Sonntag, Juli 08, 2012

In Jerusalem heiraten




B"H

Das Rabbanut (Oberrabbinat), Abteilung Eheschliessungen: Diejenigen Juden, die hierher kommen, um eine Eheschliessungserlaubnis einzuholen, werden auf Herz und Nieren auf ihre halachische Jüdischkeit geprüft. Ich hörte so einige Horrorstories von dieser Abteilung, doch letztendlich ist es besser, alles geprüft zu wissen, damit sich nicht jemand einschleichen kann, der, laut Halacha, gar kein Jude ist. 

Juden, die Aliyah machten und in Jerusalem heiraten wollen, müssen ihre jüdische Herkunft detailliert nachweisen. Unter anderem wird die Ketubah (Hochzeitsvertrag) der Eltern verlangt. Weiterhin ein Brief vom Rabbiner aus dem Heimatland sowie Dokumente der jeweiligen Stadtverwaltung im Heimatland, die bestätigen, dass derjenige Heiratswillige entweder Single, geschieden oder verwitwet ist. 

Orthodoxe Konvertiten zum Judentum werden erst recht auseinandergenommen, wenn sie einen geborenen Juden heiraten wollen. Heiratswillige, bei denen beide Parteien Konvertiten zum Judentum sind, werden ab und zu weniger gründlich nachgeprüft. Will jedoch ein orthodoxer Konvertit einen geborenen Juden heiraten, kommt die Maschinerie ins Rollen. Es gibt sogar Fälle, bei denen das Rabbanut die Hochzeiten ablehnte, denn ein Konvertit sollte nicht gerade einen säkuleren Israeli heiraten.  

Von mir aus kann sich jetzt gerne jeder sein Teil denken und zustimmen oder nicht. Fakt ist: Wer heiraten will, der unterwirft sich diesem Prozess. Andere gehen lieber zu den Belzer Chassidim und heiraten dort. Gleiche Prozedur, aber oft schneller bearbeitet. Trotzdem wird auch dort den Konvertiten nichts geschenkt und man sollte einen einwandfreien orthodoxen Lebenswandel vorweisen. 

So sind die Regeln und ich habe sie nicht gemacht.

Photos: Miriam Woelke

Wohin geht das moderne Israel ?

B"H

Die jüdische Welt beginnt mit dem heutigen Tag eine dreiwöchige "Trauerperiode", welche am 9. Av (29. Juli) endet. Der Hintergrund dafuer bilden die beiden Tempelzerstörungen in Jerusalem vor mehr als 2000 Jahren. Ferner erinnern wir am 9. Av ebenfalls den ermordeten Juden der letzten zwei Jahrtausende. Darunter jene Tausende Juden ermordet von der Inquisition genau so wie im Holocaust des Dritten Reiches. 

Allerdings scheint der moderne Staat Israel heutzutage auch so seine Trauergründe zu haben; dann nämlich, wenn man sich anschaut, was diverse Moslems und Christen unserem Land antun. Jeder scheint zu tun und zu lassen, was er will. Die Moslems machen sich derzeit über den "Even HaShtiah - Gründerstein" her. Jener Stein, welcher beim Erschaffungsprozess von G - tt zuerst erschaffen worden ist und von welchem sich der weitere Welterschaffungsprozess fortsetzte. Zu Tempelzeiten lag der "Even HaShtiah" unter dem Allerheiligsten (Kodesch HaKedoschim). Des Weiteren versuchen diverse  christliche Gruppierungen wieder einmal mehr, sich in Israel breitzumachen. Offenbar lässt Netanyahu sie schalten und walten, denn er und sein LIKUD erhalten schliesslich genügend christliche Spendengelder aus den USA. Das Problem ist, dass die israelische Bevölkerung dabei nicht mitzieht. es ist unglaublich, dass Christen in einem jüdischen Staat eigene Repräsentanten in der Knesset sitzen hat. Oder zumindest tüchtig Lobbyarbeit betreibt.

Hätte das jemals jemand geglaubt, dass sich immer mehr Christen in Israel breitzumachen versuchen ? Die Frage ist doch, wie G - tt auf deren Götzendienst in einem jüdischen Land regieren wird ?

Freitag, Juli 06, 2012

Schabbat Schalom von der Kotel (Klagemauer)




Photos: Miriam Woelke

Donnerstag, Juli 05, 2012

Bejn HaMetzarim


Jerusalem, Stadtteil Kiryat Moshe, mit der nationalreligiösen Yeshiva (relig. Lerninstitut) MERCAZ HA’RAV links im Bild. 

Photo: Miriam Woelke
B"H

Am nächsten Sonntag beginnen die Juden in aller Welt die drei Wochen vor dem Tisha be’Av (9 Av). Drei Wochen, die für Gedenken und Trauer stehen; aber auch für die Hoffnung, dass sich all das Geschehen in Zukunft nicht mehr wiederholt. Es heisst, dass wenn der Meschiach kommt, sich der Tisha be’Av vom Fasten – und Trauertag in einen Freudentag verwandeln wird.

Am 17. Tammuz (Sonntag) ist ein Halbfastentag, womit daran erinnert wird, dass die Babylonier, und viele Jahre nach ihnen, die Römer, die Stadt Jerusalem erstürmten und die äußere Tempelmauer umlagerten. Zerstört wurden der Erste und der Zweite Tempel jeweils erst 9. Av. Bedeutet, drei Wochen später.

In talmudischer Literatur gibt es eine Diskussion darüber, ob die Babylonier zur Zeit der Ersten Tempelzerstörung die äußere Tempelmauer nicht schon ab dem 9. Tammuz belagerten. So jedenfalls behauptet es der Babylonische Talmud (Ta’anit 38). Der Jerusalemer Talmud hingegen lehrt, dass die Babylonier erst am 17. Tammuz die äußere Tempelmauer erreichten (Ta’anit 23). 

Beginnend mit Sonntag werden sich viele Artikel eben um jene drei Wochen drehen. Mit vielen Infos (Midraschim, Kabbalah und Stories) hoffe ich, den Tisha be’Av und seine Bedeutung etwas klarer zu vermitteln.

Ein paar Gedanken zur dieswöchigen Thoralesung BALAK


Szenerie in Jerusalem

Photo: Miriam Woelke
 B"H

In jüdisch – kabbalistischer Literatur nimmt die Thora Parasha BALAK ein weites Spektrum ein. Insbesondere in den niedergeschriebenen Kommentaren des mittelalterlichen Kabbalisten, Rabbi Yitzchak Luria, den KITVEI HA’ARI. Rabbi Luria zählt die jeweiligen Reinkarnationen des Bilam und Balak auf, welche die beiden enthielten. Das kabbalistische Buch ZOHAR beschreibt dagegen die Zaubereien, welche Balak und Bilam durchführten. 

Das Erstaunliche ist, dass die Israeliten von dem Geschehen um Balak und Bilam gar nichts mitbekamen. Lediglich G – tt war Zeuge der Verschwörung zwischen den Moabitern und den Midianitern. Heute dagegen wäre dies vielleicht anders, denn Bilam würde seine Pläne auf seiner Facebook Page verkünden und mit seinem Hass auf Israel täte er sich sicherlich viele Freunde und LIKES gewinnen. Auch in unserer Zeit verbünden sich sogar ausgesprochene Feinde, sobald es gegen Israel geht. Es scheint als habe sich seit Bilam und Balak kaum etwas verändert.

Links:


Der Baal Shem Tov zur Parashat BALAK

Dienstag, Juli 03, 2012

Wer die Sonne nicht sieht, der sieht G - tt erst recht nicht !


Photo: Miriam Woelke

B"H

Ohne mich zu sehr im talmudischen Detail zu verstricken, berichte ich in Kurzform von der nachfolgenden Diskussion. Ganz einfach, weil ich deren Inhalt liebe.

Die Gemara (rabbinische Diskussion) im Talmud Traktat Chullin 59b / 60a bericht von einem Gespräch zwischen Caesar und Rabbi Yehoshua ben Chananyah (Rabbi Yehoshua, der Sohn des Chananyah). 

Kurze Erläuterung: Wenn im Talmud von CAESAR die Rede ist, dann ist dies in den meisten Fällen nicht wörtlich zu verstehen, denn es handelt sich nicht unbedingt um den römischen Imperator, sondern vielmehr um einen römischen Stadthalter im antiken Palästina.

Caesar bat Rabbi Yehoshua ben Chananyah ihm G – tt zu zeigen. Daraufhin platzierte ihn der Rabbi so, dass Caesar direkt in das grelle Sonnenlicht schauen musste. Caesar sagte, dass er die Sonne nicht sehe, denn ihr Licht blende ihn zu sehr. Daraufhin sagte Rabbi Yehoshua: "Wenn Du nicht einmal imstande bist, die Sonne, einen Diener G – ttes, zu sehen, wie willst Du dann jemals imstande sein, G – tt zu erblicken ? 

Der Talmudkommentator MAHARSHA (Rabbi Samuel Eidels, 1555 – 1631, Polen) sowie der MAHARAL (Maharal von Prag, Rabbi Yehudah Loew ben Betzalel, 1520 – 1609) kommentieren: 

"Wenn du nicht einmal die Sonne (einen körperlichen Gegenstand / eine körperliche Existenz) zu sehen vermagst, wie willst Du dann in der Lage sein, G – tt, der da weder Körper noch Form besitzt, zu erblicken ?"

Montag, Juli 02, 2012

Das G - TT PARTIKEL (Teilchen) wurde gefunden

B"H

CERN verkündete, dass man endlich das sogenannte "G – tt Partikel" gefunden habe. Bedeutet, dass Wissenschaftler in der Lage sind, den Ablauf des BIG BANG (Urknall) nachzuahmen. Was ich mich jedoch frage ist, ob die Wissenschaftler ebenso eine Erklärung parat haben, wie genau dieser Urknall erzeugt worden ist. Anhand von einer wissenschaftlichen Analyse. 

Wie soll das vor sich gegangen sein, wenn es im Judentum heisst, dass vor der Erschaffung des Universums absolut NICHTS existierte. Der berühmte mittlealterliche Kabbalist, Rabbi Yitzchak Luria, lehrt: Vor der Erschaffung gab es NICHTS außer G – tt allein. Bedeutet, dass es weder ein Loch noch jeglichen Raum gab. Einzig und allein G - tt war anwesend.

Chabad meditiert gerne an Thorathemen und gerade dieses Konzept des absoluten NICHTS ist ein gut geeignetes Meditationsthema. Wie sonst sollten wir Menschen ein absolutes NICHTS erfassen oder verstehen ?

Aus diesem Grund heraus frage ich, ob die Wissenschaftler mit einer Erklärung aufwarten können, wie aus diesem NICHTS heraus ein Urknall erzeugt wurde, wenn nicht von G – tt selbst ? Es war ja sonst niemand dort. Noch nicht einmal Protonen und Neutronen.



Kleiner Einblick in die Vergangenheit des osteuropäischen Judentums

B"H

Wołożyn Voloshin. Little town in Belarus, pre war in Poland. There was located famous yeshiva - (Talmudic seminary), founded in the early 19th century by Rabbi Chaim Volozhin. I just found on Bialystok jewish cemetery grave of Mariashe, wife of the Genius Gaon Reb Nachman Zerach Simchowicz and daughter of HaRav Moshe Fridland Frydland a biblical scholar from the Volozhin Yeshiva.... Interesting coincidence between Bialystok and Wolozhin...




Heutzutage begegnet man in bestimmten Teilen der USA, Englands und in Israel jenen männlichen orthodoxen Juden, wo schwarze Hüte getragen werden. Filzhüte und der bekannteste Hersteller nennt sich BORSOLINO. 

In einem gesonderten Artikel habe ich bereits versucht, das litvishe (litauischen) Judentum zu definieren. Die sogenannten Litvaks gehören zum ultra – orthodoxen Judentum, sind jedoch das genaue Gegenteil der Chassidim. Genaue Definitionen zum litvishen Judentum erweisen sich als schwierig, denn irgendwie kann jeder Jude ein Litvak sein. Zwar leben die Litvaks nicht mehr, wie bis vor dem Holocaust, in Litauen bzw. Osteuropa, ihre Ideologie hat sich aber dennoch bis heute aufrechterhalten. Von außen betrachtet, bedarf es nicht viel: Ein Litvak kleidet sich in einen schwarzen Anzug mit weissem Hemd und einem schwarzen Hut. Unter dem Hut trägt er eine schwarze Kipa. Das ist alles. Wie viele chassidische Gruppen leben die litvishen Juden nicht in einem Stadtteil, sondern verteilen sich einzeln dort, wo sie gerade wohnen wollen. Sie richten sich nach einem bestimmten Rabbiner, doch kennen keine Gruppengesetze wie die Chassidim.

Bis zu Beginn des Zweiten Weltkrieges und dem Holocaust war das litvishe Movement vorwiegend in Osteuropa anzutreffen. Nicht genau so angezogen, wie dies heutzutage der Fall ist. Bis vor ein paar Jahrzehnten trug man einen regulären Hut, und die Farbe von Hemd und Hose waren freigestellt. Auch die Yeshivot (relig. Lerninstitute) Osteuropas waren völlig anders ausgestattet als dies heute der Fall ist. Wer heute als männlicher oder weiblicher Jude eine Yeshiva / Frauenseminar besucht, der erhält einen Platz im Dormitory sowie Mahlzeiten. Wer zahlen kann, tut das. Wer kein Geld hat, unterschreibt ein Formular, indem er sich moralisch verpflichtet, vielleicht später einmal zu zahlen. Dann, wenn er das Geld aufbringen kann. Ist das nicht der Fall, so zahlt er nichts. Während der Studienzeit ist er somit von den monatlichen Zahlungen entbunden. 

Zu früherer Zeit mussten die Yeshiva – Leute in den osteuropäischen Shtetln selbst eine billige Unterkunft suchen und das Essen musste auch finanziert werden. So kam es, dass viele Studenten hungerten, denn sie hatten entweder gar kein oder nur wenig Geld. Dagegen scheint der Überfluss in vielen heutigen Yeshivot geradezu Luxus. Hinzu kommen Computer und anderweitige Freizeitangebote. Davon konnte man in der Vergangenheit nur träumen.

Sonntag, Juli 01, 2012

Kaschrut – Update vom israelischen Oberrabbinat

B"H 

Wer sich für aktuelle Kaschrutzertifikate (Hechsherim) interessiert:

http://www.jerusalemkoshernews.com/category/chief-rabbinate-updates/

Anzumerken sei, dass viele orthodoxe Ausrichtungen nicht unbedingt dort essen, wo Zertifikate des Oberrabbinates aushängen. Insbesondere chassidische Gruppen folgen ihren eigenen Koschergesetzen, die da wesentlich strenger ausfallen als jene des Oberrabbinates. Aber das muss jeder für sich entscheiden.

Polnische Juden 1939



Comment on Youtube: Beautiful film and proof to the fact that Jews were not persecuted in Poland before 1939. Since 1330 years the Jews have the right to live in peace and tolerance in Poland. Prior to 1939 (German invasion) lived in Poland for more than 3 million Jews (9% of the population), after the war (1945) survived only 100 000.

Poland is not a perfect country, but the Jews through the centuries when they were persecuted in the West Europe and in Russia they found refuge in the Polish kingdom.

Hebräische Buchempfehlungen

B"H

Obwohl die Bücher in hebräischer Sprache verfasst wurden, möchte ich sie dennoch jenen ans Herz legen, die der Sprache mächtig sind.




Die erste Buchempfehlung betrifft das neu erschienene Buch des im November 2001 verstorbenen großen Rabbiner Elazar Menachem Man Shach. In dem Buch geht es um Rabbi Shachs Ansichten über neureligiöse Juden (jene Juden, die von Geburt an Juden sind, doch zuerst einen säkuleren Lebensstil führten). 

Wenn sich ein säkulerer Jude plötzlich der Religion zuwendet, wie soll er sich dann gegenüber seiner gewohnten Umwelt verhalten ? Mit welchen Problemen hat er zu kämpfen, wie kann er diese bewältigen und vor allem, wie findet er seine innere Stärke durchzuhalten und nicht mitten in dem Prozess aufzugeben ? 

An all jene, die der hebräischen Sprache nicht mächtig sind: Ich werde des Öfteren Inhalte aus dem Buch hier auf den Blog stellen und diskutieren. Dies betrifft genau so die weiteren zwei Bücher, die ich empfehle !




Die Geschichte sowie die Generationen von Studenten der einstigen berühmten Volozhin – Yeshiva in Litauen. Bis zum Holocaust spielte die Yeshiva in der jüdisch - orthodoxen Welt Europas seine herausragende Rolle.






Demnächst beginnen wir im Judentum die drei Wochen vor dem Fasten – und Trauertag "Tisha be’Av". Ein Tag, an welchem zu unterschiedlichen Zeitabschnitten die zwei Jerusalemer Tempel zerstört wurden. Einmal von den Babyloniern und viele Jahre später von den Römern. Diese drei Wochen ("Bejn HaMetzarim" genannt) der Trauerperiode beginnen mit dem anstehenden 17. Tammuz, einem Halbfastentag, und endet mit dem Tisha be’Av (9. Av). Innerhalb dieser Wochen gelten bestimmte halachische Regeln, auf die ich eingehen werde. Außerdem gibt es viel Neues aus dem dritten Buch, welches ich hiermit empfehle:


Photos: Miriam Woelke

Samstag, Juni 30, 2012

Judentum im Wandel der Neuzeit

B"H

Wer der englischen Sprache mächtig ist, der findet auf dem amerikanisch – jüdischen Markt eine unbeschreibliche Auswahl guter Literatur. Von berühmten Rabbinern Verfasstem bis hin zur jüdischen Philosophie oder gesellschaftlichen Themen. Alles ist zu haben, denn, im Gegensatz zur Vergangenheit, wird im Judentum heutzutage alles auf dem freien Markt angeboten. Bis zur Zeit des 2. Weltkrieges waren gute jüdische Bücher nur beschränkt erhältlich bzw. viele Inhalte waren noch nie gedruckt worden. Insbesondere die 90iger Jahre lieferten uns ein wahres Eldorado von Angeboten. Allein schon wegen des neu aufgekommenen Internets. Plötzlich wurde fast alles zugänglich gemacht und kaum ein Thema bleibt unerwähnt. 

Bereits im Jahre 2005 erschien auf dem amerikanischen Markt das Buch "Off the Derech – How to respond to the Challenge". Verfasst von der amerikanischen Jüdin Faranak Margolese. "Off the Derech" ist die jüdische – orthodoxe Beschreibung für "vom (frommen / traditionellen orthodoxen) Wege abgekommen". 

Das Buch beschäftigt sich mit dem aktuellen Thema der jüdischen Assimilation. Warum werden einst orthodoxe Juden säkuler ? Warum heiraten immer mehr Juden Nichtjuden ? Bietet uns die Orthodoxie heute noch das, was wir für wichtig halten ? Faranak Margolese sah den Ansatzpunkt ihres Buches in der Tatsache, dass immer mehr ihrer Freunde und Bekannten zugaben, einst die jüdischen Thoragesetze eingehalten zu haben, doch dann irgendwann begannen, weniger Schabbat zu halten und vielleicht nicht ganz so auf koscheres Essen achteten. 

Amerikas Juden sehen sich seit vielen Jahren diesem gravierendem Problem ausgesetzt. Worin aber liegt die Herausforderung der Orthodoxie gerade junge Mitglieder zu halten ? 

Zu Beginn ihres Buches zeigt Frau Margolese auf, dass das Problem der Assimilation nicht erst seit heute oder gestern besteht. Hierzu liefert das Buch einige sehr interessante Statistiken und um die geht es in diesem Artikel, bevor ich etwas später auf weitere Inhalte des Buches eingehe. 

Bis zur Zeit der Aufklärung im 19. Jahrhundert gab es weder ein reform – noch progressives - noch ein konservatives Judentum. Juden waren ganz einfach Juden und die Mehrheit identifizerte sich mit der Religion. Ferner wird im Judentum das Judentum an sich als Volksgemeinschaft betrachtet. "Am HaYehudi – Das jüdische Volk". Bis heute in den modernen Staat Israel hinein gilt der Ausdruck "Das jüdische Volk" und selbst säkulere Juden sehen sich diesem Volk zugehörig und nicht nur israelisch. 

Schon vor dem 10. / 11. Jahrhundert gab es Judenverfolgungen seitens der Christen. Mit den Kreuzzügen nahm das Ausmaß der Judenverfolgung erheblich zu. Nicht nur, dass die Kreuzritter auf ihrem Weg von Europa nach Palästina eine unbeschreibliche Blutspur hinterliessen. Man schaue nur auf das Rheinland, wo Abertausende Juden von Kreuzrittern niedergemetzelt worden sind. Bei ihrem Einzug in Jerusalem löschten die Kreuzritter jegliches jüdische Leben in der Stadt aus. Als der Ramban (Rabbi Moshe ben Nachman, Nachmanides, 1194 – 1270) nach Jerusalem kam, fand er kaum mehr eine Minyan (10 jüdische Männer) zum Gebetsservice vor. Erst langsam erholte sich die jüdische Gemeinde Jerusalems und neue Synagogen entstanden. 

Das europäische Judentum wurde über Jahrhunderte hinweg von der Kirche verfolgt, gefoltert oder ermordet. Selbst die Maranos (spanische Juden, welche unter Zwang der Kirche zum Christentum konvertiert waren), wurden auch weiterhin von der Kirche mit Argwohn betrachtet. Nicht wenige der Maranos waren zwar zum Christentum übergetreten, lebten jedoch heimlich ihr Judentum weiter. 

Aufgrund der Verfolgung hielt man im Judentum zusammen und der Weg hinaus hätte eh nicht viel eingebracht. Die Kirche sowie Nachbarn hätte auch dann weiter herumgeschnüffelt und gedroht. Große Freiheiten hat die Welt des Mittelalters und auch danach nicht geboten und so blieb ein Jude ein Jude. Wie oben erwähnt, kam es erst mit dem Aufkommen des Reformjudentums zu einer massiven Umschichtung innerhalb des Judentums. Faranak Margolese in ihrem Buch: Bis zum 19. Jahrhundert waren ungefähr 250,000 Juden zum Christentum konvertiert. In den Jahren 1812 – 1845 verliessen 85% der Berliner Juden ihre Religion und liefen zum Christentum über. Als Quelle hierfür nennt Frau Margolese: Rabbi Ephraim Buchwald (Founder and Director of the National Jewish Outreach Program), Personal Interview, 22 August 2000. See also Chaim Dov Rabinowitz: The History of the Jewish People – From Nehemia to the Present.

Bis zum Jahre 1929 heirateten 30% der Judenheit Europas Nichtjuden. Bis zum Jahre 1930 besuchten 70% der jüdischen Kinder Polens keine jüdischen Schulen mehr. Rabbi Ephraim Buchwald gibt weiterhin an, dass ca. 30% der ehemals orthodoxen Studenten der berühmten Volozhin – Yeshiva im späteren Verlauf ihres Lebens zu säkuleren Bolschewiken wurden. Und bei diesen Studenten handelte es sich nicht um Juden, die ihre Religion nicht kannten und diese ihnen deswegen nicht viel bedeutete. Ganz im Gegenteil, denn im 19. Jahrhundert war die litauische Yeshiva (relig. Schule) VOLOZHIN das Harvard des Judentums. 

Zu der Zeit gab es in Europa ca. 3000 – 4000 Yeshiva Studenten. Im Vergleich zu heute: Die berühmte Yeshiva von Lakewood (bei New Jersey) hat allein 3000 Yeshiva Studenten. 

Zusammen mit der Moderne kam nach vielen Jahrhunderten die Zeit des "freien Willens" der Menschen auf. Die Bewohner Europas wurden nach all der Knechtschaft der Kirche sowie des Adels freie Bürger und diese Freiheit liess viele Juden die Orthodoxie oder die Religion als Ganzes verlassen. Man wollte sein, wie alle anderen oder halt sein Leben so leben, wie man es selbst für richtig hielt. 

Frau Margolese zitiert hier Rabbi Norman Lamm, den einstigen Präsidenten der amerikanischen Yeshiva University: "Es ist so als sitze man vor einem Bufett und habe die Qual der Wahl das auf seinen Teller zu legen, was man will". 

Die wichtigste Frage aber ist, warum diese gewonnene Freiheit viele ehemalige relig. Juden säkuler werden läßt. Liesse sich denn nicht Beides miteinander verbinden ? Faranak Margolese diskutiert im Verlauf ihres Buches mehrere Perspektiven, die vielleicht ein paar Antworten geben. Unter anderem den Einfluss der Außenwelt auf unser Verhalten. 

Nicht selten ringt das orthodoxe Judentum um seine Mitglieder und hierbei insbesondere um die Jugend. Was bei Eltern und Großeltern noch als wichtig und selbstverständlich galt, scheint der jungen Generation eine zunehmende Last. Eine Alternative zur Orthodoxie gibt es nicht, denn man kann, wie im Reformjudentum, nicht eine ganze Religion so zurechtrücken, wie es einem gerade passt. Was die Orthodoxie hingegen tun muss ist, jene Punkte aufzuzeigen, welche gerade die Orthodoxie so lebenswert macht, denn sie ist gewiss nicht das, wofür sie fälschlicherweise immer gehalten wird: Eine störende Last, die nur darauf aus ist, strenge Gesetze einzuhalten und einem das Leben zu vermiesen. 
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In der folgenden Zeit werde ich das Buch von Faranak Margolese des Öfteren erwähnen. Nebenher ebenso die Volozhin – Yeshiva: Ihre große Vergangenheit bis zum Holocaust, ihre Rabbiner sowie ihre heutigen Ableger in Israel und den USA. Außerdem stehen demnächst die drei Wochen vor dem jüdischen Trauer – und Fastentag Tisha be’Av (9. Av) an und dazu werde ich sehr viele Infos in den Blog stellen.

Freitag, Juni 29, 2012

Schabbat Schalom


 Photo: Miriam Woelke
B"H

Dieser Tage benötige ich etwas mehr Zeit bzw. Vorbereitung für ein paar anstehende Blogartikel. Jüdische Themen vorzubereiten, ist nie leicht und seinen Weg durch die Literatur zu graben, ist manchmal geradezu chaotisch. Auch zum Schreiben der wöchentlichen Thoralesung bin ich diese Woche nicht gekommen und stellte daher die Parasha vom vergangenen Jahr in den Blog. Da sich die Thora ja bekanntlich nie ändert, verliert der Inhalt eines älteren Artikels eh nie an Aktualität.:-) 

Heute ist die Yahrzeit (Todesgedenktag) eines bis heute sehr beliebten chassidischen Rebben: Der Klausenburger Rebbe, welcher in Netanya das Laniado Hospital gründete.

Parashat Chukat - פרשת חקת


Die Rote Kuh

Photo: Temple Institute Jerusalem



B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat
Wortdefinition: 

CHUKAT = Basisgesetz, Fundamental Law

Der Ramban und Raschi kommentieren: "Dies ist ein Gesetz von Mir (G - tt) und Ihr habt kein Recht, es in Frage zu stellen !"
Diese Thoralesung beginnt mit einem Paradox. Wahrscheinlich ist es das größte und berühmteste Paradox in der gesamten Thora und sogar der weise König Salomon (Schlomo HaMelech) verzweifelte an der Logik. Normalerweise erklärte G - tt Moshe die Gründe und die Logik sämtlicher Thoragesetze, doch in der Midrasch lesen wir, dass als Moshe G - tt nach der Bedeutung der Parah Aduma, der Roten Kuh fragte, er keine Antwort bekam.

Die Parasha heißt Chukat und Chukat steht für Gesetze, die wir mit unserem eingeschränkten menschlichen Verstand nicht zu fassen in der Lage sind. G - tt trägt Moshe auf, eine Rote Kuh (Parah Adumah) ohne jegliche Schönheitsfehler zu finden und sie in einem bestimmten Ritus durch Priester (Cohanim) verbrennen zu lassen. Danach wird die Asche der Kuh mit Wasser vermischt und unreine Menschen sowie Tempelgegenstände (Geschirr) werden, nachdem sie mit dem Wasser in Berührung gekommen sind, wieder rein. Körperlich genauso wie in ihrer Seele (Neschama). Allerdings wird derjenige, der den Verbrennungsprozess ausführt, dadurch unrein. Und genau darin besteht das Paradox. 


Wie kann etwas, was eigentlich rein (tahor) macht, andere wiederum unrein (tamei) machen ?

Hierzu gibt es viele Kommentare, doch eine erklärende Antwort haben wir nicht. Anscheinend soll uns diese Mitzwah (Gesetz) deutlich machen, dass unser menschlicher Verstand im Gegensatz zu G - ttes allumfassendes Wissen nur sehr eingeschränkt funktioniert. Nicht alles was G - tt tut oder entscheidet, liegt in unserer Kraft es auch logisch nachzuvollziehen. Die Logik ist vielleicht unser großes Problem, denn wir wollen alles logisch beantwortet haben und wehe dem, wenn es einmal nicht so funktioniert.

Die Mitzwah der Roten Kuh, selbst wenn sie uns unverständlich ist, dürfen wir laut der Gemara im Talmud Traktat Yoma 67b nicht kritisieren. Dort heißt es, dass dieses spezielle Gesetz von G - tt stammt und wir keinerlei Recht zur Kritik daran haben. Insgesamt wurden in der jüdischen Geschichte nur neun Rote Kühe verbrannt. Die erste in der Zeit Moshes und die letzte vor der Zerstörung des Zweiten Tempels. Es heißt, dass die zehnte Rote Kuh vom Meschiach verbrannt wird. Rabbi Zadok HaCohen von Lublin betrachtet die Mitzwah der Roten Kuh als Tikun (Reparatur der Seele) für das Goldene Kalb (siehe hierzu auch das Buch Noam Elimelech und die Tosafot).

Was ist die eigentliche Bedeutung der Mitzwot (Gesetze), die uns G - tt in der Thora aufgetragen hat ? Warum das alles ?

In der Chassidut wird als Hauptgrund angegeben, dass wir anhand der Erfüllung der Mitzwot eine Devekut (Nähe) zu G - tt erreichen. Wir können G - tt jedoch nur nahe sein, wenn wir uns in einem reinen Zustand befinden (Magen Avraham), wo wiederum die Rote Kuh mit ihrem Reinigungsprozess ins Spiel kommt. Einen sehr interessanten Kommentar zur Roten Kuh fand ich bei Rabbi Samson Raphael Hirsch. Rabbi Hirsch vergleicht die Roten Kuh und deren spätere Asche mit den zwei menschlichen Eigenschaften; der tierischen und der g - ttlichen. Die Tierische steht für die sogenannte "physical world" und die G - ttliche für die sogenannte "upper world". Unser weltlicher Körper, ausgedrückt durch die Kuh, wird sterben, aber unsere Seele (Neschama), ausgedrückt durch die Asche, wird für alle Ewigkeiten weiterleben.

Das Verbrennen der Roten Kuh mußte außerhalb des Lagers der Israeliten bzw. später zu Tempelzeiten außerhalb der Tempel stattfinden. In der Ära des Zweiten Tempels wurde die Kuh auf dem Ölberg verbrannt. In einer Prozession wurde die Kuh dorthin gebracht. Auf dem Ölberg angekommen wurde die Kuh mit einem Seil aus Bast so an einen Pfahl gebunden, dass ihr Kopf nach Süden und ihr Gesicht nach Westen gerichtet war. Der Priester (Cohen) stand in Richtung Osten und mit dem Gesicht nach Westen. Er schlachtete sie mit der rechten Hand und fing das ihr Blut mit der linken Hand auf (Talmud Parah, Mishna 9).

Seit der Zerstörung des Zweiten Tempels sind wir in der Ausführung unserer Mitzwot sehr eingeschränkt. Ca. 70 – 80 der ursprünglich 613 sind wir heutzutage in der Lage zu erfüllen. Alle weiteren bezogen sich auf den Tempeldienst und die Cohanim (Tempelpriester). Auch die Mitzwah der Roten Kuh gibt es derzeit nicht, sondern erst wieder nach dem dem Eintreffen des Meschiach.

Rote Kühen selbst sind vielen Wissenschaftlern ein Rätsel. Wie genau sahen die Kühe aus und wie kam es überhaupt, dass sie damals existierten und heute nicht ? Vor einigen Jahren glaubte man, in der Nähe von Haifa eine solche Rote Kuh entdeckt zu haben. Schon meinten viele, dass dann der Meschiach nicht mehr weit sei. Die Euphorie wurde jedoch schnell gedämpft, denn die Rote Kuh war nicht perfekt wie vorgeschrieben. Sie hatte einige schwarze Haare in ihrem ansonsten so roten Fell, was sie unkoscher für ein Verbrennen machte.

Der Parashainhalt der Roten Kuh, sowie der Tod von Miriam und ihrem Bruder Aharon sollten uns an diesem Schabbat etwas nachdenklich in bezug auf unser eingeschränktes Wissen und unsere Sterblichkeit stimmen.

Zu guter Letzt eine chassidische Story; eine Story von Rabbi Zusha von Anapoli (1718 - 1800), dem jüngeren Bruder des großen chassidischen Rabbiners Elimelech Weissblum von Lizhensk (Lejanks in Polen).

Einmal sagte Rav Zusha zu seinen Schülern:

"Wenn ich sterbe, wird mich G - tt nach meinem Tode nicht fragen - "Zusha, warum warst Du nicht so perfekt wie Avraham oder Moshe ?".
Was Er mich dagegen fragen wird ist - "Zusha, warum warst Du nicht Zusha ?"

Die Bedeutung ist, dass wir nicht immer auf andere und deren Potential schauen sollen. Stattdessen sollten wir uns lieber auf unsere Aufgaben und unser individuelles Potential konzentrieren. Was meines Nachbarn Aufgabe in dieser Welt ist, ist noch lange nicht meine.

 
Links:


Mittwoch, Juni 27, 2012

Erschaffung


Photo: Miriam Woelke

Die Schwierigkeit, ein religiöses Buch zu schreiben

B"H 

Seit Jahren sitze ich intensiv über einem bestimmten Thema der Thora. Fast jede Talmudpassage, fast jede Midrasch, Aggadah oder fast jeden Kommentar sowie die Kabbalah habe ich zum Thema umgekrempelt. Und obwohl viele von mir ein Buch über die israelischen Haredim (ultra – orthodoxe Juden) erwarten, so beschränke ich mich vorerst auf eine Stelle in der Thora, die, meiner Meinung nach, viel zu wenig Beachtung erlangte, aber die mich schon immer interessierte. 

All das gesammelte Material zusammenzufassen ist nicht einfach. Noch dazu, wo immer weitere Fragen auftauchen. In meinem Buch geht es im Wesentlichen um Teile aus dem 1. Buch Moses (Bereschit – Genesis). Insbesondere um die Thoralesungen BERESCHIT (Genesis) und Noach. Weil es in einem Kapitel eigentlich nur kurz um "Dämonen (Schedim)" im Judentum geht, stecke ich einmal wieder so richtig fest und muss Rabbiner befragen. Die vielfältige talmudische und anderweitige relig. Literatur gibt keine eindeutige Auskunft, wobei ich das auch gar nicht erwarte. Jeder Rabbiner bzw. Kommentator hat so seine eigenen Auslegungen zum Thema und ferner scheint es darauf anzukommen, in welchem Zusammenhang die Dämonen in Erscheinung treten. Manchmal scheint es sie zu geben, in einem anderen Bezug dagegen finden sie lediglich als Symbol für etwas anderes Erwähnung. 

Weiterhin bin ich auch noch gezwungen, dass Thema ENGEL anzusprechen und wer hätte gedacht, wie viele rabbinische Auslegungen es hierzu gibt. In der Kabbalah, im Talmud, im Chassidismus und vom KUZARI (Buch des Rabbiners Yehudah HaLevi) oder dem RAMBAM (Guide for the Perplexed - Moreh Nevuchim) ganz zu schweigen. Das beginnt schon allein damit, dass der Rambam (Maimonides) im Moreh Nevuchim unzählige philosophische Statements des Aristoteles diskutiert und diese mit dem Judentum vergleicht. Zur Zeit des Rambam und sogar noch vorher (im 11. – 13. Jahrhundert) nahmen sich viele bekannte Rabbiner des Themas an, da immer mehr Juden die Lehren der griechischen und arabischen Philosophen für logisch und glaubwürdig hielten. Dies geschah in solch einem Ausmaß, dass zahlreiche Rabbiner Schriften verfassten, welche den Juden die wesentlichen Grundzüge des Judentums erklären sollten. Alles im direkten Vergleich mit philosophischen Ideologien und das selbst ein Aristoteles nicht auf dem Pfad des Judentums liegt. 

Und so stecke ich einmal wieder fest und versuche, Antworten zu finden. Auch um weiterzukommen und das Thema zu einem Ende zu bringen. Eindeutige Antworten aber werde auch ich nicht liefern können, denn die gibt es nicht.

Magen David Adom und die christlichen Missionare


Israelische Magen David Adom Ambulanz gespendet von christlichen Missionaren !!!

Photo: Miriam Woelke

B"H

Um es vorab deutlich zu machen: Im Krankheitsfall sind wir alle froh, wenn uns ein Krankenwagen in ein Krankenhaus bringt. Was ich gestern jedoch sah, war, trotz allem, erschreckend. Als ich an einer Jerusalemer Bushaltestelle stand, sah ich einen geparkten Magen David Adom Krankenwagen und als ich dann das Schild an der Autotür las, fragte ich mich wieder einmal, was eigentlich in unserem Land vorgeht. 

Christliche Missionare in der Knesset und Netanyahus LIKUD wird mit riesigen Dollarsummen der freikirchlichen Evangelikalen geradezu überschüttet. Dabei wird leider schnell vergessen, dass das Hauptziel evangelikaler Christen darin besteht, Juden unter allen Umständen zum Christentum zu missionieren, um so (lt. irrer evangelikaler Ideologie) ein zweites Kommen des J. herbeizuführen). 

Seit vielen Jahren stecken gerade evangelikale Organisationen aus den USA Millionenbeträge in das Land Israel. Nicht, weil sie Israel so lieben, sondern aus einem ziemlich miesen und arroganten Hintergrund heraus.

Dienstag, Juni 26, 2012

Jüdisches Leben in Munkatch 1933




Wedding of Frime Chaye Rivke Shapira - daughter of Grand Rebbe Eleazer Shapira of Munkatch, author of Minchas Eleazer (d. 1936), to Rabbi Rabinowitz in March 1933. She was the mother of the present Munkatcher and Dinover Rebbes. Complete version. Includes other scenes of Jewish life in Munkacs, Hungary, both of secular and religious Jews. 

1. Wedding. Huge crowds of well wishers gather in the streets on the occasion of the wedding of the Munkacs Grand Rabbi's 18 year old daughter, Frime Chaye Rivke. The Munkatcher Rebbe makes a speech in Yiddish exhorting Jews in America to continue to keep Shabbos (to observe the sabbath day). The wedding party then enters the synagogue grounds, and the cantor sings blessings beneath the wedding canopy (chupah). The wedding concludes with festive hasidic music. Newspaper accounts indicate that some 20,000 people attended the celebrations. 

2. Secular Jewish children singing in Munkatch. 

3. Traditional Religious Jewish children studying in Orthodox Religious School in Munkatch. 

4. Book peddler and weaver in Munkatch. 

5. Secular Jews dancing in Munkatch.«

Einst gehörte die Stadt Munkatch (Munkatsch) zu Ungarn, heute dagegen ist sie Teil der Ukraine. Das Video erlangte Berühmtheit, denn es zeigt seltene Bilder aus der Stadt Munkatch sowie dem Leben der chassidischen Gruppe Munkatch. Eine verloren gegangene Welt Osteuropas, die mit Hitler ihr Ende fand. Nichtsdestotrotz lebt die chassidische Gruppe Munkatch weiter und besitzt, neben den USA, auch in Israel viele Synagogen.

NEIN zur Judenmission !





B"H

Wie christliche Missionare in Israel bei der Judenmission vorgehen, beweist einmal wieder dieses Beispiel. Oder umgekehrt gesagt, Missionare schrecken vor keinem noch so hinterhältigen Trick zurück. 

Warum auch ? 

Aus den USA fliessen genügend christliche Gelder und so sind fundamentalistische Freikirchler in der Lage, sich Büros und anderweitige Einrichtungen in bester Lage zu mieten. Wie, zum Beispiel, eine christliche TV – Missionsstation in russischer Sprache in Jerusalems Technology Park. 

Mehr Infos zu den christlichen Missionsumtrieben in Israel bei der Anti – Missionsorganisation YAD Le’ACHIM ! 


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Montag, Juni 25, 2012

Erschaffung


Photo: Miriam Woelke