Montag, Juli 19, 2010

Die Giur - Reform

B"H

Netanyahu und sein Außenminister Avigdor Liebermann liegen im erneuten Clinch. Und das nicht erst seit vorgestern als Liebermann drohte, in der Knesset gegen den neuen Netanyahu - Haushalt zu stimmen.
Die Auflistung der Unstimmigkeiten lasse ich im Hintergrund und gehe auf das aktuelle Thema in Israel ein: Eine Giur (Konversion zum Judentum) - Reform soll her. Ein neues Gesetz und das ist nicht so einfach, denn Liebermanns Partei "Israel Beitenu" steht für Erleichterungen im Giurgesetz. Dennoch wurde ein Kompromiss gefunden, dem sogar "Israel Beitenu" bereit ist zuzustimmen, doch nun stellt sich Netanyahu quer. Er wolle die Giur - Reform in dieser Form nicht ! Basta !

Warum nicht ?
Die neue Giur - Reform, wenn sie denn von der Knesset verabschiedet wird, sieht vor, dass das Oberrabbinat die Hand auf allem hat.
Richtig so, denn aus dem Ausland werden wir geradezu mit Reform - oder Konservativkonvertiten überflutet. Konvertiten, die sich als jüdisch sehen, doch es nicht sind. Nur ein ERNSTGEMEINTER ORTHODOXER GIUR macht einen Konvertiten zum Juden und kein bequemer Reformgiur. Wobei anzumerken sei, dass orthodoxe Konvertiten, welche die Mitzwot auch nach der Konversion nicht einhalten, keine Juden sind (siehe hierzu den Talmud Traktat Gerim).

Man stelle sich vor, welches Chaos Reformkonvertiten in das jüdische Volk bringen und, G - tt sei Dank, werden sie in Israel beim Rabbinat nicht als Juden erfasst, sondern bleiben im Status "Nichtjude".

Die Reform wird u.a. selbst von "Israel Beitenu" unterstützt, denn bei der Aliyah von Reformkonvertiten muss der Staat Israel denen die Staatsbürgerschaft sowie Aliyahrechte geben. Und wer will heutzutage noch eine Menge Leute einwandern lassen, die in Israel als Nichtjuden nichts verloren haben. Als ob wir nicht schon genügend andere Probleme haben. Wer nicht vorhat, die Thora zu halten, ist nun einmal kein Jude und sollte sich eher als "Noachide" bekennen als im Judentum herumzumrksen.

Warum ist Netanyahu gegen das Gesetz ?
Weil er seine amerikanische Reformlobby nicht verlieren will. US - Reform - sowie Konservativjuden spenden Netanyahu eine Menge Geld und so lässt sich der Premier wieder einmal von falschen Freunden lenken.

Links:


Netanyahu stolpert im Konversionsgesetz

Kommentare:

  1. Meiner Meinung nach sollte in Israel der Staat und nicht das Rabbinat für den Zivilstand (und Erwerb der Staatsbürgerschaft) zuständig sein, damit würden einige Probleme auf einen Schlag gelöst.

    Das Oberrabbinat macht schon lange Giurim für Kandidaten, die nicht vorhaben streng nach Halacha zu leben. Das Problem liegt nicht vordringlichen bei den Konservativen und Reformern.

    Dann gibt es eben diese unsäglich grausame Gegenbewegung, die anfängt, allen möglichen Leuten den Giur nachträglich abzusprechen.

    Wenn man dem Rabbinat in Zivilstandessachen die Macht nehme würde, könnte man das Problem sehr stark entschärfen.

    Dann würden nur noch diejenigen einen Giur machen, die wirklich der Religion beitreten wollen. Die ganzen "Hochzeits-Giurim" und "Militär-Giurim" könnte man sich dann ersparen.

    Vielleicht könnte das Rabbinat dann auch seinen Ruf verlieren, dass es bestechlich ist, Gerim quält und in internen Querelen versunken ist.

    Was zur Zeit in Israel läuft schadet dem guten Ruf des Rabbinats sehr.

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  2. B"H

    Allein das Innenministerium ist fuer den Erwerb der Staatsbnuergerschaft zustaendig. Um nach dem Giur Aliyah machen zu koennen, muss der Bewerber ein Zertifikat des Rabbanut (Oberrabbinat) vorweisen und das Innenministerium entscheidet.


    Leuten den Giur wieder abzusprechen, wurde kuerzlich von einer aktuellen Reform gekippt. Das ist nicht mehr so einfach, dennoch wird das Oberrabbinat solche fragwuerdigen Leute auf eine interne schwarze Liste setzen. Nehme ich jetzt einmal an ...


    Der Militaergiur wird im Militaer anerkannt, jedoch nicht ausserhalb. Die Konversionskandidaten werden darauf aufmerksam gemacht. Immerhin dauert solch ein Giur eh nur ein paar Wochen und beinhaltet wenig Wissensvermittlung.


    Ich denke kaum, dass das Rabbanut Gerim quaelt, sondern Vorsichtsmassnahmen trifft. Zuviele Leute infiltrieren nach Israel; darunter ebenso strenge Christen,m die nur konvertieren, um in Israel leben zu koennen.

    Ein Giur muss ernsthaft von statten gehen und wer das nicht vorhat, der soll halt Nichtjude bleiben. Wieso muss jemand unbedingt Jude werden ? Nur aus Israelliebe heraus ? Daraus entsteht kein Judentum.
    Und wer heiratet und deswegen Jude wird, der ist vielleicht Jude auf dem Papier, doch nicht in der Realitaet, wenn er die Mitzwot nicht einhaelt.

    Die Frage muss doch anders lauten:
    Wieso konvertieren, wenn mir die Thora eh zuviel ist und nicht passt ?

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  3. "Ich denke kaum, dass das Rabbanut Gerim quaelt,"

    Es ist verboten, einen Ger zu verletzen oder zu beschämen.

    Was das RAbbinat da seit einiger Zeit treibt, geht auf keine Kuhhaut.

    Allerdings hast du Recht: es trifft nicht nur Gerim, sondern auch Leute, deren Eltern eine Ketubah auf Deutsch haben oder Überlebende der Shoah, deren Geburtsurkunde vernichtet wurde, you name it...

    Meistens trifft es chatanim und kallot, denn das ist der Augenblick, wo das Rabbinat mit geballter Macht in ihr leben tritt...

    Ich kann dazu nur den Kopf schütteln. Macht korrumpiert, absolute Macht korrumpiert absolut, und das Rabbinat hat in diesen Angelegenheiten viel zu viel Macht.

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  4. B"H

    Es kommt immer darauf an, wer dahintersteht. Oft meint man, es sei das Rabbanut, aber dann stellt sich heraus, dass es das Innenministerium ist, welches einem Steine in den Weg legt. Bedenke nur das besagte Kommittee, von dem jeder Giurkandidat in Israel eine Erlaubnis benoetigt, um an einem Kurs ueberhaupt teilnehmen zu duerfen. Und eben dieses Kommittee stammt vom Innenministerium und von den vier Mitgliedern ist nur einer Rabbiner. Die drei anderen sind saekulere Beamte. Darunter die Leiterin des Jerusalemer Innenministeriums selbst.

    Bei Hochzeiten ist es kompliziert, denn es kommt darauf an, woher der Ehepartner stammt, bei welchem Beit Din er konvertierte oder ob der juedisch - geborene Partner religioes ist. Ich kenne die Rabbiner des entsprechenden Rabbanutamtes, denn ich wohnte einmal gegenueber deren Bueros in der Chavazelet Street in Jerusalem. Ich beneide keinen, der da hin muss.

    Bei Hochzeiten unterhalb zweier Konvertiten gibt es kaum Probleme. Diese entstehen erst dann, wenn ein Teil geborener Jude ist. Aber soetwas weiss man in der Regel vorher.

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