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Samstag, April 14, 2012

G - tt und die TITANIC

B"H

Heute nacht ist es genau 100 Jahre her, dass die TITANIC sank. Trotz all der vergangenen Jahre sind viele Menschen bis heute vom Untergang der TITANIC fasziniert. Filme wurde gedreht, unendlich viele Zeitungsartikel und Bücher geschrieben, dazu wurde der Ort des Untergangs analysiert und zahlreiche Gegenstände der TITANIC gehoben und ausgestellt. Vom Porzellan bis hin zu Möbelstücken. Dinge, die uns vielleicht ein wenig in die Zeit zurückversetzen. In den April des Jahres 1912 und die wenigen Tage, welche die TITANIC unterwegs war bis es zur Katastrophe kam. 

In dieser Woche überschlugen sich die Fernsehsender aller Welt mit Berichten zum Untergang in der Nacht des 14. zum 15. April 1912. Einige der Dokumentarfilme habe ich mir angesehen. Wissenschaftler stellten die Fragen, ob und wann die Schiffscrew versagte. Ob der Ausguck vielleicht einer sogenannten MIRAGE unterlag und den Eisberg gar nicht eher wahrnehmen konnte ?

Trotzdem bleibt die Frage: Wo war G – tt in dem Geschehen ? Das Erste, was mir dabei in den Sinn kommt, ist der Vergleich zum TURM VON BAVEL (BABYLON). Kann es sein, dass die Erbauer der TITANIC nicht demselben Fehler wie Nimrod und dessen Generation unterlagen ? Zu denken, dass das Schiff ein Wunder der Technologie und somit unsinkbar sei. Egal, was passiert, die TITANIC war mächtiger und perfekter als alles bisher Dagewesene. Nimrod war der Meinung, sein TURM wäre dermassen gigantisch und perfekt, dass er (Nimrod) zu G – tt hinaufsteigt und diesen tötet.

Niemals sollte sich die Menschheit auf die Technologie verlassen ! Maschinen, Ingenieure, Computer oder Wissenschaftler sind nicht alles, denn wir alle sind Menschen und können irren bzw. Fehler machen. Letztendlich lehrt uns die Natur oftmals eines Besseren und immer wird jemand über uns stehen: G – tt.

Freitag, November 04, 2011

Die Lebenserwartung vor und nach der Flut (Mabul)

B"H

Beginnend mit Adam (HaRishon) bis hin zu Noachs Flut (Mabul) betrug die Lebenserwartung der Menschen zu der Zeit ca. 1000 Jahre. Eine heutzutage unvorstellbare Lebenserwartung und es hört sich geradezu nach Indiana Jones an. Schauen wir uns nur einmal die Zahlen an, welche uns die Thora nennt: Da wurde Adam 930 Jahre alt, sein Sohn Seth (Shet) wurde 912 Jahre alt, Methusalem (Methushelach) wurde 969 Jahre alt, Lamech, der Vater von Noach, starb im Alter von 777 Jahren und Noach wurde 950 Jahre alt. 
Die große Veränderung trat mit Noachs Sohn Shem ein, der da “nur” noch 600 Jahre alt wurde. Nach Shem wurde die Lebenserwartungs nochmals auf 400 Jahre gedrosselt und bei Peleg, dem Sohn des Ever und Nachkommen von Shem, betrug sie lediglich ca. 200 Jahre. Avraham starb im Alter von 175 Jahren und sein Enkel Yaakov wurde 147 Jahre alt.

Es ist gewiss kein Geheimnis, dass nach der Flut einige Veränderungen auf dem Erdball stattfanden. Einerseits, weil G – tt die Menschen für ihre Vergehen (Adam und Evas Vergehen, die Generation des Enosh, Noachs Generation oder Nimrod mit dem Bau des Turmes zu Babylon) bestrafen wollte. Gleichzeitig jedoch hoffte G – tt, dass die Menschen endlich einsichtig werden und zu Ihm zurückfinden. Wenn sie all die Veränderungen sehen, müsste bei ihnen doch der Groschen fallen und sie sehen ein, dass nur G – tt die Welt regiert. Nichts dergleichen geschah und die Menschheit verfiel immer wieder denselben Fehlern und wurde arrogant. Man brauchte keinen G – tt mehr, sondern vertraute auf sich selbst. In der jüdischen Kabbalah heißt es, dass G – ttes Schechinah (Gegenwart) sich immer mehr zurückzog. Bedeutet, dass die Anwesenheit nicht mehr so stark zu fühlen war, wie noch bei Adam.

Nach der Flut veränderte G – tt den DNA der Menschen, doch was genau war der Grund gewesen, dass die Menschen vor der Flut ca. 1000 Jahre alt wurden ? Einer der vielen vielen Kommentare stammt vom Talmudkommentator ETZ YOSEF, der da zum Talmud Sanhedrin 108 schreibt: Die Generation des Noach kannte keine Krankheiten und war immer gesund. Der Grund hierfür war eine andere Luft, welche die Menschen atmeten. Eine saubere Luft, die so ganz anders war als wir uns das heute vorzustellen vermögen. Nicht nur, weil wir solch saubere Luft heute nicht mehr kennen, sondern weil eben diese Luft noch einen Hauch des Adam sowie des Erschaffungsprozesses beinhaltete.

Ich wünschte nur, dass ich diese besondere Luft einmal atmen könnte. Wenn auch nur für zwei Minuten oder so. Nicht, weil ich 1000 Jahre alt werden will, sondern um einen kleinen Einblick in die Welterschaffung zu erhalten.


Link: 

Donnerstag, Oktober 27, 2011

Parashat NOACH - פרשת נח


Altes Fabrikgebäude. Gesehen in Tel Aviv.

Photo: Miriam Woelke

B”H 

Die Thoralesung für diesen Schabbat 


An diesem Schabbat liest die jüdische Welt den Thoraabschnitt NOACH (NOAH) in den Synagogen. Fast ein jeder kennt natürlich die Story von Noah (Noach), dem Bau der Arche und der Flut. Aber nicht nur aus diesen Inhalten besteht die Parashat Noach, sondern auch aus dem Bericht des “Turmes von Babylon (Bavel)" und dem mächtigen, aber bösartigen Nimrod. 

Damals zu Noachs Zeiten war die Welt noch in Ordnung. Und das, obwohl Adam und Eva viele Jahre zuvor ihre kleine Paradies – Sünde begangen hatten und somit einige Veränderungen innerhalb des Menschen hervorgerufen hatten. Bei Noach lebte man trotz allem in Saus und Braus und es fehlte den Menschen an nichts. Es gab reichlich zu essen, Krankheiten waren unbekannt und die Lebenserwartung betrug einige Jahrhunderte. Siehe Noachs Großvater Methushelach (Methusalem) mit seinen 969 Jahren oder Noach selbst wurde ja schon 950 Jahre alt. 

Ich weiss nicht, ob es zu meiner eigenen kleinen Interpretation bereits einen Kommentar gibt, doch als ich gerade von der Arche Noah las und die Kommentare durchging, fiel mir immer wieder eine kleine Begebenheit ein, welche ich neulich mit Freunden diskutierte. 

Im weiteren Sinne sehe ich das Innenleben von Noachs Arche als eigene kleine Welt, in der eigene Regeln herrschen. Noach und seine Familie begeben sich hinein und leben somit nach diesen internen Regeln. Warum also nicht die Arche symbolisch als “Thorawelt” betrachten ? Indem ich nach der Thora lebe, begebe ich mich automatisch in meinen eigenen kleinen Raum (“die Arche”) und folge den Regeln. Bis zu einem gewissen Grad schotte ich mich von der Außenwelt ab; zumindest von jener Außenwelt, die meine Thoraregeln aufs Spiel setzen könnte. Immerhin sollen wir uns nicht unnötig in Lebenssituationen begeben, welche uns von der Thora abbringen könnten. 

Die Frage aber ist: Wo liegt die Grenze der Abschottung ? Inwieweit darf ich mich in meine eigene Thorawelt zurückziehen, ohne dass es meinem Persönlichkeitsbild schadet ? Ohne, dass ich den Blick auf die Realität der Außenwelt verliere ? Noach lebte nur wenige Monate in der Arche und als er hinaustrat, war er vollkommen geschockt. Die Menschen, die er kannte, waren tot und was ihm blieb, war seine Familie. Kommentare besagen, dass Noach in eine Depression verfiel und deswegen mit dem Trinken begann. 

Kann es daher nur positiv sein, wenn sich einige fromme Juden nur in ihre Thorawelt zurückziehen, sie leben und alles andere um sich herum vergessen ? Wenn plötzlich die Außenwelt nicht mehr zählt, sondern nur noch die eigene kleine Welt, in welcher ich mir meine Heiligkeit (Keduscha) bewahren will ? 

In der Diskussion mit meinen Freunden kamen wir zu dem Schluß, dass dieses Zurückziehen nicht im Sinne von G – ttes Schöpfung sein kann. Es gibt so viele schöne Dinge im Leben, die ich, eingeschlossen in der "heiligen" Welt meines Zimmers, völlig außer acht lasse. Die Schönheit der Natur, zum Beispiel. Musik oder Kunst. Den Humor oder die Weisheiten der Mitmenschen. 

Der Mensch wurde mit einer Aufgabe im Leben erschaffen und die Aufgabe hängt zumeist mit meiner Umwelt zusammen. Psychologisch ist es ebenso wenig gesund, sich zurückzuziehen und nur auf eine Sache zu konzentrieren. Der Mensch braucht eine Balance im Leben und um genügend Ausgleich zu finden, muss er sich genau so anderen Lebensinhalten widmen. 

Schabbat Schalom & einen gesunden und erfolgreichen neuer Monat (Mar Cheshvan).


Links:




Parashat Noach 2010 / 5771

Sonntag, März 27, 2011

Migdal Bavel – Der Turm von Bavel, Part 1

B"H

Die Thora Parasha der Woche, in welcher ein Jude geboren wird, ist seine persönliche Parasha und wenn jemand seine Aufgabe in diesem Leben sucht, dann schaue er in die jeweilige Thoralesung seines Geburtsdatums. So jedenfalls kommentieren viele Rabbiner. Bei Konvertiten zum Judentum wird anscheinend eher das Datum der Konversion oder dem Gang in das Ritualbad (Mikweh) herangezogen. Jedenfalls vernahm ich es so bei Chabad in Zfat (Nordisrael).

Ich glaube, es war der berühmte mittelalterliche Kabbalist Rabbi Yitzchak Luria, der sagte, dass nicht der Geburtstag die Parasha des Juden bestimme, sondern der Zeitpunkt, an dem die Eltern Sex hatten und das Ei des Embryos befruchtet worden ist. In dem meisten Fällen neun Monate vor der eigentlichen Geburt.

Um es kurz zu machen, meine persönliche Parasha ist YITRO, denn ich wurde im Monat Shevat (Februar) geboren. Und wie viele wissen, beinhaltet gerade YITRO unzählige Thoramitzwot einschliesslich der Zehn Gebote. Bedeutet das, ich finde meinen Tikun (Seelenkorrektur) nur in der Erfüllung dieser Mitzwot ?

Nichtsdestotrotz, meine Lieblingsparasha ist NOACH und nicht Yitro. Das hat nichts mit der Mitzwotfülle in Yitro zu tun, sondern liegt daran, dass ich mit NOACH aufgewachsen bin. In der Schule malten wir Bilder von der Arche und all den Tieren. Außerdem beziehen sich viele Filme und Cartoons auf Noach und seine Arche. Mich interessierte das Thema schon immer und ich hegte niemals auch nur einen Zweifel daran, dass die Flut (Mabul) tatsächlich stattfand.

Parashat Noach verliess mich nie und ich betrachte gerade diese Thoralesung als MEINE PARASHA, denn ich beschäftige mich seit vielen Jahren damit. Noach, die Zeit, in der er lebte, seine Generation (Dor HaMabul) sowie der Turm von Bavel (Babylon) “Migdal Bavel”. Seit Jahren sammele ich jegliche Kommentare zum Thema. Ob Talmud, Kabbalah, Chassidismus, einfach alles. Im Internet gibt es gegenüber meiner Sammlung kaum etwas. Ein paar Fakten und das ist alles. Leider stößt man beim Googlen immer wieder auf zuviele christliche oder satanische Sites und all das hat nichts mit der wahren Bedeutung des Turmes zu tun. Eindeutige Antworten dagegen finden sich im höchst kabbalistischen und extrem komplizierten Buch “Sefer Brit Menucha”.

Viele Leute mögen der Meinung sein, dass die paar Geschehnisse der Parashat Noach (einschliesslich des Turmes von Bavel) nichts Besonderes seien und was gibt es da schon groß zu analysieren. Diese Leute liegen falsch, denn es geht nicht nur um Noach oder Nimrod. Die Geschehnisse haben ihren Ursprung schon zu Zeiten von Adam. Noachs Generation bestand, unter anderem, aus Reinkarnationen von Seelen, welche ihren Tikun (Korrektur) verfehlten und danach in der Generation Nimrods (Dor Haflagah) sowie in den Bewohnern Sodoms wiedergeboren worden sind.

Wo genau kamen diese Seelen her und was ist so bedeutungsvoll an ihnen ?
Rabbeinu Bachya schreibt in seinem Kommentar zum Buch “Bereshit – Genesis”, dass die Anhänger Nimrods zu Zeiten des Turmbaus geheime Namen G – ttes verwendeten. Einschliesslich dem Namen “Y – H – V – H” und das ist der Grund, warum sie von G – tt bestraft worden sind.

Das Buch “Megaleh Amukot” kommentiert, das Nimrods Generation in der Generation von Sodom sowie Korach reinkarniert wurde. Weiter Kommentare besagen, dass diese bestimmte Art der Seelen weiterhin in den Israeliten reinkarniert waren, welche später in Ägypten lebten sowie in der “Dor HaMidbar – Der Generation jener Juden, welche mit Moshe durch die Wüste zogen”.

Was war der wahre Grund für den Turmbau in Bavel ? Der Etz Yosef kommentierte, dass Nimrod einen Turm innerhalb des Turmes zu errichten beabsichtigte. Mit Benutzung der Namen G – ttes, der Opferung der Ketoret (Gewürze) und weiteren Aktivitäten gelang es Nimrod immerhin, einige Engel zu verunsichern, wem sie jetzt gehorchen sollten. Die führte letztendlich zur Zerstörung des Turmes.

Dienstag, Oktober 05, 2010

Parashat Noach - פרשת נח



Laut der Thora war die Arche kein munteres Schiffchen, sondern eine ein Gebilde, welches einer rechteckigen Box glich.


B"H


Die Thoralesung für diesen Schabbat

An diesem Schabbat lesen wir weltweit in den Synagogen die Thoraparashat Noach (Noah) aus dem 1. Buch Genesis. Und wie in jedem Jahr gehen die Meinungen über die Person Noach weit auseinander. Viele sehen ihn als einen "Zaddik", guten gerechten Menschen, andere, und nicht wenige, betrachten ihn als das genaue Gegenteil. Dabei heißt es doch im Buch Genesis 6:9 selbst, daß Noach ein Zaddik (ein Gerechter) war.


Vielleicht sollten wir Noach und seine Zeitgenossen erst einmal kennen lernen und uns dann selbst ein Urteil bilden.

Noach wurde im Jahre 1056 des jüdischen Kalenders geboren. Sein Großvater Metusalem (Metushelach) war als frommer Gerechter bekannt. Er folgte G - tt und nahm nicht an dem lasterhaften Leben seiner Zeitgenossen teil. Noachs Vater Lamech war da schon nachlässiger, doch Noach folgte den Pfaden seines Großvaters. Wie schon die Generationen zuvor betrieben Noachs Zeitgenossen Götzendienst und beteten zur Sonne und den Sternen. G - tt war für sie überflüssig geworden.


Das Leben vor der Flut hatte viele Vorteile:
Krankheiten waren unbekannt, es gab keine Jahreszeiten und demzufolge war das Wetter immer gleich warm, die Menschen hatten aufgrund eines anderen DNA und einer anderen Luft eine verhältnismässig hohe Lebenserwartung. Eine einzige Ernte reichte für 40 Jahre, wobei diese nicht verrottete.


Ihr gutes Leben sahen die Leute als selbstverständlich an. Wer braucht G - tt, wenn alles vorhanden ist ? So wurde gestohlen, gemordet, betrogen und vergewaltigt. Selbst die Tiere sahen die sexuellen Perversitäten der Generation und nahmen daran teil. Die Gemara im Talmud - Traktat Sanhedrin 108, verfügt über eine ganze Liste des sündhaften Lebens der Generation der Flut (Dor HaMabul).


Noach beteiligte sich nicht an diesen Aktivitäten. Er heiratet Na'ama und gemeinsam hatten sie drei Söhne: Schem, Cham und Yafed. Im Alter von 480 Jahren begann er die Arche zu bauen, wie G - tt es ihm aufgetragen hatte.


Und nun kommen wir zu dem Punkt, an dem die Meinungen weit auseinandergehen:


Hat Noach die Menschen davor gewarnt, dass G - tt sie mit Hilfe einer Flut vernichten will ? Die Gemara in Sanhedrin sagt, dass Noach die Menschen warnte, doch diese ihn nur auslachten. Er wurde als alter verwirrter Trottel beschimpft. Wahrscheinlich gab er aufgrunddessen nach einiger Zeit auf und kümmerte sich lieber nur noch um den Bau der Arche. Der Bau dauerte 120 Jahre in all jener Zeit hatten die Menschen Gelegenheit, ihr Schicksal zu verändern. Hätten sie zu G - tt gebetet und ihr Lotterleben aufgegeben, dann wäre es nie zu einer Flut gekommen. Aber wie das so ist im Leben, wenn es einem gutgeht, dann denkt man nicht an ein Ende. Erst als die Flut begann, welche aus kalten und kochend heissem Wasser zugleich bestand, änderten sie ihre Meinung und sahen, daß es nur einen G-tt gibt. Zu spät. Im Jahre 1656 des jüd. Kalenders oder 2104 BCE wurde alles Leben außerhalb der Arche vernichtet. Von den Tieren (außerhalb der Arche) überlebten nur die Fische, welche sich nie am perversen Leben beteiligt hatten. Sämtliche Nachfahren Kains kamen bei der Flut ums Leben. Kain wird in kabbalistischer Literatur als die Verkörperung des Bösen.


Sollen wir Noach nun danach beurteilen, ob er die Menschen hätte mehr warnen sollen oder nicht ? Hätte er vor G - tt für die Generation beten sollen, wie dieses später Avraham (im Falle Sodoms) oder Moshe (im Falle des Goldenen Kalbes) taten ?
Für mich ist Noach ein Zaddik (Gerechter), denn er und seine Familie waren die einzigen, die sich nicht an den Taten einer gesamten Generation beteilgten. Wer seine Meinung vor Tausenden von Menschen vertritt und dabei verspottet wird, dem gehört Anerkennung. Somit wird Noach zurecht von G - tt als Zaddik (Gerechter) bezeichnet.


Und was können wir von Noach lernen ?
Auch zur heutigen Zeit sollten wir uns nicht zu sicher fühlen, dass G - tt uns nicht sieht. Im Gegenteil, alles wird registriert. Demnach sollten wir nach einem besseren perfekterem Leben streben.


Nachtrag:


1. Es gibt im Talmud unterschiedliche Meinungen ob die Flut auf der gesamten Welt, nur in Israel oder überall nur nicht in Israel stattfand.


2. Die Parashat Noach besteht aus zwei Teilen: Noach und am Ende wird kurz ueber die Begebenheit des Turmes von Bavel (Migdal Bavel) berichtet.


Die Kabbalah betrachtet die folgende Generation, die "Dor Haflagah – Generation of Dispersion" mit Nimrod als Oberhaupt als Reinkarnation der Generation Noachs. Abermals wurde den Seelen (Neschamot) Gelegenheit gegeben, ihre vorherigen Vergehen zu bereinigen, was, wie wir heute alle wissen, wieder nicht gelang. Nach der Flut zogen die Söhne Noachs, Yafed und Cham, aus in die Welt. Cham zog es nach Afrika und Yafed zog es Richtung Europa. Aus diesem Grund betrachtet das Judentum die heutigen Europäer als Nachfahren Yafeds. Mit Schem und dessen Nachkommen Avraham haben sie keinerlei Verbindung.


340 Jahre nach der Flut begannen die Menschen auf Befehl Nimrods einen Turm zu bauen. Die Gemara im Talmud Sanhedrin 109a nennt drei Gruppen von Leuten, die aus unterschiedlichen Motiven am Bau des Turmes teilnahmen und im Nachhinein je ihrer Absich nach unterschiedliche Strafen erhielten.


Nach der Flut erholten sich die Menschen für sehr lange Zeit nicht von dem Schock und selbst 340 Jahre später hatten sie eine panische Angst davor, daß sie das gleiche Schicksal ereilen könnte. Aus dem Fehlverhalten der Generation der Flut hatten sie absolute nichts gelernt und sie fuhren fort mit dem Lotterleben. Auch dem Götzendienst hatten sie nicht abgeschworen und außerdem kommunizierten sie sie, wie die Generationen zvor ihnen, mit Dämonen und Engeln.


Um einem weiteren G – ttesurteil zu entfliehen, bauten sie den Turm, der sie gleichzeitig vor einer neuen Flut schützen sollte. Auf dem Turm installieren sie eine Statue mit einem Schwert in der Hand, welche G – tt andeuteten sollte, dass sie den Turm bis in den Himmel bauen werden, um Ihn zu bekämpfen.


Die gesamte Generation Nimrods bediente sich der "Praktischen Kabbalah" und verwendete G – ttes Namen im negativen Sinne. Kabbalistische Literatur beschreibt sehr eindeutig, was genau sich im inneren des Turmes abspielte (siehe das Buch "Brit Menuchah"). Die Strafe ließ nicht lange auf sich warten und das Ergebnis ist uns bekannt. Was jedoch war das Vergehen, was G – tt zu einer Bestrafung veranlaßte ? Nur einen Turm zu bauen, um sich vor einer Flut zu schützen ist noch lange kein schwerwiegendes Vergehen. Viele Kommentatoren sind der Meinung, daß Nimrod und seine Untertanen nicht unbedingt für das bestraft wurden, was sie taten, sondern für etwas, was daraus hätte folgen können.


Für uns mag die Idee eines Turmbaus heute lächerlich erscheinen, aber vielleicht sollten wir nicht vergessen, daß die damaligen Menschen sich auf einem wesentlich höhren geistigen Niveau befanden als wir dies jemals sein werden. Und wir sollten nicht dem Fehlschluß unterliegen, daß wir heutzutage soviel besser sind. Auch wir bauen aus Arroganz unsere eigenen Türme, die da Besitz und Macht heißen und durch die wir G – tt nur allzu schnell und gerne vergessen. Von Nimrod & Co. sollten wir lernen, daß unser selbst erbautes Kartenhaus jederzeit sehr elicht wieder zusammenfallen kann.


Schabbat Schalom