העיתון החרדי השבוע בירושלים: אוי לבושה: בכנס מכחישי השואה שהתקיים בטהרן השתתפו מלמד עשרות חוקרי שואה שטענו כי השואה הומצאת על ידי היהודים, גם שישה יהודים שונאי ישראל בלבוש חרדי שטענו כי השואה נגמרה בגלל הציונים. לגורל החרפה אף התחבקו הנציגים עם צורר היהודים המודרני נשיא איראן אחמדניגאד. בושה וחרפה
Die Jerusalemer Haredi - Wochenzeitung "HaShavua Be Yerushalaim" (Diese Woche in Jerusalem) verurteilt heute aufs Schaerfste die Teilnehmer der Neturei Karta am Kongress in Teheran. Die Zeitung schreibt, dass die Neturei Karta - Teilnehmer keine richtigen Haredim sind, sondern sich nur relig. - haredisch kleiden. Sie sollen sich fuer ihr Verhalten schaemen.
Freitag, Dezember 15, 2006
Donnerstag, Dezember 14, 2006
Parashat Vayeishev (Vayeshev)
B"H
Die Thoralesung fuer diesen Shabbat
Die dieswoechige Parasha beginnt mit den Worten "Vayeishev Yaakov", was uebersetzt soviel wie "Yaakov siedelte" heisst.
Allgemein geben uns einige Woerter, welche zu Beginn einer Parasha stehen, Aufschluss darueber, ob etwas Positives oder eine Tragoedie folgt. Das Wort "Vayeishev" leitet eine Tragoedie ein, wie uns auch die Gemara im Talmud Traktat Sanhedrin 106a lehrt.
Die Hauptfigur in dieser Parasha ist Yosef, der gemeinsame Sohn Rachel und Yaakovs. Fuer seine Brueder, die Soehne von Leah, Bilha und Silpa, war Yosef ein Aussenseiter, doch fuer seinen Vater war er der geliebte Sohn. Yaakov gab ihm sogar ein extra angefertigtes Kleidungsstueck, denn er sah Yosef auf einem hoeheren Level als dessen Brueder (Degel Machane Ephraim).
Es passiert oft im Leben, dass sich die Geschichte wiederholt. Genauso dachten auch Yosefs Brueder. Bisher war es immer so gewesen, dass in jeder Familie ein schwarzes Schaf war. Siehe Ishmael und Esav.
Yosefs Brueder dachten, dass in ihrer Familie Yosef der Outlaw war. Dass er von Yaakov so geliebt wurde, schuerte noch ihren Neid. Bald ging der Neid in Hass ueber als Yosef begann vor allem die Soehne Leahs beim Vater schlecht zu machen. Er erzaehlte Yaakov saemtliche Vergehen, die diese begangen hatten (Rashi).
Ausserdem war Yosef sehr eitel. Er begann seine Augen zu schminken und sein Haar zu stylen (Rashi). Zu guter Letzt erzaehlte er seinen Bruedern noch von seinem Traum, dass sie und die Eltern (seine Mutter Rachel war zu dem Zeitpunkt schon tot) sich vor ihm verneigen wuerden.
Eines Tages wurde Yosef von seinem Vater beauftragt, seine Brueder zu suchen. Ohne zu zoegern machte er sich auf den Weg und fand sie auch. Jene aber sahen ihn schon von weitem kommen und machten Plaene ihn umzubringen. Doch Reuven rettete Yosef das Leben indem er vorschlug, ihn nur in eine tiefe Grube zu werfen.
In diesem Moment kam es zu der angekuendigten Tragoedie. Seine Brueder schmissen ihn in eine tiefe Grube doch kurz darauf machte Yehudah den Vorschlag, ihn an eine vorbeiziehende ishmaelitische Karawane zu verkaufen. Nochmals war Yosef mit dem Leben davon gekommen.
An dieser Stelle moechte ich einige philosophische Gedanken von drei Rabbinern einbringen.
Rabbi Dov Begon, der Leiter der nationalreligioesen Yeshiva Machon Meir in Jerusalem, sagt, dass die Rettung Yosefs aus der Grube (durch seinen Bruder Yehudah) einem Wunder gleich kommt. Rabbi Begon vergleicht dieses Wunder mit dem Wunder der brennenden Tempelmenorah, welches wir an Chanukkah feiern.
Rabbi Avraham Yitzchak HaCohen Kook (Kuk) sieht die Grube Yosefs als eine Metapher fuer die Diaspora. In der Thora lesen wir, dass die Grube leer und ohne Wasser war. Wieso wird uns das erzaehlt ? Die Gemara im Talmud Traktat Shabbat 22a lehrt, dass "leer und ohne Wasser" heisst, die Grube war voll Schlangen und Skorpione, welches die Brueder aber, laut Ramban, nicht wussten.
Rabbi Kook (Kuk) sagt dazu, dass es verschiedene Arten der Galut gibt. Die Gefaehrlichste sei jene der Schlangen und Skorpione in der sich die Juden der groessten Gefahr aussetzen: der Assimilation.
Bleibt die Frage, wie Yosefs Brueder planen konnten, den eigenen Bruder zu ermorden bzw. ihn an eine Karawane zu verkaufen.
Im Judentum haben wir das Konzept des "Free Will" des "freien Willen". In der Gemara im Talmud Traktat Berachot 33b heisst es dazu: Alles ist in G-ttes Hand, nur nicht die Furcht vor G-tt. Hierzu kommentiert Rashi: Jeder Aspekt in der Natur des Menschen und jede Lebenssituation (Aussehen, Intelligenz, ob arm oder reich) sind von G-tt vorbestimmt. Aber der Wille G-tt zu dienen oder nicht liegt in unserer Hand. Jeder hat die Wahl zwischen zwei Wegen.
Der Ishbitzer Rebbe (in seinem Buch Mei HaShiloach) sieht den gesamten freien Willen in unserem Leben ale eine einzige Illusion an. Alles sei von G-tt vorbestimmt, selbst unsere Vergehen (Suenden).
Heisst das, die Brueder Yosefs waren unschuldig an ihren Plaenen ? Die Thora gibt uns keine Antwort darauf.
Es war G-ttes Plan, Yosef und spaeter seine Familie nach Aegypten zu bringen um die Juden Jahre spaeter wieder herauszufuehren und ihnen die Thora zu geben. Ohne Yosefs Anwesenheit in Aegypten waere Yaakov niemals dorthin gezogen.
Und ohne Yehudahs Affaere mit Tamar waere die spaetere Generation, Koenig David, nicht geboren worden. Und ohne Koenig David wuerden wir nicht auf den Meschiach warten, welcher aus dem Hause Davids kommt.
Wo beginnt und wo endet unser freier Wille ?
Ich wuensche jedem, dass er seinen freien Willen zu etwas Positivem nutzt.
Shabbat Shalom und Chanukkah Sameach.
_________________________________
Degel Machane Ephraim: Rabbi Moshe Chaim Ephraim, Enkel des Baal Shem Tov
Rashi: Rabbi Shlomo Yitzchaki, 1040 - 1105. Lebte in Frankreich und war einer der beruehmtesten Talmud - u. Thora - Kommentatoren.
Rabbi Avraham Yitzchak HaCohen Kook: geboren 1865 in Russland, verstorben 1935 in Jerusalem. Erster Oberrabbiner Israels, Philosoph, Talmudist, Zionist und Kabbalist (der Kabbalah des Rabbi Yitzchak Luria).
Ramban: Rabbi Moshe ben Nachman (Nachmanides). 1194 - 1270, halachische Authoritaet. Seit 1267 lebte er in Israel und liess die juedische Gemeinde von Jerusalem wieder aufleben.
Ishbitzer Rebbe: Rabbi Mordechai Yosef Leiner von Izbica (Ishbitz / Polen), 1804 - 1854, chassidischer Rabbiner. Ehemaliger Schueler des Rabbi Menachem Mendel von Kotzk, mit welchem er spaeter einen Disput hatte.
Die Thoralesung fuer diesen Shabbat
Die dieswoechige Parasha beginnt mit den Worten "Vayeishev Yaakov", was uebersetzt soviel wie "Yaakov siedelte" heisst.
Allgemein geben uns einige Woerter, welche zu Beginn einer Parasha stehen, Aufschluss darueber, ob etwas Positives oder eine Tragoedie folgt. Das Wort "Vayeishev" leitet eine Tragoedie ein, wie uns auch die Gemara im Talmud Traktat Sanhedrin 106a lehrt.
Die Hauptfigur in dieser Parasha ist Yosef, der gemeinsame Sohn Rachel und Yaakovs. Fuer seine Brueder, die Soehne von Leah, Bilha und Silpa, war Yosef ein Aussenseiter, doch fuer seinen Vater war er der geliebte Sohn. Yaakov gab ihm sogar ein extra angefertigtes Kleidungsstueck, denn er sah Yosef auf einem hoeheren Level als dessen Brueder (Degel Machane Ephraim).
Es passiert oft im Leben, dass sich die Geschichte wiederholt. Genauso dachten auch Yosefs Brueder. Bisher war es immer so gewesen, dass in jeder Familie ein schwarzes Schaf war. Siehe Ishmael und Esav.
Yosefs Brueder dachten, dass in ihrer Familie Yosef der Outlaw war. Dass er von Yaakov so geliebt wurde, schuerte noch ihren Neid. Bald ging der Neid in Hass ueber als Yosef begann vor allem die Soehne Leahs beim Vater schlecht zu machen. Er erzaehlte Yaakov saemtliche Vergehen, die diese begangen hatten (Rashi).
Ausserdem war Yosef sehr eitel. Er begann seine Augen zu schminken und sein Haar zu stylen (Rashi). Zu guter Letzt erzaehlte er seinen Bruedern noch von seinem Traum, dass sie und die Eltern (seine Mutter Rachel war zu dem Zeitpunkt schon tot) sich vor ihm verneigen wuerden.
Eines Tages wurde Yosef von seinem Vater beauftragt, seine Brueder zu suchen. Ohne zu zoegern machte er sich auf den Weg und fand sie auch. Jene aber sahen ihn schon von weitem kommen und machten Plaene ihn umzubringen. Doch Reuven rettete Yosef das Leben indem er vorschlug, ihn nur in eine tiefe Grube zu werfen.
In diesem Moment kam es zu der angekuendigten Tragoedie. Seine Brueder schmissen ihn in eine tiefe Grube doch kurz darauf machte Yehudah den Vorschlag, ihn an eine vorbeiziehende ishmaelitische Karawane zu verkaufen. Nochmals war Yosef mit dem Leben davon gekommen.
An dieser Stelle moechte ich einige philosophische Gedanken von drei Rabbinern einbringen.
Rabbi Dov Begon, der Leiter der nationalreligioesen Yeshiva Machon Meir in Jerusalem, sagt, dass die Rettung Yosefs aus der Grube (durch seinen Bruder Yehudah) einem Wunder gleich kommt. Rabbi Begon vergleicht dieses Wunder mit dem Wunder der brennenden Tempelmenorah, welches wir an Chanukkah feiern.
Rabbi Avraham Yitzchak HaCohen Kook (Kuk) sieht die Grube Yosefs als eine Metapher fuer die Diaspora. In der Thora lesen wir, dass die Grube leer und ohne Wasser war. Wieso wird uns das erzaehlt ? Die Gemara im Talmud Traktat Shabbat 22a lehrt, dass "leer und ohne Wasser" heisst, die Grube war voll Schlangen und Skorpione, welches die Brueder aber, laut Ramban, nicht wussten.
Rabbi Kook (Kuk) sagt dazu, dass es verschiedene Arten der Galut gibt. Die Gefaehrlichste sei jene der Schlangen und Skorpione in der sich die Juden der groessten Gefahr aussetzen: der Assimilation.
Bleibt die Frage, wie Yosefs Brueder planen konnten, den eigenen Bruder zu ermorden bzw. ihn an eine Karawane zu verkaufen.
Im Judentum haben wir das Konzept des "Free Will" des "freien Willen". In der Gemara im Talmud Traktat Berachot 33b heisst es dazu: Alles ist in G-ttes Hand, nur nicht die Furcht vor G-tt. Hierzu kommentiert Rashi: Jeder Aspekt in der Natur des Menschen und jede Lebenssituation (Aussehen, Intelligenz, ob arm oder reich) sind von G-tt vorbestimmt. Aber der Wille G-tt zu dienen oder nicht liegt in unserer Hand. Jeder hat die Wahl zwischen zwei Wegen.
Der Ishbitzer Rebbe (in seinem Buch Mei HaShiloach) sieht den gesamten freien Willen in unserem Leben ale eine einzige Illusion an. Alles sei von G-tt vorbestimmt, selbst unsere Vergehen (Suenden).
Heisst das, die Brueder Yosefs waren unschuldig an ihren Plaenen ? Die Thora gibt uns keine Antwort darauf.
Es war G-ttes Plan, Yosef und spaeter seine Familie nach Aegypten zu bringen um die Juden Jahre spaeter wieder herauszufuehren und ihnen die Thora zu geben. Ohne Yosefs Anwesenheit in Aegypten waere Yaakov niemals dorthin gezogen.
Und ohne Yehudahs Affaere mit Tamar waere die spaetere Generation, Koenig David, nicht geboren worden. Und ohne Koenig David wuerden wir nicht auf den Meschiach warten, welcher aus dem Hause Davids kommt.
Wo beginnt und wo endet unser freier Wille ?
Ich wuensche jedem, dass er seinen freien Willen zu etwas Positivem nutzt.
Shabbat Shalom und Chanukkah Sameach.
_________________________________
Degel Machane Ephraim: Rabbi Moshe Chaim Ephraim, Enkel des Baal Shem Tov
Rashi: Rabbi Shlomo Yitzchaki, 1040 - 1105. Lebte in Frankreich und war einer der beruehmtesten Talmud - u. Thora - Kommentatoren.
Rabbi Avraham Yitzchak HaCohen Kook: geboren 1865 in Russland, verstorben 1935 in Jerusalem. Erster Oberrabbiner Israels, Philosoph, Talmudist, Zionist und Kabbalist (der Kabbalah des Rabbi Yitzchak Luria).
Ramban: Rabbi Moshe ben Nachman (Nachmanides). 1194 - 1270, halachische Authoritaet. Seit 1267 lebte er in Israel und liess die juedische Gemeinde von Jerusalem wieder aufleben.
Ishbitzer Rebbe: Rabbi Mordechai Yosef Leiner von Izbica (Ishbitz / Polen), 1804 - 1854, chassidischer Rabbiner. Ehemaliger Schueler des Rabbi Menachem Mendel von Kotzk, mit welchem er spaeter einen Disput hatte.
Labels:
Thora Parasha
Dienstag, Dezember 12, 2006
Thora und Wissenschaft
B"H
Diesen Donnerstag haelt der beruehmte Wissenschaftler Stephen Hawking einen Gastvortrag an der Hebraeischen Universitaet in Jerusalem (Hebrew University). Professor Hawking ist u.a. der Meinung, dass wir andere Planeten als die Erde besiedeln sollen. Entweder zerstoeren wir uns demnaechst selbst (z.B. Umweltzerstoerung) oder ein Asteroid koennte auf der Erde einschlagen. Mit fatalen Folgen.
Die NASA ist bereits dabei, andere Planeten wie Mond und Mars zu erforschen. Diese Planeten sind uns geographisch am naechsten und keine Gasplaneten wie Saturn, Jupiter, Uranus und Neptun. Und nicht zu heiss wie Sonne und Merkur.
Im Judentum schliessen sich Wissenschaft und Thora nicht gegenseitig aus. Eher im Gegenteil, denn durch die Wissenschaft lernen wir G-ttes Schoepfung zu schaetzen. Doch sind Kolonien auf Mond und Mars wirklich die Loesung fuer uns ? Hat G-tt uns nicht die Erde gegeben, weil sie bisher (lt. Wissenschaft) der einzige Planet unserer Galaxie ist, auf dem menschliches Leben moeglich ist ?
Der Mond ist 384.399 km von uns entfernt und der Mars etwas weniger. Doch gibt es auf beiden Planeten nicht viel Sauerstoff und allein auf dem Mars herrscht eine Temperatur von -140 Grad Celsius. Weiterhin ist die Schwerkraft gering.
Die Erde wurde von G-tt perfekt fuer uns erschaffen. Selbst der Schutzschild um die Erde laesst eventuell einschlagende Meteoriten in der Atmosphaere vergluehen. Auf dem Mond oder Mars finden wir dies nicht, und ist doch gerade die Mondoberflaeche von staendig einschlagenden Meteoriten gezeichnet.
Der Jerusalemer Physiker Dr. Gerald Schroeder hat zu dem Thema Thora und Wissenschaft mehrere Buecher geschrieben. Er steht fuer die Big Bang - Theorie. Der Urknall, von G-tt ausgeloest, ist der Beginn aller Materie, Zeit und des Universums.
Die ersten Saetze der Thora erzaehlen uns alles ueber die Welterschaffung. Um die wahren Geheimnisse herauszulesen, muessen wir in die tiefere Bedeutung des Textes gehen. Vor allem Rambam und Ramban haben dieses getan. Die gesamte Wissenschaft finden wir in der Thora, so heisst es.
G-tt, der weder materiell noch zeitlich begrenzt (limited) ist, erschuf etwas aus dem Nichts. Fuer G-tt existiert keine Zeit. Diese existiert nur im menschlichen DNA. G-tt existierte schon vor der Erschaffung und wird dies bis ins Unendliche tun, da er selbst unendlich und fuer unseren begrenzten Verstand nicht fassbar ist.
Andere Religionen suchen sich einen vermenschlichten G-tt mit dem sie sich identifizieren koennen. Die Psychologie des Menschen sucht etwas zum Anfassen und keinen unendlichen G-tt. Doch im Judentum ist er der unendliche G-tt (siehe hierzu auch Rambam "The Guide of the Perplexed" und Rabbi Yitzchak Luria "Etz Chaim").
Gerald Schroeder beschreibt in seinem Buch "The Science of G-d" wie die sechs Tage der Welterschaffung eigentlich Milliarden Jahre enthalten. Der 24 - Stunden - Tag wurde von uns erschaffen, fuer G-tt existiert er nicht. Schon in Psalm 90:4 steht: Tausend Jahre aus eurer Sicht sind fuer Mich (G-tt) wie ein einziger Tag.
Am Donnerstag werde ich versuchen, an dem Vortrag von Stephen Hawking teilzunehmen. Hoffentlich ist nicht nur Prominenz zugelassen. Wuerde mich schon interessieren, was er zu sagen hat.
Wer Gerald Schroeder einmal hoeren will, der sollte am woechentlichen 2 - taegigen Discovery - Programm der Yeshiva Aish HaTorah in der Jerusalemer Altstadt teilnehmen. u.a. lehrt Dr. Schroeder an der Uni in Beersheva und ist Absolvent des MIT (Massachusetts Institute of Technology) in Boston.
www.geraldschroeder.com
Diesen Donnerstag haelt der beruehmte Wissenschaftler Stephen Hawking einen Gastvortrag an der Hebraeischen Universitaet in Jerusalem (Hebrew University). Professor Hawking ist u.a. der Meinung, dass wir andere Planeten als die Erde besiedeln sollen. Entweder zerstoeren wir uns demnaechst selbst (z.B. Umweltzerstoerung) oder ein Asteroid koennte auf der Erde einschlagen. Mit fatalen Folgen.
Die NASA ist bereits dabei, andere Planeten wie Mond und Mars zu erforschen. Diese Planeten sind uns geographisch am naechsten und keine Gasplaneten wie Saturn, Jupiter, Uranus und Neptun. Und nicht zu heiss wie Sonne und Merkur.
Im Judentum schliessen sich Wissenschaft und Thora nicht gegenseitig aus. Eher im Gegenteil, denn durch die Wissenschaft lernen wir G-ttes Schoepfung zu schaetzen. Doch sind Kolonien auf Mond und Mars wirklich die Loesung fuer uns ? Hat G-tt uns nicht die Erde gegeben, weil sie bisher (lt. Wissenschaft) der einzige Planet unserer Galaxie ist, auf dem menschliches Leben moeglich ist ?
Der Mond ist 384.399 km von uns entfernt und der Mars etwas weniger. Doch gibt es auf beiden Planeten nicht viel Sauerstoff und allein auf dem Mars herrscht eine Temperatur von -140 Grad Celsius. Weiterhin ist die Schwerkraft gering.
Die Erde wurde von G-tt perfekt fuer uns erschaffen. Selbst der Schutzschild um die Erde laesst eventuell einschlagende Meteoriten in der Atmosphaere vergluehen. Auf dem Mond oder Mars finden wir dies nicht, und ist doch gerade die Mondoberflaeche von staendig einschlagenden Meteoriten gezeichnet.
Der Jerusalemer Physiker Dr. Gerald Schroeder hat zu dem Thema Thora und Wissenschaft mehrere Buecher geschrieben. Er steht fuer die Big Bang - Theorie. Der Urknall, von G-tt ausgeloest, ist der Beginn aller Materie, Zeit und des Universums.
Die ersten Saetze der Thora erzaehlen uns alles ueber die Welterschaffung. Um die wahren Geheimnisse herauszulesen, muessen wir in die tiefere Bedeutung des Textes gehen. Vor allem Rambam und Ramban haben dieses getan. Die gesamte Wissenschaft finden wir in der Thora, so heisst es.
G-tt, der weder materiell noch zeitlich begrenzt (limited) ist, erschuf etwas aus dem Nichts. Fuer G-tt existiert keine Zeit. Diese existiert nur im menschlichen DNA. G-tt existierte schon vor der Erschaffung und wird dies bis ins Unendliche tun, da er selbst unendlich und fuer unseren begrenzten Verstand nicht fassbar ist.
Andere Religionen suchen sich einen vermenschlichten G-tt mit dem sie sich identifizieren koennen. Die Psychologie des Menschen sucht etwas zum Anfassen und keinen unendlichen G-tt. Doch im Judentum ist er der unendliche G-tt (siehe hierzu auch Rambam "The Guide of the Perplexed" und Rabbi Yitzchak Luria "Etz Chaim").
Gerald Schroeder beschreibt in seinem Buch "The Science of G-d" wie die sechs Tage der Welterschaffung eigentlich Milliarden Jahre enthalten. Der 24 - Stunden - Tag wurde von uns erschaffen, fuer G-tt existiert er nicht. Schon in Psalm 90:4 steht: Tausend Jahre aus eurer Sicht sind fuer Mich (G-tt) wie ein einziger Tag.
Am Donnerstag werde ich versuchen, an dem Vortrag von Stephen Hawking teilzunehmen. Hoffentlich ist nicht nur Prominenz zugelassen. Wuerde mich schon interessieren, was er zu sagen hat.
Wer Gerald Schroeder einmal hoeren will, der sollte am woechentlichen 2 - taegigen Discovery - Programm der Yeshiva Aish HaTorah in der Jerusalemer Altstadt teilnehmen. u.a. lehrt Dr. Schroeder an der Uni in Beersheva und ist Absolvent des MIT (Massachusetts Institute of Technology) in Boston.
www.geraldschroeder.com
Labels:
Wissenschaft
Stephen Hawking at Hebrew University
Prof. Stephen Hawking, generally regarded as the greatest mind in physics since Albert Einstein, will present a public lecture at the Hebrew University on ''The Origin of the Universe''. The lecture will take place at the Ezequiel Liwerant-Fomento Mexico Hall at Mount Scopus on Thursday, December 14, at 5 p.m.
While considered one of the greatest scientists of the modern age, Hawking, who has been rendered quadriplegic by ALS (a motor neurone disease), has been able to communicate complex matters concerning quantum physics, theoretical cosmology, quantum gravity and black holes not just to other physicists, but also to the general public – making him something of a scientific celebrity. His 1988 book, A Brief History of Time, stayed on the Sunday Times bestseller list for a record 237 weeks.
Professor Hawking, who is the Lucasian Professor of Mathematics at Cambridge University, has twelve honorary degrees, was awarded the CBE in 1982, and was made a Companion of Honor in 1989. He is a Fellow of The Royal Society and a Member of the US National Academy of Sciences.
During his visit to Israel and the Palestinian Territories, which is being sponsored by the British government, Hawking will meet with fellow scientists and academics.
http://www.huji.ac.il/cgi-bin/dovrut/dovrut_search_eng_dev.pl?mesge116584937032688760
While considered one of the greatest scientists of the modern age, Hawking, who has been rendered quadriplegic by ALS (a motor neurone disease), has been able to communicate complex matters concerning quantum physics, theoretical cosmology, quantum gravity and black holes not just to other physicists, but also to the general public – making him something of a scientific celebrity. His 1988 book, A Brief History of Time, stayed on the Sunday Times bestseller list for a record 237 weeks.
Professor Hawking, who is the Lucasian Professor of Mathematics at Cambridge University, has twelve honorary degrees, was awarded the CBE in 1982, and was made a Companion of Honor in 1989. He is a Fellow of The Royal Society and a Member of the US National Academy of Sciences.
During his visit to Israel and the Palestinian Territories, which is being sponsored by the British government, Hawking will meet with fellow scientists and academics.
http://www.huji.ac.il/cgi-bin/dovrut/dovrut_search_eng_dev.pl?mesge116584937032688760
Labels:
Wissenschaft
Montag, Dezember 11, 2006
Aliyah oder Yeridah
B"H
Aliyah = Einwanderung nach Israel
Yeridah = Auswanderung aus Israel
Vor wenigen Tagen las ich in einem Zeitungsartikel, dass immer weniger Juden Aliyah machen, die Yeridah aber drastisch zunehme. Vor allem gibt es viel weniger Neueinwanderer (Olim) aus den GUS - Staaten. Im Gegenteil, viele russische Olim kehrten wieder zurueck nach Russland. Enttaeuscht von Israel, weil es nicht das erhoffte Paradies fuer sie war. Israelis sehen dies anders, denn 70% der russischen Olim sind keine Juden. Aber das Problem sind sicher auch die deutschen Gemeinden gewohnt.
Tausende Argentinier waren vor einigen Jahren gekommen. Der Misere der argentinischen Wirtschaft entkommen glaubten auch sie in Israel ein Paradies vorzufinden. Nichts war es. Kaum Jobs, lange Arbeitszeiten und ein Mindestgehalt von monatlich 650 Euro. Die Neuankoemmlinge fluechteten zurueck nach Argentinien. Wozu sich in Israel abrackern, wenn es in Argentinien einfacher ist ?
Die amerikanische Organisation Nefesh BeNefesh bringt derweil Tausende Amerikaner, Briten und Franzosen nach Israel. Doch vor allem die Amerikaner gehen zurueck nach Amerika. In den USA hatten sie gute Jobs, Haeuser und was man sich sonst alles wuenscht. In Israel waren sie viele von ihnen arbeitslos, unterbezahlt und der Sprache kaum maechtig.
Vor allem die "freche" israelische Mentalitaet (Chuzpa) machte ihnen zu schaffen, denn Israelis draengeln, schieben und schreien ohne SORRY zu sagen. Ausserdem aeffen Israelis den amerik. Akzent im Hebraeischen nach, was die Amerikaner erst recht auf die Palme treibt.
Einzig und allein die Franzosen bleiben. In einigen Stadtteilen gibt es schon ganze franzoesische Viertel wie in Tel Aviv (teilweise Rehov Sheinkin) und vor allem in Ashdod. Die religioesen Franzosen treibt es nach Jerusalem.
Nicht wenige Franzosen kommen mit Geld und eroeffnen franz. Buchlaeden, Restaurants, Baeckereien oder Kulturzentren. Des Englischen kaum maechtig, lernen sie schnell Hebraeisch und mit der israel. Mentalitaet scheint es auch zu klappen.
Von den Israelis etwas belaechelt, kommen sie doch aus dem antisemitischen Frankreich, gehen die franzoesischen Olim unbeirrbar ihren Weg.
Richtig sauer auf die Franzosen werden Israelis jedoch, wenn die franz. Olim mehr Geld fuer Immobilien bieten. Das hat in so manchem Stadtteil die Immobilienpreise ruiniert, wie in Eilat und Jerusalem (German Colony und Katamon).
Und die deutschen Neueinwanderer ? Welche deutschen Neueinwanderer ? In Jerusalem kenne ich keinen einzigen. Also berichte ich von mir.
Hebraeisch habe ich nach zwei Kursen schnell gelernt. Als ich Aliyah machte, sprach ich schon die Landessprache, was ungemein weiterhalf. Mein Freundeskreis besteht aus gebuertigen Israelis und eingewanderten Amerikanern oder Briten. Ich lebe in keinem Ghetto wie die oben genannten Nationen.:-)
Die deutsche Sprache benutze ich nur im Internet (siehe mein schlechtes Deutsch und die Grammatik).
Zu Beginn verstand auch ich die israelische Mentalitaet ueberhaupt nicht, bin aber mittlerweile angepasst. Heisst im Klartext: Ich schreie zurueck.
6,5 Jahre war ich nicht mehr in Deutschland und eine dortige Eingewoehnung wuerde mich einiges an Zeit kosten.
Ganz israelisch werden Neueinwanderer nie. Mir fehlt vor allem die Armee - Vergangenheit, was ein sehr wichtiger Punkt ist. Doch auch mit Armee, etwas fehlt immer. Naomi Shemer kenne ich nur wenig und die gesamte Kultur....naja.
Nach Deutschland fragt mich niemand. Meine Freunde sind ganz einfach nicht daran interessiert und wir haben andere Themen. Rueckkehrplaene nach Deutschland habe ich keine. Dafuer bin ich schon zu israelisch "verdorben".
Aliyah = Einwanderung nach Israel
Yeridah = Auswanderung aus Israel
Vor wenigen Tagen las ich in einem Zeitungsartikel, dass immer weniger Juden Aliyah machen, die Yeridah aber drastisch zunehme. Vor allem gibt es viel weniger Neueinwanderer (Olim) aus den GUS - Staaten. Im Gegenteil, viele russische Olim kehrten wieder zurueck nach Russland. Enttaeuscht von Israel, weil es nicht das erhoffte Paradies fuer sie war. Israelis sehen dies anders, denn 70% der russischen Olim sind keine Juden. Aber das Problem sind sicher auch die deutschen Gemeinden gewohnt.
Tausende Argentinier waren vor einigen Jahren gekommen. Der Misere der argentinischen Wirtschaft entkommen glaubten auch sie in Israel ein Paradies vorzufinden. Nichts war es. Kaum Jobs, lange Arbeitszeiten und ein Mindestgehalt von monatlich 650 Euro. Die Neuankoemmlinge fluechteten zurueck nach Argentinien. Wozu sich in Israel abrackern, wenn es in Argentinien einfacher ist ?
Die amerikanische Organisation Nefesh BeNefesh bringt derweil Tausende Amerikaner, Briten und Franzosen nach Israel. Doch vor allem die Amerikaner gehen zurueck nach Amerika. In den USA hatten sie gute Jobs, Haeuser und was man sich sonst alles wuenscht. In Israel waren sie viele von ihnen arbeitslos, unterbezahlt und der Sprache kaum maechtig.
Vor allem die "freche" israelische Mentalitaet (Chuzpa) machte ihnen zu schaffen, denn Israelis draengeln, schieben und schreien ohne SORRY zu sagen. Ausserdem aeffen Israelis den amerik. Akzent im Hebraeischen nach, was die Amerikaner erst recht auf die Palme treibt.
Einzig und allein die Franzosen bleiben. In einigen Stadtteilen gibt es schon ganze franzoesische Viertel wie in Tel Aviv (teilweise Rehov Sheinkin) und vor allem in Ashdod. Die religioesen Franzosen treibt es nach Jerusalem.
Nicht wenige Franzosen kommen mit Geld und eroeffnen franz. Buchlaeden, Restaurants, Baeckereien oder Kulturzentren. Des Englischen kaum maechtig, lernen sie schnell Hebraeisch und mit der israel. Mentalitaet scheint es auch zu klappen.
Von den Israelis etwas belaechelt, kommen sie doch aus dem antisemitischen Frankreich, gehen die franzoesischen Olim unbeirrbar ihren Weg.
Richtig sauer auf die Franzosen werden Israelis jedoch, wenn die franz. Olim mehr Geld fuer Immobilien bieten. Das hat in so manchem Stadtteil die Immobilienpreise ruiniert, wie in Eilat und Jerusalem (German Colony und Katamon).
Und die deutschen Neueinwanderer ? Welche deutschen Neueinwanderer ? In Jerusalem kenne ich keinen einzigen. Also berichte ich von mir.
Hebraeisch habe ich nach zwei Kursen schnell gelernt. Als ich Aliyah machte, sprach ich schon die Landessprache, was ungemein weiterhalf. Mein Freundeskreis besteht aus gebuertigen Israelis und eingewanderten Amerikanern oder Briten. Ich lebe in keinem Ghetto wie die oben genannten Nationen.:-)
Die deutsche Sprache benutze ich nur im Internet (siehe mein schlechtes Deutsch und die Grammatik).
Zu Beginn verstand auch ich die israelische Mentalitaet ueberhaupt nicht, bin aber mittlerweile angepasst. Heisst im Klartext: Ich schreie zurueck.
6,5 Jahre war ich nicht mehr in Deutschland und eine dortige Eingewoehnung wuerde mich einiges an Zeit kosten.
Ganz israelisch werden Neueinwanderer nie. Mir fehlt vor allem die Armee - Vergangenheit, was ein sehr wichtiger Punkt ist. Doch auch mit Armee, etwas fehlt immer. Naomi Shemer kenne ich nur wenig und die gesamte Kultur....naja.
Nach Deutschland fragt mich niemand. Meine Freunde sind ganz einfach nicht daran interessiert und wir haben andere Themen. Rueckkehrplaene nach Deutschland habe ich keine. Dafuer bin ich schon zu israelisch "verdorben".
Labels:
Aliyah
Sonntag, Dezember 10, 2006
1 Jahr in Israel
B"H
Fuer viele stellt sich vielleicht ab und an einmal die Frage, nicht einmal 1 Jahr in Israel bzw. Jerusalem zu verbringen und das Land nicht nur von der Touristenseite zu sehen.
Wer an laengere Israelaufenthalte denkt, dem faellt sofort der Kibbutz ein. Etwas arbeiten, Taschengeld, freie Unterkunft und Essen....Und nach ein paar Wochen verfaellt man dann gewoehnlich in die Kibbutzroutine.
Warum also nicht in einer Stadt leben und Israel richtig kennenlernen ? Diese Variante ist sehr teuer und fuer viele dann unerschwinglich. Job suchen und finden ist auch nicht mehr so einfach. Ausserdem rueckt die Auslaenderpolizei immer sofort an, was fatale rechtliche Folgen haben kann.
Also, wie stelle ich es am besten an, dass ich in einer Stadt leben kann ohne allzu viel Geld ausgeben zu muessen ? Gute Frage, wo doch in Israel alles sehr teuer ist.
Hier ein paar Tips fuer diverse Programme:
http://www.mahal2000.com/ Das freiwilligen Armee - Programm. Kostenlos.
http://www.aish.com/ Orthodoxe Yeshiva in der Jerusalemer Altstadt. Englisch u. Hebrae. Die meisten Schueler sind aus dem USA, doch es gibt ab und zu ein paar Deutsche. Nur fuer maennl. Bewerber. Bewerber koennen Stipendien erhalten, was sehr sehr haeufig vorkommt.
http://www.nishmat.net/ Orthodoxe Frauen - Yeshiva, hohes Niveau und tolle Leute. Fuer Talmud - Studien. Engl. - sprachig. Man kann einen kostenlosen Aufenthalt aushandeln.
http://www.jerusalemfellowships.org/fellows2_hires.htm Sehr gutes mehrwoechiges Programm und kostet was.
http://www.birthrightisrael.org/bin/en.jsp?enPage=HomePage Stuerzt euch in Birthright (Taglit auf Hebrae.). Fuer alle, die juenger als 26 Jahre alt sind und juedisch. Absolut kostenlos und 5 Sterne Hotels.
http://www.isralight.org/html/Israel.htm Tolles Programm mit Rabbi David Aaron. In Englisch und kostet einiges. Leider.
http://www.jewishagency.org/JewishAgency/English/delegations/Israel+Program+Center Hier gibts viele Angebote von der Jewish Agency. Lohnt sich reinzuschauen.
Nicht alles muss immer riesig Geld kosten und einige Zeit in Israel zu verbringen, sei es nun ein Jahr oder weniger lohnt sich immer. Fuer die Mehrheit ist dies der erste Schritt zu entscheiden, Aliyah zu machen oder nicht.
Wer mehr Infos vor allem ueber Jerusalem moechte, kann mir schreiben. Zu diesem Thema hatte ich kuerzlich schon einmal einen Beitrag geschrieben. Aus relig. Sicht:
http://hamantaschen.blogspot.com/2006/11/judentum-lernen-in-jerusalem-warum.html
Fuer viele stellt sich vielleicht ab und an einmal die Frage, nicht einmal 1 Jahr in Israel bzw. Jerusalem zu verbringen und das Land nicht nur von der Touristenseite zu sehen.
Wer an laengere Israelaufenthalte denkt, dem faellt sofort der Kibbutz ein. Etwas arbeiten, Taschengeld, freie Unterkunft und Essen....Und nach ein paar Wochen verfaellt man dann gewoehnlich in die Kibbutzroutine.
Warum also nicht in einer Stadt leben und Israel richtig kennenlernen ? Diese Variante ist sehr teuer und fuer viele dann unerschwinglich. Job suchen und finden ist auch nicht mehr so einfach. Ausserdem rueckt die Auslaenderpolizei immer sofort an, was fatale rechtliche Folgen haben kann.
Also, wie stelle ich es am besten an, dass ich in einer Stadt leben kann ohne allzu viel Geld ausgeben zu muessen ? Gute Frage, wo doch in Israel alles sehr teuer ist.
Hier ein paar Tips fuer diverse Programme:
http://www.mahal2000.com/ Das freiwilligen Armee - Programm. Kostenlos.
http://www.aish.com/ Orthodoxe Yeshiva in der Jerusalemer Altstadt. Englisch u. Hebrae. Die meisten Schueler sind aus dem USA, doch es gibt ab und zu ein paar Deutsche. Nur fuer maennl. Bewerber. Bewerber koennen Stipendien erhalten, was sehr sehr haeufig vorkommt.
http://www.nishmat.net/ Orthodoxe Frauen - Yeshiva, hohes Niveau und tolle Leute. Fuer Talmud - Studien. Engl. - sprachig. Man kann einen kostenlosen Aufenthalt aushandeln.
http://www.jerusalemfellowships.org/fellows2_hires.htm Sehr gutes mehrwoechiges Programm und kostet was.
http://www.birthrightisrael.org/bin/en.jsp?enPage=HomePage Stuerzt euch in Birthright (Taglit auf Hebrae.). Fuer alle, die juenger als 26 Jahre alt sind und juedisch. Absolut kostenlos und 5 Sterne Hotels.
http://www.isralight.org/html/Israel.htm Tolles Programm mit Rabbi David Aaron. In Englisch und kostet einiges. Leider.
http://www.jewishagency.org/JewishAgency/English/delegations/Israel+Program+Center Hier gibts viele Angebote von der Jewish Agency. Lohnt sich reinzuschauen.
Nicht alles muss immer riesig Geld kosten und einige Zeit in Israel zu verbringen, sei es nun ein Jahr oder weniger lohnt sich immer. Fuer die Mehrheit ist dies der erste Schritt zu entscheiden, Aliyah zu machen oder nicht.
Wer mehr Infos vor allem ueber Jerusalem moechte, kann mir schreiben. Zu diesem Thema hatte ich kuerzlich schon einmal einen Beitrag geschrieben. Aus relig. Sicht:
http://hamantaschen.blogspot.com/2006/11/judentum-lernen-in-jerusalem-warum.html
Freitag, Dezember 08, 2006
Giur, und dann ?
B"H
Angeregt auf dieses Thema etwas naeher einzugehen hat mich ein Ereignis am letzten Shabbat bei einem Rabbi.
Dort verkuendete eine frisch konvertierte Englaenderin freudestrahlend, dass sie ihren ersten Geburtstag gefeiert haette. Wie was, erster Geburtstag ?
Vor einem Jahr war sie konvertiert und nun feiert sie jedes Jahr ihren Mikwegang nach der Konversion. Ihr Giur war sehr problematisch vor dem Beit Din und vielleicht hat sie deshalb allen Grund zum Feiern. Glaubte doch niemand mehr so recht an ihren Giur, aber sie schaffte es doch noch.
In vielen Foren oder Websites lesen wir von Leuten die Giur, sprich zum Judentum konvertieren, wollen. Sie fragen nach Rat um in entsprechende Kurse zu kommen. Doch wie schaut eigentlich die Situation nach dem Giur aus ?
Machen sich diese Leute wirklich Gedanken darueber ? Oder ist alles schon klar waehrend des Giur - Prozesses ?
In Israel gibt es nicht unbedingt Gemeinden wie in Deutschland. Hier geht jeder halt in irgendeine Synagoge wo er dann irgendwann dazugehoert. Ohne Formalitaeten.
Finden Leute waehrend des Giur wirklich schon ihre Dazugehoerigkeit ? Wo wollen sie hin ? Nationalreligioes, haredisch oder gar chassidisch werden ?
Ich kenne viele Leute die Giur machten um in Israel bleiben zu koennen. Manche wurde sogar spaeter noch richtig religioes.
Bisher hat jeder irgendwie seine Schiene gefunden. Jerusalem macht es einem da einfach. Es gibt fuer jeden Geschmack etwas.
Besonders gern werden die Konvertiten bei den Sepharadim aufgenommen. Dort gibt es mehr Akzeptanz und weniger Vorurteile als bei Ashkenazim. Doch wenden sich die meisten den Ashkenazim zu. Wohl auch der Mentalitaet wegen.
Allerdings ist mir zuvor noch nie jemand begegnet wie diese Englaenderin, die einen wahren Kult aus ihrer Konversion macht. Irgendwie geht doch das Leben auch weiter und jeder sollte aus seiner Konversion das beste daraus machen.
Mit dem Thema Giur befasst sich auch der mittendrin - blog. http://mittendrin.wordpress.com/2006/11/19/giur-der-uebertritt-zum-judentum-in-deutschen-webforen-2/
Angeregt auf dieses Thema etwas naeher einzugehen hat mich ein Ereignis am letzten Shabbat bei einem Rabbi.
Dort verkuendete eine frisch konvertierte Englaenderin freudestrahlend, dass sie ihren ersten Geburtstag gefeiert haette. Wie was, erster Geburtstag ?
Vor einem Jahr war sie konvertiert und nun feiert sie jedes Jahr ihren Mikwegang nach der Konversion. Ihr Giur war sehr problematisch vor dem Beit Din und vielleicht hat sie deshalb allen Grund zum Feiern. Glaubte doch niemand mehr so recht an ihren Giur, aber sie schaffte es doch noch.
In vielen Foren oder Websites lesen wir von Leuten die Giur, sprich zum Judentum konvertieren, wollen. Sie fragen nach Rat um in entsprechende Kurse zu kommen. Doch wie schaut eigentlich die Situation nach dem Giur aus ?
Machen sich diese Leute wirklich Gedanken darueber ? Oder ist alles schon klar waehrend des Giur - Prozesses ?
In Israel gibt es nicht unbedingt Gemeinden wie in Deutschland. Hier geht jeder halt in irgendeine Synagoge wo er dann irgendwann dazugehoert. Ohne Formalitaeten.
Finden Leute waehrend des Giur wirklich schon ihre Dazugehoerigkeit ? Wo wollen sie hin ? Nationalreligioes, haredisch oder gar chassidisch werden ?
Ich kenne viele Leute die Giur machten um in Israel bleiben zu koennen. Manche wurde sogar spaeter noch richtig religioes.
Bisher hat jeder irgendwie seine Schiene gefunden. Jerusalem macht es einem da einfach. Es gibt fuer jeden Geschmack etwas.
Besonders gern werden die Konvertiten bei den Sepharadim aufgenommen. Dort gibt es mehr Akzeptanz und weniger Vorurteile als bei Ashkenazim. Doch wenden sich die meisten den Ashkenazim zu. Wohl auch der Mentalitaet wegen.
Allerdings ist mir zuvor noch nie jemand begegnet wie diese Englaenderin, die einen wahren Kult aus ihrer Konversion macht. Irgendwie geht doch das Leben auch weiter und jeder sollte aus seiner Konversion das beste daraus machen.
Mit dem Thema Giur befasst sich auch der mittendrin - blog. http://mittendrin.wordpress.com/2006/11/19/giur-der-uebertritt-zum-judentum-in-deutschen-webforen-2/
Labels:
Giur
The Meaning of Dreams in Judaism
B"H
The month of Kislev is the month of dreams and sleep. One of the reasons is that we read a few Torah Parashot dealing with dreams during that time. One of those Parashot is Vayetze dealing with Yosef's dream about the ladder.
What do dreams tell us and what is the Jewish response ?
There is a very important difference between dreams and prophecies, the prophets used to have. Although the Gemara in Masechet Berachot 57b teaches that dreams are one sixtieth of prophecy, the whole subject is to be considered very carefully. Not everybody dreaming is a prophet.
Every night, we ask G-d in the Bed - Time - Shema to save us from nightmares. Rabbi Elie Munk explains that we should not be bothered by our ideas and fantasies which we have during the day (World of Prayer).
There are many discussion about dreams in the Talmud Masechet Berachot. Rabbi Shmuel ben Nachmani says in the name of Rabbi Yochanan: We only see in our dreams what we have thought or experienced during the day (55b).
Psychology agrees to that; in dreams we see things which remained in our subconscious.
According to the Gemara in Berachot (55a), dream interpretation is very important. Already at Temple times, people went to dream interpreters. Rabbi Chisda said that an uninterpreted dream is like an unread letter.
Rabbi Chisda continues: A bad dream is better than a good dream. Rashi explains that a bad dream or nightmare might have the power that people repent. Already the Baraita teaches that King David never had a good dream during his life. This is the reason why he made his decisions very carefully.
According to the Maharsha there are dreams with symbols. A house, a cup, a cabbage, an apple etc. Such things usually stand for different events which need interpretation.
It says in the Zohar that our souls (neshamot) leave our bodies at night and go up to G-d. While we are asleep. While they are going up, they go through different stages which can influence them positively or negatively. And not always reach our neshamot the highest level, hence G-d.
Many times they just stop in the middle and return into our bodies. It happens very often that those neshamot were negatively influenced on their way and now back in our bodies, they are causing us nightmares.
As soon as our soul leaves the body while sleeping, the body is halachically considered as a dead body. For this reason we wash our hands in the mornings when we are getting up. To get rid of the impurity. Chassidim even go a step further: They always have bowls full of water standing next to their beds in order to wash their hands right after getting up.
I wish all of you a great sleep without any nightmares.
________________________________
Rashi: Rabbi Shlomo Yitzchaki, 1040 - 1105. Famous Talmud and Torah commentator. Lived in France.
Maharsha: Rabbi Samuel Eidels, 1555 - 1631, Famous Talmud commentator. Born in Krakow / Poland. His mother Gitel was a cousin of the Maharal of Prague.
The month of Kislev is the month of dreams and sleep. One of the reasons is that we read a few Torah Parashot dealing with dreams during that time. One of those Parashot is Vayetze dealing with Yosef's dream about the ladder.
What do dreams tell us and what is the Jewish response ?
There is a very important difference between dreams and prophecies, the prophets used to have. Although the Gemara in Masechet Berachot 57b teaches that dreams are one sixtieth of prophecy, the whole subject is to be considered very carefully. Not everybody dreaming is a prophet.
Every night, we ask G-d in the Bed - Time - Shema to save us from nightmares. Rabbi Elie Munk explains that we should not be bothered by our ideas and fantasies which we have during the day (World of Prayer).
There are many discussion about dreams in the Talmud Masechet Berachot. Rabbi Shmuel ben Nachmani says in the name of Rabbi Yochanan: We only see in our dreams what we have thought or experienced during the day (55b).
Psychology agrees to that; in dreams we see things which remained in our subconscious.
According to the Gemara in Berachot (55a), dream interpretation is very important. Already at Temple times, people went to dream interpreters. Rabbi Chisda said that an uninterpreted dream is like an unread letter.
Rabbi Chisda continues: A bad dream is better than a good dream. Rashi explains that a bad dream or nightmare might have the power that people repent. Already the Baraita teaches that King David never had a good dream during his life. This is the reason why he made his decisions very carefully.
According to the Maharsha there are dreams with symbols. A house, a cup, a cabbage, an apple etc. Such things usually stand for different events which need interpretation.
It says in the Zohar that our souls (neshamot) leave our bodies at night and go up to G-d. While we are asleep. While they are going up, they go through different stages which can influence them positively or negatively. And not always reach our neshamot the highest level, hence G-d.
Many times they just stop in the middle and return into our bodies. It happens very often that those neshamot were negatively influenced on their way and now back in our bodies, they are causing us nightmares.
As soon as our soul leaves the body while sleeping, the body is halachically considered as a dead body. For this reason we wash our hands in the mornings when we are getting up. To get rid of the impurity. Chassidim even go a step further: They always have bowls full of water standing next to their beds in order to wash their hands right after getting up.
I wish all of you a great sleep without any nightmares.
________________________________
Rashi: Rabbi Shlomo Yitzchaki, 1040 - 1105. Famous Talmud and Torah commentator. Lived in France.
Maharsha: Rabbi Samuel Eidels, 1555 - 1631, Famous Talmud commentator. Born in Krakow / Poland. His mother Gitel was a cousin of the Maharal of Prague.
A Story from the Arizal
B"H
The wife of Rabbi Mordechai Machlis, Rabbanit Henny Machlis, very much likes to tell the following story on Shabbat:
It was at the time of the Arizal (Rabbi Yitzchak Luria) in Safed.
There was a certain poor couple which one day decided to give G-d a present. They were thinking and thinking what they could give to G-d. Eventually they came to the conclusion to bake Lechem HaPanim (the shewbread from the Temple).
On a Friday morning they started to bake the Lechem HaPanim. They were singing and dancing through the kitchen, and their house was full of joy. An hour before Shabbat, the man of the couple went to the synagogue and put the Lechem HaPanim into the Aron HaKodesh. The couple hoped that G-d would accept their present for Shabbat.
A little later, the rabbi of the synagogue found the Lechem HaPanim in the Aron and thought: Who could have been so crazy to put Shabbat challot into the Aron HaKodesh.
Finally he took the challot home.
In the middle of the night, the man of the couple came back to the synagogue, checked the Aron and saw that the bread was gone. Happily he went home and told his wife that G-d had accepted their present.
From now on they did so every Friday. The house was full of joy and they were dancing around the kitchen table. And every Friday, the rabbi was wondering who had put the bread into the Aron. Until one Friday he decided to hide in the synagogue and see what is going on.
That's what he did and after a while he saw the man putting the Lechem HaPanim into the Aron. The rabbi jumped unto the man and said: What are you doing here?
The man replied that him and his wife backed the Lechem HaPanim as a Shabbat present for G-d.
You fool, replied the rabbi. Do you really think that G-d needs you presents ? Go home and take your challot with you.
Disappointed and broken came the man home to his wife and told her what had happened. They started crying.
A few days later, the Arizal came to the rabbi and told him that there was a decree in the heavenly court. The rabbi will die within a few days.
Why ? asked the rabbi the Arizal.
The Arizal answered: When the couple baked the Lechem HaPanim, there was so much joy in the upper worlds which had never been since the Temple was destroyed. And you just destroyed the couple's joy. That's why the heavenly court made its decision.
It is not known if the rabbi really died later on or if his Teshuva was accepted.
The wife of Rabbi Mordechai Machlis, Rabbanit Henny Machlis, very much likes to tell the following story on Shabbat:
It was at the time of the Arizal (Rabbi Yitzchak Luria) in Safed.
There was a certain poor couple which one day decided to give G-d a present. They were thinking and thinking what they could give to G-d. Eventually they came to the conclusion to bake Lechem HaPanim (the shewbread from the Temple).
On a Friday morning they started to bake the Lechem HaPanim. They were singing and dancing through the kitchen, and their house was full of joy. An hour before Shabbat, the man of the couple went to the synagogue and put the Lechem HaPanim into the Aron HaKodesh. The couple hoped that G-d would accept their present for Shabbat.
A little later, the rabbi of the synagogue found the Lechem HaPanim in the Aron and thought: Who could have been so crazy to put Shabbat challot into the Aron HaKodesh.
Finally he took the challot home.
In the middle of the night, the man of the couple came back to the synagogue, checked the Aron and saw that the bread was gone. Happily he went home and told his wife that G-d had accepted their present.
From now on they did so every Friday. The house was full of joy and they were dancing around the kitchen table. And every Friday, the rabbi was wondering who had put the bread into the Aron. Until one Friday he decided to hide in the synagogue and see what is going on.
That's what he did and after a while he saw the man putting the Lechem HaPanim into the Aron. The rabbi jumped unto the man and said: What are you doing here?
The man replied that him and his wife backed the Lechem HaPanim as a Shabbat present for G-d.
You fool, replied the rabbi. Do you really think that G-d needs you presents ? Go home and take your challot with you.
Disappointed and broken came the man home to his wife and told her what had happened. They started crying.
A few days later, the Arizal came to the rabbi and told him that there was a decree in the heavenly court. The rabbi will die within a few days.
Why ? asked the rabbi the Arizal.
The Arizal answered: When the couple baked the Lechem HaPanim, there was so much joy in the upper worlds which had never been since the Temple was destroyed. And you just destroyed the couple's joy. That's why the heavenly court made its decision.
It is not known if the rabbi really died later on or if his Teshuva was accepted.
Looking for Baal Shem Tov - Story
B"H
Maybe someone here can help me finding a certain story from the Baal Shem Tov. I read this story many years ago on the Internet. Probably on a Chabad or Breslov site. I do not know the name of the story and only a few details.
Basically the story is about the Baal Shem Tov sending someone to a certain place and on his way he comes to an island or village. There the man helps the king who, in return, promises him that all the Jews can come to live in his village / island. The man goes back to the Baal Shem Tov who refuses to move there due to missing sparks.
I am looking for the exact name and context of the story.
Miriam
Maybe someone here can help me finding a certain story from the Baal Shem Tov. I read this story many years ago on the Internet. Probably on a Chabad or Breslov site. I do not know the name of the story and only a few details.
Basically the story is about the Baal Shem Tov sending someone to a certain place and on his way he comes to an island or village. There the man helps the king who, in return, promises him that all the Jews can come to live in his village / island. The man goes back to the Baal Shem Tov who refuses to move there due to missing sparks.
I am looking for the exact name and context of the story.
Miriam
More English
B"H
Due to several complaints, I decided to write much more in English. Additionally, I will translate "The Meaning of Dreams in Judaism" into English, as requested.
Shabbat Shalom,
Miriam
Due to several complaints, I decided to write much more in English. Additionally, I will translate "The Meaning of Dreams in Judaism" into English, as requested.
Shabbat Shalom,
Miriam
Donnerstag, Dezember 07, 2006
Insights fuer Chanukkah
B"H
In diesem Jahr feiern wir Chanukkah vom abend des 15. Dezember bis zum 23. Dezember 2006. Laut dem juedischen Kalender wird Chanukkah acht Tage lang vom 25 Kislev bis zum 2 oder 3 Tevet gefeiert. Es ist kein biblisches, sondern ein rabbinisch verankertes Fest, festgelegt von den Sanhedrin. Das erste Mal wurde Chanukkah schon ein Jahr nach dem tatsaechlichen Geschehen gefeiert.
In diesem Beitrag gehe ich nicht unbedingt auf die historischen Ereignisse ein, sondern vielmehr auf die Halachot, Braeuche und chassidische Traditionen.
Ziel der griechischen Besatzung war es, die juedische Religion auszuloeschen. Das Thoralernen, der Shabbat und Beschneidungen waren gesetzlich verboten. Mit dem Aufstand der Makkabaer (Mattetiahu, der Vater Yehuda Makkabis, war Cohen HaGadol - Hohepriester) fanden die Juden zur Spiritualitaet zurueck. Die Griechen waren auf Materialismus und Schoenheit bedacht, doch die Juden wollten ihre Religion erhalten.
Es war nicht nur ein Aufstand gegen die Besatzung, sondern vielmehr ein spiritueller Kampf und ebenso ein Kampf ums Ueberleben. Der Kampf zwischen der Seele und dem Materialismus.
Im Chassidismus stehen die Chanukkah - Kerzen fuer die Seele der Menschen. Auch wird das Licht selbst als das "verborgene Licht" gesehen, welches G-tt am ersten Tag erschuf und welches in der Zeit des Meschiach zurueck kommt (Bnei Issachar).
Die acht Tage des Chanukkah - Festes finden zeitlich betrachtet in unserer Welt statt, doch fuer G-tt existiert keine Zeit. Fuer Ihn ist das Wunder zeitlos.
Die acht Tage sind fuer uns eine spirituelle Reise des Koerpers und der Seele. Essen, Kerzen und die Historie stehen fuer den Koerper und Meditation, Freude, Waerme und Licht fuer die Seele.
Der Aufstand zeigt uns, dass wir niemals die Hoffnung aufgeben duerfen, da Juden die spirituelle Kraft haben, etwas zu bewirken. G-tt kann zu jeder Zeit die Natur ueberwinden und ein Wunder bewirken.
Halachot und Braeuche
1. Dieses Mal faellt die erste Kerze auf einen Freitag abend, Shabbat. Die Chanukkah - Kerzen werden vor den Shabbat - Kerzen gezuendet.
2. Am ersten Abend werden vor dem Anzuenden drei Segen gesagt, an den weiteren Abenden nur zwei. Siehe Siddur.
3. Gezuendet werden die Kerzen mit dem Shamash, der Kerze hinter allen anderen (der 9. Kerze). Zuerst den Shamash anzuenden und dann von links nach rechts jede neu dazugekommene Kerze zuenden. Immer die neue Kerze zuerst.
Bei Oelkerzen sollte der Shamash eine Wachskerze sein.
4. Die Chanukkiah sollte am Fenster oder neben bzw. vor der Haustuer plaziert werden. Lefarsem et HaNes - das Wunder verkuenden.
5. Es ist verboten das Chanukkah - Licht fuer andere Zwecke zu verwenden (z.B. lesen).
Es gibt einen Brauch die Psalmen 30, 67 und 91 zu sagen, waehrend die Kerzen brennen. Laut Baal Shem Tov wird Psalm 91 sieben Mal gesagt.
6. An Chanukkah ist es verboten zu fasten. Es ist keine Pflicht, aber man kann ein Chanukkah - Essen daheim machen. Bei Chassidim ist dies sehr populaer.
7. Es ist eine Mitzwa, die Kerzen zu zuenden und jeder im Haushalt sollte seine eigenen Kerzen anzuenden. Ein Licht taeglich waere halachisch genug.
Waehrend des 2. Tempels gab es einen Streit zwischen Hillel und Shammai. Laut Shammai sollten am ersten Abend acht Kerzen brennen und dann jeden Tag eine weniger. Wir folgen der Meinung Hillels, der sagte, dass am ersten Tag eine Kerze gezuendet wird und danach taeglich eine weitere hinzugefuegt wird.
8. Gewoehnlich wird nach dem Lichterzuenden MAOZ ZUR gesungen.
9. Das traditionelle Essen sind Sufganiot, Latkes (Kartoffelpuffer) und auch Kaese. Der Kaese geht auf die Geschichte mit Judith zurueck, die Koenig Eliporni toetete, indem sie ihm Kaese zu essen gab, er durstig wurde, Wein trank und betrunken wurde.
Sufganiot und Latkes werden gegessen, da sie viel Oel enthalten und Oel das Wunder representiert.
10. Im Birkat HaMazon fuegen wir das Gebet "Al HaNissim" ein.
11. Es ist Brauch den Kindern Chanukkah - Geld zu geben.
12. Auch spielen viele mit dem Kreisel - Dreidel (hebrae. Sevivon). Auf dem Dreidel steht auf jeder der vier Seiten ein Buchstabe:
Nes Gadol Haiya Po - Ein grosses Wunder war hier (auf israel. Dreideln).
Nes Gadol Haiya Sham - Ein grosses Wunder war dort (auf auslaend. Dreideln).
Fuer Chassidim hat das Dreidelspiel eine innere Bedeutung, was ich einmal auf einer Chanukkah - Party der Breslover Chassidim lernte. Die vier Seiten mit den Buchstaben weisen auf die vier Koenigreiche Babylon, Griechenland, Persien und Rom hin. In der Zukunft werden diese Koenigreiche verschwinden, doch Israel wird fortbestehen (Bnei Issachar).
Ich wuensche allen Chanukkah - Sameach und ein froehliches Fest.
In diesem Jahr feiern wir Chanukkah vom abend des 15. Dezember bis zum 23. Dezember 2006. Laut dem juedischen Kalender wird Chanukkah acht Tage lang vom 25 Kislev bis zum 2 oder 3 Tevet gefeiert. Es ist kein biblisches, sondern ein rabbinisch verankertes Fest, festgelegt von den Sanhedrin. Das erste Mal wurde Chanukkah schon ein Jahr nach dem tatsaechlichen Geschehen gefeiert.
In diesem Beitrag gehe ich nicht unbedingt auf die historischen Ereignisse ein, sondern vielmehr auf die Halachot, Braeuche und chassidische Traditionen.
Ziel der griechischen Besatzung war es, die juedische Religion auszuloeschen. Das Thoralernen, der Shabbat und Beschneidungen waren gesetzlich verboten. Mit dem Aufstand der Makkabaer (Mattetiahu, der Vater Yehuda Makkabis, war Cohen HaGadol - Hohepriester) fanden die Juden zur Spiritualitaet zurueck. Die Griechen waren auf Materialismus und Schoenheit bedacht, doch die Juden wollten ihre Religion erhalten.
Es war nicht nur ein Aufstand gegen die Besatzung, sondern vielmehr ein spiritueller Kampf und ebenso ein Kampf ums Ueberleben. Der Kampf zwischen der Seele und dem Materialismus.
Im Chassidismus stehen die Chanukkah - Kerzen fuer die Seele der Menschen. Auch wird das Licht selbst als das "verborgene Licht" gesehen, welches G-tt am ersten Tag erschuf und welches in der Zeit des Meschiach zurueck kommt (Bnei Issachar).
Die acht Tage des Chanukkah - Festes finden zeitlich betrachtet in unserer Welt statt, doch fuer G-tt existiert keine Zeit. Fuer Ihn ist das Wunder zeitlos.
Die acht Tage sind fuer uns eine spirituelle Reise des Koerpers und der Seele. Essen, Kerzen und die Historie stehen fuer den Koerper und Meditation, Freude, Waerme und Licht fuer die Seele.
Der Aufstand zeigt uns, dass wir niemals die Hoffnung aufgeben duerfen, da Juden die spirituelle Kraft haben, etwas zu bewirken. G-tt kann zu jeder Zeit die Natur ueberwinden und ein Wunder bewirken.
Halachot und Braeuche
1. Dieses Mal faellt die erste Kerze auf einen Freitag abend, Shabbat. Die Chanukkah - Kerzen werden vor den Shabbat - Kerzen gezuendet.
2. Am ersten Abend werden vor dem Anzuenden drei Segen gesagt, an den weiteren Abenden nur zwei. Siehe Siddur.
3. Gezuendet werden die Kerzen mit dem Shamash, der Kerze hinter allen anderen (der 9. Kerze). Zuerst den Shamash anzuenden und dann von links nach rechts jede neu dazugekommene Kerze zuenden. Immer die neue Kerze zuerst.
Bei Oelkerzen sollte der Shamash eine Wachskerze sein.
4. Die Chanukkiah sollte am Fenster oder neben bzw. vor der Haustuer plaziert werden. Lefarsem et HaNes - das Wunder verkuenden.
5. Es ist verboten das Chanukkah - Licht fuer andere Zwecke zu verwenden (z.B. lesen).
Es gibt einen Brauch die Psalmen 30, 67 und 91 zu sagen, waehrend die Kerzen brennen. Laut Baal Shem Tov wird Psalm 91 sieben Mal gesagt.
6. An Chanukkah ist es verboten zu fasten. Es ist keine Pflicht, aber man kann ein Chanukkah - Essen daheim machen. Bei Chassidim ist dies sehr populaer.
7. Es ist eine Mitzwa, die Kerzen zu zuenden und jeder im Haushalt sollte seine eigenen Kerzen anzuenden. Ein Licht taeglich waere halachisch genug.
Waehrend des 2. Tempels gab es einen Streit zwischen Hillel und Shammai. Laut Shammai sollten am ersten Abend acht Kerzen brennen und dann jeden Tag eine weniger. Wir folgen der Meinung Hillels, der sagte, dass am ersten Tag eine Kerze gezuendet wird und danach taeglich eine weitere hinzugefuegt wird.
8. Gewoehnlich wird nach dem Lichterzuenden MAOZ ZUR gesungen.
9. Das traditionelle Essen sind Sufganiot, Latkes (Kartoffelpuffer) und auch Kaese. Der Kaese geht auf die Geschichte mit Judith zurueck, die Koenig Eliporni toetete, indem sie ihm Kaese zu essen gab, er durstig wurde, Wein trank und betrunken wurde.
Sufganiot und Latkes werden gegessen, da sie viel Oel enthalten und Oel das Wunder representiert.
10. Im Birkat HaMazon fuegen wir das Gebet "Al HaNissim" ein.
11. Es ist Brauch den Kindern Chanukkah - Geld zu geben.
12. Auch spielen viele mit dem Kreisel - Dreidel (hebrae. Sevivon). Auf dem Dreidel steht auf jeder der vier Seiten ein Buchstabe:
Nes Gadol Haiya Po - Ein grosses Wunder war hier (auf israel. Dreideln).
Nes Gadol Haiya Sham - Ein grosses Wunder war dort (auf auslaend. Dreideln).
Fuer Chassidim hat das Dreidelspiel eine innere Bedeutung, was ich einmal auf einer Chanukkah - Party der Breslover Chassidim lernte. Die vier Seiten mit den Buchstaben weisen auf die vier Koenigreiche Babylon, Griechenland, Persien und Rom hin. In der Zukunft werden diese Koenigreiche verschwinden, doch Israel wird fortbestehen (Bnei Issachar).
Ich wuensche allen Chanukkah - Sameach und ein froehliches Fest.
Labels:
Feiertage
Parashat Vayishlach
B"H
Die Thoralesung fuer diesen Shabbat
Yaakov und seine Familie hatten Lavan verlassen und waren auf dem Weg zurueck nach Eretz Israel. Doch auf der Reise mussten sie durch das Land seines Bruders Esav reisen und dieser hasste Yaakov noch immer.
In der Thora lesen wir, dass Yaakov Engel zu Esav sandte, doch diese kamen gleich wieder zurueck mit der Nachricht, das Esav mit 400 Mann dem Yaakov entgegenritt.
Yaakov befuerchtete das Schlimmste fuer seine Familie und sich. Bei einer Konfrontation mit Esav waere er gezwungen diesen vielleicht zu toeten und genau das wollte er seinem Vater Yitzchak nicht antun (Siftei Chachamim).
Laut Rashi bereitete sich Yaakov auf dreierlei Art und Weise auf das Zusammentreffen mit Esav vor:
1. Auf einen Krieg, weshalb er seine Familie und die Viehherde in zwei Lager aufteilte.
2. Er wollte Esav beschenken.
3. Er betete.
Der Ishbitzer Rebbe sagt, dass wir auch in den aussichtslosesten Situationen niemals die Hoffnung aufgeben duerfen. Dieses lernen wir hier von Yaakov.
Gebete die von Herzen kommen und welche wir in Zeiten sagen, in denen wir verzweifeln oder aufgeben wollen, kommen vor G-tt und haben die Macht Tore zu oeffnen. Im Talmud Traktat Berachot 32b heisst es dazu das seit der Tempelzerstoerung unsere Gebet nicht mehr wie zuvor erhoert werden, doch nichtsdestotrotz, Traenen haben nach wie vor die Macht, Tore zu oeffnen. Laut Rabbi Soloveitchik hat selbst Rabbi Yehuda HaNasi immer gebetet und Thora gelernt bevor er zum roemischen Stadthalter ging.
Eine andere Meinung vertritt hier Rabbi Moshe Feinstein, der sagt, dass Yaakov betete das Esav es sich auf dem Weg vielleicht anders ueberlegt und wieder religioes wird. In anderen Worten, dass er sich zu G-tt bekennt.
Beten fuer die Boesen. Zu diesem Thema finden wir eine sehr beruehmte Story im Talmud Traktat Berachot 10a: Rabbi Meir hatte viele boese Nachbarn und betete, dass diese sterben sollen. Seine Frau Beruria dagegen sagte, dass man lieber beten solle, dass aus den boesen gute Menschen werden.
Weiter erzaehlt uns die Thora, dass Yaakov mitten in der Nacht seine Familie ueber den Fluss Jabbok schickte. Unterwegs bemerkte er, dass er ein paar kleine Gefaesse vergessen hatte und kehrte zurueck (siehe auch die Gemara im Talmud Traktat Chullin 91a). Ploetzlich trifft Yaakov auf einen Mann mit dem er bis zum Morgengrauen kaempft. Eine etwas seltsame Geschichte. Er ringt mit einem Mann und als der Mann sah, dass er Yaakov nicht bewingen kann, verletzte er ihn an der Huefte. Dann forderte der Mann, dass Yaakov ihn fortschickt, doch Yaakov will einen Segen von ihm. Der Mann fragt Yaakov nach seinem Namen und gibt ihm gleich einen zweiten dazu: Israel. Nun will Yaakov den Namen des Mannes wissen, doch der segnet ihn.
Die Geschichte klingt fast schizophren: Zwei Leute kaempfen miteinander. Der eine wird verletzt, der andere will gehen, doch der Verletzte will einen Segen usw.
Der Abarbanel sieht das Ereignis als eine Prophezeihung, heisst Yaakov traeumte. Der Ramban aber widerspricht dieser Erklaerung. Kommentatoren und der Talmud Chullin sehen den Mann als Engel. Yaakov kaempfte mit dem Schutzengel Esavs (Midrash Rabbah). Diese Kampf representiert den Kampf, den das juedische Volk gegen die Nachfahren Esavs und dessen Verwandten Ishmael fuehrt.
Wie schon erwaehnt, wurde Yaakov an der Huefte verletzt. Genau gesagt wurde er an der Gid HaNashe, dem Ischias - oder Hueftnerv, verletzt.
Daher kommt das Verbot fuer Juden keine Gid HaNashe zu essen.Bei koscherem Fleisch ist die Gid HaNashe entfernt.
Die Mishna im Talmud Traktat Chullin 89 b lehrt, dass das Verbot, keine Gid HaNashe zu essen, sowohl in Israel als auch im Ausland gilt. In den Zeiten des Tempels und ohne Tempel (siehe auch Shulchen Aruch - Yoreh Deah 65 und Mishna Thora - Kedusha 87:8).
Diese Thoralesung zeigt uns, dass G-tt alles, was unseren Vorvaetern mit Esav passierte, uns bis heute verfolgt. Doch sowie Yaakov im Morgengrauen die Sonne aufgehen sah und der Engel gehen wollte, genauso werden wir die Sonne sehen, wenn der Meschiach kommt (u.a. Ramban).
Shabbat Shalom
____________________________
Rashi: Rabbi Shlomo Yitzchaki, 1040 - 1105. Lebte in Frankreich und war einer der beruehmtesten Talmud - u. Thora - Kommentatoren.
Ishbitzer Rebbe: Rabbi Mordechai Yosef Leiner von Izbica (Ishbitz / Polen), 1804 - 1854, chassidischer Rabbiner
Rabbi Yosef Dov Soloveitchik: geboren 1903 in Russland, verstorben 1993 in Boston. Amerik. orthod. Rabbiner, Talmudist und moderner jued. Philosoph.
Rabbi Moshe Feinstein: geboren 1895 in Russland, verstorben 1986 in New York. Litauer (Midnaged) orthodoxer Rabbiner und Gelehrter, Experte in Halacha (jued. Gesetz).
Abarbanel: Rabbi Yitzchak Abarbanel. Geboren 1437 in Lissabon und verstorben 1508 in Neapel. Er kam aus gutem Haus, dessen Vorfahren bis ins Haus Koenig Davids zurueckgehen. Staatsmann, Kabbalist und Thora - Gelehrter.
Ramban: Rabbi Moshe ben Nachman (Nachmanides). 1194 - 1270, halachische Authoritaet. Seit 1267 lebte er in Israel und liess die juedische Gemeinde von Jerusalem wieder aufleben.
Die Thoralesung fuer diesen Shabbat
Yaakov und seine Familie hatten Lavan verlassen und waren auf dem Weg zurueck nach Eretz Israel. Doch auf der Reise mussten sie durch das Land seines Bruders Esav reisen und dieser hasste Yaakov noch immer.
In der Thora lesen wir, dass Yaakov Engel zu Esav sandte, doch diese kamen gleich wieder zurueck mit der Nachricht, das Esav mit 400 Mann dem Yaakov entgegenritt.
Yaakov befuerchtete das Schlimmste fuer seine Familie und sich. Bei einer Konfrontation mit Esav waere er gezwungen diesen vielleicht zu toeten und genau das wollte er seinem Vater Yitzchak nicht antun (Siftei Chachamim).
Laut Rashi bereitete sich Yaakov auf dreierlei Art und Weise auf das Zusammentreffen mit Esav vor:
1. Auf einen Krieg, weshalb er seine Familie und die Viehherde in zwei Lager aufteilte.
2. Er wollte Esav beschenken.
3. Er betete.
Der Ishbitzer Rebbe sagt, dass wir auch in den aussichtslosesten Situationen niemals die Hoffnung aufgeben duerfen. Dieses lernen wir hier von Yaakov.
Gebete die von Herzen kommen und welche wir in Zeiten sagen, in denen wir verzweifeln oder aufgeben wollen, kommen vor G-tt und haben die Macht Tore zu oeffnen. Im Talmud Traktat Berachot 32b heisst es dazu das seit der Tempelzerstoerung unsere Gebet nicht mehr wie zuvor erhoert werden, doch nichtsdestotrotz, Traenen haben nach wie vor die Macht, Tore zu oeffnen. Laut Rabbi Soloveitchik hat selbst Rabbi Yehuda HaNasi immer gebetet und Thora gelernt bevor er zum roemischen Stadthalter ging.
Eine andere Meinung vertritt hier Rabbi Moshe Feinstein, der sagt, dass Yaakov betete das Esav es sich auf dem Weg vielleicht anders ueberlegt und wieder religioes wird. In anderen Worten, dass er sich zu G-tt bekennt.
Beten fuer die Boesen. Zu diesem Thema finden wir eine sehr beruehmte Story im Talmud Traktat Berachot 10a: Rabbi Meir hatte viele boese Nachbarn und betete, dass diese sterben sollen. Seine Frau Beruria dagegen sagte, dass man lieber beten solle, dass aus den boesen gute Menschen werden.
Weiter erzaehlt uns die Thora, dass Yaakov mitten in der Nacht seine Familie ueber den Fluss Jabbok schickte. Unterwegs bemerkte er, dass er ein paar kleine Gefaesse vergessen hatte und kehrte zurueck (siehe auch die Gemara im Talmud Traktat Chullin 91a). Ploetzlich trifft Yaakov auf einen Mann mit dem er bis zum Morgengrauen kaempft. Eine etwas seltsame Geschichte. Er ringt mit einem Mann und als der Mann sah, dass er Yaakov nicht bewingen kann, verletzte er ihn an der Huefte. Dann forderte der Mann, dass Yaakov ihn fortschickt, doch Yaakov will einen Segen von ihm. Der Mann fragt Yaakov nach seinem Namen und gibt ihm gleich einen zweiten dazu: Israel. Nun will Yaakov den Namen des Mannes wissen, doch der segnet ihn.
Die Geschichte klingt fast schizophren: Zwei Leute kaempfen miteinander. Der eine wird verletzt, der andere will gehen, doch der Verletzte will einen Segen usw.
Der Abarbanel sieht das Ereignis als eine Prophezeihung, heisst Yaakov traeumte. Der Ramban aber widerspricht dieser Erklaerung. Kommentatoren und der Talmud Chullin sehen den Mann als Engel. Yaakov kaempfte mit dem Schutzengel Esavs (Midrash Rabbah). Diese Kampf representiert den Kampf, den das juedische Volk gegen die Nachfahren Esavs und dessen Verwandten Ishmael fuehrt.
Wie schon erwaehnt, wurde Yaakov an der Huefte verletzt. Genau gesagt wurde er an der Gid HaNashe, dem Ischias - oder Hueftnerv, verletzt.
Daher kommt das Verbot fuer Juden keine Gid HaNashe zu essen.Bei koscherem Fleisch ist die Gid HaNashe entfernt.
Die Mishna im Talmud Traktat Chullin 89 b lehrt, dass das Verbot, keine Gid HaNashe zu essen, sowohl in Israel als auch im Ausland gilt. In den Zeiten des Tempels und ohne Tempel (siehe auch Shulchen Aruch - Yoreh Deah 65 und Mishna Thora - Kedusha 87:8).
Diese Thoralesung zeigt uns, dass G-tt alles, was unseren Vorvaetern mit Esav passierte, uns bis heute verfolgt. Doch sowie Yaakov im Morgengrauen die Sonne aufgehen sah und der Engel gehen wollte, genauso werden wir die Sonne sehen, wenn der Meschiach kommt (u.a. Ramban).
Shabbat Shalom
____________________________
Rashi: Rabbi Shlomo Yitzchaki, 1040 - 1105. Lebte in Frankreich und war einer der beruehmtesten Talmud - u. Thora - Kommentatoren.
Ishbitzer Rebbe: Rabbi Mordechai Yosef Leiner von Izbica (Ishbitz / Polen), 1804 - 1854, chassidischer Rabbiner
Rabbi Yosef Dov Soloveitchik: geboren 1903 in Russland, verstorben 1993 in Boston. Amerik. orthod. Rabbiner, Talmudist und moderner jued. Philosoph.
Rabbi Moshe Feinstein: geboren 1895 in Russland, verstorben 1986 in New York. Litauer (Midnaged) orthodoxer Rabbiner und Gelehrter, Experte in Halacha (jued. Gesetz).
Abarbanel: Rabbi Yitzchak Abarbanel. Geboren 1437 in Lissabon und verstorben 1508 in Neapel. Er kam aus gutem Haus, dessen Vorfahren bis ins Haus Koenig Davids zurueckgehen. Staatsmann, Kabbalist und Thora - Gelehrter.
Ramban: Rabbi Moshe ben Nachman (Nachmanides). 1194 - 1270, halachische Authoritaet. Seit 1267 lebte er in Israel und liess die juedische Gemeinde von Jerusalem wieder aufleben.
Labels:
Thora Parasha
Mittwoch, Dezember 06, 2006
Verborgene Seelen - Eine Geschichte vom Baal Shem Tov
B"H
In chassidischer und kabbalistischer Literatur stehen die Lichter des Chanukkah - Leuchters (Chanukkiah) fuer Seelen (Neshamot). Unsere Seelen sollen sich beim Anblick der Chanukkah - Lichter erwaermen. Hier eine kurz chassidische Geschichte zum Vorwaermen.
Der Maggid von Mezritch bat den Baal Shem Tov ihm den Vers "Und dies sind die Urteile, welche Ich euch gebe" aus dem Buch Zohar zu erklaeren. Der Baal Shem Tov sagte dem Maggid, dass er in den Wald gehen soll, sich dort einige Stunden unter einen Baum nahe eines Baches setze und spaeter zu ihm zurueckkehre. Der Maggid tat wie ihm aufgetragen.
Als er unter dem Baum sass, sah er einen Reiter kommen. Der Reiter stieg vom Pferd, setzte sich, ass und trank und setzte seinen Weg fort. Allerdings bemerkte er nicht, dass er seine Brieftasche verloren hatte.
Danach kam ein zweiter Mann, der sehr aermlich ausschaute. Er fand die Brieftasche des Reiters, nahm sie an sich und ging.
Danach kam ein dritter Mann, der ebenfalls arm ausschaute. Er trank aus dem nahegelegenen Bach, legte sich hin und schlief ein. Da kam der Reiter zurueck, der in der Zwischenzeit den Verlust seiner Brieftasche bemerkt hatte und fragte den dritten Mann, ob er diese gesehen hat. Der Mann wusste nicht, von was der Reiter sprach. Daraufhin schlug ihn der Reiter zu Tode, weil er glaubte, dass der Mann ihn beluege.
Der Maggid kehrte zum Hause des Baal Shem Tov zurueck und berichtete ihm, was er gesehen hatte. Der Baal Shem Tov erklaerte ihm Folgendes:
Diese drei Personen waren allesamt Reinkarnationen aus einem frueheren Leben. Der Reiter schuldete dem zweiten Mann Geld. Genau die Summe, welche sich in der Brieftasche befand. Der dritte Mann war der Richter, der ein Fehlurteil sprach als er dem Reiter Recht gab, die Schuld nicht an den zweiten Mann zahlen zu muessen.
In diesem Leben zahlte der Reiter seine Schuld, der Richter bekam seine Strafe und der zweite Mann bekam sein Geld.
Und dies ist, was der Zohar meint mit "Und dies sind die Urteile, welche Ich euch gebe".
In chassidischer und kabbalistischer Literatur stehen die Lichter des Chanukkah - Leuchters (Chanukkiah) fuer Seelen (Neshamot). Unsere Seelen sollen sich beim Anblick der Chanukkah - Lichter erwaermen. Hier eine kurz chassidische Geschichte zum Vorwaermen.
Der Maggid von Mezritch bat den Baal Shem Tov ihm den Vers "Und dies sind die Urteile, welche Ich euch gebe" aus dem Buch Zohar zu erklaeren. Der Baal Shem Tov sagte dem Maggid, dass er in den Wald gehen soll, sich dort einige Stunden unter einen Baum nahe eines Baches setze und spaeter zu ihm zurueckkehre. Der Maggid tat wie ihm aufgetragen.
Als er unter dem Baum sass, sah er einen Reiter kommen. Der Reiter stieg vom Pferd, setzte sich, ass und trank und setzte seinen Weg fort. Allerdings bemerkte er nicht, dass er seine Brieftasche verloren hatte.
Danach kam ein zweiter Mann, der sehr aermlich ausschaute. Er fand die Brieftasche des Reiters, nahm sie an sich und ging.
Danach kam ein dritter Mann, der ebenfalls arm ausschaute. Er trank aus dem nahegelegenen Bach, legte sich hin und schlief ein. Da kam der Reiter zurueck, der in der Zwischenzeit den Verlust seiner Brieftasche bemerkt hatte und fragte den dritten Mann, ob er diese gesehen hat. Der Mann wusste nicht, von was der Reiter sprach. Daraufhin schlug ihn der Reiter zu Tode, weil er glaubte, dass der Mann ihn beluege.
Der Maggid kehrte zum Hause des Baal Shem Tov zurueck und berichtete ihm, was er gesehen hatte. Der Baal Shem Tov erklaerte ihm Folgendes:
Diese drei Personen waren allesamt Reinkarnationen aus einem frueheren Leben. Der Reiter schuldete dem zweiten Mann Geld. Genau die Summe, welche sich in der Brieftasche befand. Der dritte Mann war der Richter, der ein Fehlurteil sprach als er dem Reiter Recht gab, die Schuld nicht an den zweiten Mann zahlen zu muessen.
In diesem Leben zahlte der Reiter seine Schuld, der Richter bekam seine Strafe und der zweite Mann bekam sein Geld.
Und dies ist, was der Zohar meint mit "Und dies sind die Urteile, welche Ich euch gebe".
Labels:
Chassidische Stories,
Kabbalah
Montag, Dezember 04, 2006
Vorbereitung fuer Chanukkah
B"H
Chanukkah steht vor der Tuer. Dieses Jahr beginnt es am 15. Dezember (25 Kislev) und somit faellt es auf Erev Shabbat (Shabbat - Beginn Freitag abend). Ich werde in der naechsten und uebernaechsten Woche noch mehr ueber Chanukkah, dessen Bedeutung, Gesetze, Braeuche und ein paar chassidische Geschichten schreiben. Da Chanukkah dieses Mal an einem Freitag abend beginnt, sind verschiedene zusaetzliche Dinge zu beachten, aber dazu in den kommenden Beitraegen.
Ich moechte jetzt nur kurz zwei Dinge zur Vorbereitung erwaehnen. Das eine sind die Kerzen und das andere ein Rezept fuer Chanukkah Sufganiot (Berliner oder Krapfen uebersetzt).
Hier erst einmal ein Rezept aus unserer Baeckerei:
1 kg Mehl (Vollkornmehl)
Eine dreiviertel Tasse Zucker
1 Teeloeffel Salz
2 Eier
2 Essloeffel Cognak
Eine halbe Tasse Olivenoel
60 g Hefe
Das ist alles. Man kann die Sufganiot ganz normal im Backofen backen. 20 Minuten lang bei 160 Grad.
Meistens aber werden die Sufganiot in einer Pfanne oder einem Topf voll Olivenoel geduenstet. Heisst, sie muessen darin schwimmen.
Die Fuellung wird hinterher reingespritzt. In der Baeckerei verwenden wir ueberwiegend Dattel - Apfel - Fuellung.
Je nachdem kann man die Sufganiot noch bestreichen mit Olivenoel, Puderzucker, Honig etc.
Der Cognak verursacht uebrigens, dass das Olivenoel vom Teig besser aufgesaugt wird.
Viel Spass beim Backen und gutes Gelingen !!!
Jetzt zu den Chanukkah - Kerzen:
Der Chanukkah - Leuchter hat 9 Kerzenhalter. Es ist moeglich normale Kerzen zu benutzen. Wer jedoch das Gebot (Mitzwa) 100% ig erfuellen will, der benutzt Olivenoel. Extra Olivenoel fuer Kerzenzwecke.
Es gibt besondere kleine Glaeschen dafuer zu kaufen, welche man auf die Kerzenhalter steckt. Jene Glaeschen werden dann mit Olivenoel gefuellt und ein kleiner Docht sollte darauf schwimmen.
Ich weiss nicht, wie es im Ausland ausschaut, doch in Israel gibt es Olivenoel fuer Kerzenzwecke und diese kleinen Dochte extra zu kaufen. Uebrigens wird das ganze auch fuer Shabbat - Kerzen verwendet.
Ich persoenlich benutze immer regulaere Chanukkah - Kerzen. Vor Jahren kaufte ich die kleinen Glaeschen, das Oel und die Dochte als Set. Irgendwie aber war ich zu daemlich, denn die Glaeschen vielen mir staendig um und zerbrachen. Bei jeder Bewegung der Chanukkiah (des Chanukkah - Leuchters). Fast taeglich musste ich neue Glaeschen kaufen. Jetzt gibts halt wieder nur Kerzen und da kippt nichts um.
Chanukkah steht vor der Tuer. Dieses Jahr beginnt es am 15. Dezember (25 Kislev) und somit faellt es auf Erev Shabbat (Shabbat - Beginn Freitag abend). Ich werde in der naechsten und uebernaechsten Woche noch mehr ueber Chanukkah, dessen Bedeutung, Gesetze, Braeuche und ein paar chassidische Geschichten schreiben. Da Chanukkah dieses Mal an einem Freitag abend beginnt, sind verschiedene zusaetzliche Dinge zu beachten, aber dazu in den kommenden Beitraegen.
Ich moechte jetzt nur kurz zwei Dinge zur Vorbereitung erwaehnen. Das eine sind die Kerzen und das andere ein Rezept fuer Chanukkah Sufganiot (Berliner oder Krapfen uebersetzt).
Hier erst einmal ein Rezept aus unserer Baeckerei:
1 kg Mehl (Vollkornmehl)
Eine dreiviertel Tasse Zucker
1 Teeloeffel Salz
2 Eier
2 Essloeffel Cognak
Eine halbe Tasse Olivenoel
60 g Hefe
Das ist alles. Man kann die Sufganiot ganz normal im Backofen backen. 20 Minuten lang bei 160 Grad.
Meistens aber werden die Sufganiot in einer Pfanne oder einem Topf voll Olivenoel geduenstet. Heisst, sie muessen darin schwimmen.
Die Fuellung wird hinterher reingespritzt. In der Baeckerei verwenden wir ueberwiegend Dattel - Apfel - Fuellung.
Je nachdem kann man die Sufganiot noch bestreichen mit Olivenoel, Puderzucker, Honig etc.
Der Cognak verursacht uebrigens, dass das Olivenoel vom Teig besser aufgesaugt wird.
Viel Spass beim Backen und gutes Gelingen !!!
Jetzt zu den Chanukkah - Kerzen:
Der Chanukkah - Leuchter hat 9 Kerzenhalter. Es ist moeglich normale Kerzen zu benutzen. Wer jedoch das Gebot (Mitzwa) 100% ig erfuellen will, der benutzt Olivenoel. Extra Olivenoel fuer Kerzenzwecke.
Es gibt besondere kleine Glaeschen dafuer zu kaufen, welche man auf die Kerzenhalter steckt. Jene Glaeschen werden dann mit Olivenoel gefuellt und ein kleiner Docht sollte darauf schwimmen.
Ich weiss nicht, wie es im Ausland ausschaut, doch in Israel gibt es Olivenoel fuer Kerzenzwecke und diese kleinen Dochte extra zu kaufen. Uebrigens wird das ganze auch fuer Shabbat - Kerzen verwendet.
Ich persoenlich benutze immer regulaere Chanukkah - Kerzen. Vor Jahren kaufte ich die kleinen Glaeschen, das Oel und die Dochte als Set. Irgendwie aber war ich zu daemlich, denn die Glaeschen vielen mir staendig um und zerbrachen. Bei jeder Bewegung der Chanukkiah (des Chanukkah - Leuchters). Fast taeglich musste ich neue Glaeschen kaufen. Jetzt gibts halt wieder nur Kerzen und da kippt nichts um.
Labels:
Feiertage
Sonntag, Dezember 03, 2006
Wie kosher ist mein Essen ?
B"H
In Jerusalem gilt eine Regel: Das Restaurant, welches im Besitz eines Koscherzertifikates (Hechscher) ist, macht mehr Umsatz. Da in Jerusalem sehr viele orthod. Juden leben, wird auf koscher (Kashrut) sehr grossen Wert gelegt.
Was ist koscher und was ist ein Koscherzertifikat (Hechscher) ?
In groben Zuegen erklaert bedeutet kosher, dass milchige und fleischige Speisen nicht zusammen gegessen oder gekocht werden duerfen.
Ein Koscherzertifikat wird von Rabbinern fuer Restaurants, Hotels, Fabriken und die gesamte Lebensmittelindustrie ausgestellt. Rabbiner sind entweder vor Ort oder kommen taeglich oder woechentlich vorbei und pruefen, ob die Herstellung des Essens koscher ist.
Aber damit nicht genug: Nicht jeder orthod. Jude isst auch von jedem Koscherzertifikat, denn es gibt grosse Unterschiede. Das strengste und auch wohl teuerste Zertifikat stellt die Edah HaCharedit (chassidische Gruppen) aus. Gefolgt vom Beit Din Zedek der Beltzer Chassidim (Badatz Beltz).
Das Oberrabbinat vergibt zwei Kategorien von Zertifikaten: Kosher LeMehadrin und Kosher LeMehadrin min HaMehadrin. Wobei mir nie klar ist, was genau der Unterschied zwischen diesen beiden Zertifikaten ist. Ausserdem gibt es das Zertifikat der sephardischen Juden "Beit Yosef", welches sich auf den Autor des Shulchan Aruch Rabbi Yosef Karo stuetzt.
Der Unterschied der Edah HaCharedit und der Beltzer Chassidim ist mehr oder weniger politisch. Doch der Unterschied zwischen Beltz und dem Oberrabbinat ist gewaltig, da die Beltzer auch die Sauberkeit der Kueche / Maschinen eines Unternehmens pruefen.
Was genau wird geprueft ?
Sind die Zutaten koscher ?
Wer sind die Mitarbeiter ? Sind sie halachische Juden oder nicht ?
Wie schaut die Sauberkeit der Kueche bzw. der Maschinen aus ?
Wie genau funktioniert die Herstellung bzw. der Herstellungsprozess ?
Ein Zertifikat wird normalerweise fuer drei Monate ausgestellt und ist nicht billig. Viele kleinere Betriebe koennen sich das oft nicht leisten und verzichten. Andere wiederum sagen, dass das ganze eh nur politisch waere. Ich kenne eine kleines billiges Restaurant in der Yaffo - Strasse, welches aus eben jenen Gruenden auf ein Zertifikat verzichtet. Der Besitzer sagte mir, dass seine Kueche koscher waere. Die Herstellung, die Zutaten und er selber wuerde kochen. Es gibt allerdings bei ihm Detailprobleme und ich nehme ihm seine koschere Kueche nicht ab.
Das ganz grosse Problem taucht immer auf, wenn Nichtjuden in der Kueche arbeiten. Das Oberrabbinat ist bei seinen Kontrollen diesbezueglich manchmal sehr nachlaessig und handelt sich staendig Beschwerden ein.
Die Baeckerei, in der ich nebenbei arbeite, hat das strenge Zertifikat der Beltzer Chassidim. Bei uns wird alles kontrolliert und wir duerfen noch nicht einmal Zutaten mit einem sephardischen Zertifikat verwenden. Soweit zu den Chassidim.
Lebensmittelprodukte sind normalerweise mit dem Zertifikat versehen und Restaurants haengen ihres in das Schaufenster oder sichtbar an die Theke. Jeder muss fuer sich selbst entscheiden, wie koscher er essen will, was manchmal nicht einfach ist.
Wozu koscher ?
Zuerst einmal ist es ein biblisches Gebot und im Talmud ausgiebig erklaert.
Viele begruenden Kashrut mit einer besseren Gesundheit. In der Kabbalah hat Kashrut eine hohe Bedeutung, da es dort um Reinkarnationen geht.
___________________________
Edah HaCharedit: Hauptsitz in Mea Shearim. Erster Vorsitzender ist derzeit Rabbi Moshe Sternbuch. Der Edah gehoeren extreme chassidische Gruppen wie Toldot Aharon, Satmar oder Vishnitz an.
In Jerusalem gilt eine Regel: Das Restaurant, welches im Besitz eines Koscherzertifikates (Hechscher) ist, macht mehr Umsatz. Da in Jerusalem sehr viele orthod. Juden leben, wird auf koscher (Kashrut) sehr grossen Wert gelegt.
Was ist koscher und was ist ein Koscherzertifikat (Hechscher) ?
In groben Zuegen erklaert bedeutet kosher, dass milchige und fleischige Speisen nicht zusammen gegessen oder gekocht werden duerfen.
Ein Koscherzertifikat wird von Rabbinern fuer Restaurants, Hotels, Fabriken und die gesamte Lebensmittelindustrie ausgestellt. Rabbiner sind entweder vor Ort oder kommen taeglich oder woechentlich vorbei und pruefen, ob die Herstellung des Essens koscher ist.
Aber damit nicht genug: Nicht jeder orthod. Jude isst auch von jedem Koscherzertifikat, denn es gibt grosse Unterschiede. Das strengste und auch wohl teuerste Zertifikat stellt die Edah HaCharedit (chassidische Gruppen) aus. Gefolgt vom Beit Din Zedek der Beltzer Chassidim (Badatz Beltz).
Das Oberrabbinat vergibt zwei Kategorien von Zertifikaten: Kosher LeMehadrin und Kosher LeMehadrin min HaMehadrin. Wobei mir nie klar ist, was genau der Unterschied zwischen diesen beiden Zertifikaten ist. Ausserdem gibt es das Zertifikat der sephardischen Juden "Beit Yosef", welches sich auf den Autor des Shulchan Aruch Rabbi Yosef Karo stuetzt.
Der Unterschied der Edah HaCharedit und der Beltzer Chassidim ist mehr oder weniger politisch. Doch der Unterschied zwischen Beltz und dem Oberrabbinat ist gewaltig, da die Beltzer auch die Sauberkeit der Kueche / Maschinen eines Unternehmens pruefen.
Was genau wird geprueft ?
Sind die Zutaten koscher ?
Wer sind die Mitarbeiter ? Sind sie halachische Juden oder nicht ?
Wie schaut die Sauberkeit der Kueche bzw. der Maschinen aus ?
Wie genau funktioniert die Herstellung bzw. der Herstellungsprozess ?
Ein Zertifikat wird normalerweise fuer drei Monate ausgestellt und ist nicht billig. Viele kleinere Betriebe koennen sich das oft nicht leisten und verzichten. Andere wiederum sagen, dass das ganze eh nur politisch waere. Ich kenne eine kleines billiges Restaurant in der Yaffo - Strasse, welches aus eben jenen Gruenden auf ein Zertifikat verzichtet. Der Besitzer sagte mir, dass seine Kueche koscher waere. Die Herstellung, die Zutaten und er selber wuerde kochen. Es gibt allerdings bei ihm Detailprobleme und ich nehme ihm seine koschere Kueche nicht ab.
Das ganz grosse Problem taucht immer auf, wenn Nichtjuden in der Kueche arbeiten. Das Oberrabbinat ist bei seinen Kontrollen diesbezueglich manchmal sehr nachlaessig und handelt sich staendig Beschwerden ein.
Die Baeckerei, in der ich nebenbei arbeite, hat das strenge Zertifikat der Beltzer Chassidim. Bei uns wird alles kontrolliert und wir duerfen noch nicht einmal Zutaten mit einem sephardischen Zertifikat verwenden. Soweit zu den Chassidim.
Lebensmittelprodukte sind normalerweise mit dem Zertifikat versehen und Restaurants haengen ihres in das Schaufenster oder sichtbar an die Theke. Jeder muss fuer sich selbst entscheiden, wie koscher er essen will, was manchmal nicht einfach ist.
Wozu koscher ?
Zuerst einmal ist es ein biblisches Gebot und im Talmud ausgiebig erklaert.
Viele begruenden Kashrut mit einer besseren Gesundheit. In der Kabbalah hat Kashrut eine hohe Bedeutung, da es dort um Reinkarnationen geht.
___________________________
Edah HaCharedit: Hauptsitz in Mea Shearim. Erster Vorsitzender ist derzeit Rabbi Moshe Sternbuch. Der Edah gehoeren extreme chassidische Gruppen wie Toldot Aharon, Satmar oder Vishnitz an.
Labels:
Kaschrut
Freitag, Dezember 01, 2006
Ausbeuter der Not
B"H
53 % der Kinder und 40 % der Familie Jerusalems leben unterhalb der Armutsgrenze. Die Stadtverwaltung verteilt an diese Beduerftige monatl. Lebensmittelgutscheine, womit die Betroffenen bei bestimmten sozialen Einrichtungen Lebensmittel abholen koennen.
Nun haben sich christliche Missionare auch die Not vieler Menschen zu eigen gemacht und nutzen diese schamlos aus. Der Stadtverwaltung war bis vor einigen Wochen nicht bekannt, dass einige der von ihnen auf der Liste gefuehrten sozialen Einrichtungen christlich waren und fuer missionarische Zwecke genutzt werden.
So bekommen Familien Lebensmittelpakete zusammen mit sich darin befindendem Missionsmaterial wie Heftchen, Infoblaetter und dergleichen. Die betroffenen Familien beschwerten sich bei der Stadtverwaltung, doch diese reagierte nur zoegerlich. Israelische Buerokratie waltet langsam.
Als alles nichts half, wandten die die Familien an die anti - missionarische Organisation Lev LeAchim (eine Schwestergruppe von Yad LeAchim). Dort handelte man sofort. Buergermeister Uri Lupolianski wird seither mit Briefen bombardiert und die diversen Sozialeinrichtungen stehen auf dem Index und wurden publik gemacht. Rabbi Zeev Stieglitz, der Leiter von Lev LeAchim, hofft auf ein schnelles Einschreiten der Stadtverwaltung. Die Missionare scheuten noch nicht einmal davor zurueck, die Kinder der Betroffenen zu einem sogenannten "Shabbat" einzuladen und sie dann in eine Kirche zu fuehren.
Mehr Infos zu Mission und Aufklaerung seitens des Judentums gibt es hier:
http://www.jewsforjudaism.org/
Shabbat Shalom
53 % der Kinder und 40 % der Familie Jerusalems leben unterhalb der Armutsgrenze. Die Stadtverwaltung verteilt an diese Beduerftige monatl. Lebensmittelgutscheine, womit die Betroffenen bei bestimmten sozialen Einrichtungen Lebensmittel abholen koennen.
Nun haben sich christliche Missionare auch die Not vieler Menschen zu eigen gemacht und nutzen diese schamlos aus. Der Stadtverwaltung war bis vor einigen Wochen nicht bekannt, dass einige der von ihnen auf der Liste gefuehrten sozialen Einrichtungen christlich waren und fuer missionarische Zwecke genutzt werden.
So bekommen Familien Lebensmittelpakete zusammen mit sich darin befindendem Missionsmaterial wie Heftchen, Infoblaetter und dergleichen. Die betroffenen Familien beschwerten sich bei der Stadtverwaltung, doch diese reagierte nur zoegerlich. Israelische Buerokratie waltet langsam.
Als alles nichts half, wandten die die Familien an die anti - missionarische Organisation Lev LeAchim (eine Schwestergruppe von Yad LeAchim). Dort handelte man sofort. Buergermeister Uri Lupolianski wird seither mit Briefen bombardiert und die diversen Sozialeinrichtungen stehen auf dem Index und wurden publik gemacht. Rabbi Zeev Stieglitz, der Leiter von Lev LeAchim, hofft auf ein schnelles Einschreiten der Stadtverwaltung. Die Missionare scheuten noch nicht einmal davor zurueck, die Kinder der Betroffenen zu einem sogenannten "Shabbat" einzuladen und sie dann in eine Kirche zu fuehren.
Mehr Infos zu Mission und Aufklaerung seitens des Judentums gibt es hier:
http://www.jewsforjudaism.org/
Shabbat Shalom
Labels:
Jerusalem
Donnerstag, November 30, 2006
Shabbatkerzen - נרות שבת - Nerot Shabbat
B"H
Was mich vor allem in Jerusalem oft stoert ist, dass jeder sofort nach seinem Aeusserem eingestuft wird. Was ? Das ist in Deutschland genauso ? Stimmt, doch gibt es einen Unterschied.
In Deutschland schauen die Leute ob ich Markenkleidung trage oder nicht.
In Jerusalem ist die Markenkleidung weniger relevant, da wir die zweitaermste Stadt Israels sind (nach Bnei Brak) und hier eh kaum einer Geld hat. Nein, es stoert mich, dass jede Frau, die einen Rock traegt als religioes eingestuft wird und jede Frau in Hose ist automatisch nicht religioes und hat auch keinen blassen Schimmer von der Religion. Sonst haette sie ja schliesslich keine Hose an. So die Vorurteile vieler.
Ich persoenlich bin nicht der Typ, der staendig in einem Rock herum laeuft. Eher im Gegenteil. Die meiste Zeit trage ich Hose und nur zu bestimmten Anlaessen einen Rock. Feiertage, Synagoge, Besuche in Mea Shearim......Andererseits nennen mich Leute, die mich etwas laenger kennen DOSSIT. Doss ist ein etwas sarkastischer Spitzname fuer einen Haredi (ultra - orthod. Juden) und Dossit die weibl. Version dazu. Mich Dossit zu nennen ist auch uebertrieben, aber naja.
Und heute abend passierte es mir gleich wieder. Chabad teilt auch in Jerusalem fleissig Shabbat - Kerzen aus. Fuer eine Frau ist es eine Mitzwa am Freitag abend Shabbat - Kerzen anzuzuenden.
Und jedes weibl. Wesen, welches im Sinne der Chabad - Damen nicht gerade "dossisch" oder sonst irgendwie religioes ausschaut, bekommt auf der Strasse Shabbat - Kerzen in die Hand gedrueckt. Mit dem strengen Blick, man solle diese gefaelligst auch anzuenden.
Vom Mahane - Yehuda - Markt kommend erwischte es mich wieder. Drei Chabad - Damen standen ploetzlich neben mir und schwups, hatte ich Kerzen in der Hand. Als ich ihnen sagte, dass ich zwar nicht relig. aussehe, es doch aber bin, liessen sie meine Antwort nicht gelten. Im Gegenteil. Ich bekam gleich noch einen Handzettel mit allen Shabbatzeiten fuer die kommenden Wochen dazu und ein froehliches Shabbat Shalom.
Gehe ich durch den ultra - orthod. Stadtteil Ge'ulah, bekomme ich ab und zu CD's mit relig. Inhalt zugesteckt. Ich solle gefaelligst relig. werden und mich mehr fuer Religion interessieren. Auch Tehillim (Psalmen) bekomme ich oefters geschenkt. Meine Rechtfertigungen helfen auch da nichts.
Ich kenne sehr sehr viele Leute wie mich. Wir ziehen uns vielleicht nicht unbedingt haredisch an, doch sind wir religioes. Nur glauben tut uns das irgendwie keiner. Und naechste Woche gibts dann wieder Shabbat - Kerzen von Chabad.
Shabbat Shalom
Was mich vor allem in Jerusalem oft stoert ist, dass jeder sofort nach seinem Aeusserem eingestuft wird. Was ? Das ist in Deutschland genauso ? Stimmt, doch gibt es einen Unterschied.
In Deutschland schauen die Leute ob ich Markenkleidung trage oder nicht.
In Jerusalem ist die Markenkleidung weniger relevant, da wir die zweitaermste Stadt Israels sind (nach Bnei Brak) und hier eh kaum einer Geld hat. Nein, es stoert mich, dass jede Frau, die einen Rock traegt als religioes eingestuft wird und jede Frau in Hose ist automatisch nicht religioes und hat auch keinen blassen Schimmer von der Religion. Sonst haette sie ja schliesslich keine Hose an. So die Vorurteile vieler.
Ich persoenlich bin nicht der Typ, der staendig in einem Rock herum laeuft. Eher im Gegenteil. Die meiste Zeit trage ich Hose und nur zu bestimmten Anlaessen einen Rock. Feiertage, Synagoge, Besuche in Mea Shearim......Andererseits nennen mich Leute, die mich etwas laenger kennen DOSSIT. Doss ist ein etwas sarkastischer Spitzname fuer einen Haredi (ultra - orthod. Juden) und Dossit die weibl. Version dazu. Mich Dossit zu nennen ist auch uebertrieben, aber naja.
Und heute abend passierte es mir gleich wieder. Chabad teilt auch in Jerusalem fleissig Shabbat - Kerzen aus. Fuer eine Frau ist es eine Mitzwa am Freitag abend Shabbat - Kerzen anzuzuenden.
Und jedes weibl. Wesen, welches im Sinne der Chabad - Damen nicht gerade "dossisch" oder sonst irgendwie religioes ausschaut, bekommt auf der Strasse Shabbat - Kerzen in die Hand gedrueckt. Mit dem strengen Blick, man solle diese gefaelligst auch anzuenden.
Vom Mahane - Yehuda - Markt kommend erwischte es mich wieder. Drei Chabad - Damen standen ploetzlich neben mir und schwups, hatte ich Kerzen in der Hand. Als ich ihnen sagte, dass ich zwar nicht relig. aussehe, es doch aber bin, liessen sie meine Antwort nicht gelten. Im Gegenteil. Ich bekam gleich noch einen Handzettel mit allen Shabbatzeiten fuer die kommenden Wochen dazu und ein froehliches Shabbat Shalom.
Gehe ich durch den ultra - orthod. Stadtteil Ge'ulah, bekomme ich ab und zu CD's mit relig. Inhalt zugesteckt. Ich solle gefaelligst relig. werden und mich mehr fuer Religion interessieren. Auch Tehillim (Psalmen) bekomme ich oefters geschenkt. Meine Rechtfertigungen helfen auch da nichts.
Ich kenne sehr sehr viele Leute wie mich. Wir ziehen uns vielleicht nicht unbedingt haredisch an, doch sind wir religioes. Nur glauben tut uns das irgendwie keiner. Und naechste Woche gibts dann wieder Shabbat - Kerzen von Chabad.
Shabbat Shalom
Labels:
Jerusalem,
Jewish Identity
Mittwoch, November 29, 2006
Parashat Vayetze (Deutsch)
B"H
Die Thoralesung fuer diesen Shabbat
Zuerst einmal moechte ich das Zeitgeschehen etwas ordnen. Yaakov und Esav waren 15 Jahre alt als Esav sein Erstgeborenen - Recht an seinen Bruder abgab. Beide waren 63 Jahre alt als sie den Segen ihres Vaters Yitzchak erhielten.
Die Thoralesung dieser Woche, Vayetze, beginnt mit der Nachricht, dass Yaakov Beersheva verlaesst und nach Haran (heute in Syrien) geht. Zu diesem Zeitpunkt war er 77 Jahre alt. Rashi sagt, dass sich Yaakov die letzten 14 Jahre (seit dem Segen seines Vaters) in der Schule von Shem (dem Sohn Noachs) und dessen Sohn Ever versteckte. Esav dagegen war zu Ishmael gezogen und hatte eine von dessen Toechtern geheiratet.
Warum war Yaakov in der Schule von Ever ? Um Thora zu lernen und sich spirituell auf das leben ausserhalb von Eretz Israel vorzubereiten (Rabbi Yaakov Kamenetsky).
Natuerlich hatte Esav seinem Bruder die Sache mit dem vertauschten Segen niemals verziehen und sann auf Rache. Alles war nur eine Frage der Zeit.
Schliesslich floh Yaakov, da ihm immer mehr Drohungen von Esav zu Ohren gekommen waren. Er entkam zu seinem Onkel Lavan. Lavan selbst wird beschrieben als Gauner, Zauberer und die Personifizierung des Boesen. Daher hatte Ever Yaakov vorbereitet, der fremden Umgebung und deren Einfluesse zu widerstehen und weiterhin G-tt zu dienen. G-tt wollte, dass Yaakov in einer fremden Umgebung, hier die Diaspora, sein Judentum lebte und zusaetzlich, dass Yaakov sein Leben noch einmal von vorn begann. Spaeter sehen wird das gleiche bei seinem Sohn Yosef in Aegypten.
Und wenn wir auf uns selbst schauen, wie oft mussten wir schon in unserem Leben immer wieder von vorn beginnen.
Als Yaakov floh, nahm er, wie zuvor schon Eliezer, wertvolle Geschenke fuer Lavan mit. Wie kam es dann, dass er dort mit leeren Haenden ankam ? Die kabbalistische Midrash Seder HaDorot sagt, dass sobald Esav hoerte, dass sein Bruder auf der Flucht war, er seinen 13 Jahre alten Sohn Eliphaz hinter ihm her jagte. Eliphaz und seine 10 Kumpanen stahlen Yaakov die Geschenke, doch brachten ihn nicht um, wie Esav es ihnen urspruenglich befohlen hatte.
Eine der beruehmtesten Szenen dieser Parasha ist Yaakovs Leiter (Jacob's Ladder). Laut Gemara im Talmud Traktat Chulin 91b war der Ort, an welchem Yaakov traeumte, der Tempelberg. Die wohl populaerste Traumdeutung ist, dass die auf der Leiter auf und ab gehenden Engel die vier Koenigreiche Babylon, Midian - Persien, Griechenland und Edom - Rom, representieren. Die auf und absteigenden Engel stehen symbolisch fuer den Aufstieg und den Fall eben jener Koenigreiche (Rabbeinu Yonatan und viele andere Kommentatoren).
Mir persoenlich gefaellt eine Interpretation von Rabbi Moshe Alshich noch besser. Yaakov sah in seinem Traum den 3. Tempel. Die Leiter verbindet den zukuenftigen Tempel mit dem Himmel. Rabbi Alshich meint hier den 3. Tempel, der nach der Ankunft des Meschiach gebaut wird.
Rabbi Moshe Feinstein sieht die Leiter ebenso als Verbindung. Unsere Gebete naemlich verbinden uns mit dem Himmel.
Schliesslich erreicht Yaakov das Haus von Lavan und bleibt dort 22 Jahre. Die Thora faehrt fort mit der Erzaehlung, wie Yaakov von Lavan herein gelegt worden war. Die Gemara im Talmud Traktat Megillah 13b lehrt, dass Rachel sah, dass ihr Vater Lavan doch tatsaechlich in der Hochzeitsnacht sie gegen ihre Schwester Leah austauschen wollte. Um Leah nicht zu beschaemen, gab sie ihr das Password, welches sie vorher mit Yaakov vereinbart hatte.
Rabbi Aharon Kotler kommentiert, dass Yaakov in der Hochzeitsnacht spirituell fuehlte, die richtige Partnerin (Leah) zu haben und daher keinen Verdacht schoepfte.
Leah wiederum hatte in den Plan Lavan's eingewilligt, weil sie das "Komplott" als goettliche Bestimmung betrachtete. Ohne G-ttes Zustimmung haette der Plan niemals funktionieren koennen.
Leah wurde Mutter von sechs Soehnen (Reuven, Shimon, Levi, Yehuda, Issachar, Zevulon) und einer Tochter (Dinah). Rachel hatte spaeter mit Yaakov zwei Soehne (Yosef und Benjamin). Ihre Dienstmaedchen hatten zusammen weitere vier Soehne mit Yaakov. Silpah hatte Gad und Asher, und Bilha hatte Dan und Naftali.
Eine weitere beruehmte Szene ist Rachels Diebstahl von Lavans Teraphim. Teraphim sind kleine Statuen fuer den Goetzendienst. Warum stahl Rachel die Teraphim ihres Vaters ?
Rashi sagt, dass sie Lavan vom Goetzendienst abbringen wollte. Das kabbalistische Buch Zohar dagegen sagt, dass Rachel befuerchtete, Lavan werde die Teraphim um Rat fragen, wie er Yaakov am besten beseitigen koenne. Die Teraphim Lavans waren eine maennliche und eine weibliche Statue und nach bestimmten Zeremonien begannen sie zu sprechen. Rabbi Yehuda sagt: Lavan bereitete sich auf zweierlei Arten vor: er wandte alle ihm moegliche Zauberkraft an und er organisierte genuegend Waffen. Alles um Yaakov zu vernichten.
Spaeter beging Yaakov einen tragischen Fehler indem er sagte, dass derjenige, welcher die Teraphim gestohlen hatte, sterben solle. Er wusste nicht, dass es sich dabei um seine geliebte Rachel handelte. Rachel starb noch auf der Reise.
Yaakovs Absicht war immer, nach Eretz Israel zurueckzukehren. Jeder, der heute im Ausland und nicht in Israel lebt, sollte sich an ihm ein Beispiel nehmen. Jeder Jude sollte zumindest den Gedanken im Hinterkopf haben, Aliyah zu machen (nach Israel einzuwandern).
Shabbat Shalom
_____________________________________
Rashi: Rabbi Shlomo Yitzchaki, 1040 - 1105. Lebte in Frankreich und war einer der beruehmtesten Talmud - u. Thora - Kommentatoren.
Rabbi Yaakov Kamenetsky: geboren 1890 in Russland, verstorben 1986 in New York. Talmudist und Yeshivaleiter. Lernte 21 Jahre in der beruehmten Slobodka Yeshiva und lernte dort seinen spaeteren Freund Avraham Kotler kennen.
Yeshivaleiter von Torah Vodaath in Brooklyn / NY.
Rabbeinu Yonatan: Jonathan Eybeschutz (Eibeschuetz), geboren 1690 in Krakau / Polen, verstorben 1764 in Hamburg - Altona. Talmudist, Halachist, Kabbalist und Dayan (Richter) am rabbinischen Gericht in Prag. Spaeter Rabbiner in Hamburg.
Rabbi Moshe Alshich: geboren 1508 in der Tuerkei, verstorben 1593 in Safed / Israel. Rabbi und Thora Kommentator. Er war Schueler des beruehmten Rabbiners Yosef Karo. Rabbi Alshichs beruehmtester Schueler war Rabbi Chaim Vital.
Rabbi Moshe Feinstein: geboren 1895 in Russland, verstorben 1986 in New York. Litauer (Midnaged) orthodoxer Rabbiner und Gelehrter, Experte in Halacha (jued. Gesetz).
Rabbi Aharon Kotler: 1891 - 1962, beruehmter Fuehrer des orthod. Judentums in Litauen und spaeter in den USA. Geboren in Svislovitz / Polen, lernte spaeter an der Slobodka Yeshiva unter Rabbi Nosson Zvi Finkel. Waehrend des 2. Weltkrieges emigirierte er in die USA. Viele seiner ehemaligen Schueler wurden von den Nazis ermordet.
Rabbi Kotler verstarb 1962 in New York.
Die Thoralesung fuer diesen Shabbat
Zuerst einmal moechte ich das Zeitgeschehen etwas ordnen. Yaakov und Esav waren 15 Jahre alt als Esav sein Erstgeborenen - Recht an seinen Bruder abgab. Beide waren 63 Jahre alt als sie den Segen ihres Vaters Yitzchak erhielten.
Die Thoralesung dieser Woche, Vayetze, beginnt mit der Nachricht, dass Yaakov Beersheva verlaesst und nach Haran (heute in Syrien) geht. Zu diesem Zeitpunkt war er 77 Jahre alt. Rashi sagt, dass sich Yaakov die letzten 14 Jahre (seit dem Segen seines Vaters) in der Schule von Shem (dem Sohn Noachs) und dessen Sohn Ever versteckte. Esav dagegen war zu Ishmael gezogen und hatte eine von dessen Toechtern geheiratet.
Warum war Yaakov in der Schule von Ever ? Um Thora zu lernen und sich spirituell auf das leben ausserhalb von Eretz Israel vorzubereiten (Rabbi Yaakov Kamenetsky).
Natuerlich hatte Esav seinem Bruder die Sache mit dem vertauschten Segen niemals verziehen und sann auf Rache. Alles war nur eine Frage der Zeit.
Schliesslich floh Yaakov, da ihm immer mehr Drohungen von Esav zu Ohren gekommen waren. Er entkam zu seinem Onkel Lavan. Lavan selbst wird beschrieben als Gauner, Zauberer und die Personifizierung des Boesen. Daher hatte Ever Yaakov vorbereitet, der fremden Umgebung und deren Einfluesse zu widerstehen und weiterhin G-tt zu dienen. G-tt wollte, dass Yaakov in einer fremden Umgebung, hier die Diaspora, sein Judentum lebte und zusaetzlich, dass Yaakov sein Leben noch einmal von vorn begann. Spaeter sehen wird das gleiche bei seinem Sohn Yosef in Aegypten.
Und wenn wir auf uns selbst schauen, wie oft mussten wir schon in unserem Leben immer wieder von vorn beginnen.
Als Yaakov floh, nahm er, wie zuvor schon Eliezer, wertvolle Geschenke fuer Lavan mit. Wie kam es dann, dass er dort mit leeren Haenden ankam ? Die kabbalistische Midrash Seder HaDorot sagt, dass sobald Esav hoerte, dass sein Bruder auf der Flucht war, er seinen 13 Jahre alten Sohn Eliphaz hinter ihm her jagte. Eliphaz und seine 10 Kumpanen stahlen Yaakov die Geschenke, doch brachten ihn nicht um, wie Esav es ihnen urspruenglich befohlen hatte.
Eine der beruehmtesten Szenen dieser Parasha ist Yaakovs Leiter (Jacob's Ladder). Laut Gemara im Talmud Traktat Chulin 91b war der Ort, an welchem Yaakov traeumte, der Tempelberg. Die wohl populaerste Traumdeutung ist, dass die auf der Leiter auf und ab gehenden Engel die vier Koenigreiche Babylon, Midian - Persien, Griechenland und Edom - Rom, representieren. Die auf und absteigenden Engel stehen symbolisch fuer den Aufstieg und den Fall eben jener Koenigreiche (Rabbeinu Yonatan und viele andere Kommentatoren).
Mir persoenlich gefaellt eine Interpretation von Rabbi Moshe Alshich noch besser. Yaakov sah in seinem Traum den 3. Tempel. Die Leiter verbindet den zukuenftigen Tempel mit dem Himmel. Rabbi Alshich meint hier den 3. Tempel, der nach der Ankunft des Meschiach gebaut wird.
Rabbi Moshe Feinstein sieht die Leiter ebenso als Verbindung. Unsere Gebete naemlich verbinden uns mit dem Himmel.
Schliesslich erreicht Yaakov das Haus von Lavan und bleibt dort 22 Jahre. Die Thora faehrt fort mit der Erzaehlung, wie Yaakov von Lavan herein gelegt worden war. Die Gemara im Talmud Traktat Megillah 13b lehrt, dass Rachel sah, dass ihr Vater Lavan doch tatsaechlich in der Hochzeitsnacht sie gegen ihre Schwester Leah austauschen wollte. Um Leah nicht zu beschaemen, gab sie ihr das Password, welches sie vorher mit Yaakov vereinbart hatte.
Rabbi Aharon Kotler kommentiert, dass Yaakov in der Hochzeitsnacht spirituell fuehlte, die richtige Partnerin (Leah) zu haben und daher keinen Verdacht schoepfte.
Leah wiederum hatte in den Plan Lavan's eingewilligt, weil sie das "Komplott" als goettliche Bestimmung betrachtete. Ohne G-ttes Zustimmung haette der Plan niemals funktionieren koennen.
Leah wurde Mutter von sechs Soehnen (Reuven, Shimon, Levi, Yehuda, Issachar, Zevulon) und einer Tochter (Dinah). Rachel hatte spaeter mit Yaakov zwei Soehne (Yosef und Benjamin). Ihre Dienstmaedchen hatten zusammen weitere vier Soehne mit Yaakov. Silpah hatte Gad und Asher, und Bilha hatte Dan und Naftali.
Eine weitere beruehmte Szene ist Rachels Diebstahl von Lavans Teraphim. Teraphim sind kleine Statuen fuer den Goetzendienst. Warum stahl Rachel die Teraphim ihres Vaters ?
Rashi sagt, dass sie Lavan vom Goetzendienst abbringen wollte. Das kabbalistische Buch Zohar dagegen sagt, dass Rachel befuerchtete, Lavan werde die Teraphim um Rat fragen, wie er Yaakov am besten beseitigen koenne. Die Teraphim Lavans waren eine maennliche und eine weibliche Statue und nach bestimmten Zeremonien begannen sie zu sprechen. Rabbi Yehuda sagt: Lavan bereitete sich auf zweierlei Arten vor: er wandte alle ihm moegliche Zauberkraft an und er organisierte genuegend Waffen. Alles um Yaakov zu vernichten.
Spaeter beging Yaakov einen tragischen Fehler indem er sagte, dass derjenige, welcher die Teraphim gestohlen hatte, sterben solle. Er wusste nicht, dass es sich dabei um seine geliebte Rachel handelte. Rachel starb noch auf der Reise.
Yaakovs Absicht war immer, nach Eretz Israel zurueckzukehren. Jeder, der heute im Ausland und nicht in Israel lebt, sollte sich an ihm ein Beispiel nehmen. Jeder Jude sollte zumindest den Gedanken im Hinterkopf haben, Aliyah zu machen (nach Israel einzuwandern).
Shabbat Shalom
_____________________________________
Rashi: Rabbi Shlomo Yitzchaki, 1040 - 1105. Lebte in Frankreich und war einer der beruehmtesten Talmud - u. Thora - Kommentatoren.
Rabbi Yaakov Kamenetsky: geboren 1890 in Russland, verstorben 1986 in New York. Talmudist und Yeshivaleiter. Lernte 21 Jahre in der beruehmten Slobodka Yeshiva und lernte dort seinen spaeteren Freund Avraham Kotler kennen.
Yeshivaleiter von Torah Vodaath in Brooklyn / NY.
Rabbeinu Yonatan: Jonathan Eybeschutz (Eibeschuetz), geboren 1690 in Krakau / Polen, verstorben 1764 in Hamburg - Altona. Talmudist, Halachist, Kabbalist und Dayan (Richter) am rabbinischen Gericht in Prag. Spaeter Rabbiner in Hamburg.
Rabbi Moshe Alshich: geboren 1508 in der Tuerkei, verstorben 1593 in Safed / Israel. Rabbi und Thora Kommentator. Er war Schueler des beruehmten Rabbiners Yosef Karo. Rabbi Alshichs beruehmtester Schueler war Rabbi Chaim Vital.
Rabbi Moshe Feinstein: geboren 1895 in Russland, verstorben 1986 in New York. Litauer (Midnaged) orthodoxer Rabbiner und Gelehrter, Experte in Halacha (jued. Gesetz).
Rabbi Aharon Kotler: 1891 - 1962, beruehmter Fuehrer des orthod. Judentums in Litauen und spaeter in den USA. Geboren in Svislovitz / Polen, lernte spaeter an der Slobodka Yeshiva unter Rabbi Nosson Zvi Finkel. Waehrend des 2. Weltkrieges emigirierte er in die USA. Viele seiner ehemaligen Schueler wurden von den Nazis ermordet.
Rabbi Kotler verstarb 1962 in New York.
Labels:
Thora Parasha
Abonnieren
Posts (Atom)

![Validate my Atom 1.0 feed [Valid Atom 1.0]](valid-atom.png)