Freitag, August 24, 2012

Parashat SCHOFTIM - פרשת שופטים


 Die wiedererbaute HURVA - Synagoge in der Jerusalemer Altstadt

Photo: Miriam Woelke
B"H

Die Thoralesung an diesem Schabbat

In Schoftim werden wir angewiesen, Schoftim (Richter) und Schotrim (Exekutive, Polizisten) zu ernennen. Die Richter sollen über die Vergehen gegen die Halacha richten und die Aufgabe der Schotrim ist es, die Ausführung der Strafe zu überwachen. Nur ehrliche und aufrichtige Richter garantieren die Sicherheit Israels im eigenen Land (Raschi und Sifre). Unter normalen Bedingungen beschützt G - tt die Juden mit all Seiner Macht vor Strafen. Selbst dann, wenn die Juden dessen unwürdig erscheinen. Aber solange Israel aufrichtige Richter hat, die ernsthaft und gemäß der Halacha und der Thora richten, ist die Schechinah (G - ttes Anwesenheit) immer präsent. Sobald die Richter jedoch durch Korruption glänzen sollten, entfernt sich G - ttes Schechinah und die Juden sind Seinem strengen Gericht ausgeliefert (siehe Gemara im Traktat Shabbat 139a und den Kommentar Iyun Yaakov). 

Laut einer Gemara im Talmud Traktat Shabbat 10a werden Richter als Partner G - ttes in der Welterschaffung gesehen. Rabbeinu Perachya erklärt uns diese Aussage näher: Diebe und Plünderer tragen zur Zerstörung der Welt bei. Aufgrund dieser Vergehen wurde die Welt schon einmal zerstört, nämlich zur Zeit Noachs (siehe Talmud Sanhedrin 108). Nur ein gerechter Richter, der gestohlene Beute wieder an ihren ursprünglichen Eigentümer zurückgibt, trägt zur weiteren Existenz der Welt bei. So gesehen ist er ein Partner G - ttes. 

Rabbi Yaakov Yosef von Polonoye (der Lieblingsschüler des Baal Shem Tov) sagt, dass alle Mitzwot (Gesetze) der Thora für alle Ewigkeiten Gültigkeit besitzen. Dies betrifft auch die Schoftim und Schotrim. Bis heute haben wir Batei Din, rabbinische Gerichte, mit drei Rabbinern, die über die Ausführung der jüdischen Gesetze (Halacha) entscheiden. 

G - tt befahl den Juden an jedem der folgenden Feiertage nach Jerusalem zu kommen: An Pessach, Shavuot (Wochenfest) und an Sukkot (Laubhüttenfest). Zu Tempelzeiten kamen Tausende Juden, aber auch Nichtjuden, nach Jerusalem und brachten Tempelopfer dar. Nicht selten kam es vor, dass die Angereisten dem Sanhedrin (Richterausschuß im Tempel) halachische Probleme und Fragen vortrugen, welche das Beit Din (rabbinisches Gericht) in ihrem Heimatort nicht lösen konnte. Hierbei handelte es sich um äußerst komplizierte Fragen, auf die nur die Sanhedrin spezialisiert waren (Rabbeinu Bachya). 

Hierzu ein Vergleich aus der Gemara im Talmud Traktat Sanhedrin 87a, in der es heißt das der Tempelberg zu Jerusalem (zusammen mit dem Tempel) der höchste Punkt in ganz Israel sei. Der berühmte Thora - und Talmudkommentator Raschi erklärt uns, wie die Aussage der Gemara zu verstehen ist. Bei dem höchsten Punkt handele es sich nicht um eine geographische Angabe, sondern vielmehr um die Tatsache, dass das Jerusalemer Gericht, der Sanhedrin, alle anderen Gerichte im Land übertrifft und somit die höchste Instanz darstellt. 

Immer wieder aufs Neue höre ich die Frage, warum immer alles so strikt nach der Halacha ablaufen muß und wieso soviele Rabbiner darüber entscheiden. Es stehe doch eh alles in der Thora und G - tt hat entschieden. Sind nicht die ganzen rabbinischen Regelungen gegen die Thora und somit auch gegen G - tt ? Ist das nicht alles zuviel ? 

In Sefer Shemot, dem Buch Exodus, 23:2, heißt es, dass viele Gesetzesauslegungen der Mehrheit zufolge entschieden werden sollen (siehe Talmud Bava Metzia 59b). Im Klartext bedeutet dies, dass bei Unklarheiten und je nach Problemfall die Mehrheit der Rabbiner über eine Lösung entscheiden müssen. Bei der Mehrheit handelt es sich nicht um 10 oder 50 Rabbiner, sondern es muß schon eine ueberwaeltigende Mehrheit erforderlich sein.

Über die Halacha wird von Menschen entschieden, was allerdings den Richtlinien Moshe's am Berg Sinai entsprechen muß. Es ist G - tes Wille, dass die Menschen (Thoragelehrten) die Gesetze gemäß ihres menschlichen Verständnises auslegen. Es gibt Fälle, in denen uns die rabbinischen Auslegungen und Entscheidungen viel zu übertrieben vorkommen, doch lernen wir den Hintergrund der Auslegungen und erfahren Einzelheiten über "Warum und Weshalb", wird uns oft vieles klarer. Übrigens gibt es einen Disput im Talmud, indem G - tt zugibt, dass Ihn zwei Rabbiner mit ihren Entscheidungen "übertroffen" haben. 

Sobald die Israeliten das Land Canaan (Israel) nach den 40 Jahren in der Wüste eroberten, waren sie verpflichtet, drei Dinge zu tun (Mischna Thora - Hilchot Melachim vom Rambam sowie Talmud Sanhedrin 20b):

1. Einen König zu ernennen. 

2. Die Nachkommen Amaleks zu vernichten. 

3. Einen Tempel zu bauen.

G - tt befahl ihnen, einen König zu ernennen, doch wie wir aus den Propheten lernen, war es gerade G - tt, der Sich wenig darüber begeistert zeigte als die Juden ihn um die Ernennung eines Königs baten. Der Rambam sieht den Grund für die Bitte darin, dass die Juden dem Propheten Samuel (Shmuel) überdrüssig waren und einen richtigen König haben wollten (Mischna Thora - Hilchot Melachim 1:2). Laut Parashat Schoftim kann jemand nur dann König werden, wenn G - tt diesen auserwählt hat. Siehe Samuel, der sich auf die Suche nach Saul (Sha'ul) machen mußte. 

Bei dem König muß es sich IMMER um einen Juden handeln und es muß ein König sein und keine Königin, da G - tt in der Thora von einem Melech (König) und nicht einer Malka (Königin) sprach (Mishna Thora - Hilchot Melachim vom Rambam). Der König Israels hat eine ganz wichtige und einzigartige Mitzwah, die kein anderer Seinesgleichen hat. Sobald er zum König ernannt worden ist, muß er ein Sefer Torah, eine Thorarolle, schreiben. Er ist verpflichtet, die Thorarolle überall hin mitzunehmen, selbst in den Krieg und natürlich dann, wenn er über das Volk richtet. Genauso wie ein Richter ist auch der König verpflichtet, sich nicht bestechen zu lassen oder voreingenommen zu sein. Grundsätzlich sollte ein Mensch immer nur seiner Yetzer HaTov, seiner guten Seite in sich selbst, folgen und sich nicht durch seine schlechten Charaktereigenschaften (Yetzer HaRah) negativ beeinflussen lassen. 

Als G - tt die Welt erschuf, geschah dies aufgrund Seiner Gedanken, die nichts Negatives enthielten. Heißt, wir sind durch Seine reinen Gedanken erschaffen worden und genauso sollten wir unsere Gedanken rein halten, um uns mit unserer Ursprungsquelle (G - tt) verbinden zu können (Rabbi Elimelech von Lizhensk in seinem Buch "Noam Elimelech"). 

Ein paar Worte zum derzeitigen Monat ELUL und dessen Teschuva - Konzept:
 
Wortdefinition: "Teschuva – Der Umkehr zu G – tt". 

Viele Juden sind immer wieder fälschlicherweise der Meinung, dass "Teschuva" bedeutet, ab morgen streng religiös zu leben. Dem ist ganz und gar nicht so und leider leider legen heutzutage viele Rabbiner oder Institutionen das "Teschuva – Konzept" falsch aus. Wer hierzu weitere Details oder einen Beweis benötigt, der schaue sich die "Mischna Thora – Hilchot Teschuva" des Rambam (Maimonides) an. "Teschuva machen" bedeutet eine innere Erneuerung. Man versucht, die Fehler, welche man bisher begangen hat, nicht mehr zu tun und ein besserer g – ttesfürchtiger Mensch zu werden. "Teschuva" hat mit einer inneren Transformation der eigenen Persönlichkeit in Richtung Thora zu tun und nicht damit, dass ich ab morgen Haredi (Ultra – Orthod.) oder sonst etwas bin.

Schabbat Schalom an alle Leser !


Die richtige Art und Weise der "Teshuva - Umkehr" ist wichtig. Alles langsam und geduldig angehen und nichts über den Zaum brechen !
 
Links:

Donnerstag, August 23, 2012

Der TOLDOT AHARON REBBE am Rosh Chodesh ELUL



Der Toldot Aharon Rebbe, Rabbi David Kahn, aus Jerusalem verbrachte den Monatsbeginn ELUL (Rosh Chodesh Elul) im polnischen Dinov. Am vergangenen Wochenende feierten wir den Monatsbeginn des Elul und es ist nicht allein chassidische Tradition, die polnischen, ungarischen, ukrainischen, etc. Orte der einst grossen chassidischen Vergangenheit zu besuchen.

Mittwoch, August 22, 2012

Bild des Tages


Photo: Miriam Woelke

Buchempfehlung: "Von Meerjungfrauen, Drachen und der Erschaffung des Universums"

B"H

In der englischsprachigen Welt ist der in Israel lebende gebürtige Brite und orthodoxe Jude, Natan Slifkin, sehr bekannt. Vor Jahren fing der im orthodoxen Ramat Beit Shemesh lebende Slifkin damit an, Bücher über die Tierwelt der Thora zu verfassen. Hinzu kam, dass ebenso die Erschaffung der Welt erörtert wurde. Damit jedoch verärgerte Natan Slifkin diverse orthodoxe Richtungen als er verkündete, die Welt sei zwar in sechs Tagen erschaffen worden, doch stehe jeder dieser Tag für Millionen, wenn nicht sogar für Milliarden von Jahren. Eine These, die ich sowie viele andere orthodoxe Ausrichtungen mit ihm teilen. Was wir heute als 24 – Stunden – Tag kennen, gab es zur Zeit der Erschaffung noch gar nicht. Weder ist G – tt an irgendwelche Zeiteinheiten gebunden, noch war der Tag in 24 Stunden unterteilt. 

Wie ich bereits mehrere Male hervorhob, gehen Judentum und Wissenschaft Hand in Hand und widersprechen sich keineswegs. Im Gegenteil, denn zu früheren Zeiten waren berühmte Rabbiner gleichzeitig Physiker, Ärzte, Mathematiker oder Astronomen (Beispiel: der Vilna Gaon, der Rambam oder der Ramban und viele andere). Von daher sind die sechs Tage der Welterschaffung keineswegs ein Märchen, sondern eine Tatsache. Da das Universum zu dem Zeitpunkt keinem Zeitsystem unterlag, ist es durchaus denkbar, dass EIN TAG MIllionen von Jahren beinhaltete und nicht nur 24 Stunden. Wie dem auch sei, Natan Slifkin fing sich mit der These harsche Kritik einiger Teile der orthodoxen Szene ein. Man verbannte seine Bücher, doch gleichzeitig standen ihm bekannte Rabbiner aus Israel und den USA zur Seite. Ob der Bann immer noch gilt, entzieht sich meiner Kenntnis, doch wer Interesse an der Kontroverse hat, kann darüber Details auf Slifkins Website ZOOTORAH nachlesen.  

An dieser Stelle möchte ich zwei Bücher des Natan Slifkin empfehlen. Auszeichnen tun sie sich damit, dass massenhaft Quellenabgaben stattfinden und der Autor unverkennbar seine Hausaufgaben gemacht hat. Vom Rambam (Maimonides) bis hin zum Maharal von Prag, dem Talmud, der Halacha oder Joseph B. Soloveitchik ist alles vorhanden. 

Von besonderem Interesse dürfte das Buch SACRED MONSTERS sein, wo Natan Slifkin ausführlich auf Fabelwesen aus Talmud und Midrasch eingeht wie Einhorn, Meerjungfrau, Drachen, Werwölfe oder Seeungeheuer. Gab es das wirklich oder sind derlei Talmuderzählungen lediglich metaphorische Legenden mit tieferem Hintergrund ? 

Nicht jeder wird sich diese Bücher anschaffen, doch werde ich einiges daraus auf diesem Blog berichten. Natürlich mit den entsprechenden Quellenangaben !





Photos: Miriam Woelke

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Halb Mensch, halb Tier

B”H 

Es ist schon seltsam, wie wir Menschen manchmal nach dem Ungewöhnlichen suchen. Die X – Files oder andere diverse TV – Serien erfreuen sich massiger Beliebtheit, denn nicht selten zeigen sie uns das Unfassbare, was uns zudem noch reizt. Von der Vampirsaga einmal abgesehen, finden wir ziemlich häufig Fabelwesen “Halb Mensch, halb Tier” in Filmen, der Literatur und somit auch in unserer Phantasie. Die Frage aber ist, ob es überhaupt ein solches Wesen geben kann. Wäre es möglich, dass Mensch und Tier Sex haben und es danach zu einer Schwangerschaft kommen kann, aus welcher ein Wesen hervorgeht, welches halb Mensch und halb Tier ist ? 

Der Talmud Bechorot 8 beschäftigt sich mit den Delphinen und Meerjungfrauen. Der Talmudkommentator Raschi bestreitet zwar, dass Delphine und Menschen Sex miteinander haben und daraus auch noch ein Baby hervorgeht. Dennoch glaubt Raschi an existierende Meereswesen halb Mensch, halb Tier. An die Meerjungfrauen, zum Beispiel. 

Viele Rabbiner stimmen der Ansicht des Raschi nicht zu. Vor Noachs Flut war es tatsächlich einmal möglich, dass Menschen und Tiere sich genetisch kreuzten. Die Generation Noachs hatte Sex mit Tieren, woraus Babies hervorgingen. Dies berichtet uns schon der Talmud Sanhedrin. Nach der Flut jedoch änderte G – tt unsere Gene und ab dem Zeitpunkt war es unmöglich geworden, dass eine Vermehrung aus dem Sex von Mensch und Tier hervorgeht. 

Persönlich habe ich mir den Glauben an Fabelwesen längst abgewöhnt, doch bestand im Mittelalter (zur Zeiten des Raschi) durchaus der Trend, Fabelwesen aus dem Talmud sowie der Midrasch als real - existierend und nicht etwa als Metapher zu betrachten. 


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Die New Age "Kabbalisten"

B”H 

Es scheint gerade so als nenne sich heute jeder, der etwas ZOHAR oder die Geschichte der Kabbalah gelernt hat, KABBALIST. In Israel ist dies seit Jahren eine absolute Moderscheinung, bedeutet doch der Titel ein teilweise gutes Einkommen. Yehuda Berg hat es schliesslich vorgemacht !

Selbsternannte Kabbalisten halten Vorträge oder schreiben Bücher. Was dagegen einen richtigen Kabbalisten ausmacht ? Erstens sollte er eine geradezu akademische Rabbinerausbildung durchlaufen haben. Einschliesslich sämtlicher höherer Studien und nicht nur eben mal so eine kurze Rabbinerausbildung mit ein paar Tests und Zertifikat. Zweitens zeichnen sich wirkliche Kabbalisten dadurch aus, dass sie sich nicht als solches betitelt. Ganz zu schweigen von dem einwandfrei religiösen Leben, welches sie führen sollten. Wer einem richtigen Kabbalisten begegnen will, der wird im Nachhinein kaum wissen, dass er diesem tatsächlich begegnete.

Es ist erstaunlich, wie all diese falschen New Age Kabbalisten mit ihren Cheats davonkommen. Offenbar benötigt man ein überzeugendes Charisma und murmelt ein wenig "Abrakadabra". Heutzutage suchen die Menschen schnelle Antworten und die wahre Kabbalah, ein intensives Studium von vielen Jahren, stört. Lieber wird dann die Fast Food Kabbalah genau so wie das Fast Food Talmud Studium vorgezogen.

VIDEO: An der Klagemauer (Kotel)

B"H

Eines der Videos, welches ich am Abend des 20. August 2012 an der Jerusalemer Klagemauer (Kotel) drehte:

Dienstag, August 21, 2012

Rabbi Jeremy Gimpel und die Christen

B"H 

Der Name Jeremy Gimpel erlangte in der israelisch – jüdischen Anglo – Gemeinde eine kleine Berühmtheit. Zumindest innerhalb der ziemlich modern – Orthodox Community. Gimpel selbst steht dagegen seit Jahren im Verdacht, sich genau so wie der Oberrabbiner der Siedlung Efrat (außerhalb Jerusalems) Shlomo Riskin, zu sehr mit christlichen Missionaren, vorweglich aus den USA, einzulassen. Kirchenauftritte und natürlich großzügige Dollarspenden der Christen stehen hierbei zweifelsohne im Vordergrund. 

Seit Wochen läßt sich Gimpel zusammen mit einem Freund in der israelischen Anglo Szene einladen, um seine neu gegründete Partei zu präsentieren. Dabei wird den Anwesenden dann auch gleich nahegelegt, ein Mitgliedsformular zu unterschreiben und zu spenden. Die neue Partei wolle amerikanischen und sämtlichen Anglo – Neueinwanderern ein Organ in der Knesset bieten. 

Die Frage ist nur, wer denn genau die neue Partei finanziert. Hoffentlich kommt das Geld nicht aus Quellen, von denen ich befürchte, dass sie mitmischen. 

Link:


Rabbi J. & Rabbi Shlomo Riskin

Wer nach dem Segen am Essen seine Location ändert

B"H 

Photo: Miriam Woelke

Ein überaus interessantes Thema, was wieder einmal beweist, dass man im Judentum niemals auslernt. Ich weiss nicht, wie es den relig. Juden, die hier mitlesen geht, doch hätte ich jetzt nicht unbedingt an die Tasse Kaffee gedacht, die ich da des Öfteren mit mir herumschleppe. Klar, ist mir bekannt, dass ein Jude, der den HaMotzi – Segen über das Brot betet, den Segen nach dem Brotessen (das Birkat HaMazon) auf eben jenem Stuhl betet, auf welchem er zuvor den ersten Segen betete.

Ich kann Euch an dieser Stelle eine hervorragende halachische Site empfehlen. In englischer Sprache, aber leider gibt es derlei Sites nun einmal vorwiegend in anderen Sprachen außer Deutsch. 

Sagen wir, Ihr trinkt eine Tasse Kaffee im Büro oder daheim und wander beim Trinken mit der Tasse in unterschiedliche Räume. Dasselbe gilt übrigens für Essen. In dem Fall stellt sich die Frage, ob der Segen über Essen und Trinken nur in einem Raum gilt oder auch in all den weiteren Räumen beim Herumwandern ? 

Kurze Erläuterung: Juden sagen unterschiedliche Berachot (Segen) über Essen und Trinken. Je nachdem was gegessen und getrunken wird. Ferner werden ebenso nach der Mahlzeit oder dem Trinken unterschiedliche Segen gebetet. 

Mit dem Ortswechel nach dem Beten des Segen gilt der Segen in anderen Räumen nicht mehr und muss neu gesagt werden. Allerdings gibt es dabei wieder einige Ausnahmen, die Ihr auf der besagten Site einsehen könnt. Unter anderem gilt der Segen offenbar dann weiter, solltet Ihr Euch mit dem Kaffee in ein Auto setzen und abfahren. Bei Reisenden bestehen ebenso Ausnahmen. 

Update zum Fall LEV TAHOR und "Rabbi" Shlomo Helbrans

B"H 

Wie ich neulich berichtete, publizierte die israelische Tageszeitung ISRAEL HAYOM einen aktuellen Bericht zu den Machenschaften der selbsternannten chassidischen Gruppe LEV TAHOR. 

Hier findet Ihr jetzt den zweiten Teil inklusive weiteren Details von ISRAEL HAYOM:

Montag, August 20, 2012

"Maariv, Maariv" - Heute abend an der Klagemauer








Abendgebet (Maariv) an der Klagemauer (Kotel) in Jerusalem

Photo & Copyright: Miriam Woelke

Blogreaktionen

B"H 

Zu meiner Schande much ich eingestehen, in der Beantwortung einiger Mails noch hinterher zuhinken. Jeder, der mir geschrieben hat, erhält Antwort, nur geht dies manchmal nicht sofort !

Juden sephardischer Herkunft

B"H 

Nicht immer ist es soziologisch ganz korrekt zu sagen, dass alle Juden aus den Ländern Marokko, Tunesien, Algerien, Kurdistan, dem Irak sowie dem Iran, Syrien, Spanien oder Südamerika sephardische Juden sind. Es gibt kleine historische Unterschiede, wobei die jemenitischen Juden sich ebenso eine Sonderstellung einräumen. Umgangssprachlich jedoch werden die Juden der ersten Länderkategorie als SEPHARADIM (sephardische Juden) bezeichnet. 

Juden aus Europa, den USA, Kanada, Australien, Neuseeland, Südafrika, aus Teilen Südamerikas, etc. sind allgemein ASCHKENAZISCHER Herkunft. Beide Kategorien folgen vielen unterschiedlichen Bräuchen, wobei die Sepharadim als religiöser bzw. weitaus traditioneller gelten als  die westeuropäischen aschkenazischen Juden, denen im 19. Jahrhundert die Reformluft um die Nase kroch. 

Viele Leute, die Israel noch nie besucht haben, meinen fälschlicherweise, unser Land bestehe entweder vorweglich aus deutschsprachigen Juden oder zumindest einer aschkenazischen Mehrheit. Vielerorts ist aber das genaue Gegenteil der Fall. Nehmen wir nur Jerusalem als Beispiel, wo die Mehrheit der Bewohner sephardischer Abstammung ist. In Tel Aviv hingegen ist es weitgehend umgekehrt. Dann wieder gibt es Orte, deren Bewohner fast nur aus sephardischen Juden bestehen wie Ofakim, Sderot, Netivot, Gedera, Kiryat Malachi, Yafne, Arad, Dimona oder einst sogar die Stadt Beit Shemesh. Seitdem die Anglo – Neueinwanderer jedoch Beit Shemesh entdeckten, wendete sich das Blatt zur aschkenazischen Seite. 

Was ich insgesamt damit zum Ausdruck bringen will ist, dass in Israel ein extrem hoher Anteil an der sephardischen Judenschaft besteht und das nicht alles so toll westeuropäisch abläuft, eben aufgrund der verschiedenen Mentalitäten. 

Es kommt auf die Situation an, doch oft liegen mir die sephardischen Juden mehr als die aschkenazischen. Besonders dann, wenn es ums Essen geht. Ich esse gerne orientalisch scharf und da komme ich bei den Sepharadim gerade recht. Auch die Portionen sind bei ihnen reichlicher als bei den knauserigen Aschkenazim, wo man gerade einmal einen Keks auf dem Teller findet.:-) 

Sephardische Juden folgen anderen Bräuchen und beten aus ihrem eigenen Sidur (Gebetbuch). Einer ihrer Bräuche ist es, ab dem Monatsbeginn des Elul bereits die Selichot (Entschuldigungsgebete) vor dem jüdischen Neujahr Rosh Hashana zu beten. Aschkenazische Juden beginnen damit erst wenige Tage vor dem eigentlichen Fest Gebete, die bei den sephardischen Juden mit eigenen Melodien verbunden sind. 

Da ich momentan für ein paar englischsprachige jüdische Presseorgane einige Artikel vorbereite, mache ich mich heute, u.a., auf den Weg, die sephardische Selichot – Gebetsstimmung an der Klagemauer (Kotel) einzufangen. Mit Photos und Videos. Einiges davon werde ich in meinen Blogs veröffentlichen und vielleicht ist es für die deutschsprachigen Leser nicht uninteressant zu erfahren, was sich in anderen jüdischen Communities abspielt. Gerade in Jerusalem haben wir ziemlich viel davon und das Angebot ist breit gefächert. Von den syrischen Juden, dem iranischen Ritus bis hin zu den chassidischen Gruppen.

Bild des Tages


Photo: Miriam Woelke

Sonntag, August 19, 2012

Schabbateinladungen

B"H 

In der letzten Woche kam ich wieder einmal nicht dazu, die Thoralesung vorzubereiten. Ein paar Details dazu werden jedoch din dieser Woche noch nachgereicht. Am Donnerstag nachmittag machte ich mich zu einem Krankenbesuch auf und wir verplauderten uns im Krankenhaus. Am Ende kam ich erst spät heim und da ich am Schabbat häufiger Gäste einlade, mussten die Blogs etwas warten. 

Meine Freitage sind gewöhnlich mit den Schabbatvorbereitungen ausgebucht. Entweder bereite ich für mich das Essen vor oder, wie vorgestern, auch für ein paar Gäste. Früher folgte ich fast allen Einladungen zum Essen, heute ist das etwas anders. Ich nehme nur noch gelegentlich Einladungen wahr, denn ich relaxe lieber oder lese viel. Dafür koche ich mindestens einmal im Monat für ein paar eingeladene Freunde und wir machen es uns auf meinem Balkon gemütlich. Das gefällt mir wesentlich besser als die Herumrennerei von einer Einladung zur anderen. Außerdem bin ich der Meinung, dass Juden ab einem gewissen Alter ihre eigenen Schabbatot daheim vorbereiten sollten. Man kann sich ja nicht ständig woanders umsonst durchfressen und man selbst lädt niemanden ein.:-)

Donnerstag, August 16, 2012

Unsere Aufgabe im Monat ELUL und vor den hohen Feiertagen


Brunnen am Dizengoff Square in Tel Aviv

Photo: Miriam Woelke

B"H 

G – tt ist nicht daran interessiert, dass wir am morgen abend beginnenden Monat Elul sowie an den hohen Feiertagen Rosh Hashana, Yom Kippur und Sukkot (Laubhüttenfest) dermassen viel Teshuva (Umkehr zu G – tt) machen, dass wir pünktlich zu den Feiertagen total "heilig" daherkommen. Als menschliche Wesen hat Er uns eh so erschaffen, dass wir auf ewig eingeschränkt sein werden. In unserem Denken, unserer Art zu verstehen und zu begreifen. 

Absolut perfekt werden wir niemals, denn Menschen machen nun einmal Fehler. Was jedoch unsere Aufgabe gerade jetzt in den beiden Monaten Elul und Tishrei (August / September / Oktober) sein wird: Dass wir uns zumindest einmal hinsetzen und uns unsere Fehler bewusst machen. Unsere ganz persönlichen Fehler einsehen, bedauern und versuchen, in Zukunft alles besser zu machen. Hierbei zählt die ehrliche Absicht und wer nach den Feiertagen wieder in seinen alten Trott zurückfällt, der machte vor den Feiertagen vielleicht dennoch einen ernsthaften Versuch. Darauf kommt es an und nicht, dass wir uns unbedingt heilig geben.  

Ferner sind weder der Monat Elul noch das Rosh Hashana Mitte September (jüdisches Neujahrsfest) irgendwelche traurigen Angelegenheiten, bei denen wir jetzt mit dem Sündergewand daherkommen. Rosh Hashana an sich ist ein freudiges Fest und der Elul ist genau so positiv zu bewerten. Ein Monat, in welchem wir neue Chancen erhalten. 

Das Judentum ist keineswegs eine traurige Religion, sondern tagtäglich sollten wir unser Leben neu leben und neue Möglichkeiten ergreifen.

"Der König ist im Feld - HaMelech Ba' Sade"


B"H

Morgen abend (Freitag, Erev Schabbat) sowie a Schabbat selbst und am Sonntag feiern wir den Beginn des neuen jüdischen Monat (Rosh Chodesh) ELUL. Zusammen mit dem nachfolgenden Monat Tischrei (ausgesprochen: TISCHREJ), ist Elul mein Lieblingsmonat des gesamten Jahres. Manche lieben Purim oder Pessach; ich hingegen liebe Rosh HaShana (jüd. Neujahr) und Sukkot (Laubhüttenfest). Dies soll gewiß nicht heißen, dass ich den Yom Kippur (Versöhnungstag) unbeachtet lasse. Wie ein jeder weiß, gibt es an dem Tag kein Essen und wir sollen so sein, wie die Engel und ohne materielle Nahrung auskommen. 

Besonders in der Chassidut (Chassidismus) nimmt der Monat Elul ein wichtiges Spektrum ein, denn am 18. des Monats ist der Geburtstag des Baal Shem Tov (geboren ca. 1698 oder 1700). 

Generell ist der Monat Elul der Monat der "Teshuva - Umkehr zu G - tt" und dies geht uns ALLE an. Am Rosh HaShana richtet G - tt die ganze Welt und dazu gehören Juden sowie Nichtjuden. Und jeder von uns sollte wenigstens eine kleine Anstrengung unternehmen, G - tt näherzukommen; besonders, indem wir in uns selbst gehen. Den Elul nutzen, um einmal über seine individuellen Taten während des Jahres nachzudenken. In der hebräischen Sprache nennt man dies "Cheschbon Nefesch", was bedeutet, dass man sich selber einmal fragt, wo eigentlich mein Platz in dieser Welt ist. 

Wie verhalte ich mich gegenüber meinen Mitmenschen und habe ich eine Verbindung zu G - tt ? Wenn ja, wie kann ich diese verbessern ? 

Der Baal Shem Tov sagte, dass gerade im Monat Elul "Der König im Feld" ist. Dies bedeutet, dass jeder einzelne während dieser Zeit einen besonders intensiven Zugang zu G - tt haben kann. In all den anderen Monaten werden wir teilweise von G - ttes Sefirot (symbolisch für Charaktereigenschaften) gerichtet und erhört. Im Elul hingegen sind wir fähig, uns auf Level zu bewegen, welche uns eine direkte Kommunikation erlauben. G - tt persönlich steht im Feld bzw. erhört unsere Gebete. 

In das Feld hinausgehen ist nicht unbedingt wörtlich zu verstehen, obwohl einige Leute (wie die Breslover Chassidim) tatsächlich oft die Natur aufsuchen, um mit G - tt zu reden. Und wie ich zuvor schon sagte, Elul eignet sich besonders dazu, seine eigenen Taten einmal zu analysieren und in sich selbst zu kehren. Sind wir anderen gegenüber genauso offen wie G - tt ? Vielleicht sollten wir gerade von Ihm lernen, anderen Chesed (Güte) zu zeigen und die Mitmenschen nicht immer sofort zu harsch richten. Alles hat immer zwei Seiten und vielleicht sollten wir uns bemühen, auch in den Mitmenschen die zweite Seite zu betrachten. 

Chesed (Güte), Gebet (Tefilah) und Spenden (Zedakah), dies sind die Eigenschaften, denen wir im Elul nachgehen sollten. Schließlich wollen wir, dass uns G - tt am Rosh HaShana (Neujahrsfest) ebenso mit Güte und Vergebung richtet.

Wie können wir sonst im Elul noch Teshuva machen ?
Durch vermehrtes Thorastudium können wir G - tt näher kommen. Die Thora ist nicht einfach so eine nettes Geschichtsbuch mit vielen langweiligen Regeln darin. Vielmehr sollten wir erkennen, dass die Thora auch zu uns heute spricht und uns spezielle Nachrichten und Hinweise zukommen läßt. Wenn wir diese Nachricht verstehen und verinnerlichen, dann werden wir einen guten und erfolgreichen Elul haben und G - tt schreibt uns am Rosh HaShana in das "Buch des Lebens" ein.
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Mit Beginn des Elul werde ich viele Berichte und Definitionen in die Blogs setzen. Chassidisches, Kabbalistisches genau so wie ganz "Normales". 

Rosh Chodesh Elul - ראש חודש אלול



"Der König ist im Feld - HaMelech Ba'Sade" - In diesem Monat ist G - tt so zugänglich wie nie !

B"H

Morgen abend (Freitag, Erev Schabbat) sowie am Samstag (Schabbat) und Sonntag  begehen wir Rosh Chodesh Elul (אלול), den Beginn des jüdischen Monat Elul. 


Der jüdische Monat Elul ist der wichtigste Monat des Jahres überhaupt, leitet er doch die Umkehr zu G - tt (Teschuva) zum bevorstehenden jüdischen Neujahrsfest (Rosh HaShana) ein. Aus dem Grund wird der Elul auch der Monat der Teschuva (Umkehr) oder Monat der Rachamim (Gnade) genannt. 

Am Rosh Chodesh Elul stieg Moshe das dritte Mal auf den Berg Sinai, nachdem ihn G – tt dazu aufgefordert hatte. Bei seinem ersten Aufstieg erhielt er das erste Paar der Gesetzestafeln, welche er nach seinem Abstieg am 17. Tammuz zerstörte. Nämlich in dem Moment als er das Goldene Kalb sah. Gleich darauf stieg Moshe zum zweiten Mal auf den Berg Sinai, um G – tt zu überreden, die Sühne (Teschuva) der Israeliten anzunehmen und sie keinesfalls zu zerstören. Nun sollte Moshe ein drittes Mal aufsteigen, um das zweite Paar der Gesetzestafeln in Empfang zu nehmen. 40 Tage später, am Yom Kippur, wird er mit den neuen Gesetzestafeln wieder herabsteigen. 

Keine jüdisch – orthodoxe Richtung legt soviel Wert auf den Satz aus Shir HaShirim 6:3: "HaMelech BaSadeh – The King is in the Field – Der König ist im Feld", wie der Chassismus.Insbesondere der Ba'al Shem Tov legte sehr viel Wert auf das Teschuva - Prinzig und die Aussage "The King is in the Field - HaMelech ba'Sadeh".  

Gemeint ist damit G – tt, der, laut dem Baal Shem Tov, im Monat Elul am leichtesten für uns zugänglich ist. In der Zeit des Elul ist G – tt uns am nächsten und wenn wir nur unsere Vergehen bereuen, ist Er leichter bereit uns anzuhören und zu vergeben. Dies sollte unser Ziel sein im Elul, denn am 1. Tishrei, des folgenden Monat, ist Rosh HaShana, der Tag, an dem die ganze Welt gerichtet wird. Dann entscheidet G – tt für ein weiteres Jahr über die Zukunft unserer Welt und und Menschen. Wie wird dann das neue Jahr für uns aussehen ? Erfolgreich, weniger erfolgreich, werden wir gesund bleiben, genügend Einkommen haben, wird Frieden herrschen, etc. All das wird an Rosh HaShana entschieden. Für Juden spielt der Yom Kippur am 10. Tishrei eine weitere Rolle bezüglich des Gericht G – ttes. Für Nichtjuden ist dagegen Rosh HaShana allein der alles entscheidende Tag. 

Ein Minhag (Brauch) vom Baal Shem Tov war es, im gesamten Elul täglich Psalm 27 zu beten. Sieben Mal, wenn ich mich recht erinnere. Laut Chabad (Sha'arei HaMoadim) sollte man im Monat Elul täglich drei Kapitel Psalmen beten und natürlich Thora lernen, um G – ttes Gnade zu erwecken. Elul ist die große Zeit der Hitbodedut, heißt, man soll sich täglich für eine Stunde (kann auch weniger oder mehr sein) zurückziehen und das Gespräch mit G –tt suchen. Wie erwähnt, ist G – tt im Elul leichter zu erreichen. Außerdem hat Elul die Kraft, all unsere Vergehen des gesamten Jahres rückgängig zumachen, wenn wir nur bereuen (Teschuva machen), so der Sefat Emet der Chassidut Gur und dessen einstiger Rebbe. Eine weitere Vorbereitung, Teschuva zu tun und sich so auf Rosh HaShana vorzubereiten ist Zedakah (Spenden) an Bedürftige zu geben. 

Die sephardischen Juden beginnen im Elul ihre Selichot – Gebete, welche ebenso zur Gnade G – ttes aufrufen. Auch wird das Schofar (Widderhorn) geblasen. Allerdings in jüdischer Tradition mit bestimmten Tönen und einer vorgeschriebenen Anzahl, auf die ich zum Thema Rosh HaShana in absehbarer Zeit eingehen werde. 

Ashkenazische Juden beginnen mit den Slichot – Gebeten wesentlich später, nämlich am Mozzaei Schabbat (Schabbatausklang) vor Rosh HaShana. Die Selichot müssen NACH Mitternacht gebetet werden. Laut dem Jerusalemer Breslov – Rabbiner (Rabbi Peretz Auerbach) können sie NICHT vor Mitternacht gebetet werden. 

Im Sefer Yetzirah (Book of Creation) heißt es, dass der hebräische Buchstabe des Monat Elul das YUD י ist. Das Yud י sieht allgemein aus wie ein kleiner Punkt und dieses Yud symbolisiert G - ttes Erschaffung der Welt mit Weisheit. In der Kabbalah wird das Yud י mit Chochmah (Weisheit) gleichgesetzt. G – tt erschuf unsere Erde als Punkt. Zuerst entstand ein Punkt, der Even HaSchtiah, der Gründungsstein unter dem Altar des Ersten und Zweiten und hoffentlich bald auch Dritten Tempels. Der winzige Punkt began sich allmählich auszubreiten, bis er unsere Welt formte. 

Der israelitische Stamm des Elul ist Gad, das Sternzeichen ist die Jungfrau, das Organ ist die linke Hand und der menschliche Sinn ist das Handeln. Handeln deshalb, weil wir Teschuva begehen sollen und dafür ist die Handlung notwendig. Sprich, das Bereuen und um Vergebung bitten. Das Sternzeichen der Jungfrau im Elul stellt gleichsam einen Bezug zur Teschuva (Umkehr zu G – tt) dar. Wer seine Vergehen im Elul bereut und aufrichtig plant, sein Leben zum Positiveren auszurichten, der kann symbolisch betrachtet den Zustand einer Jungfrau erreichen. Genauso unerfahren wie eine Jungfrau; ohne jeglich Vergehen auf dem Sündenkonto, denn wer ernsthaft Teschuva macht, dem kann alles vergeben werden. Vielleicht sei zu erwähnen, das "alles" nicht tatsächlich "alles" bedeutet, denn, wie wir wissen, gibt es Vergehen, die seitens G – tt niemals richtig vergeben werden können. Zusätzlich ist direkte Vergebung im Judentum von besonderer Bedeutung. Heißt, wir müssen schon die jeweiligen Mitmenschen persönlich um Verzeihung bitten und nicht zu G – ttes Gnade erbitten. Real bedeutet dies, dass man einen Mitmenschen im Falle eines Vergehen mindestens dreimal um Vergebung bitten muß. Ist danach die Gegenseite immer noch zu keiner Vergebung bereit, so zählt eine dreimalige aufrichtige Bemühung seitens G – tt dennoch als vergeben und von nun an muß die nicht vergebende Gegenseite mit der eigenen Entscheidung leben. 

Wer sich in Jerusalem befindet, der wird tags und auch nachtsüber die Klagemauer (Kotel) voll Menschen finden. Elul ist ein so intensiver Monat, den man unter allen Umständen nutzen sollte. 

Ein ganz wichtiger Tag ist der 18. Elul, denn dies ist der Geburtstag des Baal Shem Tov.

Ich wünsche allen eine gute Vorbereitung auf Rosh HaShana und einen erfolgreichen und gesunden Monat Elul – Chodesh Tov - חודש טוב.


Blasen des Schofar (Widderhorn)
Quelle: Chabad

Dienstag, August 14, 2012

Der Monat ELUL kommt


Photo: Miriam Woelke
B"H

An diesem Freitag abend (einschliesslich Schabbat und Sonntag) beginnt der neue jüdische Monat ELUL. Nicht nur so mal wieder ein neuer Monat im Kalender, denn der Elul leitet die hohen jüdischen Feiertage Rosh Hashana (das Neujahrsfest), Yom Kippur (das Versöhnungsfest) sowie Sukkot (das Laubhüttenfest) ein. Insgesamt eine Zeit, in der wir in uns kehren sollen, unsere Fehler eingestehen und versuchen, in Zukunft alles besser zu machen. Ob wir damit unbedingt Erfolg haben, bleibt dahingestellt. Was allein zählt, ist der ernsthafte Versuch, uns im positive Sinne zu verändern. 

Zum Beispiel ist Rosh Hashana keineswegs ein ausgesprochen jüdisches Fest, sondern es gilt ebenso für Nichtjuden. An diesen zwei Feiertagen nämlich richtet G – tt die gesamte Welt auf ein neues Jahr. Die Mehrheit aller Nichtjuden weiss über diese Tatsache leider nicht Bescheid. Aber dazu noch mehr im Verlauf des Monat Elul !

Was ich derzeit tue, ist einige neue Artikel zu all den Themen vorzubereiten. Und, wie immer, erweist sich das nicht als einfach, denn ich gehe durch viele chassidische und anderweitige relig. Bücher. Mir macht das Spass, denn auch ich beschäftige mich im Elul erneut mit der Teschuva (der Umkehr zu G – tt). Keiner ist so super heilig, dass er davon ausgeschlossen ist, weil wir alle machen Fehler. 

Immer dann, wenn ich erneut Research zum Elul betreibe und verschiedene Bücher und Kommentare lese, erhalte ich neue Anregungen. Ob meine Vorsätze letztendlich erfolgreich sind oder nicht, bleibt abzuwarten. Trotzdem sehe ich jeden Tag als neue Chance und nicht nur allein den Monat Elul. 

Hoffentlich klinge ich mit der Aussage nicht zu sehr nach Rabbi Nachman von Breslov !:-)

Montag, August 13, 2012

Buchempfehlung: AHAD HA'AM - Selected Essays




Photos: Miriam Woelke


B"H

Es muss nicht immer nur Theodor Herzl sein, wenn es um den Zionismus geht. Trotz seines langen Bartes war Herzl selbst kein religiöser Jude, sondern voll und ganz säkuler eingestellt. Für seinen Judenstaat in Israel plante er sogar die deutsche Sprache als Landessprache einzuführen. Da wurde ihm immerhin ein kräftiger Strich durch die Rechnung gemacht, denn die Landessprache wurde Hebräisch. Wer wollte auch damals nach dem Holocaust noch unbedingt Deutsch sprechen ?

Ich war noch nie ein ausgesprochener Herzl Fan, sondern beschäftige mich bereits längere Zeit mit einem ganz anderen, in Deutschland weniger bekannten Zionisten namens "Ahad Ha'Am" (Asher Zvi Hirsch Ginsberg, 1856 - 1927). Im vergangenen Jahr besuchte ich sogar sein Grab auf dem Trumpeldor Friedhof in Tel Aviv.

Asher Ginsberg wurde in eine fromme jüdische Familie hineingeboren, wandte sich jedoch später vom chassidischen Judentum ab. Seine Wurzeln sowie die Religion vergass er nie und tat dies auch in Bezug auf einen eigenen Judenstaat kund. Wenn es einen jüdischen Staat gibt, dann mit dem Hebräischen als Landessprache und einer jüdischen Kultur und Religion. Die jüdische Identität war Asher Ginsberg extrem wichtig und bis heute gilt er in Israel als einer der wichtigsten jüdischen Denker. Sich mit seiner Literatur zu beschäftigen bedeutet viel Recherche, doch in langsamen Schritten werde ich auch dorthin kommen und im Blog berichten.



Ahad Ha'Am Street in Jerusalem

Photo: Miriam Woelke

Sonntag, August 12, 2012

Midrasch YALKUT SHIMONI zur Thoralesung EKEV


 Photo: Miriam Woelke

B"H 

Diejenigen von Euch, die sich ausgiebig mit tieferen jüdischen Studien befassen wissen, dass es viele verschiedene Midraschim gibt. Normalerweise verweisen viele Texte und Rabbiner zumeist auf die zwei bekanntesten Midraschim: Auf die Midrasch Tanchuma und die Midrasch Rabbah. Wenn ich einmal genügend Zeit zur Verfügung habe, so lerne ich meistens zwei völlig andere Midraschim: Yalkut Shimoni und Yalkut Re'uveni. Aus dem einfachen Grund heraus, weil mir diese beiden Midraschim sehr gut gefallen. 

Obwohl die Thoralesung EKEV bereits am gestrigen Schabbat gelesen wurde, möchte ich doch noch einmal darauf zurückkommen, denn im YALKUT SHIMONI fand ich ein paar recht interessante Gedanken dazu. Bei seiner Aussage beruft sich der YALKUT SHIMONI auf die Thora selbst sowie auf das Buch Mischle'i (die Weisheiten des König Salomon). Und so heisst es im YALKUT SHIMONI, dass G – tt den Juden die Thoramitzwot nicht gab, damit diese (die Juden) die Belohnung für die Mitzwoteinhaltung sofort erhalten. Andererseits jedoch erhalten Nichtjuden ihre Belohnung für die Einhaltung der "Sieben Noachidischen Gesetze" bereits in dieser Welt. Juden dagegen erhalten ihre Belohnung meist erst in der Kommenden Welt. Siehe hierzu Mishle'i 11:21 und Deuteronomy 7:10. 

Mein Hauptanliegen aber ist der wichtige Gedanken, dass G – tt den Juden die Thoragesetze nicht gab, damit sie ausschliesslich an eine etwaige Belohnung Seinerseits denken. Gut, dass G – tt uns den Grad der Belohnung nie wissen liess, denn sonst würden wir die Mitzwot je nach Level der Belohnung ausführen. Gibt es für das eine Gesetz eine höhere Belohnung, so führe ich das natürlich eher aus als eines, für dessen Ausführung die Belohnung viel niedriger erscheint. Solch ein Verhalten wäre nur allzu menschlich. 

Ein wichtiger Punkt, über den es sich lohnt, etwas tiefer nachzudenken. Auch im Hinblick auf die eigene Einstellung gegenüber der Thoragesetze. Manchmal erscheint alles so unglaublich einfach und im Grunde wissen wir das ja alles schon. Warum ich diese Gedanken aber nochmals aufführe ist, dass wir nur allzu schnell vergessen und eine kleine Erinnerung an all die kleinen Dinge kann nie schaden.

Der neueste israelische Report über LEV TAHOR & "Rabbi" Shlomo Helbrans

B"H 

Auf meinem englischen Blog habe ich eine besondere Art der chassidischen Gruppe angesprochen. Eine Gruppierung, die von den regulären Gruppen abgelehnt wird. Und das aus vielerlei Gründen. Die wichtigsten sind, dass der selbsternannte Rebbe der Gruppe LEV TAHOR kein geborener Rebbe ist. Genau genommen ist er ein neurelig. Jude, aufgewachsen in seinem säkuleren Kibbutz. 

Hinzu kommt, dass er sephardischer Jude ist und allein diese Tatsache würde die reguläre chassidische Welt niemals anerkennen. Der wichtigste Ablehnungspunkt jedoch ist, dass Shlomo Helbrans seine Gruppe mit eiserner Faust regiert. Wobei in vielen relig. Foren diskutiert wird, wer denn eigentlich die Mitglieder von "Lev Tahor" (reines Herz) sind. Nicht selten fragwürdige israelische Neureligiöse. Dies soll jedoch nicht die Tatsache rechtfertigen, dass Helbrans samt einiger Mitglieder andere nötigt oder schlimmeres. 

Bei Google fand ich heraus, dass selbst deutsche Zeitungen auf Helbrans hinwiesen, doch, wie das immer so ist, wurden wieder einmal sämtliche relig. Juden über einen Kamm geschert und nicht auf verschiedene Lebensweisen aus der haredischen (ultra – orthodoxen) Welt hingewiesen. Ganz einfach, weil man diese Tatsachen gar nicht kennt, sondern lieber von israelischen Zeitungen oberflächlich abkopiert und den Hass gegen alles Jüdisch – Religiöse schürt. 

Hier nun ein paar Punkt zur LEV TAHOR Gruppierung sowie dessen geistigem Oberhaupt Shlomo Helbrans:

Samstag, August 11, 2012

Haredische (ultra - orthodoxe) Ferien in Jerusalem

B"H

Seit dem Tisha be’Av (9. Av) vor gut zwei Wochen haben auch die haredischen (ultra – orthodoxen) Yeshivot (Lerninstitute) ihre Tore zwecks Sommerferien geschlossen. Zwar sind deren Sommerferien längst nicht so lang wie die der regulären israelischen Schulen, doch wenn schon einmal frei ist, wird auch genossen. Übrigens sind die Sommerferien der israelischen Nationalreligiösen auch kürzer als die der regulären Schulen. 

Auch in dieser neuen Woche herrschen noch Ferien, doch für die Haredim geht gleich nach dem Monatsbeginn des neuen jüdischen Monat ELUL (am kommenden Wochenende) der Unterricht wieder los. Als Beispiel dazu: Die regulären Schulen des Landes beginnen einheitlich ihren Unterricht nach den Sommerferien am 27. August. 

Da nicht jeder so viel Geld hat, um im Urlaub ins Ausland zu fahren oder im eigenen Land herumzureisen, zieht es viele Jerusalemer in die heimischen Parkanlagen. Auch die ultra – orthodoxen Juden (Haredim) und dieser Tage sind fast alle öffentlichen Parks voller Leute, die picknicken.


Haredische Familien im Bell Park von Jerusalem.

Photo: Miriam Woelke

Donnerstag, August 09, 2012

Parashat EKEV


Gesehen in Jerusalem

Photo: Miriam Woelke

B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat

Am nächsten Schabbat, dem 17. + 18. August, feiert das Judentum den Beginn des neuen Monat ELUL und dies bedeutet bei den sephardischen Juden, mit den SELICHOT – Gebeten vor den anstehenden hohen Feiertagen Rosh Hashana und Yom Kippur zu beginnen. Der Beginn des neuen Monat bedeutet jedoch auch, dass an diesem Schabbat, Parashat EKEV, der anstehende neue Monat gesegnet wird. Wie immer, wenn dem Schabbat ein neuer Monatsbeginn folgt. Demnach ist dieser Schabbat auch SCHABBAT MEVARCHIN.

In der Thoralesung EKEV geht es vorwiegend darum, die Juden zu ermutigen auf G – tt zu vertrauen. Wenn sie das Land Israel einnehmen wollen, so müssen sie selbstbewusst auftreten und keine Angst vor der feindlichen Übermacht (den Canaanitern) zeigen und sich einwickeln lassen.

In diesem Zusammenhang steht das Wort EKEV für BELOHNUNG oder AUSZEICHNUNG, obwohl es sehr wohl weitere Bedeutungen haben kann. Unter anderem FERSE / HACKEN.

In der Midrasch lautet es dazu, dass es diverse Thoragesetze gibt, welche viele Juden als weniger wichtig bzw. bindend ansehen und diese, symbolisch betrachtet, mit dem Hacken treten. Bedeutet, die Gesetze werden lieber ignoriert und als unwichtig eingestuft. Der mittelalterliche Kommentator Raschi erklärt dagegen, dass wenn die Juden ALLE Gesetze versuchen zu halten und dabei weniger ihren persönlichen Prioritäten folgen, G – tt die Juden belohnen wird.

Und damit sind wir bei der Definition des Wortes EKEV, nach dem diese Parasha benannt worden ist. Die Thora schliesst demzufolge aus, dass ein Jude sich die Mitzwot, die er bereit ist zu halten, selber aussucht. Parashat Ekev lehrt, dass dies ein Ding der Unmöglichkeit ist, den G – tt weist uns an, alle Mitzwot einzuhalten. Damit sind wir nicht zur Perfektion verdammt, doch sollte zumindest ein jeder diverse Anstrengungen unternehmen, die Gesetze zu halten.

Klar, schafft es nicht jeder und wir alle sind mit einem individuellen Potenzial ausgestattet. Was dem Einen leicht fällt, das fällt mir vielleicht unendlich schwer. Oder ich bin einfach noch nicht bereit, diese oder jene Mitzwah auszuführen. Dann gestehe ich mir das ein und beginne, daran zu arbeiten. Doch einfach so ablehnen a la "Will ich nicht, brauch ich nicht, ist mir zu doof !" gilt nicht, wie uns diese Thoralesung lehrt.

Der chassidische Rebbe, OHEV ISRAEL (Rabbi Avraham Yehoshua Heshel, 1748 – 1825) gab in seinem Thorakommentar diesbezüglich ein paar Tipps, wie ein Jude sich auf die Einhaltung der Thoragesetze konzentrieren kann:

Man stelle sich vor, dass ein bestimmter Jude schon gerne die Gesetze befolgen würde, doch dann flüstert ihm diese kleine YETZER HA'RAH (unsere eigene negative Stimme) ins Ohr, dass man das alles gar nicht brauche. Warum nicht ein alles ein wenig easy nehmen und sich nicht das Leben schwer machen ?

Jetzt weiss der Jude nicht, was er tun soll, denn einerseits will er die Gesetze halten und auf G – tt bauen, andererseits aber beschleicht ihn seine eigene Faulheit, die da auf ihn einredet. Nicht jeder kann in dem Fall der Versuchung widerstehen. Nichtsdestotrotz sind die Thoragesetze ja genau genommen G – ttes Wille; bedeutet, G – tt teilt uns mit, was Er von uns verlangt.

Rabbi Heshel sagte, dass wenn sich der Jude für eine Mitzwah entscheidet, seine persönliche Freude über die Einhaltung so hoch sein kann, dass er sich gleich noch eine weitere Mitzwah schnappt und die ebenso einhält. Die Lust übermannt ihn sozusagen und allmählich hält er immer mehr Mitzwot ein und erklimmt seine eigenen individuellen Level. Dabei zu fallen ist keine Schande, sondern menschlich. Dennoch sollten wir immer unser Ziel vor Augen haben und darauf hinarbeiten. 

Schabbat Schalom

Gebete für Elisheva Machlis

B"H 

In der Vergangenheit berichtete ich häufig von der Machlis – Familie in Jerusalem und erwähnte unzählige Teachings von Rabbi Mordechai Machlis. Nun benötigt die Familie selbst Gebete, denn ihre Tochter Elisheva (verheiratet und Mutter von sechs Kindern) erlitt nach der Geburt ihres sechsten Kindes einen Gehirnschlag (Stroke). Dies geschah vor wenigen Tagen. Elisheva liegt in Jerusalem auf der Intensivstation und ihr Gesundheitszustand ist nicht sehr gut. 

Wenn am Schabbat in jüdischen Gemeinden der Segen für die Kranken gebetet wird, bitte schliesst ELISHEVA BAT HENNY mit in die Gebete ein. 

Ob die Familie derzeit die üblichen öffentlichen Schabbatmahlzeiten serviert, ist mir nicht bekannt. Ich denke einmal NEIN. 
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Kommentar auf meinem englischen Blog:

 The full name is Elisheva bat Henna Rasha

Summer Schedule for Kever Rachel (Grab der Rachel) nahe Bethlehem



Evelyn Haies von der "Rachel's Children Reclamation Foundation" bietet auch in diesem Monat wieder einige interessane relig. Vorträge gehalten von veschiedenen Rabbinern. 

Wer die Photos nicht vergrößern kann, HIER ein weiterer Artikel mit Details!

Mittwoch, August 08, 2012

Der Mars als neuer Lebensraum ?

B"H

Es war der berühmte Physiker Stephen Hawking, der einst die These vertrat, dass Planet Erde abgewirtschaftet habe. Der Mensch zerstörte den Planeten und nun sei es an der Zeit, neuen Lebensraum im Weltraum zu erkunden, um die Menschenmassen umzusiedeln.

All das mag sich in gewisser Weise nach einem "Hitler – Vokabular" anhören, doch Stephen Hawking ist sich seiner Sache sicher. Der Planet Erde sei aufgrund der Umweltverschmutzung und der Ausbeutung der Bodenschätze kaum mehr bewohnbar. Der Erde am Ähnlichsten sei nun einmal der Mars.

Der Thora zufolge gab G – tt den Menschen lediglich einen Planeten: Die Erde. Wenn wir genauer hinschauen, erkennen wir, warum das so ist. Kein anderer Planet als die Erde liefert uns den Sauerstoff, den wir brauchen. Ausreichend Wasser, Klima, Schwerkraft, Natur und sämtliche weitere Lebensbedingungen. Hinzu kommt das Schutzschild um die Erde herum, welches für die Atmosphäre sorgt, doch gleichzeitig einfliegende Meteoriten etc. zerstört. Nicht immer und es kommt sicherlich auf die Größe der Himmelskörper an. Zum Beispiel ware ein einfliegender Asteroid schon eine ganz andere Herausforderung. Nichtsdestotrotz ist die Erde kein regelmässiger Einschlagplatz wie, z.B., der Mond. Ebenso wenig offeriert uns der Mars optimale Lebensumstände und unser Leben dort täte um einiges anders aussehen.

Auch wenn es sich veraltet oder spiessig anhören mag: G – tt gab dem Menschen die Erde und allein hier besteht unsere Aufgabe. Hier müssen wir unser Leben meistern. Hätte G – tt das Weltall für uns vorgesehen, dann hätte Er folglich auch dementsprechende Lebensumstände geschaffen. Womit ich jedoch keinesfalls gegen die Astronomie bin. Ganz im Gegenteil, denn ich beschäftige mich nebenher sehr viel mit dem Thema und wenn mich etwas interessiert, dann Astrophysik. Und das Projekt CURIOSITY verfolge ich genau so mit Spannung, würde jedoch niemals auf den  Mars umziehen.:-)


Warum die Juden den Juden J. nicht als Meschiach anerkennen

B"H

Gelegentlich become ich e – mails mit der Anfrage, warum das Judentum den Juden J. nicht als Meschiach anerkannte, sondern grundwegs ablehnte. Die Kirchen predigen zu sehr von den "bösen" Pharisäern, die da gegen den "armen und aufrichtigen" J. waren. Tatsache aber ist, dass eben jene Pharisäer eine halachische Authorität bildeten und gerade ihnen konnte J. mit seinen schwachen Argumenten nichts weissmachen.

Hier findet Ihr ein paar Links zum Thema:




Und wie soll er nun aussehen, der jüdische Meschiach ?


Dienstag, August 07, 2012

Juden im Arabischen Altstadtviertel von Jerusalem

B"H 

Yeshivat ATERET COHANIM (ein jüdisches Lehrinstitut) präsentiert ein interessantes Video zum jüdischen Leben in Jerusalems altem Yishuv. Oder in anderen Worten: Schon immer lebten in der Jerusalemer Altstadt Juden und, mit Beginn des 20. Jahrhunderts, siedelten sich Tausende Juden sogar im Arabischen Viertel der Altstadt an. 

Ich hörte Teil der antizionistischen Neturei Karta sagen, dass zu Beginn des 20. Jahrhunderts Juden und Aaber friedlich zusammenlebten, doch diese Behauptung ist absolut falsch. Schon immer gab es Spannungen zwischen beiden Völkern und in den Jahren 1920 sowie 1929 kam es zu mehreren Judenpogromen in Hebron, Safed und in der Altstadt von Jerusalem, bei denen zahlreiche Juden auf grausame Weise von den Arabern einfach niedergemetzelt wurden.

Sonntag, August 05, 2012

Parashat EKEV: "G – tt macht Mut"


Blick auf Downtown Jerusalem

Photo: Miriam Woelke
B"H

Nachdem ich die letzte Thora Parasha VA’ETCHANAN aus zeitlichen Gründen (und auch, weil ich einmal eine kleine Blogpause brauchte) ausliess, bin ich in dieser Woche mit der Parshat EKEV wieder zur Stelle. Seltsamerweise steht gleich der Beginn der Parasha wieder einmal im Sinn aktueller Ereignisse, denn die israelische Presse spekuliert erneut über einen Angriff auf die Atomanlagen des Iran. Außerdem berichtete mir jemand aus dem Bekanntenkreis, die arabische Welt plane eine Attacke auf Jerusalem. Und das zu Beginn des nächsten Monat. 

Was auch immer, die ersten Sätze von EKEV geben den Juden Mut. Eine Zuversicht, die wie alle nur zu gerne erleben täten, obwohl sie uns in brenzligen Situationen immer wieder entgleitet. G – tt nämlich verspricht den Juden, dass wenn sie Seine Thoragesetze halten, Er sie unter allen Umständen beschützen wird. Kein Jude soll sich vor der Übermacht der Welt fürchten. Und das, obwohl die Juden immer nur eine kleine Minderheit ausmachen. Sobald wir uns fürchten und meinen, die Welt siege über uns, sollen wir uns daran erinnern, wie G – tt es den Ägyptern und Pharao zeigte. Waren die Ägypter nicht eines der herausragenden Völker der Antike ? Aber auch das half ihnen nichts, denn letztendlich gingen sie in den Zehn Plagen sowie im Roten Meer unter. 

Bedeutet: Die Völker mögen übermächtig erscheinen, doch ein kleiner Wink von G – tt reicht aus, um sie sehr schnell in die Knie zu zwingen.

In zwei Wochen in ELUL


Jaffa Road, Jerusalem

Photo: Miriam Woelke
B"H 

In ca. zwei Wochen beginnt der jüdische Monat ELUL, welcher gleichzeitig die nachfolgenden hohen Feiertage Rosh Hashana, Yom Kippur und Sukkot einleitet. Persönlich bin ich froh, dass der Monat Juli endlich vorbei ist und sich nach dem Monat Av der Elul nähert. Nach all den Wochen der Trauer um die Tempel steht nun endlich wieder eine positive Zeit vor der Tür.

Die SYRISCHE SYNAGOGE in Nachlaot / Jerusalem


Photo: Miriam Woelke