Dienstag, August 17, 2010

Schizophrenische Minyan

B"H


Ein Mann kommt zu einem Rabbiner und fragt:

"Wieviele Männer brauchen wir für eine Minyan ?"

Rabbi: "Zehn jüdische Männer".

Der Mann fragt zurück: "Reichen fünf schizophrenische Männer auch aus ?"

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Den Witz hörte ich von einem Chabad Rabbi im Ascent Hostel in Safed.

Montag, August 16, 2010

Seelenreflektierung

B"H

Vor ca. vierzehn Jahren nahm ich am "Discovery Programme" der litvisch - haredischen (ultra - orthodoxen) Yeshiva "Aish HaTorah" teil. Das Seminar dauerte 1,5 Tage und beinhaltete Vorträge zum Thema "Gibt es einen G - tt ?"
Eine immens wichtige Frage in jüdisch - orthodoxen Seminaren aufgebaut für säkulere Juden oder jene, die sich entschlossen haben, relig. zu werden.
Gegen Ende versammelten sich alle Teilnehmer sitzend in einem Kreis und jeder teilte seine Gefühle mit: Was hat das Seminar dem einzelnen gebracht ? 
Danach wurden wir aufgefordert, einen Brief an uns selbst zu schreiben, welchen Aish ein oder zwei Jahre später an uns sendet. Dann können wir unsere damaligen Gefühle mit unserem heutigen Leben vergleichen und sehen, wie wir unsere Erfahrungen genutzt bzw. nicht genutzt haben.

Obwohl ich nicht mehr genau weiss, was in meinem Brief an mich selbst stand erinnere ich mich dennoch, wie geschockt ich war den Inhalt zu lesen. Genauso erging es mir wieder am letzten Schabbat beim Schabbat Programm des Chabad Hostels "Ascent" in Safed (Nordisrael).

Circa zur gleichen Zeit vor vierzehn Jahren als ich am Aish Programme teilnahm, begann ich bei Chabad (den Lubawitschern) meine ersten Schritte in den Chassidismus. Wobei Chabad an sich hier eher egal ist, denn es hätte jede andere chassidische Gruppe sein können.
Als ich damals die ersten Schritte unternahm, hatte ich bestimmte Vorstellungen von meiner Zukunft. Eine Zeit darauf verliess ich die chassidische Welt, kehrte zurück, ging, kam zurück …
Eine Kette von Verwirrungen, die sich bis heute fortsetzt.

Zwischenzeitlich hatte ich meine Prinzipien beiseite gelegt, lernte neue, andere, Leute kennen und mein Leben änderte sich. Sobald ich jedoch dem Schiur (relig. Vortrag) von Rabbi Shaul Leiter lauschte, kamen urplötzlich all die "alten" Erinnerungen und Lebensvorstellungen wieder auf. Ich fand mich wieder mit der stillen Frage
"Was ist jetzt eigentlich aus mir geworden ?"
Wie ein Spiegel der eigenen Seele aus der Vergangenheit, die nach wie vor präsent ist. Nichts ist Vergangenheit, sondern Bestandteil der Seele und des eigentlichen Daseins. Plötzlich fand ich mich wieder und was nun ? Natürlich werde ich mein Leben um einiges verändern und versuchen, an gewisse Dingen anzuknüpfen. Keine übertriebenen Umschwünge, doch das Leben um einige Grade drehen. Der Monat Elul vor dem Rosh HaShana scheint dazu eh die beste Gelegenheit zu sein !

Victor Frankl

B"H

Man lernt nie aus:

Am vergangenen Schabbat hörte ich zum ersten Mal von Victor Frankl



... We stumbled on in the darkness, over big stones and through large puddles, along the one road leading from the camp. The accompanying guards kept shouting at us and driving us with the butts of their rifles. Anyone with very sore feet supported himself on his neighbor's arm. Hardly a word was spoken; the icy wind did not encourage talk. Hiding his mouth behind his upturned collar, the man marching next to me whispered suddenly: "If our wives could see us now! I do hope they are better off in their camps and don't know what is happening to us."
That brought thoughts of my own wife to mind. And as we stumbled on for miles, slipping on icy spots, supporting each other time and again, dragging one another up and onward, nothing was said, but we both knew: each of us was thinking of his wife. Occasionally I looked at the sky, where the stars were fading and the pink light of the morning was beginning to spread behind a dark bank of clouds. But my mind clung to my wife's image, imagining it with an uncanny acuteness. I heard her answering me, saw her smile, her frank and encouraging look. Real or not, her look was then more luminous than the sun which was beginning to rise.


A thought transfixed me: for the first time in my life I saw the truth as it is set into song by so many poets, proclaimed as the final wisdom by so many thinkers. The truth -- that love is the ultimate and the highest goal to which man can aspire. Then I grasped the meaning of the greatest secret that human poetry and human thought and belief have to impart: The salvation of man is through love and in love. I understood how a man who has nothing left in this world still may know bliss, be it only for a brief moment, in the contemplation of his beloved. In a position of utter desolation, when man cannot express himself in positive action, when his only achievement may consist in enduring his sufferings in the right way—an honorable way—in such a position man can, through loving contemplation of the image he carries of his beloved, achieve fulfillment. For the first time in my life I was able to understand the meaning of the words, "The angels are lost in perpetual contemplation of an infinite glory...." [7]


Another important conclusion for Frankl was:


If a prisoner felt that he could no longer endure the realities of camp life, he found a way out in his mental life– an invaluable opportunity to dwell in the spiritual domain, the one that the SS were unable to destroy. Spiritual life strengthened the prisoner, helped him adapt, and thereby improved his chances of survival.[8]

Sonntag, August 15, 2010

Ein Jude hat zwei Seelen (Neschamot)

B"H


Der Chabad Gründer Rabbi Schneur Zalman von Liadi schrieb in seinem Buch TANYA:

Ein Jude hat zwei Seelen (Neschamot) !

Eine tierische Seele, welche danach strebt, Befriedigung in Essen, Trinken oder anderweitigen weltlichen Gelüsten (Geld, Karriere, teure Klamotten, etc.) zu finden. Die zweite Seele ist die g - ttliche Seele, die danach strebt, der Thora zu folgen.

Besonders jetzt im Monat Elul und wenige Woche vor Rosh HaShana sollte es unsere Aufgabe sein, die g - ttliche Seele walten zu lassen und die tierische weitgehend zu besiegen und nicht immer nur weltlichen Gelüsten folgen.

HALLO und eine tolle neue Woche aus Safed !

B"H

Immer noch in Safed (Nordisrael) bis morgen nachmittag.
Wir hatten einen super Schabbat in unserem Programm in Ascent, dem bekannten Chabad Hostel der Stadt. Man kann  von den Lubawitschern halten, was man will, doch hier in Safed haben sie mit Ascent eine grossartige Einrichtung für den juedischen Outreach fuer Juden geschaffen !

Morgen geht es zurueck nach Jerusalem, doch das anstehende Rosh HaShana werde ich wieder in Safed verbringen.

Ich habe viele Photos gemacht und ausserdem gibt es vieles zu berichten.

Donnerstag, August 12, 2010

Parashat Schoftim - פרשת שופטים


Photo: Miriam Woelke


B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat

An diesem Schabbat geht es recht sprituell zu, denn ich fahre morgen (freitag) hinauf nach Safed. In jenen nordisraelischen Ort, in welchem die Kabalah besonders im 16. Jahrhundert eine immense Rolle spielte. Rabbi Yitzchak Luria, Rabbi Moshe Cordovero bis hin zu Rabbi Yosef Karo, der neben seinen kabbalistischen Studien ebenso den halachischen "Schulchan Aruch" verfasste.

Zu den Chassidim geht es auch: Chabad etwas weniger, dafür aber zu Breslov, Nadvorna und Zanz.

Als ich einige chassidische Kommentare zur Thoralesung SCHOFTIM las, blieb ich schon beim ersten Satz hängen, denn die Chassidim verbinden mit ihm einen herausragenden Gedanken, der besonders jetzt, im Monat der Umkehr zu G - tt vor Rosh HaShana, dem Monat ELUL, von einzigartiger Wichtigkeit ist. In der Thora weist G - tt uns an, Richter und Polizisten (eine Exekutive) zu ernennen. Richter sollen an den Stadttoren sitzen und alle richten, die zu ihnen kommen. Raschi interpretiert die Aussage wörtlich, doch die Chassidim sowie der Kabbalist Rabbi Yitzchak Luria (1534 - 1572) blicken in den verborgenen Teil des Gebotes.

Da wird uns jetzt im Elul auf das in einem Monat stattfindende jüdische Neujahrsfest vorbereiten sollten, da G - tt die gesamte Welt auf ein weiteres Jahr hin richtet, hier eine kleine Auswahl an Kommentaren:

"Schoftim ve Schotrim Titen Lecha be'kol Schearecha …"

Richter und Polizisten (Exekutive) sollen an alle Stadttore entsandt werden, wo sie ihres Amtes walten.

Diese Mitzwah (Gebot) ist durchaus genauso zu verstehen, aber wie wir wissen, beinhaltet die Thora viel Verborgenes:

Der Thorakommentator MAGEN AVRAHAM meint, dass der Mensch nicht einfach so wie alles andere Existierende auf dieser Welt erschaffen worden ist. Der Mensch beinhaltet diverse Kräfte aus einer oberen spirituellen Welt. Er kann höhere Seelenlevel erreichen und ist nicht wie ein Tier, welches dem Instinkt folgt. Der Mensch besitzt Weisheit (Chochmah) und sollte diese nutzen um sich selbst zu richten. Um G - tt näherzukommen, muss man einiges tun und eine Aufgabe davon ist, sich anhand der Thoramitzwot zu perfektionieren. 
Nichtjuden tun dies anhand der Sieben Noachidischen Gesetze !

Was habe ich falsch gemacht ?
In einer gewissen Art und Weise richte ich mich so selbst, in dem ich meine Weisheit nutze und in mich schaue. Danach fahre ich die Exekutive auf und versuche für mich persönlich positivere Wege zu finden.

Der chassidische Rabbi Zaddok HaCohen von Lublin schreibt in seinem Kommentar "Pri Zaddik" Ähnliches. "Richter und Polizisten gebe Dir an jedem Tor …". Das Wort LECHA - DIR SELBST taucht in dem Satz auf. Nicht nur, dass die Richter richtend an den Stadttoren sitzen, nein, die Mitzwah spricht uns genauso individuell an. "LECHA - DIR".
Meine Aufgabe ist es als Exekutive über mich zu wachen, damit ich keine falschen Wege einschlage. Wie tue ich das ? Indem ich nicht nur Thora lerne oder mich mit relig. Angelegenheiten befasse, sondern dazu eine "Yirat Schamaim" aufkommen lasse. Den Respekt vor G - tt und den Willen, etwas zu tun bzw. einzuhalten.

Rabbi Yitzchak Luria meint, dass jeder Jude seine eigenen "Tore" reparieren muss. Das "Tor des Sehens" zum Beispiel. Wo schaue ich hin ? Nutze ich meine Augen im negativen Sinne ? Wie nutze ich meine Sprache ? Nutze ich alle die mir gegebenen Fähigkeiten zum Positiven oder Negativen ? Ich denke jeder von uns kann das sehr gut selbst für sich beantworten.

Rabbi Kalonymus Kalman HaLevi Epstein schreibt in seinem berühmten Kommentar "Maor veSchemesh":
Passe immer auf Deine Taten auf. Schaue, was Du tust und auf das, was Du denkst. Versuche, Dich auf das Gute zu konzentrieren und nicht dem Negativen zu folgen.

Mit diesen Worten: "Schabbat Schalom" an alle Leser !

Die sephardischen Juden begannen mit ihren SELICHOT Gebeten



B"H

Die sephardischen Juden begannen in der vergangenen Nacht mit ihren SELICHOT Gebeten vor Rosh HaShana. Da ich gestern nacht arbeitete, hörten meine sephardischen Kollegen und ich im Radio  eine Live - Übertragung eines sephardischen Gebetsservices. Die Melodien sind manchmal gewöhnungsbedürftig, doch hat mir die Übertragung sehr gefallen !




Hier einige Photos von sephardischen Juden beim SELICHOT beten.









Alle Photos gibt es hier:

http://www.bhol.co.il/news_read.asp?id=6757&cat_id=1

Dienstag, August 10, 2010

Monatsbeginn ELUL

B"H

Heute und morgen feiern wir in der jüdischen Welt den Monatsbeginn ELUL. Nein, kein Feiertag, sondern es wird ganz normal gearbeitet; stets jedoch mit dem Bewusstsein, dass heute ein neuer Monat im jüdischen Kalender beginnt.

Der ELUL ist der Monat vor Tischrej (Tischre'i) und somit der Monat vor dem jüdischen Neujahrsfest "Rosh HaShana". Es war am Rosh Chodesh Elul (Monatsbeginn Elul) als Moshe auf den Berg Sinai stieg, um G - tt um Vergebung in Bezug auf das Vergehen der Israeliten mit dem Goldenen Kalb zu bitten. Vierzig Tage später kam Moshe vom Berg herunter. G - tt hatte vergeben und Moshe zugleich das zweite Paar Gesetzestafeln (Luchot) mit auf den Weg gegeben. Bei diesem Tag handelte es sich um den 10. Tischre'i, den wir als YOM KIPPUR (Versöhnungstag) kennen und welcher gleichzeitig der höchste jüdische Feiertag ist. In diesem Jahr (Mitte September) ist der Yom Kippur ein Schabbat. Der einzige Tag, der den Schabbat bricht und wir am Schabbat fasten. "Schabbat Schabbaton" - Wir fasten am Yom Kippur, obwohl wir ansonsten am Schabbat die Mitzwah haben zu essen und nicht fasten sollen.

Vor dem am 8. September beginnenden Rosh HaShana sind wir angehalten, "Teschuva" zu begehen. Heisst, wir sollen unsere Missetaten vom ausklingenden Jahr ernsthaft bereuen und Besserung geloben.

Ab morgen (dem zweiten Tag des Rosh Chodesh) wird ebenso in den Synagogen das "Schofar - Widderhorn" geblasen. Die Töne des Schofar sollen die Teschuva (Umkehr zu G - tt) in uns erwecken. Das Schofar im Monat Elul ist ein Brauch (Minhag) und hat keinen biblischen Ursprung !

Laut dem Chabad - Buch "Sha'arei HaMoadim" gibt es am Rosh Chodesh Elul den Minhag (Brauch) das Mizmor "Le'David Uri …" zu beten. Dieses Gebet wird ab dem ersten Tag des Elul gebetet.

Der Ramban (Nachmanides) schreibt, dass das eigentliche Wort ELUL kein hebräisches Wort ist, sondern aus dem antiken Babylon stammt.
Als Begründung nennt das Buch "Sha'arei HaMoadim" ein äußerst kabbalistisches Konzept: Da Juden die Aufgabe des "Tikun Olam - Eine Seelenkorrektur der ganzen Welt" haben, sollen auch hier die 70 Sprachen der Welt (siehe "Migdal Bavel - der Turm von Babylon" zur Zeit Nimrods) in die Welt der "Keduscha - Heiligkeit" erhoben werden und deswegen werden auch schon einmal Monatsnamen aus fremden Sprachen wie Elul oder Nissan (im April) übernommen. Alles auf dieser Welt beinhaltet immer etwas Gutes und das Gute aus den ausländischen Worten wird bei der Verwendung herausgezogen und in die oberen spirituellen Spähren befördert.

Der falsche Messias von Tel Aviv

B"H

"Jerusalem Syndrom" - so mag es ausschauen. Touristen, die nach Israel kommen und hierzulande vollkommen unerwartet durchdrehen. Die berühmtesten Beispiele sind wohl das "sich für den Meschiach halten" oder singend bzw. tanzed herumlaufen.

Wie auch immer sich der Syndromisierte verhält, in Jerusalem ist nichts unmöglich und man schaut schon gar nicht mehr hin, wenn ein Irrer durch die Stadt läuft. Die Mehrzahl der Verwirrten sind eh Israelis, denn unser Gesetz ist leider so verankert, dass viele Geisteskranke nicht im Institut, sondern auf freiem Fuss landen. Ganz einfach, weil sie nicht gefährlich rabiat werden.

Irre Touristen gibt es genügend. Meist fanatische Christen, die eine Vision gehabt haben und nun meinen, von G - tt gesandt worden zu sein. Nicht selten streiten sie sich in diversen Hosteln der Altstadt wie, u.a., im Petra - Hostel am Jaffa Tor, wer denn nun den besseren Draht zu G - tt hat. Wer der bessere Prophet oder Meschiach sei. Wer welche Vision hatte und ob man denn die christlich - fanatisch üblichen "Tongues - Zungen" spreche. In einer wirren selbst erfundenen Sprache reden, um irgendwie zu beten. Das Konzept ist total daneben, wird aber praktiziert.

Das Photo zeigt einen Russen, der schon einige Zeit lang in Tel Aviv unterwegs ist. Er meint, er sei der falsche Meschiach J. und scharrt seine zwei "Jünger" oder besser gesagt "Bouncer" um sich herum. Neulich vernahm ich, dass er verprügelt worden sein soll, doch am vergangenen Freitag nachmittag sass der russische Meschiach wieder auf seinem Stammplatz vor dem Carmel Markt / Nachalat Binyamin.


 

Photo: Miriam Woelke

Montag, August 09, 2010

Schabbat in Safed




B"H


Going to Safed an diesem Schabbat !


Safed ist eine Kleinstadt nördlich von Tiberias. Die berühmteste Persönlichkeit der Stadt dürfte der ARI (der Kabbalist Rabbi Yitzchak Luria, 1534 - 1572) gewesen sein. Nicht aber zu vergessen weitere Berühmtheiten wie die Kabbalisten / Rabbiner Rabbi Moshe Cordovero, Rabbi Moshe Alshich, der grosse Rabbi Joseph Caro oder Rabbi Shlomo HaLevi Alkabetz (er schrieb das Schabbatlied "Lecha Dodi").







Die Synagoge des Rabbi Yitzchak Luria.


Nicht allzu weit weg befindet sich Meron; der Ort, an welchem der talmudische Rabbi Shimon bar Yochai beerdigt liegt !




Der berühmte Friedhof in Safed.


Besonders Chabad und die Chassidut Breslov sind in Safed aktiv! Nebenbei leben dort jedoch noch viele weitere Chassidim.



Link:

Tsafed (Safed) Kabbalah

23. Klezmer Festival in Safed

B"H


Von morgen (Dienstag) bis einschliesslich Donnerstag findet im nordisraelischen Safed das 23. Klezmer Festival statt. Klezmer überall in den Strassen und die Aufführungen sind alle umsonst ! Ich plane einen Schabbat in Safed, muss jedoch noch sehen, wann wo Platz zum Übernachten ist.


http://www.safed.co.il/2010-klezmer-festival.html


Rosh Chodesh Elul - ראש חודש אלול



"Der König ist im Feld - HaMelech Ba'Sade" - In diesem Monat ist G - tt so zugänglich wie nie !


B"H

Heute abend sowie morgen und übermorgen (Mittwoch) begehen wir Rosh Chodesh
Elul (אלול), den Beginn des jüdischen Monat Elul.

Der jüdische Monat Elul ist der wichtigste Monat des Jahres überhaupt, leitet er doch die Umkehr (Teschuva) zum bevorstehenden jüdischen Neujahrsfest (Rosh HaShana) ein. Aus dem Grund wird der Elul auch der Monat der Teschuva (Umkehr) oder Monat der Rachamim (Gnade) genannt.

Am Rosh Chodesh Elul stieg Moshe das dritte Mal auf den Berg Sinai, nachdem ihn G – tt dazu aufgefordert hatte. Bei seinem ersten Aufstieg erhielt er das erste Paar der Gesetzestafeln, welche er nach seinem Abstieg am 17. Tammuz zerstörte. Nämlich in dem Moment als er das Goldene Kalb sah. Gleich darauf stieg Moshe zum zweiten Mal auf den Berg Sinai, um G – tt zu überreden, die Sühne (Teschuva) der Israeliten anzunehmen und sie keinesfalls zu zerstören. Nun sollte Moshe ein drittes Mal aufsteigen, um das zweite Paar der Gesetzestafeln in Empfang zu nehmen. 40 Tage später, am Yom Kippur, wird er mit den neuen Gesetzestafeln wieder herabsteigen.

Keine jüdisch – orthodoxe Richtung legt soviel Wert auf den Satz aus Shir HaShirim 6:3: "HaMelech BaSadeh – The King is in the Field – Der König ist im Feld", wie der Chassismus.

Gemeint ist damit G – tt, der laut dem Baal Shem Tov, im Monat Elul am leichtesten für uns zugänglich ist. In der Zeit des Elul ist G – tt uns am nächsten und wenn wir nur unsere Vergehen bereuen, ist Er leichter bereit uns anzuhören und zu vergeben. Dies sollte unser Ziel sein im Elul, denn am 1. Tishrei, des folgenden Monat, ist Rosh HaShana, der Tag, an dem die ganze Welt gerichtet wird. Dann entscheidet G – tt für ein weiteres Jahr über die Zukunft unserer Welt und und Menschen. Wie wird dann das neue Jahr für uns aussehen ? Erfolgreich, weniger erfolgreich, werden wir gesund bleiben, genügend Einkommen haben, wird Frieden herrschen, etc. All das wird an Rosh HaShana entschieden. Für Juden spielt der Yom Kippur am 10. Tishrei eine weitere Rolle bezüglich des Gericht G – ttes. Für Nichtjuden ist dagegen Rosh HaShana allein der alles entscheidende Tag.

Ein Minhag (Brauch) vom Baal Shem Tov war es, im gesamten Elul täglich Psalm 27 zu beten. Sieben Mal, wenn ich mich recht erinnere. Laut Chabad (Shaarei HaMoadim) sollte man im Monat Elul täglich drei Kapitel Psalmen beten und natürlich Thora lernen, um G – ttes Gnade zu erwecken. Elul ist die große Zeit der Hitbodedut, heißt, man soll sich täglich für eine Stunde (kann auch weniger oder mehr sein) zurückziehen und das Gespräch mit G –tt suchen. Wie erwähnt, ist G – tt im Elul leichter zu erreichen. Außerdem hat Elul die Kraft, all unsere Vergehen des gesamten Jahres rückgängig zumachen, wenn wir nur bereuen (Teschuva machen), so der Sefat Emet der Chassidut Gur und dessen einstiger Rebbe. Eine weitere Vorbereitung, Teschuva zu tun und sich so auf Rosh HaShana vorzubereiten ist Zedakah (Spenden) an Bedürftige zu geben.

Die sephardischen Juden beginnen im Elul ihre Selichot – Gebete, welche ebenso zur Gnade G – ttes aufrufen. Auch wird das Schofar (Widderhorn) geblasen. Allerdings in jüdischer Tradition mit bestimmten Tönen und einer vorgeschriebenen Anzahl, auf die ich zum Thema Rosh HaShana in einigen Wochen eingehen werde.

Ashkenazische Juden beginnen mit den Slichot – Gebeten wesentlich später, nämlich am Mozzaei Schabbat (Schabbatausklang) vor Rosh HaShana. Die Selichot müssen NACH Mitternacht gebetet werden. Laut dem Jerusalemer Breslov – Rabbiner (Rabbi Peretz Auerbach) können sie NICHT vor Mitternacht gebetet werden.

Im Sefer Yetzirah (Book of Creation) heißt es, dass der hebräische Buchstabe des Monat Elul das YUD י ist. Das Yud י sieht allgemein aus wie ein kleiner Punkt und dieses Yud symbolisiert G - ttes Erschaffung der Welt mit Weisheit. In der Kabbalah wird das Yud י mit Chochmah (Weisheit) gleichgesetzt. G – tt erschuf unsere Erde als Punkt. Zuerst entstand ein Punkt, der Even HaSchtiah, der Gründungsstein unter dem Altar des Ersten und Zweiten und hoffentlich bald auch Dritten Tempels. Der winzige Punkt began sich allmählich auszubreiten, bis er unsere Welt formte.

Der israelitische Stamm des Elul ist Gad, das Sternzeichen ist die Jungfrau, das Organ ist die linke Hand und der menschliche Sinn ist das Handeln. Handeln deshalb, weil wir Teschuva begehen sollen und dafür ist die Handlung notwendig. Sprich, das Bereuen und um Vergebung bitten. Das Sternzeichen der Jungfrau im Elul stellt gleichsam einen Bezug zur Teschuva (Umkehr zu G – tt) dar. Wer seine Vergehen im Elul bereut und aufrichtig plant, sein Leben zum Positiveren auszurichten, der kann symbolisch betrachtet den Zustand einer Jungfrau erreichen. Genauso unerfahren wie eine Jungfrau; ohne jeglich Vergehen auf dem Sündenkonto, denn wer ernsthaft Teschuva macht, dem kann alles vergeben werden. Vielleicht sei zu erwähnen, das "alles" nicht tatsächlich "alles" bedeutet, denn, wie wir wissen, gibt es Vergehen, die seitens G – tt niemals richtig vergeben werden können. Zusätzlich ist direkte Vergebung im Judentum von besonderer Bedeutung. Heißt, wir müssen schon die jeweiligen Mitmenschen persönlich um Verzeihung bitten und nicht zu G – ttes Gnade erbitten. Real bedeutet dies, dass man einen Mitmenschen im Falle eines Vergehen mindestens dreimal um Vergebung bitten muß. Ist danach die Gegenseite immer noch zu keiner Vergebung bereit, so zählt eine dreimalige aufrichtige Bemühung seitens G – tt dennoch als vergeben und von nun an muß die nicht vergebende Gegenseite mit der eigenen Entscheidung leben.

Wer sich in Jerusalem befindet, der wird tags und auch nachtsüber die Klagemauer (Kotel) voll Menschen finden. Elul ist ein so intensiver Monat, den man unter allen Umständen nutzen sollte.

Ein ganz wichtiger Tag ist der 18. Elul, denn dies ist der Geburtstag des Baal Shem Tov.

Ich wünsche allen eine gute Vorbereitung auf Rosh HaShana und einen erfolgreichen Monat Elul – Chodesh Tov - חודש טוב.


Blasen des Schofar (Widderhorn)
Quelle: Chabad

Jerusalems Grosse Synagoge





Die Grosse Synagoge (rechts) mit dem dazugehörigen HEICHAL SHLOMO in der King George Street. Früher war im Heichal das israelische Oberrabbinat (Rabbanut) untergebracht, heute dient das Gebäude weitgehend als Restaurant oder für diverse Veranstaltungen wie Konzerte oder Vorträge. Ein weiteres Restaurant befindet sich im Erdgeschoss der Grossen Synagoge, welches überwiegend für Hochzeitsessen genutzt wird.



Photos: Miriam Woelke

Ist der Schauspieler HARRISON FORD Jude ?

B"H

Ist der Hollywood - Schauspieler HARRISON FORD Jude ?

Die Antwort lautet JA, denn seine Mutter stammt aus jüdischem Hause und seine Grosseltern mütterlicherseits wanderten aus Minsk in die USA ein. Seine Grosseltern väterlicherseits stammen aus Deutschland bzw. sind Irish Catholic. Harrison Ford sagt von sich, dass er sich "irisch: fühle, sich jedoch als "jüdischer" Schauspieler verstehe.

Sonntag, August 08, 2010

Eine Mitzwah für eine Drogenabhängige ?

B"H

Gestern abend verbrachte ich mit einer Freundin einige Zeit in Tel Aviv's IN Gegend "Rothschild Boulevard". Rothschild, dort wo die Wohlhabenden wohnen oder zumindest jene, die wert darauf legen, sich als solches auszugeben.
Plötzlich tauchte eine Frau auf, welche einem halb verhungerten KZ - Opfer glich. Halb geistesabwesend torkelte sie herum und ging auf verschiedene Leute zu, um sich Geld zu erbetteln. Ohne viel Kraft ging sie herum in ihren alten schwarzen Schuhen, die sie sicher irgendwo aus dem Mülleimer gezogen hatte.

Ich gab ihr etwas mehr als einen Schekel, denn ich wusste nicht, ob ich nun einem Junkie Geld geben soll oder nicht, denn wir wissen ja alle, wohin das Geld fliesst. Meine Freundin dachte die ganze Zeit darüber nach, ob wir die Frau nicht lieber irgendwo zum Essen einladen sollen. Wir dachten nach und dachten nach und irgendwann war die Frau verschwunden. Den Abend über dachten wir immer noch nach, ob wir ihr lieber eine Mahlzeit hätten kaufen sollen oder nicht.

Wie hättet Ihr reagiert ?

Freitag, August 06, 2010

Schabbat Schalom


Konzertankündigung für den haredischen Sänger Avraham Fried.

Photo: Miriam Woelke


B"H

Dieser Schabbat in Tel Aviv wird weniger angenehm, denn es ist drückend heiss und vor allem schwül. Selbst am Abend kühlt es sich nicht ab, denn dann hängt die Meeresfeuchtigkeit wie eine Glocke über der Stadt.

Gestern durchwanderte ich wieder einmal Tel Aviv - Süd und traf auf Gegenden, von denen ich gar nicht wusste, dass sie existieren. Vollgepackt mit illegalen Gastarbeitern, besoffenen Afrikanern sowie Junkies. Die Regierung sollte schnellstens etwas unternehmen, das Chaos zu stoppen, damit Israel seinen jüdischen Charakter behält. Aber dazu mehr in der kommenden Woche auf meinem "Jerusalem - Blog" ! Samt Photos von einem unbekannten Tel Aviv.

Ich bekomme heute Besuch aus Jerusalem und werde Freunde Tel Aviv zeigen. Viel herumlaufen und irgendwann völlig platt und verschwitzt darniederliegen.

"Schabbat Schalom" an alle Leser !

Donnerstag, August 05, 2010

Parashat Re'eh


Photo: Miriam Woelke

B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat

Bevor wir mit der eigentlichen Thoralesung beginnen:
Wonach werden eigentlich die jeweiligen Wochenabschnitte benannt ? In dieser Woche, zum Beispiel, sehen wir das Wort "Re'eh".
Antwort: Die jeweilige wöchentliche Thoralesung am Schabbat ergibt sich vorwiegend aus dem ersten oder einem der ersten Wörter der jeweiligen Parasha. In dieser Woche finden wir das Wort "Re'eh - Siehe" als erstes Wort der Parasha.

Immer und immer wieder läßt G - tt uns durch Moshe im Sefer Devarim (Deutoronomy) wissen, wie wichtig es für Juden ist, die Thoramitzwot (Gesetze) einzuhalten. Halten wir sie ein, so geht es uns gut, wir leben in Wohlstand und Frieden und natürlich in unserem eigenen Land Israel. Halten wir G - ttes Gesetze nicht ein und wenden uns von Ihm ab, dann wird Er uns unter den Völkern verstreuen. Auch die Parashat Re'eh beginnt mit diesen Warnungen. Eine ganz wichtige Warnung, die von G - tt immer wieder in der Thora Erwähnung findet, ist der Götzendienst. Niemals sollen wir uns von dem EINEN alles regierenden G - TT abwenden und stattdessen anderen Göttern dienen.

Gleich zu Beginn der Parasha gibt uns G - tt einen Segen und einen Fluch, wobei natürlich der Götzendienst eine große Rolle spielt. Wenn wir Gutes tun, dann geht es uns gut und beim Gegenteil geschieht etwas Negatives. Der "Ohev Israel" (Rabbi Avraham Yehoshua Heshel von Apta) sowie Rabbeinu Bachya verweisen hierbei auf unsere individuelle freie Wahl im Leben. Als G - tt unsere Welt erschuf, kreierte Er uns so, dass wir selbst im Leben entscheiden können, was für Menschen wir werden. G - ttesfürchtig oder das Gegenteil. All das liegt in unserer eigenen Hand und wir haben dafür die Verantwortung zu tragen.

"Re'eh Anochi Noten Lifnejchem Hayom Bracha u'Klalah - Siehe, Ich gebe Euch heute Segen und Fluch".

Normalerweise benutzt G - tt das Wort "Anochi", wenn er von sich selber in der ICH - Form redet. "Anochi" bedeutet "Ich"; allerdings wird es nur in Bezug auf G - tt verwendet. Zum Beispiel gibt es kaum einem Menschen, der von sich in der ICH - Form als "Anochi" redet.

Der Thorakommentator Baal HaTurim merkt an, dass G - tt hier in der absoluten Einzahl redet. Viele Male finden wir in der Thora, dass G - tt anscheinend im Plural "E - lo - him" von sich redet, wobei G - tt selber NICHT zum Plural wird, sondern sich IMMER im SINGULAR befindet ! Was bei E - lo - him angesprochen wird, sind G - ttes unterschiedliche Kräfte, mit denen Er uns und die Welt regiert.
In diesem Falle aber spricht G - tt in der Einzahl jeden einzelnen Juden an. A la "Schaut auf die Zehn Gebote", denn von ihnen geht alles andere aus. Und, so der Baal HaTurim weiter, beginnt das allererste Wort auf den Gesetzestafeln (Luchot) mit ANOCHI:

"Anochi A - do - nai E - lo - hej - chem …"
"Ich bin der Herr Euer G - tt …"

Von G - tt allein ging jegliche Schöpfung aus und Ihm allein sollen wir dienen.

Zum Wort "Re'eh" kommentiert Rabbi Samson Raphael Hirsch:
"Siehe" - Dies bezieht sich auf jene Generationen, die das Land Israel besiedeln werden. Die Juden müssen ihre Zukunft der Thora entsprechend gestalten. Das Entsagen von jeglichem Götzendienst bedeutet gleichzeitig eine Anerkennung der Thora. G - tt ist EINE EINZIGE EINHEIT ! Der Glaube an EINEN G - tt !
Götzendienst, lt. Rabbi Hirsch und weiteren, besteht schon in dem Moment, sobald G - tt in unterschiedliche Einheiten aufgeteilt wird.

Am Montag abend beginnt der "Umkehr - Monat" ELUL. Wie in vorherigen Artikeln angedeutet, ruft uns der Monat ELUL zur Umkehr (Teschuva) zu G - tt auf, denn am Rosh HaShana (Beginn am Abend des 8. September) wird die gesamte Welt auf ein weiteres Jahr von G - tt gerichtet. Juden erhalten ihr letztes "Gericht" am nachfolgenden Yom Kippur (Beginn am Abend des 17. September).

Vielleicht beeinflusst die Thoralesung RE'EH ja den ein oder anderen zum Rosh Chodesh Elul am Dienstag und Mittwoch. Der einstige Rebbe der Chassidut Gur, der Sefat Emet, schreibt, dass der Elul der Monat des WILLEN (RATZON) ist. Innerhalb G - tt und Seinem Wesen findet niemals eine Veränderung statt ! Ferner steht G - tt über der Zeit, denn Er nicht an sie gebunden (wie wir Menschen), da Er sie ja erschuf.
Der Wille, G - tt näherzukommen. In dieser unserer materiellen Welt sowie in Bezug auf die Oberen spirituellen Welten, denn Juden besitzen die Aufgabe, diverse Seelenkorrekturen (Tikkunim) vorzunehmen. Wie ? Anhand der Mitzwoterfüllung.


Der hier angesprochene Segen bezieht sich auf die Gnade G - ttes (Rachamim) und der Fluch wiederum bezieht sich auf den richtenden G - tt (Din). Mit eben jenen zwei "Charaktereigenschaften" erschuf Er auch die Welt (Rabbeinu Bachya). Vor allem die Kabbalah beschreibt das Zusammenspiel jener zwei Charaktereigenschaften. Hätte G - tt die Welt nur mit Gnade erschaffen, dann müsste Er dementsprechend nur Gnade walten lassen, was ein ausgewogenes Leben für uns unmöglichte. Wir köönnten soviele Sünden begehen, wie wir wollen und bräuchten uns keinerlei Gedanken über Bestrafung zu machen, denn es herrscht ja nur Gnade. Hätte G - tt dagegen die Welt nur mit der richtenden Eigenschaft Din erschaffen, dann sehe es anders aus. Bei jedem sündhaften Gedanken werden wir sofort gerichtet und fallen auf der Stelle tot um.

Beides allein funktioniert niemals. Bestrafungen müssen gleichzeitig unter einer gewissen Gnade stattfinden und genauso muß in der Gnade auch eine Art Din vorhanden sein. Der große Kabbalist, Rabbi Yitzchak Luria, hat in seiner Lurianischen Kabbalah dieses Zusammenspiel von Rachamim und Din erst richtig begreifbar gemacht. Zusätzlich findet dieses Zusammenspiel innerhalb der Thora in verschiedenen Namen G – ttes Erwähnung.

Auch unterscheiden die Kabbalah genauso wie die Chassidut zwischen unterschiedlichen Leveln der Ausführung der Mitzwot. Manche führen sie nur aus, weil es so geschrieben steht, andere wiederum mit Freude und andere, weil sie gezwungen werden oder Angst vor Bestrafung haben. Wie sich sicherlich jeder denken kann, wird der Ausführung mit Freude die größte Belohnung beigemessen. Der Ohev Israel sowie Rabbi Elimelech von Lizhensk (im Buch Noam Elimelech) sagen uns, wie genau wir einen hohen Level bei der Mitzwot - Ausführung erreichen. Nämlich indem wir sie mit Kavanah (Konzentration) und Keduscha (reinen Gedanken) ausführen und nicht im gleichen Moment an unsere g - ttliche Belohnung denken. In dem Moment, wo ich, z.B., einem Mitmenschen helfe, sollte ich nicht die Belohnung im Hinterkopf haben oder daran denken, was mir das jetzt einbringt. Im Judentum heißt es, dass die Belohnung für eine Mitzwah immer eine neue Mitzwah ist ("Mitzwah goreret Mitzwah").

G - tt gab uns das Land unter der Bedingung, dass wir Seine Gebote und Seine Thora einhalten. Kein anderes Land auf der Erde wurde einem Volk unter diesen Bedigungen gegeben. Rabbi Samson Raphael Hirsch schreibt, dass erst die Erfüllung der Mitzwot den Juden zu einem Ganzen machen und wir uns selbst anhand von jeder Mitzwah segnen.

Weiter heißt es in der Thora: "Und sollte unter euch ein Prophet oder ein Träumer auftauchen und euch Zeichen und Wunder tun, glaubt ihm nicht…. Er soll zum Tode verurteilt werden". Und weiter: "Glaubt selbst nicht euren Angehörigen, wenn sie euch zum Götzendienst überreden wollen".

Als ich das las, stellte ich mir die Frage, wie jemand denn zwischen einem richtigen Propheten und einem Schwindler unterscheiden soll. Theoretisch könnte die Aussage in der Thora auf fast alles zutreffen.
Aber im Judentum richten wir neben der schriftlichen Thora genauso nach G - ttes mündlicher Ueberlieferung der Gesetze, der Mischna im Talmud. Und hier gibt uns, wie immer, die Mischna genaue Auskunft. Dort finden wir im Traktat Sanhedrin 89a die genaue Definition eines falschen Propheten:

Ein falscher Prophet ist jemand der prophezeiht, was er nicht gehört hat oder was ihm nicht gesagt wurde und somit soll er zum Tode verurteilt werden. Das Todesurteil soll vom Gericht (Sanhedrin) ausgesprochen werden. Sollte dagegen ein Prophet seine Prophezeihung unterdrücken, jemand die Worte eines Propheten mißachten oder ein Prophet seine eigene Prophezeihung mißachten, so wird das Todesurteil von G - tt selbst ausgeführt.

Grundsätzlich wird im Judentum jemand als falscher Prophet angesehen, sobald dieser die Abschaffung oder die Änderung der Thora bzw. deren Gesetze predigt. Hinzukommen sogenannte Weissagungen, in denen jemand neue Gesetze der Thora hinzufügen will. Jegliche Änderungen aller Art sind biblisch verboten (siehe unter anderem Deutoronomy 18:20 oder 29:28). G – tt wies mehrmals in Seiner Thora darauf hin, dass niemals etwas geändert oder hinzugefügt werden kann.

Wenn also demnach jemand behauptet, G – tt habe ihm gesagt, dass dies oder das nicht mehr gelte, stellt sich derjenige automatisch selbst als Schwindler heraus (Raschi). Selbst ein richtiger Prophet darf niemals neue Gesetze hinzufügen (siehe Talmud Traktate Megillah 2b und Yoma 80a). Allerdings muß ich an dieser Stelle hinzufügen, dass es verschiedene halachische Ansichten darüber gibt, ob ein wahrer Prophet ZEITWEILIG und BEFRISTET das Thoragesetz außer Kraft setzen darf. Hierzu gibt es nähere Informationen bei Raschi, dem Rambam (Maimonides) in der Mischna Thora – Hilchot Yesodei HaThora 9:3 und dem Talmud Yevamot 90b. Theoretisch könnte ein Prophet dies tun, doch NICHT im Fall in dem er zum Götzendienst aufruft.

Das Thema Propheten und Prophezeihungen nimmt im Judentum ein sehr weites Literaturspektrum ein. Vor allem Kabbalisten beschäftigen sich ausgiebig mit dem Thema, denn Prophezeihungen befinden sich auf unterschiedlichen Leveln. Nicht jede Prophezeihung ist gleich. Moshe, z.B., war der größte Prophet, den wir jemals hatten und kein weiterer Prophet erreichte jemals seine Größe. Er sah G – tt sozusagen von "Angesicht zu Angesicht" wogegen folgende Propheten nur Visionen in ihrer eigene Seele (Neschama) hatten. Aber auch andere Propheten unterscheiden sich maßgebend. Normalerweise ist eine Vision kein Bild oder ein Film, der sich vor einem abspielt, sondern alles vollzieht sich in der eigenen Seele, wo zugleich die Lösung mitgeliefert wird. Der Prophet kann also sofort seine "gesehenen Bilder" definieren. Andere Propheten glauben etwas zu sehen, doch kennen die Lösung nicht. Jeder ganz nach seinem Level. Der Rambam schreibt in seiner Mischna Thora – Hilchot Yesodei HaThora, Kapitel 7, dass nur ganz bestimmte Leute auf dem Level der Prophezeihungen sind. Jemand muß schon vollkommen religiös und weise sein. Die Chassidut verweist dabei auf den Zaddik (den Gerechten).

Im Talmud heißt es, dass es seit der Zerstörung des Ersten Tempels keine Propheten mehr gibt. Viele Rabbis sind der Ansicht, dass es allerdings noch bis Bau Zweiten Tempels diverse Visionen gab. Nach dessen Zerstörung gehen wir von einer "Bat Kol", dem Echo einer himmlischen Stimme (siehe Raschi), aus.

Eines aber ist im Judentum von unendlicher Bedeutung und Rabbi Samson Raphael Hisch sowie der Rambam (Hilchot Yesodei HaThora) bringen es auf einen Nenner. G – tt ist nur ein EINZIGES "Wesen" und es gibt niemanden neben Ihm. Der Glaube an EINEN G – tt bringt einen Juden automatisch auf einen höheren Level, selbst wenn er nicht unbedingt alle anderen Mitzwot gleichzeitig einhält. Womit ich jetzt nicht sagen will, dass alle nur an einen G – tt glauben und den Rest nicht einzuhalten brauchen. Aber die Grundlage für einen Juden ist der Glaube an EINEN G – tt, der die Welt erschuf. Andererseits besteht das Judentum aus Taten und nicht allein aus Glauben.

Dieser Schabbat ist gleichzeitig "Schabbat Mevarchin", da am Montag abend der Rosh Chodesh Elul beginnt. Somit wird also innerhalb des Schabbatg – ttesdienstes der neue folgende Monat gesegnet.

Schabbat Schalom

Das Miniatur - Jerusalem der Zweiten Tempelperiode

B"H

Gestern war ich im Jerusalemer ISRAEL MUSEUM und machte dort einige Photos der Miniaturausstellung des "Jerusalem der Zweiten Tempelperiode".


















Photos: Miriam Woelke

Mittwoch, August 04, 2010

Ist der Liedermacher WOLF BIERMANN Jude ?

B"H

Wolf Biermann wurde am 15. November 1936 als Sohn eines jüdischen Vaters (Dagobert Biermann) in Hamburg geboren. Seine Mutter scheint keine Jüdin gewesen zu sein und wenn dem so ist, dann ist Wolf Biermann folglich kein Jude, sondern lediglich jüdischer Abstammung väterlicherseits.

Dienstag, August 03, 2010

סעודת אסתר - Das Mahl der Esther


Rembrandt: Haman bittet Esther um Gnade
Quelle: JewishMag


B"H

Die "Se'udat Esther - Das Mahl der Esther" findet lt. aschkenazischen Brauch am zweiten Tag von Pessach statt. Unsere Tradition besagt, dass an diesem Tage (gemäss des jüdischen Kalender), Haman aufgehängt wurde. Juden sollen sich im allgemeinen nicht über den Tod eines Feindes freuen (hierzu bestehen unterschiedliche Auslegungen), doch im Falle Hitlers oder Hamans werden Ausnahmen gemacht. Daher wird am zweiten Pessachtag eine extra Mahlzeit an das eigentliche Festessen angehängt (die Se'udat Esther). Verschiedene Bräuche besagen, dass man entweder einen Braten ißt oder manche chassidische Rebben wiederum liessen sich extra Pasteten zubereiten.

Wo genau verankert das Todesdatum in unserer Tradition verankert ist, muss ich erst noch herausfinden.

Die "Se'udat Purim" zumindest findet, u.a., Erwähnung im Werk des Rabbi Isaiah Horowitz (ca.1565 - 1630) "Schne'i Luchot HaBrit". Wobei ich hier noch die genaue Stelle bzw. Seitenabgabe ausfindig machen muss. Ferner wird der Brauch im " Aruch HaSchulchan" (Orach Chaim, Hilchot Pessach, Siman Tav Zadik) des Rabbi Yechiel Michel Epstein (1829 - 1908, Litauen) beschrieben. Rabbi Epstein schreibt kurz jenen Brauch. Man füge der Hauptmahlzeit am zweiten Tag von Pessach einen appetitlichen Zusatz hinzu, welcher "Se'udat Esther - Das Mahl der Esther" genannt wird. Dies geschieht als Zeichen der Freude zum Tode Hamans an diesem Tag.
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Auf die "Se'udat Esther" macht mich vor längerer Zeit ein Blogleser aus der Schweiz aufmerksam, doch bin ich nie dazu gekommen, seine Frage zu beantworten. Mit diesem Artikel gebe ich jedoch erst einmal einen kleinen Hinweis darauf, dass dieser Minhag (Brauch) durchaus besteht.

Immer mehr Chabad Häuser werden von Meschichistim geleitet

B"H


Ein neues CHABAD HOUSE in Trumpeldor Street / Tel Aviv und was sehe ich auf den ersten Blick ? Die Meschichisten (jene Chabadnikim, die meinen, der letzte Rebbe Menachem Mendel Schneerson sei der Meschiach) haben das Sagen ! Immer mehr Chabad Häuser werden von Meschichistim geleitet und ich bin einmal gespannt, was das neue Chabad House in Jerusalem bringen wird.
Ein bestimmter Stadtteil erhält ein Neues davon und ich werde über dessen Aufbau etwas berichten.





Photos: Miriam Woelke

Montag, August 02, 2010

Yom Kippur Katan





B"H

Am nächsten Montag abend beginnt Rosh Chodesh Elul, der jüdische Monat Elul. Wie bereits HIER angedeutet, läutet der Elul eine wichtige Umkehrphase (Teschuva) vor Rosh HaShana und dem nachfolgenden Yom Kippur ein.

Ein mittelalterlich - kabbalistischer Brauch ist es, am Tag vor jedem Rosh Chodesh (in diesem Falle am Montag, Erev Rosh Chodesh), den sogenannten YOM KIPPUR KATAN - Kleiner Yom Kippur zu begehen. Es wird gefastet sowie spezielle Gebete gesagt. Gerade vor dem Beginn des Monat Elul erscheint der Yom Kippur Katan besonders wichtig, denn es war am Rosh Chodesh Elul als Moshe auf den Berg Sinai stieg, um das zweite paar Gesetzestafeln (Luchot) entgegenzunehmen bzw. G - tt um Vergebung für die Sünde mit dem Goldenen Kalb zu bitten. Am 10. des Monat Tischre'i (am Yom Kippur) kam Moshe stieg Moshe wieder in das israelitische Lager hinab. Zusammen mit den Gesetzestafeln und der Vergebung G - ttes.

Der Brauch des YOM KIPPUR KATAN ist nicht im "Schulchan Aruch - Code of Jewish Law" erwähnt, dafür aber im "Kitzur Schulchan Aruch" des Rabbi Shlomo Ganzfried.


Links:

- Was ist YOM KIPPUR KATAN

- Der Ursprung des Brauches "Yom Kippur Katan"

War die Schauspielerin LILLI PALMER Jüdin ?

B"H

Lilli Palmer wurde am 24. Mai 1914 als Lilli Marie Peiser in Posen / Ostpreussen geboren. Sie verstarb in Los Angeles am 27. Januar 1986 im Alter von 71 Jahren an Krebs.

Lilli Palmers Vater, Dr. Alfred Peiser, war ein deutsch - jüdischer Chirurg und ihre Mutter Rose Lissman war eine österreichisch - jüdische Schauspielerin in Posen.

Ja, Lilli Palmer war Jüdin !

Weitere Details HIER !

Sonntag, August 01, 2010

Haredim (Ultra - Orthodoxe) gegen die Jerusalemer Gay Parade




Die Jerusalemer Gay Parade vom vergangenen donnerstag war eines der Hauptgesprächstthemen bei meinen letzten beiden Schabbatessen im ultra - orthodoxen Mea Shearim. Meine Gastgeberin wollte wissen, ob ich mir das grauenvolle Ereignis ansah, um darüber zu berichten. Meine Antwort lautete NEIN, denn erstens war ich zu dem Zeitpunkt in Tel Aviv und zweitens tue ich mir derlei Horrorszenarios nicht an.

Homosexuelle wissen sehr wohl, dass sie GEGEN DIE THORA und gegen jegliche Moral verstossen; dennoch versuchen sie unaufhörlich, sich selbst und vor sich selbst zu rechtfertigen. Solche Psychokisten unterstütze ich nicht. Noch dazu wo die "Parade des Grauens" im jüdischen Monat AV stattfand. Einem Monat, der stets negative Geschehnisse für die Juden mit sich zog. Vor knapp zwei Wochen erst gedachten wir des 9. Av und der Zerstörung beider Jerusalemer Tempel und kurz darauf hampeln ein paar Psychochaoten durch die Stadt, um sich selbst zu beweisen.

Eine neue Mechitzah für die Kotel (Klagemauer)

B"H

Nach ständigen Beschwerden steht jetzt eine Änderung ins Haus: 
Die Kotel (Klagemauer) bekommt eine neue Mechitzah (Trennwand zwischen Männern und Frauen.

Besonders Frauen hatten sich beschwert, dass sie erst umständlich auf einen Stuhl steigen müssen, um so über die derzeitige Holzmechitzah schauen zu können. Viele Frauen folgen den Minyanim der üblichen Gebete, doch sehen die betende Männergruppe auf der anderen Seite nicht. Demnächst wird eine neue Mechitzah gebaut, die vielen Mechitzot in den Synagogen ähnelt. Frauen können auf die Männerseits schauen, doch die Männer sehen aus Anstandsgründen nicht die Frauen. Eine einseitig durchsichtige Trennwand also.

Ich unterstütze das neue Vorhaben, weiss ich doch nur zu gut, wie es ist, wenn man auf der Frauenseite einer männlichen Minyan auf der anderen Seite folgt, und oft verloren dasteht, weil man nicht genau weiss, was geschieht. Unter anderem will Frau die Thorarolle am Schabbat schon gerne sehen.

Zur Hochzeit von Chelsea Clinton und Marc Mezvinsky

B"H

Gestern, ausgerechnet an einem Schabbat, an dem Hochzeiten aus halachischen Gründen untersagt sind, heiratete der amerikanische Jude Marc Mezvinsky seine Verlobte Chelsea Clinton. Die Hochzeitszeremonie wurde von einem Priester sowie einem "Rabbiner" durchgeführt.

Die Hochzeit an sich ist eine Schande, denn Ehen zwischen Juden und Nichtjuden sind lt. der Thora untersagt. Mezvinsky gehört dem Conservative Movement an und es wurde im Vorfeld gemunkelt, ob Chelsea Clinton zum konservativen Judentum konvertiert. Grund: Damit ein Conservative Rabbi die Trauungszeremonie halten kann, denn das Movement an sich führt keine Mischehen (Intermarriages) durch.

Selbst wenn Chelsea Clinton konservativ zum Judentum konvertiert wäre, so bliebe sie nach orthodoxen Massstäben weiterhin Nichtjüdin !

Die Grosse Synagoge von Tel Aviv




Tel Avivs Hauptsynagoge in der Allenby Street

Photos: Miriam Woelke