Montag, November 30, 2009

Ezra und seine zehn Festlegungen, Teil 2

B"H


Erläuterungen zu Bava Kamma 82


Insbesondere zwei Fragen kamen zum Artikel "Ezra und seine zehn Festlegungen" (siehe Talmud Traktat Bava Kamma 82a) auf.

Ezra und seine Zehn Festlegungen, Teil 1


Hier ein paar weitere Infos, die ich zusätzlich heraussuchte:


In Exodus (Sefer Schemot) 15:22 heißt es, dass nachdem die Israeliten das Rote Meer durchquerten, sie die Wildnis SHUR betraten. Shur ist ein Teil des Sinai. "Und sie gingen drei Tage lang in der Wildnis, aber fanden kein Wasser".


Die Prophetengenerationen nach Moshe sahen hier eine verborgene Aussage. Sobald "Wasser" erwähnt wird, ist nicht selten auch die Thora gemeint. "Thora" und "Wasser" sind beides lebensnotwendige Element. Deswegen wird im Judentum die Thora oftmals mit dem Wasser gleichgesetzt.


Wenn es nun in der obigen Aussage lautet, dass die Israeliten drei Tage lang durch die Wildnis wanderten und sie kein Wasser fanden, so bedeutet dies darüber hinaus, dass sie ebenso drei Tage lang ohne Thora waren. Die Gemara (rabbinische Diskussionen) im Talmud Traktat Kiddushin 30b lehrt, dass die Thora ein Lebenselexier ist. In der gleichen Gemara steht geschrieben, dass G - tt sagte, Er habe die Yetzer HaRah (negative Seite in uns) erschaffen. Als Gegenpart dazu habe Er die Thora erschaffen.
G - tt fährt fort in Seiner Ansprache zu Israel (dem jüdischen Volk): "Solange Ihr Euch mit der Thora beschäftigt, hat die negative Seite in Euch selbst keine Chance, die Macht über Euch zu gewinnen. Wenn Ihr keine Thora lernt, dann seid Ihr der Yetzer HaRah ausgeliefert".


Da sich die Israeliten im Sinai drei Tage lang nicht der Thora zuwendeten, erfolgte eine spirituelle Erschöpfung.
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Die zweite Frage bezüglich Ezra lautete, weshalb die zwei weiteren Thoralesungen mitten in der Woche ausgerechnet am Montag und am Donnerstag dazu ausersehen worden sind. Die Gemara in Bava Kamma 82a lässt uns wissen, dass diese beiden Thoralesungen an den jeweiligen Tagen schon vor Ezra existierten.


Warum aber am Donnerstag und am Montag ?


Die Tosafot, welche sich auf eine Midrasch in der Midrasch Tanchuma beziehen, besagen, dass Moshe an einem Donnerstag den Berg Sinai bestieg, um das zweite Paar Gesetzestafel (Luchot) in Empfang zu nehmen. Nachdem er das erste Paar zerbrach als er einige der Israeliten um das Goldene Kalb herumtanzen sah.
An einem Montag dann kam Moshe wieder herab und G - tt hatte den Israeliten verziehen. Deswegen heißt es, dass G - tt an donnerstagen sowie montagen besondere Güte den Menschen bzw. Juden gegenüber zeigt. Und aus diesem Grunde solle die Thoralesung innerhalb der Woche an genau diesen zwei Tagen stattfinden.



Wer sind / waren die TOSAFOT ?


Ein eher bekannterer Name für sie ist RISHONIM und ihre Ära begann, nachdem Raschi seine Kommentare verfasst hatte. "Tosafot" heißt übersetzt "Zusätze" und es handelt sich hierbei um mittelalterliche Talmudkommentare. Wenn wir heute eine Talmudseite betrachten, so sehen wir den eigentlichen Talmudtext in der Mitte und drumherum einen Raschi - Kommentar sowie die Tosafot.


Unter anderem werden Rabbi Asher ben Yechiel, Rabbi Israel von Bamberg, Rabbi Yehudah ben Natan (der Riban), Rabbi Simcha ben Samuel von Speyer oder Rabbi Me'ir von Rothenburg als Tosafisten genannt.




Aber auch der Maharal von Prag, Rabbi Yehudah Loew ben Bezalel, 1520 - 1609, schreibt in seinen "Chiddushei Aggadot" zum Talmud Bava Kamma einen betreffenden Kommentar (siehe Seite 12 - 13). Auch er bezieht sich auf die Tosafot und kommentiert, dass der Donnerstag und der Montag besondere Tage in Bezug auf das himmlische Gericht darstellen. Hierzu nennt der Maharal einen Passuk aus dem Talmud Traktat Schabbat 129b:
"An Montagen und Donnerstagen befinden sich das himmlische sowie das erdliche Gericht zusammen in einer Sitzung".


Laut des Talmud Traktates Rosh HaShana 16a wird eine Person täglich vom himmlischen Gericht gerichtet. Gemäss der Festlegungen des Ezra aber halten an donnerstagen sowie an montagen auch die erdlichen rabbinischen Gerichte (Batei Din) ihre Sitzungen ab. Von daher sollten an diesen beiden Tagen Gefahrensituationen vermieden werden. Bedeutet, man begebe ich nicht nur Fallschirmspringen etc. in unnötige Gefahr, denn das himmlische Gericht könnte gegen mich entscheiden. Somit kommt der Maharal zu der Überzeugung, dass an den beiden Tagen Thoralesungen genauso wie persönliches Fasten erfolgen können. Wer meint, er müsse einen Tag lang fasten, um einen privaten Tikun (Seelenkorrektur) durchzuführen, der solle dies vornehmlich an montagen oder donnerstagen tun.


Fazit: Die Midrasch Tanchuma gibt an, dass Moshe an einem Donnerstag den Berg Sinai bestieg und an einem Montag mit dem zweiten Paar Gesetzestafeln wieder herab kam. Folglich lässt an diesen beiden Wochentage G - tt mehr Gnade walten als an anderen, denn Moshe hatte keinen leichten Gang vor sich, G - tt um Verzeihung zu beten.


Berechnungen der Wochentage und gewisser Zeitperioden finden wir ebenso im Talmud !

Breslover Chassidim fahren zu Yosefs Grab in Shechem


B"H

Das Grab des Yosef (Sohn Yaakovs) in Shechem (Nablus) wird nach wie vor heiss diskutiert und umkämpft. Wir erinnern uns an den Oktober 2000 als gewalttätige Palästinenser das Grab stürmten und es zu schweren Gefechten mit der israelischen Armee kam.

Israel gab letztendlich das Grab auf und die Palis hielten grausamen Einzug. Siehe folgende Site zu den Unruhen und wie die Palis Yosefs Grab schändeten: http://www.nahalat-hevron.org/joseph.htm

Vor allem die Breslover Chassidim sind in Israel für ihre Aktionen bekannt an das Grab des Yosef zu gelangen. Egal, wie. Manchmal illegal und dann wieder legal, wie die folgenden Bilder zeigen.


Das Grab des Yosef und der Ausflug der Breslover eskortiert von der israelischen Armee














Sämtliche Photos gibt es hier einzusehen:


Link:

Yosef HaZaddik 

Sonntag, November 29, 2009

Haredische Diktatur ?

B"H

Seit meiner Aliyah nach Israel im Juni 2000 habe ich die überwiegende Zeit in Jerusalem verbracht. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert.
Habe ich mich in Jerusalem jemals von den Haredim (Ultra - Orthodoxen) unterdrückt gefühlt ? Meine Antwort darauf lautet eindeutig NEIN.

Sobald ich in einem sekulären Stadtteil Jerusalems lebe, schreibt mir niemand vor, was ich zu tun oder zu lassen habe, was ich anziehen muss, was ich essen soll oder wie ich mich sonst irgendwie benehme. Meine Freiheiten kann ich sogar im nationalrelig. Stadtteil Kiryat Moshe geniessen, wenn mir danach ist.

Im Jahre 1997 lebte ich für etwas mehr als ein halbes Jahr im haredischen Teil von Ramot / Jerusalem. Ramot Aleph, um genau zu sein. Selbst dort waren einige wenige unserer Nachbarn immer noch säkuler neben all den Haredim im Haus. Man meisterte das Leben zusammen ohne sich großartig provokant in die Quere zu kommen.

Wer im säkuleren Rehavia, French Hill, Talpiot, Arnona, Teile Katamons oder der German Colony wohnt, der darf sich als Haredi nicht unbedingt über laute Musik oder ein laut aufgedrehtes TV - Gerät am Schabbat beschweren. Doch auch dort leben relig. und säkuler immer noch friedlich miteinander zusammen.
Sobald ich mich jedoch in haredische Gefilde begebe, sollte ich deren Stadtteil genauso achten bzw. respektieren und nicht wie ein wild gewordener Heini provozierend herumtapsen und mir den Minirock überstülpen. Nicht, dass ich als Besucher auf Haredi machen muss, aber ein gewisser Respekt sollte schon vorhanden sein. Von haredischer Seite wird nicht unbedingt ein Baseballschläger auf mich wartet, falls meine Ärmel zu kurz sind. Eigentlich passiert diesbezüglich kaum etwas und die wenigsten Leute werden in haredischen Bezirken dumm angemacht. Jedenfalls nicht wochentags, sondern wenn, dann eher am Schabbat.


Warum also demonstrierte gestern abend eine Gruppe säkulerer Israelis gegen die Haredim ? Die Demo fand in Jerusalems Innenstadt statt und wurde offenbar von der radikalen Linkspartei MERETZ organisiert. Die Demonstranten sehen Jerusalem einer diktatorischen haredischen Knute unterlegen. Bald sehe es hier so aus wie in Teheran. Nur jüdisch halt.

Haben die Demonstranten damit Recht ?

Zuerst einmal sehe ich viele Teilnehmer der linken Demo als Teilnehmer oder Sympathisanten der Jerusalemer Gay Parade, die fast alljährlich haredische Demonstrationen hervorruft. Zuletzt nicht mehr, denn die Haredim beschlossen, den Homos keine Bühne / Public Relation mehr zu bieten.
Weitere Demoteilnehmer am gestrigen Abend waren sicher jene Leute, welche eh einen Hass auf die haredische Gesellschaft haben. Nicht, dass sie diese genauer kennen täten, aber das Klischee ("Die sind alle faul und gehen weder arbeiten noch zur Armee") scheint alles wettzumachen. Andererseits betrachte selbst ich die haredischen Demonstrationen gegen die Schabbatarbeit beim Chiphersteller INTEL / Jerusalem als überflüssig. Wieviele Betriebe arbeiten in Jerusalem am Schabbat und bei denen wird geschwiegen und nicht demonstriert ? Wieso, um Himmels Willen, also nur die Schabbatdemos vor INTEL ?
Und eine positive Resonanz erfahren die Haredim auch nicht mit dem "Schabbes, Schabbes" - Geschrei. Wobei ich unbedingt erwähnen muss, dass nur Gruppen von der Edah HaCharedit (Toldot Aharon, Satmar, etc.) an den Demos beteiligt sind und nicht Belz, Vishnitz oder Gur. Nicht, dass ein Leser denkt, die Haredim sind nur alle DIE HAREDIM !

Jemand, der behauptet, die Haredim übernehmen das Jerusalemer Ruder und machen auf Diktator, der sollte die haredische Gesellschaft erst einmal näher kennen lernen, um zu urteilen. Eine Tatsache ist, zum Beispiel, das die säkulere Gesellschaft sich mehr und mehr in Luft auflöst. Wo werden deren Nachfahren einmal sein, wenn ihre Eltern oder Großeltern so toll auf assimiliert und liberal machen ? Heiraten sie Nichtjuden; jemanden von Israels Fremdarbeiterkindern ? Statt rumzunörgeln, sollte jeder einen Blick in die Zukunft werfen. Wie steht es da mit der jüdischen Identität, der Religion oder der eigenen Geschichte ? Soll ich all das aufgeben, nur damit ich meine Freiheiten geniessen kann und meine Bequemlichkeit hinter mir lasse ? Nennt man das dann die perfekte Moderne ?

Wie schaut meine Freiheit aus ? Zuerst bin ich total happy und geniesse, aber dann irgendwann kommt der Zeitpunkt, an welchem mich Nichtjuden auf meine wahre Identität aufmerksam machen und mich "Jude" nennen / schimpfen. Weiss ich dann noch, was es heißt, ein Jude zu sein ?

Andererseits kann die haredische Gesellschaft nicht verlangen, dass alle Juden Jerusalems sich nun ihnen unterwerfen. Gemeinsamen legen wir die Regeln der Stadt fest und nicht eine einzige Gruppe allein. Bisher lebte jeder friedlich in seinem Stadtteil, ohne den anderen groß zu stören. Hier und da werden von haredischer Seite aus koschere Busse verlangt. Jerusalem jedoch besteht aus vielen unterschiedlichen Juden und eine Gesellschaft soll nicht der anderen irgendwelche Vorschriften machen. Weder die Säkuleren noch die Haredim.
Die Haredim identifizieren die Säkuleren mit Gay Parade, Schweinefleisch, Ehen zwischen Juden und Nichtjuden, fehlendem Anstand oder Drogenkonsum. Die Säkuleren erheben genauso Vorurteile gegenüber den Haredim, die da lauten, dass die ja alle fanatische Spinner seien, wild demonstrieren und unser Leben ins Mittelalter katapultieren wollen.

Ich habe keine Lösung anzubieten. Jene, die die Haredim hassen, werden dies auch weiterhin tun genauso wie all jene Haredim, die das Leben der Säkuleren "leer" nennen. Eine Lösung auf Jerusalem bezogen findet wenn, dann eher im privaten Bereich statt. Dort nämlich, wo ein säkulerer Jude einer haredischen Frau hilft, ihren Kinderwagen in den Bus zu heben. Dann sehen beide Seiten plötzlich, dass man ja doch nicht nur nebeneinander herlebt, sondern auch irgendwie miteinander.

Jerusalem ist längst nicht so "intolerant" wie sein Ruf. Seltsamerweise halten alle Juden immer nur dann zusammen, sobald wir einen gemeinsamen Feind haben und es zu Katastrophen kommt. Nicht, dass ich damit unbedingt ein Desaster heraufbeschwören will, damit wir alle miteinander auskommen. Dennoch erweckt es leider manchmal den Eindruck als brauchen wir immer wieder eine derbe Erinnerung an uns und unsere jüdische Umgebung. Zumindest aber sollten beide Seiten einander mit mehr Respekt begegnen. Damit ziehe ich jetzt keine Extreme auf und sage, der Haredi solle den Homosexuellen respektieren. Richtiger aber wäre es, den Homosexuellen als Mitmenschen zu sehen, von dessen Neigungen einmal abgesehen. 

Immerhin sind wir alle Juden und füreinander verantwortlich.

Rabbeinu TAM



Talmudische Zeiten bzw. die Zeitperioden der Kommentatoren (u.a. Tosafot)

B"H

Wer war RABBEINU TAM ?

Nicht selten hören wir religiöse Juden sagen, dass sie sich nicht unbedingt nach der offiziellen Zeit des Schabbatendes richten, sondern nach Rabbeinu TAM. Und gemäss Rabbeinu Tam endet der Schabbat einige Zeit später. Ich gebe seit neuestem die Rabbeinu Tam Zeit zum Schabbatende bei meinen Schabbatzeiten mit an. Siehe rechter Rand !

"Rabbeinu Tam" hiess eigentlich Rabbi Yaakov ben Me'ir und er lebte von ca. 1100 - ca. 1171. Rabbi Yaakov war der Enkelsohn des bekannten Talmud - u. Thorakommentator RASCHI. Raschis Tochter Yocheved war seine Mutter.

Mehr Details HIER !

Backrezept: SUFGANIOT zu Chanukkah


Photo: Kumah


B"H


Am Abend des 11. Dezember beginnt das jüdische Chanukkahfest.
In Israel sind sie schon seit Kurzem im Handel, die traditionellen Sufganiot (Krapfen, Berliner). Je nach Füllung kosten sie zwischen 3 - 6 Schekel (ca. 60 Cent 1,20 Euro).


Hier erst einmal ein Rezept aus unserer Bäckerei:


1 kg Mehl (Vollkornmehl)


Eine dreiviertel Tasse Zucker


1 Teelöffel Salz


2 Eier


2 Eßlöffel Cognak


Eine halbe Tasse Olivenöl


60 g Hefe


Das ist alles. Man kann die Sufganiot ganz normal im Backofen backen. 20 Minuten lang bei 160 Grad. Meistens aber werden die Sufganiot in einer Pfanne oder einem Topf voll Olivenöl gedünstet. Heisst, sie müssen darin schwimmen. Die Füllung wird hinterher reingespritzt. In der Bäckerei verwenden wir überwiegend Dattel - Apfel - Füllung.
Je nachdem kann man die Sufganiot noch mit Olivenöl, Puderzucker, Honig, etc. bestreichen.


Der Cognak verursacht übrigens, dass das Olivenöl vom Teig besser aufgesaugt wird.


Viel Spaß beim Backen und gutes Gelingen !!!


Freitag, November 27, 2009

Schabbat Schalom




B"H

Nach Jahren des religiösen Studiums gewöhnte ich mich an den Umgang mit relig. Büchern aller Art. Die Raschi - Schrift ist mir genauso vertraut geworden wie die regulären hebräischen Buchstaben.
Schon immer waren Bücher für mich das A und O im Leben. Romane, Geschichte, Wissenschaft und Politik, so lauteten meine allgemeinen Themen. Dann kam die Religion und insbesondere die weltlichen Romane kamen in den Hintergrund. Daran hat sich bis heute kaum etwas geändert, wenn man einmal vom "Da Vinci Code" absieht. Kein gerade jüdisches Buch, doch interessant dargestellt.



Raschi - Schrift


Aber nicht, dass ich nur auf heilige Bücher stehe und den Rest der Welt links liegen lasse. Im Gegensatz zu vielen relig. Juden lese ich sehr wohl weltliche Bücher wie nach wie vor Politik (vorwiegend zum israelisch - arabischen Konflikt). Gerade kaufte ich ein tolles Buch zur Geschichte des Bürgerkrieges im Libanon. Bücher zur israelischen Armee stehen bei mir, wie vielen anderen Israelis auch, ganz hoch im Kurs. Die Astronomie nicht zu vergessen, wobei es in Israel selbst hierzu nicht gerade die riesige Auswahl an wissenschaftlichen Instituten gibt. Mit Sternwarte und so ist nur etwas in Mitzpe Ramon (Negev), nahe Modi'in oder halt an der Tel Aviv University.

Romane hingegen langweilen mich meist und ich lese lieber Informatives.
Bücher waren für Juden schon immer wie die eigentliche Nahrung selbst. Ohne Literatur geht nichts. Selbst nicht in der heutigen Zeit der e - books oder anderweitiger PC - Literatur. Ein richtiges Buch in der Hand zu halten und es sich, gerade auch am Schabbat, daheim gemütlich zu machen, ist schon etwas. Neben all den Schabbatot, an denen soviele Leute teilnehmen, kommt das Gefühl auf, allein zu sein und ein Buch zur Hand zu nehmen.

Freunde von mir suchen am Schabbat immer nach Action. Von einer Synagoge in die nächste. Hier essen, da essen, zu Schiurim (Vorträgen) rennen. Wer Jerusalem kennt, der weiß, dass es an Vorträgen gewiss nie mangelt. Mich nerven diese Zwänge; immer das irgendwohin gehen zu müssen. Und das liegt nicht gerade am Alter, denn einige meiner Bekannten sind wesentlich älter als ich. Der Ausgehtyp bin ich eh nicht; gerade jetzt nicht, wo der Schabbat nur kurz andauert. Man gewinnt kaum Zeit, von der Woche Abstand zu gewinnen, prompt ist die neue Woche schon angekommen. Von daher werde ich den Schabbat zwar in Jerusalem, doch richtig ruhig verbringen.

Einen ruhigen Schabbat an alle Leser und das sich jeder einmal hinsetze und für sich etwas Nutzvolles tue anstatt von einem Event zum anderen zu japsen.

"Schabbat Schalom - Gut Schabbes !"

Donnerstag, November 26, 2009

Parashat Vayetze




B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat

In der vorherigen Parashat Toldot (aus der vergangenen Woche) stellt der Thorakommentator Ohr HaChaim eine mehr als interessante Frage:
Warum sandte Yitzchak seinen Sohn Yaakov nach Haran, um eine Frau zu finden ? Warum ausgerechnet bei seinem üblem Schwager Lavan, den Sohn Betuels ? Wenn unsere Vorväter ihren Söhnen keine kaanitischen Ehefrauen verabreichen wollten, konnte es dann nicht jemand anderes sein ? Wieso die eigene Verwandtschaft und wieso der damals berühmt und berüchtigte Zauberer Lavan ?

Wer den Ohr HaChaim kennt, der weiß, dass dessen Antworten in vielen Fällen kabbalistisch ausfallen. Und so auch hier.
Betuel und sein Sohn Lavan unterschieden sich in ihrer Schlechtigkeit und Gier kaum voneinander. Rivka (Rebekka), die Gattin Yitzchaks, wusste genau, zu wem Yaakov da geraten wird. Trotzdem hatte Lavan eine rechtschaffene Tochter, die Rachel, hervorgebracht. Genauso wie Betuel die Rivka.

Und da soll nochmals jemand sagen, dass die Kinder von üblen Menschen genauso schlecht wie ihre Eltern sein müssen. Falsch, denn Kinder sind oftmals das Gegenteil und Rachel sowie Lea sahen, was bei Lavan ablief und worauf er aus war.

Die Kabbalah als auch die Chassidut sagen uns, das in den tiefsten Spähren des Bösen ein guter Funke ist und es gilt, diesen zu suchen und auch zu finden. So dachten anscheinend unsere Vorväter.
Alles wurde von G - tt erschaffen; Gut und Böse !
Heißt, der Mensch hat die Wahl, wie er sein Leben gestalten will. Positiv oder negativ.

Rivka, Rachel und Lea waren die positiven Seiten der Familie Betuels und Lavans. Aus diesem Grund heirateten unsere Vorväter deren Töchter, denn diese drei Frauen stellten eine "Keduscha - Heiligkeit dar". Ebenso handelte es sich bei ihnen um Prophetinnen.
Bei den kaanitischen Frauen war selbst der gute Funke nicht vorhanden. In Bereschit (Genesis, Parashat Noach) 9:20 lesen wir, dass Kaanan verflucht war. Und wer will schon solch jemanden in der Familie haben ?

Bis heute sammeln wir die kabbalistisch symbolischen "Funken - Nitzoze'i Kedusha" ein. Ein kabbalistisches Konzept, welches vom Arizal (Rabbi Yitzchak Luria) eingebracht worden war. Je mehr Funken wir einsammeln und diese an ihren eigentlichen Platz in den oberen spirituellen Welten zurückführen, je eher kommt der Meschiach.

Wie aber sammeln wir diese Funken ein ?
Indem wir selbst die Welt verbessern. Nicht die ganze Welt, doch zuerst einmal uns. Die Welt kann warten, denn wenn wir uns nicht zum positiven verändern, wie soll dies dann erst die Welt tun. Daheim in unserem privaten Kämmerlein sollten wir mit dem Verbessern beginnen. Bei uns selbst und nicht anderen vorschreiben, was sie zu tun haben.

Gleich zu Beginn der Parashat Vayetze lesen wir von "Jakobs Leiter - Sulam Yaakov". Eine der bekanntesten Erzählungen der Thora überhaupt. Der Traum selbst war eine einzige Prophezeihung. G - tt zeigte Yaakov, dass sich sein Schicksal nicht in den Händen der Engel befindet, sondern er direkt unter G - ttes Einfluss steht. Und nicht nur Yaakov, sondern das gesamte jüdische Volk; damals, jetzt und bis in alle Ewigkeiten - so der Thorakommentator Nachmanides (Ramban). Weder die Griechen noch die Babylonier, die Perser oder die heutige Diaspora (Esav) können uns etwas anhaben. Das jüdische Volk wird überleben, egal, was kommt, denn wir befinden uns unter G - ttes schützender "Hand".

Yaakov nannte den Ort, an welchem er geträumt hatte, "Beit E - lo - him - Haus G - ttes" und bezeichnete ihn weiter als "Shaar HaShamaim - Himmelstor". Von dort aus steigen die Gebete und Tieropfer in den Himmel hinauf (Ramban). Den Ort kennen wir heute unter dem Namen "Tempelberg - Har HaBeit" in Jerusalem. Dort, wo schon Adam HaRishon (der erste Mensch) sein Opfer darbrachte und Avraham seinen Sohn Yitzchak zu opfern bereit war.

Yaakov gelangte an einen Brunnen (Beer), an welchem die Hirten ihre Herden tränkten. Der Ramban sieht diesen Brunnen metaphorisch als Hinweis auf den Jerusalemer Tempel. Von dort aus nämlich geht die Thora hinaus in die Welt (Ki MiZion teze Thora - Jesaja 2:3).
Überhaupt lernten unsere Vorväter ihre Gattinen viemals an Brunnen kennen. Wer also jemanden sucht, stelle sich an einen Brunnen.
Thora wird mit dem Wasser verglichen, denn ohne Thora oder Wasser sind wir nicht lebensfähig. Beides ist zum Überleben notwendig.

Rachel nahm die Götzenstatuen ihres Vaters Lavan an sich, weil sie ihn vor dem Götzendienst bewahren wollte (siehe hierzu auch den Kommentator Raschi). Angeblich dienten die Statuen (Terafim) dem Lavan dazu, einen Blick in die Zukunft zu werfen. Wie gesagt, war Lavan für seine magischen Kräfte mehr als bekannt. Die Magie kam allerdings von der dunklen (negativen) Seite. Alles Gute hat immer einen schlechten, negativen, Gegenpart, so sagt uns die Kabbalah.

Was wir aus all den Erzählungen der Parasha unter anderem lernen ist, dass ein Jude auch in der Fremde stets seine Glaubensideologie und Wertevorstellungen aufrecht erhalten muss, wie dies einst Yaakov tat. Jahrelang lebte er im Haushalt des miesen Lavan und liess sich nicht von essen Methoden beeinflussen. Yaakov stand zu G - tt und bestand den Test in der Diaspora. Zugleich hatte Yaakov alles andere als ein leichtes Leben. Erst die Zeit mit seinem Bruder Esav, dann Lavan und in der kommenden Woche werden wir sehen, wie chaotisch es weitergeht.

Wir alle haben unser Päcklein im Leben zu tragen und unsere Vorväter blieben davon keineswegs verschont.

"Schabbat Schalom - Gut Schabbes" an alle Leser !

Fragen an einen Belzer Chassid

B"H

Antworten auf ein paar Fragen, die ich vor kurzem spontan an einen Belzer Chassid stellte:


Es macht sich niemand eine Vorstellung, wieviele Baalei Teschuva (Neurelig.) einer chassidischen Gruppe beitreten wollen. Und ich rede hier nicht eben mal so von Chabad oder Breslov; nein, die absoluten Renner sind ausgerechnet chassidische Gruppen wie Satmar, Toldot Aharon, Belz oder selbst Gur. Gruppen, die nicht allzu leicht neue Leute aufnehmen.

Die Probleme beim Beitritt einer  chassidischen Gruppe habe ich schon oft beschrieben. Trotz allem, die Leute lassen sich nicht abhalten, was auch nicht mein Ziel ist. Im Gegenteil, soll jeder das machen, wozu er sich berufen sieht. Die aufkommenden Schwierigkeiten aber sollten nicht unter den Tisch gekehrt werden. Man ist nicht eben mal so super fromm, sondern muss stets daran denken, was die Zukunft bringt.

"Kann ich meine Verantwortung / Ziele einhalten oder unterliege Kurzzeitphasen ?"

Mittwoch, November 25, 2009

Männer

B"H

Nicht, dass ich die Männerwelt verstehe. Trotzdem ist es immer wieder interessant, wie Männer auf intelligente eigenständige Frauen reagieren. Egal, ob in der jüdischen oder der nichtjüdischen Welt. Jüdisch - religiöse sowohl als auch säkulere Männer zugleich. Sobald eine selbstbewusste erfolgreiche Frau auftaucht, nehmen viele Typen entweder reissaus oder sie lassen den Beschützer heraushängen.

Bei sephardischen Juden ist der Unterschied zu ihren aschkenazischen "Kollegen" ganz gravierend. Anscheinend spielt halt doch die orientalische Machostimmung eine Rolle. Die Religiösen unter ihnen sind kaum bereit, eine Frau zu sehen, die sich den höheren jüdischen Studien hingibt.

Ich bin keine wild provozierende Feministin, dennoch bin ich für Gleichberechtigung. Und das nicht nur beim Müllhinaustragen, sondern vielmehr in Bezug auf die relig. Bildung. Sprich, das Talmudstudium, was nicht alle Männer bei den Frauen sehen wollen.
Um Himmels Willen, was wenn eine Frau einen Mann in der Gemara (rabbinische Diskussionen im Talmud) korrigiert ? Für so manchen Mann geht ja da schon die Welt unter und die Frau wird zum "Schaygetz"; zum fast außerirdischen Wesen. Zum Dibbuk.

Aschkenazische Juden gibt es solche und solche. Meiner Erfahrung nach ist die Mehrheit der relig. Männer hilfsbereit, andere wiederum versuchen zu manipulieren oder schlimmstenfalls die Oberhand zu gewinnen. Beide Fälle erlebe ich zudem real in meinem englischen Blog, wo ich ausführlich zur haredischen Gesellschaft Stellung nehme. Und als weibliches Wesen erlebt man bei dem Thema so einiges. Nicht, dass alle in einem das Dummchen aus der Küche sehen; die Mehrheit freut sich zu helfen. Jedenfalls virtuell, da man sich ja sonst kaum trifft. Zumindest nicht in den Synagogen, denn in chassidischen Synagogen haben die Geschlechter zwei verschiedene Eingänge.

Was ich jeder Frau anrate ist, sich von denjenigen Männern fernzuhalten, die sich als Boss aufspielen wollen und denjenigen, die auf Manipulator machen. Beiden Spezien sind leichter zu erkennen als das sich die Männer selbst dies auszumalen vermögen.

Kommentare

B"H

Als ich heute morgen nach der Jerusalemer Nachtarbeit wieder in Tel Aviv ankam, war ich platt und ging erst einmal schlafen. Danach gab es eine lange Kaffeepause und irgendwann jetzt am Abend kam ich erst wieder ins Internet.

14 Kommentare erwarteten mich allein in diesem Blog. Alle weiteren habe ich noch gar nicht gelesen.

Dass die Angelegenheit mit der Feministin an der Klagemauer solch einen Wirbel erzeugt ... In Israel ist die Sache gegessen. Die Dame wurde verhaftet und erhielt einfach nur einen Platzverweis, denn ihr alleiniges Ziel war die Provokation.
Somit hatte sich das erledigt. Zumindest bis auf Weiteres ...

Vor ein paar Wochen fragte jemand, was der Unterschied zwischen dem sephardischen Hechscher (Koscherzertifikat) "Beit Yosef" und dem Zertifikat Badatz Belz sowie jeglicher aschkenazischen Zertifikate. Zu meiner Schande muss ich vorbringen, dass ich noch nicht zum Nachfragen gekommen bin, dies jedoch nachholen werde.

Eine weitere Frage lautete, was und wo die Midrasch auf die Behauptung kommt, warum der Donnerstag und der Montag hoch in G - ttes Gnade liegen.
Auch hierzu werde ich noch die Antwort heraussuchen.

Falls ich jemanden und seine Frage vergessen habe, kann sie / er sich gerne melden !

Einen herzlichen Dank an alle Kommentarschreiber ! Es sind viele interessante Aspekte angesprochen worden und allein die verdienen schon einen eigenen Beitrag.:-)

Dienstag, November 24, 2009

"Sefer Raziel HaMalach - Buch des Engel Raziel"

B"H

Es ist immer wieder erstaunlich wieviele Leute heutzutage nach der jüdischen Kabbalah drängen.
Was die Leute in den meisten Fällen verwechseln sind "Kabbalah" und "Spiritualität". Nicht alles, wo man meint, es hebt einen spirituell in obere Gefilde ist mit der eigentlichen Kabbalah gleichzusetzen. Was die Mehrheit immer wieder sucht sind Antworten auf Lebensfragen; wie löse ich meine privaten Probleme und so in der Art.
Die wesentliche Bedeutung der jüdischen Kabbalah aber ist recht simpel:
Die "Geheimnisse der Thora". Was verbirgt sich hinter den Zeilen ?

Daher beruht das Studium der Kabbalah auf der Thora anhand von Midraschim oder dem Talmud. Genau das und die lang andauernden konplizierten Studien sind den Menschen zu langweilig und aufwendig. Sie wollen jetzt abheben und noch dazu ihre Probleme lösen und nicht erst in zehn Jahren oder so.
Das ist einer der Gründe, warum das "Kabbalah Center" so aussergewöhnlich erfolgreich ist. Man benötigt keine bis mindere Vorkenntnisse und die Inhalte sind auf jedermann zugeschnitten. Mit der ALDI - Tüte in der Hand eben mal so kurz zwischendurch einen Vortrag gehört.

Die europäischen Juden im Mittelalter bedienten sich vielerseits diverser Amulette (Heilszeichen, Talismänner). Wann immer heutzutage jemand auf die Bilder antiker bzw. mittelalterlicher Amulette stösst, kann dies schon eine falsche spirituelle Euphorie auslösen. Man hat zwar keinen blassen Schimmer, was das Amulett bedeutet, aber irgendwie schaut es doch nett geheimnisvoll und mystisch aus.

Vor einigen Jahren kaufte ich mir das Buch "Sefer Raziel HaMalach" und finde es bis heute recht verwirrend. Einige Buchseiten sind voll mit Amuletten, was mich nicht fasziniert, denn ich stehe nicht auf Aberglauben. Eingeschlossen hierbei die roten Fäden, welche meist sephardische Juden als Zeichen gegen das "Böse Auge - Ayin HaRah" tragen.
In "Raziel HaMalach" befindet sich sogar eine Skizze von einem Amulett, welches bis heute viele relig. Juden in die Wiege ihres Neugeborenen befördern. Dieses Amulett soll ihr Baby vor den "mörderischen" Fängen der ersten Frau Adam HaRishons, nämlich der L., bewahren.

Nun stiess ich gleich auf zwei Skizzen (Amulette) des Buches und wunderte mich nur darüber, wie das alles ins Internet kommt.

 






Zur Aufklärung:

Ofer Gamliel wrote:



Dear Rabbi,


Why is it recommended not to read the book of Raziel the Angel? Thank you.
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Dear Ofer Gamliel,


I heard the following from known Kabbalists here in Jerusalem. There is an ancient authoritative Kabbalistic work called Raziel HaMalach (Raziel the Angel). This book is cited by the Zohar, but the book itself was lost over a thousand years ago.


What is known today as the book of Raziel HaMalach is actually a distorted version of a genuine Kabbalistic work written by one of the Rishonim (11th - 15th century commentators). One of the Rishonim wrote a Kabbalistic work, not called Raziel Hamalach. Later, probably before the time of the Arizal (16th century), somebody took this work, added his own ideas to it and added pieces from sources inconsistent with traditional Jewish thought. He then published it under the title Raziel HaMalach. This work is not studied in the Kabbalistic schools.

Quelle: Ohr Sameach


Anmerkung: Christen haben übrigens ihre eigene Kabbalah !

"Nur ein angepasster Jude ist ein guter Jude !"

B"H

Wer ist Jude ? Seltsamer Weise mögen uns manche Völker nur dann, wenn wir uns assimilieren und uns ihren Erwartungen anpassen. Sobald wir zu unserer Religion stehen und sie vertreten, werden wir als Radikalos beschimpft.
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Eine Bekannte äußerte sich mir gegenüber einmal so über die Juden:
"Bisher waren mir Juden immer als Intellektuelle bekannt, denn in unserer Stadt kenne ich viele solcher Leute. Bevor ich nach Israel kam, wusste ich gar nicht, dass das Judentum auch aus Haredim (Ultra - Orthodoxen) besteht. Weshalb muss die Religiosität sein, wenn doch der Intellekt und die Kultur dem Judentum ausreichen ?"
Diese Meinung steht sicher nicht so allein. Manche Leute scheinen wirklich zu glauben, dass Kulturjuden die positivste Werbung des Judentums sind. Unsere Religion oder sollte ich besser sagen, unser Volk ist nicht dazu da, sich den anderen Nationen gegenüber anzubiedern oder ihnen nach dem Mund zu reden. Im Ausland fällt mir oft das jüdische "Gefallenwollen" auf. Nur nie anecken und sich halt solidarisch und aufgeschlossen zeigen.

Das Judentum aber bedeutet etwas ganz anderes: G - tt erwählte die Juden zu einer bestimmten Aufgabe in dieser Welt aus; genauso wie Er das mit den anderen Nationen tat. Zwischen diesen beiden Fakten muss immer unterschieden werden.
Die Aufgabe der Juden liegt in der Thora und nicht in Kultur und Assimilation. Wer seine jüdische Identität verliert, der wird seine nachfolgenden Generationen verlieren.

Aufgeschlossenheit, Toleranz oder von mir aus auch Kultur JA, aber die eigene Identität sollte im Hinterkopf fest verwurzelt sein. "Bis hierher und nicht weiter" - ein wichtiger Punkt im gelebten Judentum. Auch wenn dies den anderen Völkern nicht passt.

Trauer und Hochzeit in Karlin - Stolin


B"H

Der Grund, warum ich diesen chassidischen Beitrag gerade in diesen Blog stelle, ist ein halachischer:

Der Karlin - Stoliner Rebbe (Jerusalem) trauert um seine Mutter (Rabbanit Feiga Schochet), die am vergangenen Schabbat verstarb. Nach dem Tode eines nahen Angehörigen sitzt der Trauernde sieben Tage lang Schiva. Waehrend dieser Zeit gelten für ihn bestimmte Regeln und ein etwaiges Feiern ist verboten. Im Falle des Stoliner Rebben jedoch findet an diesem Mittwoch die Hochzeit seines Sohnes statt und der Rebbe wird daran teilnehmen. Diese Entscheidung der Chassidut Karlin - Stolin basiert auf einem seltenen Psak Halacha (Halacha) des verstorbenen Halachaexperten Rabbi Moshe Feinstein. Allerdings wird der Rebbe auf der Hochzeit nicht tanzen, sondern nur sitzen.

Montag, November 23, 2009

Ezra und seine zehn Festlegungen

B"H

Ezra führte seinerzeit die Juden aus dem 70 - jährigen Babylonischen Exil wieder heim nach Eretz Israel. Leider nahm an der Rückkehr nur eine Minderheit von etwas über 40,000 Juden teil und die Mehrheit entschied sich für Babylon. Aus wirtschaftlichen Gründen, was später von G - tt bestraft wurde. Nirgendwo in der Diaspora sollte sich ein Jude zu heimisch fühlen und darauf vertrauen, dass die dortige Bevölkerung ihn auf Ewig achten wird.

Der Talmud Traktat Bava Kamma 82a listet uns Ezras zehn Festlegungen auf, doch gleichzeitig kritisiert der Talmudkommentator Rashash, dass hier längst nicht alle Festlegungen Ezras Erwähnung finden.

1. Die Juden sollen während des Nachmittagsgebetes (Mincha) am Schabbat aus der Thorarolle vorlesen.

2. Ebenso soll dies montags sowie donnerstags geschehen.

3. Rabbinische Gerichte (Batei Din) treffen sich montags und donnerstags.

4. Donnerstags soll der Waschtag sein; dies im Hinblick auf die Ehrung des Schabbat durch saubere Kleidung. Andererweitige Kommentare meinen hierzu, dass die Juden nicht in Versuchung kommen sollen, freitags zu waschen und so ggf. den Schabbat brechen.

5. Am Erev Schabbat (freitags abends) soll Knoblauch gegessen werden.

6. Eine Frau soll früh aufstehen und Brot backen. Bedeutet, Nahrung herrichten.

7. Eine Frau soll (Unter)hosen tragen, um sich so vor negativem Verhalten zu bewahren.

8. Eine Frau soll sich das Haar kämmen bevor sie in die Mikweh (Ritualbad) steigt. Die Mikweh ist halachisch nur dann gültig, wenn das Wasser ALLE Stellen des Körpers erreichte. Einschliesslich des Haares. Von daher sollte die Frau anhand des Kämmens eventuelle Knoten aus dem Haar entfernen, denn diese könnten ein Eindringen des Mikwehwassers verhindern.

9. Parfumhändler sollten ihre Ware den Frauen zugänglich machen.

10. Zu guter Letzt legte Ezra noch fest, dass Männer, die des nachts ohne Willen einen Samenerguss erlitten (Baal Keri), in die Mikweh müssen.


Erklärungen:

a) Warum wurde die zusätzliche Thoralesung am Mincha des Schabbat eingeführt ?

Da viele Männer montags und donnerstags auf der Arbeit sind und erst am Schabbat Zeit haben, die Lesung zu hören. Hiermit ist nur die Mincha - Lesung gemeint und nicht die allgemeine Lesung beim Morgengebet Schacharit.

b) Warum wurden gerade der Montag und der Donnerstag zur Thoralesung vor dem Schabbat ausgesucht ?

Eine Midrasch besagt, dass es ein Donnerstag war, an dem Moshe zum Berg Sinai hinaufging, um das zweite Paar Gesetzestafeln (Luchot) in Empfang zu nehmen. Und es war ein Montag, an welchem er wieder in das Lager der Israeliten zurückkehrte und G - tt diesen für das Vergehen mit dem Goldenen Kalb vergeben hatte. Aus diesem Grund heraus ersahen die Propheten die Montage und die Donnerstage als "wohlwollende" Tage G - ttes.

c) Warum aber sollten die Juden am Freitag abend Knoblauch essen ?

Die Gemara (rabbinische Diskussionen) in Bava Kamma 82a nennt uns einen überraschenden Grund:

Fünf Dinge sagt man vom Knoblauch -
1. Er wärmt den Körper, 2. Er sättigt, 3. Er hellt das Gesicht auf, 4. Er erhöht den Samen, 5. und er tötet Parasiten / Bakterien in den Verdauungsorganen ab.

Kurz gesagt, Knoblauch wird als sexuelles Erregungsmittel betrachtet und da ein jüdisches Ehepaar am Freitag abend seinen ehelichen Pflichten nachkommen sollte, wirkt sich der Knoblauch ggf. positiv aus. Naturelles Viagara sozusagen.

d) Bezogen auf das Parfum: Man sah das damals so wie heute die TV - Werbung. Ein toller Duft macht halt erotischer !

Da sage nochmal jemand, die Juden aus dem "antiken" Jerusalem waren weltfremd.

Sonntag, November 22, 2009

Live - Erkenntnisse aus der deutschen Medienlandschaft

B"H

Wer sich entscheidet, einen Blog aufzumachen, der ist sich nicht unbedingt darüber im Klaren, was auf ihn warten könnte. Insbesondere dann, wenn er zu einem speziellen Thema bloggt, wie ich über die haredische Gesellschaft.

Im Laufe der Zeit baten mich einige deutsche Journalisten / Filmemacher um Mithilfe, denn sie wussten nichts über die haredische Gesellschaft. Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich so doof war, mich mit diesen Leuten hinzusetzen und ihnen einen Erklärungsversuch abstattete. Gebracht hat es nie etwas, sondern das Einzige, worauf man aus war war, schnell und ohne viel zu googlen an Infos zu kommen. Diese Infos wurden hinterher in ein NICHTS umgesetzt.
Nicht, dass meine Inhalte falsch wiedergegeben worden sind; nein, sie wurden erst gar nicht wiedergegeben. Stattdessen bekamen die Leser gewisser deutschsprachiger Zeitungen lapidaren Müll zu lesen. Anders kann ich das schon nicht mehr nennen.
Oder noch deutlicher: Die Leser diverser Zeitungen wurden regelrecht verarscht !
Nicht nur sie, sondern ich gewissermassen genauso, da ich meine Zeit mit diesen Journalisten verschwendete.

Wie man so schön sagt: "Man lernt nie aus !" :-)

Der Nächste, der mir in dieser Art eine Bitte nach Infos zusendet, kann sich die Mühe sparen und soll selber nachforschen. Falsch googlen, Unwahrheiten schreiben, was weiss ich.
Aber bitte mich nicht mehr belästigen, denn ich habe keine Lust meinen Namen in einem grausam missglückten Zeitungsartikel wiederzufinden.

Meinen Leser jedenfalls liefere ich nicht solch einen Schund ab.

An alle Journalisten / TV - Leute / etc. - Ich wünsche ein nettes "Alleine Weiterforschen" !

Die 39 verbotenen Tätigkeiten am Schabbat, Teil 2

B"H



18. Einfädeln (leitet sich ebenso vom Spinnvorgang ab)
19. Weben
20. Das Entfernen von Fäden
21. Knoten binden
Am Schabbat sollte, z.B., kein doppelter Knoten beim Schuhezubinden gemacht werden. Ein einfacher Knoten reicht.
22. Knoten aufbinden
23. Nähen
24. Reissen
Hierbei sollte man vor allem beachten, dass am Schabbat keine Buchstaben auf einem Papier eingerissen werden.
25. Fangen / Jagen
Bezogen auf Tiere.
26. Schalchten
27. Enthäuten
28. Salzen, bezogen auf Punkt 29
29. Gerben
30. Glätten
31. Schneiden
32. Schreiben
33. Ausradieren
34. Bauen
35. Ein Gebäude einreissen
36. Ein Licht / eine Kerze ausmachen / ausblasen
37. Ein Licht oder eine Kerze anzünden
38. Einen Job zuende bringen (Beispiel: Eine Gravur in einen Gegenstand machen oder die Fäden eines neu genähten Kleidungsstückes abschneiden).
39. Das Tragen in unterschiedliche Domänen.
Der Talmud Schabbat 2a gibt uns die Halacha der VIER Domänen vor. Gebiete, in denen wir am Schabbat nichts tragen dürfen.


Ich bin dieses Gesetz gar nicht mehr gewohnt, denn in Israel gibt es um jeden jüdischen Ort ein ERUV. Einen Draht (ähnlich der Stromleitung an einem Masten, siehe Bild links), welcher um einen Ort gespannt ist und somit das gesamte Gebiet sozusagen zu meinem Wohnbereich macht. In meinem privaten Wohnbereich darf ich tragen, doch außerhalb dessen nicht. So jedenfalls ist es in der Diaspora. In Israel oder in jüdischen Gebieten wie Williamsburgh / New York verhindert ein ERUV diese Beschränkung und wir dürfen auch draußen tragen.

In der Diaspora hingegen darf man am Schabbat noch nicht einmal einen Schlüssel oder ein Taschentuch in der Hosentasche / Jackentasche tragen, es sei denn, man unternahm spezielle Vorkehrungen. Mir wurde einmal gesagt, dass dazu ein spezieller Gürtel notwendig sei, an welchem man den Schlüssel befestigt.

Aber wie gesagt, in Israel haben wir es da wesentlich bequemer, denn es gibt das Eruv um die Orte.

Was ist wichtiger: Arbeit oder Gebet ?

B"H

In der Bäckerei haben wir seit wenigen Tagen einen neuen Bäcker. Einen jungen Nationalreligiösen. Aber, wie wir es in der Bäckerei so gewohnt sind, tut sich schon ein neues Problem auf:

Der neue Bäcker soll um 6 Uhr morgens mit der Arbeit beginnen, meint jedoch, dass er dies erst später tun könne. So früh am Morgen nämlich will er sein Morgengebet Schacharit sagen. Und das in einer Synagoge zusammen mit einer Minyan (zehn jüdischen Männern).

Die Bäckerei jedoch bietet eine passende Lösung:
Erstens kann er das Schacharit bis ca. 10 Uhr morgens beten und zweitens befindet sich genau hinter unserem Gebäude die Synagoge (samt Yeshiva) des bereits verstorbenen jemenitischen Kabbalisten Rabbi Mordechai Scharabi. Demnach kann der Neue halt im Laufe des Vormittags schnell hinüberspringen und sein Gebet sagen.

Meine Frage lautet:
Was ist wichtiger ? Gebet oder Arbeit ?

Ich denke, dass der Lösungsvorschlag in dem Falle ausreichend ist.

Mal sehen, was sich tut …

Gebete kommen in den Himmel





B"H

Gebete und Klagemauer (Kotel) gehören immer irgendwie zusammen, obwohl man nicht unbedingt an dem Flecken stehen muss, damit die Gebete erhört werden. Sicher macht es der Tempelberg mit dessen Tor zu G - tt leichter, die Gebete an Ort und Stelle (zu G - tt) zu bringen. Gebete aus dem Ausland laufen bekanntlich erst einen Umweg über Israel und dann über Jerusalem in den Himmel.
Insgesamt aber kann ein jeder seine Gebete überall auf der Welt sagen !

Das Backen einer Challah zum Schabbat

rB"H


Das Backen von Challot zum Schabbat.
Was wir auf den Bildern sehen, ist vorweglich das Backen einer chassidischen Challah, welche immer zu einem Zopf geflochten wird. Damit sie am Ende richtig schön glänzt, wird am Eigelb drübergepinselt.













Alle Bilder gibt es hier anzusehen:

http://www.bhol.co.il/news_read.asp?id=13501&cat_id=27

Samstag, November 21, 2009

Eheimport aus Zypern

B"H

In Israel werden grundsätzlich keine Ehen zwischen Juden und Nichtjuden geschlossen und wenn ein "Paar" eine solche Ehe eingehen will, dann muss es zwangsläufig zur Hochzeit ins Ausland. Früher ging man formal auf die Botschaft von Paraguay in Tel Aviv und liess sich dort eine Urkunde ausstellen, doch dem Treiben schob Israel längst einen Riegel vor.


Die Thora verbietet Juden, Ehen mit Nichtjuden einzugehen !
Die Thora und nicht der Staat Israel und gewiss nicht orthodoxe Juden.
Orthodoxe Juden sind überhaupt einigen Israelis ein Dorn im Auge. Mehr aber der ausländischen (auch der deutschen) Presse, denn wir Orthodoxen sind einfach nur nervige Störenfriede. Bekloppt, konservativ, weltfremd - Steinzeit pur.
Diese Aussage kommt zustande, weil die Mehrheit nichts vom orthodoxen Judentum versteht und sich noch nicht einmal anstrengt, etwas zu erfahren. Ein paar negative TV - Berichte reichen und fertig ist die Meinung. Recherche braucht nicht zu sein, denn in Deutschland weiß ja der Medienkonsument eh nix vom Judentum und da kommt es auf den Wahrheitsgehalt nicht weiter an ! Genau so vernahm ich es von einigen Medienleuten, die bei mir Infos suchten.

Wieder einmal berichtet das säkulere Ynet von den Intermarriages (Mischeehen) zwischen jüdischen Israelis und Nichtjuden und wieder einmal nenne ich den Grund, warum Juden und Nichtjuden nicht miteinander heiraten sollen:

Beide Parteien haben unterschiedliche Aufgaben in dieser Welt. Und beide Parteien erhielten von G - tt unterschiedliche Seelen. Diese Seelen miteinander zu verbinden ist unmöglich, selbst wenn eine Ehe oberflächlich glücklich erscheint.

Was mir bei solchen Mischehen in Israel immer wieder neu auffällt ist, dass der jüdische Partner sich stets zu entschuldigen versucht. Nicht unbedingt vor seinem nichtjüdischen Partner. Trifft er auf Juden und die fragen ihn nach seiner Gattin / Gatten, dann kommt oft eine zögende Antwort verbunden mit dem "Ja, aber …". So als wolle sich derjenige mehr vor sich selbst rechtfertigen als vor den Mitmenschen.

Und wie kann man zu einer Ehe gratulieren, wenn die Kinder keine Juden mehr sein werden ? Die Generation geht somit den Bach hinunter !

Viele beschimpfen die Orthodoxen, andere den Staat. Was aber ist mit den Betroffenen, die da nur ihren Gefühlen und nicht dem Verstand folgen ? Und dann deren Rechtfertigungen …
Wieso beschuldigt niemand G - tt, der dieses Gesetz erliess ? Und G - tt tat dies ganz sicher aus einem festen Grund heraus !



Link:

Freitag, November 20, 2009

Schabbat Schalom




B"H

"Totmüde" - so lautet mein derzeitiger Gemütszustand. Der Wetterwechsel, zu lange im Internet gesurft, keinen ausreichenden Schlaf, all das macht einen fertig. Der November ist eh ein trister Monat. Immerhin hat der jüdische Monat Kislev begonnen, was uns jedesmal einen Hauch von Chanukkah, Sieg sowie Spiritualität übermittelt.
Zumindest dann, wenn ich wach bin bzw. wenn mir nicht die Augen zuklappen.

Was wir von der dieswöchigen Thora Parasha Toldot lernen ist, nicht aufzugeben. Unsere Vormütter waren unfruchtbar und gebaren erst nach langer Zeit Kinder. Eine Zeit, in der unendlich viel gebetet worden ist und sie nie aufgaben.
"Hoffnung" so lautet das Stichwort nicht nur in Bezug auf Chanukkah und den Sieg über die Hellenisten. Der Talmud lehrt uns, dass wir selbst dann nicht die Hoffnung aufgeben dürfen, wenn uns der Feind die Schwertklinge an den Hals hält. Immer kann sich alles zum Guten wenden. Was wäre der Mensch ohne die Gabe der Hoffnung ?

Allerdings besinnen sich die meisten Leute immer nur auf G - tt, wenn es ihnen gerade einmal wieder miserabel geht. Aber um das Licht am Ende des Tunnels zu finden, suchen viele die falschen Richtungen. Ich will hier nicht wie ein Prediger klingen, doch sollten wir uns nicht stets auf den Ursprung konzentrieren ? Darauf, wer uns erschuf und warum.
Auf denjenigen, den wir als "G - tt" betiteln.

Stehen die Zeiten schlecht, sind wir schnell dabei, uns an Ihn zu erinnern und nach Hilfe zu rufen. Jeder kann es ruhig zugeben: Man kann noch so säkuler oder atheistisch sein, befindet man sich in Schwierigkeiten und ist hilflos, denkt ein jeder schnell an G - tt.
In guten Zeiten hingegen vergessen wir Ihn schnell wieder.
"Wozu G - tt und wozu beten ?"

Dabei lehrt uns der Talmud, dass wir G - tt für alles Positive sowohl als auch für alles NEGATIVE, was uns wiederfährt, danken sollen.
Man stelle sich selbst als winzigen kleinen Punkt in einem unendlichen Universum vor. Noch so klein, sind wir dennoch alle Teil eines Ganzen; eines g - ttlichen Planes. Deswegen mache sich niemand kleiner als er ist.

"Shabbat Shalom - Gut Schabbes" an alle Leser !

Donnerstag, November 19, 2009

Rebbe Israel Hager (Ahavat Israel) in Karlsbad






Der Vishnitzer Rebbe Israel Hager (Ahavat Israel), 1860 - 1936, in Karlsbad.
Karlsbad war offensichtlich schon in fruehen Jahren antisemitisch eingestellt. Im Gegensatz zu Marienbad.


Aus Wikipedia:

Yisroel Hager was born on August 20, 1860. He was the firstborn son of Rabbi Boruch Hager. He married the daughter of Rabbi Meir Horowitz of Dzikov. In 1875 he moved to his father-in-laws house and studied at great length with his brother-in-law Rabbi Yehoshua of Dzikov. 3 years later he returned to Vyzhnytsia and became very close to his grandfather, Rabbi Menachem Mendel Hager. In 1893 he was appointed as rebbe in Vyzhnytsia. The young rebbe invigorated new life into the chassidus and it attracted many more followers from the surrounding provinces. He established many Talmud Torahs and also a yeshiva to which he appointed his son Rabbi Menachem Mendel as rosh yeshiva. When the First World War broke out he was forced to move to Grosswardein. He lived there until his death in Oradea on 2 June 1936[1]. In 1949, his remains were transferred to Israel and re-interred in Zichron Meir. His sons were Reb Menachem Mendel of Visheve, Reb Chaim Meir, who inherited his fathers position in Grosswardein; Reb Eliezer of Vyzhnytsia; Reb Boruch of Siret and Reb Shmuel Abba who died young. He also had six daughters.