Mittwoch, April 14, 2010

Angst vor einer Beziehung mit G - tt

B"H

Der "Sefat Emet", Rabbi Yehudah Aryeh Leib Alter, 1847 - 1905, ehemaliger Rebbe der Chassiut Gur, sagte seinerzeit:

Eines der größten religiösen Probleme ist, dass die Menschen angst davor haben, eine Verbindung mit G - tt einzugehen. Aus diesem Grunde entfernen sie sich von Ihm.
So wie die Engel ohne jegliche Ängste bezüglich ihres niedrigeren Status gegenüber G - tt dienen, so sollten Menschen sich an ihnen (den Engeln) ein Beispiel nehmen und sich nicht davor fürchten eine Beziehung zu G - tt einzugehen sowie Ihm zu dienen. Dieses repräsentiert ein Ganzes, welches wir Menschen nur dann in der Lage zu vollbringen, wenn wir uns selbst als derlei Engel betrachten.

(Sefas Emet, Parshat Beha'alotecha 5636)

Antiker Kreuzritterstadtplan von Jerusalem

B"H

Der folgende Stadtplan Jerusalems stammt aus der Zeit der Kreuzritter (ca. 12. Jahrhundert).
Die Kreuzritter brachten ein unsagliches Leid und Elend über die Juden in Europa und in Israel. Als sich der antisemitische Kreuzritter - Mob auf den Weg ins Heilige Land machte und durch das Rheinland marschierte, wurden dort Abertausende Juden massakriert.



Rosh Chodesh Iyar - ראש חודש אייר


B"H

Heute und morgen (Donnerstag) feiern wir Rosh Chodesh Iyar (אייר), den Monatsbeginn des jüdischen Monat Iyar.

Offiziell stammt das Wort Iyar aus dem Babylonischen, doch das chassidische Buch "Bnei Yissachar" sieht die Buchstaben des Wortes als eine kabbalistische Abkürzung für die Anfangsbuchstaben von Avraham, Yitzchak, Yaakov und Rachel.

Wir sollen aus den Taten unserer Vorväter lernen und daher ist es dieser Tage Brauch, den Talmud Traktat Avot zu lernen. Im Monat Iyar hat ein jeder automatisch die Möglichkeit, täglich eine Mitzwah (eine gute Tat) zu begehen, denn wir befinden uns mitten in der Zählung des Omers (Sefirat HaOmer).

Jeder neue Monat steht gleichzeitig für einen Neubeginn in unserem Leben. Auch sollen wir G - tt danken, dass wir einen weiteren Monat überlebt haben.
Der Monat Iyar steht für Licht und ist lt. kabbalistischer (Book of Creation – Sefer Yetzira) sowie chassidischer (Bnei Yissachar) Literatur der Monat des Heilens. Der Frühling hat begonnen und auch wir erhalten neue Energien.

Laut Kabbalah (Sefer Yetzirah) hat jeder Monat einen eigenen Buchstaben, israelitischen Stamm, etc. Der Buchstabe des Monats Iyar ist das VAV ו, der Stamm ist Yissachar, der menschliche Sinn ist das Denken, das Sternzeichen ist der Stier und das Organ ist die rechte Niere.

Im Talmud Traktat Berachot 61b heißt es, dass die Nieren uns Rat geben und das Herz entscheidet, welcher Rat angenommen wird. Die Zunge artikuliert und der Mund beendet den Prozeß.

Am 14. Iyar (in diesem Jahr am 28. April feiern wir das sogenannte "Pessach Scheni", das zweite Pessach. Jeder sollte mindestens eine Mazza aufheben und an Pessach Scheni essen.
Pessach Scheni gab denjenigen Juden, die an Pessach selbst unrein waren, eine verspätete Chance, auch noch vom Pessachopfer zu essen.

Auch fällt das Fest Lag Be'Omer in den Iyar. Lag Be'Omer fällt dieses Jahr auf Montag abend und den darauffolgenden Sonntag 2. Mai.

Eine bekannte Yahrzeit (Sterbegedenktag) gibt es auch zu verkünden:
Der chassidische Rabbi Menachem Mendel von Vitebsk, 1730 - 1788, verstarb am Rosh Chodesh Iyar.

Chodesh Tov – חודש טוב - Allen einen tollen Monat Iyar.

Dienstag, April 13, 2010

"Remember Us" - Ein US - Projekt breitet sich aus

B"H

Eine Million Kinder kamen im Holocaust um. Tausende von ihnen waren zum Zeitpunkt ihres Todes noch nicht einmal im Bar Mitzwah Alter (13) und gerade zu ihrer Erinnerungen wurde das Projekt "Remember Us" ins Leben gerufen.

Warum ich über den Chassidismus schreibe

B"H

Gestern hatte ich eine Diskussion mit einer akademischen Künstlerin. Sie hat Kunst studiert und sammelt entweder alles, was mit Kunst zu tun hat oder bereist die Welt, um Museen oder Ausstellungen zu besuchen.

Ich erzählte ihr, dass ich über das Judentum, die haredische (ultra - orthodoxe) Welt sowie den Chassidismus schreibe.

Warum, fragte sie ?

Weil ich auf der Suche nach mir selbst bin. Ich war einmal mitten in der chassidischen Welt und scheiterte aufgrund von zuviel selbstauferlegtem Druck. Nun versuche ich einige alte Fehler zu reparieren und eventuell in die Gesellschaft zurückzukehren. Darum schreibe ich meine relig. Blogs.

Befassen wir uns nicht alle mit speziellen Themen, um uns selbst darin zu finden, fragte sie. Ich, zum Beispiel, finde mich selbst in der Kunst wieder. Ein Gebiet, welchem ich mich aller Leidenschaft nachgehe. Jeder von uns hat seinen eigenen Weg, sich selbst zu finden.

Der Ayalon Highway (Tel Aviv) am Yom Hashoah

Montag, April 12, 2010

Der Holocaust an den Chassidim

B"H

Bis vor wenigen Jahren war es in der chassidischen Gesellschaft unüblich, über seine persönlichen Erfahrungen im Holocaust zu berichten. Ich kenne sogar Chassidim, die es grundsätzlich ablehnten (und nach wie vor tun), irgendwelche Entschädigungsgelder aus Deutschland auch nur anzufassen. "Die Verwandten seien umgekommen und das deutsche Geld bringe niemanden mehr zurück", so die Reaktion auf meine Nachfrage. Eine Vergebung findet nicht statt.

Ich selber bin mit der chassidischen Gesellschaft mehr als verbandelt und beschäftige mich im allerhöchsten Maße mit ihr und an Gedenktagen auch mit der Holocaust - Geschichte der Chassidim. Nicht, dass heute mehr erzählt wird als zuvor, denn die chassidische Reaktion auf den Holocaust ist sehr schwer zu erklären und für den Leser noch viel komplizierten zu verstehen bzw. nachzuvollziehen. Der Holocaust wird in kabbalistische sowie chassidische Lehren transformiert und gerade diese Tatsache verkompliziert alles für den Außenstehenden. Andererseits finden die Chassidim auf diesem Wege Erklärungen, die anderen wiederum verborgen bleiben.

Zuerst einmal erwarteten die Rabbiner zur Zeit der Shoah keinen Holocaust. Man kann einwerfen, dass schon der Chafetz Chaim vor seinem Tode im Jahre 1933 eine unendliche Katastrophe vorhersagte, aber wer sieht einen Holocaust solchen Ausmasses kommen ?
Die Juden Osteuropas waren Pogrome gewöhnt. Immer gab es dort Judenhass und wen interessierte Hitlerdeutschland ? Wer rechnete mit einem Krieg ?

Bis zum Einmarsch der deutschen Truppen in die Ostgebiete, gingen die Chassidim ihrem gewohnten Alltag nach. Nichts deutete auf irgendetwas hin. Manche Chassidim machten Aliyah nach Israel, aber das hatte nicht unbedingt etwas mit dem Nazismus in Deutschland oder Österreich zu tun. Stattdessen wollte man im Heiligen Land gemäss der Thora leben. Zionismus was verpönt und wurde von den Chassidim grundwegs abgelehnt. Wer habe das Recht, einen eigenen Staat zu deklarieren, wenn dieser nicht nach der Thora regiert wird ?

Nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Polen verliess kein chassidischer Rebbe seine Chassidim. Bei der Bildung von Ghettos waren es gerade die Rebben, welche ihren Anhängern sowie anderen Juden Kraft gaben. Die Gestapo und die SS konzentrierten Hass und Gewalt gerade gegen den Rebben einer Gruppe. Bei Übergriffen kam der Rebbe als erster an die Reihe. Der Ostrowtzer Rebbe wurde öffentlich erschossen, denn die SS wollte die Moral seiner Gemeinde brechen. Zwanzig seiner Anhänger wollten sich für den Ostrowtzer Rebben opfern. Die Deutschen akzeptierten den Deal, erschossen aber letztendlich die Chassidim samt dem Rebben.

Die Chassidim hingegen versuchten, das Leben ihres Rebben retten und so kam es zu internationalen Hilfsoperationen, um die Rebben in Sicherheit zu bringen. So geschehen bei Satmar, Gur, Belz, Bobov und Klausenburg. Einige dieser Rebben wurden hinterher kritisiert, ihre Chassidim im Stich gelassen zu haben; u.a. der Satmarer, der Gerrer (Gur) sowie der Belzer Rebbe.

Der chassidische Tisch mit dem Rebben am Schabbat wurde auch in den Ghettos fortgeführt, wie bei Karlin, Zichlin, Belz oder Dzikov. Und wer kennt nicht die Lehren des "Esh Kodesh - Rabbi Kalonymus Kalman Shapira", der da im Warschauer Ghetto schrieb, dass die Juden ihr Erbe bewahren müssen. Niemals darf G - tt aus dem jüdischen Leben ausgeschlossen werden. Rabbi Shapira wurde im Jahre 1889 in Polen geboren und im Jahre 1943 bei Lublin von den Deutschen ermordet.

Tzvi Rabinowicz schreibt in seinem Buch "The Encyclopedia of Hasidism", dass chassidische Melodien ausgerechnet in den Ghettos entstanden. Der Gerrer (Chassidut Gur) Chassid Shlomo Zelichovsky sang noch die Melodien als er zum Galgen geführt wurde. Dieser berühmte Vorfall veranlasste den Holocaust - Dichter Yitzchak Katzenelson eine Gedicht mit dem Titel "Dos Lied wegen Shlomo Zelichovsky" zu schreiben.

Egal, welchen Leiden die Chassidim ausgesetzt waren, stets hielten sie das Studium der Thora aufrecht. Der Schabbat sowie die Feiertage waren präsent und somit entstand enebso eine spirituelle Opposition gegenüber dem deutschen Feind. Andere beteiligten sich an den bewaffneten Aufständen gegen die SS und Wehrmacht.

Aus den eigenen Reihen kam gleichermassen Kritik. Der seinerzeit berühmte Rabbi Yissachar Shlomo Teichtal verfasste ein Buch, in welchem er die Juden Europas beschuldigt, tatenlos bei ihrer eigenen Ermordung zuzusehen und nicht nach Israel ausgewandert zu sein. "Esh Kodesh" hingegen betrachtet den Holocaust eher typisch chassidisch: Nämlich als einen Glaubenstest G - ttes.

Nach dem Krieg bauten die Rebben ihre alten Gemeinden wieder auf. Nicht mehr in Osteuropa, sondern in den USA oder Israel. Osteuropa besteht heutzutage aus Friedhöfen und Massengräbern.

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Quelle:

"The Encyclopedia of Hasidism"
von Tzvi M. Rabinowicz


Link:

Chassidischer Tisch in Toldot Aharon

B"H

Am vergangenen Schabbat war ich wieder einmal in Mea Shearim eingeladen, wo ich mittlerweile mehrere Familien unterschiedlicher chassidischer Gruppen kenne. Mit zwei Familien bin ich seit weit mehr als zehn Jahren gut befreundet und beide Familien wollen mich in "ihre haredische (ultra - orthodoxe)" Welt zurückbefördern. Ganz so wie in alten Zeiten halt und ich solle mich endlich einmal aufraffen und entscheiden. Keine Ausflüchte mehr und eine Bekannte davon schwang sich zu meiner "Mea Shearim Mutter" auf und wir telefonieren mehrmals pro Woche. Natürlich wird auch ständig das Thema "Religiös" von hinten bis vorne diskutiert.:-)

Die Mea Shearim - Welt am Freitag abend, Erev Schabbat, einem Außenstehenden zu beschreiben, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Selbst wer sich als Tourist durch den Stadtteil bewegt, bekommt nie das mit, was er erleben würde, wäre er Mitglied der haredischen Gesellschaft oder kenne er dort die Bewohner.

Obwohl totmüde, raffte ich mich zum Schabbatessen auf und sass fast zwei Stunden nach Beginn des Schabbat in einem Mea Shearim Wohnzimmer. Vollgepackt mit Möbeln älteren Baujahres, dem traditionellen Kerzenleuchter an der Decke und weit mehr als zehn Enkelkinder liefen auf und ab.

Wer hier herumfragt, ob er Madonna oder Michael Jackson kennt, stößt auf ein überdeutliches NEIN. Kein Interesse an einer anderen weltlichen Welt, sondern allein die Thora zählt. Meine Gastgeber (Freunde) sind stolz auf ihre Kinder und Enkel. Die älteste Enkelin heiratet kurz nach Schavuot im Mai / Juni einen Chernobyler Chassid und alle sind aufgeregt, sobald das Thema "Heirat" aufkommt.

Es wird sich auf das positive Thoraleben und nicht den Klatsch drumherum konzentriert. Falls einmal jemand eingeladen wird, dann sind das Juden aus haredischen Yeshivot (Schulen) oder jene, die einmal dort lernten oder sich zumindest in der haredischen Gesellschaft bewegen / bewegten. So hält es auch die Rebbitzen der Chassidut Toldot Aharon gleich nebenan, wenn sie zum Schabbat einlädt. Normalerweise machen solche Telefonnummern in haredischen Yeshivot / Seminaren die Runde und niemals außerhalb.

Nach dem Essen und einer langen (üblichen "Religiös - Diskussion) wollte ich kurz zu einem der chassidischen Tische eines Rebben in der Nachbarschaft gehen. Bei den Toldot Avraham Yitzchak war nichts und alles duster und so versuchte ich mein Glück mit zwei israelischen Seminarmädels, die ich unterwegs traf, bei den Toldot Aharon gleich um die Ecke. Obwohl dort auch die Eingänge eher unbelebt waren, fand ein Tisch statt. Rebbe David Kahn aß gerade seine Hühnersuppe und an seinem ewig langen Tisch sowie drumherum auf den Metalltribünen hatten sich zahlreiche Chassidim versammelt. Im Verlauf der Nacht sollten es einige Hundert werden.

Auf der Frauenempore war nicht viel los, was normalerweise nicht so ist. Dann nämlich quetscht man sich im Gedränge nach vorn an die Glasmechitzah (Trennwand zu den Männern im Erdgeschoss) und steht (oder sitzt) wie eine Ölsardine da.

Ich fand einen tollen Stehplatz; hätte ich gesessen, wäre ich womöglich vor Müdigkeit eingeschlafen. Plötzlich kam eine in Weiss gekleidete Frau auf die zwei Seminargirls und mich zu. Den Frauen um uns herum hatte sie kleine weisse Zettel ausgeteilt und jetzt waren wir an der Reihe. Ich fragte sie, ob sie Tehillim (Psalmen) verteile und sie bejahte. Das Austeilen von Tehillim unter den Frauen bei chassidischen Tische ist durchaus keine Seltenheit.

Die Frau teilte Zettel mit unterschiedlichen Tehillim - Tagen und Nummern aus. Wir sollen für gekidnappte israelische Soldaten beten, meinte sie zu mir. Die Frau war kein Mitglied der Toldot Aharon und ich schätze einmal frei heraus, dass sie den Breslovern nahesteht.
Ich bekam den Freitag aufgedrückt, der mir gut passt, denn dann habe ich etwas Zeit.

Die Frau zog weiter und die Seminargirls wollten heim. Ich blieb und kurz darauf erschien die Toldot Aharon Rebbitzen. Wir kennen uns etwas, da wir schon einige Male miteinander redeten und ich einmal zu ihrem Unterricht (Schiur) erschien.

Wie ein chassidischer Tisch abläuft ?
Der Rebbe kommt herein, macht Kiddusch (Segnung des Weines) und viele Rebbes essen dann ein kleines Schabbatmahl. Dabei teilen sie immer wieder ihr Essen mit den anwesenden Chassidim, denn Essen, worüber der Rebbe einen Segen sprach, erhöht auch die Seelen der Chassidim. Deswegen wird sich stets um ein paar Brösel des Essen vom Rebben gedrängelt.

Lieder mit chassidischen Melodien werden gesungen und es kommt eine unbeschreibliche Atmosphäre auf. Jeder Rebbe pflegt seine individuellen Gewohnheiten und mir fällt es normalerweise leicht, mit den Frauen einer Gruppe ins Gespräch zu kommen. Wenn, dann stets über die Religion und das chassidische Leben. Wer kennt wen und so trifft eines auf das andere.

Um die wahre Bedeutung eines Tisches zu verstehen, sollte man sich mit der chassidischen Gesellschaft aus dem relig. Chassidismus heraus bewegen. Ansonsten schaut ein Besucher einmal hin, doch richtige Einblicke bleiben ihm fremd und verborgen.

Sonntag, April 11, 2010

Yom Hashoah (Holocaust - Gedenktag) in Israel


B"H

Heute abend um 20.00 Uhr beginnen in Israel die offiziellen Gedenkveranstaltungen zum nationalen "Yom Hashoah".

Hier eine Auflistung:

Joseph Albo und der kirchliche Missionswahn




B"H


Im frühen Mittelalter und sogar schon zu Zeiten des Rabbi Saadia Gaon (verstarb im Jahre 942) legten Rabbiner sowie jüdische Philosophen die Grundregeln des jüdischen Glaubens schriftlich fest:


Wer ist G - tt ? Wie agiert Er gegenüber uns Menschen und wie nehmen wir Ihn wahr, wenn Er weder Form noch Gestalt besitzt ? Was will Er uns sagen und existiert das G - ttesprinzip der "Belohnung und Strafe" ?

Rabbiner sowie Philosophen diskutierten diese Themen in aller Bandbreite, aber die Frage ist, warum geschah dies alles im frühen Mittelalter und danach ?


Hierauf gibt es mehrere mögliche Antworten:

1. Der Kult der Karaiten war zu bestimmten Zeiten eine Gefahr für das Judentum. Die Karaiten behaupteten, dass nur die schriftliche Thora und nicht die mündliche Überlieferung, der Talmud, Gültigkeit besitzten. Alles in der Thora verfasste wurde von den Karaiten wörtlich genommen. Einer der vehementesten Gegner der Karaiten war Rabbi Saadia Gaon.


2. Jüdische Religionsgrundsätze im Kampf gegen die christliche Mission der katholischen Kirche in Europa.


3. Jüdische Grundsätze sollten nach der Zweiten Tempelzerstörung aufrechterhalten bleiben. Dies vor allem bei den Diasporajuden, die bis heute fremden Einflüssen (z.B. Religionen) ausgesetzt sind.

Jüdische Glaubensinhalte finden wir u.a. bei Saadia Gaon, Rabbi Yehudah HaLevi (wurde im 12. Jahrhundert von einem Araber ermordet, bekannt durch sein Buch "Der Kuzari"), dem Rambam (Rabbi Moshe Ben Maimon, 1135 - 1214) bis hin zum jüdischen Philosophen Joseph Albo, 1380 - 1444, welcher in Spanien lebte. Erneut sehen wir, welchem immensen Einfluss das spanische Juden - bzw. Gelehrtentum auf das allgemeine Judentum besass.


Albos Hauptwerk ist das Buch "Sefer Ha - Ikkarim". Er selbst lernte bei einem der berühmtesten Philosophen der Zeit, nämlich Chasdai Crescas, 1340 - 1410). Crescas verfasst, u.a., eindeutige Philosophien gegen das Christentum aus jüdischer Sicht.


Immer und immer wieder organisierte die katholische Kirche Spaniens aggressive Tribunale. Päpstliche Abgesandte trafen sich mit jüdischen Gelehrten zu öffentlichen Religionsdisputen. Die Kirche wollte den Juden beweisen, dass das Christentum die richtige und herrschende Religion sei. Das Problem allerdings bestand darin, dass die Juden derlei Dispute immer gewannen und die Kirchenoberen mächtig sauer, sprich mit Pogromen aller Art, reagierten. Die Kirche wollten unter allen Umständen den Talmud als FALSCH deklarieren, was ihr jedoch bis heute niemals gelang !


Die berühmteste Auseinandersetzung dürfte jene zwischen Pablo Christiani und dem Ramban (Rabbi Moshe Ben Nachman, 1194 – 1270) gewesen sein. Dies war im Jahre 1263 in Barcelona. Der Ramban gewann die Diskussion, musste jedoch letztendlich vor den christlichen Herrschern flüchten, denn die fanden eine erneute Niederlage gar nicht lustig.


Im dritten Band seines Buches "Sefer Ha – Ikkarim" setzt sich Joseph Albo in Kapitel 25 mit dem Christentum auseinander. Gewappnet war er, denn nahm er doch selber an einigen Disputen mit Kirchenoberen teil. So geschehen im Jahre 1413.


In Kapitel 25 beschreibt Joseph Albo eine Diskussion mit einem Christen, in welcher Letzterer das Gesetz Moses als imperfekt ansieht. All das Abschlachten der Tiere für die Opferungen. Beim christlichen Meschiach J. sei alles spiritueller und reiner, denn man trinke / esse halt Wein und Brot. J. predigte die Reinheit des Herzens und das allein täte den Menschen vor der Hölle bewahren.


Albos Antwort:

All die Statements des besagten Christen basieren auf Unwahrheiten und dem Wissensmangel bezüglich der Thora. Ein Mensch kann G – ttes Wunder (Beispiel: die Spaltung des Roten Meeres) glauben oder auch nicht. Unser Verstand zumindest kann sich solch ein Event vorstellen. Was aber, wenn es heisst, dass ein Körper an zwei Orten gleichzeitig auftritt. Was passiert dann mit unserem Verstand ? Kann er dieser Theorie noch folgen ? Nein.



Kein einziges Wort in der Thora ist überflüssig ! Alles hat seinen Platz und will uns etwas lehren. J. dagegen gab keine Gesetze weiter, sondern er befahl seinen Anhängern den Gesetzen Moses (der Thora) zu folgen. Die Gospel enthalten keine Gesetze, sondern nur die Beschreibung des Leben des J. Insgesamt bewegen sich die Inhalte in Parabeln und Metaphern, welche für eine Gesetzgebung untauglich sind.


Die Thora stellt sehr klar dar, dass die Menschheit das innere Wesen G – ttes nicht in der Lage ist, zu erfassen, zu definieren oder zu begreifen. Was die Thora nicht tut ist, eine eventuelle Dreifaltigkeit zu erwähnen. Aus dem einfachen Grund, weil das Konzept einer Dreifaltigkeit unwahr ist und die Thora keine Unwahrheiten erwähnt. G – tt ist EINS und teilt sich nicht in drei einzelne Wesen auf. G – ttes Perfektion besteht in Ihm und hängt von keinem andere Wesen ab.


Joseph Albo weiter:


Christen besitzen keine einzige Bestätigung dafür, dass ihr Glaube der richtige ist; Juden schon. Der Talmud Traktat Yoma 39a berichtet uns, wie sich einst im Zweiten Tempel am Yom Kippur (Versöhnungstag) ein rotes Band weiss färbte.


Das Wohlbefinden einer Nation ist kein Beweis für den Glauben innerhalb einer Nation. Für die Juden gehen die Wunder bis heute weiter. Allein schon das Überleben des jüdischen Volkes über Tausende von Jahren in der Diaspora und den Pogromen.
Hierbei ist der Glaube die Grundlage, doch der Glaube an unvorstellbare Wunder allein liefert keinerlei Perfektion der eigenen Seele !


Freitag, April 09, 2010

Schabbat Schalom


Die Nana - Breslover Chassidim in Tel Aviv (nahe des Strandes)



B"H

Noch im sonnigen Tel Aviv, doch nachmittags erfolgt der routinemässige Trip nach Jerusalem. Am kommenden Montag gedenkt Israel am Yom Hashoah der Holocaust - Opfer und schon jetzt sind die Wochenendausaben der Zeitungen voll mit Berichten Überlebender. Gedenkveranstaltungen werden veröffentlicht. Eine davon findet am 12. April auf dem Alten Friedhof von Holon (nahe Tel Aviv) statt. Dort gedenkt man, u.a., dem 66. Jahrestag der Zerstörung des Ghetto Lodz von den Nazis.

Ich werde versuchen, bis zum Montag einige kleinere Artikel zum Holocaust zusammenzustellen. Nebenbei aber berichte ich momentan über einen weiteren Holocaust (der Holocaust in der Nazizeit war eine weitere Epoche in der jüdischen Pogromgeschichte), nämlich der Inquisition und hierbei vorerst von der spanischen. Die kollektive Abschiebung der spanischen Juden und dem antisemitischen Herrscherpaar Ferdinand und Isabella von Aragon im Jahre 1492.

Ich will den Holocaust nicht mindern, doch wer eigentlich denkt an den HEUTE stattfindenden Holocaust der Juden ? Christliche Missionare ziehen aus, um jüdische Seelen zu vernichten und wer ihnen unterliegt, der begibt sich direkt in den momentan stattfindenden Holocaust.

"Schabbat Schalom" an alle Leser !

Donnerstag, April 08, 2010

"Die Herkunft der sephardischen Juden" - Die Ausweisung der spanischen Juden im Jahre 1492


Das Dokument der Ausweisung der Juden aus Spanien. Erlassen am 31. März 1492, in Kraft getreten am 31. Juli 1492. Den vollständigen Inhalt des Erlasses gibt es HIER einzusehen !




B"H

Sind deutsche, österreichische oder schweizer Juden in der Lage, etwas mit dem Begriff "Sephardisches Judentum" anzufangen ?
Soviele Sepharadim hat Europa nicht; in den USA leben ganze sephardische Gemeinden und selbst der amerikanische ARTSCROLL Verlag entwickelte ein sephardisches Gebetbuch (Sidur).


Sephardische Juden, das sind, u.a., Juden aus Marokko, Algerien, Tunesien, Kurdistan, dem Iran oder dem Irak. Jemenitische Juden spielen in Israel sind selten eine Sonderrolle genauso wie die syrischen Juden.

Sephardische Juden unterliegen oftmals anderen Bräuchen als ihr aschkenazischer (europ. Juden) Gegenpart. Die Sepharadim sagen über sich selbst, dass SIE es sind, welche das authentischere Judentum leben. Das mag in vielen Fällen der Richtigkeit entsprechen. Insgesamt aber nahmen sie im Laufe der Jahrhunderte Bräuche / Traditionen aus ihren arabischen "Heimatländern" an. Dies jedoch trifft genauso auf aschkenazische Juden zu. Man schaue nur auf die deutschen Juden vor dem Ersten Weltkrieg; wie ausgesprochen DEUTSCH sie sich gaben und auch sein wollten.

Wie aber kam es zur Trennung zwischen aschkenazischen und 
sephardischen Juden ?

Spätestens nach der Zweiten Tempelzerstörung durch die Römer im Jahre 70 unserer Zeitrechnung, wurden die Juden in alle Herren Länder verstreut. Viele von ihnen nach Babylon, aber auch nach Europa. Im Laufe der Jahrhunderte nahm das einst wichtige "jüdische" Babylon immer mehr an Bedeutung ab, denn der Islam kam auf. Tausende Juden suchten neue Länder, in denen es ihnen gutgeht und so kam ziemlich schnell Spanien in Betracht. Nach Babylon wurde Spanien zur jüdischen Hochburg, denn dort konnte man sich entwickeln und es gab berühmte jüdische Schulen, Rabbinerseminare sowie Gelehrte. Im frühen Mittelalter wurde Spanien zur kabbalistischen Hochburg. Auch der "Zohar" wurde dort im Jahre 1290 von Rabbi Moshe DeLeon veröffentlicht.

Unter den moslemischen Herrschern Spaniens ging es den Juden immer noch besser als unter den nachfolgenden christlichen Herrschern, denn die begannen mit Zwangskonversionen zum Christentum, Pogromen sowie der Inquisition.

Im März 1492 beschloss das katholische antisemitische Königspaar (beide waren gleichfalls Cousin und Cousine zweiten Grades) Isabella von Castile und Ferdinand von Aragon die Ausweisung der Juden aus Spanien. 200,000 spanische Juden sollten entweder zum Christentum konvertieren, was ihnen erlaubte, in Spanien zu bleiben oder sie mussten das Land sofort (am 30. Juli 1492) verlassen.



Die Ausweisung der Juden aus Spanien war eine Idee der Spanischen Inquisition gewesen. Unter der Leitung des Dominikanerpaters Thomas de Torquemada, der da befürchtete, dass die Christen Spaniens von den Juden relig. beeinflusst werden könnten und so aus den willigen Schäfchen Rebellen werden, die da zu hinterfragen beginnen, was es sich eigentlich auf sich hat mit dem von der katholischen Kirche auserwählten J. Meschiach. Die Inquisition selber war vom Herrscherpaar Ferdinand und Isabella ins Leben gerufen worden.


Die Mehrheit der Juden weigerte sich, zum Christentum zu konvertieren und so flüchtete man vor den Fängen der Inquisition nach Nordafrika, in die Türkei, nach Portugal (von dort wurden die Juden wenige Jahre später verbannt) oder nach Italien.

Juden, die sich zur Konversion bereiterklärten, wurden "Conversos" genannt. Die meisten von ihnen konvertierten nur vordergründig zum Christentum und praktizierten insgeheim weiter ihr Judentum (Marranos). Ganz zum Missfallen der Inquisition der katholischen Kirche, die da nicht wenige ertappte Marranos auf dem Scheiterhaufen verbrannte.

Bräuche marokkanischer Juden

B"H

Längst gebe ich nicht alle Details in einem Zusammenhang wieder, sondern aufgrund der riesigen Bandbreite an Material, verlege ich mich auf Fortsetzungen.

Wie wir soweit lernten, bildeten insbesondere ehemalige spanische Juden das Judentum Nordafrikas. Nach der Ausweisung aus Spanien (im Juli 1492) durch das Herrscherpaar Isabella und Ferdinand sowie die von ihnen ins Leben gerufene Inquisition, zog es zahlreiche Juden, u.a., nach Marokko.

Und wir wir ebenso lernten, eigneten sich marokkanische Juden (sowie die Sepharadim insgesamt) eigene Bräuche an, die sich wesentlich von denen der aschkenazischen Welt unterscheiden. Moche (Moshe) Gabbay, selbst marokkanischer Abstammung und Buchautor, beschreibt einen speziellen Brauch bei der Pessachseder. Marokkanische Gastgeber pflegen den Pessachteller über dem Kopf des Gastes zu zirkulieren. Diesen Brauch erlebte ich einmal selbst mit; und zwar bei einer Pessachseder beim Chabadrabbiner Hadad von Brüssel im Jahre 2000. Soweit mir bekannt ist, stammt Rabbi Hadad aus Italien und seine Frau aus Belgien. Allerdings ist es im Judentum so, dass die Familie samt Ehefrau sich nach der Tradition des MANNES richtet und somit folgt Frau Hadad dem sephardischen Ritus ihres Mannes.

Der Sederteller wird deshalb über dem Kopf des Gastes geschwenkt, da der Brauch wiederum auf einem anderen Brauch basiert. Nämlich, dass der Sederteller vor dem Lesen der Pessachhaggadah hochgehoben werden soll. Laut Kabbalah stehen bei der Pessachseder die oberen spirituellen Welten im Einklang mit den unteren spirituellen Welten und der zirkulierende Teller symbolisiert bereitet unsere sterbliche Seele sozusagen auf den spirituellen Aufstieg vor.

Dazu feiern marokkanische Juden einen Tag nach Pessach ihre "MIMUNA". Ein Event, welches vornehmlich draussen im Garten oder in Parks mit Barbecue und Singsang stattfindet. Moche Gabbay schreibt hierzu in seinem Buch "Racines (Roots) - Folklore des Juifs du Maroc", dass Mimuna von anderen Kulturen übernommen worden sein könnte. Rabbi David Sebag (1870 - 1950) berichtet in - "Assorted Herbs", Casablanca 1943 - über die Mimuna - Tradition:

Unsere Vorväter sagten einst, dass die Juden so glücklich waren, das von G - tt erlassene Pessach freudig gefeiert und hinter sich gebracht zu haben, sodass sie ihr Verlangen nach dem Meschiach speziell in ihren Synagogen feiern sollten.
Chabad unterliegt keinerlei Mimuna doch ist es eine Chabad Tradition am Abend des siebten Pessachtages eine "Se'udat Meschiach - Meschiachmahl" abzuhalten. Dann nämlich sei das Verlangen nach dem Meschiach sowie dessen "Anwesenheit" extrem stark ausgeprägt.
Mag sein, dass beide Wurzeln zum Thema "Meschiach" und "Pessach" zusammenhängen. Das Mimuna der marokkanischen Juden zumindest repräsentiert den Glauben und die Sehnsucht nach der Ankunft des Meschiach.

Die bedeutungsvollsten Merkmale des jüdisch - marokkanischen Kulturerbes sind jedoch die liturgische Poesie und die Musik. Jeder Feiertag besitzt seine eigenen Melodien; vor Pessachbeginn selbst jede einzelne Thoralesung wie Zachor, Schekalim sowie am Schabbat Hagadol vor Pessach.

All diese Bräuche könnte man glatt mit den chassidischen unserer oder vergangener Tage (nach dem Tode des Baal Shem Tov im Jahre 1670) vergleichen. Zu bedenken sei an dieser Stelle jedoch, dass die jüdisch - marokkanische Folklore viel älter ist als die Wiederbelebung des Chassidismus durch den Baal Shem Tov im 17. Jahrhundert.

Die gravierensten Einflüsse auf das jüdische Leben in Marokko stammen eindeutig aus der goldenen Zeit in Spanien. Aus einer Zeit, in der sich Juden fast ungehindert bewegen konnten und das spanische Judentum in einer Blüte stand, welche wir uns heutzutage kaum mehr vorstellen können. Hinzu kommt, dass die Mehrheit der marokkanischen Juden Nachfahren jener Juden sind, welche im Jahre 1492 Spanien verlassen mussten. Eben weil sie Juden waren und bleiben wollten.

So verwundert es keinesfalls, dass die ersten Kommentare zum kabbalistischen ZOHAR (der ZOHAR wurde im Jahre 1290 von Rabbi Moshe DeLeon in Spanien zusammengestellt / verfasst) aus Marokko stammen.

Viel später kam ebenso der französische Einfluss in Marokko hinzu. Bis heute sprechen zahlreiche israelische marokkanische Juden Französisch. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die traditionelle Kleidung vielfach abgelegt und in eine europäische Kluft umgeschichtet. Und wie das so ist, jüngere Leute waren nicht mehr zu sehr an der Religion interessiert, rasierten sich ihre Bärte und Seitenlocken (Peyes) und lernten nicht mehr allzu viel Thora oder Talmud.

Immer mehr machten sich mehrere Gesellschaftsschichten bemerkbar: Die reichen aristokratischen marokkanischen Juden, deren Kinder eine erstklassige säkulere Ausbildung erhielten. Auf der anderen Seite die arme Bevölkerung, die sich oftmals dadurch bemerkbar machte, den Lebensstil des Westens zu imitieren. Dann wieder gab es Juden, die sich irgendwo dazwischen bewegten und andere hielten komplett an den alten Traditionen fest.

Bemerkenswert ist, dass keiner der Juden, egal, aus welcher Gesellschaftschicht, sich ganz von der Gemeinschaft und dem Judentum löste. Trotz unterschiedlicher sozialer Schichten blieb das Judentum stets eine Bastion.

Erst als die Marokkaner nach Israel einwanderten, wurde dies anders. Dann neigten sich die jungen Leute total des westlichen Traditionen zu. Nicht alle, doch viele von ihnen leben heute vollkommen säkuler, obwohl oftmals ein alter Traditionshauch wiederaufkommt.

Typische Berufe der Juden Marokkos waren der Schuhmacher sowie Händler / Geschäftsleute und Handwerker aller Art (Schneider, Sattelmacher, etc.). Den Moslems war das Arbeiten mit wertvollen Metallen verboten und so wurden viele Juden zu Goldschmieden.

Typisch für viele sephardische Juden ist der Glaube an den "Bösen Blick - Ayin HaRah" und es werden nicht selten rote wollene Bänder am Handgelenk getragen. Die Farbe ROT soll gegen den bösen Blick schützen. Ferner wird vielfach an magische Amulette geglaubt. Eine alte und auch einst deutschen Juden bekannte Tradition aus dem Mittelalter. Außerdem sehen marokkanische Frauen Gold als ein Statussymbol und tragen gerne viel Schmuck bei speziellen Anlässen.

Ich weiss nicht, ob die Wasserspiele zu Schavuot immer noch Bestand haben. In der Vergangenheit jedenfalls symbolisierten Wasserspiel unter Kindern sowhl als auch bei Erwachsenen (man bekippt sich teilweise mit Wasser) eine alte Tradition. Wasser symbolisiert die Thora, denn beides ist für uns lebensnotwendig. Ohne sind wir nicht in der Lage, zu existieren. Und da die Juden an Schavuot am Berg Sinai die Thora erhielten, entwickelten marokkanische Juden die Wasserspieltradition.

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Quellen:

1. RACINES (ROOTS) - Folklore des Juifs du Maroc
Von Moche (Moshe) Gabbay

Moche Gabbay wurde in Marokko geboren und machte im Jahre 1945 Aliyah nach Israel. Er war Kibbutzmitglied und Armeeoffizier. Überwiegend ist er bekannt wegen seiner Gemälde und Skulpturen.

2. Dr. Dan Manor
Department of Oriental Jewish Studies,
Ben Gurion University of the Negev, in seinem Vorwort zum Buch "RACINES".

Mittwoch, April 07, 2010

Das Rabbanut und seine "Pessach Koscheren Spezies "

B"H

Sonntag nachmittag, es war immer noch Pessach, räumten ich und einige meiner Kollegen die Bäckerei vom Schutt der Renovierungsarbeiten auf. Schutt und nicht Chametz (das an Pessach verbotene Getreide / Mehl). Wir schleppten Müllsäcke hinaus in den Abfallcontainer des Machane Yehudah Marktes und schoben die Tische sowie Maschinen wieder an die richtigen Plätze.

Man kann darüber streiten, ob eine Bäckerei an Pessach renoviert werden soll. Darf ein Jude einen Platz, an dem sich Chametz befindet, ausgerechnet an Pessach betreten ? Manche sagen ja, andere nein und so kommt es, dass einige Kollegen am vorletzten Tag von Pessach aushalfen, andere wiederum nicht.

Am frühen Nachmittag sahen wir, wie der Besitzer eines Restaurantes in der unmittelbaren Nachbarschaft in seiner Kochkleidung angerauscht kam. Zusammen mit zwei seiner arabischen Arbeiter ging es in das Restaurant und allesamt verschwanden in der Küche. Der Restaurantbesitzer hatte keinen offensichtlichen Grund, in seinem Restaurant an Pessach anwesend zu sein. Es war geschlossen, da es nicht koscher für Pessach geputzt worden war.

Was wir allerdings annehmen ist, dass der Besitzer kam, um spezielle Teige für sein Restaurantessen vorzubereiten und das ist an Pessach verboten. Den Teig zubereiten, kochen oder backen, darf man erst nach dem Pessachausgang und dieser war Montag abend. Dem Restaurantbesitzer jedoch schien Kaschrut egal zu sein und er machte sich an die Arbeit, damit am Dienstag der Betrieb gleich fertiges Essen auf den Tisch bringt.

Wüsste das Rabbanut (Jerusalemer Oberrabbinat), was sich in dem Restaurant abspielt, täten sie diesem ihr Hechscher (Koscherzertifikat) entziehen. Sofort und rigoros. Der Grund, warum ich den Namen des Restaurants nicht nenne ist, dass ich keine offiziellen Beweise habe, welche aufzeigen, dass tatsächlich Teig zubereitet worden ist. Warum aber sonst sollte ein Koch in seiner Kochuniform antanzen, wenn nicht zum Kochen ?

Besagtes Restaurant ist leider kein Einzelfall in Jerusalem und ich hörte so einiges. Restaurants mit Rabbanut Hechscher hätten schon eine Stunde vor dem Pessachende ihren Pforten geöffnet. Schade, dass keiner der Maschgichim (Koscherexperten) diese unkoscheren Machenschaften aufdeckt. Die Kundschaft geht davon aus, koscher zu essen und was sie tun ist, sich Chametz in den Mund zu schieben.

Parashat Schmini - פרשת שמיני


B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat


Parashat Schmini beginnt mit den Worten "Vayihi Bayom Haschmini - Und es war am achten Tag …". Wie wir bereits mehrere Male lernten, steht das Wort "Vayihi - ויהי" zu Beginn einer Thoralesung stets für eine Katastrophe, die noch folgen wird. Sprich, "Vayihi" leitet immer etwas Negatives ein. Unter anderem finden wir das Wort auch zu Beginn der "Megillath Esther - Buch Esther", welche wir vor wenigen Wochen an Purim lasen. Der Thorakommentator Ohr HaChaim erklärt, dass die "Anschei Knesset HaGedolah" des Zweiten Tempels die negative Bedeutung des "Vayihi" im Talmud Traktat Megillah 10 festlegten.


In der vorherigen Parashat Zav beauftragte G - tt Moshe, Aharon und Aharons Söhne mit den exakten Details der Tieropferungen. Raschi kommentiert zum "achten Tag", dass es sich hierbei um den Monatsbeginn des Nissan (ca. März / April) handelte. Rabbi Samson Raphael Hirsch sieht die Bedeutung des achten Tages als einen Neubeginn. Bei den sieben vorherigen Tagen in Parashat Zav handelte es sich um eine geschlossene Zeitperiode, in welcher es Moshe und Aharon noch nicht erlaubt war, das Allerheiligste (Ohel HaMoed) zu betreten. Jetzt aber, am achten Tage, gab G - tt weitere Gesetze und das Ohel HaMoed war mit inbegriffen. Demnach meint Rabbi Hirsch, dass die Israeliten von nun an eine neue, höhere Stufe (Level) beginnen.


Das Allerheiligste (Ohel HaMoed) im Mischkan (Tabernakel) sollte G - ttes "Wohnsitz" auf Erden darstellen. Innerhalb Seines "Auserwählten Volkes" wollte Er eine verstärkte Präsenz (Schechinah - Anwesenheit) zeigen. Und es war ebenso im Ohel HaMoed, wo G - tt mit Moshe von Angesicht zu Angesicht sprach.


In der Mitte von Parashat Schmini wird uns der Tod der Söhne von Aharon, Nadav und Avihu, übermittelt. Unzählige Kommentare gibt es hierzu; warum mussten Nadav und Avihu sterben, wenn sie G - tt doch nur ein Opfer bringen wollten ?


Waren sie betrunken und zu überschwenglich vor Freude ? Mussten sie sterben, weil sie ihr Leben zu arrogant gestalteten, indem sie nicht heiraten wollten, da sie keine Frau auf ihrem hohen Level sahen ? Oder war es ganz einfach nur das "fremde" Feuer, welches sie ins Ohel HaMoed brachten und G - tt dies ablehnte bzw. die Söhne bestrafte ? Fakt ist, dass G - tt genau festlegte, was wann geopfert werden soll und Nadav und Avihus Taten geschahen außerhalb dieser Vorschriften. Selbst wenn sie mit ihrer "freiwilligen" Opferung nichts Negatives im Schilde führten, so hätten sie sich dennoch an G - ttes Vorschriften halten müssen. Und das ist es, was das Wort "Vayihi" zu Beginn einleitete. Das Unglück der zwei Söhne Aharons. Weder Moshe noch Aharon wurden von Nadav und Avihu um Erlaubnis bzw. um Rat gefragt, sondern die Beiden handelten auf eigene Faust. Zu arrogant, wie manche Kommentatoren berichten.


Ist dies ein Hinweis darauf, was uns als "normalen" Juden geschehen kann, wenn wir uns nicht an G - ttes Gesetze halten bzw. führende Rabbiner nach einer exakten Gesetzesdefinition befragen ? Stehen wir über allem und können einfach so loslegen oder bestehen Grenzen ? Grenzen selbst dann, wenn wir eigentlich G - tt mit vollem aufrichtigem Enthusiasmus dienen wollen ?


Wie wir aus verschiedenen Talmudtraktaten, z.B., Menachot, Keritot (mit der Ketoret - Gewürzopferung), Yoma, Bechorot, Zevachim, usw., lernen sind die detaillierten Angaben dazu, wie genau die Opferungen zu erfolgen haben. Interpretationen und weitere Beschreibungen basierend auf den Thoragesetzen. Kann diese also jemand umgehen, nur weil er zu enthusiastisch ist und nichts anderes mehr sieht ?


Der Unterschied zwischen götzendienerischen Opferdienst und jüdischen Opferungen besteht darin, dass der Götzenanbeter seinen "Gott" gefügig machen will, damit dieser seine Wünsche erfüllt. Ein Jude aber stellt sich anhand der Opferungen in den Dienst G - ttes; oder anders herum: Der Jude will G - ttes Wünsche erfüllen und stellt nicht seine eigenen in den Vordergrund (siehe Kommentar von Rabbi Samson Raphael Hirsch). Weiter kommentiert Rabbi Hirsch, dass Nadav und Avihu deswegen mit dem Tode bestraft wurden, weil sie sich auf einem außergewöhnlich hohem spirituellen Level befanden. Immerhin waren sie die Söhne Aharons mit ihrer speziellen Cohen (Priester)aufgabe. Bedeutet, dass andere Juden nicht unbedingt mit dem Tode bestraft worden wären.


Wenn die Thora beschreibt, dass Nadav und Avihu durch Feuer getötet worden sind, dann wird allgemein davon ausgegangen, dass die Körper der Beiden intakt waren, doch das Feuer durch die Nase die Seelen entzog. Im Judentum (Kabbalah, Chassidismus - siehe u.a. den Sefat Emet von der Chassidut Gur) steht die Nase für den Zugang zur Seele.


Gegen Ende der Parasha legt G - tt die Kaschrutregeln fest: Ein koscheres Tier muss gespaltene Hufe haben sowie ein Wiederkäuer sein. Wiederkäuertiere besitzten vier Mägen (Rabbi Samson Raphael Hirsch).


Koschere Fische müssen über Schuppen und Flossen verfügen. G - tt lässt uns wissen, dass unkoschere Tier "unrein" und daher verboten sind (zum Verzehr). Insbesondere die Kabbalah geht davon aus, dass unkoscheres Essen die Seele (Neschama) eines Juden negativ beeinflusst. Die Thora gab uns diese Gesetze nicht unbedingt zum Wohle unseres Körpers, sondern ganz besonders zum Wohle unserer eigenen Seele. Die Moral steht hier an vorderster Stelle. Wir sollen unsere materiellen Bedürfnisse Wert legen und nicht alles essen, wonach der Körper verlangt (sprich: wie ein Tier). Falscher Materialismus soll hier ausgeschaltet werden und die Selbstkontrolle hervorgehoben werden.


Wo bleibt da unser G - tt gegebener "Freier Wille" werden einige fragen ? Wieso kann ich nicht selbst entscheiden, was ich verspeise ? Kann ich ja, nur gab G - tt eine gewissen Rahmengesetzgebung und innerhalb dieser ist es mir erlaubt, mich zu bewegen. Natürlich kann ich mir genauso ein unkoscheres Kaninchen servieren lassen und es verzehren. Dann nutze ich meinen Freien Willen halt zum Negativen. Einmal unkoscher essen, wird meine Seele schon nicht total kaputtmachen. Andere essen ja schliesslich auch unkoscher, so what ! Klar, kann ich mir das einreden und tun, was ich will, doch woher will ich wissen, welchen genauen Schaden ich dadurch erleide. Niemand von uns ist in der Lage, das abzuschätzen. Und ist es nicht gerade die Selbstkontrolle und Beherrschung, die uns vom Tier unterscheidet ?


Der Mensch ist dazu ausersehen, eine bestimmte Moral in dieser Welt zu repräsentieren und nicht wild seinen Gelüsten hinterherzulaufen. Der Sefat Emet (einer der früheren Rebben der Chassidut Gur) kommentierte zur Parasha, dass die Aufgabe des Volkes Israel (der Juden) darin besteht,, G - ttes Licht in diese materialle Welt zu bringen. Wir haben die Aufgabe, unsere Pnimiut (unser Inneres) zu stärken und dem Positiven entgegenzurichten. Durch die Einhaltung der Thoragesetze (so, wie G - tt es vorgab und nicht so wie wir meinen es sei schon richtig) bringen wir G - ttes Anwesenheit (die Schechinah) in diese Welt. Als Menschen haben wir unsere von G - tt gegebene Weisheit zu nutzen, welche uns gewisse moralische Grundsätze erkennen lässt.


Und was lernen wir letztendlich vom tragischen Tod Nadavs und Avihus ? Nicht immer können wir unseren Gefühlen nach reagieren, sondern müssen ebenso G - ttes Gesetze einhalten. Das Gefühl setzt NICHT alles andere außer Kraft, denn es bestehen Regeln !


Regeln, Regeln, alles nur Regeln … stimmt, aber genau deswegen ist es für einen Juden wichtig, sich mit dem Sinn der Regeln (Halachot) auseinanderzusetzen. Anhand von tiefgehenderen Schiurim (Vorträgen) weiser anerkannter Rabbiner, zum Beispiel. Chabad gibt online Auskunft und wer nach einer speziellen Erklärung sucht, der bekommt sie auch. Haben wir erst einmal den Sinn einer Halacha verstanden, fällt es uns wesentlich einfacher, das Gesetz auszuführen.


Schabbat Schalom

Wer oder was ist G - tt ?




B"H


Auszüge aus dem Buch "Derech HaShem - The Way of G - d" von Rabbi Moshe Chaim Luzzatto.


1. Jeder Jude muss sich dessen bewusst sein, dass ein höheres Wesen existiert. Ein Wesen ohne Anfang und ohne Ende, welches uns alle erschuf und am Leben erhält. Dieses Wesen ist G - TT.


2. Weiterhin ist es wichtig sich dessen bewusst zu werden, dass G - ttes wahre Natur von keinem anderem Wesen verstanden werden kann. Das Einzige, was wir über Ihn wissen ist, dass Er in JEDER Hinsicht absolut perfekt ist.


Diese Fakten übermittelten uns die Vorväter sowie die Propheten. Mit der Gabe der Thora an die Juden am Berg Sinai, wurde das jüdische Volk sich dieser Fakten mehr als bewusst. Danach lehrten sie es ihren Kindern, Enkeln sowie den nachfolgenden Generationen.


3. G - ttes Existenz ist unendlich. Niemals wird Er aufhören zu existieren.


4. Ebenso ist es wichtig zu wissen, dass G - ttes Existenz von nichts und niemandem abhängig ist.


5. G - tt verfügt über keinerlei Struktur oder Qualitäten. Jegliche Perfektion existiert in Ihm.


Hier ein kleines Beispiel:

Der menschliche Verstand funktioniert anhand von verschiedenartigen Abteilungen; jede mit ihrer eigenen Aktivität. Erinnerungen bilden eine Abteilung, die Lust eine andere, die Phantasie wieder eine andere, doch keine der Abteilungen kreuzt intern die andere.


Wenn aber G - tt spricht, bestehen keinerlei unterschiedliche Abteilungen innerhalb des Verstandes. Zuerst einmal besitzt Er Eigenschaften, welche uns völlig unbekannt sind, denn wir sind mit unserem eingeschränkten Verstand nicht in der Lage, diese zu erfassen, geschweige denn zu definieren. Seine Weisheit ist in jeglicher Form perfekt. Die wahre Gestalt aber besteht in Seiner Einheit. G - tt ist EINS und absolut perfekt.


Allein diese Darstellungen sind schon zuviel für unseren menschlichen Verstand. Was ist absolute Perfektion und was perfekte Weisheit ? Allein diese Eigenschaften können wir nicht verstehen, denn absolute Perfektheit wird nur von einem perfekten Wesen wie G - tt erfasst. Wozu wir Menschen in der Lage sind, ist unsere Phantasie, Weisheit oder unseren Intellekt in dem Rahmen zu benutzen, wie G - tt ihn uns hat zukommen lassen und nicht darüber hinaus.


Ferner ist G - tt von der Natur oder weiteren Existenzen total unabhängig. Er braucht uns nicht, um zu existieren, doch wir brauchen Ihn.


6. G - tt ist EINS ! Kein anderes Wesen besteht innerhalb G - ttes ! Oder anders gesagt: G - tt setzt sich nicht aus mehreren Existenzen zusammen. Nur ein einziges Wesen kann innerhalb dieser Perfektheit existieren.


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"Derech HaShem - The Way of G - d", Teil 1


Von Rabbi Moshe Chaim Luzzatto

Anti - Missionskongress, Teil 2

B"H

Am vergangenen Donnerstag fand in Jerusalem ein Anti - Missionskongress der nationalreligiösen Bewegung statt. Die Jerusalemer Yeshiva Machon Meir veröffentlichte nun die Diskussionen des Kongresses auf ihrer Homepage. Allerdings nur in hebräischer Sprache !

Dienstag, April 06, 2010

Marokkanisches MIMUNA Essen

Mimuna

B"H

Pessach ist vor wenigen Stunden zuende gegangen. Jedenfalls in Israel, denn in der Diaspora wird noch bis morgen (dienstag) abend gefeiert.
Jedes Jahr wieder gibt es in Israel ein riesen Aufsehen um das marokkanische MIMUNA. Mimuna beginnt wenige Minuten nach dem offiziellen israelischen Pessachende und wird bis zum darauffolgenden Tag gefeiert.

Hunderttausende Juden marokkanischer Abstammung leben heute in Israel. Ich hörte, dass die marokkanische Mimunatradition eigentlich von dem Wort "Maimonides (Rambam, 1135 - 1214) stammt. Marokkanische Juden weiten Pessach noch aus; dies jedoch mit Chametz, denn Getreide ist ja zu dem Zeitpunkt wieder erlaubt.

Die Mehrheit der marokkanischen Juden machte in den 50iger sowie 60iger Jahren Aliyah. Ganze Städte wie Beit Shean wurden fast ausschliesslich marokkanisch. Von den aschkenazischen Juden widerwillig beäugt, setzten sich immer mehr sephardische Juden gesellschaftlich durch. Mimuna, aber, die alte Tradition, wird aufrechterhalten. Mit marokkanischer Musik (heute wahrscheinlich mehr mit den hauseigenen Popstars Sarit Hadad und Kobi Peretz), gutem Essen und viel marokkanischem Tanz. Mittlerweile entwickelte sich der Feiertag des Marokkaner ebenso zum Tag der Politiker, denn sogar aschkenazische Politiker wie Schimon Peres oder Benjamin Netanyahu gehen auf die Mimuna - Parties. Der Public Relation wegen. 


Als die Nazitruppen Nordafrika besetzten, fanden auch in Marokko Judenpogrome statt. Synagogen wurden niedergebrannt und es fanden Gewaltakte gegen Juden statt.

Eine aktuelle Umfrage ergab, dass 51 % der eingewanderten marokkanischen Juden nach wie vor an den jüdischen Traditionen festhält und, u.a., die Kaschrut oder ein Schabbat einhält. Hier hat das Reformjudentum noch nicht um sich gegriffen und Traditionen für Null und Nichtig erklärt.

Dennoch sehen sich heute viele Marokkaner immer noch diskriminiert, denn nicht wenige Israelis sind der Ansicht, dass gerade diese Neueinwanderschaft ihrerzeit die Mafia nach Israel brachten. Man schaue nur auf die marrokanischen Familiengangs Alperon oder Abergel, die sich auf offener Straße gegen seitig abknallen.

Nichtsdestotrotz, HAPPY MIMUNA !



Mimuna - Barbecue in den Parks

Samstag, April 03, 2010

Die letzten Tage

B"H

Der erste sowie der letzte Pessachtag sind Feiertage mit den gleichen Regeln wie am Schabbat. In der Diaspora läuft dies etwas anders und es wird sogar ein achter Tag angehängt. Dennoch ist nicht alles genau wie am Schabbat, denn am Feiertag darf getragen und von einer bestehenden Flamme gekocht werden. Man zünde vor Feiertagsbeginn eine Kerze an und wenn gekocht werden soll, kann eine Flamme von der Kerze zum Herd transportiert werden.
Hört sich vielleicht seltsam und kompliziert an, ist es aber nicht.

Gestern abend war ich in einer Chabad Synagoge in Downtown Tel Aviv. Die Gemeinde dort besteht noch nicht allzu lange. In letzter Zeit jedoch entwickelte sie sich, aus meiner Sicht, zum Negativen. Bei den Frauen treffen sich all die Hippie - Super - Modern - Orthodox - Typen. Die Shlomo Carlebach - Generation aus Nachlaot mit kunterbunten Röcken über den Hosen und so. Ohne irgendwie konservativ oder wer weiss wie spiessig zu wirken, als Synagoge suche ich Ernsthaftes. Einen relig. Hintergrund mit, wenn möglich, einigen Rabbineransprachen mittendrin und keine Hippieshow. Von daher bin ich froh, morgen wieder in Jerusalem zu sein. Nicht unbedingt a la Mea Shearim, dennoch haredisch (ultra - orthodox) und mit interessanten Leuten.

Downtown Chabad wird in Zukunft auf mich verzichten müssen, denn ich fand die orthodoxe Synagoge in der Bugraschov Street. Auch Downtown, und viele sagten mir "Igitt, ultra, und so", aber immer noch besser als die fast Carlebach - Show bei den Frauen von Chabad an der Shenkin Street.

Morgen abend bin ich wieder in Mea Shearim eingeladen und dort ist es dann auch, wo die feiern stattfinden. Die Nacht zum siebten Pessachtag ist besonders spirituell, denn dann wurde das Rote Meer durchschritten. Viele Chassidim imitieren dieses Ereignis, indem sie etwas Wasser in ihren Synagogen verschütten und der Rebbe darin tanzt. Ein riesen Ereignis, welches erst weit nach Mitternacht zelebriert wird.

Allen noch tolle Pessachtage !

Freitag, April 02, 2010

Schabbat Schalom




B"H

An diesem Schabbat einmal wieder in Tel Aviv und ich bin mir noch nicht ganz darüber im Klaren, ob ich nicht doch hätte in die Heilige Stadt fahren sollen. Mit richtiger Schabbatatmosphäre und allem was dazu gehört. Andererseits will ich meine letzten Urlaubstage noch geniessen. Außerdem werde ich am sechsten (Sonntag) und siebten (Montag) Pessachtag dann doch noch in Jerusalem sein.

"Schabbat Schalom" an alle ! Auf das wir nicht zu sehr in der Sonne schmoren und ich mich in Rock und Synagoge stürze !

Donnerstag, April 01, 2010

ELIT auf unkoscheren Pfaden

B"H

Was passiert beim israelischen ELIT Konzern ?
Der Konzern ist für seine breite Produktpalette mehr als bekannt, doch bei der Schokolade scheint man es bei ELIT nicht allzu genau zu nehmen. Sämtliche Schokoladentafeln in regulären Supermärkten enthalten "Nochri Milchpulver - Milchpulver hergestellt von Nichtjuden", welches Haredim (Ultra - Orthodoxe) nicht konsumieren.

Ich bin in Israel und habe, so denke ich, ein Anrecht auf koschere Schokolade und was geschieht bei ELIT ? Das Resultat ist, dass ich in offenbar auf diese Firma verzichten muss. Es kann sein, dass ELIT mit zweierlei Maß misst und in haredischen Supermärkten seine Schokolade hergestellt aus israelischem Milchpulver verkauft. Bin ich somit gezwungen erst einen haredischen Laden aufzusuchen, damit ich eine koschere Tafel Schokolade bekomme ?

Nicht, dass das Nochri - Milchpulver völlig unkoscher ist, dennoch wird es aus kabbalistischen Gründen von vielen Juden nicht verzehrt. Trotzdem - eine Schande für ELIT !

Der alte / neue Antisemitismus




B"H

Diese beiden Statuen kenne ich schon Ewigkeiten aus dem Tel Aviver "Diaspora Museum". Statuen hergestellt vor mehreren Jahrhunderten, doch nach wie vor aktuell. Das Christentum (links) schaut auf das Judentum (rechts) hinab. Wenn sich nur die Juden bekehren liessen, dann könnten sie auch zu den Gewinnern gehören und würden nicht immer wieder als Pogrom - Looser dastehen.

Aber erstens wird ein falscher christlicher Meschiach das Judentum, die Thora und G - tt nicht verdrängen und zweitens ist es heute gar nicht mehr so sicher, ob das Christentum tatsächlich so oben auf ist. Europa ver - islamisiert sich und demnächst schaut vielleicht eine dritte Statue auf die auf die beiden bestehenden hinab.:-) Solange, bis der Meschiach kommt und die Thora sowie G - tt regieren.