Montag, Juni 04, 2012

Chabad Ramat Aviv darf nicht in die örtliche Shopping Mall


Der heutige Artikel in der israelischen tageszeitung MA'ARIV

Photo: Miriam Woelke
B"H

Laut der israelischen Tageszeitung MA'ARIV (sowie anderweitiger Presseberichte), dürfen die Chabad (Lubawitsch) Chassidim ab sofort keinen Tefillinstand mehr in der örtlichen Shopping Mall aufstellen. Bisher hatten Kunden sowohl als auch Ladenbesitzer den Chabad – Stand genutzt, um ihre Tefillin (Gebetsriemen) zu legen, doch dies scheint nun vorbei zu sein.

Das Legen der Gebetsriemen ist ein vorgeschriebenes morgentliches Ritual im Judentum. Jüdische Männer legen ihre Tefillin basierend auf Thora sowie der Halacha. Die chassidische Gruppe Chabad (Lubawitsch) legt hohen Wert darauf, Outreach zu betreiben und baut seit vielen Jahren öffentliche Stände an Flughäfen, in Fussgängerzonen oder auf Märkten an, wo jüdischen Männern, die normalerweise nicht jeden Tag Tefillin legen, dies nachzuholen. 

Gestern nachmittag kam der Ramat Aviv Chabad Rabbi, Rabbi Mordechai Wober, wie gewohnt zur Shopping Mall der noblen Ramat Aviv Mall, um drinnen seinen Tefillinstand aufzubauen. Zu seiner Überraschung verweigerte ihm der Wächter am Eingang den Zutritt. Rabbi Wober ging zu einem anderen Eingang und auch hier wurde er am Eintritt gehindert. Letztendlich gelang es dem Rabbi jedoch, die Mall zu betreten, denn Passanten hatten sich lautstark für den Rabbiner eingesetzt.

Die offizielle Stellungnahme der Ramat Aviv Mall: Die Ramat Aviv Mall heisst jeden Besucher willkommen. Egal, welche Hautfarbe, welches Geschlecht oder welche Religion er hat. Im Fall Chabad jedoch hatte es seitens vieler Kunden und Ladeninhaber Beschwerden gegeben, denn zahlreiche Leute fühlen sich von den Chassidim bedrängt. Aus diesem Grund hatte die Leitung der Mall die Chabadnikim aufgefordert, in Zukunft auf ihren Stand zu verzichten. Als Kunden aber seien sie jederzeit gern gesehen.

Die Chabad – Niederlassung im Nobelviertel Ramat Aviv (im Norden von Tel Aviv) hat seit Jahren Probleme mit vielen Teilen der Bewohner. Zum einen ist die Niederlassung meschichistisch angehaucht. Bedeutet, dass die Chabadnikim in Ramat Aviv zu denjenigen der Gruppe gehören, welche den letzten Rebben Menachem Mendel Schneerson (gestorben im Juni 1994) als den Meschiach betrachten. Das Herumfahren auf einem gelben Meschiach – Motorrad sowie das Schwenken der berühmten gelben Meschiach – Flagge kommt nicht bei allen Nachbarn gut an. 


Chabad House mit Meschiach - Flagge in Zfat / Nordisrael

Photo: Miriam Woelke


Zudem ist die Mehrheit der Bevölkerung von Ramat Aviv säkuler, wenn nicht sogar der eigenen Religion nicht gerade freundlich gesonnen. Chabad also stört den säkuleren Schein. Andererseits veranstaltet Chabad öffentliche Pessach – Sedern, zu der zahlreiche Nachbarn gern und zahlreich erscheinen. Ich selbst nahm vor zwei Jahren an der Pessach – Seder in Ramat Aviv teil.

Für jene, die nicht mit den Örtlichkeiten vertraut sind: Das Chabad House und die eigene Yeshiva (relig. Schule) liegen nur wenige Meter von der Mall entfernt. 

Link:

Nur in Chabad: "Der Weihnachtsmann mit Tefillin"

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