Donnerstag, Dezember 10, 2009

Parashat Vayeschev


B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat

"Vayeschev Yaakov be'Eretz Megurej aviv be'Eretz Canaan - Und Yaakov siedelte, lebte im Land seiner Väter, im Lande Canaan".
So lautet der erste Satz der dieswöchigen Thoralesung Vayeschev.

Die Frage ist, warum der Text hier besagt "Vayeschev" und nicht "Gar". Was ist der Unterschied zwischen den beiden Verben, die eigentlich beide "wohnen" andeuten ?
Rabbi Samson Raphael Hirsch aus Frankfurt beantwortete diese Frage wie folgt: "Lagur - Gar" deutet ein Wohnen an einem Ort an, an welchem einem das Land nicht gehört. "Vayeschev" hingegen bezieht sich auf ein Wohnen in einem Land, welches einem tatsächlich als Eigentümer zusteht. Und das Land Canaan gehört Avraham sowie den Nachfahren Yitzchaks; sprich, den JUDEN.

Bei "Vayeschev" und dessen Bedeutung fallen mir ebenso die heutigen Siedler ein, welche in der säkuleren israelischen Presse stets "Mitnachalim" genannt werden und nicht, wie eigentlich grammatikalisch richtig "Mityaschvim". Mityaschvim insoweit wie den Juden das Land tatsächlich gehört.

Schon von Beginn an tat sich ein riesiger Graben zwischen Yosef und seinen Brüdern auf. Yosef war des Vaters Darling und gab sich arrogant. Seine Brüder sahen ihn als eingebildeten Popanz, der sich die Augen schminkte und sein Haar hin und herstylte (siehe u.a. Ramban - Nachmanides). Meist gab sich Yosef lediglich mit den Kindern Bilhas ab, denn diese wurden als Konkubinenkinder von den Söhnen Leas verspottet. Benachteiligte tun sich gewöhnlich zusammen und so geschah dies auch im Falle Yosefs.

Andererseits gab Yosef sich auch nicht gerade als Unschuldslamm, denn er verpetzte seine Brüder beim Vater wo es nur ging. Kein Wunder, dass die so richtig sauer auf ihn waren und ihn als Querulanten ansahen. Warum aber retteten die Söhne Bilhas Yosef nicht vor dem Verkauf an die Ishmaeliten ? Hier vertritt die Midrasch Rabbah die Ansicht, dass Yosef über all seine Brüder beim Vater herzog.

Zu antiken Zeit genauso wie heute noch in der Beduinengesellschaft hüten die Schwächsten einer Familie die Schafherden. Die Dummies, sozusagen. Bei den Beduinen sind es heute fast immer die Frauen, die da als Hirten schuften. Yosef wurde als Dummie gesehen und er war es, der mit den Kindern der Konkubinen Bilhah und Silpah die Viehherden hütete. Auch den späteren König David kennen wir als Hirten, denn seine Brüder meinten, etwas Besseres zu sein und machten sich nicht gerne die Hände schmutzig.

Der Ramban ist ebenso der Ansicht, dass Yosef über die Söhne der Zweitfrauen von Yaakov bei seinem Vater ablästerte und deswegen hassten Dan, Naphtali, Gad und Asher ihn leidenschaftlich. Als die Söhne Leas sahen, wie sehr Yaakov den Yosef liebte und verzog, wurden sie neidisch. Yaakov liebte den Yosef, da er der Sohn seiner geliebten Rachel war. Andere Kommentare besagen, dass sich Yosef und Yaakov sehr ähnlich sahen.

Was auch immer Yaakov von seinen Vorfahren Schem (Sohn Noachs) und Ever (Sohn von Schem) gelernt hatte, lehrte er nun dem Yosef. Sämtliche Weisheiten und Geheimnisse der Thora.
Thora ?
Kam die Thora nicht erst später ins Spiel ?
Ja, schon, aber unsere Weisen lehren uns, dass die Vorväter schon vorab viele Gesetze der Thora einhielten, bevor diese überhaupt erst gegeben wurde.

Als Yosef dann auch noch den Traum hatte, in welchem sich seine Brüder vor ihm verneigen, war der Ofen ganz aus und ihr Hass kannte kaum mehr Grenzen. Nein, Yosef solle niemals irgendein König werde und über sie herrschen.

Yosef traf auf seine Brüder in Dotan, denn sein Vater hatte ihm aufgetragen, diese zu suchen. Zuerst wollten sie ihm umbringen, doch Ruven hielt sie zurück. Sie beschlossen, ihn in eine Grube zu werfen, um sich nicht ganz so schuldig an seinem direkten Tod zu machen. Der Ramban erwähnt an dieser Stelle, wie so oft, den Raschikommentar, der da besagt, dass die Thora ausdrücklich hervorhebt, die Grube sei LEER gewesen. Was interessiert es uns, ob die Grube leer war oder irgendwo eine kleine Wasserpfütze darin stand ?
LEER bedeutet in diesem Zusammenhang, dass sich nichts in die Grube wagte, denn diese war von Schlangen und Skorpionen bevölkert. Der erste aschkenasische Oberrabbiner Israels, Rabbi Kook (Kuk) sieht die Grube, in die Yosef geworfen wurde als Metapher für die Diaspora. Rabbi Kook vergleicht eine dunkle Grube mit derlei Getier mit der Diaspora. Gerade dort werden die Juden mit allen nur erdenklichen äußeren Einflüssen konfrontiert und ausgerechnet Yosef zeigt uns den Weg, wie wir dennoch unsere jüdische Identität und unsere Werte beibehalten. Yosef war der Meinung, dass wir uns den anderen Völkern mehr entgegenstrecken sollen. Mit anderen Worten, wir können uns nicht in abkapseln, sondern müssen genauso mit ihnen Leben. Zum Beispiel in der Geschäftswelt oder im Freundeskreis. Eine Öffnung bedeutet jedoch nicht "Mischehen - Juden heiraten Nichtjuden" einzugehen oder ihr Wertesystem zu übernehmen, denn auch für Yosef gab es eine Grenze der Offenheit. Die Thora und ihre Inhalte dürfen nie ad acta gelegt werden.

Yosefs Bruder Yehudah dagegen war mehr für die absolute Aufrechterhaltung der Heiligkeit (Keduscha) und der Separation. Rabbi Kook vergleicht beide Charaktäre mit dem Kampf der Makkabäer gegen die Griechen. Da die Parashat Vayeshev immer in die Chanukkah - Zeit fällt, suchen wir natürlich nach Zusammenhängen zwischen ihr und Chanukkah. Gerade zur Zeit der griechischen Besatzung verschrieben sich viele Juden dem Hellenismus. Man wollte so sein wie alle anderen Völker auch, nur G - tt spielte bei dem Spiel nicht mit. Das gleiche Schicksal wird auch uns irgendwann wiederfahren, wenn wir uns nicht an die Thora halten und meinen selbst entscheiden zu können was wir brauchen und was nicht.

Die Brüder sahen eine Karawane vorbeiziehen und Yehudah beschloss, denn Yosef einfach zu verkaufen. Wie konnten seine Brüder nur so grausam sein und Yosef in die Sklaverei
verkaufen ? Hätte G - tt sie nicht unbarmherzig bestrafen müssen ? Und wieso rächte sich Yosef nicht später als er dazu imstande war ? Nebenbei erwähnt, Yosef erzählte später seinem Vater NIE, was die Brüder ihm angetan hatten. Die Thora gibt uns in den folgenden Parashot keinerlei Auskunft darüber. Als sein Vater Yaakov nach Ägypten zog, wohnten dieser und sein Sohn Yosef recht weit auseinander. Ein Kommentator ist der Ansicht, dass Yosef mit Absicht seinen Vater auf Distanz hielt, um so eventullen Detailfragen zu entkommen.

Der Arizal (der große mittelalterlich Kabbalist Rabbi Yitzchak Luria) ist der Ansicht, dass G - tt die Juden für den Verkauf des Yosef bestrafte. Und zwar zu der Zeit der römischen Besatzung vor 2000 Jahren als nach und nach berühmte Rabbiner wie Rabbi Akiva oder Rabbi Gamliel hingerichtet wurden. Die damaligen 10 Märtyrer repräsentieren die 10 Brüder. Dennoch kommt der Arizal genauso wie andere Kommentatoren noch zu einem ganz anderen Ergebnis. Die Brüder Yosefs sahen in ihrem Verhalten absolut nichts Unrechtes. In den vorherigen Generationen war es immer so der Fall gewesen, dass einer aus der Familie das schwarze Schaf war. So hatte Avraham einen Ishmael, der zuerst schlechten Charakters war (bis er zu G - tt zurückkehrte, siehe Talmud Traktat Bava Batra 16b) oder Yitzchak hatte einen Esav. Automatisch kamen die Söhne Yaakovs zu der Erkenntnis, dass auch ein ihrer Familie ein schwarzes Schaf umgeht; nämlich Yosef.

Aber können wir wirklich nur den Brüdern die Schuld in die Schuhe schieben ? Die Gemara im Talmud Traktat Schabbat 10b lehrt, dass ein Elternteil niemals ein Kind besonders bevorzugen soll. Dies rufe den Neid der Geschwister hervor. Und wenn unsere Vorväter auf solch einem hohen geistigen Level waren, wieso hielten sich sich nicht an diese einfache Regel ?
Yosef musste zwangsläufig in der Diaspora (Galut) landen, denn G - tt hatte vorbestimmt, dass die Juden in die ägyptische Diaspora gehen. Alles in unserem Leben ist vorbestimmt durch G - ttes Pläne und an dieser Stelle sind wir wieder zurück beim Thema des "Freien Willen". Wieviel "Freien Willen" haben wir wirklich in unserem Leben und was sieht G - tt für uns vor ?
Anscheinend müssen wir schwere Zeiten erleiden oder im Leben immer wieder Umwege gehen, um ans eigentliche Ziel zu kommen. Wenn wir sauer sind, diesen oder jenen Job nicht bekommen zu haben, dann sind wir enttäuscht vom Leben, weil wir glauben, gerade der Job sei das Richtige für uns gewesen ? Wäre er das wirklich ? Vielleicht hätte sich hinterher das genaue Gegenteil herausgestellt oder unser Leben wäre schlimmer geworden als zuvor. Nicht alles, was wir wollen, muss immer gut für uns sein und manchmal kommt es vor, dass G - tt uns vor zu schnellen Fehlern bewahren will. Das Problem ist nur, dass wir es in dem Moment nicht verstehen.

Der chassidische Kommentator Shem MiShmuel misst daher der Geschichte des Yosef ganz anderen Wert bei. Der Verkauf des Yosef musste erfolgen, um die Juden in die Diaspora nach Ägypten zu bringen. Und der ebenso große chassidische Rabbiner, der Chozeh (Seher) von Lublin, Rabbi Yaakov Yitzchak Horowitz, fügt noch einen weiteren philosophischen Gedanken hinzu. Sollen wir das Wort "Neid" immer nur negativ betrachten ? Nein, meint der, denn Neid kann durchaus positiv sein. Nämlich in dem Moment, indem ich andere Menschen um deren gute Eigenschaften beneide. Dies wiederum ruft eine innere Veränderung in mir hervor, die mich zum positiven bewegt. Bei den Brüdern hingegen war der Neid nur negativ.

Aber es gibt noch eine andere Verbindung zwischen dieser Thoralesung und dem am Freitag abend (11. Dez.) beginnenden Chanukkah - Fest. Yosef und die Makkabäer zeigen uns, dass es immer Hoffnung im Leben gibt. Und sei alles auch noch so trist, niemals sollten wir uns hängenlassen und aufgeben, denn schnell kommen auch wieder andere Zeiten.


Schabbat Schalom und vorab Chanukkah Sameach !

Der Maharal über Chanukkah

B"H

Rabbi Yehudah Loew ben Betzalel (der Maharal von Prag) verfasste in "Ner Mitzwah" seine Interpretationen zu Chanukkah.

Die damalige griechische Besatzungsmacht war nicht gegen Juden, sonderns ausdrücklich gegen deren Thora und Mitzwot (Gesetze). Die Juden stützen ihre Weisheit auf die Thora und somit auf die g - ttliche Weisheit. Zur Zeit der Griechen weiterhin auf den Zweiten Tempel. Die Absicht der griechischen Besatzung lautet daher, die Thora abzuschaffen, um somit den Juden klarzumachen, dass sie einzig und allein ihre menschliche Weisheit nutzen sollen. Und sehen wir nicht heute auch das Nutzenwollen der menschlichen Weisheiten, indem uns andere Völker einzureden zu versuchen, wir sollen uns endlich assimilieren und so sein, wie alle anderen halt auch. Und gibt es nicht auch heute Juden, welche die Thora abschaffen bzw. gemäss ihres limitierten menschlichen Verstandes verändern wollen ? Sprich, den g - ttlichen gegen den menschlichen Verstand eintauschen.
Genau daran sollten wir alle an Chanukkah einmal nachdenken !

Wer als Jude die Thora nicht halten will / kann, schön, der soll zumindest daran arbeiten und es zugeben und nach keinen Veränderungen schreien, nur weil ihm sein menschlicher Verstand ihm das vorgibt.

Ein Mensch mit Thora wird als GUTE Schöpfung betrachtet, denn die Thora gibt ihm den Verstand. Doch wenn in dem Menschen keine Thora vorhanden ist, so fehlt gleichermassen der Verstand. Demzufolge wird dieser Mensch nicht als gute Schöpfung bezeichnet, denn er verspürt nicht den Drang, sich zu perfektionieren. Ein Mensch ohne Thora und Verstand begibt sich demnach auf den Level eines Tieres, welches nur nach seinen Bedürfnissen lebt und diese zu befriedigen versucht.

Die Worte des Maharal mögen hart klingen, doch sollte man sie einmal so betrachten:


Selbst wenn ich nicht bereit bin oder noch nicht bereit bin nach der Thora zu leben, so sollte ich als Jude niemals das Ziel aus den Augen verlieren. Immer sollte es ernsthaft in meinem Hinterkopf hängen, dass ich es vielleicht einmal schaffen werde. Bis dahin verstehe ich zwar all die vielen Mitzwot nicht, tue jedoch mein Bestes, um irgendetwas zu erfüllen oder ein klein wenig mit der Religion zu leben.


Lehne ich jedoch grundsätzlich alles als dämlich und überflüssig ab, begebe ich mich arroganterweise auf eine höhere Stufe als mein Schöpfer a la "Ich weiss selber, was für mich gut ist und entscheide. Ich lebe nach meinen eigenen Vorstellungen und lasse mir von niemandem etwas voschreiben !"


Und wie lebe ich dann ?
Ich konsumiere und geniesse. Ich als King über mein Leben.
Wie schaut die Stufe eines solchen Menschen aus ?

Mittwoch, Dezember 09, 2009

Mitzwat "Seid fruchtbar und vermehret Euch"

B"H

"Seid fruchtbar und mehret Euch", dies ist die allererste Mitzwah (Gebot), welche G - tt der Menschheit aufträgt. Wohlgemerkt, der Menschheit und nicht nur Adam und Eva (Chawa) in Gan Eden (Paradies). Nichtsdestotrotz, diese Mitzwah gilt nur für Männer. Frauen können, müssen aber nicht.

Rabbi Daniel Frish (vor seinem Tode zuerst Chassid der Toldot Aharon und späteres Mitglied der Chassidut Toldot Avraham Yitzchak) gibt seinen Standpunkt des Konzeptes "Seid fruchtbar und vermehret Euch" in seinem Buch "Kedusha veZniut - Heiligkeit und Anstand" (ein Anstandscode der Chassidut Toldot Aharon) wieder. Laut seinem Verständnis erhielten nicht nur Juden dieses Gebot, sondern ebenso alle anderen Völker (siehe "Kedusha veZniut", 1. Kapitel). Selbst die Tiere sollen dieses Gebot halten. Gemäss ihres Instinktes, versteht sich.

Der Talmud Traktate Yevamot 62 lehrt uns, was die talmudischen Rabbiner unter der Erfüllung der Mitzwah "Seid fruchtbar und mehret Euch" verstanden. Wieviele Kinder muss ein Mann haben, damit er die Mitzwah richtig erfüllt ?

Der Talmud Yevamot berichtet und gleichermassen von einer Machloket (Meinungsverschiedenheit) zwischen dem Haus des Schammai und dem Hause Hillel. Die beiden berühmten Rabbiner aus der Zeit des Zweiten Tempels sind bekannt, dass sie kaum jemals miteinander übereinstimmten. Der Talmud ist voll mit ihren Streitgesprächen. Ich las einmal, dass wir uns nach dem strengeren Hause Schammais richten, wenn die Zeit des Meschiach angebrochen ist. Bis dahin richten wir uns nach dem moderateren Hillel.

Schammai sagt, dass ein Mann die Mitzwah dann erfüllt, wenn er mindestens zwei Söhne und zwei Töchter hat. Laut Hillel dagegen braucht ein Mann nur eine Tochter und einen Sohn zu zeugen.

Schammai begründet seine Ansicht mit der Tatsache, dass Adam und Eve zwei Söhne (Kain und Hevel - Abel) hatten; und wie die Midrasch sowie andere Quellen und wissen lassen, hatten die beiden drei Töchter. Als Kain den Hevel ermordete, wurde der zweite Sohn später von Seth (Schet) ersetzt.

Die Frage ist, ob die Mitzwah "Seid fruchtbar und mehret Euch" auch für einen männlichen Konvertiten zum Judentum gilt. Der talmudische Rabbiner Reish Lakish (Talmud Yevamot 62) bekundet daran so seine Zweifel, denn die Kinder von Konvertiten aus ihrem nichtjüdischen Vorleben gelten nicht als ihre Kinder ! Laut dem Judentum ist ein Konvertit zum Judentum auch dann kinderlos, wenn er in seinem nichtjüdischen Vorleben Kinder zeugte. Somit kann der Konvertit die Mitzwah nicht immer erfüllen.

Denunzierung von Yeshiva Studenten



Photo: Ynet


B"H

Viele Jahre lang bin ich, G - tt sei Dank, nicht mehr im Besitz eines TV - Gerätes. Der Laptop bzw. das Internet ist schlimm genug und zu oft eine reine Zeitverschwendung. Vor allem dann, wenn ich auf Youtube surfe.

Die haredische (ultra - orthodoxe) Gesellschaft steht, seitdem das Internet / TV existiert, einem riesigen Problem gegenüber, denn besonders junge Haredim surfen in Internetcafes. Angefangen bei TV - Programmen wie Filme und Sport bis hin zur Pornographie.
Litvische Haredim weniger, doch viele chassidische Gruppen legen Wert auf die Internetkontrolle. Sprich Gruppen wie Gur (jiddisch: Ger) verlangen den Report eines Computers im Heim eines Gruppenmitgliedes. Wer Internet will, der braucht eine Erlaubnis vom Rebben. Meist wird diese im Endeffekt nur dann erteilt, sobald der Chassid das Internet aus beruflichen Gründen benötigt. Wie, z.B., Chassidim, die als Broker oder Anwälte arbeiten.

Das Jerusalemer Internetcafe in der Jaffa Road kann ein Lied von der Kontrolle der haredischen Anstandspolizei singen. Circa alle zwei Wochen trudeln die Anstandswächter ein und wenn sie denn kommen, ist das Klo plötzlich mit flüchtenden Sündern vollgepackt.

Außer den News oder National Geographic schaue ich kein TV. Und Beides auch nur bei Gelegenheit, wenn irgendwo ein Gerät in der Nähe sein sollte. Alles andere ist Müll und Zeitverschwendung. Soll ich mir etwa Israels beliebtesten Schmalz "Big Brother" reinziehen ?
Da verzichte ich gerne !

Das ultra - orthodoxe Mea Shearim ist wieder einmal in "Aufruhr" oder besser gesagt das ansässige Anstandskommittee. Nachbarn sollen jene Bewohner denunzieren, die da einen Internetanschluss im Hause haben. Insbesondere Yeshivastudenten. Wobei ich annehme, dass die Mehrheit der Yeshivastudenten im Stadtteil Amerikaner sind, die an der benachbarten MIR Yeshiva lernen. Schwarze Kipa auf dem Kopf, aber besoffen aus dem Fenster gröhlen. So jedenfalls erlebte ich die jungen Amerikaner unzählige Male. Vor allem an Purim.
Da sie wohlhabende Eltern haben und eine ausreichende Kreditkarte zücken, bekommen sie jene Wohnungen zugesprochen, welche sich normale Haredim (ohne viel Einkommen) nicht leisten können. Die Eltern der Kids wissen hauptsächlich nicht, was ihre Früchtchen in Israel so treiben, die Nachbarschaft hingegen schon. Nein, den besten Ruf haben die Yeshiva - Anglo - Kids in Jerusalem nicht weg. Auch nicht bei der Polizei. Heutzutage verfügt jede Yeshiva (auch israelische) über hausinterne Drogenberater und an Problemen fehlt es nie.

Jetzt also geht die Anstandspolizei im Namen der Nachbarschaft auf Anstandsfang und ich bin mir sicher, dass es viel zu entdecken gibt.
Einen Rat an die betreffenden Kids: "Zieht einige Meter weiter nach Maalot Dafna, Ramat Eshkol oder auf den French Hill !"

Dienstag, Dezember 08, 2009

Chabad zündet Chanukkah Lichter

Chabad zündet Chanukkah Lichter an der Ecke King George / Ben Yehudah in Jerusalem. Ab dem 13. Dezember sind die Chabadnikkim wieder überall in der Stadt im Einsatz. Die Chanukkiyot sind schon aufgestellt.



Chanukkah und nicht xmas

B"H


Eine glänzende Idee:


http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3815175,00.html


Business dient insbesondere in Tel Aviv wieder einmal dem geschäftlichen und nicht dem moralischen Ziel der jüdischen Identität. Wer als Jude den eigentlichen Sinn des Chanukkahfestes, nämlich den Sieg der Juden über den Hellenismus, nicht verinnerlicht, der verfällt genau in die alte Zeit der Hellenisten zurück und hat nichts zu feiern.

Wenn Christen mich für den auf Leben in Jerusalem veröffentlichten Artikel einen Rassisten nennen, so stört mich das weniger. Wenn Juden dagegen die gleiche Anklage loslassen, tut mich das allerdings sehr verwundern.

Trotz Chanukkah, dem Wunder mit dem Öl, den Makkabäern (Maccabim) und G - tt, der Kampf gegen den hellenistische Ideologien dauert bis heute an. Insbesondere dann, wenn Juden meinen, die Thora wieder einmal zu ihren Gunsten ändern zu wollen.


Artikel von "Leben in Jerusalem"

B"H


Sobald ich durch das Untergeschoß des Zentralen Busbahnhofes in Tel Aviv gehe, fühle ich mich wie im Ausland. Nicht, dass das Untergeschoß überhaupt noch einen allzu israelischen Eindruck macht. Die vorhandenen Läden begrenzen sich überwiegend auf Thai - Food oder anderweitige asiatische bzw. russische Produkte. Und falls jemand abends vorbeischaut, wird er ausschließlich von thai -, philippinischer - oder russischer Musik berieselt, welche aus den hauseigenen Lautsprechern des Busbahnhofes kommt. Dazu vorwiegend Werbespots in russischer Sprache.


Und gerade jetzt findet, wie alle Jahre wieder, im Untergeschoß der Weihnachtsmarkt statt. Viele, von offensichtlich russischen Händlern geführte Stände, verkaufen Weihnachtsbäume aus Plastik (von grüner Farbe bis gold oder blau ist alles dabei). Weiterhin gibt es Weihnachtsschmuck, Santa Claus und alles, was das Weihnachtsherz halt so begehrt.




An all dem gehe ich vorbei, ohne mich in großer Beachtung zu verlieren. Trotzdem, Israel ist ein jüdisches Land und öffentlich zur Schau gestellte christliche Symbole stören mich nun mal. Als ob wir nicht schon genug Probleme mit Missionaren etc. haben.
Natürlich kann man argumentieren, dass die ausländischen Gastarbeiter schließlich das Recht haben, ihre Feiertage zu feiern. Die negative Folge besteht nur darin, dass immer mehr säkulere Israelis ebenso das Weihnachtsfest feiern wollen. Nicht aus relig. Gründen, sondern weil so ein Baum eben eine gewisse Gemütlichkeit ausdrückt. Der Baum, das Essen, die Musikberieselung und ggf. ein paar Geschenke.


Aber all diese Weihnachtsartikel öffentlich zur Schau zu stellen und zu vertreiben könnte schlimmstenfalls noch weitere Juden dazu animieren, ein Weihnachten zu begehen. Und sei es auch nur aus Fun.

Montag, Dezember 07, 2009

Chanukkah Insights


Chanukkah - Leuchter (Chanukkiot) in der Jerusalemer Altstadt




B"H


Am Freitag abend (11. Dezember 2008) beginnt das achttägige Chanukkah (Lichterfest). Laut dem jüdischen Kalender wird Chanukkah acht Tage lang, vom 25. Kislev bis zum 2. oder 3. Tevet, gefeiert. Es ist kein biblisches, sondern ein rabbinisch verankertes Fest, festgelegt von den Sanhedrin. Das erste Mal wurde Chanukkah schon ein Jahr nach dem tatsächlichen Geschehen gefeiert.


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Was oftmals gerne übersehen wird ist, dass Chanukkah ein rein jüdisches Fest ist und mit dem Christentum absolut nichts zu tun hat. Der alleinige Beweis dafür ist die Zeitperiode, in der sich das Chanukkah – Wunder bzw. der Kampf der Makkabäer gegen die Griechen ereignete. Die Makkabäer waren Cohanim (Tempelpriester) und sie kämpften gegen den Götzendienst im Heiligen Land, in Jerusalem und vor allem im Tempel. Sie kämpften für das Judentum und wenn die Makkabäer sehen könnten, wie heutzutage ihr Sieg von anderen Religionen missbraucht wird, dann täten sie sich im Grabe umdrehen. Weihnachten und Chanukkah haben daher nichts miteinander zu tun und wer beide Feste auf einen Nenner bringen will oder zusammenfeiert, der tritt die Absicht der Makkabäer mit Füssen.
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In diesem Beitrag gehe ich nicht unbedingt auf die historischen Ereignisse ein, sondern vielmehr auf die Halachot, Bräuche und chassidische Traditionen.


Ziel der griechischen Besatzung war es, die jüdische Religion auszulöschen. Das Thoralernen, der Schabbat und Beschneidungen (Brit Milah) waren gesetzlich verboten. Mit dem Aufstand der Makkabäer (Mattetiahu, der Vater Yehuda Makkabis, war Cohen HaGadol - Hohepriester) im Jahre 165 vor Beginn der Zeitrechnung fanden die Juden zur Spiritualität zurück. Die Griechen waren auf Materialismus und Schönheit des Körpers bedacht, doch die Juden wollten ihre Religion erhalten. Es war nicht nur ein Aufstand gegen die Besatzung, sondern vielmehr ein spiritueller Kampf und ebenso ein Kampf ums Überleben. Der Kampf zwischen der Seele (Neschama) und dem Materialismus.


Das eigentliche Chanukkah – Wunder ist nicht der siegreiche Krieg der Makkabäer, sondern das acht - tägige Brennen der Menorah (siehe Rabbi Avraham Yehoshua Heschel von Apta in seinem Buch "Ohev Israel, der Sefat Emet und viele andere). Nachdem die Makkabäer den Tempel von den Griechen zurückeroberten, fanden sie in ganz Jerusalem nur eine einzige kleine Flasche reines koscheres Olivenöl. Mit dieser Menge hätte die Tempelmenorah (der siebenarmige Tempelkerzenleuchter) vielleicht einen Tag brennen können. Für die Herstellung neuen reinen koscheren Olivenöles wurden acht Tage benötigt und das Wunder war, dass die Menge der kleinen Flaschen acht Tage lang ausreichte und die Menorah brannte.


In der Chassidut sowie der Kabbalah sind die acht Tage von Chanukkah und das Wunder insgesamt zeitlos. Für G – tt existiert keine Zeitrechnung, denn Er ist unendlich. Die Zeitrechnung, die in unserem DNA verankert ist und die uns bekannt ist, existiert in den oberen Welten nicht. Im Gegensatz zu unserer Welt koexistieren in den oberen spirituellen Welten die Vergangenheit, die Gegenwart sowie die Zukunft. Alle drei Zeiten existieren auf einmal, heisst, zum gleichen Zeitpunkt und daher ist Chanukkah zeitlos.


Aber wieso Wunder ? Was genau ist überhaupt ein Wunder ?


Ein Wunder gilt immer dann als solches, wenn etwas Übernatürliches geschieht. Etwas, dass aller Natur zum Trotz passiert und für unseren menschlichen Verstand unerklärbar und unlogisch ist. Aber nicht alles, was uns als Wunder erscheint, muss immer gleich eines sein (der Ramban - Nachmanides) hat hierzu eine Erklärung innerhalb der Parashat Noach (Genesis - Bereschit 11:28), auf welche ich noch eingehen werde). Für G – tt ist es selbstverständlich, die Natur beliebig verändern zu können, was er zu Zeiten der Makkabäer tat udn somit die Kerzen der Tempelmenorah acht Tage brannten.


Im Chassidismus stehen die Chanukkah - Kerzen für die Seele (Neschama) der Menschen. Auch wird das Licht selbst als das "verborgene Licht (Or HaGanuz)" gesehen, welches G - tt am ersten Tag erschuf und welches in der Zeit des Meschiach zurück kommt (Bnei Yissachar). Die acht Tage sind für uns eine spirituelle Reise des Körpers und der Seele. Essen, Kerzen und die Historie stehen für den Körper und Meditation, Freude, Wärme und Licht für die Seele.


Das Licht Chanukkahs hat die Macht, zu jedem Juden zu gelangen und sei dieser auch spirituell so weit von seinen jüdischen Wurzeln entfernt. Seine Seele (Neschama) verfügt immer über einen Funken, heisst einer direkten Verbindung zu G – tt (Rabbi Shmuel Bozorovsky, der derzeitige Rebbe der chassidischen Gruppe Slonim).
Dieser Funke verbleibt auch nach dem Tode in der Seele und wird bei der Auferstehung der Toten wieder zum Leben erweckt (Bnei Yissachar).


Der Sefat Emet (ehemaliger Rebbe der Chassidut Gur) betrachtet jedes Chanukkah als spirituelle Erneuerung für den Juden. Dies gilt insbesondere für die Juden in der Diaspora. Das Chanukkah – Licht erneuert in ihnen die Erkenntnis ihrer Zugehörigkeit zum jüd. Volk und verdeutlicht ihnen gleichzeitig, das schwierige Leben in der Diaspora. Der Aufstand der Makkabäer zeigt uns, dass wir niemals die Hoffnung aufgeben dürfen, da Juden die spirituelle Kraft haben, etwas zu bewirken. G - tt kann zu jeder Zeit die Natur überwinden und ein Wunder bewirken.




Halachot und Bräuche


1. Dieses Mal fällt die erste Kerze auf einen Freitag abend und somit werden die Chanukkah - Kerzen kurz VOR den Schabbatkerzen gezündet !


2. Am ersten Abend werden vor dem Anzünden drei Segen gesagt, an den weiteren Abenden nur zwei. Siehe Siddur.


3. Gezündet werden die Kerzen mit dem Schamasch, der Kerze hinter allen anderen (der 9. Kerze). Zuerst den Schamasch anzünden und dann von links nach rechts jede neu dazugekommene Kerze zünden. Immer die neue Kerze zuerst. Bei Ölkerzen sollte der Schamasch eine Wachskerze sein.


4. Die Chanukkiah (Chanukkah – Leuchter) sollte am Fenster oder neben bzw. vor der Haustür plaziert werden. "Lefarsem et HaNes - das Wunder verkünden".


5. Es ist verboten das Chanukkah - Licht für andere Zwecke zu verwenden (z.B. zum Lesen).
Es gibt einen Brauch die Psalmen 30, 67 und 91 zu sagen, während die Kerzen brennen. Laut Baal Shem Tov wird Psalm 91 sieben Mal gesagt. Außerdem sagen wir Hallel (Psalm 113 – 118) an Chanukkah !!!


6. An Chanukkah ist es verboten zu fasten oder zu trauern.
Es ist keine Pflicht, aber man kann ein Chanukkah - Essen daheim vorbereiten. Bei Chassidim ist dies sehr populär.


7. Es ist eine Mitzwah, die Kerzen zu zünden und jeder im Haushalt sollte seine eigenen Kerzen anzünden. Ein Licht täglich wäre halachisch genug.
Während des 2. Tempels gab es einen Streit zwischen Hillel und Shammai. Laut Shammai sollten am ersten Abend acht Kerzen brennen und dann jeden Tag eine weniger. Wir folgen der Meinung Hillels, der sagte, dass am ersten Tag eine Kerze gezündet wird und danach täglich eine weitere hinzugefügt wird.


8. Gewöhnlich wird nach dem Lichterzünden MAOZ ZUR gesungen.


9. Das traditionelle Essen sind Sufganiot (Krapfen, Berliner), Latkes (Kartoffelpuffer) und auch Käse. Der Käse geht auf die Geschichte mit Judith zurück, die König Eliporni tötete, indem sie ihm Käse zu essen gab, er durstig wurde, Wein trank und betrunken wurde.


Sufganiot und Latkes werden gegessen, da sie viel Öl enthalten und Öl das Wunder repräsentiert.


10. Im Birkat HaMazon fügen wir das Gebet "Al HaNissim" ein.


11. Es ist Brauch, den Kindern Chanukkah - Geld zu geben.


12. Auch spielen viele mit dem Kreisel - Dreidel (hebrä. Sevivon). Auf dem Dreidel steht auf jeder der vier Seiten ein Buchstabe:


Nes Gadol Haya Po - Ein grosses Wunder war hier (auf israel. Dreideln).


Nes Gadol Haya Sham - Ein grosses Wunder war dort (auf ausländ. Dreideln).


13. Das Arbeiten während der acht Tage von Chanukkah ist NICHT verboten (Rabbeinu Gerschom sowie Schulchan Aruch – Orach Chaim 670).


Für Chassidim hat das Dreidelspiel eine innere Bedeutung, was ich einmal auf einer Chanukkah - Party der Breslover Chassidim lernte. Die vier Seiten mit den Buchstaben weisen auf die vier Königreiche Babylon, Griechenland, Persien und Rom hin. In der Zukunft werden diese Königreiche verschwinden, doch Israel wird fortbestehen (Bnei Issachar).


Vorab wünsche ich allen Chanukkah - Sameach und ein fröhliches Fest.




In Israel bedeutet Chanukkah heute ebenso ein Business. Geschenke für die Kinder und allerlei Schnickschnack.

Es sollte keinesfalls übersehen bzw. überbewertet werden, dass die Makkabäer am Ende wieder verloren. Einer ihrer Fehler war es, sich selbst zum absoluten Herrscher zu erheben und keinen König einzusetzen.

Bild des Tages



Warum ist CHANUKKAH ein JÜDISCHER Feiertag ?

B"H

Warum haben nur JUDEN etwas mit dem Chanukkahfest zu tun und KEINE Nichtjuden ?

Die klar und deutliche Antwort darauf lautet, dass sich die historischen Ereignisse um Chanukkah einzig und allein um die Juden drehen. Hierbei begehen viele den Fehler, indem sie glauben, dass damit der Krieg zwischen den Juden und den Griechen gemeint ist.
Das ist falsch, denn der Krieg und der militärische Sieg der Makkabäer (Maccabim) war Nebensache. Und überhaupt fand der wahre Sieg gegen die Griechen erst zwanzig Jahre nach Chanukkah statt.

Chanukkah dreht sich um uns selbst. Es deutet auf das Zusammentreffen zweier Doktrinen, Ansichten, Zivilisationen …: dem Hellenismus und dem Judentum (Ausschnitt aus dem Kommentar des Rabbi Samson Raphael Hirsch). Viele Juden waren zur Zeit der griechischen Besatzungsmacht vom Hellenismus eingenommen; das Judentum bäumte sich auf und siegte !
Das ist der wahre Grund, warum wir Chanukkah feiern und warum das Wunder mit dem Öl, wie es in der Gemara (rabbinische Diskussionen) im Talmud Traktat Schabbat 21 lautet, so hohe Bedeutung für uns Juden hat. Die anderen Völker haben absolut NICHTS mit Chanukkah zu tun, denn es betrifft ausschließlich die Juden, die sich da gegen den Götzendienst und die Assimilierung aufgelehnt und gesiegt haben: Wir haben uns und unser Judentum verteidigt !
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Mehr zu Chanukkah und weitere Erläuterungen folgen !

Quellenzusammenstellung: Rabbi Chaim Eisen

Sonntag, Dezember 06, 2009

Plagiatsklage: Sarah Shapiro gegen Naomi Ragen

B"H

Ihre Bücher über die haredische Mea Shearim Gesellschaft wurden ebenso ins Deutsche übersetzt, doch die amerikanisch - israelische Schriftstellerin Naomi Ragen ist heute nur mehr ein Abbild ihrer selbst. Ihre letzten Bücher waren alles andere als von Erfolg gekrönt und seit 2007 plagt sie auch noch eine Gerichtsklage der haredischen Schriftstellerin Sarah Shapiro, die da Naomi Ragen des Plagiats bezichtigt. Für ihr erstes Buch "The Sotah" habe Ragen mächtig bei Shapiro "Growing with my Children" abgekupfert. Laut Sarah Shapiro gab Naomi Ragen bei ihr persönlich an, ihr Buch habe sie bei der "Sotah" inspiriert.

Hier die genauen Plagiatsvorwürfe der Autorin Sarah Shapiro gegenüber Naomi Ragen:

http://www.cross-currents.com/archives/2007/04/24/naomi-ragen-and-the-plagiarism-case/

Zuerst sah Naomi Ragen in dem derzeit stattfindenden Gerichtsprozess am Jerusalemer Bezirksgericht nur eine Verschwörung der haredischen (ultra - orthodoxen) Gesellschaft gegen sie (die nationalreligiöse Autorin). Mittlerweile aber sagte Ragen dem Richter (am vergangenen Donnerstag), dass ja wohl fast jeder Autor aus anderen Büchern Infos dahernehme.

Das endgültige Urteil steht noch aus, doch sehen wir aus dem Fall heraus tatsächlich, dass viele Autoren andere kopieren. Wenn schon Inhalte aus anderen Quellen verwendet wird, dann muss eine Quellenangabe / Footnote erfolgen. Naomi Ragen unterliess dies.

Ich bereite viele meiner Texte / Vorträge in der Jerusalemer Nationalbibliothek vor und erlebe es fast zu jeder Stunde, wie Uniprofs oder Autoren andere Bücher zur Hand nehmen, die Inhalte grammatikalisch umdrehen und dann ihr eigenes Buch schreiben. Bücher über chassidische Gruppen, zum Beispiel, wobei der Autor niemals mit einem der Gruppenmitglieder sprach, sondern aus anderen Quellen abkupferte. Genauso kann es mir ergehen: Ich mache mir die Mühe und rede mit Chassidim, sammele viele meiner Infos selber bzw. sie beruhen auf eigenen Erfahrungen, und dann kommt jemand daher, dreht alles um und dessen Leser meinen dann, derjenige wisse ja recht viel. Obwohl der Plagiatsautor niemals etwas mit Haredim, Mea Shearim, dem Chassidismus, etc. etwas hautnah zu tun hatte.


Links: Naomi Ragen


Mag sein, dass derlei Diebstähle schon fast zum "Handwerk"gehören und bei Naomi Ragen weiss ich, dass sie tatsächlich nie in Mea Shearim auftaucht, sondern viele ihrer Buchinhalte aus dem Ärmel hervorzog, aber nicht aus der Realität. "The Sotah" ist gegen ihre weiteren Bücher sogar noch recht realistisch. In der Branche jedoch ist sie alles andere als wichtig; Naomi Ragen ist Vergangenheit in der Zwischenzeit klingt ein Buch wie das andere. Ein literarisches "Modern Talking".

19. Kislev

B"H

Nach dem regulären Kalender haben wir heute den 6. Dezember, nach dem jüdischen jedoch den 19. Kislev. Und dieser 19. Kislev ist in der chassidischen Welt von immenser Bedeutung:

1. Begehen wir heute den 237. Todestag (Yahrzeit) des Baal Shem Tov Nachfolgers, des Maggid von Mezritch. Dazu im Laufe des Tages mehr auf meinem chassidischen Blog !


2. Meines Wissens nach unterzeichnen heute die Mitglieder der extremen chassidischen Gruppe Toldot Aharon ihre hauseigenen Gruppenregeln (Takanot). Einmal pro Jahr treffen sich alle israelischen Mitglieder in der Beit Midrasch in Mea Shearim (Jerusalem) zum Unterzeichnen vor dem Rebben (Rabbi David Kahn, links im Bild).



3. Chabad feiert den heutigen 19. Kislev ganz gross, denn es wird an die Freilassung des ersten Rebben Schneur Zalman von Liadi aus russischer Haft erinnert. Photos zum Chabad - Festival am 19. Kislev könnt Ihr HIER einsehen !

Der Bostoner Rebbe verstarb am Schabbat



B"H

Der Bostoner Rebbe verstarb am gerade ausgeklungenen Schabbat. Neben den USA verfügt die Chassidut Boston über eine Synagoge im Jerusalemer Stadtteil Har Nof. Vor Jahren war ich einmal in der Synagoge.

Gestern abend zog der Beerdigungszug von Har Nof über Kikar Schabbat (Mea Shearim / Ge'ulah) bis hin zum jüdischen Friedhof auf dem Ölberg (Har HaZe'itim).



Sämtliche Photos gibt es HIER zu sehen !

Jiddisch ist nicht tot !

B"H


Bring your Shleptops - Yiddish Convention at the Hebrew University Jerusalem

http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/134785

Ich verbinde die jiddische Sprache fast nur mit der Chassidut und dem einstigen jüdischen Leben in Osteuropa bzw. in diversen haredischen Kreisen. Es gibt eine Dame in Mea Shearim, bei der ich Jiddischunterricht nehmen will.Nicht ganz einfach, denn die jiddischen Dialekte unterscheiden sich: Das Ungarische vom Polnischen, etc.

Link:

Mehr zum Jiddischen HIER !

Freitag, Dezember 04, 2009

Schabbat Schalom




B"H

In Kürze fahre ich über den Schabbat von Tel Aviv nach Jerusalem. Tel Aviv ist bis spät in die Nacht hektisch, in Jerusalem herrscht die oft so langweilige Ruhe. Nicht, dass ich nach konstanter Hektik strebe, doch ist mir Jerusalem mittlerweise zu verschlafen geworden. Wer abends durch die Fussgängerzone Ben Yehudah geht (bummeln kann man nicht sagen, denn es gibt dort nichts zum Bummeln), der findet gähnende Leere vor. Im kalten Wetter sowieso, denn die Jerusalemer tun das, was sie meistens tun: Sie fahren hinaus in die Shopping Malls nach Malcha, Pisgat Ze'ev oder Talpiot. Dort kann man noch bummeln und die Ben Yehudah wurde schon vor Jahren zum Abklatsch ihrer selbst.

In Jerusalem legt man Wert auf die pünktliche Einhaltung des Schabbat, der da jetzt schon gegen 16.00 Uhr (Ortszeit) beginnt. Dann ist fast alles dich und die Uhren stehen still. Man kann es betrachten wie man will, aber zuviel Stille ist auch nicht gerade das Optimale.

In Mea Shearim gibt es heute viele Angebote und ich weiß noch nicht, ob ich das alles wahrnehmen soll bzw. kann. An Chanukkah laufen dort unzählige Feiern ab. Die nationalrelig. und säkulere Bevölkerung hingegen verkündet ihre eigenen Chanukkahevents. Ausflüge in Museen, zum Beispiel. Die Nationalreligiösen schwören auf ihre Siedlungen und laden dorthin ein. Auch Hebron steht ganz hoch im Kurs und ich überlege schon, ob ich nicht schnell an Chanukkah einmal nach Hebron springen. Von dort aus werden ebenso Wandertrips in die Natur angeboten. Alles streng bewacht von der Armee, denn Hebron ist ein heißes Scharfschützenpflaster und wer als Jude daneben tritt, der kann schnell zum Opfer palästinensischer Terroristen werden.

Chabad hat seine Chanukkiyot (Chanukkahleuchter) schon in Jerusalem verstreut und es wird das übliche Kerzenzünden stattfinden. Die größten Events diesbezüglich laufen am Zion Square sowie vor dem Kaufhaus "HaMashbir Le'Zarchan" in der King George.


"Schabbat Schalom - Gut Schabbes" an alle Leser !

Donnerstag, Dezember 03, 2009

Überreste des Mischkan in der Ma'arat HaMachpelah ?

B"H

Die nationalreligiöse Wochenzeitung "Be'Sheva" berichtete in ihrer heutigen Ausgabe vom 75 - jährigen Itamar Schneeweiss aus Kiryat Arba (neben Hebron gelegen). Seit mehr als vierzig Jahren befasst sich Schneeweiss mehr als ausführlich mit der Ma'arat HaMachpelah (der Grabstätte der Vorväter Avraham, Yitzchak und Yaakov sowohl als auch von Sarah, Rivka (Rebekka), Lea und den beiden ersten Menschen Adam und Eva).

Als Herodes den Zweiten Tempel bauen liess, so veranlasste ebenfalls, dass Überreste des Mischkan (Tabernakel) aus der Wüste unter dem Heichal (Vorhof + Allerheiligstes - Kodesh HaKedoshim) eingegraben wurden. Allgemein wird berichtet, dass der Großteil des einstigen Mischkan einem Feuer zum Opfer fiel.

Laut Itamar Schneeweiss liess Herodes nicht nur Übereste vom Mischkan in den Zweiten Tempel legen, sondern auch in der Ma'arat HaMachpelah in Hebron. Und zwar im heutigen "Olam Yitzchak - der Halle des Yitzchak". Das Olam Yitzchak wird von den Palästinensern besetzt und ist für Juden nur wenige Male im Jahr zugänglich. Darunter die Zwischenfeiertage (Chol HaMoed) von Pessach und Sukkot.
Schneeweiss will dort vier Mauerteile des ehemaligen Mischkans entdeckt haben. Ausgeschlossen ist dies keinesfalls und Bilder gibt es auch.

Man stelle sich das vor: Da sind wir in der Lage Teile des Mischkans zu sehen, was einst mit Moshe in der Wüste reiste und worauf sich G - ttes direkte Schechinah (Anwesenheit) befand.

Hier ein kurzes Video aus der heutigen Machpelah mit den Gräbern von Avraham und Sarah. Die Grabsteine sind jedoch nicht das richtige Grab ! Die ursprünglichen Gräber liegen viele Meter unter dem heutigen Gebäude.

Parashat Vayishlach - פרשת וישלך





B"H


Die Thoralesung für diesen Schabbat


Und Yaakov sandte (Yishlach - wird senden, Lischloach - senden) Engel / Boten aus, die seinen Bruder Esav treffen sollten. Mit diesem Inhalt beginnt die dieswöchige Thoralesung. Wörtlich bedeuten die "Malachim - מלאכים", die hier im Text genannt werden "Engel"; viele Kommentatoren hingegen übersetzen "Malachim" aber auch als "Boten" (u.a. Rabbi Samson Raphael Hirsch). Raschi hingegen sagt in seinem Thorakommentar, dass an dieser Stelle tatsächlich auch ENGEL gemeint sind. Wenn dem so ist, wie genau haben wir uns das vorzustellen ?


In mir kommt da wieder einer der Momente auf, in denen meine bescheidene menschliche Vorstellungskraft versagt. Obwohl das kabbalistische Buch Zohar auch eher die Engelversion annimmt, bleibt die kabbalistische Erklärung vollkommen in einer Metapher gefasst. Rabbi Eleazar, der Sohn des großen talmudischen Rabbis Schimon bar Yochai, interpretiert den Thoravers folgendermassen: Seitdem Yaakov Lavan verliess, wurde er von der Schechinah (Gegenwart) G - ttes begleitet.


Yaakov trug den Engeln / Boten auf, seinem Bruder Esav, welcher der Logik zufolge nach all den Jahren immer noch sauer auf Yaakov zu sein schien, auf auszurichten, dass er (Yaakov) als Fremder bei Lavan "gewohnt" habe. Als "Fremder" ? Waren Yaakov und Lavan nicht Neffe und Onkel ? Wieso also "Fremder" ? Und warum "gewohnt (garti-  גרתי)" und nicht "gelebt" ?


Raschi rechnet die hebräischen Buchstaben des Wortes "garti - gewohnt" - zusammen: Gimmel = 3, Resch = 200, Tav = 400, Yud = 10 und sieht im Ergebnis die 613 Mitzwot.


Bedeutet: Esav sollte aus der Satzstellung heraus erkennen, dass Yaakov immer noch der alte Yaakov war. Jener, der den Weg des einen ewigen G - ttes ging und keiner, der sich den schlechten Pfaden und dem Götzendienst angeschlossen hatte. "Seht her, ich wohnte zwar bei dem miesen Lavan, aber richtig gelebt habe ich dort niemals !"


Überhaupt macht uns diese Parasha klar, dass Yaakov sich nicht nur allein auf seine gerechtes Leben / Benehmen verliess und meinte, G - tt werde schon irgendwie alles richten. Stattdessen hatte er furchtbare angst, seinem Bruder zu begegnen, der er wusste nicht, wie dieser reagiert. Der Ramban (Nachmanides) sieht in dieser Textestelle einen Hinweis an die zukünftigen jüdischen Generationen: Alles was unseren Vorvätern passierte, wird uns genauso erreichen !


Esavs Generationen werden ebenso konstant den Juden begegnen und auch wir sollten uns daher mit jenen drei Dingen auf die Begegnung vorbereiten, wie Yaakov es tat: 1. Anhand des Gebetes, 2. Anhand vom Entsenden von Geschenken und 3. auf den Krieg, um zu fliehen und in Sicherheit zu gelangen.


Das antike Rom wurde als nachfolgende Generation des Esav bezeichnet. Heute streiten sich die Geister darum. Es gibt Leute, die sagen, die Deutschen seien Esav oder dessen Nachfahre Amalek (siehe Holocaust) und andere sagen ganz Westeuropa sei heute Esav einschließlich den USA. Die damaligen Römer zumindest waren es und der Ramban sieht die Schuld am Fall der Hasmonäer (Yehudah Maccabi und seine Familie) darin, dass sie einen heimlichen Bund mit Rom eingingen. Da wir am Freitag, dem 11. Dezember die erste Chanukkahkerze zünden, sind natürlich hier die Hasmonäer (Chashmona'im) von besonderer Bedeutung. Andererseits riefen die Hasmonäer ihren eigenen Fall ebenso herbei, da sie keinen rechtmässigen König einsetzten und sich lieber selbst zur Macht aufschwangen.


Rabbi Yehudah erklärt im Zohar, dass als Yaakov allein verblieb (siehe Genesis - Bereschit 32:25), er sich absichtlich einer Gefahr aussetzte und die beschützenden Engel ihn verliessen.
Der Talmud lehrt uns, dass wir nicht unbedingt an jedem Ort allein bleiben sollen. Vor allem nicht immer im Dunkeln oder in Ruinen.


Und schon wurde Yaakov von seiner eigenen Yetzer HaRah (der negativen Seite in uns) überfallen. Alles Weitere zu Yaakovs Kampf mit dem Engel HIER:


http://hamantaschen.blogspot.com/2008/12/parashat-vayishlach.html


Am Ende der Parasha erhalten wir eine ausführliche Liste der Nachkommen des Esav. In Genesis 36:34 wird "Magdiel" genannt. Raschi kommentiert hierzu, dass damit Rom gemeint sei. Weiterhin sieht Raschi in der gesamten Auflistung eine Prophezeihung. Der Ramban kommentiert dagegen und sieht in den hier genannten Generationen Esavs lediglich jene lebenden Generationen bis Moshe die Thora erhielt.


Eines war das Leben von Yaakov nicht: Er hatte es nie leicht.
Erst die Sache mit dem Recht des Erstgeborenen, dann die Flucht nach Haran zu Lavan (im heutigen Syrien), der "Betrug" bei der Hochzeit mit Lea, die Rückkehr ins Heilige Land, seine 12 Söhne und zu guter Letzt noch das Verschwinden des Yosef. Es heißt, dass Yaakov die einzigen guten Jahre seines Lebens in Ägypten, nach der Wiedervereinigung mit Yosef, erlebte bevor er starb.


Alles, was unsere Vorväter durchlebten, müssen auch wir erleiden. Nicht immer in genau derselben Art und Weise, dennoch gibt es im Thoratext versteckte Andeutungen. Die Diaspora, zum Beispiel, in welcher Yaakov in Haran lebte. Danach kam die Rückkehr nach Israel, welche für die Juden spätestens dann erfolgt, sobald der Meschiach eintrifft.


Wenn wir allein auf das Verhalten Yaakovs schauen, so lernen wir gerade aus dieser Parasha eine ganze Menge. Auch für unser Leben in der heutigen Zeit.


Schabbat Schalom

Mittwoch, Dezember 02, 2009

DNA - Tests bei jüdischen Körperteilen ?

B"H

Per e - mail stellte mir jemand die Frage, wie man im Judentum das Zusammensuchen von jüdischen Körperteilen nach Terroranschlägen nennt.

Dazu sprach ich gestern mit einem chassidischen Rabbiner und der teilte mir das mit, was ich eigentlich schon erwartet hatte; nämlich das es keinen speziellen Namen dafür gibt.
Laut Halacha sollten sämtliche Körperteile und jeder Hautfetzen einem DNA - Test unterliegen, um die betreffende Leiche mit allem zu beerdigen. In der Praxis schaut es heutzutage jedoch manchmal anders aus. In Jerusalem werden nicht immer alle Körperteile einem DNA - Test unterzogen und gemeinsam in einem Grab auf dem Har Haze'itim (Ölberg) beerdigt. Solch eine Grab wird "Kever Achim - Brudergrab" genannt.

Rabbi Nissim Karelitz gegen die NEW PHARM

B"H

Noch vor wenigen Tagen tobte hier auf diesem Blog eine erbitterte Diskussion zum Thema "Frauen mit zu dick aufgetragener Schminke etc." und schon steht dieses Thema auch im fast haredischen (ultra - orthodoxen) Bnei Brak (bei Tel Aviv) zur Diskussion.
Dort nämlich erliess der örtliche Oberrabbiner Nissim Karelitz einen Issur (Verbot), bei der gerade neu eröffneten "New Pharm" (eine israelische Drogeriekette) einzukaufen. Oder mit anderen Worten: Das Beit Din (rabbinisches Gericht) des Rabbi Karelitz erliess einen Bann gegen "New Pharm".

Warum ?

Weil er die Drogerie mit ihren Produkten wie Parfums und allerlei Kosmetikartikeln als spirituelle Gefahr sieht.

Mal sehen, wie die Angelegenheit weitergeht, denn ich bin mir sicher, dass Bnei Braker Haredim gerne dort einkaufen täten. Allgemein gelten die Bnei Braker eh als "modern" und "peppig auf die Mode achtende" Haredim. Zur Missfallen einiger strenger Rabbiner.

Ob sich wohl jetzt alle nach dem Erlass richten und boykottieren ?


Link:

Artikel der Chadrei HaCharedim (hebraeisch)

Bild des Tages



Briefkästen in Bnei Brak (mit der haredisch - litvischen Zeitung YATED NE'EMAN)

Kurz lesen und darüber nachdenken

B"H

Eine aufmunternde Lebensweisheit von Chassidut Breslov:

http://www.breslev.co.il/articles/feiertage/rosch_haschana/einfach_mal_lesen____.aspx?id=13921&language=germany

Manchmal übersehen wir wirklich alles, von dem wir meinen, es sei allzu banal !

Dienstag, Dezember 01, 2009

Modeh Ani

B"H

In dem Moment, in dem ein Jude morgens seine Augen aufschlägt, sollte er unverzüglich G - tt danken, dass dieser ihn erwachen liess. Darüber hinaus, dass es G - tt war, der die jeweilige Person erst erschuf.
In der Chassidut (u.a. beim Chabad (Lubawitsch) Gründer Rabbi Schneur Zalman von Liadi) wird sehr viel Wert auf ein sofortiges frühzeitiges Aufstehen gelegt, denn wer nach dem Aufwachen noch länger im Bett verweilt, folgt oftmals seiner Yetzer HaRah (der negativen Seite in uns Menschen). Oder in anderen Worten, man könnte sich nochmal rumdrehen und so sein Morgengebet verpassen.

Mit dem ersten Öffnen der Augen sollten wir schon daran denken, G - tt zu dienen. Dem eigentlichen Grund unserer Erschaffung. Noch im Bett liegend, ohne sogar, wie sonst üblich, vorher die Hände zu waschen, sagen wir das "Modeh Ani - Gebet":
Modeh ani lefanecha, Melech Chai veKayam, she hechesarta bi Neschmati be'Chemlah - Rabbah Emunatecha.


Ich danke Dir, Oh lebender und ewiger G - tt, dass Du gnädigerweise meine Seele zurückgeführt hast. - Groß ist Deine Treue.
Auf Deutsch hört sich das Gebet für mich etwas seltsam an, aber naja.


Warum wir G - tt für die Rückführung der Seele in unseren Körper danken, geht, u.a., aus dem kabbalistischen Zohar hervor. Dort nämlich wird gelehrt, dass, wenn wir schlafen, die Seele unseren Körper verlässt und zu G - tt aufsteigt. Nicht immer kommt sie auch so weit oben an, denn unterwegs muss die Seele ebenso unreine spirituelle Spähren durchqueren und es kann sein, dass sie dort hängen bleibt und gar nicht weiter aufsteigt.

Wenn die Seele unseren Körper während des Schlafes verlässt, befindet sich der Körper in einer Art Todeszustand. Zwar schlägt das Herz, doch ohne Seele ist der Mensch lebensunfähig und tot. Dies ist der Grund, warum wir uns nach dem Aufwachen in einer Art unreinem Zustand befinden und wir uns die Hände waschen müssen. Das Modeh Ani - Gebet jedoch sagen wir als Erstes nach dem Aufwachen und stehen erst dann auf.

Anmerkungen:

1. Ein weibliches Wesen sagt grammatikalisch richtig MODAH und nicht Modeh ! Nichtsdestotrotz kenne ich Frauen, die dennoch das männliche Modeh aus Gewohnheit heraus benutzen.


2. Viele Chassidim haben das Wasser, mit welchem sie sich morgens nach dem Aufwachen die Hände waschen, in einer Schüssel gleich neben dem Bett stehen. Ich muss zugeben, dass ich nicht weiß, ob diese, wie alle anderen, dass Modeh Ani - Gebet zuerst sagen und sich dann die Hände waschen oder sich schnell waschen und das Gebet erst dann sagen.
Grund genug, mich einmal wieder kundig zu machen.

Franz Rosenzweig


Judaism is not the acceptance of a doctrine, of a religion and its rituals. It is the experience of a pre-existent reality, which has its ultimate basis in Israel's "being with the Father", in the election of Israel. There may be times when this reality is obscured by the manifold and colorful reality of the nations among whom the Jew lives. But even hidden, it remains real and mysteriously active, and there may come a time when the blessed gift, the heavy burden of its confirmation, is bestowed upon those born into it.
Weiter HIER !


B"H

Im Forum der Chadrei HaCharedim fand ich heute zwei alte und vielleicht sogar seltenere Bilder von Franz Rosenzweig, 1887 - 1929.






Sieben Jahre lang war Franz Rosenzweig gelähmt, kommunizierte aber auf außergewöhnliche Art mit seiner Frau Edith Hahn, die seine Gedanken zu Papier brachte.


Link:

Rosenzweigs Buch "Der Stern der Erlösung - The Star of Redemption" ONLINE:

http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/310/pdf/derstern.pdf