Dienstag, Dezember 28, 2010

Bilder vom berühmten Friedhof in Zfat (Safed) / Nordisrael

B"H

Gewöhnlich bin ich bestimmt alles andere als ein "Friedhofsfan" und somit auch niemand, der ständig zu allen erdenklichen "Kivrei Zaddikim - Gräber bekannter Rabbiner" rennt. Trotzdem muss ich sagen, dass es mir der berühmte Friedhof von Zfat besonders angetan hat. Vermutlich wegen all der Kabbalisten sowie chassidischer Gelehrter, die dort beerdigt liegen.
  
Hier einige Photos aus der viertheiligsten Stadt Israels:



Zfat: Die Altstadt mit den Bergen Merons im Hintergrund.



Ein Synagogeneingang.



Landschaften


Der Friedhof zu Zfat ist voll antiker Gräber. Viele davon sind so alt, dass sie kaum mehr erkenntlich sind und nur noch halbverottete Grabsteine aufweisen. Man könnte kaum glauben, dass es sich einmal um ein Grab handelte. Allerdings bleibt jedesmal eine Portion Mystik hängen, denn es heisst, der Friedhof, bzw. die Lokalität, wurde schon von den Kanaanitern als Begräbnisstätte benutzt. Wer also kann genau sagen, wer dort begraben liegt. Manchmal lässt einen dieses Wissen von Kanaaitischen Grabstätten geradezu erschaudern ...





Photos: Miriam Woelke

Montag, Dezember 27, 2010

In Zfat (Safed) leben ?

B”H

So ganz bin ich von meiner Idee, im nordisraelischen Zfat zu wohnen, noch nicht abgekommen. Schon allein der Arbeit wegen. Als ich jedoch gestern durch die Kleinstadt ging, fielen mir zuviele Leute auf, die einfach nichts tun und das geht mir auf die Nerven, wenn jemand einfach nur so herumhängt.

Momentan bin ich erkältet, doch normalerweise sprudele ich vor Energie, renne herum, sammele Material für meine Artikel und arbeite viel. Zuviel und dann gibt es Tage, an denen mir der Schlaf fehlt.

Dagegen kann ich Leute, die tagaus tagein nichts tun, nicht verstehen. Wahrscheinlich habe ich bei meinem Leben in Tel Aviv zuviel Energie mit auf den Weg bekommen. In Tel Aviv rennt ein jeder wie in New York. Kaum einer sitzt und wartet auf ein Wunder, doch rennt. Rennt, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. 

Jerusalem ist in der Beziehung wieder ganz anders. Gleich ob zahlreiche religiöse oder säkulere Juden, man verlässt sich zu oft auf Wohltätigkeiten. Derlei Leute schlafen, essen, ruhen sich aus, reden, gehen mittags in die Suppenküche, reden, wander herum, ruhen sich aus … Jahrlang ging das System gut, doch seit der weltweiten wirtschaftlichen Misere haben sogar Wohltätigkeitsverbände Probleme, ihre Spendenkonten voll zu bekommen. Es scheint geradezu als suche heutzutage ein jeder nur Spenden. 

Niemals in meinem Leben zuvor habe ich Leute gesehen, die sich so sehr aufs Essen stürzen, wie in Jerusalem. Egal, ob Israeli oder Tourist, ob Yeshiva Student, Seminary Girl oder Otto Normalverbraucher. Wenn es etwas umsonst gibt, wie bei diversen Schabbatessen, dann wird zugelangt. Coca Cola, Huhn oder Schnitzel. Soviel man eben nur kriegen kann; genauso wie bei Reinhard Mey’s “Schlacht ums kalte Bufett”.

All diese Gedanken gingen mir gestern in Zfat durch den Kopf. Freunde warnten mich schon: “Du kennst zuviele Irre und sobald Du in Zfat wohnst, strömen sie alle herbei und fressen Dir den Kühlschrank leer. Schlimmstenfalls stehen sie am nächsten Tag mit ihrem Koffer vor der Tür, suchen Obdach und leben auf Deine Kosten. Falls Du nach Zfat ziehen solltest, dann halte wenigstens Deine Adresse geheim !”
Ich weiss, dass meine Freunde Recht haben, aber meine Adresse in Tiberias halte ich schon vor besagten Leuten geheim”.

Sonntag, Dezember 26, 2010

Basiswissen zum Judentum: Reinkarnierte Seelen und der Grund

Photo: Miriam Woelke

B”H

Basiswissen zum Judentum:
Glaubt das Judentum an Reinkarnationen von Seelen ?
Ja, eindeutig. In der jüdischen Kabbalah wird das Thema sehr ausführlich diskutiert. Hierbei besonders vom mittelalterlichen Kabbalisten, Rabbi Yitzchak Luria, 1534 – 1572.

Zweck einer Reinkarnation ist die Seelenkorrektur, wobei die kabbalistische Lehre der Wiedergeburt der Seele ausschliesslich von jüdischen Seelen spricht. Ob Nichtjuden Reinkarnationen unterliegen, kann ich nicht sagen. In Bezug auf Nichtjuden geht die Kabbalah nur soweit ein als dass sie die Reinkarnation einer jüdischen Seele in einem Nichtjuden als Strafe für die Seele ansieht. Die perfekte Handlung hier wäre wohl eine Konversion zum Judentum, aber wer weiss das genau zu sagen ?

Zur Zeit des Rabbi Luria bis hin zum 18. Jahrhundert und dem bekannten Kabbalisten Rabbi Moshe Chaim Luzzatto war derlei Bestimmung noch zu deuten. Heutzutage aber weiss niemand mehr, ob er als Nichtjude eine jüdische Seele hat oder nicht. Einreden kann man es sich, doch stimmen muss es deswegen noch lange nicht. 

Der Hauptgrund für eine reinkarnierte Seele ist die Korrektur einiger Fehler / Vergehen in einem vorherigen Leben . Ein Jude kann sein ganzes Leben leben, ohne auch nur zu ahnen, was genau er zu korrigieren oder zu verändern hat. Sobald jedoch Probleme bei einer bestimmten Mitzwaherfüllung auftreten, sollte er dies als direkten Hinweis dafür nehmen, weshalb seine Seele reinkarniert wurde (Rabbi Shmuel of Zwolyn).

Samstag, Dezember 25, 2010

Freitag, Dezember 24, 2010

Schabbat Schalom


Sonnenuntergang über den Bergen von Meron / Nordisrael.

Photo: Miriam Woelke

B"H

Das obere Photo nahm ich gestern nachmittag in der nordisraelischen Kleinstadt Zfat auf. Neulich als ich in Zfat übernachtete, wachte ich gegen 3.00 Uhr morgens auf und schaute aus dem Fenster. Was ich sah, konnte ich kaum glauben, denn eine kleine Sternengalaxie am Himmel war so nah zu erkennen als befinde sie sich direkt über dem Dach des Hauses. 

Wahrscheinlich finden wir derlei "Sehenswürdigkeiten" eher in den hohen Bergen als im Flachland, doch mich beeindruckte der Anblick ungemein und sofort schoss mir der Gedanke der "Welterschaffung" durch den Kopf. In meiner spärlichen Freizeit befasse ich mich etwas mit Astronomie und mein Lieblingsthema im Judentum ist die "Welterschaffung von A - Z". 

Ich will niemanden mit Daten aus dem Weltall nerven, dennoch sollten wir in jeder Form von Natur den Erschaffungsprozess erkennen und G - tt danken, dass wir überhaupt leben.

"Schabbat Schalom" !

Donnerstag, Dezember 23, 2010

Die chassidische Thoralesung: Shemot - Exodus


Haredische (ultra - orthodoxe) Synagoge in Jerusalem.
Photo: Miriam Woelke

B"H

Wen die tiefere Bedeutung des Namen eines Menschen interessiert, der lese die chassidische Version der Thoralesung "Shmot" auf meinem englischen Blog:


Zuerst wollte ich den Text ins Deutsche bringen, doch irgendwie passen die deutschen Worte nicht besonders in den Kontext und so beliess ich die Parasha im englischen Original !

Parashat Schmot (Exodus)


B"H

Die Thoralesung für diesen
Schabbat

Kaum jemand dürfte Probleme haben, sich mit der Paraschat Schemot (Exodus) etwas zu identifizieren. Zumindest weiß fast jeder, worum es eigentlich geht: Moshe betritt die Bühne.
Die Tochter Pharaos (lt. der Midrasch lautet ihr Name "Batya") fischt ihn samt einem Körbchen aus dem Nil, Moshe wächst im Hause Pharaos auf, erschlägt im Alter von 18 Jahren einen ägyptischen Aufseher, muß fliegen, heiratet Zippora, die Tochter Yitros, sieht den "Brennenden Dornenbusch" und kommt auf G - ttes Geheiß wieder zurück nach Ägypten, um die Israeliten heim ins Gelobte Land zu führen.

Mit der Thoralesung von Schemot - Exodus beginnen wir also das 2. Buch Moshe. Seltsamerweise wird dieses Buch in anderen Sprachen "Exodus - Auszug" genannt. Im hebräischen Original jedoch heißt das Buch sowie die dieswöchige Parasha "Schemot - Namen". Namen deshalb, weil gleich zu Beginn die Namen jener 70 Israeliten genannt werden, welche mit Yaakov nach Ägypten kamen. Alle seine Familienmitglieder.



Antikes Ägypten

Das erste Buch Genesis (Bereschit) berichtete uns über die Welterschaffung durch G - tt sowie über die Geburt des jüdischen Volkes. Die Geschichte unserer Vorväter ist von immenser Wichtigkeit für uns und das gesamte Buch Genesis gilt als Gründungsstein für das jüdische Volk (Ramban). Das nächsten Buch Exodus beschreibt die Geschichte der Israeliten als Volk (Rabbi Samson Raphael Hirsch).

Bei einem Vortrag hörte ich einmal, dass der derzeitige Papst Benedikt einen Kommentar zum Buch Genesis schrieb und man wunderte sich gewaltig über dessen komplette Fehlinterpretation des gesamten "Buches Genesis". Da sah der Papst Genesis einzig und allein verbunden mit dem Vergehen Adam und Evas (Chava) im Paradies (Gan Eden). Dies verdeutlicht, dass man heutzutage wirklich alles verkaufen kann, auch wenn man völlig falsche Zusammenhänge veröffentlicht. In Genesis geht es um die Geburt des jüdischen Volkes und im Buch Exodus kommt es mit der Vergabe der Thora zum Höhepunkt. Die Juden und die Thora gehen gemeinsam Hand in Hand und beide sind auf ewig miteinander verbunden.

Über die Parashat Schemot zu schreiben ist alles andere als einfach, denn zuviele Themen stehen zur Auswahl. Ich will mich daher auf drei kleine Punkte beschränken und all das, was ich darüber schreibe, ist nur ein kleiner Bruchteil von dem, was es an weiteren Informationen, Kommentaren, Büchern und dergleichen gibt. Die Punkte sind die 70 Familienangehörigen Yaakovs, die nach Ägypten kamen, ein "neuer Pharao" und der "Brennende Busch".

Der mittelalterliche Kabbalist aus dem nordisraelischen Safed, Rabbi Moshe Alshich, stellt in seinem Thorakommentar "Torat Moshe" die Frage, warum die Thora uns zu Beginn dieser Parasha nochmals die Namen der 70 Familienmitglieder auflistet. Seine Antwort lautet, wie zu erwarten, höchst kabbalistisch. Rabbi Alshich nämlich berichtet von bestimmten Kräften in einer jeden jüdischen Seele (Neschama), welche von Generation zu Generation weitervererbt werden. Als die Familienmitglieder Yaakovs nach Ägypten kamen, gaben diese jene Kräfte an ihre Nachfahren weiter. Daher kam es, dass die Mehrheit der Israeliten sich bis zum Schluß ihres Aufenthaltes in Ägyoten niemals assimilierten. Sie behielten ihre Sprache, Namen und ihren Kleidungsstil bei und schämten sich dessen nicht (siehe Midrasch).

Aber nichtsdestotrotz wurden gewissen ägyptische Riten im Lebensstil unternommen und insbesondere in der Chassidut heißt es, dass wenn G - tt sie nicht nach den 210 Jahren in der Diaspora aus Ägypten herausgeführt hätte, die Israeliten komplett in der Versenkung verschwunden wären.

Was aber macht diese bestimmte Kraft in der Seele aus, fragt Rabbi Moshe Alshich weiter. G - tt hatte den Vorvätern angekündigt, dass in jedem Exil der Israeliten, Er selbst (G - tt) mit ihnen ziehen wird. Als die Israeliten mit Yaakov nach Ägypten zogen, zog die Schechinah (Anwesenheit G - ttes) automatisch mit ihnen mit. Egal, wo sich ein Jude befindet, die Schechinah wird immer mit ihm in seiner Seele sein und diese ist es, welche die Seelenkraft ausmacht.

Zum Thema "Diaspora" kommentierte der Baal Shem Tov:

Es gibt zweierlei Arten der Diaspora; die physische und die spirituelle.
Bei der physischen wollen sich die Juden unbedingt den anderen Völkern anpassen, bei der spirituellen aber vergessen sie auch noch ihre Thora. Von daher wiegt die spirituelle Diaspora umso schwerer, was wir in den kommenden Parashot der Thora sehen. Selbst nach vielen Jahren in der Wüste kam in vielen Israeliten immer wieder die spirituelle Diaspora auf und ließ sie an Ägypten denken.

130 Jahre nach der Ankunft der Israeliten in Ägypten wurde Moshe geboren. Kurz zuvor hieß es in der Thora, dass ein neuer König aufkam, der Yosef nicht mehr kannt. Dieser Satz gibt vielen Kommentatoren Stoff zum Nachdenken. Im Talmud Traktat Sotah 11a vertreten die Rabbiner Rav und Shmuel zwei unterschiedliche Meinungen. Einer von ihnen war der Meinung, dass ein gänzlich neuer König regierte und der andere vertrat die Meinung, dass nur seine Erlasse neue Gestalt annahmen. 

Bei der letzteren Stellungnahme sollte nicht davon ausgegangen werden, dass immer noch der gleiche König wie zu Yosefs Zeiten herrschte. Zeitlich wäre dies unmöglich. Vielmehr herrsche dessen Sohn oder Enkel und interessiere sich nicht mehr für Yosef und seine Nachfahren (der Maharal von Prag).

Gehen wir jedoch in die damalige Geschichte des Landes, dann fällt uns etwas ganz Gravierendes auf: Genau zu der Zeit herrschten in Ägypten nicht die Ägypter selbst, sondern ein semitischer Stamm namens HYKSOS. Viele Jahre zuvor hatten die Hyksos das Land überrannt und ihrer Herrschaft unterworfen. So war es möglich, dass Yosef überhaupt erst Vizekanzler werden konnte. Gebürtige Ägypter hätten einen jüdischen Vizekanzler niemals zugelassen, da sie alles aus dem Lande Kanaan abgrundtief hassten und auf dessen Bewohner mit Abscheu herabschauten. Jahre später besiegten die Ägypter die Hyksos und die Zeit der relig. Toleranz war wieder vorbei. Ein neuer Pharao übernahm das Zepter und somit begann die Zeit der Peinigung.

Jahre danach fand sich Moshe vor einem "Brennenden Dornenbusch" wieder. G - tt hatte die Aufschreie der Israeliten unter der ägyptischen Herrschaft erhört und wollte sie aus dem Lande herausführen.

Eine Stelle in der Thora sorgt immer wieder für neue Verwirrung. Nämlich das ein Engel G - ttes dem Moshe in dem "Brennenden Dornenbusch" erschien. Wieso ein Engel und nicht G - tt selbst, wenn dieser eh mit Moshe reden will ?

Den Verlauf der folgenden Handlungen in kürze zu beschreiben, ist fast unmöglich. Moshe stand keinesfalls physisch vor einem "Brennenden Dornenbusch", sondern vielmehr handelt es sich hier um eine Vision, die sich in seinem Kopf abspielte. Moshe war der größte Prophet, den wir jemals hatten und seine Art zu prophezeihen bzw. mit G - tt zu kommunizieren, war einzigartig. Niemand war und ist auf so einem hohen Level wie Moshe. Die Vorväter erhielten ihre Visionen überwiegend in Träumen, nachfolgende Propheten sahen Visionen nur durch einen Vorhang und niemals so klar und deutlich. "Vorhang" ist an dieser Stelle metaphorisch zu betrachten und bedeutet, dass sie Prophezeihungen manchmal nur "verschwommen" aufnahmen. Moshe dagegen sprach mit G - tt zu jeder Zeit von Angesicht zu Angesicht.

Die "Namen G - ttes" sind ein weiteres Thema, was man kaum in wenigen Worten abhandeln kann. Anhand Seiner Namen erfahren wir, was er von uns will und dieses Wissen läßt uns die Mitzwot (Gebote) erfüllen und so eine Verbindung mit ihm eingehen (Rabbi Samson Raphael Hirsch). Ebenso repräsentieren die Namen G - ttes dessen Handlungen, wie z.B. bei der Welterschaffung oder der Beziehung zu Seiner Erschaffung.

G - tt nennt Moshe einige Seiner Namen, wobei dieses selbstverständlich nicht Seine wahren Namen sind, sondern nur eine Angabe, dies es uns ermöglicht, mit einem ansonsten unzugänglichen und für uns unbegreifbaren Wesen wie G - tt eine Verbindung aufzunehmen. Zusätzlich deuten Seine Namen auf die Vergangenheit, die Gegenwart sowie die Zukunft hin und der erste aschkenazische Oberrabbiner Israels, Rabbi Avraham Yitzchak HaCohen Kook, kommentiert hierzu, dass dies eine Andeutung auf die Gültigkeit der Thora mit sich bringt. Die Thora war, ist und wird immer Gültigkeit haben, genauso wie G - tt Seine Vorgehensweisen niemals ändern wird.

Was wir aus dieser Parasha lernen sollen, ist nur allzu offensichtlich. Selbst wenn wir in der Diaspora leben, sollen wir niemals Israel die jüdische Identität aus den Augen verlieren. Gerade die ägyptische Diaspora macht uns klar, wie schnell sich das Blatt wenden kann. Erst geht es den Juden gut und plötzlich finden Pogrome statt und die Bürgerrechte werden drastisch eingeschränkt. Das damalige Ägypten ist ein bis heute aktuelles Beispiel des Antisemitismus.

Schabbat Schalom aus Israel !

Nittel Nacht - Heilig Abend



B"H

Am Freitag, 24. Dezember 2010 (17th Tevet), feiert die christliche Welt Heilig Abend (symbolisch: die Geburt des Juden J.). Juden feiern am morgigen Abend ihren Schabbat und normalerweise ist es in der "Nittel Nacht" - des christlichen Heilig Abend - unueblich Thora zu lernen. Am 24. Dezember gibt es einen chassidischen Brauch von ca. 19.00 Uhr abends bis Mitternacht keine Thora zu lernen. Siehe hierzu auch den "Schulchan Aruch oder den Chatam Sofer).

In vielen chassidischen Gruppen wird diese sogenannte "Nittel Nacht" ganz besonders ernst genommen. Zum Beispiel in Lubawitsch (Chabad), wo in der Regel als Ausgleich Schach gespielt wird.

Kabbalistisch heißt es, dass wir dem falschen Meschiach J. sowie seinen Anhängern durch unsere Thorastudien keinerlei spirituelle Kräfte verleihen sollen. So auch der 5. Lubawitscher Rebbe Shalom Dov Baer (Rashab), 1860 - 1920. Der Rebbe sagte, dass wir nicht unsere Zeit verschwenden sollen, wenn wir einmal keine Thora lernen, sondern Schach spielen. Nicht in allen chassidischen Gruppen herrscht der Brauch, Schach zu spielen (z.B. Vishnitz), dennoch regt das Schachspiel den Intellekt an wie das Thorastudium.


Links:

Details zur Nittel Nacht und der Historie bei "Hirhurim".




Schachspiel in Chabad in der Nittel Nacht 

Mittwoch, Dezember 22, 2010

Das Leben der RUTH BLAU

B"H

Auf meinem englischen Blog beschreibe ich die Lebensgeschichte der RUTH BLAU, der zweiten Frau des einstigen bekannten Neturei Karta Rabbiner Amram Blau. 
Ruth hat eine ganz besondere Vergangenheit: In Frankreich als Christin geboren, Anfang der 50iger Jahre zum Judentum konvertiert (zusammen mit ihrem Sohn Claude), in einen riesigen israelischen Skandal verwickelt gewesen und am Ende heiratete sie den bekannten Mea Shearim Rabbiner Amram Blau.

Wer Englisch kann und wen die Geschichte der RUTH interessiert, der kann HIER nachlesen. Allerdings sollten zuerst Teil 1 + 2 gelesen werden. Die Linkvorgabe ist angegeben.

Warum Rabbi Amram Blau ausgerechnet die Gioret RUTH ehelichte, beschrieb ich vor mehr als einem Jahr im Artikel "Kerut Schafcha".

Basiskonzepte zum Judentum

B”H

Woher weiss ich, was G – tt von mir will ?

Man schaue in die Thora, in welcher G – tt Seinen Willen ausdrückt und mit uns kommuniziert. Juden haben die Aufgabe, die Thoramitzwot auszuführen. Nichtjuden hingegen brauchen keinen Schabbat halten, koscher Essen. Ausser keine Gliedmaßen von einem noch lebenden Tier zu verzehren, denn dieses Gesetz ist Bestandteil der Sieben Noachidischen Gesetze, welche Nichtjuden einhalten sollen. Allerdings sind Nichtjuden weder an die Milch – und Fleischgesetze der Juden gebunden, noch brauchen sie jüdische Feiertage einhalten. Einzig und allein die Noachidischen Gesetze sind für sie von Geltung. 

Wer ist G – tt ?

Hierauf gibt es keine Antwort. Ganz einfach, weil wir keine haben. G – tt ist weder von menschlicher noch irgendeiner anderen Gestalt. G – tt besteht ewig und wird bis in alle Ewigkeiten bestehen. Ein Wesen ohne Form und welches wir mit unserem limitierten menschlichen Verstand nicht in der Lage sind, zu erfassen. Das Einzige, was wir von G – tt wissen, ist Sein Wille (Ratzon) – nämlich die THORA. Demnach sprechen wir eher von G – ttes Willen als von Ihm selbst, da wir Ihn eh niemals intelligenzmässig erfassen können. Allerdings sollte in Betracht gezogen werden, dass G – ttes Wille uns nur auf diese materielle Welt bezogen bekannt ist.



Einweihung einer neuen Thorarolle in ASCENT.



Hat G – tt einen Namen ?

Das Judentum kennt siebzig Namen, unter denen G – tt entsprechend Seiner Handlungen bekannt ist. Als gütiger, erschaffender oder richtender G – tt, zum Beispiel. Die kabbalistische Midrasch “Pirkei d’Rabbi Eliezer” lehrt, dass vor der Erschaffung unseres Universums sowie gesamten Seins allein G – ttes Name existierte. Die Wahrheit jedoch ist, dass G - tt gar keinen Namen hat. Die in der Thora aufgeführten Namen dienen dem menschlichen Verständnis G – ttes. Wir Menschen brauchen etwas zum Anfassen; etwas, was unser Verstand begreifen kann. Das kabbalistische Buch “Sefer Pitchei Shearim” nennt hierzu das Beispiel eines Menschen, dessen Name uns unbekannt ist, doch wir betrachten ihn, aus welchen Gründen auch immer, als einen Helden. Dies kann uns auf der Straße passieren, wo plötzlich ein Unbekannter seine Hilfe anbietet. Wir kennen den Namen nicht, doch, um ihn hinterher besser zu beschreiben, nennen wir ihn “HELD”. Genauso findet dies bei G – tt statt. Er hat keinen Namen, doch benötigen wir Menschen Symbole, die un seine Beziehung zu etwas aufbauen lassen. In dem Fall zu einem ewigen G - tt, den wir nicht kennen, der keinerlei Form oder Materie besitzt und den wir mit unserem Verstand nicht begreifen. Damit wir aber einen Bezug aufbauen, brauchen wir einen Namen, einen Anhaltspunkt. Somit nennen wir G – tt einfach G – tt. 

Gibt es Lebenssituationen, bei denen G – tt machtlos ist ?

Definitiv nicht ! G – tt erschuf alles Bestehende in unserer Welt. Ebenso erschuf G – tt alles Gute und alles Böse. Das Böse erschuf Er, um uns Menschen mit einem “Freien Willen” auszustatten. Es liegt allein an uns, wie wir diesen Freien Willen nutzen. Zum Positiven oder zum Negativen.
Alles auf Erden unterliegt einem bestimmten Zweck und geschieht aus einem ebenso bestimmten Grund. Verstehen wir den Grund nicht, verzweifeln wir oder suchen nach einer Lösung. Nach einer Antwort, die uns zufrieden stellt. Muss die Antwort der Richtigkeit entsprechen ? Nein, den allein G – tt kennt das Ergebnis, das Ziel und den Grund, warum dieses oder jenes so und nicht anders geschieht. 

Gab es schon immer einen G – tt ?

Ja ! Kabbalistische Literatur lehrt uns in ihrer Symbolsprache all die kleinen Details zum Existenz G – ttes. Demzufolge hat G – tt weder Anfang noch Ende. Bedeutet: Er existiert immer und wird immer existieren. Existieren, ohne sich jemals zu verändern. Selbst wenn wir G – tt in unterschiedlichen Handlunsgformen erfahren, Er selber bleibt immer gleich. 

Gab es jemals ein menschliches Wesen, welches intelligenter war als wir heute ? Intelligenter als je ein anderer Mensch ?

Ja, und das war Adam HaRishon – Adam, der erste Mensch. Er war der einzige Mensch, welchen G – tt nicht aus einem anderen Menschen heraus kreierte. Bei Chava (Eva) war dies schon anders, den sie entstand aus dem Adam heraus. Adam HaRishon hatte so hohe Seelen wie kein anderer Mensch. Nur nutzte er diese wenig und folgte in dem Moment seinem Freien Willen, in dem er sich entschied, vom Baum der Erkenntnis (Etz HaDa’at) zu essen. In dem Augenblick verlor Adam seine hohen Seelenlevel und wurde somit sterblich. Die allerhöchste Seelenform, die ihn bis dahin unsterblich gemacht machte, verliess ihn.

Dienstag, Dezember 21, 2010

Bild des Tages


In der Synagoge der chassidischen Gruppe Zanz in Zfat / Nordisrael.

Photo: Miriam Woelke