B"H
Jeder Blogger kennt das nur zu gut: Hin und wieder kommen dämliche Kommentare und ich persönlich habe mir längst abgewöhnt, darauf zu reagieren und lösche derlei Geschreibsel.
Sowohl auf meinem englischen als auch auf meinen deutschen Blogs kommt es ab und an vor, dass fanatische Christen mir vorwerfen, ich solle mich gefälligst weniger um christliche Missionare kümmern als darum, dass säkulere Juden den Schabbat nicht halten.
Dazu gebe ich hiermit eine kurze Antwort darauf:
Erstens bleiben Juden immer Juden, egal, ob sich sich an die Halachot (Thoragesetze) halten oder nicht. Kein Nichtjude kann sich besser darstellen a la "Er würde den Schabbat halten und ein Jude nicht !"
Der Talmud Schabbat legt fest, dass ein Nichtjude, der den Schabbat einhält schlimmer von G – tt bestraft wird als ein Jude, der den Schabbat nicht hält. Der Grund ist, dass ein Nichtjude mit einer kompletten Einhaltung eines Schabbat gegen G – ttes Regeln verstößt, da G – tt den Juden auftrug, den Schabbat einzuhalten und nicht den Nichtjuden. Dies ist auch der Grund dafür, warum Rabbiner die Konvertiten zum Judentum immer wieder darauf hinweisen, dass, solange die Konvertiten noch keine offiziellen Juden sind, sie am Schabbat mindestens ein Vergehen begehen müssen und bloß nicht den Schabbat zu 100% einhalten. Vielen wird ,u.a., gesagt, dass sie sich in die Ecke stellen und einen Streichholz anzünden sollen.
Ein zweites Argument gegen Nichtjuden, die sich herausnehmen, Juden halachisch belehren zu wollen, kann ich mit einer anderen Halacha antworten. Laut der Halacha ist es einem Nichtjuden verboten, einen Juden religiös belehren zu wollen. Beispiel: Wenn ein Nichtjude einen Juden kritisiert, dass Letzterer den Schabbat nicht halt, nicht koscher ißt, etc.
Posts mit dem Label Halacha werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Halacha werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Mittwoch, September 12, 2012
Samstag, August 25, 2012
Giraffen sind KOSCHER, aber dürfen wir sie essen ?
B"H
Im 5. Buch Mose, Deuteronomy – Sefer Devarim, listet G – tt den Juden koschere Tiere auf. Erst am vorletzten Schabbat lasen wir in den Synagogen die Thoralesung RE’EH und genau davon ist an dieser Stelle die Rede. In Deuteronomy 14:5 wird, u.a., ein ZAMER (SAMER) als koscheres Tier aufgeführt, welches von Rabbi Sa'adia Gaon und dem RADAK
als GIRAFFE identifiziert wird. Eine Giraffe ist also, lt. einiger rabbinischer Meinungen, koscher, doch die Frage ist, ob Juden Giraffen verzehren dürfen.
Ich glaube mich zu erinnern, dass mir ein Leser vor langer Zeit einmal genau diese Frage stellte und ich schätze, dass ich ihm damals eine ähnliche Antwort gab, wie heute an dieser Stelle.
Giraffen werden deswegen als koscher betrachtet, weil sie Widerkäuer sind und gespaltene Hufe haben. Unter anderem nennt uns die Thora diese zwei Bedingungen, welche ein koscheres Tier ausmachen. Ein Schwein ist demzufolge nicht koscher, da es kein Wiederkäuer ist, sondern lediglich gespaltene Hufe besitzt. Um jedoch als koscheres Tier zu gelten, muss ein Tier beide Voraussetzungen erfüllen, wie, z.B., die Giraffe.
Eine Ansicht lautet, dass wir die Giraffe dennoch nicht essen dürfen. Weil sie einen ausgesprochen langen Hals besitzt, sei es unmöglich zu bestimmen, an welcher Stelle des Halses der Schochet (jüdischer Tierschächter) die Giraffe schächten soll. Allerdings gilt diese Meinung als unwahr, denn theoretisch kann die Giraffe an jeder Stelle des Halses geschächtet werden.
Der Grund, warum wir dennoch kein Giraffenfleisch essen ist ein ganz anderer: Giraffenfleisch zu verzehren ist nirgendwo in der jüdischen Tradition verankert und deswegen tun wir es bis heute nicht. Ferner ist es kaum möglich, Giraffenfleisch aufzutreiben.
Wer sich intensiver für das Thema interessiert, der kann auf der Site von Dr. Ari Zivotofsky einiges erfahren.
________________________________
Quellen:
- Sefer Devarim, 14:5
- Natan Slifkin: "Sacred Monsters", Seite 76
Dienstag, August 21, 2012
Wer nach dem Segen am Essen seine Location ändert
B"H
Photo: Miriam Woelke
Ein überaus interessantes Thema, was wieder einmal beweist, dass man im Judentum niemals auslernt. Ich weiss nicht, wie es den relig. Juden, die hier mitlesen geht, doch hätte ich jetzt nicht unbedingt an die Tasse Kaffee gedacht, die ich da des Öfteren mit mir herumschleppe. Klar, ist mir bekannt, dass ein Jude, der den HaMotzi – Segen über das Brot betet, den Segen nach dem Brotessen (das Birkat HaMazon) auf eben jenem Stuhl betet, auf welchem er zuvor den ersten Segen betete.
Ich kann Euch an dieser Stelle eine hervorragende halachische Site empfehlen. In englischer Sprache, aber leider gibt es derlei Sites nun einmal vorwiegend in anderen Sprachen außer Deutsch.
Sagen wir, Ihr trinkt eine Tasse Kaffee im Büro oder daheim und wander beim Trinken mit der Tasse in unterschiedliche Räume. Dasselbe gilt übrigens für Essen. In dem Fall stellt sich die Frage, ob der Segen über Essen und Trinken nur in einem Raum gilt oder auch in all den weiteren Räumen beim Herumwandern ?
Sagen wir, Ihr trinkt eine Tasse Kaffee im Büro oder daheim und wander beim Trinken mit der Tasse in unterschiedliche Räume. Dasselbe gilt übrigens für Essen. In dem Fall stellt sich die Frage, ob der Segen über Essen und Trinken nur in einem Raum gilt oder auch in all den weiteren Räumen beim Herumwandern ?
Kurze Erläuterung: Juden sagen unterschiedliche Berachot (Segen) über Essen und Trinken. Je nachdem was gegessen und getrunken wird. Ferner werden ebenso nach der Mahlzeit oder dem Trinken unterschiedliche Segen gebetet.
Mit dem Ortswechel nach dem Beten des Segen gilt der Segen in anderen Räumen nicht mehr und muss neu gesagt werden. Allerdings gibt es dabei wieder einige Ausnahmen, die Ihr auf der besagten Site einsehen könnt. Unter anderem gilt der Segen offenbar dann weiter, solltet Ihr Euch mit dem Kaffee in ein Auto setzen und abfahren. Bei Reisenden bestehen ebenso Ausnahmen.
Labels:
Birkat HaMazon,
Halacha,
Segen
Donnerstag, Juli 26, 2012
Details zum Tisha be’Av
Jerusalemer Ausblick
Photo: Miriam Woelke
B”H
Eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Halachot Jerusalem betreffend:
Da der Fastentag Tisha be’Av gleich an den ausklingenden Schabbat anschliesst, gelten einige spezielle Halachot. Unter anderem, dass die Havdalah mit dem üblichen Wein oder Weintraubensaft sowie dem HaMavdil – Segen erst am Sonntag abend getätigt warden kann. Der Havdalah – Segen über die Kerze sollte jedoch am Samstag abend stattfinden.
Am Schabbat sollte gegen 20.40 Uhr das letzte Essen vor dem Fasten eingestellt warden.
Gegen 20.19 Uhr sollte ein Jude den Schabbat von den Wochentagen trennen und sage: BARUCH HA’MAVDIL BEJN KODESCH le’CHOL.
Der Fastentag endet am Sonntag abend gegen 20.18 Uhr. Danach darf wieder Musik gehöt werden, Wäsche gewaschen oder sich rasiert werden. Der Konsum von Fleisch und Wein dagegen muss noch bis zum Sonntag abend warten !
Labels:
Halacha,
Tisha Be'Av
Montag, Juli 09, 2012
Neue Kleidung in den Bejn HaMetzarim
B"H
Seit dem gestrigen Halbfastentag 17. Tammuz befindet sich die jüdische Welt in den drei Trauerwochen, welche ihren Höhepunkt mit dem Tisha be’Av finden. Diese drei Wochen (Bejn HaMetzarim) sind nicht so zu verstehen, dass wir nun alle herumtrauern und keine Freude am Leben zeigen. Vielmehr liegt unsere Aufgabe darin, uns selbst zu verbessern und ein wenig in uns zu gehen, um CHESCHBON NEFESCH – SELBSTANALYSE IN BEZUG AUF G – TT zu üben. Wo liegen unsere Fehler und wir können wir versuchen, uns in kleinen Schritten zu verbessern ?
Innerhalb dieser drei Woche gelten besondere Regeln, welche sich mit dem Monatsbeginn des Av (neun Tage vor dem Tisha be’Av) abermals verstärken. Momentan wird bis nach Tisha be’Av in jüdischen Kreisen nicht geheiratet. Ferner bildet neue Kleidung eine weitere Ausnahme. Darf ich in diesen drei Wochen neue Klamotten kaufen und auch tragen ? Immerhin wird mit dieser Halacha des Verbotes daran erinnert, dass die Bewohner des eingekesselten Jerusalems dahinvegetierten, denn weder die Babylonier noch später die Römer liessen Nahrungsmittel in die Stadt. Die Propheten berichten uns, wie die Jerusalemer elend hungerten und am Tisha be’Av (9. Av) der Tempel brannte.
Kaufen wir neue Kleidung wie T – Shirts, Röcke oder Hosen, so danken wir G – tt, dass wir in der Lage waren, dies zu tun. Insbesondere auch finanziell, denn G – tt versieht uns mit einem Auskommen. Ferner, dass wir am Leben sind und somit in der Lage sind, uns Kleidung anzuschaffen.
Der Segen, den wir bezüglich des Tragens neuer Kleidung sprechen, ist der “Scheyechiyanu” – Segen. Tragen wir neue Schuhe, so sagen wir keinen Segen ! Einige Juden hegen den Brauch, auf die Sohle der neuen Schuhe das Wort AMALEK mit ihrem Finger zu schreiben. Dies nur symbolisch betrachtet, denn richtig geschrieben wird Amalek nicht, sondern lediglich mit dem Finger aufgezeigt. Amalek, der Erzfeind der Juden, den wir symbolisch gesehen mit unseren Füssen treten.
Nicht nur, dass Amalek eine real existierende Person war, sondern als Amalek betrachten wir ebenso antisemitisches oder antijüdisches Verhalten. Die Nachkommen Amaleks, die das Judentum ausmerzen wollen. Ferner steckt Amalek auch in uns selbst. Nämlich dann, wenn uns unser Gefühl überreden will, heute einmal nicht zu beten oder einen Cheeseburger zu essen.
Dürfen Juden also laut der Halacha in den drei Wochen neue Kleidung kaufen und tragen ?
Das Problem liegt nicht unbedingt im Kauf, sondern beim Tragen. Es heisst, dass neue Kleidung, die einen Segen verlangt, nicht getragen werden darf. Neue Socken oder Unterwäsche hingegen schon. Wer unbedingt etwas kaufen will, der kann das tun, sollte aber bis nach dem Tisha be’Av mit dem Tragen warten.
Anmerkung:
Einige Rabbiner erlauben das Tragen neuer Kleidung noch bis zum Monatsbeginn des Av !
Labels:
Bejn HaMetzarim,
Halacha,
Kleidung
Dienstag, Mai 29, 2012
Dürfen ungestempelte Briefmarken wiederverwertet werden ?
B"H
Dürfen ungestempelte Briefmarken wiederverwertet werden ?
Ab und zu kommt es schon vor, dass ein Brief eintrifft und die Post vergaß doch glatt, die Briefmarke zu stempeln. Vor vielen Jahren als ich noch richtige Briefe verschickte, freute ich mich, wenn da eine ungestempelte Marke kam, die ich ausschnitt und auf meinen nächsten Brief klebte. Die Frage aber ist, ob dies im Judentum erlaubt ist.
Erst jetzt fand ich heraus, dass die private Wiederverwertung solcher von der Post übersehener Marken verboten ist. Die jüdische Halacha betrachtet ein derartiges Handeln als DIEBSTAHL, denn zahlte doch der ursprüngliche Absender des Briefes die Post für ihre Dienste. Die Post jedoch übersah, aus welchen Gründen auch immer, den Brief und vergaß diesen abzustempeln. Trotzdem lieferte sie den Service und somit verwirkt die Briefmarke ihre einmalige Gültigkeit.
Wenn also bei Euch ein Brief mit einer ungestempelten Briefmarke eingeht, so könnt Ihr diese nicht wiederverwenden.
Labels:
Halacha
Montag, Mai 21, 2012
Digitaluhr am Schabbat ?
Photo: Uhrforum.de
B"H
Darf ein Jude am Schabbat eine Digitaluhr tragen ?
Ja, aber die Knöpfe auf der Uhr sollte er am Schabbat nicht anfassen.
Donnerstag, Mai 03, 2012
Parashat EMOR - פרשת אמור
Blick auf den Ölberg mit dem jüdischen Friedhof am Abhang
Photo: Miriam Woelke
B"H
Zu Beginn der Parashat (Thoralesung) EMOR trägt G – tt Moshe auf, den Cohanim (Tempelpriester), den Nachkommen (Söhnen) Aharons, zu sagen, dass sie sich von bestimmten Unreinheiten fernzuhalten haben.
Wortdefinition: EMOR = Sagen. Moshe soll den Cohanim, den Söhnen Aharons SAGEN, dass …
Der polnisch - chassidische Rabbiner Elimelech von Lizhensk (Rabbi Elimelech Weisblum, 1717 – 1787) stellt die Frage, warum G – tt an dieser Stelle sagt: "Den COHANIM, den SÖHNEN AHARONS". Waren die Cohanim (Tempelpriester) nicht eh alles die Nachkommen des Aharon ? Wozu also diese Unterteilung bzw. zweimalige Erwähnung ?
Rabbi Elimelech definiert aus dem Kontext heraus, dass es zweierlei Arten Zaddikim (Gerechte) und Cohanim gibt. Nämlich jene, die absolut ernsthaft bei der Sache sind und die zweite Gruppe, zumeist die Nachkommen, welche halt die Cohanim – Stellung innehalten,weil ihr Vater ein Cohen war. Richtiges Interesse aber haben sie nicht immer. Aber selbst wenn sie nicht mehr so aufrichtig sein sollten in ihrem Handeln, wie ihre Väter, so besitzen sie dennoch vor G – tt die Pluspunkte ihrer Väter und können in gewissem Maße davon zehren. Beispiel: Die heutigen Juden, inklusive den religiösen, sind nicht so dermassen fromm wie die Vorväter Avraham, Yitzchak oder Yaakov. Trotzdem wird sich G – tt immer an die großen Taten der Vorväter erinnern und zu den heutigen Juden halten. Selbst dann, wenn sie nicht immer ganz so fromm sein sollten.
Kurz darauf heißt es in der Parasha, dass Cohanim sich von zwei Dingen distanzieren müssen:
1. Sie dürfen keine Konvertitinnen oder keine geschiedene Frau heiraten.
2. Cohanim dürfen nicht mit Toten in Berührung kommen und aus diesem Grund noch nicht einmal einen Friedhof betreten.
Nummer 2 scheint auf den ersten Blick ein eher seltsames Gebot zu sein, doch in der Parasha erklärt G – tt den Hintergrund. Die Kabbalah geht noch viel weiter darauf ein. Insbesondere das kabbalistische Buch ZOHAR, welches beschreibt, wie unrein ein toter Körper sein kann. Gerade kurz nach dem Tod eines Menschen spielen sich unterschiedliche Dinge ab. Die Seele verläßt den Körper und aufgrunddessen wird der Körper unrein. Wann die Seele wohin aufsteigt oder wie lange sie im Körper verbleibt, darüber diskutiert nicht nur die Kabbalah, sondern auch der Talmud Traktat Berachot.
Im Judentum besteht das Gesetz einen Verstorbenen unverzüglich zu begraben und nicht zu warten. Je länger die Zeit zwischen dem Todeszeitpunkt und dem Begräbnis, desto länger befindet sich die Seele des Toten gefangen in einem Twilight. Sie ist nicht auf Erden und nicht im Himmel, sondern in einer Art Grauzone (dies einmal symbolisch ausgedrückt).
Praktisch gesehen ist es für einen Cohen kompliziert, einen Friedhof zu besuchen. Richtig aktuell wird das Thema wieder in der kommenden Woche, denn dann feiern wir gegen Ende der Woche das LAG BA’OMER, den 33. Tag des Omer. Hunderttausend Juden werden sich an dem Tag in Meron (Nordisrael) versammeln. Am Grab des talmudischen Rabbi Schimon bar Yochai, denn Lag Ba’Omer ist dessen Todestag. Und laut vielen Meinungen war es Rabbi Schimon, welcher den ZOHAR verfasste. Zwar nicht niederschrieb, sondern seine Mystik mündlich an seine Anhängerschaft weitergab.
Sämtliche chassidischen Gruppen und deren Rebbes werden sich am nächsten Mittwoch abend bzw. Donnerstag in Meron versammeln und die traditionellen Feuer anzünden. Einige der Rebben sind jedoch Cohanim wie, z.B., der Rebbe der chassidischen Gruppe Toldot Aharon aus Jerusalem. Wie bekommt man den Rebben den Berg zum Grab des Rabbi Schimon hinauf, wenn er doch keinen Friedhof betreten darf ? HIER die Antwort !
Andere jüdische Friedhöfe hingegen bauten extra Brücken für Cohanim. Ein komplizertes halachisches Thema und der Bau wird stets von Rabbinern überwacht wie hier in Tiberias:
Labels:
Halacha,
Lag Ba'Omer,
Rabbi Schimon bar Yochai,
Seelen,
Tempel,
Tod im Judentum
Mittwoch, März 28, 2012
Halacha: Raubkopien
B"H
Ist es erlaubt, CDs zu kopieren oder selbstgebrannte Musik CDs bzw. DVDs zu kaufen oder zu vertreiben ? Was, wenn ich mir etwas aus dem Internet herunterlade ? Ist das gemäss der jüdischen Halacha erlaubt ?
Der im Jahre 1986 verstorbene Halacha – Experte, Rabbi Moshe Feinstein, legte seinerzeit fest, dass das Kopieren von Musik oder Filmen verboten ist.
Die Begründung dafür lautet, dass der Erzeuger der Musik oder des Filmes durch das Kopieren seines Produktes Geld verliert. Diese Regelung gilt ebenso für Schmuck, Musik, Kunst oder Bücher.
(Siehe Igrot Moshe, Orach Chaim, Vol. 4 Siman 40:19).
Zusätzlich macht sich der Raubkopierer des Diebstahls schuldig. Vor allem dann, wenn es um Copyrights geht.
Mittwoch, März 21, 2012
Toilette ohne Worte
B”H
Juden ist es untersagt, auf dem stillen Örtchen zu sprechen. Praktisch schaut das so aus, dass, wenn jemand auf Toilette sitzt und ein Zweiter suchend nach ihm ruft, Ersterer laut von innen an die Toilettentür klopft, damit der Zweite weiss, wo er sich befindet.
Ferner lehrt uns der Talmud, dass auf einem Abort das Wort SCHALOM erst recht nicht fallen darf, denn SCHALOM ist einer der Namen G – ttes.
Labels:
Halacha
Donnerstag, März 15, 2012
Parashat Vayakel - Pekude'i - פרשת ויקהל-פקודי
Im jüdischen Viertel der Altstadt von Jerusalem
Photo: Miriam Woelke
B"H
Die Thoralesung für diesen Schabbat
Die Mitzwah Schabbat wurde uns noch vor dem Mischkan gegeben um zu zeigen, dass der Schabbat wichtiger ist als die Arbeit am Mischkan. Keine Arbeit am Mischkan verschiebt den Schabbat (Rashi, Ramban, Kli Yakar, Rokeach). Daher sind alle 39 Arten von Arbeit am Mischkan für uns am Schabbat verboten.
Die Gemara im Talmud Traktat Shabbat 70a lehrt, dass absichtliches Brechen des Schabbats mit der Todesstrafe (Steinigung) geahndet wird. Die Strafe wird jedoch nur dann ausgesprochen, wenn der Schabbat öffentlich gebrochen wurde und dafür zwei Zeugen vorhanden sind. Wer den Shabbat daheim und nicht öffentlich bricht, wird nicht mit dem Tode bestraft (Rabbi Yitzchak Luria in Pri Etz Chaim). Allerdings verletzt er mit dem Vergehen seine Seele (Neschama).
Der Thorakommentator Ohr HaChaim vertritt eine Meinung, die auf einer Gemara im Talmud Traktat Schabbat 118 basiert: Die Einhaltung des Schabbats ist so wichtig, dass sie ein Tikun (Reparatur der Seele) für den Götzendienst ist (siehe auch Talmudkommentator RIF). Wer innerhalb der Woche Götzendienst betreibt, dem wird vergeben, wenn er den Schabbat nach allen Regeln (Halachot) einhält.
In der vorherigen Thoraparasha Ki Tisa hieß es:
La’ asot et HaShabbat – den Schabbat tun
Die Gemara im Talmud Traktat Shabbat 70a lehrt, dass absichtliches Brechen des Schabbats mit der Todesstrafe (Steinigung) geahndet wird. Die Strafe wird jedoch nur dann ausgesprochen, wenn der Schabbat öffentlich gebrochen wurde und dafür zwei Zeugen vorhanden sind. Wer den Shabbat daheim und nicht öffentlich bricht, wird nicht mit dem Tode bestraft (Rabbi Yitzchak Luria in Pri Etz Chaim). Allerdings verletzt er mit dem Vergehen seine Seele (Neschama).
Der Thorakommentator Ohr HaChaim vertritt eine Meinung, die auf einer Gemara im Talmud Traktat Schabbat 118 basiert: Die Einhaltung des Schabbats ist so wichtig, dass sie ein Tikun (Reparatur der Seele) für den Götzendienst ist (siehe auch Talmudkommentator RIF). Wer innerhalb der Woche Götzendienst betreibt, dem wird vergeben, wenn er den Schabbat nach allen Regeln (Halachot) einhält.
In der vorherigen Thoraparasha Ki Tisa hieß es:
La’ asot et HaShabbat – den Schabbat tun
Was heißt den Schabbat tun, wenn doch so viele Dinge verboten sind zu tun ? La‘ asot et HaShabbat heißt zum einen, den Schabbat vorbereiten. Daher auch das Verbot des Feuerzündes. Wir müssen vor dem Schabbat unser Essen vorbereiten. Den Schabbat tun (La‘ asot et HaShabbat) bedeutet aber auch, uns aktiv beteiligen und bereit sein, uns auf eine höhere spirituelle Stufe zu stellen. Nachdem Adam und Chava im Paradies einen spirituellen Fall der Welten verursachten, begeben wir uns jeden Schabbat mit dessen Einhaltung in eine höhere geistige Welt. Und eben dort sind jegliche Arten von Arbeit verboten, weil diese nicht Bestandteil der höheren Welt sind. Arbeit findet nur hier in unserer physischen Welt (Asiyah) statt. Begeben wir uns aber auf einen höheren Level wie am Schabbat, findet in der folgenden geistig spirituellen Welt (Yetzirah) keine Arbeit statt.
Ferner wurde uns der Schabbat auf alle Zeiten gegeben und zugleich ist G - tt mit uns dadurch einen Bund eingegangen. Was uns wieder zum Ausgangspunkt zurückbringt, dass keine Thorainhalte verändert werden dürfen, da sie für alle Zeit gültig sind.
Der Schabbat sowie der Bau des Mischkans dienen für uns als Tikun (Seelenkorrektur) so der Sefat Emet und ehemalige Rebbe der Chassidut Gur. Wir ehren damit G - tt und erhalten so Seine Präsenz (Schechina) in unserer Mitte. Selbst heute, wo wir kein Mischkan, bzw. Tempel mehr haben, ist Seine Präsenz immer mit uns. Ganz gleich ob wir uns in Israel oder der Diaspora (Galut) befinden.
Mit der Einhaltung des Schabbats verbinden wir unsere physische mit den geistigen Welten und bekommen eine zusätzliche Seele (Neschama Yeterah). Diese neue zusätzliche Seele hatten die Israeliten täglich bis zum Vergehen mit dem Goldenen Kalb. Seither bekommen wir sie nur noch am Schabbat. Es gibt unterschiedliche Interpretationen darüber, wann genau wir die zusätzliche Seele für den Schabbat bekommen. Manche sagen am Freitag abend mit Schabbatbeginn und andere, dass wir die Seele schon am Mittwoch bekommen. Vielleicht sollten wir alle einmal versuchen, den Schabbat vorzubereiten. Vor allem uns selbst geistig darauf vorzubereiten, das zusätzliche Licht am Schabbat zu erhalten.
Die zweite Lesung, Parashat Pekudei, berichtet uns detailliert von der Herstellung der Ringe, welche das Mischkan befestigten, von der Brustplatte (Urim veTurim) des Cohen HaGadol (Hohepriesters) sowie von dessen Kleidung. Rabbi Samson Raphael Hirsch kommentiert, dass das Mischkan (Tabernakel) der einzige Ort auf der Welt war, in dem G - tt Seine Anwesenheit sichtbar zeigte. Anhand einer Wolke (Cloud of Glory). Es war das einzige Mal auf Erden, dass dies geschah, wenn auch der Erste Tempel zu Beginn eine außergewöhnliche Heiligkeit (Keduscha) besaß, denn dort waren unzählige Wunder alltäglich. Im Zweiten Tempel war es schon anders und beide Tempel wurden letztendlich von unseren Feinden (Babylonier & Römer) zerstört. Nur das Mischkan gelangte niemals in Feindeshand, denn ursprünglich diente es einmal als "Wohnsitz" G - ttes auf Erden.
Schabbat Schalom
Ferner wurde uns der Schabbat auf alle Zeiten gegeben und zugleich ist G - tt mit uns dadurch einen Bund eingegangen. Was uns wieder zum Ausgangspunkt zurückbringt, dass keine Thorainhalte verändert werden dürfen, da sie für alle Zeit gültig sind.
Der Schabbat sowie der Bau des Mischkans dienen für uns als Tikun (Seelenkorrektur) so der Sefat Emet und ehemalige Rebbe der Chassidut Gur. Wir ehren damit G - tt und erhalten so Seine Präsenz (Schechina) in unserer Mitte. Selbst heute, wo wir kein Mischkan, bzw. Tempel mehr haben, ist Seine Präsenz immer mit uns. Ganz gleich ob wir uns in Israel oder der Diaspora (Galut) befinden.
Mit der Einhaltung des Schabbats verbinden wir unsere physische mit den geistigen Welten und bekommen eine zusätzliche Seele (Neschama Yeterah). Diese neue zusätzliche Seele hatten die Israeliten täglich bis zum Vergehen mit dem Goldenen Kalb. Seither bekommen wir sie nur noch am Schabbat. Es gibt unterschiedliche Interpretationen darüber, wann genau wir die zusätzliche Seele für den Schabbat bekommen. Manche sagen am Freitag abend mit Schabbatbeginn und andere, dass wir die Seele schon am Mittwoch bekommen. Vielleicht sollten wir alle einmal versuchen, den Schabbat vorzubereiten. Vor allem uns selbst geistig darauf vorzubereiten, das zusätzliche Licht am Schabbat zu erhalten.
Die zweite Lesung, Parashat Pekudei, berichtet uns detailliert von der Herstellung der Ringe, welche das Mischkan befestigten, von der Brustplatte (Urim veTurim) des Cohen HaGadol (Hohepriesters) sowie von dessen Kleidung. Rabbi Samson Raphael Hirsch kommentiert, dass das Mischkan (Tabernakel) der einzige Ort auf der Welt war, in dem G - tt Seine Anwesenheit sichtbar zeigte. Anhand einer Wolke (Cloud of Glory). Es war das einzige Mal auf Erden, dass dies geschah, wenn auch der Erste Tempel zu Beginn eine außergewöhnliche Heiligkeit (Keduscha) besaß, denn dort waren unzählige Wunder alltäglich. Im Zweiten Tempel war es schon anders und beide Tempel wurden letztendlich von unseren Feinden (Babylonier & Römer) zerstört. Nur das Mischkan gelangte niemals in Feindeshand, denn ursprünglich diente es einmal als "Wohnsitz" G - ttes auf Erden.
Schabbat Schalom
Links:
Die 39 verbotenen Tätigkeiten am Schabbat
Labels:
Halacha,
Schabbat,
Thora Parasha
Mittwoch, März 14, 2012
Hundefutter im Judentum
B"H
Am Themenreichtum erkennt Ihr leicht, dass es im Judentum kaum einen Bereich gibt, in dem die Halacha (Gesetzgebung) keine Rolle spielt. Falls es überhaupt einen Bereich ohne jegliche Halacha gibt. :-)
Gerade jetzt vor Pessach (Anfang April) kommt immer wieder die Frage auf, ob Tiere koscheres Essen haben sollen. Muss Hunde – oder Katzenfutter koscher für Pessach sein ? Die Antwort lautet JA, denn das Futter sollte keinerlei Getreidezusätze enthalten, da ein Jude an Pessach das verbotetene Getreide (Chametz) an den Pessachfeiertagen weder im Haus haben darf, noch sonst irgendwie in seinem Besitz haben sollte. Dies gilt für Weizen, Roggen, Hafer oder Gerste. Von daher ist es absolut nichts Ungewöhnliches, wenn in jüdischen Supermärkten, insbesondere in Israel, Hundefutter kascher le’Pessach angeboten wird. Bedeutet, ohne jegliches Getreide.
Allgemein gilt, dass Tier nicht koscher essen müssen.
Außer der Pessach – Regel mit dem Getreide gibt es jedoch noch eine weitere, welche im Talmud verankert ist. Kocht ein Jude aus Versehen Milch und Fleisch zusammen, so darf er dies bekanntlich nicht essen. An die Haustiere darf er das unkoschere Essen ebenso wenig verfüttern, sondern muss es in dem Fall wegwerfen.
Wer sich im "Schulchan Aruch – Code of Jewish Law" schlaumachen will, der schaue in den Traktat Yoreh Deah, Siman 87:1 – 3.
Labels:
Halacha,
Kaschrut,
Pessach,
Tiere im Judentum
Montag, März 12, 2012
Der Regenschirm am Schabbat
B"H
Im Judentum kennen wir das Prinzip der "39 verbotenen Tätigkeiten am Schabbat". Eine beliebte Frage diesbezüglich lautet, ob ein Jude an einem verregneten Schabbat einen Regenschirm aufspannen und benutzen darf ?
Die halachische Antwort hierauf lautet NEIN. Sollte es am Schabbat auch noch so regnen, ein Jude darf keinen Schirm aufspannen.
Wie aber verhält es sich, wenn der Regenschirm schon vor Schabbatbeginn aufgespannt wird ? Darf der Jude dann mit dem Schirm draussen herumlaufen ?
Halachisch wird das Aufspannen eines Regenschirmes mit dem Aufbau eines Zeltes verglichen. Dadurch, dass die Ösen des Schirmes richtig einhaken und somit der Schirm aufgespannt bleibt, verhält es sich wie mit dem Aufbau eines Zeltes. Mit dem Aufspannen eines Regenschirmes baut man sich sozusagen sein eigenes Zelt.
Selbst in dem Fall, wenn der Schirm vor Schabbat schon aufgespannt wurde, darf dieser am Schabbat selbst nicht benutzt werden. Der Benutzer würde an jedem Platz mit dem Schirm ein neues Zelt bauen, denn er will den Schirm als eine Art Zelt über sich benutzen. Und BAUEN ist am Schabbat verboten, denn die Tätigkeit fällt in die Kategorie der "39 verboteten Tätigkeiten am Schabbat".
Ferner darf ein Schirm am Schabbat ohne Eruv eh nicht getragen werden.
(Talmud Schabbat 138a)
Links:
Montag, Januar 30, 2012
Geschirr abtrocknen am Schabbat ?
B”H
Ist es am Schabbat erlaubt, mit einem Geschirrtuch abgewaschenes Geschirr abzutrocknen ?
Ja, man darf Geschirr abtrocknen. Allerdings sollte das Geschirrtuch nie zu nass werden, sodass der Benutzer gezwungen ist, es auszuwringen.
Samstag, November 19, 2011
Darf Essen vor dem Kauf probiert werden ?
B”H
Rechtlich gesehen mag es ein Problem sein, wenn ein potentieller Kunde an einem Marktstand oder überhaupt Verkaufsstand vorbeikommt und ausliegendes Obst oder anderweitige angebotene Lebensmittel vor dem Kauf erst probieren will. Sind die Weintrauben oder Mandarinen süß oder die Oliven würzig genug ? Normalerweise sollte in einem Laden erst der Verkäufer gefragt werden, ehe man sich bedient. Wie aber betrachtet die jüdische Halacha die Angelegenheit ? Ist es Diebstahl, wenn ich ein oder zwei Weintrauben oder Kirschen esse ?
Die genau talmudische Quelle muss ich erst suchen, doch glaube ich, dass der Talmud Traktat Bava Metziah (?) diesbezüglich etwas festlegt. Ein potentieller Kunde, welcher ernsthaft beabsichtigt, das entsprechende Kilo Oliven, Kirschen, etc. an einem Stand zu kaufen, darf sehr wohl die Ware im voraus testen bzw. probieren. Kommt jedoch nur so jemand vorbei und will sich umsonst vollstopfen, gilt die Aussage nicht.
Olivenauswahl auf dem Jerusalemer Machane Yehudah Markt. Oft grabschen Passanten einfach so hinein und angeln sich eine Olive heraus.
Photo: Miriam Woelke
In Israel sieht man besonders auf offenen Märkten Passanten ewig probieren und es ist garantiert nicht immer allzu appetitlich, wenn jeder seine Finger in den Oliven- oder Pommeshaufen steckt und sich etwas herauszieht. Normalerweise sagen die Markthändler nichts, doch wer wirklich einen Kauf beabsichtigt und die beste Ware sucht, der darf lt. Halacha selbstverständlich probieren.
Mittwoch, November 16, 2011
Wird ein Jude mit Tätowierungen halachisch beerdigt ?
B”H
Gemäss der Thora sind Hauteinritzungen, sprich Tätowierungen, für Juden verboten und viele fragen sich daher, was mit einem geschieht, wenn er stirbt und beerdigt werden soll. Hat der Tätowierte in dem Fall ein Anrecht auf eine halachische Beerdigung und wird er einfach so weitab neben dem berühmten “Zaun” begraben ?
Wer die halachische Quelle für Tätowierungen sucht, der findet sie im “Schulchan Aruch – Code of Jewish Law”, Traktat “Yoreh Deah”, Siman 180.
Obwohl es sich bei Tätowierungen um ein biblisches Verbot handelt, ist offenbar kein Fall bekannt, in welchem ein Jude kein halachisches Begräbnis erhielt oder nicht auf einem jüdischen Friedhof beigesetzt worden ist. So jedenfalls las ich es auf einer amerikanischen Halacha Site im Internet.
Bei Holocaust – Überlebende, die in Auschwitz oder anderswo gegen ihren Willen tätowiert worden sind, handelt es sich eh um einen Spezialfall, der kein halachisches Vergehen aufweist.
Montag, Oktober 31, 2011
Oprah Winfrey in der Mikweh
B"H
Oprah goes understanding a Mikveh:
Eine Definition der Mikweh (des Ritualbad)
Dienstag, Oktober 04, 2011
Immer an die Türe klopfen
B”H
Im Judentum finden wir die Regel, dass ein Besucher stets vor dem Eintreten in ein fremdes Haus zuerst an die Haustür klopfen bzw. klingeln muss. Niemals darf einfach so eingetreten werden, selbst dann nicht, wenn die Türe bereits offen steht.
Die halachische Quelle dafür finden wir in den zwei Talmud Traktaten Pesachim 112 sowie Niddah 16, wo es heißt, dass G – tt diejenigen ablehnt, die einfach unangemeldet durch eine fremde Tür stürmen und den Bewohner in seiner Imtimsphäre stören.
Diese Halacha erinnert mich an jene Thorastellen, in welchen es deutlich wird, dass G – tt einen Menschen immer vorher bei seinem Namen rief, um mit ihm zu sprechen. Schauen wir uns, u.a., Adam und Eva im Paradies an, nachdem sie beide vom “Baum der Erkenntnis – Etz HaDa’at Tov veRah” gegessen hatten.
Die Thora in Bereschit (Genesis) 3:8 lehrt uns, dass G – tt sich vor Seinem Erscheinen bei den Beiden bemerkbar machte, sodas ihnen klar war, dass Er kam. G – tt erschien Adam und Eva nicht einfach so urplötzlich aus dem Nichts heraus, um sie zu erschrecken.
Adam und Eva hörten also, dass G – tt im “Anmarsch” war und aus Scham über ihr Vergehen versteckten sie sich erst einmal. Danach rief G – tt die Beiden.
Gerade lese ich dazu in meinem Thorakommentar, dass die Stelle tatsächlich mit der Lehre verbunden wird, dass man, erstens, einen Menschen vor dem Ansprechen mit dem Namen anspricht und, zweitens, dass niemand so einfach durch eine fremde Tür in ein Haus eintritt, sondern zuerst klopft und sich bemerkbar macht. Die Quelle hierzu finden wir in Derech Eretz Rabbah 5.
Labels:
Adam HaRishon,
Halacha
Donnerstag, September 15, 2011
Geburtstagsgeschenke am Schabbat
B”H
Ist die Übergabe eines Geburtstagsgeschenkes am Schabbat erlaubt ?
In der Regel NEIN, es sei denn, das Geschenk dient zur Mitzwaherfüllung (Beispiel: Ein Lulav an Sukkot) oder das Geschenk ist am Schabbat selbst von Nutzen. Beispiel: Etwas zu essen. Ein Braten oder Ähnliches.
Ansonsten werden am Schabbat keinerlei Geburtstagsgeschenke übergeben.
Halachisch betrachtet gibt es jedoch einen Weg, diese Bestimmung in gewissem Maße zu “umgehen”. Derjenige, der das Geschenk übergeben will, kann dies an eine Drittperson tun, welche es dem eigentlichen Empfänger weiterreicht. Bedeutet, es muss ein Mittelsmann vorhanden sein, denn sonst könnte die Übergabe eines Geschenkes als BUSINESS angesehen werden.
Eine dritte Alternative wäre, dass der Empfänger das Geschenk annimmt und es bis zum Schabbatende nicht als sein Eigentum betrachtet.
Labels:
Halacha
Dienstag, September 13, 2011
Dürfen jüdische Hinterbliebene nach dem 11. September 2001 erneut heiraten ?
B”H
Fast 3000 Menschen kamen am 11. September 2001 beim Terrorangriff auf das World Trade Center ums Leben. Wer mag sich dennoch vorstellen, dass heute, zehn Jahre danach, 1100 Menschen immer noch nicht identifiziert worden sind ?
Man weiss ganz einfach nicht, ob sie mit Sicherheit bei der Terrorattacke umkamen. DNA – Proben existieren nicht mehr und die Flugzeuginsassen der beiden Maschinen, die in die Türme krachten, sind eh nicht mehr zu identifizieren, sondern wurden sofort zu Asche.
Circa 400 Juden kamen in den Twin Towers um und nicht alle sind identifiziert. Neonazis sowie Verschwörungstheoretiker mögen die Zahl 400 – 500 anstreiten und lieben es stattdessen zu behaupten, die Juden hätten im voraus von dem geplanten Anschlag gewusst und sich gegenseitig gewarnt. Tatsache jedoch ist, dass an dem Morgen viele Juden vor der Arbeit zum Beten gegangen waren, denn es war die Zeit vor dem jüdischen Neujahrsfest Rosh Hashana und somit der Selichot – Gebete.
Auf der englischen Site von Chabad New York fand ich eine sehr interessante Fragestellung:
Was geschieht mit jenen Juden, die wieder heiraten möchten, aber vorher mit jemandem verheiratet waren, der vermutlich in den Twin Towers umkam ? Was dann, wenn die Leiche nicht gefunden worden ist und daher eine Identifikation nicht stattfindet ?Immerhin ist es halachische Vorschrift, dass ein Verheirateter seinen Gatten / Gattin nur dann für tot erklären lassen kann, wenn eindeutige Beweise vorhanden sind. Wie aber sieht es bezüglich der Toten vom 11. September 2001 aus ?
Siehe die Antwort darauf HIER !
Labels:
Chassidut Chabad,
Halacha,
Hochzeit im Judentum,
New York,
Terror
Abonnieren
Posts (Atom)








![Validate my Atom 1.0 feed [Valid Atom 1.0]](valid-atom.png)