Montag, Juli 19, 2010

The Inner Mystery of Judaism

B"H

Aus dem Buch OROT (LICHTER) von Rabbi Avraham Yitzchak HaCohen Kook (erster Oberrabbiner Israels, verstorben im Jahre 1936):

The Gentiles defiled revealed Judaism by their touch; they touched the holy oils and rendered them impure. The stones of the holy altar were made unfit. However, the inner mysteries (of Judaism) that are hidden and sealed from foreign touch retained their sanctity - but only the most soulful inwardness, for the (outer) expressions of the mysteries were already desecrated by intruders. This inwardness, which is the soul of the supernal soul, is fixed in the characteristic soul of Israel, and never moves thence, as long as the connection to the totality of the nation and its character lives in its midst, as long as it desires at all the well - being and success of the Israelite nation. Though it does not know to call by the Name and enunciate its mysteries, and even if it errs in its deeds and opinions - its inside is the holy of holies.


Besonders in Jerusalem ist der Tisha be'Av ein nicht wegzudenkender Trauertag. Ein trauriges Geschehnis der Geschichte, welches die Juden dennoch daran erinnert, wer sie sind und was ihr Ziel sein sollte: Der Dritte Jerusalemer Tempel und Meschiach.

Man nahm den Juden die Tempel, doch das innere Wesen der jüdischen Seele nimmt uns niemand !

"Zom Kal - Ein leichtes Fasten !"

Vorsicht Mission !


Jew for J. (blaues Shirt) steigt aus einem Tel Aviver Bus.

B"H

Sein Name ist GIDON und er ist Israeli. Mindestens zehnmal sah ich ihn innerhalb eines Jahres aus dem "Dugit" Center in Tel Aviv treten. Das "Dugit" ist der Treffpunkt messianischer Juden in Tel Aviv. Jene Juden bzw. vorwiegend Christen, welche meinen jüdisch zu sein, doch an den falschen christlichen Meschiach J. glauben.

Gidon reist zwischen Tel Aviv und Jerusalem hin und her, wobei er in Jerusalem obdachlos ist und deshalb seit Jahren in unterschiedlichen Synagogen in Mea Shearim, Ge'ulah oder Makor Baruch nächtigt. Da er ein messianischer Jude ist, besteht MISSIONSGEFAHR !!!

Das Photo, was ich in der vergangenen Woche von ihm machte, ist sehr schlecht, doch ich gebe die Versuche nicht auf. Wer Gidon in einer Synagoge oder sonstigen jüdischen Einrichtungen wie Suppenküchen sieht, sollte unverzüglich die Anti - Missionsorganisation YAD LE'ACHIM oder eine Aufsichtsperson (Rabbiner) informieren !

In Tel Aviv hält Gidon sich neben der Innenstadt ebenso im Stadtteil "HaTikwah" auf.

Kamtza & Bar Kamtza

B"H

Da in wenigen Stunden der Tisha Be' Av (9. des Monats Av), dem Tag beider Tempelzerstörungen, beginnt, möchte ich ein Teaching aus dem Talmud Traktat Gittin 55b - 56a näher erläutern.

Es handelt sich dabei um die berühmte Gemara, in der von zwei Personen die Rede ist: von Kamtza und von Bar Kamtza. Die Gemara in Gittin 55b sieht das Geschehen und vor allem den tragischen Ausgang als einen der Gründe, warum der Zweite Tempel zerstört wurde.



Es war einmal ein Mann, der hatte einen Freund namens Kamtza und einen Feind namens Bar Kamtza. Eines Tages entschloß sich der Mann, zu einem großen Bankett einzuladen und schickte einen Bediensteten aus, um Einladungen zu verteilen. Er sagte zum Bediensteten, dass er zu Kamtza gehen und ihn einladen solle. Doch der Bedienstete ging aus Versehen zu Bar Kamtza (dem Feind).

Pünktlich zum Bankett traf Bar Kamtza ein und setzte sich an einen der Tische. Den Hausherrn traf fast der Schlag als er seinen Feind dort sitzen sah. Er ging auf Bar Kamtza zu und sagte ihm, dass er gefälligst verschwinden soll. Bar Kamtza jedoch fürchtete die Scham vor allen Leuten hinausgeworfen zu werden und sagte zu dem Mann, dass er bleiben und die Rechnung für sein Essen und Trinken selbst bezahlen wolle.
Der Hausherr ließ sich jedoch nicht umstimmen.
Bar Kamtza bot ihm an, für das gesamte Bankett zu zahlen, wenn er bleiben könne, doch der Hausherr war so wütend, dass er ihn ergriff und eigenhändig hinauswarf. Vor den Augen aller.

Draußen sagte Bar Kamtza zu sich selbst, dass alle dort sitzenden Rabbis den Rausschmiß widerstandslos hingenommen hatten. Niemand von ihnen hatte eingegriffen und so kam Bar Kamtza zu dem Schluß, dass die Rabbis seinen Rausschmiß als selbstverständlich ansahen. Aus Rache ging Bar Kamtza zum Palast des römischen Stadthalter (es ist unklar, ob es der römische Kaiser oder ein Stadthalter war) und sagte ihm, dass die Juden gegen Rom rebellieren. Zum Beweis dafür schlug Bar Kamtza dem römischen Stadthalter vor, dass er ein Tier zur Opferung in den Tempel schicken solle und er werde ja sehen, ob die Juden es zur Opferung annehmen oder nicht. Der Stadthalter sandte ein Kalb, welches Bar Kamtza überbringen sollte. Doch auf dem Weg verletzte Bar Kamtza die obere Lippe des Kalbes oder entsprechend anderer Meinungen rief er einen Defekt im Auge des Tieres hervor. Aufgrund dieser körperlichen Schaeden konnte das Kalb nicht geopfert werden, da nur einwandfreie Tiere dafür bestimmt sind. Zuerst zogen die Rabbi tatsächlich in Erwägung, dass nicht einwandfreie Tier zu opfern, um keinen Streit mit den Römern hervorzurufen. Letztendlich wurde beschlossen, das Tier nicht zu opfern.

Der talmudische Kommentator Maharsha sagt dazu, dass der Stadthalter vielleicht nachgegeben hätte, wenn die Rabbis sein Kalb dennoch geopfert hätten. Als sein Opfer verweigert worden war, entschloß er sich zur Tempelzerstörung.Der Maharam Shif kommentiert, dass G - tt die Tempelzerstörung schon beschlossen hatte und der Vorfall mit Bar Kamtza nur noch der Auslöser war. Der Maharsha sieht die Schuld bei Bar Kamtza, da es verboten ist, durch Haß Zerstörung hervorzurufen. Nicht jeder, der ungerecht behandelt worden ist, sollte mit der Keule um sich schwingen und auf Rache sinnen.




Die Zerstörung des Zweiten Tempels durch die Römer (70 nach Beginn der Zeitrechnung)


Wir finden in dieser Gemara drei Menschen, die nur aus Hass handeln und dabei zerstörerisch vorgehen. Zuerst der Mann, der Bar Kamtza hinauswarf. Die nichtreagierenden Rabbis werden vom Maharsha als zu machtlos gegenüber dem mächtigen Gastgeber gesehen. Bar Kamtza wurde daraufhin so vom Haß befallen, sodass er wild drauflos rannte und die Folgen nicht mehr abschätzen konnte. Er verstieß gegen jegliche talmudischen Gesetze. Erstens rannte er zu den römischen Besatzerbehörden und hetzte gegen seine jüdischen Brüder, was ihm schon allein hätte das Todesurteil einbringen können (siehe Talmud Sanhedrin 73a), und zweitens machte er mit Absicht das Kalb für eine Opferung unbrauchbar, was verboten ist (Talmud Bechorot 33b).
Wie ich schon mehrmals erwähnte haben wir im Judentum das Konzept des "Freien Willens". Jeder Mensch entscheidet selbst über seine Handlungen und muß hinterher die Konsequenzen tragen. Wie ich ebenso schon einige Male erwähnte, sieht der Ishbitzer Rebbe (Rabbi Mordechai Yosef Leiner) den "Freien Willen" als eine einzige Illusion an. Es gebe ihn nicht und all unser Tun ist von G - tt vorbestimmt. Wir haben darauf keinen Einfluß. Laut dem Talmud besitzen wir den "Freien Willen", doch nur insoweit, dass es in unserer Hand liegt, ob wir g - ttesfürchtige Menschen werden oder nicht.


Man könnte meinen, dass die Handlungen der hier involvierten Personen die Tempelzerstörung ausgelöst haben. Andererseits stimme ich mit dem Maharam Shif überein, der sagt, dass die Zerstörung schon längst von G - tt beschlossen war. Wie also hätten die Agitatoren anders reagieren können und trifft sie überhaupt eine Schuld ?


Wir Menschen haben immer wieder die Kraft, bestimmte G - ttesurteile zum Guten zu ändern. In der Chassidut wird der Zaddik (der Gerechte) als derjenige betrachtet, der zu solchen Dingen fähig ist. Mit Gebet und Teshuva (Umkehr) können wir Welten versetzen. Die Antwort könnte lauten, dass wenn die hier aufgeführten Personen anders gehandelt haetten und wenn die Juden überhaupt auf die Warnungen der Propheten gehört und sich zur Umkehr aufgerafft hätten, die Tempelzerstörung vielleicht vermeidbar gewesen wäre. Vielleicht aber war es auch unvermeidbar, denn laut unserer jüd. Tradition kommt der Meschiach und baut den Dritten Tempel, und somit kann es auf Dauer keinen Zweiten Tempel geben.


Heutzutage sollen wir aus dem Fehlverhalten lernen, aber gleichzeitig unseren Blick in die Zukunft auf den Dritten Tempel richten.




Besuch auf dem Tempelberg


Die Giur - Reform

B"H

Netanyahu und sein Außenminister Avigdor Liebermann liegen im erneuten Clinch. Und das nicht erst seit vorgestern als Liebermann drohte, in der Knesset gegen den neuen Netanyahu - Haushalt zu stimmen.
Die Auflistung der Unstimmigkeiten lasse ich im Hintergrund und gehe auf das aktuelle Thema in Israel ein: Eine Giur (Konversion zum Judentum) - Reform soll her. Ein neues Gesetz und das ist nicht so einfach, denn Liebermanns Partei "Israel Beitenu" steht für Erleichterungen im Giurgesetz. Dennoch wurde ein Kompromiss gefunden, dem sogar "Israel Beitenu" bereit ist zuzustimmen, doch nun stellt sich Netanyahu quer. Er wolle die Giur - Reform in dieser Form nicht ! Basta !

Warum nicht ?
Die neue Giur - Reform, wenn sie denn von der Knesset verabschiedet wird, sieht vor, dass das Oberrabbinat die Hand auf allem hat.
Richtig so, denn aus dem Ausland werden wir geradezu mit Reform - oder Konservativkonvertiten überflutet. Konvertiten, die sich als jüdisch sehen, doch es nicht sind. Nur ein ERNSTGEMEINTER ORTHODOXER GIUR macht einen Konvertiten zum Juden und kein bequemer Reformgiur. Wobei anzumerken sei, dass orthodoxe Konvertiten, welche die Mitzwot auch nach der Konversion nicht einhalten, keine Juden sind (siehe hierzu den Talmud Traktat Gerim).

Man stelle sich vor, welches Chaos Reformkonvertiten in das jüdische Volk bringen und, G - tt sei Dank, werden sie in Israel beim Rabbinat nicht als Juden erfasst, sondern bleiben im Status "Nichtjude".

Die Reform wird u.a. selbst von "Israel Beitenu" unterstützt, denn bei der Aliyah von Reformkonvertiten muss der Staat Israel denen die Staatsbürgerschaft sowie Aliyahrechte geben. Und wer will heutzutage noch eine Menge Leute einwandern lassen, die in Israel als Nichtjuden nichts verloren haben. Als ob wir nicht schon genügend andere Probleme haben. Wer nicht vorhat, die Thora zu halten, ist nun einmal kein Jude und sollte sich eher als "Noachide" bekennen als im Judentum herumzumrksen.

Warum ist Netanyahu gegen das Gesetz ?
Weil er seine amerikanische Reformlobby nicht verlieren will. US - Reform - sowie Konservativjuden spenden Netanyahu eine Menge Geld und so lässt sich der Premier wieder einmal von falschen Freunden lenken.

Links:


Netanyahu stolpert im Konversionsgesetz

Synagoge im Bunker



Diese Treppe führt hinunter in die "Kol Rina Synagoge" im Jerusalemer Stadtteil Nachlaot. Die etwas flippige Synagoge im Carlebach - Style befindet sich in einem Bunker.

Photo: Miriam Woelke

Sonntag, Juli 18, 2010

Natur in Tel Aviv


Photo: Miriam Woelke

Tisha be'Av - Der Fastentag 9. Av


B"H

Beginnend an diesem Montag abend bis hin zum Dienstag abend steht dem Judentum der traurigste Tag des Jahres bevor: der Tisha Be' Av – der 9. des jüdischen Monat Av. An jenem Tag wurden sowohl der Erste als auch später der Zweite Temple zerstört. Juden auf der ganzen Welt sehen diesen Tag als eine einzige Tragödie an, denn der Tag repräsentiert die schlimmsten historischen Ereignisse des Judentums überhaupt. Daher ist dieser Tag, wie Yom Kippur, ein 25 – stündiger Fastentag und es gelten fast die gleichen Halachot (Gesetze) wie am Yom Kippur. Allerdings mit einigen Ausnahmen.

Der Tisha Be' Av und das damit verbundene Fasten beginnen am Mittwoch abend und endet am Donnerstag abend nach Einbruch der Dunkelheit. Für die genauen Zeiten möge sich bitte jeder an seine Gemeinde wenden bzw. in israel. Tageszeitungen nachschauen.


Da bei den Tempelzerstörungen unzählige Juden umkamen, besteht für uns die Halacha, dass wir unsere Freude reduzieren, sobald der Tisha Be' Av beginnt (Kitzur Shulchan Aruch – Hilchot Tisha Be' Av). Vor dem Beginn des Fastentages müssen wir bei einem sogenannten Se'udat Mafseket ausreichend essen und vor allem trinken. Dies betrifft insbesondere uns Israelis, denn es werden für den Dinestag ca. 30 Grad vorausgesagt. Wenn möglich, sollte man bei dieser letzten Mahlzeit keine salzigen Speisen zu sich nehmen. Kartoffeln, Gemüse und Obst sind immer gut. Mein persönlicher Tipp ist Wassermelone. Der Schulchan Aruch (Orach Chaim) lehrt, dass es den Minhag (Brauch) gibt, beim Se'udat Mafseket Linsen und Eier zu sich zu nehmen. Beide Speisen sind ein Zeichen der Trauer. Auf Fleisch und Wein sollte ganz verzichtet werden.

Außer der Freude, sollten auch jegliche Bequemlichkeiten vermieden werden. In den Synagogen sitzen wir zum Abend – und Morgeng – ttesdienst nicht auf den Bänken, sondern viele bringen sich einen niedrigen Stuhl oder Hocker mit.

Hier die wichtigsten Halachot (Gesetze) für den Tisha Be' Av zusammengefaßt aus dem Shulchan Aruch ff.:

1. Essen und Trinken ist absolut verboten.

2. Lederschuhe aller Art dürfen nicht getragen werden, da Leder ein Zeichen für Bequemlichkeit ist. Stattdessen sollen Leinenschuhe oder Sportschuhe ohne Leder getragen werden. In Jerusalem laufen viele Leute einfach barfuß.

3. Sex ist verboten.

4. Sich duschen oder sonst irgendwie waschen ist verboten. Es sei denn, man bereitet sich aufs Gebet vor oder kommt von der Toilette.

5. Es ist Brauch, die Nacht auf einer Matratze auf dem Fussboden zu verbringen oder sein Bett einfach umzudrehen.

6. Zum Morgengebet Shacharit legen Männer keine Tefillin, sondern erst zum Nachmittagsgebet Mincha.

7. Das Thorastudium ist am Tisha Be' Av verboten. Stattdessen sollten die Megillath Eicha, das Buch Iyov (Hiob) oder der Talmud Traktat Taanit gelernt werden.

8. Abends und morgens wird in den Synagogen die Megillath Eicha gelesen. Eicha ist die Prophezeihung des Propheten Jeremiah (Yirmeyahu) und beschreibt die Zerstörung des Ersten Tempels und die Zeit danach.

9. Ausserdem werden KINOT gelesen, wobei hier zwischen ashkenasischen und sephardischen Kinot zu unterscheiden ist. In den Kinot sind viele Schicksalsereignisse in der Geschichte des Judentums aufgelistet.

Wer in Jerusalem zur Klagemauer kommt und keine Kinot dabei hat, der kann sie vor den Eingängen für ca. 10 Shekel erstehen. Allerdings werden dort fast nur sephardische Kinot angeboten, was aber nicht von so grosser Relevanz ist. Hauptsache Kinot. Während dem Lesen der Kinot sitzen die Leute vor der Klagemauer gewöhnlich auf dem Boden.

Überhaupt nimmt Jerusalem am Tisha Be' Av einen besonderen Status ein, denn hier vor der Klagemauer befinden wir uns am Originalschauplatz. Viele Leute stellen sich beim Aufblicken auf den Tempelberg schon den Dritten Tempel vor. Tausende machen sich am Montag Abend auf zur Klagemauer und der gesamte Platz an und um die Kotel ist jedes Jahr vollkommen überfüllt. Nicht wenige bringen Matratzen oder Schlafsäcke mit, denn sie schlafen die ganze Nacht ueber vor der Klagemauer. Der ganze Platz gleicht einem riesigen Campingplatz. Wer keinen Schlafsack dabei hat, der setzt sich auf das Pflaster und liest Kinot. Es sei jedem anzuraten, rechtzeitig zur Kotel zu gehen, denn schnell werden sämtliche Plätze belegt sein.

Ein zweiter Brauch in Jerusalem ist der "Marsch um die Stadtmauer", welcher von der Vereinigung der "Women in Green", einer rechtsorientierten Organisation, organisiert wird. Seit vielen Jahren ist der Marsch Tradition. Nachdem ich im letzten Jahr aussetzte und nicht teilnahm, werde ich an diesem Montag abend dabei sein und Photos machen.





Wie sich sicher jeder vorstellen kann, wird der Marsch streng bewacht; fast alle fünf Meter steht ein Soldat. Es geht hinunter zum Damaskus – Tor hin bis zum Löwentor, wo einige Politiker Reden halten werden. Im Jahre 2001 war noch Ehud Olmert als Bürgermeister dabei und proklamierte ganz gross, dass er Jerusalem niemals abgeben werde. Heutzutage sind wir uns dessen bei ihm nicht mehr allzu sicher. Die Hauptrede wird, wie gewöhnlich, der Knessetabgeordnete der Ichud HaLeumi, Aryeh Eldad, halten. Veranstalterin Nadja Matar ist selbstverständlich auch mit von der Partie. Endziel ist die Klagemauer.

Warum genau wurden beide Tempel zerstört und warum ist das heute noch so wichtig für das Judentum ?
Viele der Antworten darauf finden wir im Talmud.

Der Erste Tempel, welcher von König Salomon erbaut und im Jahre 586 vor der Zeitrechnung von den Babylonier zerstört worden war, hatte eine wesentliche wichtigere Bedeutung als der Zweite Tempel. Zu der Zeit waren Wunder allgegenwärtig. Die Bundeslade befand sich noch im Allerheiligsten (Kodesh HaKedoshim) und G – ttes Präsenz (Shechinah) war überall. Es gab Hunderte, wenn nicht sogar Tausende von Propheten und das Feuer vom Altar (Mizbeach) reichte direkt hinauf in den Himmel. Kabbalistisch betrachtet verband diese Wolke die untere mit den spirituellen oberen Welten.

Warum wurde der Erste Tempel zerstört ?Aufgrund von drei Vergehen. Götzendienst, sexuelle Perversionen und Mord (Talmud Yoma 9b). Die Juden vergaßen G – tt, die Thora und die Mitzwot und wandten sich lieber anderen G – ttern zu. Vor allem die Tofet, ein Ort gleich außerhalb der Stadtmauer, erlangte traurige Berühmtheit, denn in der Tofet opferten sie ihre Kinder an fremde G – tter. Einige Kommentare lauten, dass sie die Menschenopferungen an G – tt geopfert haetten, denn fälschlich meinten sie, dass dies so sein müsse.
G – tt duldete dieses Treiben nicht mehr und veranlaßte die Zerstörung des Temples. Doch wie wir aus der Thora wissen, tut G – tt soetwas nie von heute auf morgen, sondern gibt den Menschen Hinweise. Wenn die Menschen die Hinweise wahrnehmen und zu G – tt umkehren (Teshuva machen), aendert G – tt seine Meinung. Falls dies nicht geschieht, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Laut dem berühmten Rabbiner Aharon Kotler glaubten die meisten Juden an die Thora, aber sie sahen keinen Sinn in ihr und somit kam das Spirituelle der Thora nicht mehr herüber. Das chassidische Buch Bnei Yissachar sowie der Talmud lehren uns, dass sich die Gesichter der zwei Cherubim (Engel mit Kindergesichtern auf der Bundeslade) ansahen, wenn die Juden G – ttes Willen erfüllten. Sobald sie sich von G – tt abwandten, schauten die beiden Cherubim in gegengesetzte Richtungen. Allein schon diese Tatsache hätte den Juden eine Warnung sein müssen.

Nach der Zerstörung des Ersten Tempels wurden die Juden für 70 Jahre ins babylonische Exil geschickt. Nach Ablauf der 70 Jahre war es ihnen freigestellt, nach Israel zurückzukehren und den Tempel wieder aufzubauen. Die Gemara im Talmud Yoma lehrt uns, dass der Erste Tempel nicht vollkommen zerstört worden war. Mehr oder weniger war fast nur das Dach beschädigt. Ezra etc. bauten den Tempel wieder auf und später wurde er von Herodes erweitert. Im Jahre 70 nach Beginn der Zeitrechnung wurde er von den Römern zerstört.

Gibt es einen Unterschied zwischen dem Ersten und Zweiten Tempel ?

Ja, eindeutig, und das nicht nur architektonischer Art.
Nur 42.360 Juden waren mit Ezra aus dem babylonischen Exil nach Israel heimgekehrt, was die Gemara in Yoma 10a als einen der Gründe ansieht, warum der Zweite Tempel weniger an Keduscha (Heiligkeit) besaß. G – tt war ärgerlich über die im Exil verbliebenen Juden, die sich in Babylon eine Heimat aufgebaut hatten und dort ihr Leben geniessen wollten.

Im Talmud Yoma heißt es, dass es fünf Unterschiede zum Ersten Tempel gab:

1. Es gab keine Bundeslade mehr. Bis heute wurde die Bundeslade nicht gefunden und der Talmud listet unterschiedliche Lokalitäten der Lade auf.

2. Das Feuer vom Altar (Mizbeach) reichte nicht mehr hinauf in den Himmel.

3. Es gab keine Shechinah (G – ttes) Präsenz bzw. sie hatte sich weiter von uns entfernt.

4. Die Zeit der Propheten war vorüber. Stattdessen haben wir bis heute eine sogenannte Bat Kol, welche Raschi als das Echo einer himmlischen Stimme bezeichnet.

5. Auch gab es kein Urim ve Turim mehr. Eine Schriftrolle mit den Namen G – ttes. Diese wurde in das Choshen des Cohen HaGadol (Hohepriester) gesteckt und aufgrunddessen war er in der Lage, Fragen zu beantworten. Er brauchte nur zu sehen, welche Buchstaben auf dem Choshen aufleuchteten und schon hatte er G – ttes Antwort. Der Ramban und die Tosafot vertreten die Meinung, dass es kein Urim ve Turim ohne Ruach HaKodesh (ein bestimmter Level der Prophezeihung) geben kann.
Mir persönlich ist noch der Schamir eingefallen, der nach der Zerstörung des Ersten Tempels verschwand. Mit dem Schamir, einem offenbar kleinen Wurm, der alles zerschnitt, was ihm in den Weg kam, baute König Salomon den Ersten Tempel. Niemand weiß, was genau der Schamir war und im Talmud gibt es verschiedene Meinungen. Ein jüdischer Tempel darf niemals mit Metallwerkzeugen gebaut werden, da diese Waffen repräsentieren. Daher benutzte Koenig Salomon den Schamir, von dem es heißt, dass er nur für diesen Zweck von G – tt erschaffen worden war.

Seit der Zerstörung des Zweiten Tempels warten wir Juden auf die Ankunft des Meschiach, der den Dritten und somit letzten und ewigen Tempel bauen wird. Laut dem Rambam ist der Tempel schon im Himmel gebaut und kommt in der Zeit des Meschiach hinab auf den Tempelberg.

Warum wurde der Zweite Tempel zerstört ?

Die Antwort gibt uns wiederum der Talmud Yoma 9b.
Aufgrund von gegenseitigem Haß ließ G – tt es zu, dass die Tempel zerstört wurde. Die Juden hielten zwar die Thora ein, doch beneideten sie sich gegenseitig und jeder wollte besser sein als der andere. Rabbi Yonatan Eibeschütz ist der Meinung, dass der Bruch innerhalb der Gesellschaft auf den Bruch zwischen den Thoragelehrten und den nichtreligiösen Juden zurückzuführen ist. Viele einfache Leute waren neidisch auf die Gelehrten. Später bildeten sich die Sadduzäer (Zadukim), welche die mündliche Überlieferung (die Mishna im Talmud) und die Authorität der Rabbiner nicht anerkannten. Ein Trugschluß, denn wer die Thora verstehen und einhalten will, der kann auf G – ttes mündliche Überlieferung an Moshe (die Mishna) nicht verzichten. Erst durch sie erfahren wir, wie wir genau die Gesetze einhalten und ausführen.

40 Jahre vor der Zerstörung des Zweiten Tempels gab G – tt die ersten Zeichen, welche die Juden nicht sehen wollten und ignorierten (Talmud Yoma 39b). u.a. öffneten sich die Tore zum Innenhof (Heichal) von allein, was andeutete, dass der Feind leichten Einlaß haben wird (Rashi). Nach dem Tode des großen Cohen HaGadol (Hohepriesters) Schimon HaZaddik gab es keinerlei Wunder mehr (Maharsha). Auch löschte die Tempelmenorah von allein ihre Kerzen. Umkehren zu G – tt taten die Juden nicht und so nahm das Schicksal seinen Lauf. Ein Schicksal, unter dem wir noch heute leiden. Hoffen wir, dass der Meschiach bald kommen wird und den Dritten Tempel baut.

Zum Schluß noch ein paar aufmunternde Worte vom ersten Oberrabbiner Israels, Rabbi Avraham Yitzchak HaCohen Kook (Kuk). Er schrieb, dass die Hoffnung auf die Ge'ulah (Erlösung) das Volk Israel auch in der Disapora am Leben erhält. Eine Funke G – ttes ist in jedem von uns, der mit uns in die Diaspora geht. Der Funke erinnert uns immer an Israel und wirkt wie in Magnet darauf. In den USA gedenkt man am Tisha Be' Av gleichzeitig auch dem Holocaust. Der Holocaust ist ein weiteres jüdisches Desaster in unserer jüngsten Geschichte. In Israel kommen ab und an Diskussionen auf, ob der Tisha Be' Av nicht auch hier der offizielle Holocaust – Gedenktag werden soll.
Wie ich zuvor schon einige Male erwähnte, sollten wir trotz allem unseren Blick in die Zukunft lenken und hoffen, dass die Ge'ulah bald eintreffen wird.

In Israel sind am Tisha Be' Av viele Geschäfte geöffnet und Leuten arbeiten. Allerdings gilt, dass Leute, die arbeiten, ihr Geld spenden sollen. Man sollte keinen Nutzen von dem erwirtschafteten Geld an dem Tage haben. Die Busse fahren ganz normal und grundsätzlich gelten nicht die Regeln wie am Schabbat. Außer den o.g. Halachot.

Ich wünsche allen vorab ein leichtes Fasten – Zom Kal !!!

Event mit Rabbi Ovadiah Yosef


Ein Event in Jerusalem mit dem ehemaligen sephardischen Oberrabbiner Rabbi Ovadiah Yosef, falls jemand Interesse hegt !

Photo: Miriam Woelke

Freitag, Juli 16, 2010

Schabbat Schalom


Photo: Miriam Woelke



B"H

Tel Aviv schmilzt fast davon vor Hitze. Feucht, klebrig und ständig voll triefendem Schweiss. Heute nachmittag fahre ich nach Jerusalem und gerade Jerusalem ist bekannt für seine erfrischenden Windzug, da es in den Bergen liegt.

Die chassidischen Rebbes befinden sich überwiegend im Urlaub und danach, bis ca. Ende August, auf Spendentour in den USA oder England. Geld für die jeweilige Gruppe einsammeln. All das gibt mir Zeit, einmal andere Themen anzuschneiden. Momentan tue ich dies auf meinem englischen Shearim sowie auf "Leben in Jerusalem".
Judentum und die israelische Gesellschaft am aktuellen Beispiel von Tel Aviv und seinen Tausenden illegalen afrikanischen und philippinischen Gastarbeitern. In der nächsten Woche stelle ich Photos in die o.g. Blogs, um einmal aufzuzeigen, inwieweit sich Tel Aviv - Süd zum zweiten Afrika entwickelt. Ein fruchtbares Thema, was leider oft viel zu wenig wahrgenommen wird. Mit Judentum at es deswegen zu tun, weil es eben um unseren jüdischen Staat Israel geht und wir hier keine Afrokatastrophe haben wollen.

Die zweite Katastrophe der Woche:
Chelsea Clinton heiratet einen Banker - Juden. Oder besser gesagt: Wieder einmal heiratet ein Jude eine Nichtjüdin und eine gesamte jüdische Generation geht verloren, da die Kinder Nichtjuden sein werden !

Und damit hat die Thora wieder einmal Recht: In der Zeit vor Meschiach sind derlei Katastrophen vorherprophezeiht.

Die gute Nachricht:
Mein englischer Blog SHEARIM bekam eine Auszeichnung und befindet sich unter den besten fünfzig jüdischen Blogs der Welt.

Auf das wir uns wenigstens am Schabbat auf Positiveres konzentrieren und nicht dem Siff der Welt folgen.

"Schabbat Schalom" an alle Leser !

Donnerstag, Juli 15, 2010

Kurdische Synagogen in Jerusalem


Die kurdische Barashi Synagoge in Nachlaot / Jerusalem.



Eine irakische Synagogue in Nachlaot / Jerusalem. Die Synagoge selbst wird von irakischen Kurden aus der Stadt Amadiah geleitet.



 Beschreibung der Amadiah - Synagogue.

In Israel nehmen Juden aus Kurdistan sowie dem Irak ein breites Spektrum ein.  

Photos: Miriam Woelke

Parashat Devarim

Zettel in der Kotel (Klagemauer)

B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat

An diesem Schabbat beginnen wir mit dem 5. Buch Moses (Deutoronomy - Sefer Devarim) und die erste Parasha davon heißt Devarim - דברים.

"Eileh HaDevarim - Dies sind die Worte" , lauten die ersten Worte des Buches. Rabbi Samson Raphael Hirsch merkt an, dass sich jene Worte auf das gesamte Sefer Devarim (Deutoronomy) beziehen. Im Judentum wird das Sefer Devarim auch Mischna Thora genannt, da Moshe hier die Mehrheit der Mitzwot (Gesetze) wiederholte und er so die Israeliten auf das Leben in Eretz Canaan (Israel) vorbereitete. Des weiteren wird dieser Schabbat "Schabbat Chazon" genannt, da es sich um den Schabbat vor Tisha Be' Av handelt. Am Montag abend (plus einschliesslich Dienstag) begehen wir den Tisha Be' Av (den 9. des jüdischen Monat Av), der Tag, an dem beide Tempel zerstört worden sind. Das erste Mal im Jahre 586 vor der Zeitrechnung durch die Babylonier, und das zweite Mal 70 nach Beginn der Zeitrechnung durch die Römer.

Das Wort "Chazon" bezieht sich auf die Haftarah (Lesung der Propheten nach der Thoralesung), welche in diesem Fall vom Propheten Jesaja (Yeshayahu) gelesen wird. Chazon ist das erste Wort im Buch Jesaja. Die Verbindung der Parashat Devarim und der Lesung aus Yeshayahu (Jesaja) liegt darin, dass zum einen Moshe die Sünden der Israeliten auflistet und 800 Jahre später erinnert Yeshayahu die Juden genauso an ihre Sünden und warnt vor den Folgen.

In der letzten Parasha Ma'sei, wurde uns mitgeteilt, wie wichtig es für Juden ist, in Israel zu leben. Wir hörten von den Stämmen Ruven und Gad, die zu Moshe gingen und ihm sagten, dass sie lieber auf der gegenüber liegenden Seite des Jordan bleiben, weil sie dort besseres fruchtbareres Land sehen. Sie sagten, dass sie Ställe für ihr Vieh bauen wollten und erst später folgten in ihrer Liste Familien und Kinder. Aus dieser Prioritätenliste beider Stämme sehen wir, dass sie nur an materielle Dinge dachten. Erst ein gutes Einkommen und dann irgendwo am Schluß die Familie. Rabbi Mordechai Machlis vergleicht derlei Verhalten mit der heutigen Zeit, denn auch heute gibt es nach wie vor Juden, die ihr Glück überall, nur nicht in Israel sehen. Sie wohnen lieber außerhalb, wo sie mehr verdienen und vielleicht einen höheren Lebensstil genießen. Genau dieser Punkt sollte bei einem Juden nicht ganz oben auf der Prioritätenliste stehen, denn wir haben genauso auch andere Aufgaben zu erfüllen. G - tt hat uns die Mitzwah gegeben, im Land Israel zu leben.

Vielen Rabbinern und dem Talmud zufolge können wir dort ALLE Mitzwot erfüllen, die Gebete werden viel mehr erhört und selbst die Luft in Israel macht weise und beeinflußt uns. Eines sollte sich jeder vor Augen halten; Moshe hätte alles darum gegeben, nach Israel gehen zu können, doch leider war ihm das aufgrund seines Vergehens mit dem Stock auf den Stein zu schlagen, nicht vergönnt. Und was tun dagegen viele Juden heute, wo sie doch eigentlich nur in ein Flugzeug zu steigen bräuchten, um in ein paar Stunden in Israel zu sein ? Sie ziehen es vor, im Ausland zu bleiben.

In dieser Parasha heißt es, dass Moshe auf der anderen Seite des Jordan die Gesetze erklärte. Raschi kommentiert dazu, dass Moshe die Thoragesetze in allen 70 antiken Sprachen erklärte, die es seit der Zeit des Turmes von Bavel gab. Wozu ausgerechnet in all den Sprachen, fragt der Sefat Emet (Chassidut Gur). Damit auch die Juden, die zukünftig in der Diaspora (Galut) leben werden, eine ständige Verbindung zur Thora haben. Selbst wenn sie der hebräischen Sprache nicht mächtig sein sollten und nur die jeweilige Landessprache beherrschen, so sind sie dennoch in der Lage, die Thora zu lernen. Nicht nur, aber auch, laut Rabbi Simcha Bunim von Peshis'cha ist jeder Jude mit der Thora verbunden. Jeder gemäß seines Levels und seiner individuellen Aufgabe im Leben.

Die Mischna im Talmud Traktat Sotah 32a listet Gebete sowie Segen (Berachot) auf, die man in seiner individuellen Muttersprache sagen kann und solche, die nur auf Hebräisch gesprochen werden können. Die Mischna besagt, dass das "Shema Israel", das "Birkat HaMazon", oder der "Kiddush" in jeder Sprache gebetet werden kann. Die Tosafot fügen ebenso noch das "Hallel" und die Segen für das Essen und Trinken hinzu. Wogegen unter anderem die "Chalitzah", der Segen über die "Bikkurim", der "Segen der Cohanim" oder der Segen des "Cohen HaGadol" (Hohepriester) nur auf Hebräisch gebetet darf. Heißt, selbst in der Diaspora sollen die Juden immer eine Verbindung zu G - tt und Seiner Thora haben. Ein jeder Jude ist mit der Thora gemäß seines persönlichen Levels verbunden (Rabbi Simcha Bunim von Peshis'cha).

Das gesamte 5. Buch Moses (Sefer Devarim) übermittelte Moshe persönlich den Israeliten fünf Wochen vor seinem Tod (siehe den Vilna Gaon, Onkelos, und andere). Es war sein letzter Wille und sein Testament an sie. Er begann seine Ansprache im vierzigsten Jahr nach dem Auszug aus Ägypten (am 1. des jüdischen Monat Shevat (ca. Februar). Moshes Todestag ist nicht in der Thora erwähnt, doch dem Talmud Kiddushin 38a und Megillah 13b zufolge, verstarb er am 7. des jüdischen Monat Adar (ca. März).

Zu Tempelzeiten gab es den Brauch, dass die Juden sich alle sieben Jahre im Tempel versammelten und der König das gesamte Sefer Devarim laut vorlas, um alle an die Thoragesetze und die Folgen der Nichteinhaltung zu erinnern. Auch heute haben wir noch diesen Brauch, selbst wenn derzeit noch kein Tempel vorhanden ist. Vor ein paar Jahren war ich schon einmal dabei. Abertausende versammelten sich vor der Kotel (Klagemauer) und hörten das Sefer Devarim, vorgelesen von Oberrabbinern und anderen Rabbinern.

Die Haftarah wird, wie schon erwähnt, aus dem Buch Jesaja (Yeshayahu) 1:1 - 27 vorgelesen. Yeshayahu sagte, dass die Israeliten G - tt verlassen haben und Er sie nicht mehr interessiere. Die Juden zur Zeit Yeshayahus wollten seine Prophezeihungen nicht hören und setzten ihr Leben ohne Thora fort. Sie sahen, dass nichts passierte und glaubten dem Propheten nicht. 150 Jahre später sollte seine Prophezeihung Wirklichkeit werden und der Erste Tempel wurde zerstört. Viele Jahre später wurde der Zweite Tempel am gleichen Datum zerstört. Laut Rabbi Samson Raphael Hirsch sollen die Juden nicht darum trauern, dass die Tempel zerstört wurden, sondern vielmehr darum, dass sie zerstört werden mußten. Es ist nicht nötig, die Zerstörung zu betrauern, sondern die Gründe, die dazu führten.

Im Talmud gibt eine eine Aussage in der Gemara, dass G – tt soviel Gnade gezeigt hat, "nur" den Tempel zu zerstören und nicht die Juden aufgrund ihrer damaligen Vergehen selbst. Bei chassidischen Kommentator Sefat Emet lesen wir, dass jede Generation danach streben sollte, anhand von Thoramitzwot die Ge'ulah (Kommen des Meschiach) herbeizuführen.

Enden will ich mit einer Aufmunterung des Koznitzer Maggid (Rabbi Israel Hofstein). Er sagt, dass G - tt die Israeliten selbst nach ihren Sünden in der Wüste niemals allein ließ und genauso ist es bis in die heutige Zeit. Auch heute läßt G - tt die Juden niemals allein und seine Präsenz (die Schechinah) ist immer mit uns.

Schabbat Schalom

Mittwoch, Juli 14, 2010

Am Grab von Aharon in Jordanien

B"H

Einige Juden machten sich zum Grabe des AHARON HACOHEN, dem Bruder von Moshe, nach Jordanien auf.  Der Weg zum Grab ist nicht einfach, denn der Besucher muss per Esel einen Berg erklimmen. Ohne Esel läuft nichts.
 Esel sowie sein Besitzer kosten und oben am Grab angekommen, findet man eine verschlossene Kammer vor. Falls der dort sitzende Jordanier guter Laune ist, wird einem geöffnet und falls nicht, muss halt ein wenig Bestechungsgeld nachhelfen.

Viele behaupten, dass heute keiner mehr mit Bestimmtheit sagen kann, wo genau das Grab des Aharon liegt und das in Jordaniern angegebene Grab wahrscheinlich eh eine Fälschung sei. Das einzige Grab der Vorväter, welches wir mit Sicherheit kennen ist die Ma'arat HaMachpelah in Hebron !







Bestechungsgelder zwecks Einlass ?




Am Grab von Aharon.





Alle Photos HIER !

Wo bitte gehts denn hier zum Tempel ?




"Beit HaMikdash" - Die hebräische Bezeichnung für die Jerusalemer Tempel sowie für den zukünftigen Dritten Tempel nach der Ankunft des Meschiach.

Dienstag, Juli 13, 2010

Ani Ma'amin … - Ich glaube …

B"H

"Ani ma'amin (a) be'Emunah Shlemah …

So lauten jeweils die ersten Worte des Rambam (Maimonides, 1135 - 1204) in seinen für Juden verbindlichen "13 Principles of Faith - 13 Ikkarim - 13 Glaubensgrundzügen". 
Der Rambam definierte den Schlüssel zum erfolgreichen Thorastudium so:
Ein Mensch muss daran glauben, dass die Juden die Thora am Berg Sinai von G - tt erhielten. Ein Mensch muss sich des Erschaffers des Universums sowie seiner Thora bzw. der Gesetze bewusst sein.

- Ich glaube, dass die gesamte Thora, die wir heute in den Händen halten, vom Himmel an Moshe, unseren Lehrer, gegeben worden ist.

- Ich glaube, dass die Thora nicht ausgetauscht (verändert) wird; auch wird es keine weitere Thora vom Erschaffer, gepriesen sei Sein Name, geben.

Ist der Schauspieler HARVEY KEITEL Jude ?

B"H

Ist der Schauspieler Harvey Keitel Jude ?

Ja, Harvey Keitel ist Jude.

Keitel wurde am 13. Mai 1939 in New York geboren. Seine Eltern Miriam und Harry Keitel sind Juden und wanderten aus Rumänien bzw. Polen in die USA ein.

Bild des Tages


Photo: Miriam Woelke

Montag, Juli 12, 2010

Einst lernten Rabbiner Philosophie und Naturwissenschaften


Aus der heutigen "Yediot Acharonot"

Photo: Miriam Woelke


B"H

Teile der haredischen (ultra - orthodoxen) Gesellschaft stellen das bisherige haredische Schulprinzip genauso in Frage wie das staatliche israelische Bildungsministerium. Der neue Curriculum für jene haredischen Schulen, welche finanzielle Unterstützung vom Staat erhalten, sieht ab sofort einen festen Englisch - Mathe - sowie Naturwissenschaftsunterricht vor und nicht "nur" Thora und Talmud für die Jungen.

Auch auf dem haredischen Radiosender "Kol BaRamah" wurde gestern abend diskutiert: Viele Haredim (Ultra - Orthodoxe), inclusive dem Knessetabgeordneten Eliezer Moses der chassidischen Gruppe Vishnitz, befürworteten den erweiterten Bildungsplan. 
Hinterher kam ein linker Meretz - Abgeordneter (ich glaube sein Name war "Horowitz) zu Wort und, obwohl ich sonst alles andere als Meretz bin, gebe ich Horowitz Recht: Eine gute Allgemeinbildung muss her !

Lernten die früheren Rabbiner wie Rabbi Kook, der Abarbanel oder der letzte Lubawitscher Rebbe noch Philosophie oder Naturwissenschaften, besteht die haredische Gesellschaft heutzutage (leider) aus Ja - Sagern, die sich anpassen und ihr Rabbi sie im (Bildungszaume) hält.

"Sha'ar HaRachamim - Tor der Gnade"


Sephardische Synagoge in Nachlaot / Jerusalem

Photo: Miriam Woelke

Nichts als Perücken


Im Perückenladen.
Eigentlich sollte das Photo das "Bild des Tages" werden.:-)



B"H

Viele verheiratete haredische (ultra - orthodoxe) Frauen bedecken ihre Haare mit Perücken (Jiddisch: Scheitel). Hier die Gründe,warum im Judentum eine verheiratete, verwitwete oder geschiedene Frau ihre Haare bedeckt:



Weiterer Link zum Thema:



Persönlich erlebt:

Sonntag, Juli 11, 2010

Rosh Chodesh "Menachem Av"

 
Der "Aron HaKodesh - Die Bundeslade" und auf ihr die zwei sich umarmenden Cherubim (eine bestimmte Art von Engeln). Erfüllten die Juden G - ttes Wort, so umarmten sich die Cherubim; geschah das Gegenteil, wendeten dich ihre Gesichter voneinander ab. Ein Zeichen von G - ttes Entfernung vom Tempel. Nur so konnte es geschehen, dass die Tempel zerstört wurden als G - tt Seine Schechinah (Anwesenheit) zurückzog.

 


B"H

Heute abend (11. Juli einschliesslich dem 12. Juli) beginnt der jüdische Monat Menachem Av. Offiziell lautet der Monatsname AV, doch wird er im Text des Segen für den neuen Monat "Menachem Av" genannt.

Der jüdische Monat Av war stets ein negativer Monat für das jüdische Volk. Unter anderem brach der Erste Weltkrieg aus und die Endlösung wurde beschlossen.

Am 9. Av, den wir zwei Wochen (20. Juli) begehen, wurden beide Tempel zerstört. Dem vorausgegangen war die Rückkehr der Spione in das Lager der Israeliten mit der Nachricht, dass es sich nicht lohne, nach Israel weiterzuziehen und sich dort anzusiedeln. Moshe sprach dagegen, doch viele Israeliten begannen zu jammern. Daraufhin sagte G – tt, dass es keinen Grund zum Weinen gebe, allerdings wird dieser Tag für euch ein Schicksalstag werden.

Am 9. Av trauern wir um beide zerstörten Tempel. Laut vielen Kommentatoren hat der Monat Av auch etwas Positives, denn der Meschiach soll in diesem Monat geboren werden. Wenn er kommt und der Dritte Tempel steht, wird sich der Fastentag Tisha Be' Av (9. Av) in einen Feiertag verwandeln.

Am 1. Av, gedenken wir ebenso der Yahrzeit von Aharon HaCohen, dem Bruder Moshes und Miriams. Aharons Todestag ist der einzige Todestag, der ausdrücklich in der Thora Erwähnung findet. Warum ausgerechnet Aharon ? War nicht sein Bruder Moshe viel wichtiger ?
Es heißt in der Thora, dass als Aharon verstarb, ALLE Israeliten weinten. Weder bei Miriam noch bei Moshe steht das geschrieben. Natürlich beweinten auch viele den Tod der beiden, doch nicht alle. Bei Aharon dagegen weinten ALLE, denn er war als Friedensstifter hoch geschätzt. Wenn sich die Israeliten stritten, schritt Aharon stets ein und machte Frieden zwischen den Parteien.

Normalerweise ist ein Monatsbeginn immer ein freudiges Ereignis, doch sollen wir im Av unsere Freude etwas bremsen, denn dieser Tag leitet die neun Tage vor dem 9. Av ein und uns werden diverse Halachot bzw. Minhagim (Bräuche) aufgetragen.

1. Es sollte in diesen neun Tagen keine neue Kleidung gekauft werden, es sei denn, es handelt sich um spezielle Schuhe ohne Leder für den 9. Av.

2. Es sollte keine Wäsche gewaschen werden.

3. An Wochentagen wird auf den Verzehr von Fleisch und Wein verzichtet. Beides gibt es nur am Schabbat vor dem 9. Av.

4. An den Wochentagen vor dem 9. Av sollte nicht geduscht werden, sondern nur am Freitag vor Schabbateinbruch.

5. Parties und andere Feiern sollten vermieden werden. Genauso wie Kino und Musik.

All diese Gesetze sind verbunden mit der Trauer um die Tempelzerstörungen.

Am 5. Av begehen wir die Yahrzeit des großen Kabbalisten Rabbi Yitzchak Luria, dem Arizal.

Der Schabbat vor dem 9. Av, wird Schabbat Chazon genannt.

Laut dem "Book of Creation" – Sefer Yetzirah, hat jeder jüdische Monat einen eigenen Stamm, Buchstaben, ein Organ, eine menschlichen Sinn, einen Buchstaben und ein Sternzeichen.

Das Sternzeichen des Av ist der Löwe, der Buchstabe ist das TED ט , der Stamm ist Schimon, das Organ ist die linke Niere und der menschliche Sinn ist das Hören.

Das Hören kommt von den ausgesandten Spionen, die zurückkamen und die Israeliten deren Botschaft hörten. Hören bedeutet immer etwas zu erhalten. In dem Moment, in dem wir hören, unterscheiden wir automatisch zwischen gut und böse und stellen so unsere innere Balance her.

Den Entscheidungen hilft die linke Niere, die in talmudischer Literatur als Ratgeber erwähnt ist (siehe Talmud Berachot).

Obwohl der Monat Menachem Av als Katastrophe für das jüdische Volk gilt, haben wir die Kraft, ihn in etwas Positives umzuwandeln. Vor allem sollten wir für die baldige Ankunft des Meschiach beten. Und wie einmal jemand bei Rabbi Mordechai Machlis lehrte, sollten wir es nicht nur so vor uns hinsagen, sondern es richtig wollen, dass der Meschiach kommt.





Chodesch Tov – חודש טוב einen gesunden und erfolgreichen Monat Av !!! _________________________

Nachricht an alle Nichtjuden:
http://www.hamikdash.com/NotetoGentiles.htm

Muss man vor dem Tisha be'Av stinken ?