Donnerstag, Juni 23, 2011

Parashat Korach - פרשת קרח


B”H

Die Thoralesung für diesen Schabbat


Das Erste, was uns bei der Parasha Korach auffällt ist, das sie ausgerechnet nach Korach benannt wurde. Wieso wird eine ganze Thoralesung nach ihm benannt, wenn er doch Moshe und Aharon herausforderte und G - tt ihn strafte ?

Bei Korach begann alles mit einer Prophezeihung, die er hatte. Er sah, dass er selbst die Macht übernehmen sollte (Raschi). Allerdings machte er einen gewaltigen Fehler. Er hatte zwar diese Prophezeihung, doch deutete er sie falsch. Nicht ER sollte der Anführer der Juden werden, sondern einer seine Nachfahren, nämlich der Prophet SAMUEL (SHMUEL). Korachs Söhne bereuten rechtzeitig ihre Taten und so überlebten sie (Raschi). Dadurch geschah es, dass der überhebliche Korach ein Vorfahre des großen Shmuel HaNavi (Samuel der Prophet) war.

 
Das Grab des Propheten Samuels (Shmuels) nördlich von Jerusalem. Shmuel war ein Nachfahre Korachs !

"VaYikach Korach - ויקח קרח" - "Und Korach entfernte sich…"

Korach und seine Anhänger entfernten sich vom Rest der Israeliten (Raschi, Ramban, Maharal von Prag etc.). Korach kam mit 250 seiner Anhänger zu Moshe und forderte diesen heraus. Auch er war vom Stamm Levi, denn sein Vater Kehat war ein Sohn Levis, genauso wie Amram, der Vater Moshe und Aharons. Moshe und Korach waren also Cousins und Korach sah nicht ein, dass nur Moshe und Aharon die Führung der Israeliten übernommen hatten. Er war neidisch und wollte ebenso einen Teil vom Kuchen abhaben (Sefat Emet und Ibn Ezra).

“VaYikach Korach” – Korach nahm sich eine Absicht im Leben heraus, die gar nicht für ihn bestimmt war. Als Moshe die Abschuldigungen gegen ihn vernahm, war er vollkommen geschockt, denn wenn sich ein Mensch eine Aufgabe selbst zuteilt, die eigentlich gar nicht für ihn vorgesehen ist, so ist dies gleichzusetzen mit der “Ablehnung G – ttes” (siehe den Kommentar von Rabbi Samson Raphael Hirsch), denn in dem Moment höre ich nicht mehr auf G – ttes Willen, sondern renne meinen eigenen Phantasien hinterher. 

“VaYikach Korach” – Was genau nahm Korach, fragt das kabbalistische Buch ZOHAR ? Antwort: Korach griff seinen eigenen schlechten Rat auf und folgte ihm, ohne groß nachzudenken. 

Der chassidische Kommentar Degel Machane Ephraim sowie Rabbi Samson Raphael Hirsch lehren, dass der ganze Streit nur deshalb ausbrach, weil Korach nicht einsah, dass Moshe nur seinem Bruder Aharon das Priesteramt (Cohen) zusprach. Nicht, dass Korach auf Reichtümer aus war, denn er war mehr als wohlhabend, hatte er doch Yosefs versteckten Schatz in Ägypten gefunden (Sefer Seder HaDorot). Zusätzlich hielt Korach einen sehr guten Posten inne, denn er war einer derjenigen, die die Bundeslade tragen durfte.

Nach dem Ereignis mit den Spionen, die mit falsch interpretierten Berichten zurückkamen, sah Korach seine Stunde der Rebellion gekommen. Er warf Moshe vor, dass alle Israeliten heilig seien und somit keiner besonderen Anführers bedarf. Daraufhin verwies Moshe ihn auf den folgenden Tag, an dem G - tt zeigen sollte, wen genau Er als Anführer der Israeliten auserkoren hat.
Warum erst auf den kommenden Tag und nicht gleich ?

Die Midrasch Rabbah sowie Rabbi Samson Raphael Hirsch kommentieren, dass Moshe Korach und den anderen Rebellen Zeit geben wollte, ihre Anschuldigungen zu bereuen. Einige Stunden Schlaf und die Sache würde vielleicht ganz anders ausschauen. Stattdessen aber bereuten Korach & Co. nichts und besiegelten so ihr Schicksal. Nur seine Söhne sprangen im letzten Moment doch noch ab. Genauso wie On, der Sohn Pelet. Die Gemara im Talmud Traktat Sanhedrin 109b - 110a erzählt uns genau, wie die Frau von On ihrem Gatten Wein zu trinken gab und ihn so vorerst ausschaltete. On schlief ein, verpaßte die Rebellion und blieb am Leben. Die Ehefrau Korachs dagegen war aus anderem Holze geschnitzt. Laut Gemara in Sanhedrin 100a wiegelte sie ihren Gatten erst so richtig gegen Moshe auf. Sein lieber Cousin Moshe würde nämlich nur alles unter sich und seinem Bruder aufteilen und er (Korach) gehe leer aus.

Wie wir in der Thora lesen, wurden alle 250 Rebellen vom sich auftuenden Erdboden verschluckt. In der Gemara Sanhedrin 110a gibt es einen Disput verschiedener Rabbiner darüber, ob Korach wirklich verschluckt wurde oder ob er erst bei der nachfolgenden Plage oder gar beide Tode starb.

Hat die Erde Korach verschluckt ?

Der Ischbitzer Rebbe (Rabbi Mordechai Yosef Leiner) kommentiert, dass Korach ganz einfach seiner Yetzer (negativen Veranlagung) folgte. Plötzlich kam ein Gedanke in ihm auf und ohne groß zu überlegen bzw. sich über mögliche Konsequenzen bewußt zu sein, folgte er seinem negativen Gedanken. Hätte er nachgedacht, so wäre ihm bewußt gewesen, dass G - tt Moshe und Aharon zu den Anführern bestimmt hatte. Natürlich kann jeder Einzelne seine stillen Zweifel an Moshes Herrschaft haben, doch nichtsdestotrotz wurde er von G - tt dazu auserwählt und Moshe war nicht gerade ein Charakter, der seine Position ausnutzte. Eher das genaue Gegenteil.

In der Chassidut wird Moshe als kompletter Zaddik (Gerechter) bezeichnet, dessen Aufgabe darin bestand, unsere Welt mit G - tt zu verbinden (Degel Machane Ephraim). Genauso sehen bis heute die chassidischen Gruppen ihren Rebben. Nicht, dass heutzutage jemand auf dem Level Moshes ist, dennoch verbindet ein Zaddik (ein Gerechter) unsere Welt mit G - tt und es wird ihm eine bestimmte Kraft nachgesagt, welche diverse G - ttesurteile zum Guten verändern kann. Siehe Moshe bei seinen Diskursen mit G - tt. So lautet zumindest der Idealfall eines Zaddik (Gerechten).

In jeder Generation gibt es einen Zaddik und Leute, die gegen ihn sind. Was ein Rebell gegen einen Zaddik machen kann ist, sorgfältig nachzudenken und seine negativen Energie in Positives umwandeln (Rabbi Simcha Bunim von Peshis'cha). Dies ist der Weg, um Korachs Seele (Neshama) zu "reparieren", wie man in der Kabbalah oder der Chassidut sagt.

Der mittelalterliche Kabbalist, Rabbi Yitzchak Luria, lehrt, dass ein Seelenlevel des Kain (Sohn von Adam) in Korach reinkarniert worden war. Die Kabbalah unterscheidet oftmals derartige Seelenleven in Gut und Böse und im Falle von Korach trat in ihn die böse Seite des Kain ein. Betrachten wir uns dagegen die Reinkarnationsinterpretation des Rabbi Luria in Bezug auf Moshe, so erfahren wir, dass die Person MOSHE zwei reinkarnierte Seelenlevel enthielt. Zum einen eine Reinkarnation des Hevel (Abel, dem Bruder des Kain). Und zwar von der guten Seelenseite des Hevel. Im Grunde genommen finden wir hier also den Zwist MOSHE gegen KORACH oder auch kabbalistisch ausgedrückt KAIN gegen HEVEL (ABEL). Siehe die Bücher “Torat Nathan”, “Chumash HaArizal” sowie “Sha’ar HaPesukim”. 

Warum erhalten Menschen, in diesem Fall Moshe und Korach, reinkarnierte Seelenlevel anderer Personen ? Die einfache Antwort darauf lautet: Um die Seelenlevel so zu beeinflussen, dass sie den letzten Schliff der Perfektionierung erlangen, welche der vorherige Inhaber nicht schaffte. Allerdings kann den reinkarnierten Seelenleveln auch geschadet werden, indem ich mein Ziel verfehle oder die Reinkarnation durch mein Handeln noch weiter ins Negative ziehe. Schauen wir nur auf Korach, welcher in sich eben in dieser Situation für das Schlechte des Kain entschied und somit eine Rebellion gegen Moshe anzettelte. 

Jeder von uns hat Zeiten in seinem Leben, in denen er negative Gedanken im Kopf mit sich trägt. Allerdings sollte man nicht wild drauflos rennen, sondern sich erst einmal darüber klar werden, was es für Folgen hat und ob das alles wirklich das Richtige wäre. In dem Moment, in dem man sich eines besseren besinnt, kann man das Negative in etwas Positives umwandeln und hat so einen Tikun Olam (eine Art Weltverbesserung) vollbracht (Baal Shem Tov, Chassidut Chabad und weitere).

Korach war also neidisch auf die Führungspositionen von Moshe und Aharon. Die Thora und sämtliche Kommentatoren legen äußerst großen Wert darauf festzustellen, dass im Judentum niemand eine bevorzugte Stellung einnimmt. Wenn von Cohanim (Tempelpriestern), Levi'im (Leviten) oder vom Volk Israel die Rede ist, dann sind alle Mitglieder gleichermaßen relevant und keiner ist von minderer Bedeutung. Jeder Einzelne von uns hat seine bestimmte Aufgabe im Leben, für die er erschaffen worden ist und daher sollte sich niemand herabgesetzt oder weniger wichtig fühlen.

Der Parasha Inhalt und das, was wir daraus mitnehmen sollen ist, dass jeder Mensch im Leben seine eigene Aufgabe besitzt. Deswegen erschuf uns G - tt. Nicht nur einen Menschen, sondern Milliarden. Milliarden Menschen mit ihrer eigenen Aufgabe in diesem Leben und auf diesem Planeten. 

Die Aufgabe, die G - tt mir zudachte, kann nur ich allein erledigen und niemand anderes. Selbst dann nicht, wenn ein Mitmensch doch so viel geeigneter wäre. Nein, ich muss da durch und meine Aufgabe erfüllen. Im Talmud heißt es, dass G - tt noch vor der Geburt eines Menschen festlegt, ob dieser einmal arm oder reich sein wird; intelligent oder weniger schlau; mit einem super Job oder Bauer. All das galt auch für Korach, doch der versuchte zu rebellieren, indem er eine Führungsposition, die nicht für ihn bestimmt war, an sich reissen wollte. 

Im jüdischen Volk liegen die Aufgaben ebenso verteilt. Der eine ist Cohen (Tempelpriester), der andere nicht. Deswegen brauche ich nicht meinen Neid aufkommen lassen, sondern lernen zu akzeptieren, dass es Menschen mit unterschiedlichen Aufgaben im Leben gibt. Wenn ich meine Energien, anstatt neidisch durch die Welt zu laufen, positiv umsetze und mich auf meine Aufgabe konzentriere, dann wäre die Welt heute ein ganzes Stück weiter !

Versuchen wir also einmal einen Schritt zurückzugehen. Es gibt noch Milliarden andere Menschen auf der Erde und nicht nur ich allein bin wichtig. 

Schabbat Schalom

Die “Hüttenkäse – Rebellion”


Photo: Miriam Woelke
B”H

Ausgerechnet ein Haredi (ultra – orthodoxer Jude) aus Bnei Brak (bei Tel Aviv) zettelte auf Facebook den israelischen Verbraucherkrieg gegen die heimschen Hüttenkäse (Cottage) – Hersteller an.

Seit geraumer Zeit steigt der Preis für den in Israel so beliebten Hüttenkäse drastisch an und der Konsument verweigert nun den Kauf des Produktes. Die Facebook Group half und plötzlich sehen sich die Hersteller an die Wand gedrängt.

Mittwoch, Juni 22, 2011

Christliche Missionare bei Rabbi Mordechai Machlis in Jerusalem


Die christlichen Missionare Christine und Peter Darg schlichen sich bei Rabbi Mordechai Machlis ein (Nov. 2010).


B”H

Eine Freundin sandte mir vor ca. zwei Stunden eine SMS mit der Nachricht, ich solle sofort den Computer einschalten und ihre e – mails an mich lesen. Was ich dann las, war ein Schock, doch eigentlich gar keine so große Überraschung. Die israelische Anti – Missionssite “JEWISH ISRAEL” berichtet in ihrem aktuellen Artikel auch über Rabbi Mordechai Machlis aus Jerusalem. Einem nationalrelig. Rabbiner, den ich seit vielen Jahren sehr gut kenne und dessen Frau Henny samt der vierzehn Kinder eine immense Chesed (Güte) an den Tag legen, indem sie seit fast 30 Jahren allwöchentlich Schabbatgäste empfangen. Jeder darf kommen und teilnehmen.

Natürlich werden die Machlises am Schabbat auch ausgenutzt. Zum einen von nichtjüdischen Touristen, von denen viele nur ein Ziel haben: Sich umsonst durchzufressen. Gierig stürzen sie sich auf das Essen, was ich selber genügend viele Male mitverfolgte. Photokameras wurden nicht selten herausgezogen und ein jüdischer Schabbat war ihnen ganz egal. Ganz zu schweigen von den dicken Kreuzen an Halsketten, die da von den Touristen getragen wurden. Ab und an stand ein christlicher Missionar auf und versuchte, seine Missionsshow abzuziehen, wobei er von Rabbi Machlis gestoppt wurde.

Da jeder zu den Machlises kommen darf, treffen zu den wöchentlichen Parashavorträgen am Dienstag ebenso viele Nichtjuden ein. Jetzt veröffentliche das christliche Missionsehepaar Christine und Peter Darg auf ihrer Site ein Machlis Video, in welchem sie erscheinen. Unverhohlen machen sie damit unter ihren Missionsgesinnungsgenossen Werbung, dass sie einmal bei einem richtigen jüdischen Rabbiner sassen. Sowas bringt dem Ehepaar Darg innerhalb ihrer christlichen Bruderschaft Werbung und einen Batzen neuer Spendengelder ein. 

Ob Rabbi Mordechai Machlis bekannt war, wer da mit welcher Absicht bei ihm zuhause am Tisch sass, ist offiziell noch nicht bekannt, da seine Stellungnahme aussteht. JEWISH ISRAEL hingegen bringt Fakten über die Dargs und deren miese Missionsabsichten.

Seit Jahren rede ich zusammen mit Freunden auf Rabbi Machlis ein, nicht alle und jeden in sein Haus zu lassen. Trotz der vielen Beschwerden von Juden, die da plötzlich als Tischnachbarn einen Christen mit dickem Kreuz um den Hals vorfinden, gab der Rabbi noch nicht nach. Seine Frau und Kinder sind gegen nichtjüdische Gäste und seine Kinder berichteten mir, dass ihr Vater ebenso nur Juden wolle. Dennoch will er niemanden hinausbitten und schweigt halt lieber. Ein Fehler, wie sich nun heraustsellt, denn der Bericht auf JEWISH ISRAEL kann weite Kreise innerhalb der jüdischen Welt ziehen und Rabbi Machlises Reputation tief in Frage stellen.

Montag, Juni 20, 2011

Leserfrage: Sephardische Thorakommentare & MIKRE'OT GEDOLOT

B”H

Ein Leser googelte die Frage, wie er denn an eine Thora mit sephardischen Thorakommentaren komme. Die Antwort darauf lautet, dass mir eine solche Thora nicht bekannt ist. Erstens einmal sind nicht alle sephardischen Kommentatoren überhaupt erst ins Englische übersetzt worden. Zweitens kauft sich jemand, der an einem bestimmten sephardischen Kommentator interessiert ist, die hebräische Setausgabe des jeweiligen Rabbiners.

Alls Allgemeinkommentar in der hebräischen Sprache sind die Thoraausgaben “Mikre’ot Gedolot” nicht wegzudenken, in denen auch einige sephardische Kommentatoren vertreten sind ! Dennoch handelt es sich dabei nicht um eine rein sephardische Kommentatorenauswahl.


Die MIKRE’OT GEDOLOT gibt es sowohl als auch für die fünf Bücher Moses als auch für die Propheten und Schriften. Allerdings nur in hebräischer Sprache. Dabei umfassen sie die Kommentare von Raschi, dem Ohr HaChaim (war sephardischer Herkunft), dem Kli Yakar, den Sifte’i Chachamim, dem Ramban (war sephardischer Herkunft), Sforno, Ibn Ezra (war sephardischer Herkunft), Targum Yehonatan oder Onkolos.

Und so schaut das Ganze dann aus: Der eigentliche Thoratext oben rechts und drumherum die Kommentare.



Unten: Teile eines MIKRE'OT GEDOLOT Sets


Photos: Miriam Woelke

Sephardische Rabbiner


GUSH KATIF - Ein Kapitel in der Geschichte Israels


Der interessanteste Stand auf der Buchmesse 2011 (hier in Tel Aviv): 
Die geräumten Siedler aus dem ehemaligen Gush Katif.

 Photos: Miriam Woelke
B”H

Im August 2005 liess der damalige israelische Premier Ariel Sharon das jüdische Gush Katif im Gazastreifen räumen. Sharon setzte alles daran, den Palästinensern den gesamten Gazastreifen zukommen zu lassen, damit ein neuer Schritt im Friedensprozess erzielt werde. Doch nichts war es und seitdem die Hamas das Ruder in Gaza übernahm, fliegen regelmässig Kassam - sowie Gradraketen auf israelisches Territorium. Heute gibt schon jeder Depp zu, dass die Räumung des Gush ein riesen Fehler war. Vom strategischen Gesichtspunkt gar nicht erst angefangen.

Die einstigen Siedlungen von Gush Katif waren nationalreligiös genau so wie säkuler. Damals versprach die Regierung eine schnelle garantierte Soforthilfe, doch für viele Bewohner des Gush blieb bie heute diese versprochene Hilfeleistung aus. Waren viele der Bewohner vor ihrer Räumung der Herr ihres eigenen landwirtschaftlichen Betriebes, plagt sie heute die Arbeitslosigkeit. Wer soll mit über 50 Jahren nochmal neu anfangen ? Und wo ? Immerhin hatte die Sharon - Regierung Land versprochen, aber auch das blieb weitgehend aus. Nachdem Ariel Sharon als Premier ausschied und Ehud Olmert das Ruder übernahm, fühlte sich niemand mehr zuständig und die Gush Katifler gerieten in Vergessenheit. Nichts war es mehr mit all den grossen Versprechungen. Hinzu kommt das Trauma aus dem eigenen Haus gezerrt und deportiert worden zu sein.

Das MERCAZ KATIF – KATIF CENTER befindet sich in Nitsan, an der Autobahn zwischen Ashdod und Ashkelon. Das Center bietet Touren in englischer sowie hebräischer Sprache an, wobei die Geschichte von Gush Katif inklusive des Disengagement Plan von 2005 und die Auflösung von 21 Siedlungen. Ferner führt die Tour durch eine neue kleine Siedlung ehemaliger Gush Katifler, welche auch selbst die Tour leiten.

Das KATIF CENTER bietet unterschiedliche Touren an. Von einer 2 - Stunden - Tour bis hin zum ganzen Tag. 

Wer interessiert ist, der sollte sich vorher anmelden. Reservierungen an oritberger33@gmail.com

In ENGLISCH & HEBRÄISCH: http://www.gushkatif.co.il/

Weitere Links:


Photos vom einstigen Gush Katif

Photos: “Shavua HaSefer Ha’Ivri – Woche des hebräischen Buches” in Tel Aviv

B"H

Am frühen Abend machte ich mich heute zum Rabin Square (Kikar Rabin) in Tel Aviv auf, um mir die lokale "Hebrew Book Week" anzusehen. Laufen tut die landesweite Buchmesse noch bis zum 25. Juni 2011. Details zur “Woche des hebräischen Buches” in Israel HIER

Ich kam nicht, um zu kaufen, denn daheim habe ich eh noch ziemlich viele ungelesene Bücher herumliegen. Vielmehr suchte ich die religiösen Buchstände auf und stiess dabei fast sofort auf die chassidische Gruppe Chabad.


Sicherheitskontrollen am Eingang.



Chabad (Lubawitsch) auf der Buchmesse.


Der Stand der "halb - religiösen" Bar Ilan University



Meiner Meinung nach war dies der interessanteste Stand auf der Buchmesse: Die Siedler des ehemaligen Gush Katif boten ihre Aufklärungsliteratur zur Räumung des Gush im August 2005 an. Ich sprach mit einem der Standleute und erhielt ziemlich viele Details sowie eine Einladung vorbeizukommen. Wohin ? Davon berichte ich in meinem nachfolgenden Artikel !

 Copyright / Photos: Miriam Woelke

Sonntag, Juni 19, 2011

Ka Echsof - Chassidut Karlin

B”H

Der Text des Liedes stammt von Rebbe Aharon dem Großen, dem Gründer der aus Litauen stammenden chassidischen Gruppe Karlin. Heute ist Karlin in zwei Richtungen aufgeteilt und sich untereinander nicht unbedingt freundlich gesinnt: Die größere Gruppe KARLIN – STOLIN sowie die kleines Ausrichtung der KARLIN – PINSK.

Engelsbilder

B”H

Der Talmud Traktat Avodah Zarah 43b lehrt uns, keinerlei Bilder oder Ikonen von Himmelwesen anzufertigen. Hierbei werden vor allem die Bilder bzw. Statuen von ENGELN angesprochen. 

Obwohl sich auf dem der Aron HaKodesch (die Bundeslade) zwei Engel der Gattung CHERUVIM befanden, ist es Juden dennoch verboten, Engelsmotive zu erstellen, anzufertigen oder zu drucken. Kurz gesagt, es dürfen keine Formen von Engeln dargestellt werden, wobei die Cheruvim auf der Bundeslade einen im Talmud verzeichneten Sonderstatus einnehmen.

Inwieweit Engel als solches existieren, ist uns vollkommen unbekannt. Mehrere Male berichtete ich von der Ansicht des chassidischen Meisters, dem Baal Shem Tov, der da sagte, dass es sich bei Engeln lediglich um unterschiedlich wirkende Kräfte G – ttes handele.

Jüdisch – kabbalistische Literatur beschreibt uns verschiedenartige Engelsgruppen. Davon bewegt sich lediglich eine Gruppe in unserer materiellen Welt und der Rest der Engel bewegt sich in den zwei oberen spirituellen Welten. In der vierten, der obersten spirituellen Welt genannt ATZILUT, steht G – tt normalerweise allein. Eine spirituelle Welt, in welcher es nichts gibt, außer G – tt und in ihr findet nur die Sprache der Gedanken statt.

Übrigens sind die Cheruvim (Engel mit Kindergesichtern) alles andere als freundliche Engel, denn bei ihnen handelt es sich rechtmässig um die Engel der Zerstörung.

Samstag, Juni 18, 2011

Der Kühlschrank am Schabbat

B”H

Neulich fragte mich einer meiner Facebook Friends, was denn bei der Benutzung eines Kühlschranks bezüglich der Kaschrut (Koschergesetze) zu beachten sein. Antwort: In der Praxis trennt man innerhalb des Kühlschranks die Milch – von den Fleischspeisen.

Was jedoch leicht vergessen wird (mir selber erging es genau so) ist, dass viele Kühlschränke im Innenbereich mit einem Lämpchen ausgestattet sind. Am Schabbat mache ich die Kühlschranktür auf, die Lampe geht an und somit habe ich den Schabbat gebrochen, denn ich zündete ein Licht an.

Zuerst einmal sei gesagt, dass es im Wesentlichen darauf ankommt, ob mir ein Vergehen unabsichtlich (schogeg) passiert oder ich es in voller Absicht beging (mesit). Um allerdings einem unabsichtlichen Vergehen bezüglich der Kühlschranklampe vorzubeugen, sollte man die Glühbirne entweder ganz herausdrehen oder kurz vor Schabbateinbruch lockern, damit sie bis Schabbatende nicht brennt.

Freitag, Juni 17, 2011

Natur in Jerusalem


Photo: Miriam Woelke

Donnerstag, Juni 16, 2011

Rabbi Yitzchak Ginzburgh zur Parashat SHLACH



 Rabbi Yitzchak Ginzburgh (Chabad) zur dieswöchigen Thoralesung SHLACH (SCHLACH).

Die Gemara (rabbinische Diskussion) im Talmud Traktat Sotah 35 lehrt uns, dass die Spione (Meraglim), welche Moshe in das Land Canaan entsandte, schon vor der Abreise keine guten Absichten hegten. Wer sich auf eine Reise begibt, um unterwegs nur das Negative zu suchen, der findet es auch.

Einen DANK an die Leserschaft !

B”H

Gerade stellte ich fest, dass die Leseranzahl dieses Blogs auf weit mehr als 200,000 Aufrufe angestiegen ist.

Daher vielen Dank an alle Leser und ich muss zugeben, dass ich für die Zukunft viele neue Themen in Planung habe, doch leider immer alles seine Zeit braucht. Schon allein der Literaturaufwand ist manchmal riesig.

Parashat Shlach - פרשת שלח


 Photo: NASA


Die Thoralesung für diesen Schabbat


Die Thoralesung der vergangenen Woche (Beha'alotcha) endete damit, dass Miriam aussätzig und sie aufgrunddessen aus dem Lager entfernt wurde. Nach ihrer Heilung kam sie wieder zurück. Miriam hatte den Aussatz als eine Strafe G - ttes erhalten, da sie gegenüber ihrem Bruder Aharon Moshe kritisierte. Dieses Ereignis soll die Menschen lehren, ihre Zunge im Zaum zu halten und keine Laschon HaRah (üble Nachrede) zu sprechen. 

Aber sprach Miriam tatsächlich Laschon HaRah über ihren Bruder ? Nein, sie tat es nicht, doch wäre der optimale Adressat ihrer Kritik nicht Aharon, sondern Moshe selbst gewesen. Zu ihm hätte sie gehen und mit ihm sprechen sollen, und keine Dritten (in dem Falle Aharon) einschalten sollen.

Parashat Shlach beginnt damit, dass Moshe Spione in das Land Canaan sendet. Der Kommentator Raschi stellt die berechtigte Frage, warum gerade die Erzählung von den Spionen auf die Story der Miriam folgt. Seine Antwort lautet, dass die vorherige Parasha mit Laschon HaRah (übler Nachrede) endete und die Israeliten anscheinend nichts aus der Strafe Miriams gelernt haben, denn die Laschon HaRah wurde fortgesetzt.

Die Parasha beginnt mit den Worten G - ttes, der zu Moshe sagt, dass er Spione in das Land Canaan schicken soll. Allerdings müssen wir an dieser Stelle genau auf die hebräische Wortwahl achten: 

G - tt sagt: "Shlach Lecha - Sende Dir”. 

Hierzu kommentieren Raschi sowie auch der Ramban (Nachmanides), dass G - tt Moshe nicht aufgetragen hat, die Spione zu senden, sondern dass Moshe die freie Wahl hatte es zu tun oder zu lassen. Woraus erkennen wir diese Schlussfolgerung der beiden Kommentatoren ? Aus der Wortwahl G – ttes “Shlach LECHA – Sende DIR !”
Ursprünglich hatte Moshe G - tt darum gebeten, denn wieder einmal beschwerten sich die Israeliten hatten sich bei Moshe. Sie wollten selbst herausfinden, in welches Land sie da jetzt eigentlich gehen und so fragte Moshe G - tt um Rat, was er machen solle. G - tt hingegen zeigte sich nicht besonders begeistert von der Idee, wußte Er doch um die Folgen. Außerdem sah Er einen weiteren Vertrauensbruch. Hatte Er nicht den Israeliten oft genug gesagt, dass es sich um ein Land handelt, wo Milch und Honig fließt ? Stattdessen aber haderten sie ständig mit sich selbst und mit Ihm. Nach all den Wundern, die Er für sie vollbracht hatte, glaubten sie immer noch nichts und nörgelten. Siehe dazu, u.a., den Thorakommentar des Ramban.

Was eigentlich war die Logik der Israeliten ? Stellte sich das Land als gut heraus, ziehen sie weiter, nehmen es ein und siedeln sich an. Und was, wenn sich das Land als schlecht heraustellte ? Was dann ? Umkehren nach Ägypten, in der Wüste bleiben oder doch einfach weitermarschieren und man werde dann schon sehen ?
Moshe entschloß sich, 12 Spione nach Israel auszusenden. Ein Oberhaupt von jedem Stamm.

40 Tage lang waren die Spione in Canaan unterwegs. Besonders auffallen taten sie nicht, handelte es sich doch für sie um eine Art Geheimmission. Die einheimische Bevölkerung sollte keinen Verdacht schöpfen.

Calev war der einzige, der nach Hebron ging, um am Grab der Vorväter zu beten. Auch dies ergibt sich aus dem hebräischen Originaltext, wo es heißt, dass sie in die Gegend Hebron hinaufstiegen, doch nur einer nach Hebron selbst ging. Im Text ersehen wir dieses aus den zwei Verben, wovon eines im Plural und eines im Singular steht.

Im Buch "Likutei Torah" (sowie im ARIZAL – Buch “Torat Natan – Shorashe’i Neshamot – Die Wurzeln der Seelen) sieht der große Kabbalist, Rabbi Yitzchak Luria - der ARIZAL, Calev als Reinkarnarion des ehemaligen Diener Avrahams: Eliezer. Ursprünglich handelte es sich bei Avrahams Diener Eliezer um eine Canaaniter, doch folgte er Avraham auf dessen religiösen Wegen und sagte dem, damals so üblichen, Götzendienst ab.

Das Ergebnis kennen wir. Die Spione kamen zurück und redeten nur schlecht über das zukünftige Gelobte Land. Gleich darauf wurden die Israeliten von G - tt bestraft und viele andere Israeliten starben in einer Plage. Zugleich erließ G - tt, dass sie nicht sofort in das Gelobte Land ziehen, sondern 40 Jahre in der Wüste umherwandern müssen, damit die Generation der Rebellen sterbe. Erst die nachfolgende Generation wurde in das Gelobte Land geführt.

Die Gemara im Talmud Traktat Sotah 34b lehrt, dass schon allein der Wunsch nach Spionen aus bösen Absichten heraus ausgesprochen wurde. Laut dem Maharal sowie dem Chidushei HaRim hatten die Israeliten Angst vor einer ungewissen Zukunft. Statt auf G - tt zu vertrauen, sahen sie sich allein und verlassen. In der Wüste hatten sie alles, was sie zum Leben brauchten: Kleidung und das Manna.

G - ttes Plan war es, sie sofort nach Israel zu führen, doch die Israeliten wären gerne in der Wüste geblieben. Wer will schon gerne einschneidende Veränderungen in seinem Leben, wenn es einem gutgeht ? Sie waren nicht bereit, ihr bequemes Wüstenleben gegen ein anderes einzutauschen. Sobald sie in Israel ankämen, wären sie auf sich gestellt und müssten allein für ihren Lebensunterhalt aufkommen.

Die Gemara in den Talmud Traktaten Sotah 35a und Taanit 29a lehrt uns, dass die Spione am Abend des 8. des judischen Monats Av (Juli - August) zurückkamen. Sofort gab es eine Versammlung und die Spione erzählten von ihren Eindrücken. Das Land Canaan wäre eine einzige Katastrophe. Es gebe zwar genügend Nahrung und es sei ein sehr fruchtbares gutes Land, aber die Bevölkerung dort sei militärisch zu überlegen. Auch gäbe es die drei Riesen bei Hebron und gegenüber denen hätten sie sich wie Grashüpfer gefühlt.

Im Grunde genommen beantworteten die Spione nur die Fragen Moshes, doch ihr Vergehen war, dass sie selbständig Kommentare hinzufügten. Alles wurde übertrieben dargestellt und somit machten sie den Zuhörern Angst (u.a. Rabbi Samson Raphael Hirsch).

Das Resultat war, dass die Israeliten keine Lust mehr hatten, dass Land für sich einzunehmen und sie begannen zu jammern. Da halfen auch die Einwände Yehoshuas und Calevs nichts mehr. Die Menschen weinten die ganze Nacht bis hin zum kommenden Tag, dem 9. Av (Gemara in Sotah 35a).

Wiederum gab es das Vergehen der Laschon HaRah (üble Nachrede). Die Spione hatten nicht nur eine G - tteslästerung begangen, indem sie Seine Entscheidungen in Frage stellten, sondern sie sprachen Laschon Harah über das Gelobte Land und über die Israeliten selbst. "In den Augen der Riesen waren wir wie Grashüpfer." Nicht, dass die Riesen sie gesehen und so gedacht hätten. Nein, eher haben sich die Spione (außer Yehoshua und Calev) selbst so gefühlt. Auf G - ttes Hilfe wollten sie nicht vertrauen.

Die Thora und die Halacha (jüd. Gesetz) verbieten uns, Laschon HaRah zu sprechen. Nicht alles fällt unter diese Regel, denn es gibt Dinge im Leben, die ausgesprochen werden müssen.

Allerdings gibt es nicht nur Laschon HaRah über andere, sondern es ist uns ebenso verboten, Laschon HaRah über uns selbst zu reden. Sobald wir dieses tun, ziehen wir uns in ein spirituelles Loch, in dem wir allen Mut verlieren und aufgeben. Genauso sahen sich die Spione als sie sich als Grashüpfer bezeichneten. Egal, wie unmöglich oder gefährlich die Dinge erscheinen, wir sollten uns nicht kleiner machen als wir sind und vor allem nicht aufgeben.

G - tt war so "ärgerlich" über den Vorfall mit den Spionen und dem Weinen der Israeliten, dass er diesen versprach, dass Er ihnen in Zukunft einen richtigen Grund geben werde, am 9. Av (Tisha Be'Av) zu weinen. Wie sich historisch herausstellte, hielt G - tt sein Versprechen, denn der 9. Av stellte sich für das Jüdische Volk als Katastrophe heraus.

- An jenem Datum wurden beide Tempel zerstört (Talmud Taanit 26b).

- Am 9. Av, 52 Jahre nach der Zerstörung des Zweiten Tempels, ermordeten die Römer die Einwohner der Stadt Beitar (siehe Talmud Gittin 57a).

- Im Jahre 1914 begann der Erste Weltkrieg am 9. Av und stellte sich später als Katastrophe heraus, verursachte doch der Erste Weltkrieg das Aufkommen des Nationalsozialismus.

Was lernen wir aus dem Verhalten der Spione ? Vor allem, dass wir G - ttes Entscheidungen nicht in Frage stellen sollten. Andererseits gibt es dennoch Fälle, in denen ein "In - Frage- stellen" akzeptierbar wird (siehe hierzu den Propheten Chavakuk - Habakuk). Jeder einzelne Mensch unterliegt einer "Haschgacha Pratit", Seiner persönlichen Überwachung. G - tt hat für alle einen bestimmten Lebensplan und unsere Aufgabe besteht darin, unser Leben und Seine Entscheidungen zu akzeptieren. Im Judentum heißt es, dass alles, sollte es auch noch so furchtbar erscheinen, sich zum Guten wenden wird.

Jüdische Kommentatoren, Rabbiner, Kabbalisten, Historiker und sogar Philosophen beschäftigen sich ausgiebig mit der eigentlichen Bedeutung der Thora. Aber, wie wir wissen, hat die Thora 70 Gesichter und unterliegt damit vielfältigen Interpretationen. Dies bedeutet auf gar keinen Fall, dass nun jeder alles nach seinem eigenen Belieben auslegen darf. Gewisse Richtlinien, wie die von Raschi, zum Beispiel, sollten schon eingehalten werden. Dennoch kann jeder die Thora in gewissen Sinne auch individuell auslegen.

Vor einiger Zeit hatte ich eine Idee einer Auslegung, die vielen beim ersten Anhören vielleicht apikorsisch (ketzerisch) erscheinen mag. Irgendwie kam ich zu der Theorie, was denn wäre, wenn die gesamte Thora "nur" eine einzige Metapher sei und uns in Wahrheit etwas ganz andere lehren will. Wer will, der kann sich diesbezüglich mit dem Kommentar des Philo an der Midrasch beschäftigen. Aber Philo bitte nicht nach christlichen Maßstäben auslegen, wie dies immer gern getan wird.

Aber nicht nur Philo ließ sich darüber aus, sondern auch andere Denker wie den von mir besonders verehrten Rambam (Maimonides) in seinem "Moreh Nevuchim – Führer der Unschlüssigen". Kann es demzufolge sein, dass die Personen und Handlungen in der Thora nur Metaphern sind ? Avraham könnte demnach für die ultimative Güte stehen.

In der Chassidut kommen nicht unbedingt diese Gedanken auf, aber dennoch ist auch in ihren Auslegungen alles mit Metaphern gespickt. So vergleicht einer der Rebben der Chassidut Ruzhin (Jiddisch: Rizhin) in seinem Buch "Ner Israel" die Entsendung der Spione mit dem Streben nach Gut oder Böse. Selbst ein Zaddik (Gerechter) kann auf Irrwege geraten und daher seiner Yetzer (schlechten Seite in sich selbst) folgen. Andere, wie Calev und Yehoshua, hören nicht auf ihre Yetzer, sondern setzen unbeirrt ihren gerechten Weg fort.

Der Sefat Emet der Chassidut Gur nennt eine weitere Metapher:

Er nämlich vergleicht die Entsendung der Spione mit der Seele bzw. einem Menschen, welcher von G – tt in diese Welt gesandt wird. Auch seine Aufgabe besteht darin, gewissen, von G – tt gegebenen Regelungen zu folgen. Moshe trug den Spionen genau auf, worauf sie zu achten hatten und was er wissen wollte. Später berichteten sie es ihm, fügten jedoch ihre eigene Meinung hinzu.

Genau so ist es mit uns in der hiesigen Welt. Wir sollen G – ttes Auftrag erfüllen, ohne unsere eigenen Ausreden, Schwächen und Bequemlichkeiten mit einzubringen.

Schabbat Schalom


Breslover Nana Musik

B"H

Die BRESLOVER "Nanas" an verschiedenen Orten in Israel.

Um das Movement besser zu verstehen, sollte sich der Leser diesen Artikel anschauen und durch die Links klicken !


Weiterer Link:

Rabbi Mordechai Machlis (Jerusalem) zur Parashat Beha'alotcha

B"H

Ein grossartiger Kommentar zur Thoralesung vom vergangenen Schabbat. Rabbi Mordechai Machlis aus Jerusalem bringt den Namen der Parashat "Beha'alotcha" auf einen Punkt !

Talmud Schabbat 88: G – tt hielt den Berg Sinai über die Juden, Teil 2


The Sleeping Beauty Galaxy
B”H

TEIL 1 siehe HIER !


Obwohl viele talmudische sowie rabbinische Meinungen lauten, G – tt habe die Juden am Berg Sinai sozusagen “gezwungen”, die Thora zu akzeptieren, existieren dennoch ganz andere Meinungen. Wie im Talmud so üblich, denn dort wird bekanntlich alles auseinanderdiskutiert und fast immer kommt es zu keiner definitive Aussage.

Der Kommentator RAN, Rabbi Nissim von Gerona, zum Beispiel, sagt, dass die Juden die Thora annehmen mussten, denn allein das war ihr Ticket ins Gelobte Land. Ohne die Thora hätte G – tt ihnen das Land Israel erst gar nicht gegeben. Sobald die Juden in der ersten Diaspora landeten (nachdem die Babylonier den Ersten Tempel zerstört hatten) dachten sie, dass die Thoragesetze für sie nun nicht mehr gelten, denn sie leben ja im Ausland. Allerdings änderte sich die gesamte Einstellung zur Thora nach dem “Purimwunder”. Im babylonischen Exil verfielen viele Juden den lokalen Götzendienstbräuchen und vergaßen die Thora. Durch Haman und seinem Plan, die Juden auszurotten, kame es jedoch ganz anders und die Juden fanden zu ihrem Ursprung zurück. Als Jahre darauf Ezra die Juden (nicht alle, denn viele von ihnen wollten unbedingt in Babylon bleiben, da sie dort wirtschaftlich angeblich besser dastanden) nach Eretz Israel zurückführte, wurde die Thora kompromisslos angenommen.

Der talmudische Rabbiner Resh Lakish zieht einen Vergleich zwischen den sechs Tagen der Welterschaffung und dem 6. Sivan. Dem Tag, an welchem die Juden die Thora erhielten. Auch der Talmudkommentator Raschi kommt zu der Erkenntnis, dass der sechste Tag der Welterschaffung auf den 6. Sivan hindeutet. Der Talmud Traktat Schabbat 88a lehrt in der Gemara (rabbinische Diskussion), dass DIE ERDE SICH FÜRCHTETE UND SICH DANACH BERUHIGTE, denn die Situation ging positiv zuende. Was ist damit gemeint ?

Raschi kommentiert, dass die Erde sich fürchtete, die Juden könnten die Thora verweigern und damit werde die gesamte Erschaffung von G – tt wieder zerstört. Als die Juden die Thora jedoch am 6. Sivan annahmen, beruhigte sich die Erde wieder, denn alles ging gut aus.

Der Ramban (Nachmanides) kommentiert, dass die Welt so erschaffen worden war, dass die Juden die Thora annehmen. Im gegenteiligen Fall würde die Welt zwangsläufig von G – tt zerstört werden.

Mittwoch, Juni 15, 2011

Leserfrage: Heilungsmittel gegen das “Böse Auge – Ayin HaRah”

B”H

Der Talmud lehrt von Juden, die bestimmte Flüche aussprechen und somit andere Leute verfluchen. Ebenso ist das “Böse Auge – Ayin HaRah” sehr bekannt. Und das besonders in sephardisch / orientalisch– jüdischen Kreisen.

Zum “Bösen Auge” gibt es unterschiedliche Interpretationen. Zum einen, dass jemand einem neidisch auf etwas ist und daher ein “Böses Auge” auf eine Neuanschaffung wirft. Dann wieder kann auch ein Mensch einem Mitmenschen ein “Böses” Auge zuwerfen. 

Im Mittelalter existierten in jüdischen Kreisen in Deutschland recht zahlreiche Theorien, Praktiken – teilweise mit Aberglauben behaftet. Einige Theorien erfanden die Juden selbst; andere wiederum wurden von der christlich geprägten Umgebung übernommen.

Wie kann man den “Bösen Blick” abwenden ?

Einige schwören auf den weit verbreiteten Hamsa (siehe Bild oben) und hängen sich diesen in die Wohnung oder sogar als Kette um den Hals. Andere lieben es, sich einen kleinen roten Wollfaden um das Handgelenk zu wickeln.

Der Talmud dagegen lehrt, dass eventuelle Flüche anderer Leute auf uns so umgangen werden können, indem man einfach nicht an sie glaubt. Dies allerdings ist nur eine Theorie unter vielen.

Selber messe ich dem “Bösen Blick” wenig Bedeutung zu und betrachte all das eher als Aberglauben. 


Link:

Das Buch der Heilungen

Dienstag, Juni 14, 2011

Chabad - Tefillin in der Ben Yehudah Mall / Jerusalem


Chabad (die Lubawitscher Chassidim) machten es sich zur Aufgabe, Juden zu Mitzvot anzuleiten, welchen ihnen (dem einzelnen Juden) vielleicht einen Platz in der Kommenden Welt (Olam HaBah) sichert. So werden vor dem Schabbat an Frauen kostenlose Schabbatkerzen verteilt und den Männern Tefillin (Gebetsriemen) gelegt (siehe Photo). 

Photo: Miriam Woelke

Montag, Juni 13, 2011

Naturphotos aus Israel

B"H

Ein Freund von mir, Gil Gilad aus Jerusalem, stellt Photos aus der israelischen Natur in seinen neuen Blog. Ich kann einen Blick darauf nur empfehlen, obwohl noch keine so zahlreichen Blog Posts vorhanden sind. 

Sonntag, Juni 12, 2011

Ist die Schauspielerin GOLDIE HAWN Jüdin ?

B”H

Ist der Hollywood Star GOLDIE HAWN jüdisch ? 
Goldie Jeanne Hawn wurde am 21. November 1945 in Washington D.C. geboren. Ihr Vater, Edward Rutledge, ist Protestant (Presbytarian) und ihre Mutter, Laura Rutledge (geborene Steinhoff) ist Jüdin. Die Mutter war die Tochter jüdischer Einwanderer aus Ungarn.

Demnach ist Goldie Hawn Jüdin, denn ihre Mutter ist jüdischer Abstammung. Die Mutter war es auch, die Goldie eine jüdische Erziehung “verpasste”.

Wer sich für Hollywood Klatsch interessiert: Die “Daily Mail” veröffentlichte aktuelle Photos, auf denen Goldie Hawn ungeschminkt erscheint.

Eli Wiesel zu Besuch beim Belzer Rebben in Jerusalem

B"H

Im Laufe der Zeit hörte ich von amerikanischen Juden unterschiedliche Meinungen über den Holocaust – Schriftsteller und Friedensnobelpreisträger (1986) Eli Wiesel. Die Mehrheit der Meinungen besagt, Wiesel habe sich allein zu einer Art Führungsposition des amerikanischen Judentums aufgeschwungen, ohne dass ihn die Juden unbedingt dort wollen.

Jetzt besuchte Eli Wiesel den Rebben der chassidischen Gruppe Belz in Jerusalem und berichtete dem Rebben (dessen Frau die Tochter des Vishnitzer Rebben von Bnei Brak / bei Tel Aviv ist), dass sein Vater (Wiesels Vater) ursprünglich ein Vishnitzer Chassid war. Es ist allgemein bekannt, dass Wiesel in Sighet / Rumänien geboren wurde und seine ersten Lebensjahr in einem Cheder (chassidische Jungenschule) verbrachte. Nach Auschwitz jedoch schien sein Leben eine drastische Wende zu nehmen.

Weitere Photos vom Besuch HIER !

Samstag, Juni 11, 2011

Chassidische Musik bei der Tel Aviver Gay Parade

B"H

Noch bis vor zwei Jahren kam es in insbesondere in Jerusalem zu wilden Demonstrationen gegen die lokale “Gay Parade”. Nicht nur viele haredische (ultra – orthodoxe) Ausrichtungen lieferten sich teilweise Schlachten mit der Polizei; vielmehr äußerten ebenso Christen und Moslems ihre Abneigung, wenn da einige Hundert Homosexuelle durch die Stadt zockelten. ”Homosexualität unter Männern ist laut der Thora verboten und wir brauchen in der Heiligen Stadt und im Heiligen Land keinerlei Gay Parades, welche die Yetzer HaRah (negative Seite im Menschen) von der schlimmsten Seite zeigt",so die Argumente.

Dann beschlossen haredische Rabbiner, die Gay Parades in Jerusalem und Tel Aviv einfach zu ignorieren. Eine richtige Entscheidung, wie ich finde und auch ich ignorierte derlei Events auf meinen Blogs. Dieses Mal hätte ich mich ebenso wenig darum geschert, doch was sich auf der gestrigen Tel Aviver Gay parade abspielte, schlug dem Faß fast den Boden aus. 

Soweit hatte ich die Homosexuellen, nur mit Badehose und Wikingerhut herumlaufend, ignoriert. Ich arbeite und wohne nicht weit von dem Ort, wo die Parade entlanglief und viele Gays stiessen erst später zur Parade und rannten durch unsere Nachbarschaft. Wenigstens waren keine Kinder in der Umgebung.

Die Parade kam näher und der Lärm war kaum mehr auszuhalten. Begleitet von Popsongs ausschliesslich gesungen von Frauen, plätscherte alles so vor sich dahin. 
Wieso eigentlich nur Songs gesungen von Frauen ?

Plötzlich dann waren auch ganz andere Töne zu vernehmen. Jüdisch – relig. Songs wie "HaKadosh Baruch Hu, anachnu ohavim otcha – G – tt wir lieben Dich" und mindestens zwei Songs der chassidischen Breslover Nanas wurden gespielt. Beispiel: "Mishe Ma'amin lo mefached ... – Wer glaubt, der fürchtet sich nicht".

Es ist bekannt, dass die Gays seit Jahren versuchen, andere Leute von ihrer “Normalität” zu überzeugen. Dass sei alles normal und andere müssen das halt so akzeptieren. Ansonsten ist man ja Rassist (so wie ich :-). G – tt liebe halt auch sie und wie alle sind uns so furchtbar sicher, dass “G – tt garantiert nichts gegen Männer in Bikinis hat”. Um es einmal sarkastisch auszudrücken. 
Wie kann man nur solch eine Lüge leben ?

Wie ich vorab sagte, ist die Homosexualität unter Männern gemäss der Thora verboten. Diejenigen, die dennoch ihre sexuellen Perversionen ausleben, müssen die daraus folgenden Konsequenzen erleiden; und da kann man so viele chassidische Songs spielen, wie man Lust hat.

Insbesondere die Homosexualität unter Männern schädigt den Körper und ganz besonders die Seele. Der ARIZAL, Rabbi Yitzchak Luria (1534 - 1572), kommentierte in seinen "Kitve'i HaAri" (Sefer Sha'ar HaGilgulim), dass ein Jude, welcher ein animalistisches Verhalten an den Tag legt, diese Neigungen aus seinem vorherigen Gilgul (Reinkarnation) aus dem Tierreich mitbringt. Rabbi Yitzchak Luria geht in seinem Buch “Sha’ar HaGilgulim” ausführlichst darauf ein, dass jüdische Seelen in Steinen, Tieren, Pflanzen oder anderen Menschen wiedergeboren werden können. Wer, zum Beispiel, als Mensch seinen nackten Körper gerne zur Schau stellt, der war in seinem vorherigen Leben ein Tier.

Als ich gestern viele Gays zur Parade laufen sah, kam mir die Bezeichnung “Tier” eher deplatziert vor. So wie sich viele von ihnen aufführten, wäre die Bezeichnung “Tier” eine Beleidigung für jedes Tier, denn selbst diese benehmen sich zivilisierter. Was die Gays allerdings erreichten war, sich zum “Bikini – Narren” zu machen.