Montag, September 03, 2012

Die Aufgabe von Adam und Eva im Paradies

B"H 

G – tt gab den Juden die Aufgabe, die Thoragesetze einzuhalten. Die genaue Anzahl der Gesetze beläuft sich auf 613 Mitzwot (Gesetze), doch nicht jeder Jude ist imstande, all diese Gesetze einzuhalten. Aus dem einfachen Grund, weil sich viele der Vorschriften entweder nur auf Männer beziehen, auf die Tätigkeiten im Tempel sowie den Opferdienst oder die Arbeit der Cohanim (Tempelpriester) und Levi’im (Leviten). Da wir heute keinen Tempel haben und, nach wie vor, auf den Meshiach und die Errichtung des Dritten Tempels warten, können aus halachischer Sicht erst recht nicht alle Mitzwot erfüllt werden. Erst im Dritten Tempel nehmen Cohanim und Levi’im ihren Dienst, u.a., die Tieropferung, wieder auf. Bis dahin sind wir heute gerade einmal in der Lage, ca. 70 Thoragesetze einzuhalten. 

Die letzten Thoralesungen Ekev sowie Re’eh machen uns deutlich, dass es nur ein ENTWEDER ODER gibt. Die Gesetze einzuhalten und es geht uns gut oder wir vernachlässigen die Gesetze und das Gegenteil wird der Fall sein. In den Talmud Traktaten Berachot 33b, Sanhedrin 21b oder Kiddushin 39b diskutieren die Rabbiner in der Gemara, warum uns G – tt keine Gründe für die jeweiligen Gesetze nannte. Zwar erhielten wir von G – tt eine lange Liste, was wir zu tun haben, die genauen Gründe hierfür fehlen jedoch. 

Manchmal mögen die Aussagen in der Gemara so klingen als ob es keine besonderen Gründe für jedes einzelne Gesetz gibt, doch die absolute Mehrheit der Rabbiner, inklusive dem Rambam (Maimonides, 1135 – 1204), sind der festen Überzeugung, dass jedes Gesetz seine individuelle Bedeutung hat und wir als G – ttes Erschaffungen besitzen keinerlei Recht, Seine Mitzwot anzuzweifeln. 

Hey, G – tt gab den Juden die Thora und den Nichtjuden die Sieben Noachidischen Gesetze. G – tt erschuf jegliche Existenz und wenn ich dann irgendwo lese, dass der ein oder andere keinen Bock auf die Gesetze hat, weil sie eben zu veraltet erscheinen, frage ich mich, ob diese Leute eine Ahnung haben, was sie da von sich geben ? Was sie sich anmaßen ? Wer das ein oder andere Gesetz nicht einhalten will oder kann, der sollte zumindest versuchen, den Grund für das Gesetz herauszufinden und daran arbeiten, mit der Absicht, es vielleicht irgendwann doch einmal zu erfüllen. 

Allein zum Thema MITZWOT bieten uns Talmud, Kommentare, der Ramban sowie der Rambam eine lange Literaturliste und es dauert ewig, sich da durchzuwühlen. Aber fangen wir doch einfach mit dem Beginn aller Gesetze (Mitzwot) an. In Sefer Bereschit (1. Buch Moses, Genesis) 2:15 lesen wir: 

"Und G – tt (an dieser Stelle werden zwei Namen G – ttes auf einmal angegeben) nahm den Menschen (Adam) und platzierte ihn ins Paradies, damit er arbeite und es bewache". 

Die Frage ist, wie genau Adam arbeiten sollte, wenn doch bereits alles vorhanden war, was er brauchte. Essen hatte er mehr als genug, ausreichend Wasser befand sich im Fluß und Fabriken oder Büros gab es noch nicht. 

Die Midrasch Pirkei de’Rabbi Eliezer bietet uns vielleicht eine Antwort: 

Dort nämlich heisst es, dass die Arbeit des Adam darin bestand, Thora zu lernen. 

Nun wurde die Thora selbst ja erst mehr als 20 Generationen später an die Juden am Berg Sinai gegeben. Wie also sollte Adam da Thora lernen ? 

Vergessen dürfen wir nicht, dass Adam nicht unbedingt mit einem Buch dasass, sondern aufgrund seiner unendlich hochentwickelten Seelen viel mehr wusste als jemand von uns. Wie weit die Weisheit des ersten Menschen Adam ging, kann niemand sagen, doch bestand seine Aufgabe darin, G – tt als den Erschaffer des Universums anzusehen und zu achten. 

Ferner wird Adam angewiesen, das Paradies zu bewachen. 
Zu bewachen ? 
Vor was ? Vor Dieben oder anderweitigen Eindringlingen ? 

Hierzu ein Antwort aus dem SEFER HA’CHINUCH, wo es heisst, dass das Paradies zwar äußerlich aus Boden und Bäumen bestanden haben mag, aber sein innerer Kern war auf spiritueller Basis. Spirituelle und materielle Existenz benötigen Arbeit und Bewachung. Das Thoralernen als Arbeit und die Ausführung der Mitzwot als eine Art Bewachung. Bewachung deswegen, weil ich so sicherstelle, dass ich nicht nur Thora (G - ttes Willen) lerne, sondern auch danach lebe. Anhand der Einhaltung der Mitzwot. 

Neben dieser symbolischen Sprache liefert uns der Talmud weitere Metaphern für die Thora: Nämlich den Regen. Wasser sei vergleichbar mit der Thora. Ohne beides kann der Mensch nicht leben. 

Ob sich nun ein Jude für oder gegen die Thoragesetze entscheidet, bleibt seine freie Entscheidung. Trotzdem sollten wir alle uns gewisse Grundprinzipien immer vor Augen halten.

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