Freitag, September 25, 2009

Israels Oberrabbinat erlaubt Organspenden

B"H

Eine, in vielen jüdisch - orthodoxen Kreisen eine höchst umstrittene Entscheidung und wie man sich vorstellen kann, stimmt nicht jeder Rabbiner zu:


Was ist mit der Auferstehung der Toten ? Wache ich als Organspender ohne Leber oder Herz auf ?
Der Talmud lehrt metaphorisch, dass jene Toten, die wieder auferstehen von der Sonne geheilt werden, wenn ein Körperteil fehlen sollte.

Wer beabsichtigt, seine Organe nach seinem Tode zu spenden, der sollte sich vor der endgültigen Entscheidung auf alle Fälle an einen professionellen Rabbiner wenden. Sprich an jemanden, der sich mit dem Thema "Halacha und Medizin" allerbestens auskennt !

Kommentare:

  1. Liebe Miriam,
    diesen Entschluß zur Organspende kann ich nur aus ganzem Herzen begrüßen. Als es mir aufgrund eines Nierenversagens (angeborener Nierenschaden) gesundheitlich sehr schlecht ging, mußte ich (1990) noch sehr weit in eine Uniklinik fahren, um 3x wöchentl. für 4 - 5 Stunden per Dialyse entgiftet zu werden. Eines Tages berichtete mir mein Professor, er würde nach Rom fahren, um mit dem Papst über Organtransplantation zu reden. Viele Christen fürchteten um ihre perfekte Auferstehung nach einer Organspende. Inzwischen haben sich die Kirchen zu einer eindeutigen Organspende bekannt (hierzu gibt es auch eine ausführliche Broschüre).
    Organspende rettet Leben, wer weiß das besser als ich. 1992 hat mir ein lieber Mensch eine Niere gespendet und mir ein zweites, einigermaßen gesundes Leben geschenkt. Organspende ist die höchste Form der Nächstenliebe. Meine persönliche Meinung ist daher, Gott - egal wie man ihn nennt - wird es demjenigen lohnen, der sich zu einer Organspende entschlossen hat. Es vergeht übrigens kein Tag, an dem ich nicht dankbar an "meinen" Spender denke.
    Leider überlegen sich die meisten Menschen nicht, dass sie vielleicht selbst einmal in die Lage kommen können, ein Organ zum Weiterleben zu benötigen.
    Margot

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  2. B"H

    Hallo Margot,

    im orthodoxen Judentum gibt es noch laengst keine gemeinsame Auffassung zu dem Thema. Das Rabbanut (Oberrabbinat) machte einen Schritt und so mancher nationalrelig. Rabbiner stimmte schon in der Vergangeneheit gewissen Begebenheiten zu. Wobei dies nicht bedeutet, dass die Nationalrelig. als Ganzes liberaler sind. Ganz bestimmt nicht.

    Man muss halt derzeit immer noch schauen, auf welchen Rabbiner man hoeren will. Die meisten Leute streuebn sich gegen Organspenden, eben wegen der Auferstehung der Toten oder ganz einfach, weil sie befuerchten, ausgeschlachtet zu werden. Wenn da, zum Beispiel, ein Reicher auf eine Niere wartet und man selbst als armes Wuerstchen nicht mehr lange zu leben hat. Wer gibt einem die Garantie, dass da am eigenen Tod nicht nachgeholfen wird ?

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  3. Wie willst du beim Gehirntod nachhelfen?
    Ehrlich, das sind Horrorgeschichten, die immer wieder die Runde machen, aber nichts mit der Realität zu tun haben. Man kann in Dtl. angeben, welche Organe man spenden möchte, so dass man nicht "ausgeschlachtet" wird.
    Und wenn man sich entscheidet keine Organe zu spenden, dann hat man auch nicht das Recht welche zu empfangen.
    Übrigens gibt es einige Israelis, die sich in Deutschland Organe verpflanzen lassen.

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  4. B"H

    Erinnerst Du Dich noch daran als vor der Fuerst von Thurn und Taxis starb ? Der Mann von der Ex - Verrueckten Fuerstin Gloria.

    Damals lag er in einem Muechener Krankenhaus und erhielt zwei Spenderherzen oder wie immer man das auch nennt. Da fragte sich dann schon so mancher, wieso der Herr Fuerst denn so schnell an zwei herzen komme.

    Im Endeffekt verstarb er, weil sein Koerper das neue Herz abstiess.

    Ich glaube, dass fuer Geld fast alles moeglich ist. Vielleicht bezueglich der Organspende eher in Indien oder so, aber wer weiss, wie lange noch.

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  5. Nun, es ist aber nicht möglich, vor dem Einverständnis der Organentnahme die Organverträglichkeit bzw. die Blut und das Gewebe zu typoisieren, daher kann der Fürst nicht mit Absicht plötzlich zwei Herzen bekommen haben, denn das hieße, man hätte einen Menschen, dessen Organe zum Fürsten gepasst hätten, einsperren und ihn dann bei Bedarf töten müssen.

    Nö, das geht nicht so einfach.
    Es gibt Wartelisten, die diejenigen, die am kränkesten sind, bekommen zu erst ein Organ, wenn ein passendes gefunden wird.

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  6. B"H

    Der Fuerst bekam zuerst ein Spenderherz, was aber sein Koerper abstiess. Sein Zustand wurde kritisch und sogleich wurde ein zweites Herz aus (soweit ich mich erinnere) Holland herangekarrt.

    Ich sage nicht, dass jemand in Holland wegen dem Fuersten um die Ecke gebracht wurde, sondern nur, dass Reiche manchmal schon ihre Privilegien haben und so manche offizielle Liste umgehen koennten.

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  7. Eurotransplant hat seinen Sitz in Leiden/Holland. Dort werden die Daten der zur Transplantation angemeldeten Kranken gespeichert und nach Priorität, Blutgruppen etc. eingeteilt.
    Den Hirntod müssen zwei Ärzte getrennt von einander feststellen. Organe ohne Einverständnis des Spenders (Toten) oder seiner Familienangehörigen dürfen nicht entnommen werden. In Österreich ist das anders. Hier muss der Mensch ausdrücklich bekunden, dass er seine Organe nicht spenden will. Tut er das nicht, so können seine Organe entnommen werden.
    Man kann in Deutschland ein Spenderorgan bekommen, auch wenn man selbst keinen Spenderausweis besitzt. Was allerdings die Frage aufwirft, weshalb man sich nicht selbst einen Organspendenausweis zugelegt hat.
    Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, ich wollte trotz meiner schweren Krankheitssymptome kein Organ, das nicht aus freien Stücken gespendet wurde (und ich kenne keinen Betroffenen, der nicht ebenso dachte). Sonst kann man mit dem Organ nicht weiterleben und es käme unweigerlich zu einer Abstoßung.
    Die Geschichten von im Ausland eingesetzten Organen sind gute Märchen. Ohne ärztliche Nachbehandlung (z. B. dauernde medikamentöse Herabsetzung des Immunsystems, um eine Abstoßung zu verhindern) geht das Organ verloren. Mit anderen Worten: Man springt nicht geheilt vom Op-Tisch und kann nach Hause fahren.
    Margot

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