaZohar).
- Die Erev Rav schädigen Israel mehr als jede andere Nation (Rabbi Simcha Yissachar Halberstam).
- Moshes Ziel war, die Erev Rav auf den richtigen Pfad zu führen, doch er scheiterte. Heutzutage sind die Erev Rav führende jüdische Persönlichkeiten, doch der Meschiach, welcher einen Funken von Moshe enthält, wird sie schließlich besiegen (Bnei Yissachar).
Wie schon zuvor erwähnt, waren die Erev Rav unaufrichtige ägyptische Konvertiten. Viele sind der Meinung, dass diese selbst Sklaven waren und sahen, dass die Israeliten einmal die Skalverei verlassen und in ihr eigenes Land zurückkehren werden. Genau darin sahen die Erev Rav ihren Vorteil, denn auch sie wollten aus der Skalverei heraus. So kam das Judentum ihnen gerade recht. Übrigens sehen wir in der Geshichte (bis in die heutige Zeit hinein), dass es immer wieder Leute gab, die aus dem eigenen Vorteil heraus zum Judentum konvertierten. Zu Zeiten König Davids sowie seines Sohnes, König Salomons, gab es jedoch keine Konvertiten zum Judentum. Auch wird es diese nach dem Eintreffen des Meschiach nicht mehr geben.
Beim Marsch durch die Wüste standen die Erev Rav gesellschaftlich unter den Israeliten und bekamen auch kein Manna vom Himmel. Stattdessen aßen sie die Reste der anderen. Auch mußten sie dem Marsch hinterherlaufen und waren nie vorne mit dabei. Mischehen gab es zu der Zeit keine, sondern erst im Lande Israel als viele den Überblick verloren, wer wer ist. So gelang es den Erev Rav schließlich im jüdischen Volk unterzutauchen.
Woher aber kamen diese Erev Rav und wieso ließ G - tt dies alles zu ?
Der Talmud Traktat Chagigah 13b - 14a gibt uns Auskunft. Das eigentlich Konzept jedoch geht auf einen Psalmenvers (105:8) zurück, wo geschrieben steht, dass G - tt den Juden die Thora nach 1000 Generationen geben wird.
Nach 1000 Generationen ?
Tatsache aber ist, dass die Juden die Thora schon nach 26 Generationen erhielten. Fehlen da nicht 974 Generationen ? Wohin sind diese entschwunden ?
Im Talmud Chagigah sowie in unzähligen kabbalistischen Schriften steht geschrieben, dass G - tt vor der Welterschaffung 1000 Generationen von Seelen erschuf. Dieses ist wieder einmal mehr als Metapher zu verstehen und NICHT wörtlich zu nehmen. Erschuf heißt hier "in Seinen Gedanken" und nicht, dass die Seelen physisch existierten. G - tt "dachte" nur an deren Erschaffung. Seither werden jene Seelen in jede Generation gepflanzt und haben die Aufgabe, sich zu perfektionieren. Bisher schlug das meistens fehl und somit wurden sie immer wieder aufs Neue reinkarniert. Meinungen besagen, dass der Meschiach erst dann eintrifft, wenn all diese Seelen perfektioniert sind.
Die Seelen der Erev Rav wurden in mehreren Generationen reinkarniert. So in der Generation des Enosch, in der Generation von Noach, in der Generation von Sodom und später in der Generation, welche mit Moshe durch die Wüste marschierte.
Und so setzt sich die Liste der Erev Rav - Seelen bis heute fort. Identifizieren kann sie heute niemand mehr außer G - tt selber. Der Letzte, der dazu in der Lage war, war Rabbi Yitzchak Luria und vielleicht später noch der Baal Shem Tov. Heutzutage gibt es keinen so großen Kabbalisten mehr, der überhaupt zu Seelendeutungen in der Lage ist. Spätestens in der Zeit des Meschiach wird sich alles aufklären.
Wieso läßt G - tt soetwas zu ?
Er selber hatte alles ganz anders geplant, aber da Adam Und Eva (Chava) im Paradies von einem Baum aßen, von dem sie nicht hätten essen sollen, wurden sie sich ihres freien Willens bewußt und nutzten ihn ausgiebig aus. Die in Adam enthaltetenen Seelen hätten ursprünglich perfektioniert werden sollen, doch Adam entschloß sich anders.
Wozu gab es überhaupt 10 Plagen ? Hätte nicht eine ausgereicht ?
Auch zu dieser Frage gibt es ausgiebige kabbalistische sowie chassidische Erklärungen, die ich aber auslasse. Stattdessen nenne ich eine Meinung des derzeitigen Rebben der chassidischen Gruppe Slonim aus Jerusalem, Rabbi Shmuel Bozorowsky. G - tt wollte den Israeliten bewußt machen, dass es Ihn gibt und Er der alleinige einzige G - tt über jede Schöpfung ist. Und dieses Ziel erkannten die oft assimilierten und teilweise frustrierten Israeliten nicht immer sofort.
Schabbat Schalom
Samstag, Januar 10, 2009
Messianismus im Judentum
Messianische Strömungen im Judentum sind alles andere als unbekannt. Mal kamen diverse Meinungen wieder neu auf; Daten, wann denn der Meschiach nur eintreffe. Die Menschheit wartet nun einmal darauf und immer dann, wenn es um die Juden nicht gerade rosig stand, kam es zu erneuten messianischen Hoffnungen.
Soweit jedoch handelte es sich jedoch immer um Fehlkalkulationen und jene Juden, die da von sich behaupteten, der lang erwartete Meschiach zu sein, waren die allseits bekannten falschen Messiasse. Bestes Beispiel ist der im Christentum als Meschiach verehrte JUDE J., der da erst von Paulus richtig zum "Meschiach" aufgebaut worden ist.
Rabbi Akiva irrte sich als er in Bar Kochba den Meschiach sah. Die wurde dem Rabbi spätestens in dem Moment bewusst als Bar Kochba starb. Ein Toter scheidet als Meschiach grundsätzlich aus. Sobald ein "Meschiach - Kandidat" verstirbt, ist es aus. Egal, ob es sich hierbei nun um J., Bar Kochba oder den letzten Lubawitscher Rebben Menachem Mendel Schneerson handelt.
Des Weiteren kam es weder bei J. noch bei Bar Kochba zum Bau des Dritten Tempels, wie es der Prophet Yechezkel verhersagt.
Durch das Mittelalter hindurch kam es immer wieder zur Bekanntgabe messianischer Daten. Von jüdisch - rabbinischer Seite. Hierzu sollte man sich mit der Historie der Juden beschäftigen. Besonders nach dem Rauswurf aus Spanien im Jahre 1492 kam es zu einem akuten "Meschiach - Bedürfnis".
Der bekannteste falsche Meschiach ist bis heute "Schabtai Zvi" aus dem 17. Jahrhundert. Der jüdische Philosoph Gershom (Gerhard) Scholem schrieb ein mehr als professionelles Buch über Schabtai Zvi, was ich als Lektüre nur empfehlen kann. Dort geht Scholem ebenso der Frage nach, warum es zum "Sabatianism" kommen konnte. Wie nur konnten unzählige Juden in ganz Europa auf die Irrlehren und falschen Behauptungen des Schabtai Zvi hereinfallen ? Wobei es sich lange nicht nur um das "dumme" Landvolk handelte, sondern ebenso um große Rabbiner. Letzteren kamen immerhin recht schnelle Zweifel, denn Zvi erfüllte nicht unbedingt die geforderten Bedingungen und war auch nicht bereit, sich einer etwaigen Prüfung zu unterziehen.
Im allgemeinen begründen Historiker das Aufkommen und den Erfolg des Schabtai Zvi mit den "Chmielnicki Massakern" in der Zeit von 1648 - 1649. Nachdem abertausende Juden in Osteuropa ermordet worden waren, sehnten sich die Juden nach einem Meschiach, der sie endlich von allem Übel und allen Qualen befreite. G - tt musste doch endlich eine Einsicht haben !
Gershom Scholem sieht jedoch kaum einen Grund in den Massakern aus den Jahren zuvor. Zwar habe der jüdische Messianismus bis zum Auftauchen Zvis keinen so immensen Erfolg gekannt. Niemals zuvor war das "Haus Israel" so hin und weg gewesen wie bei Schabtai Zvi. Dennoch, wenn die Massaker tatsächlich der Auslöser gewesen sein sollen, wieso kam dann der Meschiach nicht unverzüglich aus Polen, wo die meisten Morde stattgefunden hatten ? Und überhaupt breitete sich der "Sabatianisms" bis hin nach Marokko aus. Und was hatte Marokko mit den Massakern zu tun ?
Scholem sieht den eigentlichen Hintergrund für den Glauben an Schabtai Zvi in der Lurianischen Kabbalah, welche im 16. Jahrhundert in der nordisraelischen Stadt Safed entstand und sich später bis nach Europa hin ausbreitete. Insbesondere durch den "angeblichen" Schüler des Rabbi Yitzchak Luria; durch Israel Sarug, der wiederum die Lurianische Kabbalah gemäß seinen eigenen Vorstellungen auslegte.
"Angeblich" setze ich in Klammern, denn Sarug scheint nur für wenige Wochen im Kreise des Rabbi Luria gelernt zu haben. Sarugs zahlreiche Fehlinterpretationen wurden später von Schabtai Zvi übernommen. Gewiß hatte Sarug dieses nie beabsichtigt, dennoch geschah es und nicht wenige nachfolgende Rabbiner wurden beschuldigt, geheime Anhänger des Schabtai Zvi zu sein. Oberster Ankläger hierbei war der deutsche Rabbiner Jakob Emden und dessen bekanntestes Opfer hieß Jonathan Eibeschütz, der damals Rabbiner in Hamburg - Altona war. Aber dazu mehr zu einem späteren Zeitpunkt.
Links:
Der jüdische Meschiach, Teil 1
Der jüdische Meschiach, Teil 2
Mittwoch, Januar 07, 2009
Fisch am Schabbat
Und ich muss einmal wieder mehr Rabbi Mordechai Machlis zitieren, an dessen Schiur (Vortrag) ich gestern abend in Jerusalem teilnahm. Normalerweise lernen wir derzeit jeden Dienstag abend das "Buch Zephania" aus den Propheten. Irgendwie brachte uns das Thema auf ein anderes, nämlich warum so viele relig. Juden so hohen Wert darauf legen, bei allen drei Schabbatmahlzeiten (Freitag abend, Samstag mittag sowie Smastag abend - kurz vor Schabbatasugang) Fisch zu essen. Selbst bei der Dritten Mahlzeit, dem Se'udat Schlischit.
Der Rabbi wusste die genaue Quelle nicht zu nennen, meinte aber auf meine Nachfrage dass es wohl irgendwo in den Rischonim des Talmuds stehen müsste.
Im Hebräischen besteht das Wort FISCH (DAG) aus nur zwei Buchstaben. Aus einem D (Daled) sowie einem G (Gimmel).
Da im hebräischen Alphabet jeder Buchstabe auch für eine Zahl steht, sind wir in der Lage, Zusammenhänge herauslesen und auch die Kabbalah beschäftigt sich eingehend mit den Zahlenwerten der Buchstaben, was in der Fachsprache "Gematria" heißt.
Kleines Beispiel:
Der Buchstabenwert für "Amalek" ist der gleiche Wert wie für das Wort "Zweifel - Safek". Dies bedeutet, dass Amalek nicht nur ein materieller personifizierter Feind der Juden ist, sondern ebenso sitzt Amalek in einem jeden von uns drin. Der innere Amalek in uns sorgt dafür, dass in uns Zweifel aufkommen. Zweifel an G - tt, an der Thora, an allem Möglichen.
Weiteres Beispiel:
Im "Schma Israel - Gebet" werden die Worte "Echad - Eins" und "Ahava - Liebe" genannt. Beide Worte ergeben dieselbe Gematria und somit besteht zwischen "Eins", an dieser Stelle "G - tt" und der "Liebe" ein offensichtlicher Zusammenhang.
Aber nach all den Umschweifen und Erklärungen zurück zum Fisch. Daled hat eine Gematria von 4 und Gimmel eine von 3. Das Wort "Fisch" besitzt also einen Gematriawert von insgesamt 7. In der Mystik gilt die Zahl 7 als etwas Vollkommenes. Sieben Tage Welterschaffung, zum Beispiel. Zusätzlich lautet es, dass die beiden Buchstaben Daled und Gimmel (Dag = Fisch) eine Abkürzung für ein spezifisches Gerichtsurteil sind, welches einen nicht ereilen wird, wenn man am Schabbat bei allen drei Mahlzeiten Fisch zu sich nimmt. Viele Leute legen Wert darauf, andere weniger oder gar nicht. Das Ergebnis werden wir eh erst mit dem Eintreffen des Meschiach erfahren.
Weiterer Link zum Thema "Fisch":
"Der Fuchs und die Fische"
Sonntag, Dezember 07, 2008
Die "Sieben Gesetze der Noachiden"
Nichtjuden unterliegen der Pflicht, die "Sieben Noachidischen Gesetze" einzuhalten. Das Tempelinstitut in Jerusalem gab eine kleine Broschüre mit den Erklärungen der "Noachidischen Gesetze" heraus. Allgemein haben Juden die Aufgabe, Nichtjuden über deren "Sieben Gesetze" aufzuklären. Hier ein paar Auszüge aus besagter Broschüre:
Die gesamte Menschheit bis auf Noach und seine Familie wurden mit der Flut vernichtet. Der Grund für die Zerstörung lag in der Nichteinhaltung der ersten Sechs Gebote, welche G - tt and Adam und Eva (Chava) gegeben hatte.
Noach benötigte 120 Jahre, um die Arche zu bauen. Diesen langen Zeitraum sollte die Menschheit zur Einsichtig nutzen (Teshuva machen), was jedoch ausblieb.
Nach 365 Tagen in der Arche, kamen Noach, seine Familie sowie einige ausgesuchte Tiere zurück in eine neue gereinigte Welt. Noach erbrachte ein Opfer und zwischen ihm und G - tt entstand ein Bund. Der Regenbogen sei das Zeichen dafür, dass G - tt die Welt nie wieder anhand einer Flut die Welt zerstõren wird (einzelne Länder hingegen schon). Abermals trug G - tt besagte Sechs Gesetze Noach zur Einhaltung auf, welche die Beziehung G - tt / Mensch sowie Mensch zu Mensch regeln. Ein Siebtes Gesetz wurde nach der Flut von G - tt hinzugefügt.
Die "Sieben Noachidischen Gesetze" stammen direkt aus dem 1. Buch Mose (Genesis, Bereschit). Bis zur Konversion sowie Beschneidung (Brit Mila) Avrahams waren die ersten Generationen Nichtjuden. Erst Avraham wurde der erste Jude. Juden stammen normalerweise von Avraham bzw. den späteren Stämmen ab. Moslems und Christen (nicht mit in die Stämme einbezogen) tun dies nicht und zählen daher zu den Nichtjuden. Aufgrunddessen das Moslems einen G – tt anbeten (Allah), betrachtet sie das Judentum nicht unbedingt als Götzendiener. Halachisch ist es erlaubt, in eine Moschee zu gehen; eine Kirche hingegen wird als Platz den Götzendienstes betrachtet, da Christen einen Menschen zu ihrem G – tt auserkoren haben.
Es gibt oftmals zwiespältige jüdische Kommentare, inwieweit das Christentum tatsächlich Götzendienst ist. Für den Rambam (Maimonides) war es eindeutig und er sieht das Christentum als solches. Andere Kommentatoren wiederum meinen, dass das Judentum mit seiner Thora immerhin dafür sorgte, dass andere Völker und Religionen immerhin das Konzept von einem G – tt übermittelt bekamen. Dazu auch gewisse moralische Gesetze wie "nicht töten, stehlen, etc". Dass z.B. das Christentum das ursprüngliche G – ttesprinzip missversteht, ist nicht die Schuld des Judentums. Dennoch haben wir die Pflicht, andere Religionen auf die "Sieben Noachidischen Gesetze" hinzuweisen. Hinzuweisen und keinesfalls zu missionieren, denn das Judentum missioniert allgemein nicht.
Falls dazu wieder das Thema "Chabad" aufkommen sollte: Chabad missioniert halachische Juden und keine Nichtjuden.
Die Sieben "Noachidischen Gesetze" sind direkt dem Buch Genesis (Bereschit) entnommen. Demnach bestehen für Nichtjuden folgende Gesetze:
1. Der Glaube an einen zeitlosen einzigen alleinherrschenden G – tt.
(Keine Stellvertreter und kein J.).
2. G – tteslästerung ist verboten.
(Hierzu gehört ebenso die falsche Verwendung der Namen G – ttes).
3. Nicht töten.
Dies gilt für Mord, Selbstmord sowie auch für die Abtreibung eines Fötus, der älter als 40 Tage ist. Eine Ausnahme jedoch tritt bei Lezterem in Kraft. Um das Leben der Mutter zu retten, darf ein Fötus auch noch nach mehr als 40 Tagen abgetrieben werden.
Bei Selbstverteidigung oder in Kriegszeiten ist das Töten nicht verboten !
4. Keine sexuellen Perversionen.
(Sex innerhalb der Verwandtschaft, Vergewaltigung,
Homosexualität – männliche Homosexualität ist laut der Thora verboten. Lesbische Liebe hingegen ist nicht eindeutig verboten, gilt jedoch als unmoralisch und unnatürliche Beziehung, welche die von G – tt erschaffene Weltordnung (eine aus Mann und Frau bestehende Familie) zerstört.
Ebenso gilt die Prostitution als sexuelle Perversion, obwohl auch sie nicht ausdrücklich in der Thora verboten ist.
5. Nicht stehlen.
Geheimes Stehlen wird ultimativ von G – tt selber bestraft werden.
Das Stehlen umschließt: Geld oder materielle Güter. Selbst den Bleistift aus dem Büro.
Stehlen umfasst ebenso: Musik, Photos, Copyright, Bücher, Programme, Handelsmarken oder Patente.
Kidnapping fällt genauso in die Kategorie "Diebstahl", denn man beraubt jemanden seiner Freiheit.
Falsche Gewichtseinheiten, Maße, überhöhte Preisforderungen oder Mißinterpretationen gelten ebenfalls als Diebstahl.
Sogar die heutige Umweltverschmutzung gilt als Diebstahl der Lebensqualität
6. Gerichte einrichten.
7. Kein Fleisch von einem noch lebenden Tier essen.
Dieses Gesetz wurde Naoch nach der Flut gegeben. Vor der Flut waren die Menschen allesamt Vegetarier und erst nach der Flut gab G – tt ihnen die Freiheit, Fleisch zu essen. Kommentare besagen, dass den Menschen das Fleischessen nach der Flut erlaubt wurde, damit sie ihre Körper stärken.
Vor der Flut bestand eine höhere Lebenserwartung und es gab eine Welt ohne Krankheiten. Dies änderte sich nach der Flut und plötzlich mussten die Menschen auf ihren Körper achten.
Ein Tier muss tot sein, damit es zum menschlichen Genuß freigegeben ist.
Montag, November 10, 2008
Die Namen des Meschiach
Die Gemara (rabbinische Diskussionen) im Talmud Traktat Sanhedrin 98b diskutiert den Namen, welchen der zukünftige Meschiach tragen wird. Darüber hinaus gilt heute eine weitgehend bekannte Meinung, der Name des Meschiach sei "Menachem". Dies hat weniger mit dem letzten Rebben der Chassidut Chabad zu tun als mit einem einigen Wörtern zusammengefasst aus den Propheten, welche den Namen "Menachem" ergeben.
Die Gemara erwähnt, dass die Schüler drei unterschiedlicher Tanna'im (Verfasser der Mischna) angaben, dass der Name des Meschiach derselbe ist, wie der ihres Mentors.
Der Schüler des Rabbi Shilo gab an, dass der Name des Meschiach "Shilo" sein werde.
Der Schüler des Rabbi Yanai gab an, dass der Meschiach den Namen "Yinon" tragen werde.
Der Schüler des Rabbi Chaninah gab an, dass der Name des Meschiach "Chananiah" sein werde.
Andere wiederum sagten, dass der Name "Menachem ben Chizkiyah" sein werde.
Warum waren es gerade jene Tanna'im, welche Schüler hatten, die behaupteten, der Meschiach trage den Namen ihres Mentors ?
Der Vilna Gaon hebt hervor, dass die Anfangsbuchstaben der genannten vier Meschiach - Namen zusammen das Wort "Meschiach" (M, SH, Y, CH) ergeben..
Man könnte davon ausgehen, dass der eigentliche Name des Meschiach Menachem, welcher ein Sohn (Nachkomme) des Chizkiyah, des Königs von Judäea, ist. Wie wir wissen, wurde König Chizkiyah (Chizkiyahu) seinerzeit als potentieller Meschiach gehandelt (siehe Sanhedrin 94a). Sennacherib wäre demnach Gog und Magog (Krieg vor der Ankunft des Meschiach laut dem Propheten Yechezkel) gewesen.
Es gibt viele Diskussionen darüber, warum Chizkiyahu letztendlich doch nicht der Meschiach war. Die Gemara in Sanhedrin 94a nennt den folgenden Hauptgrund:
"G - tt habe Chizkiyahu nur alle erdenklichen Wunder zukommen lassen, aber nicht ein einziges Mal habe Chizkiyahu G - tt dafür gepriesen und gedankt".
Aber um auf die drei Schüler, die Angaben der Meschiach trage den Namen ihrer Lehrers, zurückzukommen: Weil das Wort "Meschiach" den Anfangsbuchstaben des Namens ihrers Lehrers enthält; und gerade der Anfangsbuchstabe der Haupteil eines Namens darstellt, welcher auf die Qualitäten (Charaktereigenschaften) einer Person hinweist.
Der Maharal von Prag erklärt in seinem "Netzach Israel", dass die herausragende Qualität des Meschiach sein werde, eben nicht nur auf eine besondere Eigenschaft beschränkt zu sein. Eher werde seine Persönlichkeit all jene positiven Eigenschaften enthalten, die da in der Nation vorhanden sind.
Dieses würde mit einem Gebet Moshes in Einklang gehen, denn der betete, dass G - tt einen Nachfolger ernennen solle, der die Fähigkeit besitzt, das Volk gemäß seiner Bedürfnisse sowie individuellen Persönlichkeiten anführt (Raschi zu BaMidbar / Numeri 27:16).
Insbesondere wird der Meschiach die drei Midot (Charaktereigenschaften) der Vorväter Avraham (Chesed - Güte), Yitzchak (Gevurah - strenges Gericht) und Yaakov (Emet - Wahrheit) beinhalten. Die drei namentlich erwähnten Tanna'im besassen je eine dieser Charaktereigenschaften der Vorväter und das ist es, was und die jeweiligen einzelnen Schüler eigentlich mitteilen wollen.
Die Eigenschaft des "Shilo" war die Charaktereigenschaft des Yaakov "Wahrheit"). In kabbalistischer Hinsicht ist Yaakov derjenige, der zwei unterschiedliche Sefirot (Charaktereigenschaften) miteinander verbinden kann bzw. einen Ausgleich findet. So verband er die "Liebe" zu und die "Furcht" vor G - tt. Das berühmte Beispiel für ihn ist die "Tiferet", welche eine ideale Kombination aus Güte und Gerechtigkeitssinn darstellt.
Allerdings ist dies nicht nur die alleinige Interpretation, sondern es gibt noch viele mehr.
Der Name "Yinon" repräsentiert die Charaktereigenschaft des Avraham, nämlich Güte. Laut dem Kommentator Raschi bedeutet "Yinon" Authorität. Jemand, der gütig ist und anderen etwas gibt, verdient des Respekt eines Jeden und erreicht dadurch Ansehen und Authorität.
Der Name "Chaninah" repräsentiert die Attribute des Yitzchak, welche da G - ttesfurcht lautete. Ein g - ttesfürchtiger Mensch strebt nach G - ttes Gnade und betet, dass G - tt ihn gnadenvoll richten und seine Bedürfnisse befriedigt, selbst wenn er dessen unwürdig erscheint.
Links:
Der jüdische Meshiach, Teil 1
Der jüdische Meshiach, Teil 2
Donnerstag, November 06, 2008
Nimrod und der "Turm zu Bavel"
Die Seele eines Menschen besteht im allgemeinen aus drei Leveln, wobei "Nefesch" den niedrigsten darstellt. Die Nefesch repräsentiert die tierische Seele, welche jeder Mensch bei seiner Geburt erhält. "Tierische Seele" bedeutet hier, dass ein Mensch sich eher darum kümmert, seine Grundbedürfnisse zu befriedigen und sich, wie ein Tier, dabei auf seinen Instinkt verläßt. Zum Beispiel: Essen, Trinken, Sex, Materialismus, etc.
Der nächst höhere Level heißt "Ruach", bei denen ein Mensch dem Gefühl oder auch Herzen nach reagiert. Der darauffolgende höhere Level heißt "Neschama" bei dem der Mensch seinen Intellekt nutzt. So zum Beispiel, dass es einen alleinherrschenden G - tt gibt, der den Juden die Thora gab, welche sie zu befolgen haben. Nichtjuden haben ebenso diese drei Seelenlevel, wobei sie jedoch die Aufgabe haben, sich nach den "Sieben Noachidischen Gesetzen" zu richten.
Allgemein werden diese drei Level vertreten, doch bestehen in der Kabbalah noch zwei weitere. Die "Chaya" sowie die "Yechidah". Beide Level sind dermassen hoch, dass bisher nur Adam sie besaß.
Was im Inneren des Turmes geschah und warum er fiel.
Montag, November 03, 2008
Argumente für und gegen religiöse zionistische Aktivitäten
Quelle:
Unter anderem Rabbi Yitzchak Alfassi
Rabbi Yitzchak Alfassi ist einer der berühmtesten und anerkanntesten israelischen Chassidismus - Autoren.
Da Alfassi selbst aus einer chassidischen Familie stammt (Chassidut Gur), später aber an der Tel Aviv University oder an der Bar Ilan University zu lehren begann, macht ihn dennoch seine chassidische Abstammung und sein religiöses Einfühlungsvermögen auch für haredische Leser akzeptabel. Ansonsten lehnen Haredim jegliche von Uniprofessoren oder anderweitigen Researchern verfasste Literatur über ihre eigene Gesellschaft grundsätzlich ab. Rabbi Yitzchak Alfassi bildet in Israel die ganz große Ausnahme.
Yitzchak Alfassi wurde im Jahre 1929 in Tel Aviv geboren, diente in der israelischen Armee und ist der Autor von fast 80 Büchern, in denen er größtenteils chassidische Themen behandelt.
Alfassi lebt nach wie vor in Tel Aviv.
Die Zeit der Ankunft des Meschiach muß auf einem ganz natürlichen Wege beginnen und erst im weiteren Verlauf geht alles in einen übernatürlichen Ablauf über.
Die erneute Besiedlung des Landes Israels (oder in der Vergangenheit "Palästina" genannt) folgte aus dieser Ideologie heraus. Nur wenn die Juden in ihr von G - tt gegebenes Land zurückkehren, besiedeln und die Thoramitzwot befolgen, wird das Zeitalter des Meschiach eingeleitet werden. In den oberen spirituellen Welten wird erst "aufgewacht" werden, wenn wir in unserer materiellen Welt handeln. Erst wenn wir Juden handeln, handelt auch G - tt.
Diese Idee wird ständig aufs Neue von ihren Entwicklern wie Rabbi Zvi Hirsch Kalisher, Rabbi Eliyahu Guttmacher sowie Rabbi Yehuda Chai Alkalai vorgebracht. Und tatsächlich war dies auch die Ansicht der Chassidim sowie der nach Israel auswandernden Anhänger des Vilna Gaon. "Die Aliyah (nach Israel) leitet das Kommen des Meschiach ein", so einer der Begründer des Chassidismus, Rabbi Meshulam Feivish aus Zabarz. "Und es versteht sich von selbst, dass G - tt selber uns diese Gedanken der Eile in den Kopf setzte, denn der Moment ist nahe".
Als im 18. Jahrhundert die erste Aliyah einsetzte, um den Meschiach zu bringen, gab es die interessante Idee, dass die Neueinwanderer Hebräisch sprechen müssen. All diese Ideen der Einwanderung bzw. Rückkehr in das Land Israel waren nicht neu und es gab sie schon immer. Allerdings gerieten sie irgendwann in Vergessenheit und die Zionisten belebten alles wieder auf. "Der Beginn des Zeitsalters des Meschiach wird das Resultat der natürlichen Handlung der Menschen sein", so Rabbi Zvi Hirsch Kalisher. "Wenn die Juden alle Anforderungen erfüllen (die Thoramitzwot einhalten), wird dies den Meschiach bringen. Selbst dann, wenn das Jüdische Volk als Ganzes es gar nicht verdient hat" so Rabbi Eliyahu Guttmacher. Überhaupt verpflichten uns die Thora sowie unser Intellekt unser Bestes zu geben, damit der Meschiach auf natürlichem Wege gesandt werden kann.
Und, wie könnte es anders sein, gab es selbstverständlich auch viele Gegenargumente zu dieser zionistisch Idee:
All die vorherigen Generationen folgten der Ideologie, der Meschiach komme auf übernatürliche Weise. Die Leute begannen erst dann "falschen Messiassen" zu folgen, nachdem jene irgendwelche Wunder zu vollbringen begannen. Immerhin konnten die falschen Messisasse schnell überführt werden, denn ihre angeblichen Wunder entpuppten sich als etwas ganz Natürliches oder Fälschungen. So geschah es im laufe der Jahrtausende und schon zur Zeit des Zweiten Tempel mit dem von den Christen immer noch verehrten J. Von den Juden schnell als Fälschung überführt, wurden andere Völker zum Glauben an J. gewonnen.
Rabbi Avraham Yaakov von Sadigura, ein Zeitgenosse der neuen Zionisten, sagte: "Wir hoffen, dass der Meschiach auf eine wundersame Weise kommt; er uns allein um G - ttes Willen gesandt wird und nicht wegen Leuten aus Fleisch und Blut. Das Zeitalter des Meschiach wird aufgrund von Teshuva (Rückkehr zu G - tt) in einer übernatürlichen Art und Weise erfolgen. Die Rückkehr der Juden in ihr Land liegt einzig und allein in der Hand G - ttes. Nur G - tt bringt die Juden nach Israel und nicht die plumpe Art der Aliyah wie es sich die Zionisten vorstellen. Die Tannaim (die Mischna Gelehrten) sowie den Amoraim (Talmud Gelehrten) das messianische Zeitalter nicht durch irgendwelche materiellen Tricks zeitlich zu verlegen. Heißt zu beschleunigen oder auf später zu verschieben. Der Meschiach kommt, wenn G - tt es will und nicht, weil wir Ihn mit gewissen Tatsachen konfrontieren, welche G - tt zwingen, zu reagieren. Er entscheidet und nicht wir.
Selbst wenn die religiösen Zionisten in Israel relig. leben, macht dies keinen Unterschied, da sie dennoch G - tteslästerer sind, indem sie die Festlegung der Tannaim und Amoraim ignorieren und die messianische Zeit vor ihrer eigentlichen Bestimmung einleiten wollen. Dies aber ist nicht der wahre Weg für das Kommen des Meschiach und nicht die Weise, die G - ttes Engel und die wahren Propheten von uns erwarten. Das wahre Wesen des Zionismus ist eine Verleugnung der Prinzipien des "Belohnung und Strafe" sowie des erwarteten messianischen Zeitalters.
Das jüdische Konzept "Belohnung und Strafe" besagt, dass, wenn wir Juden die Thoragesetze einhalten und danach leben, wir automatisch von G - tt belohnt werden. Aber nicht nur die Gesetze allein spielen hierbei eine Rolle; selbstverständlich kommt es auch darauf an, wie wir mit uns selber und unseren Mitmenschen umgehen (Bejn Adam Le'Chavero).
All diese Argumente wurden von Rabbi Mordechai Eliasberg, Rabbi Nachum Greenhaus, Rabbi Joseph Yaffe und Rabbi Shmuel David Feinberg widerlegt. Der Ramban (Nachmanides), der Thorakommentator Ohr HaChaim, viele Rishonim (frühe Kommentatoren) und Acharonim (spätere Kommentatoren) lehrten, dass das messianische Zeitalter auf natürlichem Wege allmählich eingeleitet, und nur das Ende mit Wundern verbunden sein wird. Rabbi Zvi Hirsch Friedlander, der Rebbe von Liska, vertrat eine interessante Meinung. Er selbst lehnte den relig. organisierten Zionismus grundsätzlich ab, doch sah er keinen Widerspruch darin, relig. Juden nach Israel zu senden und diese gemäß der Thoragesetzte dort leben. Alles organisiert von einer eigenen Institution, die mit dem zionistischen Movement nichts zu tun hat.
All diese Ideologien teilten die jüdischen Gemeinden in Deutschland und in Ungarn. Kann es möglich sein, dass die Säkuleren (Deutschland) das messianische Zeitalter einleiten ?
Der Autor des Buches "Da'at HaRabbanim" stellt die Frage, ob selbst wenn das messianische Zeitalter in einem natürlichen Wege erfolgen sollte, dies anhand von Leuten geschehen könne, die öffentlich den Schabbat brechen und von Leuten, die unkoscher (trefe) essen sowie jenen, die keine Tefillin (Gebetsriemen) anlegen ?
Und er argumentiert: "In der Vergangenheit verloren wir aufgrund dieser Sünden unser Land. Wäre es daher nicht möglich, dass derlei Sünder und Kriminelle uns ebenso zurückführen ?
Rabbi Simcha Rosenfeld, der Rabbi von Piotrekov, hält dagegen:
"Wie groß sind doch der Wahnsinn und die Dummheit dieser Leute, die Oberhäupter und Führer von Organisationen, schlechten Leuten und Sündern, die einfach die Thora und ihre Mitzwot fortswerfen wollen; der Wahnsinn zu glauben, dass Juden, die trefe essen das Volk Israel (die Juden) ins Gelobte Land zurückführen könnten. Diese Leute brachten uns zum Lachen. Zu einem schmerzvollen und seelenverletzenden Lachen.
Viele Rabbiner befürworteten die Besiedlungs Israels, doch nur dann, wenn dies außerhalb des zionistischen Rahmens von statten ging. Rabbi Moshe Teitelbaum (Autor des "Yismach Moshe") und Gründer der Sighet - Satmar Dynasty schrieb schon: "Für mich ist es klarer als die Sonne, dass, falls ich gehen sollte, mein Verlust meinen Gewinn übersteigt. Und jeder, der dennoch gehen will, sollte darauf achten, wie er es tut. Alles sollte mit der richtigen Intension durchgeführt werden, denn es ist unbestreitbar, dass es ein Gebot gibt, welches uns zur Besiedlung des Landes verpflichtet".
Die Chassidim starteten eine eigens organisierte Aliyah gleich nach der Balfour Declaration: Chassidim aus Koznitz, Yablona, Gur und das führte zugleich zu Streitpunkten zwischen ihnen, den Mitnagdim des Vilna Gaon und denjenigen, die nach Israel auswanderten. In unseren Tage gebe / gelte kein Gebot der Besiedlung Israels, sondern nur das des Thorastudiums. Die Gründung des Staates Israels veranlasste viele zum Umdenken, doch nicht den Satmarer Rebben (Rabbi Yoel Teitelbaum) und seine Anhänger. Die zionistischen Rabbiner wollten von solchen Argumenten nichts hören. Rabbi Israel Morgenstern aus Pilov sagte: Laut dem Ramban (Nachmanides) besteht ein positives Gebot im Lande Israel zu leben und von daher hat jeder Jude die Pflicht, sich dort niederzulassen, sobald die erlaubt ist. Heißt, eine Regierung die Einreise ermöglicht. Dieses Gebot gilt selbst für diejenigen, die nach Israel ziehen, aber nicht beabsichtigen, die Thoragesetze einzuhalten. Rabbi Avraham aus Sochatchov, der Autor der Bücher “Avnei Nezer” und “Eglei Tal”, sagte, dass die Juden außerhalb Israels die Pflicht haben, Besitz in Israel zu erlangen, denn es gibt keine Ende einer Belohnung für die Unterstützung des Landes Israel (hier ist das Land gemeint und nicht der heutige Staat).
Auch Rabbi Tzadok HaCohen aus Lublin war der Meinung:
"Es gibt keine Debatte darüber, ob es von besonderem Vorteil ist, das Land Israel auch in unseren Tagen zu besiedeln … niemand sollte diese Gelegenheit der wundervollen Mitzwah verpassen". In seinem Buch “Zimrat HaAretz”, schreibt Rabbi Moshe Zvi Fogel:
"Es besteht kein Zweifel daran, dass das Gesetz besagt, dass jemand seinen gesamten Haushalt zwingen kann, ins Land Israel bzw. nach Jerusalem zu ziehen".
Rabbi Joseph Dov Soloveitchik aus Brisk und Rabbi Eliyahu Chaim Meisel aus Lodz unterstützten die Übersiedlung nach Israel und die landwirtschaftliche Bewirtschaftung des Landes. Nichtsdestotrotz lehnten sie den Zionismus ab. Selbst die "Machzikei HaDa'at" (gegründet von der Chassidut Belz) unterstützten die Idee, Israel wiederaufzubauen. Allerdings sahen sie damit kein verbundenes eintreffendes messianisches Zeitalter.
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Bis heute hat sich an den intensiven Diskussionen nichts geändert. Die eine Seite betrachtet eine Besiedlung des Landes Israel als einen Vorläufer (Korridor) für das messianische Zeitalter. Wenn wir nur in Israel leben, geschieht der Rest von allein. Mitzwoterfüllung ja, aber falls nicht, auch nicht so schlimm, dennimmerhin leben Juden wieder in Israel, was auch ein Zeichen sein kann. Die Gegenseite gibt sich antizionistisch und lehnt den heutigen säkuleren Staat ab. Wer sich die Geschichte des Staatsaufbau seit 1948 anschaut, kann dem sogar viele Male zustimmen. Vor allem, wer sich die Aktivitäten eines ehemaligen Premiers namens David Ben Gurion anschaut, der zwar zionistisch eingestellt war, jedoch absolute übertriebene linke Weltanschauungen vertrat.
Und heute vertritt die nationalrelig. Partei MAVDAL längst nicht mehr ihre alten Ideale, sondern fügt sich willig in die opportunistische Parteienlandschaft. Der einzige Teil von ihr, der das nicht tut und daher mehr und mehr aneckt, ist die Siedlerbewegung. Ein Jude hat das Recht, sich in das ihm von G – tt gegebene Land niederzulassen woe s ihm beliebt. Das Land gehört uns und es gibt keinerlei Zugeständnisse. Auch nicht um des lieben Pseudo – Friedens wegen.
Die antizionistische Bewegung setzt sich weitgehend aus zwei Teilen zusammen. Aus jenen, die den Staat rigoros und ohne "Wenn und Aber" ablehnen und jener Teil der zwar in Israel lebt, aber dies nur, um ein Leben nach der Thora zu führen. Und wo kann man das besser als in Israel, in welchem ein Jude viel mehr Mitzwot einhalten kann als in der Diaspora (z.B. Schmittah oder leichter von G – tt akzeptierte Gebete). Der ehemalige Satmarer Rebbe Yoel Teitelbaum war zwar bis zum Schluß ein glühender Antizionist; dennoch verbat er seinen Chassidim niemals den Umzug nach Israel. Der Antizionismus kann auch im Lande Israel gelebt werden, indem ein Jude nach der Thora lebt, die Staatsbürgerschaft bekommt (denn irgendwie muß man ja reisen), aber meist die sozialen Zusicherungen, wie Gelder vom Staat, ablehnt. Das Leben eines Antizionisten in Israel kommt nicht automatisch einer Annahme sozialer Gelder gleich. Zusätzlich nimmt nicht jeder Antizionist die Staatsbürgerschaft an, sondern behält seine bisherige bei.
Prinzipien, die einem Zionisten unverständlich sind.
Meiner Meinung nach sollte sich ein jeder mit dem Antizionismus gründlichst auseinandersetzten, bevor es zu falschen Argumenten kommt.
Links zum "Antizionismus"



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