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Samstag, Oktober 06, 2012

Sukkot, Hoschana Rabbah, Schmini Atzeret & Simchat Thora



SUKKOT in JERUSALEM



 Photos: Miriam Woelke

B"H 

Momentan weiss ich nicht, was ich zuerst machen soll. Es gebe so viel zum Schreiben und Erklären, doch morgen abend naht schon wieder der nächste Feiertag. Nämlich SCHMINI ATZERET und SIMCHAT THORA. In Israel fallen beide Feste auf einen Tag zusammen, in der Diaspora hingegen wurden daraus zwei Tage gemacht mit dem Resultat, dass dort Sukkot bis zum Dienstag abend läuft und in Israel am Montag abend alles vorbei ist. Genau genommen aber sind weder SCHMINI ATZERET noch SIMCHAT THORA ein Teil vom Sukkot, sondern unabhängige Feste. 

Was es jedoch mit all dem auf sich hat, berichte ich in den Tagen nach Sukkot. Vorher schaffe ich es nicht mehr, denn heute abend hat ein weiteres Fest, HOSCHANA RABBAH, begonnen. Aus diesem Grund strömen heute nacht Abertausende Juden an die Klagemauer (Kotel), um morgen während des Morgengebetes Schacharit ihre Hoschanot (Weidenzweige) auf den Boden zu schlagen, um so ihre Sünden loszuwerden. Eine wahrlich seltsame Vorgehensweise, aber wie gesagt, die Definitionen erfolgen aus Zeitgründen erst kurz nach Sukkot. Schon allein deshalb, weil ich morgen früh gegen fünf Uhr aufstehe und selbst zur Kotel gehe. Der Hoschanot wegen und Filmen werde ich ebenso. 

Ich sah, dass jemand nach Videos zu den Hoschanot an der Klagemauer suchte, doch diese nehme ich erst morgen auf und stelle sie nach dem Feiertag in die Blogs. Das Chaos ist also perfekt, aber am Montag abend gehen in Israel die Feiertage zuende. Morgen (Sonntag) aber ist wieder ein "halber" Tag, heisst, wie an einem Freitag. Die Geschäfte machen nachmittags dicht und die Busse stellen ebenso den Verkehr ein, denn von morgen bis Montag abend ist Feiertag.

Donnerstag, Oktober 04, 2012

Mittwoch, Oktober 03, 2012

Blick auf den Plaza vor der Klagemauer



B"H

Das zweite Video, welches ich heute morgen an der Klagemauer aufnahm. Das erste Video findet Ihr HIER !

Menschenmassen strömen hinunter zur Klagemauer und im Hintergrund sehr Ihr den Tempelberg, den Felsendom, die Al Aksa Moschee sowie den Ölberg. 

Derweil gehen in Jerusalem die Sukkot – Feierlichkeiten weiter. Ab morgen soll es, laut Wetterbericht, kühler werden und der Regen wird sich erneut einstellen. 
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Mehr Photos sowie Videos zum Sukkot in Jerusalem folgen noch !!!

Video: "Sukkot am Kotel Plaza (Klagemauer)"



B"H

Eines der Videos welches ich heute vor der Klagemauer (Kotel) aufnahm. Es war dermassen voll, dass man sich gegenseitig anrempelte, doch es ist immer wieder ein Erlebnis, am Sukkot an der Klagemauer zu sein. 

Im Hintergrund wird das Morgengebet "Schacharit" gebetet. An Pessach und Sukkot per Lautsprecher, denn mitten im Schacharit erfolgt der "Birkat Ha'Cohanim - Der Segen der Tempelpriester". In Israel erfolgt dieser Segen jeden Tag wohin gegen er in der Diaspora nur an Feiertagen stattfindet.  

Dienstag, Oktober 02, 2012

Simchat Beit Ha'Shoeva Feiern in Mea Shearim




Allabendliche Sukkotfeierlichkeiten in der chassidischen Gruppe Toldot Aharon in Mea Shearim / Jerusalem

Alle Photos & Video HIER !

Mea Shearim macht dicht an Sukkot


Poster der chassidischen Gruppe Toldot Aharon in Mea Shearim

Photo: Miriam Woelke

B"H

Obwohl der haredische (ultra – orthodoxe) Stadtteil Mea Shearim / Jerusalem auch in diesem Jahr während der derzeitigen Sukkot – Feiertage auf eine direkte Geschlechtertrennung verzichtet, so wird dennoch in vielen chassidischen Gemeinden dichtgemacht. Vielerorts ist der Zugang zu den Synagogen lediglich für Mitglieder der chassidischen Gruppen reserviert und Außenstehende werden nicht hineingelassen. Dies bezieht sich allerdings nur auf die Sukkot – Feiertage in dieser Woche sowie dem Simchat Thora Anfang nächster Woche ! 

Dieser Tage ist Mea Shearim, neben dem jüdischen Viertel der Jerusalemer Altstadt, ein Ort, an welchem die grandiosesten Sukkot – Feierlichkeiten stattfinden und Tausende Juden zieht es allabendlich nach Mea Shearim. Ich sage hier JUDEN, denn der Stadtteil warnt gerade dieser Tagen vor christlichen Missionaren, die sich in der Stadt herumdrücken. Ungefähr 6000 ausländische fanatische Christen halten in dieser Woche ihren Kongress in Jerusalem ab und strömen aus, um Juden zu missionieren. Deswegen macht Mea Shearim seine Tore für nichtjüdische Besucher vollkommen dicht. Ansonsten habe ich es in der Vergangenheit erlebt, dass nichtjüdische Besucher, die in die chassidischen Synagogen des Stadtteiles gingen, unfreundlich herausgebeten worden sind. 

Meine Meinung dazu ist, dass es Festivitäten gibt, die ausschliesslich für Juden gedacht sind und es nervt, wenn plötzlich Nichtjuden in Gruppen austauchen und arrogant meinen, mitmachen zu müssen. In Jerusalem sind wir so einiges gewohnt. Vor allem, dass immer wieder christliche Missionare auftauchen und ihre nervige Missionsshow abziehen wollen. 

Nichtsdestotrotz lassen viele Synagogen aus Platzmangel nur ihre eigenen Mitglieder zu den Feierlichkeiten zu. Trotzdem aber werden Tausende Besucher durch Mea Shearim strömen, denn an zahlreichen Stellen werden alle jüdischen Besucher zugelassen und eben dort werde ich hingehen und ein paar Videoaufnahmen drehen. 

Die Toldot Aharon sind, wie in jedem Jahr, die ersten, die im Vorfeld ankündigen, dass ihre Synagoge dieser Tage ausschliesslich den eigenen Mitgliedern vorbehalten ist. Das musste auch ich einmal am eigenen Leib erfahren: 



Link:

Video: "Auf dem Lulav Markt in Jerusalem"

B"H

Das nachfolgende Video nahm ich am 28. September 2012 auf einer der vielen Jerusalemer LULAV Märkte auf. Und zwar auf dem Markt an der Jaffa Road / gegenüber dem Machane Yehudah Markt.

Viel Spass beim Ansehen !


Sonntag, September 30, 2012

SUKKOT in Kurzform


Gesehen in Jerusalem

Photo: Miriam Woelke
B"H

Eines meiner liebsten jüdischen Feste beginnt heute abend und wird un seine gesamte Woche begleiten: Das Laubhüttenfest SUKKOT.

Was man in Israel am Sukkot eher selten sieht: Regen ! Zwar heisst es im Talmud, dass Regen an Sukkot (in Israel) kein besonders gutes Zeichen ist, doch hoffen wir dennoch auf ein wenig Positives. Unser Land braucht dringend Regen und mir reicht es langsam mit dem, in diesem Jahr, ewig andauernden Sommer. Gestern abend fing es an zu regnen und ich pflanzte mich auf den Balkon, denn es war das erste Mal, dass ich seit März oder April wieder einmal Regen zu Gesicht bekam.

Am vergangenen Donnerstag war ich bei der Einweihung einer neuen Thorarolle im hiesigen Chabad Haus in Rehavia / Jerusalem. In Jerusalem besitzt fast jeder Stadtteil sein eigenes Chabad (Lubawitsch) Haus und selbst bei mir in der Straße befindet sich eines. Dazu und zur neuen Thorarolle mehr ab Dienstag. Mit vielen Photos sowie einem Video !



Eine neue Thorarolle in Chabad Rehavia / Jerusalem





Photos: Miriam Woelke


Heute früh kaufte ich meinen Lulav samt dem dazugehörigen Etrog. Vom Lulav Markt stelle ich am Dienstag ein Video in den Blog.



Lulav, Hadassim, Aravot & der passenden Plastikhülle



Der Etrog (die Zitrusfrucht)

Photos: Miriam Woelke


Ab Dienstag werde ich von zahlreichen Sukkot – Simchat Beit Ha’Sho’eva Verantsaltungen berichten und ebenso Videos in die Blogs stellen. Bis dahin 

CHAG SAMEACH – Schöne Feiertage ! 



Sukkah in der Ben Yehudah Mall in Downtown Jerusalem

Photo: Miriam Woelke

Zum heute abend beginnenden Sukkot: "EINE KOSCHERE SUKKAH IN AUSCHWITZ

B"H 

An jedem Sukkot (Laubhüttenfest) erzählt Rabbi Mordechai Machlis regelmässig dieselbe Story von der koscheren Sukkah (Laubhütte) in Auschwitz. Dies tut er für seine Familie sowohl als auch für seine vielen vielen Gäste. 

Die Story handelt von seinem Freund und Lehrer Rabbi Yitzchak Traube. Rabbi Machlis schließt jedesmal mit den Worten, dass er nicht wisse, ob ein ähnliches Ereignis jemals stattgefunden hat und ob Rabbi Traube das ihm Wiederfahrene je veröffentlichte. Die Zuhörer sind jedesmal aufs Neue erschüttert. Ich möchte die Story hier erzählen, auch im Gedenken an Rabbi Yitzchak Traube. 

Rabbi Yitzchak Traube war einige Jahre im Vernichtungslager Auschwitz inhaftiert. Jeden Morgen wurden er und seine Mithäftlinge gezwungen zur Arbeit zu gehen. Dazu mußten sie eine bestimmte Lagerstraße entlang marschieren. Sukkot stand kurz bevor und als Rabbi Traube die Straße entlang ging, sah er zufällig kleine Zweige am Wegrand liegen. Er schaute zur Seite und sah dort ein ehemaliges Gebäude, doch jetzt nur noch eine Ruine. Nur ein paar Wände ohne dach waren noch vorhanden. Mit dem Fuß trat er ein paar der kleinen Zweige immer weiter an die Seite. Er mußte dabei sehr vorsichtig vorgehen, denn die Bewacher könnten aufmerksam werden. 

Am Abend von Sukkot verließ er unbemerkt seine Baracke und lief an die Stelle, an der sich die Zweige und die Ruine befanden. Er begab sich dadurch in höchste Lebensgefahr, denn seine Entdeckung hätte die sofortige Hinrichtung bedeutet. Er legte die Zweige über die Mauern und baute so eine koschere Sukka. Außerdem hatte er etwas Brot zusammen gespart, welches er aß. Im Angesicht des Todes mitten in Auschwitz erfüllte er das Gebot, in der ersten Nacht von Sukkot in der Sukkah zu sitzen, den Segen zu sprechen und zu essen.

Donnerstag, September 27, 2012

LULAV Photos aus Jerusalem


 Auf dem LULAV Markt in Jerusalem

Photo: Miriam Woelke
B"H 

Ich muss ihn mir dieser Tage auch noch kaufen. Den Lulav für Sukkot und einen dazugehörigen Etrog (die Zitrusfrucht). Beides wird an Sukkot in sämtliche Himmelsrichtungen geschüttelt, was für einen Juden (Frau und Mann) eine Mitzwah darstellt. 

Mittlerweile kriege ich langsam Panik, denn heute ist schon Donnerstag und bis spätestens zum Sonntag morgen will ich den Lulav gekauft haben. Außerdem werde ich aktuelle Photos von den Lulav – Märkten Jerusalems in die Blogs stellen. Photos & Videos. 

In wenigen Stunden feiert ein Chabad Haus in Downtown Jerusalem eine sogenannte HACHNASAT SEFER THORA, die feierliche Einweihung einer neuen Thorarolle. Ehrengast wird der aschkenazische Oberrabbiner Israels, Rabbi Jonah Metzger, sein. Ich nehme an dem Event teil und werde ebenfalls Photos und ein Video in den Blog stellen. 

Hier aber vorerst ein paar Lulav Bilder aus den vergangenen zwei Jahren:

Auf dem LULAV Markt, Teil 1

Auf dem LULAV Markt, Teil 2

LULAV Photos aus Jerusalem

Der LULAV


B"H
Der Lulav ist ein biblisches Gebot und setzt sich aus einem Palmenzweig, Myrtlezweige sowie Weidenzweige zusammen. All die Zweige werden zusammengebunden und ergeben den Lulav. Dazu gehören tut selbstverständlich auch der gelbe Etrog, eine Zitrusfrucht. Den Etrog hält man allerdings separat in der Hand und beim Schütteln selbst wird er an den Lulav gedrückt.


Der Lulav wird an allen Tagen des Sukkot - Festes, außer am Schabbat, in alle sechs Himmelrichtungen geschüttelt, was zugleich G - ttes Präsenz symbolisiert. Kommentatoren räumen dem Lulav unterschiedliche Bedeutungen ein und insbesondere in der Kabbalah spielt er eine gravierende Rolle.

Noch am selben Abend des Yom Kippur Ausgangs ist es Tradition, den Bau der Sukkah (Laubhütte) zu beginnen. Es ist jedesmal ein großartiges Erlebnis, in eine Sukkah zu gehen. Der Eine hat es gerne traditionell und hängt Bilder von Jerusalem oder berühmten Rabbis in der Sukkah auf und der andere besteht auf Luxus. Ganz nach Belieben. Bunte Girlanden sind heutzutage schon fast ein Muss und sie werden überall angeboten. Teure, billige, was das Herz begehrt. Am besten gefallen mir immer noch jene Selbstgebastelten der Kinder. 

Überall wird gehämmert und gewerkelt. Der Sukkahbau wird bis ins kleinste Detail geplant, muss doch eine Laubhütte auch koscher sein. Eine bestimmte Höhe, eine bestimmte Anzahl von Wänden, etc. Bis Mittwoch werden Tausende israelische Haushalte ihre Wohnungseinrichtung in die Sukkah tragen und sie stolz den Besuchern präsentieren. Wer keinen eigenen Balkon hat, auf den er die Sukkah plazieren kann, der baut sie draussen im Hof vor oder hinter dem Haus auf. Nicht jeder besitzt sein eigenes Haus und so wird im Gemeinschaftshof zusammengerückt. Sukkah neben Sukkah und es leben die Nachbarn, die jegliche Gespräche in der Sukkah nebenan absichtlich oder unabsichtlich mit anhören. 

Eine ganz besonderen Bedeutung kommt dem Lulav zu. In Jerusalem gibt es momentan fast an jeder Ecke Lulav - Märkte, wo für jeden Geldbeutel etwas dabei ist. Auch hier müssen ein Lulav und der dazugehörige Etrog koscher sein. Und damit man nur das Beste für sein Geld bekommt, wird schon einmal mit der mitgebrachten Lupe nach Rissen in den Blättern gesucht. Besonders berühmt sind die Lulav - Märkte im ultra - orthod. Mea Shearim. Vom grossen Supnik - Platz vor der Knabenschule der chassidischen Gruppe Dushinsky bis hin zu einem Platz an der Bar Ilan Strasse liegen die Märkte verstreut. Auf dem Supnik allerdings gelten eigene Regeln, denn dort dürfen nur Mitglieder der antizionistischen Dachvereinigung "Edah HaCharedit" ihren Lulav kaufen gehen. Eintritt nur nach Vorzeigen des Edah - Ausweises ! 

Emsig suchen die Haredim (ultra - orthod. Juden) mit Lupen die Blätter und den Etrog (Zitrus) ab. Ein ganz besonderes Schauspiel, bei dem Frauen nicht zugelassen sind. Jedenfalls nicht auf den Märkten der Ultra - Orthodoxen. Sogar Verbotsschilder hängen aus, welche Frauen den Zutritt ausdrücklich untersagen. Übrigens darf eine Frau den Lulav an Sukkot genauso schütteln und hierbei gibt es keinerlei Beschränkungen. Nur kaufen darf sie ihn nicht, jedenfalls nicht auf Haredi - Märkten. 

Einmal bei solch einem Markt angekommen, schaue ich dem Treiben gern aus der Ferne zu. Es wird inspiziert, gefeilscht und diskutiert. Nur keinen unkoscheren Lulav kaufen, denn sonst ist die Mitzwah (Ausführung des Thoragebotes) dahin. Um den allerbesten Etrog zu bekommen, kommt es nicht selten vor das schon einmal mehrere Hundert Dollar über den Ladentisch gehen. Wer also an Sukkot Männer mit seltsamen langen durchsichtigen Plastiktaschen durch die Wohnviertel laufen sieht, der braucht sich nicht zu wundern. 

Damit der Lulav an den Feiertagen nicht beschädigt wird, wird er nach dem Schüttel während des Morgengebetes Shacharit in eben jene Plastikhüllen gesteckt. Für den Etrog (Zitrus) gibt es eine extra Schachtel.

Donnerstag, September 20, 2012

Sukkot - Stimmung


Photo: Miriam Woelke

Mittwoch, September 19, 2012

Mea Shearim nach Rosh Hashana

B"H

Heute früh hatte ich etwas im ultra – orthodoxen Stadtteil Jerusalems, Mea Shearim, zu erledigen und auf meinem Weg durch den Stadtteil machte ich ein paar Photos. 

Rosh Hashana ist gerade einmal vorbei, Yom Kippur steht in der kommenden Woche an und in knapp zwei Wochen erst feiern wir Sukkot (das Laubhüttenfest). Der Kommerz um Letzteres ist jedoch schon in vollem Gange.



Kapparot Mitteilung an einer Hauswand

Zu den vor Yom Kippur traditionellen Kapparot gehe ich gesondert ein. Grob umschrieben handelt es sich um einen Brauch, den ein Jude entweder per Huhn oder mit Geld ausübt. Alles dient dazu, seine eigenen Vergehen zu bereuen und vor Yom Kippur vor dem G - ttesgericht positiver dazustehen. 



Sukkah in Yoel Street (Mea Shearim)



Am Kikar Supnik / Supnikplatz baut die chassidische Gruppe Dushinsky eine gigantische Sukkah.





Eine "Balkon" Sukkah (Laubhütte) zum anstehenden Sukkot (Laubhüttenfest) in Mea Shearim Street / Jerusalem






Die chassidische Gruppe GUR (jiddisch: Ger) hielt offenbar in ihrer Beit Midrasch (Lehrhaus) ein ziemliches wildes Rosh Hashana Festmahl ab. Jedenfalls wurde der Abfall auf dem Gehsteig gegenüber entsorgt.



Eine der vielen Sukkot (Laubhütten) der chassidischen Gruppe Gur in der Sefat Emet Street / Jerusalem.

Photos: Miriam Woelke

Rosh Hashana ist vorbei ... wie geht es jetzt weiter ?

B"H


Heute morgen im ultra - orthodoxen Stadtteil Mea Shearim / Jerusalem: Zahlreiche relig. Juden haben bereits mit dem Bau ihrer Sukkah (Laubhütte) begonnen. Normalerweise wird erst in ca. einer Woche (gleich nach dem Ausklang des Yom Kippur) damit begonnen. In diesem Jahr jedoch sieht man schon jetzt fast fertige Sukkot (Laubhütten) in Jerusalem. Und das nicht nur in Mea Shearim !

Das Photo zeigt eine fast fertige Sukkah auf einem Balkon, was durchaus nicht unüblich ist. Eher im Gegenteil, denn viele Juden bauen ihre Sukkah nicht nur auf dem Boden, sondern genau auf dem Balkon oder dem Hausdach. Allerdings muss eine Sukkak koscher sein und dementsprechend gibt es, u.a. im Talmud, präzise Vorschriften. Dazu aber schreibe ich nach dem Yom Kippur mehr. 

Photo: Miriam Woelke


Ein besonders tolles Rosh Hashana gab es bei mir in diesem Jahr nicht, denn ich war fast die ganze Zeit über ans Haus gebunden und kam nirgendwo hin. Einen Tag vor dem Fest hatte mich eine Grippe voll erwischt und ich lag mit Husten und Fieber darnieder. Gestern nachmittag kamen Freunde vorbei, die mir weitere Medikamente mitbrachten und danach ging es einigermassen. Heute stellte sich auch noch der Schnupfen ein, aber es geht schon wieder. 

Somit fiel dann Rosh Hashana ins Wasser und ich konzentriere mich jetzt voll und ganz auf den Yom Kippur, welcher am kommenden Dienstag abend beginnt. Ein 25 – Stunden langer Fastentag, der nur von Juden eingehalten werden muss. An dem Tag fällt G – tt Sein endgültiges Urteil über jeden einzelnen Juden und entscheidet dessen Schicksal auf ein weiteres Jahr. Ein ernster Tag mit unendlich langen Gebeten und Bekenntnissen der Schuld (Vidui) und dem Versprechen, in Zukunft zu versuchen, alles besser zu machen. 

Heute begehen wir den Halbfastentag (das Fasten findet lediglich von morgens bis abends statt) ZOM GEDALYIAH. Darüber hinaus befinden wir uns seit gestern abend in den "ASERET YAME’I TESCHUVA – DEN ZEHN TAGEN DER UMKEHR ZU G – TT". Einfach ausgedrückt bedeutet dies, dass viele Juden immer noch nicht endgültig gerichtet worden sind und ihr Urteil noch bis zum Yom Kippur auf die positive Seite ziehen können. Deswegen kommt vieles auf unser Verhalten innerhalb dieser Zehn Tage an. 

Wie bereits berichtet, richtet G – tt die Juden endgültig am Yom Kippur und die Nichtjuden ausschliesslich am Rosh Hashana. Wer von den Juden in dem ausgeklangenen Jahr genau soviele gute wie schlechte Taten beging und somit in der Schwebe hängt, hat dieser Tage die Möglichkeit, G – tt davon zu überzeugen, dass er (der Jude) ja gar nicht so schlecht ist. Gewöhnlich strengt man sich etwas mehr an, netter zu den Mitmenschen zu sein. Nicht zu allen, aber auf den Versuch kommt es an.:-)))

Außerdem gibt man sich hilfsbereit oder spendet Geld. 

Mit dem Ausklang dieser Zehn Tage beginnt am Dienstag abend, 25. September 2012, der höchste jüdische Feiertag, der YOM KIPPUR (Versöhnungstag). Enden tut der Feier – und Fastentag am Abend des 26. September 2012. 

Wenige Tage danach, am Sonntag, 30. September 2012, beginnt das Laubhüttenfest SUKKOT. In Israel endet Sukkot am 8. Oktober 2012, in der Diaspora dagegen erst einen Tag später. 

Die Bedeutung der hohen Feiertage und wie sie besonders hier in Jerusalem gefeiert werden, dazu erfahrt Ihr dieser Tage viel mehr Einzelheiten. Hinzu stele ich viele viele aktuelle Photos in den Blog.

Samstag, Oktober 22, 2011

Mea Shearim an Sukkot 5772 / 2011

B"H

Photos aus dem ultra - orthodoxen Mea Shearim in Jerusalem. Die Bilder entstanden am vergangenen Montag.


Die Synagoge der extremen Gruppe MISHKENOT HA'ROIM samt Sukkah im Vordergrund.



Die grosse Breslover Synagoge



Die Synagoge der chassidischen Gruppe SLONIM





Die Synagoge der chassidischen Gruppe Toldot Avraham Yitzchak. 







Copyright / Photos: Miriam Woelke

Mittwoch, Oktober 19, 2011

Simchat Thora


B"H

Die beiden Photos zeigen das Innenleben einer der zwei Sukkot (Laubhuetten) direkt an der Jerusalemer Klagemauer (Kotel). Ab heute sitzen wir nicht mehr in der Sukkah, obwohl dies noch viele freiwillig tun. 

Auch beginnt heute abend schon der nächste Feiertag und der Abschluss des Sukkot. In Israel fallen Shmini Azeret und Simchat Thora auf einen Tag. Der heutige Tag wird wie ein Schabbat gehandelt und alles ist nur halbtags geöffnet. Morgen ist Feiertag und ab morgen abend bzw. Sonntag kehrt nach all den vielen Feiertagen der Alltag ein. 

Bis dahin noch "Chag Sameach - Schöne Feiertage !"



Photos: Miriam Woelke

Die Toldot Aharon und die fehlende Geschlechtertrennung


Sukkot 5772 / 2011: Keine Geschlechtertrennung in der Mea Shearim Street.

Photo: Miriam Woelke

B"H

Ausgerechnet der “zionistische” Oberste Gerichtshof war es, welcher der chassidischen Gruppe Toldot Aharon an diesem Sukkot die Geschlechtertrennung im ultra – orthodoxen Mea Shearim (Jerusalem) untersagte. Besser gesagt in der Mea Shearim Street sowie im angrenzenden Markt. In all den Jahren zuvor wurde kurz vor dem Beginn der Sukkot – Feiertage ein Metallzaun mit einer Plastikplane umsäumt, in der Mitte der Mea Shearim Street aufgestellt. Männer und Frauen sollten sich im Besuchergedränge an den Feiertagen nicht zu nahe kommen. Verantwortlich für die Trennung waren die extremen Toldot Aharon und nicht alle Gründe gingen nur vom Anstand aus. Mea Shearim ist ebenso geprägt von interner Politik und die Toldot Aharon mischen tüchtig mit.

Das offizielle Verbot der Mechitzah (Geschlechtertrennung) jedoch schreckt niemanden ab und der Sprecher der Toldot Aharon), Rabbi Shmuel Pappenheim, gab in einem Interview an, dass die Gruppe sich wenig um den Obersten Gerichtshof schere und trotz allem einen Anstandszaun um ihre eigene Synagoge ziehe. Solle das Gericht doch machen, was es wolle !

Und wie schon im vergangenen Jahr hatte ich erwartet, dass die Toldot Aharon sowie einige weitere Gruppen aus Platzmangel an den Feiertagen Außenstehenden den Zugang in ihre Synagogen verweigern. Dies betrifft insbesondere die Frauenempore (Ezrat Nashim). Als ich dann jedoch gestern abend offiziell das Plakat in Mea Shearim aushängen sah, war ich doch enttäuscht, denn die Toldot Aharon gehören zu meinen Lieblingsgruppen und ich war unendliche Male bei ihrem chassidischen Tisch als auch bei der Rebbitzen daheim.


Photo: Miriam Woelke


Eines aber muss ich noch loswerden: Ohne all das Trara um die Geschlechtertrennung, den Zaun, die Anstandsbrücke, den privaten Wachdienst und all unsere Umwege um den Zaun, um ans Ziel zu kommen, geht ein Stück Sukkot – Spass verloren. 

Links:

DIALOG

Die Anstandsbrücke

Dienstag, Oktober 18, 2011

Simchat Beit HaSho'eva & Hoshana Rabbah

B"H 

Heute nacht und morgen ist Hoshana Rabbah und wir Juden haben die Tradition, in dieser Nacht durchzulernen. Ich würde das gerne tun, doch leider muss ich morgen arbeiten. Dennoch versuche ich dieser Tage mit vielen Bildern einen kleinen Einblick in die Jerusalemer Sukkot - Feiern zu geben.

Wie angekündigt, verbrachte ich gestern einen Tag in Jerusalem. Altstadt, Klagemauer (Kotel) und das ultra – orthdoxe Mea Shearim, all das stand auf meiner Liste. Leider begannen die meisten chassidischen Gruppen ihre Feierlichkeiten erst später am Abend und ich konnte kaum an etwas teilnehmen, denn ich muss ja meinen Bus zurück nach Tel Aviv erwischen. Hinzu kommt, dass viele chassidische Gruppen keine Frauen, außer ihren eigenen Mitgliedern, auf die Frauenemporen liessen. Grund: Überfüllung, denn man fand kaum Platz für die eigenen Leute. 

Selbst bei den Antizionisten der Neturei Karta durften die Frauen nur mit Einladung in die Synagoge.


Die Neturei Karta Synagoge des Yoelish Kroisz.

Photo: Miriam Woelke

Die härteste Mitzwah von den 613 Mitzwot

B”H 

Welches ist die am härteste einzuhaltende Mitzwah aller 613 Thoragesetze ? 

Der Vilna Gaon definiert die Antwort: 

Die am schwersten einzuhaltende Mitzwah ist die, an Sukkot ununterbrochen fröhlich zu sein. Sieben Tage lang wurde es uns auferlegt, fröhlich zu sein. Passiere was wolle, wir sollen an diesen Tagen unbedingt guter Dinge bleiben und den Feiertag geniessen.

Sukkot im Jüdischen Altstadtviertel von Jerusalem


Photo: Miriam Woelke