Donnerstag, März 04, 2010

Es gibt sie

B"H

Wer weiss wieviele Male schon zum Thema "Konversion zum Judentum" berichtet worden ist. Konstruktives und weniger Konstruktives. Einseitiges und Kontroverses.

Wer aber berichtet über sie ?




Damit mich niemand falsch versteht: Das Photo hat nichts mit Konversion zum Judentum zu tun, sondern ich nahm es nur als kleines Beispiel zur Veranschauung.

ES GIBT SIE, die Konvertiten zum Judentum, die vor strengen haredischen (ultra - orthodoxen) Batei Din (rabbinischen Gerichten) konvertieren. Beispiel: Bei der antizionistischen "Edah HaCharedit" von Jerusalem.

Schon mehrere Male traf ich in Mea Shearim auf Frauen, die entweder zum Judentum konvertiert waren oder geborene Jüdinnen, die sich für ein "extremes" relig. Leben entschieden. Ich sage hier EXTREM, denn als solches wird es oftmals nur vom Aussenstehenden gesehen, doch nicht vom "Betroffenen" selber. Bisher lernte ich zwei Frauen näher kennen, die konvertierten und sich für ein Leben in einer der Edah angeschlossenen Gruppen entschlossen. Muss man deswegen so herumlaufen ?




Warum tun sich die Frauen soetwas an, werden sicher einige Leser fragen.

Tun sich diese Frauen tatsächlich etwas an, wenn sie absolut den Regeln der Nachbarschaft nach so super anständig gekleidet sind ?
Warum tun sie das und was bewegt sie dazu es zu tun ? Wobei viele Frauen der jeweiligen chassidischen Gruppe nicht alle so herumlaufen.

Am vergangenen Purim besuchte ich die Feier der chassidischen Gruppe Kretchnif in Mea Shearim. Dort geschah es, dass plötzlich eine junge absolut anständig gekleidet Frau den Raum betrat. Ihr Haar war, neben der üblichen Kopfbedeckung, mit einem Tuch verhüllt. Ihr weiter Umhang reichte um ihren gesamten Körper.

Nein, nein, keine Burka - Frau, sondern jemand, wie ich schätze, der chassidischen Gruppe Shomrei Emunim. Die Kretchnifer Frauen waren erstaunt und starrten die Frau an. Nicht zuletzt, weil man sie im ersten Moment gar für eine Araberin hielt. Die fremde Frau jedoch blieb beständig und schaute dem Kretchnifer Rebben bei seiner Feier zu, ohne die umstehenden Frauen zu beachten.

Jene Frauen der Toldot Aharon oder der Shomrei Emunim, die sich freiwillig so kleiden und später zu den jeweiligen Gruppen stiessen, entschliessen sich nicht selten zu einem hohen Mass (Level) an Anstand. Eine Freundin sagte zu mir: "Ich bin nicht konvertiert, um hinterher alle Mitzwot wieder sausen zu lassen und in meine Jeans zu schlüpfen. Ich bin konvertiert, weil ich nach der Konversion ein relig. Leben haben will und zusehe, mich auf einen gewissen Level hinzubewegen".

Jeden Dienstag geht sie zu einer Rabbanit (Frau eines Rabbiners) um deren Vorträgen zu lauschen. Frauen gehören zu den Zuhörerinnen, die ihr Leben auf einen höheren Level bringen wollen und vor mehr als einem Jahr sprach diese Rabbanit von der Anstandsrolle der Frau und wie sich sich vervollkommnen kann. Indem sie mehr Anstand in ihr Heim bringt. Meine Freundin dachte nach und überlegte, was sie denn daheim ändern könnte. Sie entschloss sich dann, dass wenn am Schabbat Gäste zum Essen kommen, Männer und Frauen in getrennten Räumen sitzen zu lassen.

Freunde von mir in Mea Shearim halten diese Tradition, sobald Gäste anwesend sind. Man sitzt in zwei miteinander verbundenen Räumen. Aus Anstandsgründen. Schwer zu verstehen, aber man gewöhnt sich recht schnell daran.

Weiterhin die Kleidung. Die zweite Freundin will ich einmal zu ihren Beweggründen befragen, doch kam irgendwie noch nie dazu. Als ich am Montag die Frau bei Kretchnif sah, fiel mir alles wieder ein. Es gibt tatsächlich Konvertiten zum Judentum, die es mehr als nur ernst meinen und nach der Konversion nach ihrer eigenen privaten Perfektion streben, die sie im relig. Judentum sehen. Nicht nur in der Religion, sondern in der Familie und im Umgang. Auch zu sich selbst. Eine Flucht vor irgendetwas oder eine Schizophrenie sehe ich darin nicht.


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Kommentare:

  1. B"H
    woow der artikel ist ein hammer du redest ueber eine seite die kaum jemand wirklich oder nur begrenzt
    offen diskutiert!!!!ch bin kein ger zeddek aber verstehen tue ich die ganz und gar ( baal tschuwa zusammen mit frau) du weisst nicht wie schwer das ist das man dir einreden will das du das falsche tust ein primitivling wirst und deine kinder dumm aufwachsen!!!!!
    und selbst in der orthodoxen welt sind richtige baale tschuwa aussen seiter!!!! der jetzer ha ra ist ueberall unglaublich es ist so schwer ich glaube die einzigen die das judentum halten sprich noch leben sind die chassidim und unter denen auch nicht alle ich will nicht verallgemeinern aber ich sehe es als jemand der in europa aufwuchs und dor tschuwa gemacht hat jetzt set schon knapp 2 1/2 jahren in israel lebt mit kind und kegel es war dort leichter als hier ich sage nur eins alam de schikra!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    gruss itzchak

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  2. B"H

    Ich habe sehr hohen Respekt vor diesen Frauen. Obwohl ich zwei davon sehr gut kenne, habe ich mich noch nicht dazu durchringen koennen, sie zu fragen, ob sie sich die Haare abrasieren etc.
    Es geht mich nichts an und irgendwie kenne ich ihre Reaktion im voraus. Die Antwort lautet sicher JA. Davon abgesehen, zieht sich eine der beiden ziemlich, wenn ich das einmal so nennen darf, burkamaessig an (ohne dass es sich um eine Burka handelt, sondern ich verwende diesen Ausdruck lediglich als Beispiel) und ich sehe sie als selbstaendige Frau, diw weiss, was sie will und kein schizophrenes durchgeknalltes konvertiertes Dummchen.

    Manche Frauen machen halt richtig ernsthafte Teschuva mit allem, was dazugehoert. Die Kleidung ziehen sie mehr fuer sich an, weil sie sich verperfektionieren wollen. "Das ist mein Level und hier sehe ich mich". - So die Ansichten.

    Fuer einen Aussenstehenden extrem schwer zu begreifen und es ist sehr schwer, an diese Frauen heranzukommen, wenn man sie nicht bei Anlaessen in Mea Shearim trifft und so mit ihnen ins Gespraech kommt.

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