B"H
Der diesjaehrige Feiertag Tu Be' Shevat faellt auf den 3. Februar, Shabbat. Wenn ein Feiertag, und sei es nur ein Halb - Feiertag, auf den Shabbat faellt, wird der Shabbat in noch hoehere spirituelle Level erhoben.
Der Tu Be' Shevat ist der 15. des juedischen Monats Shevat und ein Halb - Feiertag. Wenn er nicht gerade auf einen Shabbat faellt, wird am Tu Be' Shevat ganz normal gearbeitet.
Mit Tu Be' Shevat beginnen die ersten Baeume in Israel zu bluehen. Selbst wenn das Wetter noch winterlich ist.
In der Thora findet dieser Feiertag keine Erwaehnung, stuetzt sich aber dennoch auf einen Satz in Deutoronomy 20:19: "Der Mensch ist ein Baum."
Ausserdem wird Tu Be' Shevat mit den Abgaben von Fruechten an den Tempel (Trumot und Maasrot) in Verbindung gebracht.
Juden werden in der Literatur oft symbolisch mit einem Baum in Verbindung gebracht. Was haben sie beiden gemeinsam ? Wie ein Baum so muss ein Jude wachsen und fuer das Wachstum ist Wasser erforderlich. Wasser symbolisiert die Thora und somit kann ein Jude nur durch Thorastudium wachsen.
Im Buch Shaarei HaMoadim (von Chabad) heisst es, dass ein Jude immer mit der Quelle seines Ursprungs verbunden sein muss: mit der Thora. Durch die Thora waechst er und traegt Fruechte, welches die Einhaltung der Mitzwot sind.
Am Tu Be' Shevat besteht Gelegenheit, dass Thorastudium neu aufzunehmen. Gleichzeitig gibt dieser Feiertag der Seele (Neshama) Kraft, hoeher aufzusteigen.
Fuer Rabbi Nachman von Breslov symbolisiert ein Baum Weisheit (siehe die Baeume des Lebens und des Wissens im Paradies) und er stellt die Beziehung von Himmel und Erde dar. Ein Mensch muss seine Wurzeln in dieser Welt haben, aber dabei zu G-tt aufschauen und spirituell wachsen.
Es ist ueblich am Tu Be' Shevat eine Seder abzuhalten, an der Wein oder Traubensaft getrunken und Fruechte aus Israel gegessen werden. Der ARI (Rabbi Yitzchak Luria) hatte den Brauch, 15 unterschiedliche Fruechte zu essen.
Granataepfel, Oliven, Honig, Feigen, Datteln, Weintrauben und vor allem getrocknete Fruechte, wie Bananen, Aprikosen oder Erdbeeren....all das wird am Tu Be' Shevat gegessen.
Fasten ist halachisch verboten und Tachanun wird ausgelassen.
Nebenbei sollte noch erwaehnt werden, dass es einen Diskurs zwischen dem Haus Shammai und Hillel gab. Shammai betrachtete den 1. Shevat als Neujahrstag der Baeume und Hillel, dem wir heute noch folgen, sah den 15. Shevat als dessen an.
Ausser der Seder werden an dem Tag ueberall in Israel Baeume gepflanzt. Diese Mal nicht direkt am Feiertag, sondern davor oder danach, denn es ist Shabbat.
Morgen frueh werden am Grab von Rachel (Kever Rachel), nahe Bethlehem, Baumpflanzungen vorgenommen. Jeder ist eingeladen. Ausserdem gibt es Shiurim (Vortraege) und Gebete.
Mittwoch, Januar 31, 2007
Dienstag, Januar 30, 2007
Holocaust - Konferenz in Jerusalem
B"H
Gestern fand im Jerusalemer Convention Center (Binyanei HaUma) eine Holocaust - Konferenz der Haredim statt. Diskutiert wurde darueber, wie Haredim, vor allem aber Chassidim, mit dem Thema Holocaust umgehen.
Vor allem in der chassidischen Gesellschaft wurde das Thema bis heute gemieden. Dies soll sich nun aendern, was ich aber mit Skepsis betrachte. Ich denke nicht, dass jetzt auf einmal die grosse Diskussion um Versaeumnisse beginnen wird.
Vielleicht ist einer der Gruende, dass bis heute niemand den Holocaust erklaeren kann. Weder religioes noch sonst irgendwie. Und inwie weit zweifelte die haredische Gesellschaft damals ihren Glauben an ? All das sind ungeklaerte Punkte.
Eines ist aber bis heute offensichtlich: Die Chassidim versuchen obzessiv die verlorenen Generationen des Holocaustes wiederherzustellen. Dies ist einer der Gruende, warum sie soviele Kinder haben. Ich habe das Argument sehr sehr haeufig von chassidischen Familien gehoert.
Gestern fand im Jerusalemer Convention Center (Binyanei HaUma) eine Holocaust - Konferenz der Haredim statt. Diskutiert wurde darueber, wie Haredim, vor allem aber Chassidim, mit dem Thema Holocaust umgehen.
Vor allem in der chassidischen Gesellschaft wurde das Thema bis heute gemieden. Dies soll sich nun aendern, was ich aber mit Skepsis betrachte. Ich denke nicht, dass jetzt auf einmal die grosse Diskussion um Versaeumnisse beginnen wird.
Vielleicht ist einer der Gruende, dass bis heute niemand den Holocaust erklaeren kann. Weder religioes noch sonst irgendwie. Und inwie weit zweifelte die haredische Gesellschaft damals ihren Glauben an ? All das sind ungeklaerte Punkte.
Eines ist aber bis heute offensichtlich: Die Chassidim versuchen obzessiv die verlorenen Generationen des Holocaustes wiederherzustellen. Dies ist einer der Gruende, warum sie soviele Kinder haben. Ich habe das Argument sehr sehr haeufig von chassidischen Familien gehoert.
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Jerusalem
Montag, Januar 29, 2007
Chassidut Chabad
B"H
Wer Informationen ueber Chabad sucht, wird diesbezueglich kaum auf Schwierigkeiten stossen. Es gibt unendlich viel Literatur. Sei es nun von Insidern, Personen ausserhalb der Gruppe oder von den Rebben selbst. Die Chassidut Chabad ist sehr umfangreich und ich versuche an dieser Stelle einmal die wichtigsten Inhalte zu beschreiben.
Wie ich schon zuvor erwaehnte, lernte ich fast fuenf Jahre bei Chabad in der Jerusalemer Altstadt. Ich nahm an vielen Shiurim (Vortraegen) teil, ging zu Shabbatot und lernte das Buch Tanya. Ich bin kein Mitglied irgendeiner chassidischen Gruppe. Ab und an gehe ich auch heute noch in eine Chabad - Synagoge und wenn es eine Chassidut gibt, zu der ich mich am meisten hingezogen fuehle, so ist dies Chabad. Nicht wegen dem Meschiach - Business, sondern eher wegen der Idee, dass G-tt ueberall und uns sehr nahe ist. Und wer wuenscht sich nicht einen nahen G-tt ?
Die Chassidut Chabad wurde nach dem Tod des beruehmten Maggid von Mezritch gegruendet. Der Maggid war ein Schueler des Baal Shem Tov und wurde nach dessen Tod sein Nachfolger. Die beruehmtesten Schueler des Maggid von Mezritch waren Rabbi Schneur Zalman, Rabbi Menachem Mendel von Vitebsk und Rabbi Levi Yitzchak von Berditchev. Rabbi Schneur Zalman war der juengste Schueler des Maggid. Nach dem Tode des Maggid (1772), lernte Schneur Zalman unter Rabbi Menachem Mendel von Vitebsk, wobei der letztere bald nach Israel ziehen sollte.
Heute behauptet Chabad nach wie vor, dass Rabbi Schneur Zalman der eigentliche Nachfolger des Baal Shem Tov sowie des Maggid war. Andere Gruppen wie z.B. Breslov behaupten das Gegenteil. In Wahrheit teilten sich die Schueler des Maggid von Mezritch nach dessen Tod in viele Gruppen auf.
Ein weiterer Beweis, den die Kritiker von Schneur Zalman vorbringen ist, dass dieser den Baal Shem Tov nicht persoenlich kannte. Fakt ist auch, dass es einen ernsthaften Disput zwischen Rabbi Baruch, dem Enkel des Baal Shem Tov, und Rabbi Schneur Zalman gab. Beide sahen sich als das wahre Oberhaupt der chassidischen Bewegung.
Rabbi Schneur Zalman von Liadi (1745 - 1813) ist der Gruender der Chabad - Bewegung, die urspruenglich Lubawitsch heisst. Nach der weissrussischen Stadt Lubawitsch. Schneur Zalman "kleidete" die kabbalistischen Lehren des ARI (Rabbi Yitzchak Luria) in chassidische Interpretationen. Er betrachtete die Lehren der Lubawitscher als hoechste intellektuell und gab der Gruppe einen neuen Namen: Chabad, was fuer eine Abkuerzung aus der Kabbalah steht: Chochma - Weisheit, Bina - Verstehen, Daat - Wissen.
Schneur Zalman wird ausserdem der "Alter Rebbe" oder der "Baal HaTanya" genannt. Das Buch Tanya, welches er verfasste und das zuerst 1796 erschien, ist das beruehmteste Buch der Gruppe und enthaelt die gesamte Chabad - Philosophie. Des weiteren ist es aeusserst kabbalistisch und man sollte es nur mit einem Lehrer lernen.
Die gesamte Chassidut Chabad basiert auf der Kabbalah des ARI, was auch aus dem Buch Tanya offensichtlich wird. Jeder Mensch hat zwei Seelen; die tierische und die g-ttliche, wobei wir die tierische Seele ueberwinden und zum Guten verwandeln sollen. Durch Gebet bringen wir G-tt in unsere Welt und kreieren hier einen Platz fuer Ihn, in welchem er wohnt. Metaphorisch gesehen.
Es ist wichtig eine Beziehung zwischen G-tt und Seinen Welten herzustellen, welches wir anhand von Gebet mit Kavanah (Absicht) und durch Meditation versuchen zu verwirklichen. G-tt ist ueberall und niemals weit weg. Er ist in allem was wir sehen oder abfassen.
Meditation ist ein sehr wichtiger Aspekt in der Chabad - Philosophie. Meditation an mystischen Themen wie die Erschaffung der Welt oder der Beziehung des Erschaffers zu Seiner Erschaffung. All das bringt uns auf einen hoeheren Bewusstseinslevel, welchen Chabad als Hitbonenut (Aufbau) bezeichnet. Durch die intellektuelle Meditation und dem Verstehen kommen wir G-tt ganz nahe.
Es gibt eine intellektuelle Verbindung von Chassidut und Judentum. Durch das Lernen der Mystik intesiviert sich die Hingabe.
Im laufe der Geschichte wurde Chabad immer wieder kritisiert. Beruehmt ist der Disput zwischen dem litvischen Rav Schach aus Bnei Brak und dem letzten Lubawitscher Rebben Menachem Mendel Schneerson. Rav Schach kritisierte vor allem die messianischen Ideen von Chabad.
Waehrend des ersten Golf - Krieges 1991, verkuendete Rabbi Schneerson, dass die Zeit fuer die Ankunft des Meschiach gekommen sei. Er sagte niemals, dass er der Meschiach sei, sondern seine Anhaenger interpretierten dies selbst. Dennoch machte Schneerson vielleicht einen Fehler, indem er nie eine Ja - oder NEIN - Antwort gab als man ihn fragte.
Der im Juni 1994 verstorbene Rabbi Menachem Mendel Schneerson war der siebte und letzte Rebbe von Chabad. Seine Frau und er waren kinderlos geblieben und somit gab es keinen Nachfolger.
Er war eine grosser Rebbe und Tausende von Menschen konsultierten ihn. Leider war er niemals in Israel, weil seiner Meinung nach jemand der in Israel ist, es nicht mehr verlassen kann.
Er sandte Schlichim (Abgesandte) in alle Welt. Ihm ist es zu verdanken, dass heute jeder juedische Tourist einen Platz am Shabbattisch finden kann. Egal wo. Sei es in Peking, Tibet, Polen oder Deutschland. Chabad ist ueberall, wie jeder im Internet sehen kann. Des weiteren gibt es z.B. auf Flughaefen Mitzwa - Kampagnen wie das Anlegen von tefilin.
Chabad hat seine eigenen Melodien, sein eigenes Sidur (incl. Tanya) und natuerlich viele Braeuche. Es wird ein sehr hoher Wert auf Kaschrut gelegt. Vor allem an Pessach. Ich war immer wieder erstaunt, wie obszessiv Chabad die Pessach - Gesetze einhaelt, um Chametz (Getreide) zu vermeiden. Wie die Belzer Chassidim, so wickelt auch Chabad einen Lappen um den Wasserhahn, um Chametz zu vermeiden. Genauso essen sie ihre Mazzot NUR aus einer Plastiktuete, um das Fallen von Kruemeln auf den Fussboden zu verhindern. Dort koennten diese Kruemel in Beruehrung mit Wasser oder Wein kommen und zu Chametz werden.
Chabadnikkim tragen keine Pelzmuetzen (Streimel) am Shabbat. Unverheiratete Maenner tragen eine normale Jacke und verheiratete Maenner einen langen schwarzen Kaftan. Sie unterteilen sich in zwei Gruppen: Die Meschichisten und jene, die Rabbi Schneerson nicht als Meschiach sehen.
Heute ist Chabad mit ca. 200.000 Anhaengern die groesste und umstrittenste chassidische Gruppe weltweit. Sie nehmen neue Leute auf sowie orthodoxe Konvertiten. Trotz aller Offenheit ist Chabad nicht immer ganz so offen. Vor allem nicht bei Schidduchim. Niemals wuerde ein "alter" Chabadnik einen Newcomer oder Konvertiten heiraten.
Persoenlich wuensche ich Chabad in Deutschland viel Erfolg. Sie sind den dort ansaessigen orthodoxen Rabbiner ein Dorn im Auge, doch Konkurrenz belebt das Geschaeft. Und genau das kommt den Juden in Deutschland zugute. Wer etwas Yiddishkeit lernen will, der geht zu Chabad.
In anderen Laendern dagegen sehen sie sich solch einer Ablehnung nicht ausgesetzt. Eher im Gegenteil. Tausende von Juden haben mit Hilfe von Chabad zu ihren juedischen Wurzeln zurueckgefunden.
Sollte jemand von Chabad etwas hinzuzufuegen oder Kritik haben, kann er mich dies gerne wissen lassen.
Naechste Woche werde ich einige Insights in die Chassidut Breslov geben.
Wer Informationen ueber Chabad sucht, wird diesbezueglich kaum auf Schwierigkeiten stossen. Es gibt unendlich viel Literatur. Sei es nun von Insidern, Personen ausserhalb der Gruppe oder von den Rebben selbst. Die Chassidut Chabad ist sehr umfangreich und ich versuche an dieser Stelle einmal die wichtigsten Inhalte zu beschreiben.
Wie ich schon zuvor erwaehnte, lernte ich fast fuenf Jahre bei Chabad in der Jerusalemer Altstadt. Ich nahm an vielen Shiurim (Vortraegen) teil, ging zu Shabbatot und lernte das Buch Tanya. Ich bin kein Mitglied irgendeiner chassidischen Gruppe. Ab und an gehe ich auch heute noch in eine Chabad - Synagoge und wenn es eine Chassidut gibt, zu der ich mich am meisten hingezogen fuehle, so ist dies Chabad. Nicht wegen dem Meschiach - Business, sondern eher wegen der Idee, dass G-tt ueberall und uns sehr nahe ist. Und wer wuenscht sich nicht einen nahen G-tt ?
Die Chassidut Chabad wurde nach dem Tod des beruehmten Maggid von Mezritch gegruendet. Der Maggid war ein Schueler des Baal Shem Tov und wurde nach dessen Tod sein Nachfolger. Die beruehmtesten Schueler des Maggid von Mezritch waren Rabbi Schneur Zalman, Rabbi Menachem Mendel von Vitebsk und Rabbi Levi Yitzchak von Berditchev. Rabbi Schneur Zalman war der juengste Schueler des Maggid. Nach dem Tode des Maggid (1772), lernte Schneur Zalman unter Rabbi Menachem Mendel von Vitebsk, wobei der letztere bald nach Israel ziehen sollte.
Heute behauptet Chabad nach wie vor, dass Rabbi Schneur Zalman der eigentliche Nachfolger des Baal Shem Tov sowie des Maggid war. Andere Gruppen wie z.B. Breslov behaupten das Gegenteil. In Wahrheit teilten sich die Schueler des Maggid von Mezritch nach dessen Tod in viele Gruppen auf.
Ein weiterer Beweis, den die Kritiker von Schneur Zalman vorbringen ist, dass dieser den Baal Shem Tov nicht persoenlich kannte. Fakt ist auch, dass es einen ernsthaften Disput zwischen Rabbi Baruch, dem Enkel des Baal Shem Tov, und Rabbi Schneur Zalman gab. Beide sahen sich als das wahre Oberhaupt der chassidischen Bewegung.
Rabbi Schneur Zalman von Liadi (1745 - 1813) ist der Gruender der Chabad - Bewegung, die urspruenglich Lubawitsch heisst. Nach der weissrussischen Stadt Lubawitsch. Schneur Zalman "kleidete" die kabbalistischen Lehren des ARI (Rabbi Yitzchak Luria) in chassidische Interpretationen. Er betrachtete die Lehren der Lubawitscher als hoechste intellektuell und gab der Gruppe einen neuen Namen: Chabad, was fuer eine Abkuerzung aus der Kabbalah steht: Chochma - Weisheit, Bina - Verstehen, Daat - Wissen.
Schneur Zalman wird ausserdem der "Alter Rebbe" oder der "Baal HaTanya" genannt. Das Buch Tanya, welches er verfasste und das zuerst 1796 erschien, ist das beruehmteste Buch der Gruppe und enthaelt die gesamte Chabad - Philosophie. Des weiteren ist es aeusserst kabbalistisch und man sollte es nur mit einem Lehrer lernen.
Die gesamte Chassidut Chabad basiert auf der Kabbalah des ARI, was auch aus dem Buch Tanya offensichtlich wird. Jeder Mensch hat zwei Seelen; die tierische und die g-ttliche, wobei wir die tierische Seele ueberwinden und zum Guten verwandeln sollen. Durch Gebet bringen wir G-tt in unsere Welt und kreieren hier einen Platz fuer Ihn, in welchem er wohnt. Metaphorisch gesehen.
Es ist wichtig eine Beziehung zwischen G-tt und Seinen Welten herzustellen, welches wir anhand von Gebet mit Kavanah (Absicht) und durch Meditation versuchen zu verwirklichen. G-tt ist ueberall und niemals weit weg. Er ist in allem was wir sehen oder abfassen.
Meditation ist ein sehr wichtiger Aspekt in der Chabad - Philosophie. Meditation an mystischen Themen wie die Erschaffung der Welt oder der Beziehung des Erschaffers zu Seiner Erschaffung. All das bringt uns auf einen hoeheren Bewusstseinslevel, welchen Chabad als Hitbonenut (Aufbau) bezeichnet. Durch die intellektuelle Meditation und dem Verstehen kommen wir G-tt ganz nahe.
Es gibt eine intellektuelle Verbindung von Chassidut und Judentum. Durch das Lernen der Mystik intesiviert sich die Hingabe.
Im laufe der Geschichte wurde Chabad immer wieder kritisiert. Beruehmt ist der Disput zwischen dem litvischen Rav Schach aus Bnei Brak und dem letzten Lubawitscher Rebben Menachem Mendel Schneerson. Rav Schach kritisierte vor allem die messianischen Ideen von Chabad.
Waehrend des ersten Golf - Krieges 1991, verkuendete Rabbi Schneerson, dass die Zeit fuer die Ankunft des Meschiach gekommen sei. Er sagte niemals, dass er der Meschiach sei, sondern seine Anhaenger interpretierten dies selbst. Dennoch machte Schneerson vielleicht einen Fehler, indem er nie eine Ja - oder NEIN - Antwort gab als man ihn fragte.
Der im Juni 1994 verstorbene Rabbi Menachem Mendel Schneerson war der siebte und letzte Rebbe von Chabad. Seine Frau und er waren kinderlos geblieben und somit gab es keinen Nachfolger.
Er war eine grosser Rebbe und Tausende von Menschen konsultierten ihn. Leider war er niemals in Israel, weil seiner Meinung nach jemand der in Israel ist, es nicht mehr verlassen kann.
Er sandte Schlichim (Abgesandte) in alle Welt. Ihm ist es zu verdanken, dass heute jeder juedische Tourist einen Platz am Shabbattisch finden kann. Egal wo. Sei es in Peking, Tibet, Polen oder Deutschland. Chabad ist ueberall, wie jeder im Internet sehen kann. Des weiteren gibt es z.B. auf Flughaefen Mitzwa - Kampagnen wie das Anlegen von tefilin.
Chabad hat seine eigenen Melodien, sein eigenes Sidur (incl. Tanya) und natuerlich viele Braeuche. Es wird ein sehr hoher Wert auf Kaschrut gelegt. Vor allem an Pessach. Ich war immer wieder erstaunt, wie obszessiv Chabad die Pessach - Gesetze einhaelt, um Chametz (Getreide) zu vermeiden. Wie die Belzer Chassidim, so wickelt auch Chabad einen Lappen um den Wasserhahn, um Chametz zu vermeiden. Genauso essen sie ihre Mazzot NUR aus einer Plastiktuete, um das Fallen von Kruemeln auf den Fussboden zu verhindern. Dort koennten diese Kruemel in Beruehrung mit Wasser oder Wein kommen und zu Chametz werden.
Chabadnikkim tragen keine Pelzmuetzen (Streimel) am Shabbat. Unverheiratete Maenner tragen eine normale Jacke und verheiratete Maenner einen langen schwarzen Kaftan. Sie unterteilen sich in zwei Gruppen: Die Meschichisten und jene, die Rabbi Schneerson nicht als Meschiach sehen.
Heute ist Chabad mit ca. 200.000 Anhaengern die groesste und umstrittenste chassidische Gruppe weltweit. Sie nehmen neue Leute auf sowie orthodoxe Konvertiten. Trotz aller Offenheit ist Chabad nicht immer ganz so offen. Vor allem nicht bei Schidduchim. Niemals wuerde ein "alter" Chabadnik einen Newcomer oder Konvertiten heiraten.
Persoenlich wuensche ich Chabad in Deutschland viel Erfolg. Sie sind den dort ansaessigen orthodoxen Rabbiner ein Dorn im Auge, doch Konkurrenz belebt das Geschaeft. Und genau das kommt den Juden in Deutschland zugute. Wer etwas Yiddishkeit lernen will, der geht zu Chabad.
In anderen Laendern dagegen sehen sie sich solch einer Ablehnung nicht ausgesetzt. Eher im Gegenteil. Tausende von Juden haben mit Hilfe von Chabad zu ihren juedischen Wurzeln zurueckgefunden.
Sollte jemand von Chabad etwas hinzuzufuegen oder Kritik haben, kann er mich dies gerne wissen lassen.
Naechste Woche werde ich einige Insights in die Chassidut Breslov geben.
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Chassidut,
Chassidut Chabad
Sonntag, Januar 28, 2007
Chassidische Gruppen
B"H
Ich habe den Beitrag ueber die Chassidut Chabad fertig geschrieben, doch bisher nur auf Englisch. Diejenigen, die nur Deutsch lesen, muessen sich noch bis morgen abend gedulden.
Auf Englisch dagegen wird der Text auf meiner engl. Site heute abend schon zu lesen sein.
http://www.myspace.com/chassidut
Ich habe den Beitrag ueber die Chassidut Chabad fertig geschrieben, doch bisher nur auf Englisch. Diejenigen, die nur Deutsch lesen, muessen sich noch bis morgen abend gedulden.
Auf Englisch dagegen wird der Text auf meiner engl. Site heute abend schon zu lesen sein.
http://www.myspace.com/chassidut
Samstag, Januar 27, 2007
Anstands - Demo
B"H
Ich habe schon einige Male erwaehnt, dass haredische Frauen immer wieder ermahnt werden, sich doch anstaendiger anzuziehen. Heisst, laengere Aermel, keine Ausschnitte etc. Bisher galten diese Ermahnungen nur fuer die litvishen Frauen, doch seit donnerstag gilt das offensichtlich auch fuer Mea Shearim.
Vorgestern (Donnerstag) abend um 19.00 Uhr Ortszeit gab es eine grosse Demonstration am Kikar Shabbat (Ge'ulah / Mea Shearim). Ich hoerte davon und wollte zuerst hingehen und mir das anschauen. Hinterher war ich aber froh, doch nicht dort gewesen zu sein; es waren zwar beruehmte chassidische Rabbiner dort, aber es wurden unter anderem auch Frauenperuecken verbrannt. Hintergrund: Viele Peruecken gelten wegen ihrer zweifelhaften Herstellungsart als unkoscher. Mal abwarten, was sich diesbezueglich noch so tut.
Ich habe schon einige Male erwaehnt, dass haredische Frauen immer wieder ermahnt werden, sich doch anstaendiger anzuziehen. Heisst, laengere Aermel, keine Ausschnitte etc. Bisher galten diese Ermahnungen nur fuer die litvishen Frauen, doch seit donnerstag gilt das offensichtlich auch fuer Mea Shearim.
Vorgestern (Donnerstag) abend um 19.00 Uhr Ortszeit gab es eine grosse Demonstration am Kikar Shabbat (Ge'ulah / Mea Shearim). Ich hoerte davon und wollte zuerst hingehen und mir das anschauen. Hinterher war ich aber froh, doch nicht dort gewesen zu sein; es waren zwar beruehmte chassidische Rabbiner dort, aber es wurden unter anderem auch Frauenperuecken verbrannt. Hintergrund: Viele Peruecken gelten wegen ihrer zweifelhaften Herstellungsart als unkoscher. Mal abwarten, was sich diesbezueglich noch so tut.
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Haredim
Shabbat - News
B"H
Gestern hatten wir ein super Shabbat - Essen bei Rabbi Machlis im Stadtteil Maalot Dafna. Unter anderem gab es zwei tolle Saenger, die sephardische Melodien zum besten gaben. Nicht zu vergessen ein Teaching von Rabbi Machlises Frau Henny:
Ein Mann stirbt und sieht dabei sein gesamtes Leben nochmals vor sich. Auch sieht er einen Strand mit Fusspuren. Es sind immer zwei Fusspuren nebeneinander, was darauf hindeutet, dass zwei Menschen dort entlang gegangen sind.
Der Mann spricht G-tt darauf an und dieser sagt ihm, dass Er den Mann waehrend seines ganzen Lebens begleitete.
Dann kommt der Zeitpunkt, an dem der Mann die schlimmsten Phasen seines Lebens sieht, wobei er nur ein Paar Fusspuren sieht.
Er fragte G-tt, wo er denn war als er schlimme Zeiten durchmachte, denn es waeren ja nur ein Paar Fusspuren zu sehen. G-tt antwortete ihm, dass Er immer dort war. In den schlimmsten Zeiten habe Er den Mann getragen.
Gestern hatten wir ein super Shabbat - Essen bei Rabbi Machlis im Stadtteil Maalot Dafna. Unter anderem gab es zwei tolle Saenger, die sephardische Melodien zum besten gaben. Nicht zu vergessen ein Teaching von Rabbi Machlises Frau Henny:
Ein Mann stirbt und sieht dabei sein gesamtes Leben nochmals vor sich. Auch sieht er einen Strand mit Fusspuren. Es sind immer zwei Fusspuren nebeneinander, was darauf hindeutet, dass zwei Menschen dort entlang gegangen sind.
Der Mann spricht G-tt darauf an und dieser sagt ihm, dass Er den Mann waehrend seines ganzen Lebens begleitete.
Dann kommt der Zeitpunkt, an dem der Mann die schlimmsten Phasen seines Lebens sieht, wobei er nur ein Paar Fusspuren sieht.
Er fragte G-tt, wo er denn war als er schlimme Zeiten durchmachte, denn es waeren ja nur ein Paar Fusspuren zu sehen. G-tt antwortete ihm, dass Er immer dort war. In den schlimmsten Zeiten habe Er den Mann getragen.
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Chassidische Stories
Donnerstag, Januar 25, 2007
Parashat Bo
B"H
Die Thoralesung fuer diesen Shabbat
Ausser der Beschreibung der drei letzten Plagen, Heuschrecken, Dunkelheit und Tod des Erstgeborenen, gibt G-tt den Israeliten in dieser Parasha die Gesetze fuer Pessach. Durch das Essen von ungesaeuertem Brot (Mazza) sollen wir von nun an jedes Jahr an den Auszug aus Aegypten erinnern. G-tt sagt, dass wer an Pessach Getreide (Chametz) isst, aus der juedischen Gemeinschaft ausgestossen werden soll.
Es gibt noch zwei weitere Vergehen, welche mit derselben Strafe bestraft werden; Essen am Yom Kippur und derjenige, der nicht beschnitten ist (keine Brit Milah hatte).
Kabbalistisch gesehen steht das Essen von Chametz an Pessach fuer die Yetzer HaRa, die schlechte Seite in uns, welche wir durch das Essen von Mazzot besiegen sollen.
Normalerweise stellt man sich unter der Plage der Dunkelheit halt ganz normale Dunkelheit vor. Aber bei dieser Dunkelheit (Choshech) in Aegypten handelte es sich um eine uebernatuerliche Dunkelheit. Laut der Midrash Rabbah war es eine doppelte Dunkelheit, die sieben Tage lang andauerte. In den ersten drei Tagen konnte sich jeder frei bewegen, doch danach war die Dunkelheit so konzentriert, dass sich ueberhaupt niemand mehr bewegen konnte.
Der Chidushei HaRim vergleicht diese aegyptische Dunkelheit mit der schlimmsten Art der Dunkelheit im menschlichen Leben. Wenn jemand ueberhaupt nicht mehr sieht wie seine Mitmenschen leiden.
Im Land Goshen, wo die Israeliten lebten, gab es keine Dunkelheit. Wer zu G-tt steht ist verbunden mit der Wahrheit und somit verbunden mit dem Licht. So lautet die chassidische Erklaerung im Buch Degel Machana Ephraim.
....und G-tt erhaertete Pharaos Herz....
Pharao hatte jeglichen freien Willen verloren, so hier der Rambam.
Er wollte und konnte nicht sehen, dass er im Unrecht war. Selbst als ihn sogar seine Bediensteten baten, die Israeliten gehen zu lassen. Er pochte weiter auf sein Recht und seine Macht. Im Buch Tanya (Chabad) heisst es dazu, dass ein Mensch in dieser Lage unfaehig ist zu denken. Wenn jemand ein gutes Leben fuehrt, dann wird sein Stolz keine Einsichten zulassen.
Schon Koenig Salomon warnte vor einem verhaerteten Herzen durch Stolz (Rabbeinu Bachya).
Warum aber nun die ganzen Plagen ? Waere es nicht einfacher gewesen nur eine allumfassende Plage durchzufuehren ?
Der Ohr HaChaim bringt eine sehr gute Erklaerung. G-tt wollte zeigen, dass Er der wahre G-tt ist und nicht Pharao oder aegyptische Zauberer und Goetzen. Bei jeder der zehn Plagen gab es eine Veraenderung in der Welterschaffung und so zeigt G-tt, dass nur Er die Natur nach Belieben veraendern kann. Zwar konnten die aegyptischen Magier auch einige Dinge ausrichten, doch waren sie unfaehig die Plagen zu stoppen.
Anhand der Plagen sollten auch die Israeliten, denen nach der langen Diaspora (Galut) vielleicht der Glaube abhanden gekommen war, wieder zu G-tt zurueckgefuehrt werden.
Manchmal befinden wir uns nicht nur in einer physischen, sondern auch in einer spirituellen Galut. Wenn sich Juden in der Galut zu wohl fuehlen, assimilieren und sich von G-tt entfernen. Um es chassidisch auszudruecken: Hoffen wir, dass dieser Zustand bald mit dem Eintreffen des Meschiach vorueber sein wird.
Shabbat Shalom
__________________________________
Chidushei HaRim: Rabbi Yitzchak Meir Alter, Polen, 1798 - 1866, Gruender der Chassidut Gur (Ger)
Rambam: Rabbi Moshe ben Maimon (Maimonides), juedischer Philosoph, geboren 1135 in Cordoba / Spanien und verstorben 1204 in Kairo. Begraben in Tiberias / Israel.
Degel Machane Ephraim: Rabbi Moshe Chaim Ephraim, Enkel des Baal Shem Tov
Ohr HaChaim: Rabbi Chaim ben Atar, geboren 1696 in Marokko und verstorben 1743 in Israel, Thorakommentator, Kabbalist und Talmudist
Rabbeinu Bachya: Rabbi Bachya ben Asher, geboren ca. Mitte des 13. Jahrhunderts und verstorben 1340 in Saragossa. Thora - Kommentator
Die Thoralesung fuer diesen Shabbat
Ausser der Beschreibung der drei letzten Plagen, Heuschrecken, Dunkelheit und Tod des Erstgeborenen, gibt G-tt den Israeliten in dieser Parasha die Gesetze fuer Pessach. Durch das Essen von ungesaeuertem Brot (Mazza) sollen wir von nun an jedes Jahr an den Auszug aus Aegypten erinnern. G-tt sagt, dass wer an Pessach Getreide (Chametz) isst, aus der juedischen Gemeinschaft ausgestossen werden soll.
Es gibt noch zwei weitere Vergehen, welche mit derselben Strafe bestraft werden; Essen am Yom Kippur und derjenige, der nicht beschnitten ist (keine Brit Milah hatte).
Kabbalistisch gesehen steht das Essen von Chametz an Pessach fuer die Yetzer HaRa, die schlechte Seite in uns, welche wir durch das Essen von Mazzot besiegen sollen.
Normalerweise stellt man sich unter der Plage der Dunkelheit halt ganz normale Dunkelheit vor. Aber bei dieser Dunkelheit (Choshech) in Aegypten handelte es sich um eine uebernatuerliche Dunkelheit. Laut der Midrash Rabbah war es eine doppelte Dunkelheit, die sieben Tage lang andauerte. In den ersten drei Tagen konnte sich jeder frei bewegen, doch danach war die Dunkelheit so konzentriert, dass sich ueberhaupt niemand mehr bewegen konnte.
Der Chidushei HaRim vergleicht diese aegyptische Dunkelheit mit der schlimmsten Art der Dunkelheit im menschlichen Leben. Wenn jemand ueberhaupt nicht mehr sieht wie seine Mitmenschen leiden.
Im Land Goshen, wo die Israeliten lebten, gab es keine Dunkelheit. Wer zu G-tt steht ist verbunden mit der Wahrheit und somit verbunden mit dem Licht. So lautet die chassidische Erklaerung im Buch Degel Machana Ephraim.
....und G-tt erhaertete Pharaos Herz....
Pharao hatte jeglichen freien Willen verloren, so hier der Rambam.
Er wollte und konnte nicht sehen, dass er im Unrecht war. Selbst als ihn sogar seine Bediensteten baten, die Israeliten gehen zu lassen. Er pochte weiter auf sein Recht und seine Macht. Im Buch Tanya (Chabad) heisst es dazu, dass ein Mensch in dieser Lage unfaehig ist zu denken. Wenn jemand ein gutes Leben fuehrt, dann wird sein Stolz keine Einsichten zulassen.
Schon Koenig Salomon warnte vor einem verhaerteten Herzen durch Stolz (Rabbeinu Bachya).
Warum aber nun die ganzen Plagen ? Waere es nicht einfacher gewesen nur eine allumfassende Plage durchzufuehren ?
Der Ohr HaChaim bringt eine sehr gute Erklaerung. G-tt wollte zeigen, dass Er der wahre G-tt ist und nicht Pharao oder aegyptische Zauberer und Goetzen. Bei jeder der zehn Plagen gab es eine Veraenderung in der Welterschaffung und so zeigt G-tt, dass nur Er die Natur nach Belieben veraendern kann. Zwar konnten die aegyptischen Magier auch einige Dinge ausrichten, doch waren sie unfaehig die Plagen zu stoppen.
Anhand der Plagen sollten auch die Israeliten, denen nach der langen Diaspora (Galut) vielleicht der Glaube abhanden gekommen war, wieder zu G-tt zurueckgefuehrt werden.
Manchmal befinden wir uns nicht nur in einer physischen, sondern auch in einer spirituellen Galut. Wenn sich Juden in der Galut zu wohl fuehlen, assimilieren und sich von G-tt entfernen. Um es chassidisch auszudruecken: Hoffen wir, dass dieser Zustand bald mit dem Eintreffen des Meschiach vorueber sein wird.
Shabbat Shalom
__________________________________
Chidushei HaRim: Rabbi Yitzchak Meir Alter, Polen, 1798 - 1866, Gruender der Chassidut Gur (Ger)
Rambam: Rabbi Moshe ben Maimon (Maimonides), juedischer Philosoph, geboren 1135 in Cordoba / Spanien und verstorben 1204 in Kairo. Begraben in Tiberias / Israel.
Degel Machane Ephraim: Rabbi Moshe Chaim Ephraim, Enkel des Baal Shem Tov
Ohr HaChaim: Rabbi Chaim ben Atar, geboren 1696 in Marokko und verstorben 1743 in Israel, Thorakommentator, Kabbalist und Talmudist
Rabbeinu Bachya: Rabbi Bachya ben Asher, geboren ca. Mitte des 13. Jahrhunderts und verstorben 1340 in Saragossa. Thora - Kommentator
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Thora Parasha
Mittwoch, Januar 24, 2007
Articles in English
B"H
I got many many complaints from friends and other people that I do not write enough in English. Eventually I decided to open another Blog only in English. At the moment you might find a few German things but those will be the last.:-)
My English site is:
http://www.myspace.com/chassidut
I got many many complaints from friends and other people that I do not write enough in English. Eventually I decided to open another Blog only in English. At the moment you might find a few German things but those will be the last.:-)
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http://www.myspace.com/chassidut
Dienstag, Januar 23, 2007
Die Mikwe
B"H
Auf besonderen Wunsch der Mischpoke erklaere ich einige Insights zu dem Thema Mikwe; Halachot (juedische Gesetze) und etwas Kabbalah.
Die Mikwe (das Ritualbad) ist fuer Juden ein Jahrtausende altes und immer noch aktuelles Thema. Vor allem zur Zeit des 1. und 2. Tempels war das Thema allgegenwaertig. Kein Jude durfte die Tempel ohne Mikwegang betreten. Tempelausgrabungen im sogenannten Ophel neben der Klagemauer (Kotel) geben uns Aufschluss ueber die Vielzahl der Mikwaot unterhalb der Tempel.
Aber auch heutzutage hat das Thema nichts an Aktualitaet eingebuesst. Generell wird unterschieden ziwschen dem Mikwegang der Frau und dem des Mannes.
Normalerweise geht der Mann vor dem Shabbateingang in die Mikwe. Bei einigen chassidischen Gruppen wie Gur, Chabad oder Belz, gibt es den Brauch, jeden Morgen in die Mikwe zu gehen.
Bei verheirateten Frauen wird das Thema etwas komplizierter, denn sie muessen sie Reinheitsgesetze (Nidah) einhalten. Dabei wird unterschieden zwischen dem monatlichen Zyklus und Geburten. Bei Geburten wiederum, ob das Baby ein Maedchen oder ein Juden war.
Des weiteren gibt es noch mehr Gruende fuer den Mikwegang wie das Anfassen einer Goetzenstatue, das Anfassen einer Leiche oder bei Maennern gibt es den sogenannten Baal Keri.
Nicht nur, dass es Mikwaot fuer Menschen gibt; auch neues Geschirr wird in der Regel in einer extra dafuer vorgesehenen Mikwe eingetaucht. Bei all diesen Mikwegaengen gilt der gleiche Segen (Beracha).
Grundsaetzlich duerfen nur Juden in die Mikwe gehen. Sollte jemand Reformkonvertit sein, muss er in eine Mikwe der Reformbewegung gehen.
Halacha:
Shulchan Aruch, Yoreh Deah, Siman 201:
- Den gesamten Koerper auf einmal untertauchen
- Das Wasser muss Regenwasser sein (natuerliches Wasser und nicht aus dem Wasserhahn)
- Man kann in Fluessen oder im Meer untertauchen. Bei Seen sollte dieser nicht kuenstlich angelegt worden sein.
Mishna Torah, Hilchot Mikwe, Rambam:
- Mit einem Male untertauchen und aufpassen, dass jedes einzelne Haar auch unter Wasser ist.
- Das Ritualbad sollte mit Kavanah (religioeser Absicht) durchgefuehrt werden. Falls eine Frau dies nicht tut, ist sie zwar fuer ihren Mann erlaubt, doch ohne jegliche Kedusha (etwas Heiliges).
Der Arizal (Rabbi Yitzchak Luria) sagt, dass der Mann am Freitag 2x untertauchen muss, um so seine Seele fuer den Shabbat zu reinigen (Shaar HaKavanot II).
Vor orthodoxen Hochzeiten ist es in Israel so, dass die Frau dem Rabbiner einen Schein der Mikwe vorlegen muss. ca. zwei Wochen vor der Hochzeit nimmt sie am religioesen Kurs ueber die Familienreinheit teil und bekommt nach Abschluss einen Schein. Mit diesem Schein geht sie am Abend vor der Hochziet in die Mikwe, worauf sie einen anderen Schein ausgestellt bekommt. Den letzteren gibt sie kurz vor der Trauung dem Rabbiner.
Kurz gesagt funktioniert die Mikwe so: in den Mikweraum gehen, duschen, Mikwefrau/mann schaut, ob keine Gegenstaende wie Ringe, Ohrringe etc., am Koerper sind, Segen sagen, untertauchen.
Es gibt Halachot ueber koschere Mikwaot, auf die ich aber hier nicht naeher eingehe. Nur noch einiges nebenbei bemerkt:
- Die Mikwe kostet Geld. In Israel gibt es Monats - bzw. Jahresabos. Kostenpunkt fuer einen Gang: von ca. 2 Euro aufwaerts
- Streng religioese Menschen achten darauf, ihr Haar nicht zu faerben, denn die Farbe koennte das Wasser vom Naturhaar abhalten. Dies wuerde den Mikwegang unkoscher machen. Aber diese Regel muss jeder fuer sich selbst entscheiden.
- Tattoos sind ebenso ein Streitpunkt genauso wie Nagellack.
- Auf Sauberkeit in der Mikwe achten. Ich hoerte, dass viele voellig herunter gekommen sind.
- Maennliche und weibliche Konvertiten muessen nach ihrer Konversion in die Mikwe. Ich habe darueber viele unterschiedliche Stories gehoert. 1x untertauchen oder 3x. Shema Israel sagen oder nicht. Das kommt anscheinend auf jeden Rabbiner an.
Falls jemand spezifische Fragen zu dem Thema hat, kann er sich auf Englisch an Poskim (Halachaexperten) wenden:
http://www.eretzhemdah.org/mainform.html
Ich wuensche der Mischpoke einen froehlichen Mikwegang.:-)
Auf besonderen Wunsch der Mischpoke erklaere ich einige Insights zu dem Thema Mikwe; Halachot (juedische Gesetze) und etwas Kabbalah.
Die Mikwe (das Ritualbad) ist fuer Juden ein Jahrtausende altes und immer noch aktuelles Thema. Vor allem zur Zeit des 1. und 2. Tempels war das Thema allgegenwaertig. Kein Jude durfte die Tempel ohne Mikwegang betreten. Tempelausgrabungen im sogenannten Ophel neben der Klagemauer (Kotel) geben uns Aufschluss ueber die Vielzahl der Mikwaot unterhalb der Tempel.
Aber auch heutzutage hat das Thema nichts an Aktualitaet eingebuesst. Generell wird unterschieden ziwschen dem Mikwegang der Frau und dem des Mannes.
Normalerweise geht der Mann vor dem Shabbateingang in die Mikwe. Bei einigen chassidischen Gruppen wie Gur, Chabad oder Belz, gibt es den Brauch, jeden Morgen in die Mikwe zu gehen.
Bei verheirateten Frauen wird das Thema etwas komplizierter, denn sie muessen sie Reinheitsgesetze (Nidah) einhalten. Dabei wird unterschieden zwischen dem monatlichen Zyklus und Geburten. Bei Geburten wiederum, ob das Baby ein Maedchen oder ein Juden war.
Des weiteren gibt es noch mehr Gruende fuer den Mikwegang wie das Anfassen einer Goetzenstatue, das Anfassen einer Leiche oder bei Maennern gibt es den sogenannten Baal Keri.
Nicht nur, dass es Mikwaot fuer Menschen gibt; auch neues Geschirr wird in der Regel in einer extra dafuer vorgesehenen Mikwe eingetaucht. Bei all diesen Mikwegaengen gilt der gleiche Segen (Beracha).
Grundsaetzlich duerfen nur Juden in die Mikwe gehen. Sollte jemand Reformkonvertit sein, muss er in eine Mikwe der Reformbewegung gehen.
Halacha:
Shulchan Aruch, Yoreh Deah, Siman 201:
- Den gesamten Koerper auf einmal untertauchen
- Das Wasser muss Regenwasser sein (natuerliches Wasser und nicht aus dem Wasserhahn)
- Man kann in Fluessen oder im Meer untertauchen. Bei Seen sollte dieser nicht kuenstlich angelegt worden sein.
Mishna Torah, Hilchot Mikwe, Rambam:
- Mit einem Male untertauchen und aufpassen, dass jedes einzelne Haar auch unter Wasser ist.
- Das Ritualbad sollte mit Kavanah (religioeser Absicht) durchgefuehrt werden. Falls eine Frau dies nicht tut, ist sie zwar fuer ihren Mann erlaubt, doch ohne jegliche Kedusha (etwas Heiliges).
Der Arizal (Rabbi Yitzchak Luria) sagt, dass der Mann am Freitag 2x untertauchen muss, um so seine Seele fuer den Shabbat zu reinigen (Shaar HaKavanot II).
Vor orthodoxen Hochzeiten ist es in Israel so, dass die Frau dem Rabbiner einen Schein der Mikwe vorlegen muss. ca. zwei Wochen vor der Hochzeit nimmt sie am religioesen Kurs ueber die Familienreinheit teil und bekommt nach Abschluss einen Schein. Mit diesem Schein geht sie am Abend vor der Hochziet in die Mikwe, worauf sie einen anderen Schein ausgestellt bekommt. Den letzteren gibt sie kurz vor der Trauung dem Rabbiner.
Kurz gesagt funktioniert die Mikwe so: in den Mikweraum gehen, duschen, Mikwefrau/mann schaut, ob keine Gegenstaende wie Ringe, Ohrringe etc., am Koerper sind, Segen sagen, untertauchen.
Es gibt Halachot ueber koschere Mikwaot, auf die ich aber hier nicht naeher eingehe. Nur noch einiges nebenbei bemerkt:
- Die Mikwe kostet Geld. In Israel gibt es Monats - bzw. Jahresabos. Kostenpunkt fuer einen Gang: von ca. 2 Euro aufwaerts
- Streng religioese Menschen achten darauf, ihr Haar nicht zu faerben, denn die Farbe koennte das Wasser vom Naturhaar abhalten. Dies wuerde den Mikwegang unkoscher machen. Aber diese Regel muss jeder fuer sich selbst entscheiden.
- Tattoos sind ebenso ein Streitpunkt genauso wie Nagellack.
- Auf Sauberkeit in der Mikwe achten. Ich hoerte, dass viele voellig herunter gekommen sind.
- Maennliche und weibliche Konvertiten muessen nach ihrer Konversion in die Mikwe. Ich habe darueber viele unterschiedliche Stories gehoert. 1x untertauchen oder 3x. Shema Israel sagen oder nicht. Das kommt anscheinend auf jeden Rabbiner an.
Falls jemand spezifische Fragen zu dem Thema hat, kann er sich auf Englisch an Poskim (Halachaexperten) wenden:
http://www.eretzhemdah.org/mainform.html
Ich wuensche der Mischpoke einen froehlichen Mikwegang.:-)
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Halacha
Neue Beitrage
B"H
Auf besonderen Wunsch der Mischpoke werde ich heute abend an dieser Stelle alles ueber das Thema MIKWE berichten.
Auf Wunsch von Jakob werde ich in meinem zweiten Blog http://lebeninjerusalem.blogspot.com/
ueber das Thema JOBS IN ISRAEL / ALIYAH berichten.
Miriam
Auf besonderen Wunsch der Mischpoke werde ich heute abend an dieser Stelle alles ueber das Thema MIKWE berichten.
Auf Wunsch von Jakob werde ich in meinem zweiten Blog http://lebeninjerusalem.blogspot.com/
ueber das Thema JOBS IN ISRAEL / ALIYAH berichten.
Miriam
Montag, Januar 22, 2007
Ynet News: Shocking display in Italian church
B"H
Diesen Bericht habe ich von der Site der Yeshiva World uebernommen:
An exhibition of anti-Semitic paintings is on display at a church in Umbrian city of Orvieto in Italy. One of the paintings displayed at the San Francesco Church portrays a Jewish woman baking sufganiyot (Hanukkah doughnuts) out of communion wafers.
“The church is filled with paintings portraying the Jews as bloodthirsty people desecrating the Christian religion,”the Roman Association of Friends of Israel said in a letter to Pope Benedict XVI.
Israeli Ambassador to the Vatican, Oded Ben-Hur, met over the weekend with Cardinal Walter Kasper, president of the Commission for Religious Relations with the Jews, and expressed his shock over the exhibition.
Diesen Bericht habe ich von der Site der Yeshiva World uebernommen:
An exhibition of anti-Semitic paintings is on display at a church in Umbrian city of Orvieto in Italy. One of the paintings displayed at the San Francesco Church portrays a Jewish woman baking sufganiyot (Hanukkah doughnuts) out of communion wafers.
“The church is filled with paintings portraying the Jews as bloodthirsty people desecrating the Christian religion,”the Roman Association of Friends of Israel said in a letter to Pope Benedict XVI.
Israeli Ambassador to the Vatican, Oded Ben-Hur, met over the weekend with Cardinal Walter Kasper, president of the Commission for Religious Relations with the Jews, and expressed his shock over the exhibition.
Labels:
Antisemitismus
Sonntag, Januar 21, 2007
Chassidut Gur
B"H
Die Chassidut Gur (Ger in Yiddish) zu erklaeren ist unmoeglich ohne den Kotzker Rebben Menachem Mendel Morgensztern zu erwaehnen. Gur basiert auf Kotzk und vielleicht haette ich das Haus Kotzk zu Beginn erklaeren muessen. Nichtsdestotrotz ist es dennoch moeglich, zuerst einmal die Inhalte der Chassidut Gur naeher zu betrachten.
Die Chassidut Gur ist eine chassidische Gruppe aus Polen. Die Stadt Gora Kalwaria liegt 25 km suedoestlich von Warschau. In Yiddish wurde die Stadt nur Ger genannt.
Das eigentliche Zentrum der polnischen Chassidut lag von ca. 1800 - 1859 in der Stadt Kotzk, nahe Warschau. Dort lebte der brilliante Thoragelehrte, der Kotzker Rebbe.
Rabbi Yitzchak Meir Alter (!798 - 1866) war neben Rabbi Mordechai Leiner (dem spaeteren Ishbitzer Rebbe) der beruehmteste Schueler des Kotzker Rebben. Ausserdem war Rabbi Alter der Schwager des Menachem Mendel von Kotzk. Nach dessen Tod (1859) baten fast alle Schueler aus Kotzk Rabbi Alter, das neue Oberhaupt des Hauses Kotzk zu werden.
So entstand allmaehlich die Chassidut Gur mit ihrem ersten Rebben Yitzchak Meir Alter. Der Rebbe hiess urspruenglich Rotenberg, doch aenderte seinen Familiennamen um in Alter.
Das Geheimnis des Erfolges des Hauses Kotzk war, das Thorawissen mit der Chassidut verbunden wurde. Kotzk sowie Gur legen grossen Wert auf Thora - u. Talmudstudium und nicht unbedingt auf die Mystik. Die Thora ist unser Leben und unsere Seele. Sie ist der Ursprung allen menschlichen Lebens und anhand von Thorastudium erreichen wir Perfektion.
Auch Puenktlichkeit bei Gebetszeiten ist ein Muss bei Kotzk und Gur.
Und was genau macht nun Gur zur Chassidut ? Natuerlich der Rebbe.
Jede chassidische Gruppe hat ihren Rebben, ihr geistiges Oberhaupt. Bei Gur ist das die Familie Alter. Der derzeitige Rebbe, Yaakov Aryeh Alter http://www.answers.com/topic/yaakov-aryeh-alter uebernahm das Amt im Jahre 1996 und ist der siebte Rebbe der Gerer. Die ersten Rebbes der Alter - Familie waren sehr arme Leute, doch heute steht Gur fuer ein Imperium und wird auf 200 - 250 Mio Dollar geschaetzt. Der Rebbe investiert sehr viel Geld fuer soziale Zwecke wie Schulen, Kindergaerten, Krankenhaeuser etc.
Fuer die Chassidim ist der Rebbe mehr als nur ein geistiges Oberhaupt. Er ist der perfekte Zaddik (Gerechter) und durch ihn kommen die Gebete direkt bei G-tt an. Deswegen sollen alle Anhaenger ihrem Rebben nahe sein (Devekut). Einen Blick auf den Rebben werfen zu koennen, gilt schon als das Groesste bei Gur.
Als polnische Chassidut unterscheidet sich die Kleidung der Gerer sehr von Vishnitz oder Toldot Aharon etc. Gur traegt immer schwarz, auch am Shabbat. Selbst der Rebbe. Runder Hut, schwarzer Kaftan und die schwarzen Hosen in die Socken gesteckt. Dieses geht auf einen Brauch im Shtetl zurueck, denn so wurden die Hosen bei Regenwetter nicht schmutzig. Intern nennt man sie daher die Kosaken.
Dem Outfit nach ist Gur leicht zu erkennen. Auch tragen sie am Shabbat einen aussergewoehnlich hohen Streimel (Pelzmuetze), der im Slang Spodik heisst. Die Frauen dagegen sind nicht leicht zu erkennen. Sie gleichen anderen haredischen Frauen, legen aber sehr viel Wert auf Eleganz.
Der Rebbe steht im Mittelpunkt der Chassidut und bestimmt fast alles: Kleidung, seine Chassidim bitten ihn um Rat in allen privaten Fragen etc.
Eine Chassidut ist ein Staat im Staat und der Rebbe ist das Oberhaupt.
Gur ist die groesste Chassidut in Israel. Laut Ynet leben ca. 10.000 Familien hier. Vor allem in den Staedten Jerusalem, Bnei Brak, Ashdod und Kiryat Gat. Ausser dem wirtschaftlichen Einfluss hat Gur grossen politischen Einfluss mit der Hilfe der Knesset - Partei Yahadut HaThora. Ihr Vorsitzender Yaakov Litzmann ist Chassid Gur.
Chassidut Gur nimmt Konvertiten auf. Nur bis zu einem gewissen Grad versteht sich, aber Gur ist offen. Ich kenne einen deutschen Konvertiten, der nun Gur angehoert, sowie ein deutsch - amerikanisches Ehepaar. Ausserdem verfuegt Gur ueber interne Sozialarbeiter, wovon mir einer bekannt ist.
Was ich an Gur mag ist ihr radikaler Einsatz gegen christliche Missionare. Die Chassidut verfuegt ueber ein perfektes Netzwerk und wenn ein Missionar erscheint, halte ich mich nicht an die Polizei, sondern schaue, ob ein Gerer Chassid in der Naehe ist.
Gur ist uebrigens sehr befreundet mit Chabad und zusammen mit Chabad sehr zionistisch eingestellt. Sehr viele Gerer Chassidim arbeiten. Mir persoenlich sind sie immer sehr geradeaus erschienen. Wenn man etwas fragt, gibt es eine Antwort. Sie legen sehr viel Wert auf Anstand, wurden mir gegenueber aber nie ausfallend, wenn ich in Jeans gekleidet bin. Sie waren bisher immer freundlich mit einer guten Sinn fuer Humor.
Im Gegensatz zu anderen chassidischen Gruppen haben sie ihren "Tisch" mit dem Rebben nicht am Freitag abend, sondern nach Shabbatausgang (am Mozzaei Shabbat). Frauen duerfen daran nicht teilnehmen, was ich aus eigener Erfahrung weiss.
Troztdem sah ich im letzten Jahr den Gerer Rebben im Stadtteil Ge'ulah.
Gur verlor 200.000 Anhaenger im Holocaust sowie den Sohn eines ihrer Rebben.
__________________________________
Die Chassidut Gur (Ger in Yiddish) zu erklaeren ist unmoeglich ohne den Kotzker Rebben Menachem Mendel Morgensztern zu erwaehnen. Gur basiert auf Kotzk und vielleicht haette ich das Haus Kotzk zu Beginn erklaeren muessen. Nichtsdestotrotz ist es dennoch moeglich, zuerst einmal die Inhalte der Chassidut Gur naeher zu betrachten.
Die Chassidut Gur ist eine chassidische Gruppe aus Polen. Die Stadt Gora Kalwaria liegt 25 km suedoestlich von Warschau. In Yiddish wurde die Stadt nur Ger genannt.
Das eigentliche Zentrum der polnischen Chassidut lag von ca. 1800 - 1859 in der Stadt Kotzk, nahe Warschau. Dort lebte der brilliante Thoragelehrte, der Kotzker Rebbe.
Rabbi Yitzchak Meir Alter (!798 - 1866) war neben Rabbi Mordechai Leiner (dem spaeteren Ishbitzer Rebbe) der beruehmteste Schueler des Kotzker Rebben. Ausserdem war Rabbi Alter der Schwager des Menachem Mendel von Kotzk. Nach dessen Tod (1859) baten fast alle Schueler aus Kotzk Rabbi Alter, das neue Oberhaupt des Hauses Kotzk zu werden.
So entstand allmaehlich die Chassidut Gur mit ihrem ersten Rebben Yitzchak Meir Alter. Der Rebbe hiess urspruenglich Rotenberg, doch aenderte seinen Familiennamen um in Alter.
Das Geheimnis des Erfolges des Hauses Kotzk war, das Thorawissen mit der Chassidut verbunden wurde. Kotzk sowie Gur legen grossen Wert auf Thora - u. Talmudstudium und nicht unbedingt auf die Mystik. Die Thora ist unser Leben und unsere Seele. Sie ist der Ursprung allen menschlichen Lebens und anhand von Thorastudium erreichen wir Perfektion.
Auch Puenktlichkeit bei Gebetszeiten ist ein Muss bei Kotzk und Gur.
Und was genau macht nun Gur zur Chassidut ? Natuerlich der Rebbe.
Jede chassidische Gruppe hat ihren Rebben, ihr geistiges Oberhaupt. Bei Gur ist das die Familie Alter. Der derzeitige Rebbe, Yaakov Aryeh Alter http://www.answers.com/topic/yaakov-aryeh-alter uebernahm das Amt im Jahre 1996 und ist der siebte Rebbe der Gerer. Die ersten Rebbes der Alter - Familie waren sehr arme Leute, doch heute steht Gur fuer ein Imperium und wird auf 200 - 250 Mio Dollar geschaetzt. Der Rebbe investiert sehr viel Geld fuer soziale Zwecke wie Schulen, Kindergaerten, Krankenhaeuser etc.
Fuer die Chassidim ist der Rebbe mehr als nur ein geistiges Oberhaupt. Er ist der perfekte Zaddik (Gerechter) und durch ihn kommen die Gebete direkt bei G-tt an. Deswegen sollen alle Anhaenger ihrem Rebben nahe sein (Devekut). Einen Blick auf den Rebben werfen zu koennen, gilt schon als das Groesste bei Gur.
Als polnische Chassidut unterscheidet sich die Kleidung der Gerer sehr von Vishnitz oder Toldot Aharon etc. Gur traegt immer schwarz, auch am Shabbat. Selbst der Rebbe. Runder Hut, schwarzer Kaftan und die schwarzen Hosen in die Socken gesteckt. Dieses geht auf einen Brauch im Shtetl zurueck, denn so wurden die Hosen bei Regenwetter nicht schmutzig. Intern nennt man sie daher die Kosaken.
Dem Outfit nach ist Gur leicht zu erkennen. Auch tragen sie am Shabbat einen aussergewoehnlich hohen Streimel (Pelzmuetze), der im Slang Spodik heisst. Die Frauen dagegen sind nicht leicht zu erkennen. Sie gleichen anderen haredischen Frauen, legen aber sehr viel Wert auf Eleganz.
Der Rebbe steht im Mittelpunkt der Chassidut und bestimmt fast alles: Kleidung, seine Chassidim bitten ihn um Rat in allen privaten Fragen etc.
Eine Chassidut ist ein Staat im Staat und der Rebbe ist das Oberhaupt.
Gur ist die groesste Chassidut in Israel. Laut Ynet leben ca. 10.000 Familien hier. Vor allem in den Staedten Jerusalem, Bnei Brak, Ashdod und Kiryat Gat. Ausser dem wirtschaftlichen Einfluss hat Gur grossen politischen Einfluss mit der Hilfe der Knesset - Partei Yahadut HaThora. Ihr Vorsitzender Yaakov Litzmann ist Chassid Gur.
Chassidut Gur nimmt Konvertiten auf. Nur bis zu einem gewissen Grad versteht sich, aber Gur ist offen. Ich kenne einen deutschen Konvertiten, der nun Gur angehoert, sowie ein deutsch - amerikanisches Ehepaar. Ausserdem verfuegt Gur ueber interne Sozialarbeiter, wovon mir einer bekannt ist.
Was ich an Gur mag ist ihr radikaler Einsatz gegen christliche Missionare. Die Chassidut verfuegt ueber ein perfektes Netzwerk und wenn ein Missionar erscheint, halte ich mich nicht an die Polizei, sondern schaue, ob ein Gerer Chassid in der Naehe ist.
Gur ist uebrigens sehr befreundet mit Chabad und zusammen mit Chabad sehr zionistisch eingestellt. Sehr viele Gerer Chassidim arbeiten. Mir persoenlich sind sie immer sehr geradeaus erschienen. Wenn man etwas fragt, gibt es eine Antwort. Sie legen sehr viel Wert auf Anstand, wurden mir gegenueber aber nie ausfallend, wenn ich in Jeans gekleidet bin. Sie waren bisher immer freundlich mit einer guten Sinn fuer Humor.
Im Gegensatz zu anderen chassidischen Gruppen haben sie ihren "Tisch" mit dem Rebben nicht am Freitag abend, sondern nach Shabbatausgang (am Mozzaei Shabbat). Frauen duerfen daran nicht teilnehmen, was ich aus eigener Erfahrung weiss.
Troztdem sah ich im letzten Jahr den Gerer Rebben im Stadtteil Ge'ulah.
Gur verlor 200.000 Anhaenger im Holocaust sowie den Sohn eines ihrer Rebben.
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Chassidut,
Chassidut Gur
Samstag, Januar 20, 2007
Nicht alle Juden sind gleich
B"H
Es gibt viele Diskussionen darueber, ob nun alle Juden gleich sein muessen oder nicht. Die Midrash, der Arizal (Rabbi Yitzchak Luria) und der Kaliver Rebbe haben sehr gute Erklaerungen zu diesem Thema:
Die Midrash und der Arizal sagen, dass Juden verschieden sind. Woran sehen wir dies ? Am Auszug von Aegypten. Dort gingen nicht alle durch eine "Strasse" im Roten Meer, sondern es gab zwoelf verschiedene Strassen als sich das Meer teilte. Fuer jeden Stamm eine Strasse.
Der Kaliver Rebbe sagt, dass es zwischen diesen Strassen Waende gab, die aber durchsichtig waren.
Die Frage ist, warum gab es durchsichtige Waende, wenn doch jeder Stamm eine eigene Strasse hatte ?
Antwortet der Kaliver Rebbe: Wir sind zwar getrennte Staemme, doch jeder kann von jedem etwas lernen. Zevulon von Yissachar, Yehudah von Asher usw. Jeder hat etwas Einzigartiges in sich.
Und jeder von uns hat einen anderen Zugang zum Judentum. Manche Leute sind depressiv, wenn sie nicht unbedingt in eine Gruppe passen. Vielleicht sollten sie sich lieber auf ihre Staerken im Judentum konzentrieren und nicht gerade zu Satmar rennen wollen.
Gehoert habe ich dieses Teaching gestern abend bei Rabbi Machlis.
Shavua Tov - Eine gute Woche
Miriam
Es gibt viele Diskussionen darueber, ob nun alle Juden gleich sein muessen oder nicht. Die Midrash, der Arizal (Rabbi Yitzchak Luria) und der Kaliver Rebbe haben sehr gute Erklaerungen zu diesem Thema:
Die Midrash und der Arizal sagen, dass Juden verschieden sind. Woran sehen wir dies ? Am Auszug von Aegypten. Dort gingen nicht alle durch eine "Strasse" im Roten Meer, sondern es gab zwoelf verschiedene Strassen als sich das Meer teilte. Fuer jeden Stamm eine Strasse.
Der Kaliver Rebbe sagt, dass es zwischen diesen Strassen Waende gab, die aber durchsichtig waren.
Die Frage ist, warum gab es durchsichtige Waende, wenn doch jeder Stamm eine eigene Strasse hatte ?
Antwortet der Kaliver Rebbe: Wir sind zwar getrennte Staemme, doch jeder kann von jedem etwas lernen. Zevulon von Yissachar, Yehudah von Asher usw. Jeder hat etwas Einzigartiges in sich.
Und jeder von uns hat einen anderen Zugang zum Judentum. Manche Leute sind depressiv, wenn sie nicht unbedingt in eine Gruppe passen. Vielleicht sollten sie sich lieber auf ihre Staerken im Judentum konzentrieren und nicht gerade zu Satmar rennen wollen.
Gehoert habe ich dieses Teaching gestern abend bei Rabbi Machlis.
Shavua Tov - Eine gute Woche
Miriam
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Chassidische Stories
Freitag, Januar 19, 2007
Die chassidische Reaktion auf den Holocaust
B"H
Allgemein: Chassidim sind ultra - orthodoxe Juden, die der Lehre des Baal Shem Tov (Besht) folgen.
Viele Buecher wurden ueber die Reaktion der Juden auf den Holocaust (hebrae. Shoah) geschrieben, doch gibt es nur ganz wenige Publikationen ueber die Reaktion der Chassidim.
Mein Beitrag zu diesem Thema stuetzt sich ueberwiegend auf eine Publikation von Pesach Schindler (Leiter einer konservativen Yeshiva und Holocaust - Experte).
Tausende Chassidim sind im Holocaust umgekommen und fast ganze Dynastien wie Belz oder Bobov wurden vernichtet. Erst Jahrzehnte nach dem Krieg "erholten" sich chassidische Gruppen von den Verlusten ganzer Gemeinden und Generationen und formierten sich neu.
Die Mehrheit der Chassidim nahm die Verfolgung und den Holocaust als G-ttesurteil auf. Niemand hat das Recht, G-ttes Urteile und Handlungen in Frage zu stellen. Alle Antworten bekommen wir vom Meschiach. Ausserdem ist Leiden eine Einleitung fuer das Kommen des Meschiach (hierzu gibt es untershiedliche Interpretationen).
Der Grodzisker Rebbe, Rabbi Yisrael Shapira, sagte noch in Treblinka: Wir sollen G-ttes Handlungen nicht anzweifeln.
Diese Meinungen basieren auf einem sehr komplizierten chassidischen Konzept: Selbst das Boese hat seine Wurzeln im Guten. Dadurch, dass die Thora und Mitzwot (Gebote) in den schlimmsten Zeiten eingehalten werden, bringen wir den Meschiach naeher. Chassidim hielten auch weiterhin an der Idee fest, G-tt mit totaler Selbstaufgabe zu dienen. Die Diaspora (Galut) sei nun einmal eine Tragoedie.
Aber es gab auch andere Stimmen. Viele Chassidim formierten sich in Partisanengruppen. Der Belzer Rebbe verlangte von seinen Chassidim Europa zu verlassen. So auch der Komarner Rebbe.
Zwanzig Chassidim des Ostrower Rebben wollten sich opfern, um ihrem Rebben das Leben zu retten, doch die Nazis erschossen alle Zwanzig und den Rebben.
Chassidim weigerten sich, soweit moeglich, ihre Kleidung auszutauschen und die Baerte abzurasieren. Chassidische Admorim (Rebbes) liessen ihre Anhaenger micht allein und gingen mit ihnen in den Tod.
Noch in Auschwitz gab es Gebets - Service und in Birkenau wurden sogar illegal Mazzot gebacken.
Einige chassidische Rebbes stellten G-ttes Handlungen dennoch in Frage. Ob G-tt nicht seine eigenen Gebote missachte.
Rabbi Aharon Rokeach (Belz) wurde gefragt, ob man nicht ein g-ttliches Einschreiten arrangieren sollte. Seine Antwort: Nein, alles sei ein G-ttesurteil.
Es gibt mehrere Berichte und ich selbst habe dies von jemandem gehoert:
In Auschwitz haben viele Gefangene einmal die Kabbalisten gefragt, ob man nicht kabbalistische Flueche gegen die Deutschen aussprechen solle. Man fragte sogar G-tt selbst um Rat. Doch eine "Bat Kol" (das Echo einer himmlischen Stimme, siehe Talmud Traktate Yoma 9b und Eruvin 13b) sagte nein.
Antworten auf den Holocaust gibt es keine. Auch keine Religioesen. Wie heisst es doch ? Wir erfahren alle Geheimnisse nach unserem Tod oder dem Eintreffen des Meschiach.
Fuer die Chassidim ist das Leiden vor dessen Eintreffen nicht vorueber. Alle, auch wir, sehen den Krieg Gog und Magog vor dem Meschiach. Doch der letzte Lubawitscher Rebbe, Menachem Mendel Shneerson, vertrat einen anderen Standpunkt: Der Zweite Weltkrieg sei schon Gog und Magog gewesen und nun sei der Weg frei fuer Meschiach.
Eines aber ist gewiss: Deutsche insgesamt haben auch heute noch einen schweren Stand bei den Chassidim. Ich kenne einen Gerer Chassid (gebuertig aus Polen), welcher seine gesamte Familie verlor. Er heisst Shalom Mark und schrieb ein Booklet ueber seine Erlebnisse in verschiedenen Konzentrationslagern. Der Titel seines Booklets: "Choose Life".
Auch bei Shalom Mark finden Deutsche keine Vergebung. Aber nicht nur die Chassidim verhalten sich so; auch die Nationalreligioesen haben aehnliche Meinungen. Oder wurde Angela Merkel schon einmal vom Gerer Rebben, Rabbi Yaakov Aryeh Alter, oder von Rabbi Mordechai Eliyahu eingeladen ?
Tatsache ist, dass 99% der Chassidim Deutschland meiden. Selbst bei den dort ansaessigen Chabadnikkim bleibt immer ein bitterer Nachgeschmack.
Ein sephardischer Chassid meinte zu mir, dass Angela Merkel zwar sehr israelfreundlich sei, doch es fuer Deutschland insgesamt keine Vergebung gebe.
Dass, was vielen Israelis immer noch missfaellt, ist das Hoeren der deutschen Sprache. Eine nationalreligioese Frau sagte, dass sie zwar keine deutschen Produkte aus dem Haushalt verbanne, wie ihre Mutter. Doch sehe sie im deutschen Charakter immer eine Kultur, die von sich meint, besser zu sein als andere Kulturen.
In anderen Worten: Mit Kranzniederlegungen ist es nicht getan. Deutschland muss auch in der Zukunft weiterhin beweisen, dass es den Antisemitismus bekaempft und ein demokratisches Land bleibt.
Allgemein: Chassidim sind ultra - orthodoxe Juden, die der Lehre des Baal Shem Tov (Besht) folgen.
Viele Buecher wurden ueber die Reaktion der Juden auf den Holocaust (hebrae. Shoah) geschrieben, doch gibt es nur ganz wenige Publikationen ueber die Reaktion der Chassidim.
Mein Beitrag zu diesem Thema stuetzt sich ueberwiegend auf eine Publikation von Pesach Schindler (Leiter einer konservativen Yeshiva und Holocaust - Experte).
Tausende Chassidim sind im Holocaust umgekommen und fast ganze Dynastien wie Belz oder Bobov wurden vernichtet. Erst Jahrzehnte nach dem Krieg "erholten" sich chassidische Gruppen von den Verlusten ganzer Gemeinden und Generationen und formierten sich neu.
Die Mehrheit der Chassidim nahm die Verfolgung und den Holocaust als G-ttesurteil auf. Niemand hat das Recht, G-ttes Urteile und Handlungen in Frage zu stellen. Alle Antworten bekommen wir vom Meschiach. Ausserdem ist Leiden eine Einleitung fuer das Kommen des Meschiach (hierzu gibt es untershiedliche Interpretationen).
Der Grodzisker Rebbe, Rabbi Yisrael Shapira, sagte noch in Treblinka: Wir sollen G-ttes Handlungen nicht anzweifeln.
Diese Meinungen basieren auf einem sehr komplizierten chassidischen Konzept: Selbst das Boese hat seine Wurzeln im Guten. Dadurch, dass die Thora und Mitzwot (Gebote) in den schlimmsten Zeiten eingehalten werden, bringen wir den Meschiach naeher. Chassidim hielten auch weiterhin an der Idee fest, G-tt mit totaler Selbstaufgabe zu dienen. Die Diaspora (Galut) sei nun einmal eine Tragoedie.
Aber es gab auch andere Stimmen. Viele Chassidim formierten sich in Partisanengruppen. Der Belzer Rebbe verlangte von seinen Chassidim Europa zu verlassen. So auch der Komarner Rebbe.
Zwanzig Chassidim des Ostrower Rebben wollten sich opfern, um ihrem Rebben das Leben zu retten, doch die Nazis erschossen alle Zwanzig und den Rebben.
Chassidim weigerten sich, soweit moeglich, ihre Kleidung auszutauschen und die Baerte abzurasieren. Chassidische Admorim (Rebbes) liessen ihre Anhaenger micht allein und gingen mit ihnen in den Tod.
Noch in Auschwitz gab es Gebets - Service und in Birkenau wurden sogar illegal Mazzot gebacken.
Einige chassidische Rebbes stellten G-ttes Handlungen dennoch in Frage. Ob G-tt nicht seine eigenen Gebote missachte.
Rabbi Aharon Rokeach (Belz) wurde gefragt, ob man nicht ein g-ttliches Einschreiten arrangieren sollte. Seine Antwort: Nein, alles sei ein G-ttesurteil.
Es gibt mehrere Berichte und ich selbst habe dies von jemandem gehoert:
In Auschwitz haben viele Gefangene einmal die Kabbalisten gefragt, ob man nicht kabbalistische Flueche gegen die Deutschen aussprechen solle. Man fragte sogar G-tt selbst um Rat. Doch eine "Bat Kol" (das Echo einer himmlischen Stimme, siehe Talmud Traktate Yoma 9b und Eruvin 13b) sagte nein.
Antworten auf den Holocaust gibt es keine. Auch keine Religioesen. Wie heisst es doch ? Wir erfahren alle Geheimnisse nach unserem Tod oder dem Eintreffen des Meschiach.
Fuer die Chassidim ist das Leiden vor dessen Eintreffen nicht vorueber. Alle, auch wir, sehen den Krieg Gog und Magog vor dem Meschiach. Doch der letzte Lubawitscher Rebbe, Menachem Mendel Shneerson, vertrat einen anderen Standpunkt: Der Zweite Weltkrieg sei schon Gog und Magog gewesen und nun sei der Weg frei fuer Meschiach.
Eines aber ist gewiss: Deutsche insgesamt haben auch heute noch einen schweren Stand bei den Chassidim. Ich kenne einen Gerer Chassid (gebuertig aus Polen), welcher seine gesamte Familie verlor. Er heisst Shalom Mark und schrieb ein Booklet ueber seine Erlebnisse in verschiedenen Konzentrationslagern. Der Titel seines Booklets: "Choose Life".
Auch bei Shalom Mark finden Deutsche keine Vergebung. Aber nicht nur die Chassidim verhalten sich so; auch die Nationalreligioesen haben aehnliche Meinungen. Oder wurde Angela Merkel schon einmal vom Gerer Rebben, Rabbi Yaakov Aryeh Alter, oder von Rabbi Mordechai Eliyahu eingeladen ?
Tatsache ist, dass 99% der Chassidim Deutschland meiden. Selbst bei den dort ansaessigen Chabadnikkim bleibt immer ein bitterer Nachgeschmack.
Ein sephardischer Chassid meinte zu mir, dass Angela Merkel zwar sehr israelfreundlich sei, doch es fuer Deutschland insgesamt keine Vergebung gebe.
Dass, was vielen Israelis immer noch missfaellt, ist das Hoeren der deutschen Sprache. Eine nationalreligioese Frau sagte, dass sie zwar keine deutschen Produkte aus dem Haushalt verbanne, wie ihre Mutter. Doch sehe sie im deutschen Charakter immer eine Kultur, die von sich meint, besser zu sein als andere Kulturen.
In anderen Worten: Mit Kranzniederlegungen ist es nicht getan. Deutschland muss auch in der Zukunft weiterhin beweisen, dass es den Antisemitismus bekaempft und ein demokratisches Land bleibt.
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Donnerstag, Januar 18, 2007
Insights in chassidische Gruppen
B"H
Zu meinem Beitrag http://hamantaschen.blogspot.com/2007/01/meine-persoenliche-erfahrung-mit-chabad.html hat Yael einige interessante Punkte angesprochen und ich werde nicht nur Chabad oder Breslov naeher erklaeren, sondern dem ein oder anderen vielleicht voellig unbekannte chassidische Gruppen wie Satmar, Bobov, Gur (Ger), Vishnitz, Avraham Yitzchak, Toldot Aharon und andere.
Mir geht es darum, die Inhalte der verschiedenen Gruppen aufzuzeigen. Alle behaupten von sich, die Lehre des Baal Shem Tov weiterzufuehren. Doch werden wir sehen, dass bei vielen Gruppen dies nicht der Fall ist. Sie selbst haben sich in den letzten Tagen kritisiert und eine interne Diskussion hervorgerufen (lt. der haredischen Tageszeitung HAMODIAH).
Bei Chabad und Breslov liegt der Fall etwas anders. Aber auch bei ihnen gibt es natuerlich unterschiedliche Ansichten ueber die Weiterfuehrung der eigentlichen Lehre des Baal Shem Tov.
Die erste Chassidut, die ich erklaere, wird in diesen Tagen Chassidut Gur (Ger) sein.
Zu meinem Beitrag http://hamantaschen.blogspot.com/2007/01/meine-persoenliche-erfahrung-mit-chabad.html hat Yael einige interessante Punkte angesprochen und ich werde nicht nur Chabad oder Breslov naeher erklaeren, sondern dem ein oder anderen vielleicht voellig unbekannte chassidische Gruppen wie Satmar, Bobov, Gur (Ger), Vishnitz, Avraham Yitzchak, Toldot Aharon und andere.
Mir geht es darum, die Inhalte der verschiedenen Gruppen aufzuzeigen. Alle behaupten von sich, die Lehre des Baal Shem Tov weiterzufuehren. Doch werden wir sehen, dass bei vielen Gruppen dies nicht der Fall ist. Sie selbst haben sich in den letzten Tagen kritisiert und eine interne Diskussion hervorgerufen (lt. der haredischen Tageszeitung HAMODIAH).
Bei Chabad und Breslov liegt der Fall etwas anders. Aber auch bei ihnen gibt es natuerlich unterschiedliche Ansichten ueber die Weiterfuehrung der eigentlichen Lehre des Baal Shem Tov.
Die erste Chassidut, die ich erklaere, wird in diesen Tagen Chassidut Gur (Ger) sein.
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Mittwoch, Januar 17, 2007
Yeshiva dropouts walk on the wild side
B"H
by daniel ben-tal
jerusalem post service
jerusalem | Saturday night in Zion Square. Hundreds of teenagers mill around, chatting, laughing, playing guitar, eyeing the opposite sex. There is a hodgepodge of vibrant young Jerusalemites: religious and secular, prissy schoolkids and hippie wannabes, locals and Americans. Good kids from good homes.
Six gruff teenagers in black kippot elbow their way through the happy crowd. They are shababnik, yeshiva dropouts who live on the edges of fervently religious society.
“A shababnik is a kid from a haredi family who thinks secular but wears a black kippah,” says religious teenager Shmuel Baluka, who’s sitting on a low wall in Kikar Zion, spitting sunflower seeds onto the sidewalk.
As a provocatively dressed punkess no more than 16 years old saunters past, Baluka and his friends launch a series of sexual taunts in a clumsy attempt to arouse her youthful hormones. “You think religious people don’t have impulses too?” he asks.
“Times have changed — haredim aren’t what they used to be. We’re more open to secular influences,” says Baluka, a grocery store delivery boy from Neveh Ya’acov.
Most shababniks (the name derives from the Arabic term for Mandate-era Muslims who deserted their religion) are religious teenagers who could not handle the demands of full-time yeshiva study. No longer welcome in their own homes, some wind up living on the street or in government-run youth hostels.
Fervently religious society has been slow in recognizing the phenomenon. A public letter sent in May 1998 by a group of haredi educators to several leading rabbis stressed the dimensions of the problem:
“Thousands of former yeshiva students have crossed the line, leaving the yeshiva to wander the streets, movie theaters, city squares and anywhere that a yeshiva boy should not be ... We are not speaking about the marginal types; even those from the best homes, the most promising students. In recent times these youths have tarnished our name.”
Bands of roaming shababniks have reportedly turned some sections of Bnei Brak into violent crime zones where honest citizens are afraid to walk the streets. In Jerusalem, shababniks have been reported harassing women, intimidating shopkeepers and passers-by, and being involved in petty theft.
Several have gone beyond delinquency into serious crimes including extortion, fraud, armed robbery, male prostitution and even murder — as in the August 1997 killing of an Arab gas-station attendant in the capital’s Sheikh Jarah neighborhood.
One haredi gang leader nicknamed “Chupchik” was recently convicted on 21 counts of auto theft, fraud and disturbing the peace, all committed within a year of quitting the Mir Yeshiva in Jerusalem.
Two shababniks were arrested Feb. 3 after turning up at the offices of the Christian Friends of Israel charity organization heavily bandaged, claiming that they were injured in the previous week’s suicide bus bombing in Rehavia, and asking for money. Alleged scam ringleader David Deri, 22, and Avshalom Nagar, 21, remain under house arrest pending their trial.
“Haredi society doesn’t know how to deal with them,” says Yakir Englander, 27,
a former Vizhnitz Yeshiva student, who dropped his haredi lifestyle six years ago to become a Hebrew University student. “There’s no supervision in the yeshivot. They wake up late, and hang around all day. Nobody tells them to go to work, or the army. It’s a comfortable alternative.
“Most of the shababniks are children of newly religious Sephardim — Shas voters. Their parents came from the same world that’s now attracting them,” observes Englander.
As a field worker for Hillel, Englander has gotten to know the shababniks well.
“Second-generation haredim encounter a particular set of hardships. They have problems with their sexuality. In some neighborhoods, there’s a drug problem,” he explains.
“It’s getting worse as the poverty factor grows. Many youths don’t find their role in haredi society, while the secular world winks at them. Some live with their parents, as they can’t find anywhere else. Many parents won’t admit they have a shababnik child.”
Yet very few desert their Orthodox lifestyle.
“They stay religious because of peer pressure. To leave means a conceptual internal change — to be honest with yourself that you’re not part of the community. They have no theological argument,” says Englander.
by daniel ben-tal
jerusalem post service
jerusalem | Saturday night in Zion Square. Hundreds of teenagers mill around, chatting, laughing, playing guitar, eyeing the opposite sex. There is a hodgepodge of vibrant young Jerusalemites: religious and secular, prissy schoolkids and hippie wannabes, locals and Americans. Good kids from good homes.
Six gruff teenagers in black kippot elbow their way through the happy crowd. They are shababnik, yeshiva dropouts who live on the edges of fervently religious society.
“A shababnik is a kid from a haredi family who thinks secular but wears a black kippah,” says religious teenager Shmuel Baluka, who’s sitting on a low wall in Kikar Zion, spitting sunflower seeds onto the sidewalk.
As a provocatively dressed punkess no more than 16 years old saunters past, Baluka and his friends launch a series of sexual taunts in a clumsy attempt to arouse her youthful hormones. “You think religious people don’t have impulses too?” he asks.
“Times have changed — haredim aren’t what they used to be. We’re more open to secular influences,” says Baluka, a grocery store delivery boy from Neveh Ya’acov.
Most shababniks (the name derives from the Arabic term for Mandate-era Muslims who deserted their religion) are religious teenagers who could not handle the demands of full-time yeshiva study. No longer welcome in their own homes, some wind up living on the street or in government-run youth hostels.
Fervently religious society has been slow in recognizing the phenomenon. A public letter sent in May 1998 by a group of haredi educators to several leading rabbis stressed the dimensions of the problem:
“Thousands of former yeshiva students have crossed the line, leaving the yeshiva to wander the streets, movie theaters, city squares and anywhere that a yeshiva boy should not be ... We are not speaking about the marginal types; even those from the best homes, the most promising students. In recent times these youths have tarnished our name.”
Bands of roaming shababniks have reportedly turned some sections of Bnei Brak into violent crime zones where honest citizens are afraid to walk the streets. In Jerusalem, shababniks have been reported harassing women, intimidating shopkeepers and passers-by, and being involved in petty theft.
Several have gone beyond delinquency into serious crimes including extortion, fraud, armed robbery, male prostitution and even murder — as in the August 1997 killing of an Arab gas-station attendant in the capital’s Sheikh Jarah neighborhood.
One haredi gang leader nicknamed “Chupchik” was recently convicted on 21 counts of auto theft, fraud and disturbing the peace, all committed within a year of quitting the Mir Yeshiva in Jerusalem.
Two shababniks were arrested Feb. 3 after turning up at the offices of the Christian Friends of Israel charity organization heavily bandaged, claiming that they were injured in the previous week’s suicide bus bombing in Rehavia, and asking for money. Alleged scam ringleader David Deri, 22, and Avshalom Nagar, 21, remain under house arrest pending their trial.
“Haredi society doesn’t know how to deal with them,” says Yakir Englander, 27,
a former Vizhnitz Yeshiva student, who dropped his haredi lifestyle six years ago to become a Hebrew University student. “There’s no supervision in the yeshivot. They wake up late, and hang around all day. Nobody tells them to go to work, or the army. It’s a comfortable alternative.
“Most of the shababniks are children of newly religious Sephardim — Shas voters. Their parents came from the same world that’s now attracting them,” observes Englander.
As a field worker for Hillel, Englander has gotten to know the shababniks well.
“Second-generation haredim encounter a particular set of hardships. They have problems with their sexuality. In some neighborhoods, there’s a drug problem,” he explains.
“It’s getting worse as the poverty factor grows. Many youths don’t find their role in haredi society, while the secular world winks at them. Some live with their parents, as they can’t find anywhere else. Many parents won’t admit they have a shababnik child.”
Yet very few desert their Orthodox lifestyle.
“They stay religious because of peer pressure. To leave means a conceptual internal change — to be honest with yourself that you’re not part of the community. They have no theological argument,” says Englander.
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Haredim
Juden und Sex
B"H
Auf diesem Blog http://hasidicrebel.blogspot.com/
fand ich einen sehr interessanten Beitrag. Es geht um Juden und deren Sexualverhalten. Halten orthodoxe Juden die Familienreinheitsgesetze (Taharat HaMishpacha) oder nicht.
Vor wenigen Monaten las ich in der Wochenendausgabe der israel. Tageszeitung MAARIV einen aehnlichen Artikel. Es ging um die Schuldgefuehle der Nationalreligioesen. Sex vor der Ehe, ja oder nein. Die Ehe sei das Ende aller Schuldgefuehle.
Wer Jude ist, kann an dieser Umfrage teilnehmen. Anonym versteht sich.:-)
http://www.jewishsurveys.org/
Auf diesem Blog http://hasidicrebel.blogspot.com/
fand ich einen sehr interessanten Beitrag. Es geht um Juden und deren Sexualverhalten. Halten orthodoxe Juden die Familienreinheitsgesetze (Taharat HaMishpacha) oder nicht.
Vor wenigen Monaten las ich in der Wochenendausgabe der israel. Tageszeitung MAARIV einen aehnlichen Artikel. Es ging um die Schuldgefuehle der Nationalreligioesen. Sex vor der Ehe, ja oder nein. Die Ehe sei das Ende aller Schuldgefuehle.
Wer Jude ist, kann an dieser Umfrage teilnehmen. Anonym versteht sich.:-)
http://www.jewishsurveys.org/
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Allgemein
Die Vergangenheit
B"H
Derzeit hat mich meine Vergangenheit wieder eingeholt. Zum einen erscheine ich auf einer Blogliste des New Yorker Stadtteiles Boro Park. Boro Park ist komplett haredisch bzw. chassidisch. Anscheinend hat man mich doch noch nicht aufgegeben.
Andererseits habe ich heute frueh einen alten Freund getroffen. Bei seiner Familie hinterliess ich bei meinem "Ausstieg" meine religioesen Buecher. Erst heute traf ich ihn, denn die Family war umgezogen und irgendwie hatten wir uns voellig aus den Augen verloren.
Es wird seltsam sein, diese Buecher wieder in der Hand zu haben und es werden eine Menge Erinnerungen hochkommen. Nicht, dass ich jetzt keine religioesen Buecher haben...Eher das Gegenteil, denn meine Wohnung gleicht einem Beit Midrash (eine relig. Bibliothek).
In den bei meinen Freunden hinterlegten Buecher stecken dagegen eine ganze Menge alter Erinnerungen.
Des weiteren habe ich mich mit anderen Aussteigern sehr gut ausgetauscht. Wir alle haben diverse gemeinsame Erfahrungen, was verbindet.
Natuerlich werde ich weiter ueber chassidische Gruppen berichten, auch wenn Schuldgefuehle aufkommen.
Miriam
Derzeit hat mich meine Vergangenheit wieder eingeholt. Zum einen erscheine ich auf einer Blogliste des New Yorker Stadtteiles Boro Park. Boro Park ist komplett haredisch bzw. chassidisch. Anscheinend hat man mich doch noch nicht aufgegeben.
Andererseits habe ich heute frueh einen alten Freund getroffen. Bei seiner Familie hinterliess ich bei meinem "Ausstieg" meine religioesen Buecher. Erst heute traf ich ihn, denn die Family war umgezogen und irgendwie hatten wir uns voellig aus den Augen verloren.
Es wird seltsam sein, diese Buecher wieder in der Hand zu haben und es werden eine Menge Erinnerungen hochkommen. Nicht, dass ich jetzt keine religioesen Buecher haben...Eher das Gegenteil, denn meine Wohnung gleicht einem Beit Midrash (eine relig. Bibliothek).
In den bei meinen Freunden hinterlegten Buecher stecken dagegen eine ganze Menge alter Erinnerungen.
Des weiteren habe ich mich mit anderen Aussteigern sehr gut ausgetauscht. Wir alle haben diverse gemeinsame Erfahrungen, was verbindet.
Natuerlich werde ich weiter ueber chassidische Gruppen berichten, auch wenn Schuldgefuehle aufkommen.
Miriam
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Haredim
Parashat Vaera
B"H
Die Thoralesung fuer diesen Shabbat
Gleich zu Beginn geht es in Parashat Vaera um zwei unterschiedliche Arten von Prophezeihung.
"Und G-tt sprach zu Moshe..." Dass G-tt "spricht" ist eine neue Art Prophezeihung (Abarbanel). Es ist ebenso neu, dass G-tt seinen wahren Namen Havaya offenbart. Die drei Vorvaeter Avraham, Yitchak und Yaakov kannten Ihn nur unter dem Namen El Shaddai. Selbst wenn der Name Havayah im Falle Avrahams an einigen Stellen in der Thora zuvor schon erwaehnt worden war. Wie kann es also sein, dass die Vorvaeter diesen Namen nicht kannten, fragt der Abarbanel. Viele Kommentatoren geben darauf dieselbe Antwort: G-tt steht ueber allen Dingen und natuerlich auch ueber der Natur. Nur Er kann sie nach Seinem Willen veraendern. Bisher vollbrachte Er nur versteckte Wunder, was sich ab sofort aendern sollte (Ramban, Abarbanel und andere). Unter dem Namen Havayah kann Er sogar die Natur veraendern.
In der Thora ist das "Sprechen G-ttes" nur eine Metaphor. G-tt spricht nicht, streckt seinen Arm nicht und hat auch sonst keine menschlichen Eigenschaften. Die Thora hat Er uns teilweise mit metaphorischem Inhalt gegeben, da unser menschlicher Verstand ansonsten nicht imstande waere, etwas zu begreifen.
"Eure Gedanken sind nicht Meine Gedanken", so heisst es schon im Buch Yeshayahu (Jesaja) 55:8. Wir haben ein anderes Verstaendnis der Dinge als G-tt. Er sieht den komplexen Zusammenhang und wir dagegen nur einen Bruchteil des Ganzen. Und wenn es uns nicht passt, rebellieren wir. So lautet unsere Psychologie. Wuerden wir das ganze Bild sehen, ergebe alles sofort einen Sinn.
Unsere Vorvaeter hatten nur Prophezeihungen anhand von Traeumen. Moshe dagegen sprach mit G-tt von Angesicht zu Angesicht. Bis heute gab es keinen so grossen Propheten wie ihn. Selbst die Propheten aus dem Alten Testament erreichten nie seine Groesse. Ihnen erschien G-tt auch nur in Traeumen und Visionen, in welchen Er ihnen Situationsbeispiele gab. Niemals jedoch den gesamten Zusammenhang. Etwas Wages blieb immer (Malbim).
Bei Moshe dagegen gab es keine Traeume, sondern er hatte die Prophezeihungen sofort in seinem Verstand und verstand sie voll und ganz. Zwei Arten der Prophezeihung mit Hilfe von zwei verschiedenen Namen G-ttes.
In der Thora erscheint G-tt unter sieben unterschiedlichen Namen. Jeder dieser Namen reflektiert einen anderen Aspekt und G-ttes Handeln wird durch Seine Namen ausgedrueckt.
Die drei Vorvaeter hatten vollstes Vertrauen in G-tt und hinterfragten nie etwas. Moshe zeigt diesbezueglich ein anderes Gesicht. Er will G-ttes Namen wissen und fuehlt sich fuer den Auszug aus Aegypten nicht verantwortlich. Soll es doch ein anderer machen. Wieso gerade ich ?
Viele Kommentatoren kritisieren Moshe fuer seinem Verhalten. Doch sagt Rabbi Moshe Feinstein, dass G-tt jeden Menschen nach seinen Faehigkeiten und Umstaenden richtet. Moshe konnte weitaus mehr als er sich zutraute.
Nicht jeder von uns ist Moshe oder wie die Vorvaeter, was G-tt auch nicht von uns erwartet. Dennoch sollte jeder versuchen sein Potential zu erfuellen und seine Faehigkeiten zu nutzen.
Shabbat Shalom
________________________________
Abarbanel: Rabbi Yitzchak Abarbanel. Geboren 1437 in Lissabon und verstorben 1508 in Neapel. Er kam aus gutem Haus, dessen Vorfahren bis ins Haus Koenig Davids zurueckgehen. Staatsmann, Kabbalist und Thora - Gelehrter.
Ramban: Rabbi Moshe ben Nachman (Nachmanides). 1194 - 1270, halachische Authoritaet. Seit 1267 lebte er in Israel und liess die juedische Gemeinde von Jerusalem wieder aufleben.
Malbim: Rabbi Meir Loeb Jehiel Michel Weiser, 1809 - 1879, russischer Kommentator und 1859 Oberrabbiner in Bukarest.
Rabbi Avraham Yitzchak HaCohen Kook: geboren 1865 in Russland, verstorben 1935 in Jerusalem. Erster Oberrabbiner Israels, Philosoph, Talmudist, Zionist und Kabbalist (der Kabbalah des Rabbi Yitzchak Luria).
Rabbi Moshe Feinstein: geboren 1895 in Russland, verstorben 1986 in New York. Litauer (Midnaged) orthodoxer Rabbiner und Gelehrter, Experte in Halacha (jued. Gesetz).
Die Thoralesung fuer diesen Shabbat
Gleich zu Beginn geht es in Parashat Vaera um zwei unterschiedliche Arten von Prophezeihung.
"Und G-tt sprach zu Moshe..." Dass G-tt "spricht" ist eine neue Art Prophezeihung (Abarbanel). Es ist ebenso neu, dass G-tt seinen wahren Namen Havaya offenbart. Die drei Vorvaeter Avraham, Yitchak und Yaakov kannten Ihn nur unter dem Namen El Shaddai. Selbst wenn der Name Havayah im Falle Avrahams an einigen Stellen in der Thora zuvor schon erwaehnt worden war. Wie kann es also sein, dass die Vorvaeter diesen Namen nicht kannten, fragt der Abarbanel. Viele Kommentatoren geben darauf dieselbe Antwort: G-tt steht ueber allen Dingen und natuerlich auch ueber der Natur. Nur Er kann sie nach Seinem Willen veraendern. Bisher vollbrachte Er nur versteckte Wunder, was sich ab sofort aendern sollte (Ramban, Abarbanel und andere). Unter dem Namen Havayah kann Er sogar die Natur veraendern.
In der Thora ist das "Sprechen G-ttes" nur eine Metaphor. G-tt spricht nicht, streckt seinen Arm nicht und hat auch sonst keine menschlichen Eigenschaften. Die Thora hat Er uns teilweise mit metaphorischem Inhalt gegeben, da unser menschlicher Verstand ansonsten nicht imstande waere, etwas zu begreifen.
"Eure Gedanken sind nicht Meine Gedanken", so heisst es schon im Buch Yeshayahu (Jesaja) 55:8. Wir haben ein anderes Verstaendnis der Dinge als G-tt. Er sieht den komplexen Zusammenhang und wir dagegen nur einen Bruchteil des Ganzen. Und wenn es uns nicht passt, rebellieren wir. So lautet unsere Psychologie. Wuerden wir das ganze Bild sehen, ergebe alles sofort einen Sinn.
Unsere Vorvaeter hatten nur Prophezeihungen anhand von Traeumen. Moshe dagegen sprach mit G-tt von Angesicht zu Angesicht. Bis heute gab es keinen so grossen Propheten wie ihn. Selbst die Propheten aus dem Alten Testament erreichten nie seine Groesse. Ihnen erschien G-tt auch nur in Traeumen und Visionen, in welchen Er ihnen Situationsbeispiele gab. Niemals jedoch den gesamten Zusammenhang. Etwas Wages blieb immer (Malbim).
Bei Moshe dagegen gab es keine Traeume, sondern er hatte die Prophezeihungen sofort in seinem Verstand und verstand sie voll und ganz. Zwei Arten der Prophezeihung mit Hilfe von zwei verschiedenen Namen G-ttes.
In der Thora erscheint G-tt unter sieben unterschiedlichen Namen. Jeder dieser Namen reflektiert einen anderen Aspekt und G-ttes Handeln wird durch Seine Namen ausgedrueckt.
Die drei Vorvaeter hatten vollstes Vertrauen in G-tt und hinterfragten nie etwas. Moshe zeigt diesbezueglich ein anderes Gesicht. Er will G-ttes Namen wissen und fuehlt sich fuer den Auszug aus Aegypten nicht verantwortlich. Soll es doch ein anderer machen. Wieso gerade ich ?
Viele Kommentatoren kritisieren Moshe fuer seinem Verhalten. Doch sagt Rabbi Moshe Feinstein, dass G-tt jeden Menschen nach seinen Faehigkeiten und Umstaenden richtet. Moshe konnte weitaus mehr als er sich zutraute.
Nicht jeder von uns ist Moshe oder wie die Vorvaeter, was G-tt auch nicht von uns erwartet. Dennoch sollte jeder versuchen sein Potential zu erfuellen und seine Faehigkeiten zu nutzen.
Shabbat Shalom
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Abarbanel: Rabbi Yitzchak Abarbanel. Geboren 1437 in Lissabon und verstorben 1508 in Neapel. Er kam aus gutem Haus, dessen Vorfahren bis ins Haus Koenig Davids zurueckgehen. Staatsmann, Kabbalist und Thora - Gelehrter.
Ramban: Rabbi Moshe ben Nachman (Nachmanides). 1194 - 1270, halachische Authoritaet. Seit 1267 lebte er in Israel und liess die juedische Gemeinde von Jerusalem wieder aufleben.
Malbim: Rabbi Meir Loeb Jehiel Michel Weiser, 1809 - 1879, russischer Kommentator und 1859 Oberrabbiner in Bukarest.
Rabbi Avraham Yitzchak HaCohen Kook: geboren 1865 in Russland, verstorben 1935 in Jerusalem. Erster Oberrabbiner Israels, Philosoph, Talmudist, Zionist und Kabbalist (der Kabbalah des Rabbi Yitzchak Luria).
Rabbi Moshe Feinstein: geboren 1895 in Russland, verstorben 1986 in New York. Litauer (Midnaged) orthodoxer Rabbiner und Gelehrter, Experte in Halacha (jued. Gesetz).
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