Dienstag, Mai 22, 2012

Rosh Chodesh SIVAN - Beginn des jüdischen Monat SIVAN

Photo: Chabad.org
B"H

Heute begann der neue jüdische Monat SIVAN (Rosh Chodesh Sivan).
Jeder neue jüdische Monat steht gleichzeitig auch für einen Neubeginn in unserem Leben. Jeden Monat, ja, sogar täglich, haben wir die Möglichkeit, unser Leben zum Positiven zu verändern. Vor allem der Sivan repräsentiert einen Neubeginn, bekamen wir doch in dem Monat die Thora am Berg Sinai. Die Israeliten erhielten die Thora am Schabbat (Talmud Schabbat 88) und begannen somit ihr Leben völlig neu. 

Das kabbalistische Buch "Sefer Yetzirah" (The Book of Creation) lehrt, dass jeder jüdische Monat einen Buchstaben, ein menschliches Organ, ein Sternzeichen, einen israelitischen Stamm und einen Sinn repräsentiert. 

Der Buchstabe des Sivan ist das Zain ז. Im Hebräischen steht jeder Buchstabe gleichzeitig auch für eine Zahl und Zain steht für die Zahl 7. Im Judentum bedeutet die Sieben immer eine Vollständigkeit. Heißt, etwas ist vollkommen. G - tt erschuf die Welt in sechs Tagen und am siebten Tage ruhte Er. Die Erschaffung war demnach am siebten Tage komplett. Die Sieben des Buchstaben Zain drückt die Vollständigkeit aus, denn die Juden waren 49 Tage nach dem Auszug aus Ägypten würdig, die Thora zu erhalten. Genauso wie der Erschaffungsprozeß komplett war, so waren dies die Juden mit dem Erhalt der Thora. 

Der israelitische Stamm des Sivan ist der Stamm Zevulon. Die Mitglieder Zevulons waren erfolgreiche Geschäftsleute und mit ihrem erwirtschafteten Gewinn versorgten sie den Stamm Yissachar. Zwischen beiden Stämmen bestand diese besondere Verbindung: Yissachar lernt Thora und Zevulon kümmert sich um die Geschäfte und versorgt finanziell Yissachar. 

Auch heute finden wir genügend Beispiele für solch ein Vorgehen. Wenn ein Geschäftsmann nicht viel Zeit zum Thoralernen aufbringen kann, er jedoch Geld an religiöse Lehrinstitute (u.a. Yeshivot) spendet, dann wird ihm das genauso angerechnet als habe er selbst Thora gelernt. 

Das menschliche Organ des Sivan ist der linke Fuß und der Sinn ist das Gehen. Das Gehen drückt Fortschritt und Dynamik aus. Wir bewegen uns in eine andere Richtung fort, nämlich in die der Thora. Das Sternzeichen sind die Zwillinge, die wiederum symbolisch für Moshe und Aharon stehen. 

Der Feiertag des Sivan ist natürlich Schavuot (das Wochenfest). Schavuot begehen wir am 6. Sivan, welcher in diesem Jahr auf den Abend des 26. Mai bzw. Sonntag, den 27. Mai fällt. Am Samstag abend (26. Mai) beginnt Schavuot und nach dem abendlichen Festessen ist es Tradition, die ganze Nacht durchzulernen. Wer sich in Jerusalem befindet, der besucht am frühen Morgen (ca.4 oder 5 Uhr) die Kotel (Klagemauer) zum Morgengebet Schacharit. Tausende Juden werden durchlernen und in Israel, besonders in Jerusalem, werden kostenlose Programme angeboten. 

Wer als Tourist in Israel weilt, der sollte wissen, dass der kommende Sonntag ein Feiertag ist und dementsprechend keine Busse fahren und die Shops dicht sind. Das "normale" Leben beginnt erst wieder am Sonntag abend bzw. Montag ! 

Chodesh Tov - Eine guten, erfolgreichen und gesunden Monat Sivan !!!!

Am Grab des RAMBAM (Maimonides) in Tiberias


Ein Wahrzeichen, was man von Weitem erkennt: Das Gebilde am Grab des RAMBAM (Maimonides) in der Innenstadt von Tiberias in Nordisrael.



Unter dem Monument befindet sich das Grab des RAMBAM (Rabbi Moshe ben Maimon, 1135 - 1204).





Nicht direkt am Grab, doch an einer Hauswand in Tiberias: Ein Portrait des RAMBAM.

Photos: Miriam Woelke

HIER gibt es weitere Photos !


Warum der RAMBAM in Tiberias begraben liegt 

http://hamantaschen.blogspot.com/2010/11/warum-der-rambam-in-tiberias-begraben.html

Schavuot ist JETZT

B"H 

Am Samstag abend, gleich nachdem der Schabbat endet, beginnt der jüdische Feiertag SCHAVUOT (das Wochenfest). SCHAVUOT bedeutet übersetzt WOCHEN. Warum Wochen ? 

Mit dem Pessachfest vor fast sieben Wochen begann die Phase der OMER – Zählung, welche an Schavuot ihr Ende erreicht. Am Feiertag sind die sieben Wochen der Zählung komplett. 

Nur nebenbei erwähnt: Im Judentum hat fast alles eine Bedeutung und so auch die Zahl 7. Diese nämlich steht immer für etwas Ganzes, etwas Komplettes. Etwas ist fertig. Voll und ganz erschaffen, wie wir an den Tagen der Welterschaffung sehen und als G – tt am siebten Tage ruhte. Er hatte Sein Werk vollbracht und die Erschaffung war komplett. 

Ebenso steht an Schavuot die sieben (die sieben Wochen zwischen Pessach und Schavuot) für die Vollkommenheit einer Sache. Weiterhin bedeutet SCHAVUOT übersetzt auch EIDE (SCHWÜRE). Die Juden schworen den Eid, ein Leben nach der Thora zu führen. Wer sich mit dem Talmud etwas auskennt, der weiss, dass es einen Traktat gibt, der SCHAVUOT heisst. Dieser handelt nicht vom Feiertag, sondern von unterschiedlichen Eiden im Namen G – ttes. 

Vor mehr als 3300 Jahren erhielten die Juden am Berg Sinai von G – tt die Thora. Dies wird an Schavuot gefeiert, aber der Feiertag ist kein Jahrestag dieses Events. Vielmehr sollten Juden an jedem Schavuot die Thora wieder neu empfangen. Berg Sinai war kein einmaliges Event, sondern ein jeder von uns muss die Thora immer wieder neu für sich akzeptieren. Die Thora sowie der Talmud Traktat Sotah 9 ff. lehren, wie sich die Juden in der Wüste auf die Vergabe der Thora vorbereiteten. Nicht nur körperlich mir besonderer Reinheit, sondern genau so spirituell. 

Die Frage ist: Wie bereiten wir uns in dieser Woche auf das anstehende Schavuot vor ? Ich bin ein paar Tage ins einst kabbalistische Zfat in Nordisrael gefahren. Nicht wegen Schavuot, sondern weil ich gerade Zeit habe, bevor ich wieder mit anderen Dingen ausgebucht bin. Bedeutet die Fahrt nach Zfat und meine Unterkunft in einem relig. Hostel eine perfekte Vorbereitung auf Schavuot ? Nein, denn bisher habe ich noch gar nichts getan in puncto Schavuot. Ab morgen soll alles besser werden ! Jaja, ab morgen. Als ob wir das immer so einhalten. :-)

Andererseits, wie soll denn eine perfekte Vorbereitung aussehen ? Das muss jeder für sich entscheiden. Für mich sind die einmalige Landschaft Galiläas und ein Friedhofsbesuch am Grab des Kabbalisten Yitzchak Luria (1534 - 1572) äußerst positiv. Dazu vielleicht ein paar relig. Vorträge und das Wiedersehen mit Freunden in Zfat. Nur nicht zuviel vornehmen, denn Perfektion gibt es nicht. Wichtig ist, dass sich jeder einmal hinsetzt und sich ein paar Gedanken macht, was die Thora bzw. G – tt für ihn bedeutet. Juden sowie Nichtjuden, wobei Nichtjuden die "Sieben Noachidischen Gesetze" im Auge haben sollten.

Montag, Mai 21, 2012

Darf man gemäss der jüdischen Halacha ein Haustier einschläfern lassen ?

B"H 

Auf jeden Fall sollte vor der Einschläferung ein Rabbiner zu Rate gezogen werden, denn die Thora schreibt vor, dass Tiere nur zum Wohle der Menschheit getötet werden dürfen. Bedeutet, dass Menschen sich von den Tieren ernähren, um keinerlei Hunger zu erleiden. Andererseits darf ein Tier getötet werden, wenn dies zum seinem Besten erfolgt. Bedeutet: Einschläfern im Krankheitsfall. Trotzdem sollte ein Rabbiner befragt werden, der sich in halachischen Fragen auskennt. 

Einfach so aus Spass an der Freud Tiere jagen ist im Judentum verboten. 


Gesehen in Jerusalem

Photo: Miriam Woelke

Digitaluhr am Schabbat ?

Photo: Uhrforum.de

B"H 

Darf ein Jude am Schabbat eine Digitaluhr tragen ? 

Ja, aber die Knöpfe auf der Uhr sollte er am Schabbat nicht anfassen.

Mark Zuckerbergs Intermarriage

B"H

Wer es noch nicht mitbekam: Facebook – Gründer Mark Zuckerberg heiratete dieser Tage sein langjährige Freundin Priscilla Chan. Die traurige Bedeutung dieser Hochzeit liegt in der Tatsache, dass wieder einmal ein Jude eine Nichtjüdin ehelichte, denn Priscilla Chan ist Amerikanerin chinesischer Herkunft. 

Wieder einmal werden die Kinder aus einer solchen Ehe keine Juden mehr sein und eine weitere Generation geht dem Judentum völlig verloren. Zuckerberg ist kein Einzelfall, sondern eine weitere traurige Tatsache: Ein extrem hoher Anteil der Diaspora – Juden heiratet Nichtjuden. Ist in solchen Ehen die Frau keine Jüdin mehr, so werden die Kinder auch keine Juden mehr sein. Dagegen legen die jüngeren Juden Israels nach wie vor einen hohen Wert auf einen jüdischen Ehepartner. 

Mark Zuckerberg lieferte kein gutes Beispiel für die amerikanischen Juden ab und seine Nachfahren werden keine Juden mehr sein. Damit geht seine jüdische Erbschaftslinie mit ihm selbst dem Ende entgegen.

Links:


Rabbi Me'ir Lau: "Mischehen helfen Neonazis !"

Sonntag, Mai 20, 2012

Christliche Missionare auf dem Düsseldorfer ISRAELTAG

B"H

Neulich erreichte mich diese e - mail von Sarah Tessarek:

Hallo Miriam, du enttarnst ja öfter die skrupellosen Machenschaften christlicher Missionare in Israel, deswegen dachte ich, dass könnte dich vielleicht auch interessieren. Heute war in Düsseldorf der Israeltag, wo wir den 64. Geburtstag des Staates gefeiert haben. Doch selbst das hat die Missionare nicht interessiert, hingen sie doch genau vor der Hauptbühne eines ihrer Plakate ala "Jesus ist die Gnade für alle Sünder" auf.

Die Stimmung bei den Juden war natürlich sofort im Keller, auch die Sicherheitsbeamten waren mehr als nur verärgert. So etwas Unverschämtes habe ich schon lange nicht mehr erlebt. Zu unserem großen Glück kam dann jedoch die Polizei, die die Missionare des Platzes verwiesen hat. Ich war wirklich positiv überrascht. Die Missionare haben dann ihr Plakat ein Paar Meter weiter aufgehängt, aber zum Glück waren ihre kruden Thesen nicht mehr vom Verantstaltundsort zu sehen.

Die Missionare werden echt immer unverschämter!!! 

Es ist erschreckend, dass christliche Missionare dasselbe Spiel spielen wie in Israel. Zwar wird hierzulande sofort eingegriffen, sobald Missionare bei jüdischen Veranstaltungen auftauchen. Versuchen tun es die Missionare aber immer wieder. Penetrant und frech kommen sie mit ihren Phrasen daher und wollen doch tatsächlich mit lächerlichen Argumenten Juden missionieren.

Samstag, Mai 19, 2012

Judentum auf dem Jerusalemer Machane Yehudah Markt


Chabad Tefillin (Gebetsriemen) auf dem Machane Yehudah Market. Chabad (Lubawitsch) ist bekannt dafür Stände einzurichten, wo jeder jüdische Mann die Möglichkeit erhält Tefillin zu legen, wenn er dies daheim nicht gerade täglich tut. Der letzte Lubawitscher Rebbe Menachem Mendel Schneerson sah die Tefillin al seine wichtige Mitzwah (Thoragesetz) an und wollte die Ausführung jedem jüdischen Mann ermöglichen. Die Chabad – Frauen dagegen teilen meist freitags Schabbatkerzen an andere Frauen aus, denn das Zünden der Schabbatkerzen gilt den Frauen als Mitzwah.



Na Nach Breslover Chassid gibt ein "Konzert".



Chabad Meshichisten. Die chassidische Gruppe ist in zwei Lager gespalten: 1. Jene, die den letzten Rebben als Meschiach erwarten und 2. Jene, die nicht an dieser Erwartung festhalten.



Gestern am Eingang zum Machane Yehudah Market



Und nochmals: Chabad beim Anliegen der Gebetsriemen.

Photos: Miriam Woelke

Freitag, Mai 18, 2012

Schabbat im ultra - orthodoxen Mea Shearim (Jerusalem)


 Challot (Schabbatbrote) auf dem Machane Yehudah Market

Photo: Miriam Woelke
B"H

Nach mehr als einem Jahr nehme ich meine haredischen (ultra – orthodoxen) Aktivitäten wieder auf. Heute abend gleich richtig aktiv, denn ich bin bei chassidischen Freunden in einem Hinterhof im ultra – orthodoxen Stadtteil Mea Shearim eingeladen. Nach dem Schabbatmahl werde ich schauen, ob vielleicht einer der ansässigen chassidischen Rebben einen Tisch gibt. Bedeutet, mit seinen Chassidim in einer Synagoge sitzt, Melodien singt und einen Vortrag hält. 

Ausführliches dazu nach Schabbatende ! 

Bis dahin SCHABBAT SCHALOM an alle leser !

Donnerstag, Mai 17, 2012

Schabbat Schalom


Teilansicht des OLAM GERSHOM SHOLEM (Gershom Sholem Bibliothek) in der Jerusalemer Nationalbibliothek. In den Regalen auf dem Photo sehen wir die Ausgaben des kabbalistischen Buch ZOHAR sowie zahlreiche weitere kabbalistische Literatur.

Photo: Miriam Woelke
B"H 

Ab Sonntag wird es auf diesem Blog inhaltlich wie gewohnt weitergehen. Obwohl ich noch nicht ganz umgezogen bin, so werde ich immerhin in Jerusalem sein. 

Am 1. Juni beziehe ich meine neue Bleibe in Jerusalem und bis dahin werde ich einige Tage Urlaub in der nordisraelischen Stadt Zfat (Safed) machen. Einer Stadt, die im Mittelalter als DIE Hochburg der Kabbalah galt.

Mittwoch, Mai 16, 2012

Mitten im Paradies

B"H 

Sträflich vernachlässigt habe ich meine Blogs innerhalb der vergangenen Tage, doch ich befinde mich mitten im Umzug von Tel Aviv nach Jerusalem. Bis in die kommende Woche hinein werde ich noch in Tel Aviv arbeiten, danach das Schavuot (Wochenfest) in Jerusalem verbringen und danach ein paar Tage Urlaub im Norden des Landes schieben. Spätestens mit Beginn des Juni geht es auch auf diesem Blog wie gewohnt weiter. 

Als kleiner Ausgleich ein paar Bilder der paradiesischen Ecken Jerusalems:






Photos: Miriam Woelke

Montag, Mai 14, 2012

Privatbibliothek

B"H 

Ein winziger Teil meiner relig. Privatbibliothek samt Computerkabel.


Photo: Miriam Woelke

Sonntag, Mai 13, 2012

Woran sollte man vor dem Sündigen denken ?

B"H

Woran sollte man vor dem Sündigen denken:

1. Woher komme ich ? 

2. Wohin gehe ich ? 

3. Wie soll ich mich vor G – tt rechtfertigen ?

In der Midrasch heißt es, dass Adam HaRishon (der erste Mensch) Punkt Nummer 1 nicht erkannte. Alle Generationen nach ihm hatten Eltern, Adam aber blieb die große Ausnahme, was ihm vielleicht ein paar psychologische Probleme bereitete. Außerdem heißt es in der Midrasch sowie in den Legenden (Aggadot), dass viele Menschen den Adam hänselten; er habe keine biologischen Eltern und deswegen stimme wohl etwas mit ihm nicht.

Samstag, Mai 12, 2012

Schavuot und danach ...

 
 Photo: Miriam Woelke
B"H 

Am Abend des 26. Mai, gleich nach Schabbatausklang, beginnt SCHAVUOT (das Wochenfest). Der Tag, an dem die Juden am Berg Sinai von G – tt die Thora erhielten. In der Diaspora wird SCHAVUOT gewöhnlich, bis auf einige interne Ausnahmen, wo die Gemeinden anderweitigen Bräuchen folgen, zwei Tage lang gefeiert. In diesem Jahr also am Sonntag, dem 27. Mai und am Montag, dem 28. Mai. In Israel hingegen wird das Fest nur einen Tag lang, nämlich am 27. Mai, gefeiert. 

Meine Zeit in Tel Aviv endet und ich werde zum 1. Juni wieder nach Jerusalem zurückziehen. Warum weiss ich selbst nicht so genau, aber irgendwie hat sich alles so ergeben. Noch dazu, weil ein Freund von mir umzieht und ich ggf. dessen alte Wohnung übernehmen kann. Falls nicht, so suche ich halt etwas anderes. Irgendwas wird sich finden. 

Schavuot verbringe ich in der Hauptstadt und danach die restlichen Maitage in Tel Aviv. Umziehen ist immer nervig. Vor allem dann, wenn es in eine andere Stadt geht. 

Bevor ich in den kommenden Tagen zum Thema SCHAVUOT komme, vorab eine kleine Ankündigung: Ab Juni gibt es auf meinen Blogs wieder viele spezielle Artikel zu unterschiedlichen Themen zu lesen. Technisch habe ich einiges investiert und "aufgerüstet", da ich Interviews plane, die ich auch auf Video aufnehmen und in die Blogs stellen will. Interviews mit ganz unterschiedlichen Personen und nicht nur mit relig. Juden. Zudem werden die Photos höhere Bildqualitäten erreichen. 

Momentan befinde ich mich noch in der Lernphase, denn mit all der Technik umzugehen dauert seine Zeit.:-)

Donnerstag, Mai 10, 2012

Lag Ba'Omer, Meron, Feuer und Musik

B"H

Hier gibt es Musik aus Meron:




Tausende Juden versammeln sich heute nacht und morgen am Grab des talmudischen Rabbi Schimon bar Yochai. Es wird euphorisch getanzt, gesungen und die traditionellen Feuer erleuchten. Ich habe mir fest vorgenommen, im kommenden Jahr dabei zu sein. Hier erst einmal ein paar Photos einiger Feuer in Jerusalem.


Eine relig. Familie beginnt ihr Lag Ba'Omer Feuer. Gesehen an der Jaffa Road, nahe der Beit Midrasch (Lehrhaus) der chassidischen Gruppe Belz (Jerusalem).



Ein paar Meter weiter brannten zwei weitere Feuer.







Jerusalem, Zentralen Busbahnhof heute abend: Zumeist Haredim (ultra - orthodoxe Juden) versuchen ein Busticket nach Meron zu kaufen. Meron in Nordisrael, wo sich das Grab des Rabbi Schimon bar Yochai befindet. Der heutige Lag Ba'Omer ist vorrangig ein kabbalistischer Feiertag. Die Busgesellschaft EGGD richtete einen extra Verkaufsschalter ein.



Haredim rennen zu den Bussen nach Meron. Das Photo nahm ich von meinem Bus aus auf, der allerdings eine dreckige Heckscheibe hatte.:-)



Die Busse nach Meron bereiten sich auf den Ansturm vor.





Photos Miriam Woelke

In Tel Aviv hingegen geht es auf dem Kikar HaMedina hoch her und mindestens zwanzig Feuer wurden von mehreren Familien gezündet.

Mittwoch, Mai 09, 2012

Lag Ba’Omer Pläne

B"H

Morgen abend (Mittwoch) beginnt in der jüdischen Welt der 33. Tag in der Omer – Zählung. Und dieser 33. Tag, auf Hebräisch kurz LAG BA’OMER genannt (LG ist die Abkürzung für 33), steht ganz im Sinne der jüdischen Kabbalah und Mystik. Seit Tagen versammeln sich Tausende Juden im kleinen nordisraelischen Ort MERON. Genauer gesagt am Grab des talmudischen Rabbi Schimon bar Yochai, der als der Verfasser des kabbalistischen ZOHAR gilt. Nicht, dass er das Buch selbst schrieb, sondern vielmehr lehrte er die Inhalte und sein Sohn bzw. die Anhänger brachten später Rabbi Schimons Lehren zu Papier.

Obwohl Lag Ba’Omer bei den chassidischen Gruppen einen immense wichtigen Stellenwert einnimmt, so habe ich es noch nie an dem Feiertag nach Meron geschafft. Innerhalb des Jahres schon, doch nie am Lag Ba’Omer. Auch dieses Mal wird es wieder nichts, denn ich befinde mich gerade auf der Suche nach einer neuen Bleibe und muss Wohnungen anschauen. Deswegen werde ich morgen zumindest auf einen Sprung in den haredischen (ultra – orthodoxen) Teil der Stadt Bnei Brak (bei Tel Aviv) fahren, um mir dort die traditionellen Feuer anzusehen, die landesweit gezündet werden. Bilder und Erklärungen stelle ich danach in den Blog. Eventuell probiere ich bei der Gelegenheit gleich meine neue Kamera aus, womit die Photos viel mehr Qualität erreichen als bisher. 

Die säkuleren Juden Tel Aviv zünden Lag Ba’Omer Feuer am Strand, doch das ist nicht so mein Ding. Besoffene ausflippende Leute … da fahre ich dann doch lieber nach Bnei Brak und schaue das Original an.


Lag Ba'Omer 2008 bei der chassidischen Gruppe Satmar / Mea Shearim. Die Anhänger einer der zwei Satmarer Rebben, Rebbe Zalman Leib Teitelbaum, beim Zünden des traditionellen Lag Ba'Omer Feuers.

Photo: TAB / Miriam Woelke

Alle Photos HIER !

Sonntag, Mai 06, 2012

"Das Zweite Pessach - Pessach Scheni"

B"H

Es gibt ja so Feiertage, bei denen weiss man gar nicht, dass sie existieren. Erstens sind sie nicht offiziell und zweitens eher unwichtig und nicht unbedingt im Kalender verzeichnet. 

Zur Zeit des Zweiten Tempels gab es eine ganze Reihe von Feiertagen, welche nach dessen Zerstörung im Jahre 70 nach Beginn der Zeitrechnung vollkommen in Vergessenheit gerieten. Der Talmud Traktat Schabbat 13b nennt diesbezüglich eine Schrift mit dem Namen "Megillath Ta'anit" eben zu jener Tempelzeit, welche nicht weniger als 35 weitere kleinere Feiertage auflistete.

Am heutigen Sonntag (6. Mai) begingen wir "Pessach Scheni - Das zweite Pessach). Ursprünglich war dieser Tag dazu gedacht, Juden, die an Pessach selbst unrein waren und deswegen nicht das "Korban Pessach - Pessachopfer" opfern konnten, eine erneute Möglichkeit zu gestatten, dies nachzuholen. Wer an Pessach unrein war und am "Pessach Scheni" das Versäumte nicht nachholt, der begeht ein Vergehen mit Absicht und nicht unschuldig, so Rebbe Menachem Mendel Schneersohn, 1789 - 1866, der dritte Lubawitscher Rebbe im Buch "Sha'arei HaMoadim"). Weiter schrieb der Rebbe, dass Pessach Scheni von jenen Konvertiten zum Judentum genutzt werden kann, welche am ersten Pessach noch keine halachischen Juden waren und erst kurz danach konvertiert sind. Solch ein Konvertit ist zur Einhaltung des Pessach Scheni verpflichtet. Heutzutage jedoch begehen wir diesen Tag vorrangig damit, mindestens noch eine Mazzah (vom vergangenen Pessach) zu essen.

Der Rambam (Maimonides, 1135 - 1214) erklärte Pessach Scheni sogar für einen Tag, unabhängig vom ersten Pessach vor ca. vier Wochen.

Was wir daraus ersehen ?

Zum Beispiel, dass jeder im Leben eine zweite Chance erhält. Klappt etwas beim ersten Mal aus welchen Gründen auch immer nicht und man selbst ist daran unschuldig, erhalten wir von G - tt einen zweiten Versuch. Genau wie jene Juden, die aufgrund der Reinheitsgesetze zu Tempelzeiten kein Pessachopfer opfern konnten, sondern dies erste vier Wochen später taten.

Rebbe Menachem Mendel Schneersohn (der dritte Lubawitscher Rebbe) beschreibt weiter, dass Pessach Scheni eigentlich nur für diejenigen Juden Bestand hat, die am ersten Pessach kein Opfer erbrachten. Auf uns bezogen heisst dies, dass wer am ersten Pessach an keiner Seder teilnahm bzw. keine Mazza aß, jetzt abermals seine Chance erhält. Eine spezielle Seder ist nicht erforderlich und das Haus muss auch nicht nochmals "kascher le'Pessach" geputzt werden.

Das Chabad - Buch "Sha'arei HaMoadim" betrachtet das Pessach Scheni als Tag der Bereitschaft zur Teschuva (Umkehr zu G - tt). An Schavuot, in ca. drei Wochen, erhalten wir die Thora und vorher sollten wir uns auf den Grund und die Ursache unserer Existenz besinnen. Was tun wir an Pessach Scheni, um eine Tschuva hervorzurufen ? Wir lernen Thora !

Das erste Pessach findet im jüdischen Monat NISSAN und das zweite Pessach im Monat IYAR statt. Im Nissan (das erste Pessach) findet die Verbindung der oberen spirituellen Welten mit der unseren materiallen von oben nach unten statt. Beim Pessach Scheni hingegen sind wir es, die unsere Welt mit den oberen verbinden. Somit bildet das zweite Pessach eine Vervollkommnung des ersten Pessach. Zusammen bilden sie ein Ganzes.

Das Pessach - Opfer gehört allein den Juden, denn die anderen Völker waren keine Sklaven des ägyptischen Pharaos. Das Pessach - Opfer ist somit eine reine jüdische Angelegenheit (siehe Sha'arei HaMoadim zu Pessach Scheni).

Rabbi Chaim Eisen: "Besteht eine Verbindung zwischen Juden und Christen ?"

B"H 

Als ich noch in Jerusalem lebte, ging ich, mehr oder weniger, regelmässig zu den RAMBAM (Maimonides) sowie den RAMBAN (Nachmanides) Vorträgen des nationalrelig. Rabbiners Chaim Eisen. Für mich ist er einer DER Rambam – Experten und darüber hinaus half er mir oft in halachischen Fragen und Quellen aus. 

Rabbi Eisen lebt in Jerusalem,  er ist verheiratet und seine Kinder sind weitgehend bereits selbst verheiratet.

Wer am Basisfundament des Judentum interessiert ist, findet in dem folgenden Interview recht gute Definitionen:

Der REGENBOGEN im Judentum



B"H 

In der Parashat NOACH (Bereschit / Genesis 9:12 – 17) spricht G – tt von einem Bund zwischen Ihm und der Menschheit. Der REGENBOGEN (hebräisch: "KESCHET") gilt als Zeichen für diesen Bund. Nie wieder soll jemals eine Flut oder anderweitige Katastrophe die Menschheit vernichten wie zu Zeiten Noachs. 

Die Thorakommentatoren Sforno und Or HaChaim erklären, dass G – tt mit Seiner Aussage meint, dass niemals wieder die gesamte Welt / Menschheit mit einem Male vernichtet werden sollen. Teile der Erde sowohl als auch Menschen aber doch. 

Wenn Juden heute einen Regenbogen sehen, dann sagen sie dafür einen speziellen Segen: 

Baruch ata A – do – nai E – lo – henu Melech HaOlam socher Ha’Brit veNe’eman BiBrito – Gesegnet seist Du G – tt (zwei unterschiedliche Namen G – ttes, welche zwei unterschiedliche Charaktereigenschaften des EINEN G – ttes beschreiben), König der Welt, der sich an Seinen Bund erinnert, auf den Bund vertraut und Sein Wort vollfüllt. 
(Quelle: Schulchan Aruch – Code of Jewish Law, Traktat Orach Chaim 229:1). 

Warum steht dann im Talmud Traktat Chagigah 16a die Aussage, dass niemand auf einen Regenbogen schauen soll, wenn denn einer am Himmel erscheint ? 

Aus dem einfachen Grund weil wenn ein Regenbogen erscheint, so ist dies indirekt ein Zeichen dafür, dass G – tt die Welt zerstören wollte, doch nicht tat. Aus welchem anderen Grund sollte der Regenbogen erscheinen, wenn nicht um den Bund zu verdeutlichen. Womit G – tt selbst wieder an Sein Versprechen erinnert wird.

Freitag, Mai 04, 2012

Jerusalem, Altstadt


DSC01633

Photo: Miriam Woelke

Donnerstag, Mai 03, 2012

Parashat EMOR - פרשת אמור


Blick auf den Ölberg mit dem jüdischen Friedhof am Abhang

Photo: Miriam Woelke
B"H

Zu Beginn der Parashat (Thoralesung) EMOR trägt G – tt Moshe auf, den Cohanim (Tempelpriester), den Nachkommen (Söhnen) Aharons, zu sagen, dass sie sich von bestimmten Unreinheiten fernzuhalten haben.

Wortdefinition: EMOR = Sagen. Moshe soll den Cohanim, den Söhnen Aharons SAGEN, dass … 

Der polnisch - chassidische Rabbiner Elimelech von Lizhensk (Rabbi Elimelech Weisblum, 1717 – 1787) stellt die Frage, warum G – tt an dieser Stelle sagt: "Den COHANIM, den SÖHNEN AHARONS". Waren die Cohanim (Tempelpriester) nicht eh alles die Nachkommen des Aharon ? Wozu also diese Unterteilung bzw. zweimalige Erwähnung ? 

Rabbi Elimelech definiert aus dem Kontext heraus, dass es zweierlei Arten Zaddikim (Gerechte) und Cohanim gibt. Nämlich jene, die absolut ernsthaft bei der Sache sind und die zweite Gruppe, zumeist die Nachkommen, welche halt die Cohanim – Stellung innehalten,weil ihr Vater ein Cohen war. Richtiges Interesse aber haben sie nicht immer. Aber selbst wenn sie nicht mehr so aufrichtig sein sollten in ihrem Handeln, wie ihre Väter, so besitzen sie dennoch vor G – tt die Pluspunkte ihrer Väter und können in gewissem Maße davon zehren. Beispiel: Die heutigen Juden, inklusive den religiösen, sind nicht so dermassen fromm wie die Vorväter Avraham, Yitzchak oder Yaakov. Trotzdem wird sich G – tt immer an die großen Taten der Vorväter erinnern und zu den heutigen Juden halten. Selbst dann, wenn sie nicht immer ganz so fromm sein sollten. 

Kurz darauf heißt es in der Parasha, dass Cohanim sich von zwei Dingen distanzieren müssen: 
1. Sie dürfen keine Konvertitinnen oder keine geschiedene Frau heiraten. 
2. Cohanim dürfen nicht mit Toten in Berührung kommen und aus diesem Grund noch nicht einmal einen Friedhof betreten. Nummer 2 scheint auf den ersten Blick ein eher seltsames Gebot zu sein, doch in der Parasha erklärt G – tt den Hintergrund. Die Kabbalah geht noch viel weiter darauf ein. Insbesondere das kabbalistische Buch ZOHAR, welches beschreibt, wie unrein ein toter Körper sein kann. Gerade kurz nach dem Tod eines Menschen spielen sich unterschiedliche Dinge ab. Die Seele verläßt den Körper und aufgrunddessen wird der Körper unrein. Wann die Seele wohin aufsteigt oder wie lange sie im Körper verbleibt, darüber diskutiert nicht nur die Kabbalah, sondern auch der Talmud Traktat Berachot. 

Im Judentum besteht das Gesetz einen Verstorbenen unverzüglich zu begraben und nicht zu warten. Je länger die Zeit zwischen dem Todeszeitpunkt und dem Begräbnis, desto länger befindet sich die Seele des Toten gefangen in einem Twilight. Sie ist nicht auf Erden und nicht im Himmel, sondern in einer Art Grauzone (dies einmal symbolisch ausgedrückt). 

Praktisch gesehen ist es für einen Cohen kompliziert, einen Friedhof zu besuchen. Richtig aktuell wird das Thema wieder in der kommenden Woche, denn dann feiern wir gegen Ende der Woche das LAG BA’OMER, den 33. Tag des Omer. Hunderttausend Juden werden sich an dem Tag in Meron (Nordisrael) versammeln. Am Grab des talmudischen Rabbi Schimon bar Yochai, denn Lag Ba’Omer ist dessen Todestag. Und laut vielen Meinungen war es Rabbi Schimon, welcher den ZOHAR verfasste. Zwar nicht niederschrieb, sondern seine Mystik mündlich an seine Anhängerschaft weitergab. 

Sämtliche chassidischen Gruppen und deren Rebbes werden sich am nächsten Mittwoch abend bzw. Donnerstag in Meron versammeln und die traditionellen Feuer anzünden. Einige der Rebben sind jedoch Cohanim wie, z.B., der Rebbe der chassidischen Gruppe Toldot Aharon aus Jerusalem. Wie bekommt man den Rebben den Berg zum Grab des Rabbi Schimon hinauf, wenn er doch keinen Friedhof betreten darf ? HIER die Antwort !


Andere jüdische Friedhöfe hingegen bauten extra Brücken für Cohanim. Ein komplizertes halachisches Thema und der Bau wird stets von Rabbinern überwacht wie hier in Tiberias:

http://hamantaschen.blogspot.com/2010/11/eine-koschere-strasse-fur-cohanim-in.html

Der Mensch darf Fehler machen



B"H 

Mein persönliches Lieblingsthema im Judentum ist all das, was sich mit der Welterschaffung beschäftigt. Zum "Bereshit – Am Anfang" wurden Abertausende Texte verfasst und die Kabbalah dringt tief in die Materie ein. 

Unter anderem ist die Thora kein reines Geschichtsbuch, welches uns eben mal so die Historie des Judentum lehrt, sondern vielmehr ein Gesetzesbuch. Die Thora definiert die Aufgabe der Juden und teilweise auch die der Nichtjuden in dieser Welt. Bis heute haben sich diese Aufgaben nicht verändert, nur die Zeiten, in denen wir leben. Wer gegen die Thoragesetze verstößt, der wird von G – tt bestraft. Wer die Gesetze einhält, wird belohnt. 

Der Talmud lehrt uns, dass G – tt bereits vor der eigentlichen Erschaffungsphase mehrere Dinge erschuf. Darunter das Prinzip der "Teschuva – der Reue und Umkehr zu G – tt". Ohne die Reue und Umkehr wäre die Menschheit verloren und unfähig, vor G – tt zu bestehen. 

Adam und Eva (Chava) zeigten nach ihrem Rauswurf aus dem Paradies Reue. Auch Kain bereute im Nachhinein. "Teschuva – Reue und Umkehr" stellen mitunter eine der wichtigsten Erkenntnisse des Buches "Bereshit – Genesis" dar. Ein Mensch darf sündigen, aber wenn er ernsthafte Reue zeigt, kann er jederzeit zu G – tt zurückkommen. 

Das Buch "Bereshit – Genesis" ist das "Buch der Erschaffung". Nicht nur von der Erschaffung der Ozeane, Kontinente oder Planeten, sondern vielmehr vom Ursprung des jüdischen Volkes.

Mittwoch, Mai 02, 2012

Warum waschen sich Juden vor dem Brotessen rituell die Hände ?

B"H

Ein NATLAH – Gefäß zum rituellen Händewaschen vor dem Brotessen. Vorgeschrieben ist ein Henkel, doch das Herstellungsmaterial ist unerheblich. Der NATLAH kann aus Metall genau so wie auf den folgenden Photos, aus Plastik sein. 





Photos: Miriam Woelke

Warum besteht im Judentum die halachische Vorschrift, sich vor dem Brotessen rituell die Hände zu waschen ? 

Nebenbei bemerkt: Nicht nur vor dem Brotessen waschen sich Juden rituell die Hände, sondern gleich morgens nach dem Aufwachen. Ferner finden wir den NATLAH auch auf jüdischen Friedhöfen, wo sich nach dem Besuch die Hände gewaschen werden. Allerdings nur mit dem NATLAH, doch ohne einen Segen zu sagen. 

Schon im Mittelalter wurden Juden wesentlich weniger von Krankheiten befallen wie die europäischen Christen. Allein aus dem Grund kam es nicht selten zu Beschuldigungen, die Juden hätten den Christen aus Bosheit Krankheiten wie die Pest etc. auf den Hals gehetzt. Von absichtlichen Brunnenvergiftungen wie selbst Hexereien war die Rede. Der eigentliche Grund aber war, dass es weder das Mittelalter noch die nachfolgende Zeit des 17. oder 18. Jahrhundert mit der Körperhygiene besonders hielt. Man wusch sich kaum und wer nicht stank, der fiel anscheinend auf. Die Franzosen puderten sich unter Ludwig dem Vierzehnten den Dreck glatt weg und Versaille stank wie eine Kloake. 

Im Judentum ist es sei jeher vorgeschrieben, sich zu waschen. Reinheit ist ein Gebot und das rituelle Händewaschen in bestimmten Situationen erst recht. Ißt ein Jude etwas anderes als Brot und das rituelle Händewaschen mit dem NATLAH ist nicht vorgeschrieben, so sollte er sich zumindest auf normalem Wege die Hände waschen, bevor es ans Essen geht. 


Warum aber besteht das Ritual vor dem Brotessen ? 

Um die Hände zu reinigen und gleichzeitig zu segnen, wenn die G – ttes Brot essen. Immerhin war es G – tt, der das Getreide hat wachsen lassen und daher müssen wir allein Ihm und nicht unbedingt dem Bäcker danken. Schon die Cohanim (Tempelpriester) wuschen sich vor ihrem Dienst im Ersten und Zweiten Tempel rituell die Hände. 

G – tt sagt in der Thora, er wolle die Juden als HEILIG sehen und um dies zu erreichen, müssen diverse Kriterien erfüllt werden. Deshalb sollte kein Jude einen Segen vor dem Essen sagen, wenn seine Hände schmutzig sind. Schmutzige Hände und G – ttes Namen im Segen – das gehört einfach nicht zusammen.

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Dienstag, Mai 01, 2012

Kabbalistische Farben

B"H

Ich bin mir ziemlich sicher, dass es in der Kabbalah unterschiedliche Definitionen der Farbenwelt gibt. Genau so wie es heutzutage Künstler gibt, die da ihre Farben nach der Kabbalah ausrichten oder zumindest angeben, Kabbalistisches gemalt zu haben.


 Kabbalistisches Gemälde - Gesehen im Chabad Hostel ASCENT in Zfat

Photo: Miriam Woelke

Das kabbalistische Buch ZOHAR betrachtet die Farben ROT und WEISS als Farben des g – ttlichen Richtens. Ferner berichtet der ZOHAR, dass am zweiten Tag der Welterschaffung die Farbe LILA entstand. LILA trägt ebenso den Hauch des g – ttlichen Gerichts in sich, wohingegen BLAU aus der Farbe ROT entstand. 

Ehrlich gesagt ist mir die zoharische Bedeutung der Farben bisher ein Rätsel. Allein aus dem Grund, weil ich mich soweit kaum mit dem Thema beschäftigt habe. Insgesamt ist die Welt in 45 unterschiedliche Farben unterteilt. Ferner kann unser Augenlicht gar nicht alle Farben dieser Welt wahrnehmen und es heisst, dass wenn wir alle Farben sehen könnten, wir Menschen geschockt wären. Was auch immer das in positiven oder negativem Sinne heissen mag.