Dienstag, August 31, 2010

Neujahrsvorsätze

B"H

Spätestens am Samstag abend, nach Schabbatausklang, geht es los:
Aschkenazische Juden beginnen mit den SELICHOT - Gebeten vor Rosh HaShana. Man bittet G - tt um Verzeihung für die Vergehen des ausklingenden Jahres und gelobt ernsthafte Besserung. Im Judentum ist es dennoch stets wichtig, sich ebenso bei jenen Mitmenschen zu entschuldigen, denen man ein Unrecht angetan hat.

Bei den Selichot - Gebeten kommt schon das Gegrübel, was und wie man sich im Neuen Jahr 5771 die eigene Religion etwas mehr ausbaut. Wie kann ich meine Verbindung zu G - tt verbessern und falls ich noch keine habe, wie baue ich eine auf ? Wie bewerkstellige ich wenigstens eine Mitzwah, die ich mir auf langfristige Basis vornehme ?

Viele begehen immer wieder den Fehler, sich zuviel vorzunehmen und wenn nichts mehr etwas klappt, kommt Frust auf und derjenige wirft schlimmstenfalls alles hin. Positiver dagegen ist es, sich in Etappen an die Religion heranzubewegen, denn selbst G - tt erwartet keinen übereifrigen Perfektionismus. Man nehme sich eine einzige Mitzwah vor, welche der Betreffende das gesamte Jahr über einzuhalten in der Lage ist. Vielleicht ein kleines Gebet aus dem Sidur pro Tag. Die Schuhe, wie im Schulchan Aruch beschrieben, in der richtigen Reihenfolge zubinden und vor bzw. nach dem Essen den entsprechenden Segen sagen ?

Honigkuchen für Rosh HaShana


B"H

Am Abend des 8. September beginnt das jüdische Neujahrsfest Rosh HaShana. Unsere Bäckerei verkauft schon seit ein paar Tagen den traditionellen Honigkuchen zum Fest und ich werde dazu noch weitere Photos in die Blogs stellen.

Warum ausgerechtnet HONIGKUCHEN und Honig ?
Weil wir auf ein süsses Neues Jahr 5771 hoffen !


Gutes Gelingen beim Honigkuchenbacken zum Festtag !




- 6 Eiweiß


- Eine halbe Tasse Zucker


- Beides zusammen schaumig schlagen


Ein Eigelb mit einer halben Tasse Honig vermischen und etwas Vanille dazugeben. Außerdem kann noch etwas Zitronensaft hinzugefügt werden. Alles zusammen schaumig schlagen. Dann eine Tasse Mehl sowie das schaumig geschlagene Eiweiß mit dem Zucker hinzugeben.


Den Teig bei 180 Grad 20 - 30 Minuten lang backen.


Würde mich freuen Eure Reaktionen zu hören.
Ist der Kuchen zu essen oder nicht ?



Am Grab von Rabbi Schimon bar Yochai in Meron

B"H

Rabbi Schimon bar Yochai ist bekannt aus dem Talmud sowie als Autor des kabbalistischen Buches "ZOHAR". Vor knapp zwei Wochen war ich an seinem Grab in Meron (Nordisrael) und machte die nachfolgenden Photos:





Der Souvenirverkauf auf dem Vorplatz zum Eingang des Grabes von Rabbi Schimon befindet sich fest in den Händen der Nana - Breslover Chassidim.











Der Eingang zum Grab ist nach Geschlechtern getrennt und Frauen haben einen separaten Eingang. Oben die Mezuza am Fraueneingang.







Das Grab des Rabbi Schimon bar Yochai. Die Männer beten hinter der Wand gegenüber !







Gedenkkerze mit Olivenöl






Im Judentum ist es Gesetz, sich nach dem Friedhofsbesuch die Hände zu waschen, um diverse Unreinheiten zu beseitigen.


Photos: Miriam Woelke

Montag, August 30, 2010

Der Ramban zum Götzendienst "Molech"

B"H

Der Ramban (Nachmanides, 1194 - 1270) verfasste einiges zum Götzendienst des Molech, welcher in Jerusalem zur Zeit des Ersten Tempels stattfand.

Die Gemara (rabbinische Diskussionen) im Talmud Traktat Yoma 9b nennt drei Gründe, warum G - tt die Zerstörung des Ersten Jerusalemer Tempels (die Babylonier besiegten Jerusalem) zuliess. Immerhin war der Tempel von König Salomon (Shlomo HaMelech) erbaut worden. Wieso hat also eine Zerstörung stattfinden müssen ?
Andere Frage: Warum nicht, denn der Prophet Yechezkel prophezeiht uns einen Dritten Tempel mit der Ankunft des Meschiach, worin die Cohanim (Tempelpriester) wieder eingesetzt werden und ebenso Tieropferungen stattfinden werden. Ergo mussten der Erste sowie Zweite Tempel musste zerstört werden, um die Ankunft des Meschiach in die Wege zu leiten bzw. die Aussage der Propheten zu erfüllen.

Sexuelle Perversionen, Mord sowie Götzendienst reichten G - tt aus, um den Ersten Tempel zerstören zu lassen. Die Babylonier waren lediglich Sein Werkzeug. Einer der bekanntesten Götzendienste zur Zeit des Ersten Jerusalemer Tempels war der Götzendienst des "Molech". Ausgeführt von Molechpriestern vor den Toren Jerusalems in der sogenannten "Tofet". Dort, wo heute das Sultan Pool bzw. Jerusalems Cinematheque (Kino gegenüber dem Jaffa Tor) zu finden sind.

Der Ramban schreibt in seinem Thorakommentar zur Parashat "Acharei Mot" (im Buch Leviticus / Vayikra) folgende These:

Bei "Molech" handelt es sich um einen Götzen mit dem Namen, welcher den Juden schon aus Ägypten bekannt war. Rabbi Avraham ibn Ezra schrieb, dass Molech wahrscheinlich mit "Milkom" der Ammoniter identisch sei.

Raschi beschrieb, wie genau der Götzendienst am Molech vor sich ging:

Ein Vater gab seinen Sohn einem Götzenpriester und dieser zündete zwei große Scheiterhaufen (sich gegenüberliegend) an. Das Kind musste mit den Füssen zwischen den beiden Haufen hindurchgehen.
Raschi stellt die Frage, ob der Vater des Kindes hier tatsächlich schuldig ist, Götzendienst betrieben zu haben, denn der Sohn geht lediglich zwischen den beiden Scheiterhaufen hindurch, ohne jedoch durch das Feuer zu treten. Und G - tt verbietet den Juden in der Thora, keines ihrer Kinder "Le Ha'avir LaMolech - an Molech weiterzugeben". "Le Ha'avir" wird in diesem Zusammenhang als "Gang durch das Feuer" ausgelegt und das Thoraverbot des "nicht weitergeben der Kinder" findet ebenso wenig statt, denn der Vater gibt den Sohn an den Götzendienstpriester und nicht direkt an Molech.

Der Ramban ist dagegen der Meinung, dass der Sohn nicht zwischen den zwei Scheiterhaufen entlang lief, sondern dass das Kind verbrannt wurde. Bedeutet: Der Sohn musste durch das Feuer gehen, bis er starb.
Ferner sagt der Ramban, dass die Götter der Sepharvaim (siehe Könige II, 17:31) mit Molech identisch sind, da ihre Namen "Adrammelech" sowie "Anammelech" lauten. Molech stammt offenbar vom hebräischen Wort "Melech", welches "König" bedeutet.

"Molech" und "Baal" waren die beiden beliebten Götzenkulte der Juden zu der Zeit. In manchen Fällen sind beide Götzen miteinander identisch.
Der Talmud Traktat Sanhedrin berichtet eine berühmte Begebenheit, nach welcher die Mutter des Chizkiyahu (Hezkiah) ihren Sohn vor dem Feuer mit Salamanderöl einrieb als ihr Gatte verkündete, er wolle den Sohn dem Feuer opfern. Dank seiner Mutter überlebte Chizkiyahu.

Aber nicht nur König Ahaz opferte seine Kinder dem Feuer. König Menasche tat es ihm gleich.



Link zum Thema:

Höchst anständig gekleidete Frau in Meron


Photo: Miriam Woelke

Ich sah diese höchst anständig gekleidete Frau am Grabe des Rabbi Schimon bar Yochai in Meron. Vielleicht arbeitet sie dort auf der Frauenseite als eine Art "sebsternannte Aufsicht". Nichtsdestotrotz liess sie mich passieren und sagte kein einziges Wort.

Sonntag, August 29, 2010

Rabbi Chaim Brovender zum Monat ELUL und den SELICHOT Gebeten

B"H

Rabbi Chaim Brovender (Jerusalem) spricht über den Monat Elul sowie die vor Rosh HaShana anstehenden SELICHOT Gebete.
Rosh HaShana beginnt am Mittawoch abend, dem 8. September. Am Samstag abend (Mozzaei Schabbat) zuvor beginnen die Selichot Gebete, in denen wir G - tt um Gnade / Vergebung für unsere Vergehen des zuende gehenden Jahres 5770 bitten.

Bei mir lief das Video nur ca. 4,20 von den vorgesehenen sechs Minuten; dennoch setze ich es in den Blog, denn es beinhaltet ein sehr interessantes Teaching: In einer der vorherigen Thora Parashot ging es um die weibliche Kriegsgefangene, die ein jüdischer Soldat heiraten will. Er bringt sie mit vom Schlachtfeld, doch sie ist keine Jüdin und muss der Thora zufolge einige Vorbedingungen wie Haare abschneiden erfüllen. Sie weint um ihre Verwandten im Heimatland. Rabbi Brovender nennt dazu einen Passuk (Abschnitt) aus dem kabbalistischen Zohar, wo genau diese Thorastelle mit den Israeliten in der Wüste Sinai verglichen wird.

Die Rede des Rabbis ist gespickt mit Fachwörtern, die jedoch fast immer im Nachhinein erklärt werden.

Moshe stieg am 1. Elul nochmals auf den Berg Sinai, um das zweite Paar Gesetzestafeln (Luchot) entgegenzunehmen, denn das erste Paar hatte er zerschmettert als er bei seiner Rückkehr vom Berg Sinai viele Israeliten um das Goldene Kalb (Egel HaZahav) tanzen sah. G - tt sah darin ein schweres Götzendienstvergehen und wollte die Israeliten vernichten. Moshe jedoch stieg nochmals auf den Berg und bat G - tt um Gnade und Vergebung. Als Moshe einen Monat später mit dem zweiten Paar Gesetzestafeln vom Berg stieg, hatte G - tt den Israeliten vergeben. Dieser Tag ist der YOM KIPPUR !

Am Samstag abend beginnen die aschkenazischen Juden ihre SELICHOT Gebete, in denen sie G - tt um Vergebung für die Sünden des ausklingenden Jahres bitten. ER möge sie an Rosh HaShana und Yom Kippur gnädig richten. Sephardische Juden hingegen begannen ihrer Tradition zufolge die Selichot Gebete schon am 1. Elul.

Die Selichot selber setzen sich aus mehreren Versen / Gebeten zusammen und sind in speziellen jüdischen Gebetbüchern einzusehen !



SELICHOT Gebete vor Rosh HaShana

Photo: Yoffner


B"H

In der Gemara (rabbinische Diskussionen) des Talmud Traktates Nedarim 39b finden wir das Statement, dass G - tt vor der Erschaffung unseres Universums sieben Dinge erschuf. Eines davon ist die "Teschuva - Umkehr zu G - tt". Ohne die Möglichkeit der Umkehr nach einem Vergehen, könnte der Mensch nicht existieren.

In kabbalistischer Literatur heißt es, dass bevor G - tt unsere Welt erschuf, Er andere Welten erschuf.
Was bedeute das "andere Welten" ?
In Seinen Gedanken erschuf G - tt andere Welten vor der unseren materiellen Welt. G - tt ist das einzige Wesen überhaupt, welches mit Seinen Gedanken erschaffen kann. Wir Menschen hingegen benötigen unseren Körper, Werkzeuge oder Material, um etwas zu erschaffen / herzustellen.

Ebenso lautet es in der Kabbalah, dass G - tt die vorherigen Welten wieder zerstörte, denn praktisch gesehen kann ein Mensch mit einem von G - tt gegebenen FREIEN WILLEN dort nicht existieren. Die vorherigen Welten, welche G - tt mit seinen GEDANKEN erschuf, und welche anscheinend auch nur dort existierten, waren auf DIN (GERICHT) ausgerichtet. Bedeutet, sobald ein Mensch sündigen täte, müsste G - tt diesen automatisch richten. Demnach könnte der Mensch nach einem strengen Gericht sofort sterben.

Aber ist es wirklich Sinn und Zweck unserer Erschaffung, dass wir nach jedem Vergehen, selbst, wenn es nur in unseren Gedanken stattfindet, sofort auf der Stelle gerichtet werden ? Wie lange wären wir da wohl in der Lage zu überleben ? Wenige Minuten ? Eine Stunde ?
Deswegen musste soetwas wie Teschuva (Umkehr) und Gnade (Rachamim) her. Nur so ist unsere Welt lebensfähig. Wir Menschen bekamen von G - tt die FREIE WAHL (Bechirat Chofschit) uns für Ihn oder gegen Ihn zu entscheiden. Entweder leben wir ein moralisches oder ein unmoralisches Leben. Ein Religiöses oder ein Säkuleres.
Eines jedoch können wir immer tun: Teschuva machen. Unsere Vergehen bereuen und versuchen, in Zukunft alles besser zu machen. Diese Tür der Teschuva hält G - tt jederzeit für uns offen. Nie ist es dazu zu spät, wobei ich gleichermassen daran erinnere, dass der Rambam (Maimonides, 1135 - 1214) in seiner "Mischna Thora - Hilchot Teschuva" Ausnahmen der Teschuva beschreibt. Für einen jeden von uns kann eine Zeit kommen, in welcher unsere Vergehen so gravierende Formen angenommen haben, dass eine Teschuva unmöglich wird und G - tt unsere Reue nicht mehr annimmt. Nehmen wir hier Hitler, Eichmann, etc. als Beispiel. Bei solchen Leuten hilft eine Umkehr nichts mehr und ihre Seelen werden vernichtet.

Bleiben wir bei weniger extremen Fällen, nämlich bei uns selbst.

Jetzt vor Rosh HaShana (jüd. Neujahrsfest), welches diesmal am Abend des 8. September beginnt, ist die Zeit der Reue und Umkehr. An Rosh HaShana richtet G - tt die gesamte Welt und ALLE Menschen auf ein weiteres Jahr. Ebenso Nichtjuden !

Wird es Hungersnöte, Vulkanausbrüche und anderweitige Katastrophen geben ? Wie wird mein persönliches Neues Jahr ausfallen ? All das wird an Rosh HaShana entschieden. Juden haben Zeit bis zum Yom Kippur und erst dann, zehn Tage nach Rosh HaShana, fällt die Entscheidung.
Juden verfügen mit ihren Gedanken, Worten und Taten (Mitzwot) die Kraft, die oberen spirituellen Welten zu beeinflussen. Anhand der Mitzwot (Gebote) können sie unsere materielle Welt in die oberen spirituellen Welten hinauf befördern.

An jüdischen Fastentagen sowie insbesondere vor Rosh HaShana wollen wir G - ttes Gnade erwecken. Schließlich wollen wir alle gnadenvoll von Ihm gerichtet werden und nicht mit zu strengem Din (Gericht). Deswegen beten wir gerade in den Tagen vor Rosh HaShana spezielle Gebete, welche sich SELICHOT nennen. Übersetzen könnte man dies mit "ENTSCHULDIGUNGEN". Wir gestehen unsere Vergehen vor G - tt ein und geloben Besserung.

Sephardische Juden (aus Marokko, Tunesien, Spanien, Kurdistan, Irak, etc.) folgen dem Brauch, die Selichot Gebete am zweiten Tag des Monatsbeginn Elul zu beginnen. Aschkenazische Juden (Europa, USA, Russland, etc.) dagegen beginnen die Selichot erst am Mozzaei Schabbat (Schabbatausklang) direkt vor dem Rosh HaShana - Fest (diesmal am 12. September). Fällt Rosh HaShana jedoch auf einen Montag oder Dienstag, so beginnen auch für die Aschkenazim die Gebete eine Woche vorher.

Die Selichot Gebete sind in einem eigenen Gebetbuch zusammengefasst und bestehen aus poetischen Texten (Piyutim) sowie aus Gebeten. Beginnen tun wir stets mit dem Psalm 145 (Aschre'I Yoshev Be'itecha …) und danach folgt ein halbes Kaddisch.

Anmerkung: Das Kaddisch ist KEIN Totengebet, wie viele meinen, sondern vielmehr preisen wir darin die Größe G - ttes. Der Text ist auf Aramäisch und die Aufgabe des Kaddisch besteht darin, unterschiedliche liturgische Abläufe während eines Gebetes / G - ttesdienstes voneinander zu trennen.
Normalerweise werden die Selichot NACH Mitternacht (oder vor dem Morgengrauen) gebetet. Die erste Nacht der Selichot ist von besonderer Wichtigkeit, denn dann sitzt G - tt Gericht.


Schon zu Zeiten der Geonim (800 - 1000 nach Beginn der Zeitrechnung) wurden Selichot gebetet. Am 25. Elul erschuf G - tt unser Universum, an Rosh HaShana wurden die ersten Menschen, Adam und Eva (Chava) kreiert. Laut dem Gaon von Vilna (GRA) beginnen aschkenazische Juden mit ihren Selichot ausgerechnet an einem Mozzaei Schabbat (Schabbatausklang), weil dies den ersten Tag der Welterschaffung repräsentiert. Der erste Tag der Erschaffung war ein Sonntag (Jom Rischon). Im Judentum beginnt der neue Tag jedoch schon mit Einbruch der Dunkelheit des vorhergehenden Tages. Somit am Abend zuvor. Demnach begann die Welterschaffung am Samstag abend und der erste Tag endete am Sonntag abend.




Der "Big Bang" - Die Welterschaffung
Photo: Washington Post


Die SELICHOT Gebete der aschkenazischen Juden vor Rosh HaShana beginnen in dieser Woche: Nach dem Schabbatausklang am Samstag abend !
Jeden darauffolgenden Tag vor dem Rosh HaShana beten wir also Selichot und das Gebetbuch ist in jeden einzelnen Tag unterteilt. Am ersten Tag beten wir beispielsweise:
Psalm 145 (Aschre'I), ein halbes Kaddisch, dass wir vor G - tt stehen und Seine Gnade erbitten (Lecha A - do - nai), A - do - nai - E - l - Rachum veChanun ( G - ttes Gnade ist groß)
- Dieses Gebet wird innerhalb der Selichot mehrere Male wiederholt und am Yom Kippur beten wir es unzählige Male, sodass wir es spätestens beim Ne'ilah Service (dem letzten G - ttesdienst vor dem Ausklang des Yom Kippur) auswendig kennen. Genauso wie das VIDUI (Geständnis): "Aschamnu. Bagadnu. Gasalnu. Dibarnu Dofi. He'evinu", etc.

Wir gestehen hier unsere Sünden stets im PLURAL ein ! Als das gesamte jüdische Volk.
Darüber hinaus bestehen die Selichot ebenso aus weiteren einzelnen Gebeten. Jedesmal wieder sind es bewegende Momente an der Jerusalemer Klagemauer (Kotel) zu stehen und des nachts die Selichot zu beten. Viele Betende sind dermassen vertieft in ihr Gebet (Kavanah), dass sie sogar weinen, denn es heißt, das Tränen das Tor zu G - ttes Gnade öffnen.

 Selichot



Photo: Jewish Software


Das Buch "Shaare'i Moadim" von Chabad / Lubawitsch lehrt folgende Inhalte:

- Der Schabbat, an welchem abends die ersten Selichot gebetet werden, wird "Schabbat Selichot" genannt.

- Die Selichot vor Rosh HaShana ersetzten spezielle Opferungen aus der Tempelzeit, denn ohne den Dritten Tempel sind
Juden derzeit außerstande, Opferungen darzubringen.
Photo: Chabad

Links zur Welterschaffung:

Zurück zum Ursprung, Teil 1

Zurück zum Ursprung, Teil 2

Die IDRA RABBAH HÖHLE zwischen Safed und Meron

B"H


In der vorletzten Woche nahm ich an einem Meditationskurs der chassidischen Gruppe Chabad (Lubawitsch) teil. Das Seminar fand im Chabad eigenen Hostel "Ascent" in Safed statt und wurde von Rabbi Shmuel Gavriel Tornek unterrichtet.


Nicht nur, dass wir im Vortragsraum des Hostels das Meditieren erlernten; nein, wir fuhren auch aktiv durch die "kabbalistische" Umgebung (u.a. nach Meron) und meditierten ebenso in der Höhle "Idra Rabbah", welche einst der Kabbalist Rabbi Yitzchak Luria, 1534 - 1572, ausfindig gemacht hatte. Ihm zufolge meditierten hier schon der grosse Rabbi Schimon bar Yochai sowie dessen Sohn Elazar.





Das Dach der Höhle "Idra Rabbah". Wenn man hineingeht, findet man die eigentliche Höhle vor !











Eine Liste der talmudischen Rabbis, welche schon in der Idra Rabbah meditiert haben sollen.





Unsere Meditationsgruppe vor dem Eingang. Mit dem Chabad Rabbi Eli Naiditch in der Mitte.





Die Gruppe beim Meditieren mit Rabbi Tornek.





Wem diese Gräber in der Höhle gehören, ist mir bis heute unklar.





Photos: Miriam Woelke

Donnerstag, August 26, 2010

Evangelikale Christen als Kreuzritter gegen Juden

B"H

Evangelikale Christen hassen Moslems und tun alles, um die gesamte arabischen Welt als Feindbild darzustellen. Ihr eigentliches Ziel aber sind die Juden, welche sie unbedingt missionieren wollen, um ein zweites Kommen des falschen Meschiach J. zu bewerkstelligen.

"Ein Toter ist kein Meschiach", so der Rambam (Maimonides) in seiner Mischna Thora.
Ferner ist G - tt kein toter Jude am Kreuz !

Wie sich evangelikale Christen weltweit und vor allem in Israel ausbreiten und mit welchem miesen Tricks sie dabei arbeiten, berichtet JEWISH ISRAEL !

Parashat Ki Tavo



Landschaft zwischen Tiberias und Safed

Photo: Miriam Woelke


B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat

Parashat Ki Tavo ist ein regelrechtes Up and Down der Gegensätze. G - tt gibt uns die Mitzwot (Gesetze), aber gleichzeitig erinnert Er die Juden immer wieder daran, was passiert, wenn wir Seine Thoragesetze einhalten und was geschieht, wenn wir das Gegenteil tun.

Dass, was mir bei der ganzen Parashat ins Auge fiel, war der Satz

"An diesem Tag trägt euch eurer G - tt auf, Seine Gesetze und Erlasse einzuhalten, und dieses sollt ihr aus ganzem Herzen und aus ganzer Seele tun".

Kann sein, dass meine Übersetzung ins Deutsche zu holprig klingt, aber ich habe den Satz wörtlich aus dem Hebräischen übersetzt und nichts verschnörkelt ausgedrückt und somit der Inhalt verfälscht. An dieser Stelle steht in der hebr. Originalfassung nicht G - tt, sondern es werden zwei Seiner Namen genannt. Die Namen G - ttes lauten an dieser Stelle "A – do - nai E – lo – hei - cha".
Aber was genau bedeutet das "HaYom HaZeh - an diesem Tag" ?
Anscheinend war ich nicht die einzige, die diese Bedeutung näher erklärt haben wollte, denn viele Kommentatoren wie der Ohr HaChaim, der Baal Shem Tov, der Sefat Emet sowie Rabbeinu Bachya, geben genaue Auskunft.

Oberflächlich betrachtet entsteht der Eindruck, dass G - tt dies zu den Juden in diesem Augenblick sagt. An diesem Tag halt. Die wahre Bedeutung aber sehen unsere Kommentatoren ganz woanders.
Wieso nur an diesem Tag, der ja schon ewig zurückliegen mag ?
Vielmehr bedeutet "HaYom HazeH", dass wir jeden Tag die Gesetze einhalten sollen. Jeder Tag ist ein neuer "HaYom Hazeh". Sobald wir morgens aufwachen, besteht unsere erste Mitzwah darin, G - tt dafür zu danken, dass wir das Licht eines neuen Tages erblicken (Rabbi Simcha Bunim von Peshis'cha). Nicht morgen sollen wir die Mitzwot erfüllen, sondern gleich heute (Raschi). Und jeden Tag neu sollen wir die Mitzwot mit gleicher Freude erfüllen. Und das aus ganzem Herzen und mit ganzer Seele.

Im Judentum unterscheiden wir zwischen "Dieser Welt" (Olam HaZeh) und der "Kommenden Welt" (Olam HaBah). Diverse Talmudkommentatoren und die Gemara im Talmud Traktat Sanhedrin sind sich uneins darüber, was genau die "Kommende Welt" denn eigentlich ist. Ist es die Welt nach dem Tode, indem nur noch unsere Seele (Neschama) unendlich weiterlebt und zu ihrem eigentlichen Ursprung, nämlich G - tt, zurückkehrt. Oder ist es die Welt nach der Ankunft des Meschiach ?
Wie dem auch sei, eines ist sicher: In der "Kommenden Welt - Olam Habah" werden wir nicht mehr in der Lage sein, die Mitzwot zu erfüllen, denn dies kann nur in Dieser Welt, in unserer materiellen Welt, geschehen.

Anhand der Erfüllung von G - ttes Gesetzen kommen wir Ihm näher und erhalten dafür einen dementsprechenden Platz in der "Kommenden Welt". Sobald wir jedoch sterben, können wir nichts mehr ändern und für eine Reue, nicht mehr Mitzwot eingehalten zu haben, ist es zu spaet. Deshalb muessen wir uns immer darauf besinnen, dass wir die Mitzwot täglich tun und täglich neu von G - tt aufgetragen bekommen, da die Thora uns für alle Ewigkeiten gegeben wurde und gültig ist (Rabbi Yaakov Yosef von Polonnoye, einer der berühmtesten Schüler des Baal Shem Tov). Des Weiteren verbindet uns die Erfüllung der Mitzwot mit unserer Ursprungsquelle - G - tt (Sefat Emet).

Die erste Mitzwah dieser Parasha lautet BIKKURIM. Die ersten Früchte sollen wir nach Jerusalem zum Tempel tragen, wo sie uns ein Cohen (Tempelpriester) abnimmt. Hierbei handelt es sich nur um die schönsten Früchte und diese Mitzwah wurden zu Tempelzeiten von den Leuten mit hohem Enthusiasmus ausgeführt. Auf dem Wege nach Jerusalem und in der Stadt selbst gab es große Feiern zu Zeiten der Bikkurim (in den Sommermonaten). Der Talmud Traktat Menachot 84b sowie Raschi lehren, dass es sich bei den Bikkurim nur um die "Sheva Minim - die sieben Früchte Israels" handelt. Nur Weizen, Gerste, Oliven, Granatäpfel, Weintrauben, Feigen und Datteln sollten zum Tempel getragen werden. Diese Getreidesorten bzw. Früchte besitzen bis heute einen speziellen Status in unseren Gebeten, vor allem nach dem Essen. Nach dem Essen von Getreide wird ganz normal das "Birkat HaMazon" oder "Al HaMichya" gesagt. Aber auch nach dem Essen der Oliven, Weintrauben, der Feigen, Granatäpfel und Datteln wird der Segen der Sheva Minim - Al HaEtz ve Al PriHaEtz - gebetet.

Erneut machte G - tt deutlich, dass wir für Ihn das "Auserwählte Volk" sind, welches sich an Seine Mitzwot halten muss, um ein hohes moralisches Verhalten zu zeigen und dadurch den anderen Völkern als Beispiel dienen kann. Obwohl Rabbi Yaakov Yosef von Polonnoye seine Gedanken nur auf den Zaddik (Gerechten) bezieht, trifft es auf uns alle zu, dass wir durch die Einhaltung der Mitzwot immer höhere Level erreichen können.
Eines jedoch bleibt auf alle Zeiten in G - ttes Hand und Er entscheidet darüber allein, wie uns die Midrash Rabbah lehrt:

- Die Wiederauferstehung der Toten.

- Ob, wann und wieviel es regnet.

- Ob eine Frau in der Lage ist, Kinder zu gebären oder nicht.
Trotz künstlicher Befruchtungen in der heutigen Zeit, ist nicht immer garantiert, dass eine Frau auch danach Kinder bekommen wird.

Vielleicht ist es gar keine schlechte Idee, sich einmal bewußt zu machen, von was wir Menschen eigentlich alles abhängig sind. Normalerweise betrachten wir den Regen, unser Essen und alles andere als selbstverständlich. Nur dann, wenn es einmal nicht da sein sollte oder wir krank werden, wird uns plötzlich klar, wie sehr wir davon abhängen und wie wenig wir bisher alles anerkannt haben als es noch da war.

An diesem Schabbat feiern wir den Geburtstag des Baal Shem Tov, der da vor mehr als 300 Jahren geboren wurde.
Der Kommentar des Baal Shem Tov zu den "Bikkurim - der ersten Ernte, welche zum Tempel getragen wurde" lautet:
Die Juden haben in dieser Welt die Aufgabe, anhand ihrer Mitzwoterfüllung diese materielle Welt der spirituellen G - tteswelt näher zu bringen und so zu perfektionieren, dass der Meschiach kommt (siehe hierzu u.a. den Kabbalisten Yitzchak Luria sowie sämtlichen nachfolgenden kabbalistischen und chassidischen Schriften). Erwähnt sei jedoch, dass zum Kommen des Meschiach mehrere Versionen im Talmud Traktat Sanhedrin gegeben werden !

Anhand der Mitzwah der Bikkurim trifft eben jenes ein. Die Juden bringen durch ihren "Machschava Kedusha - Heiligen Gedanken" (die allerbeste reli. Absicht) unsere materielle Welt G - tt näher. Die Folge ist, dass ein Jude auf diese Weise seine Seele (Neschama) näher zu G - tt bringt und so eine besondere Devekut (Nähe zu G - tt erreicht). Sobald ein Jude die Mitzwot mit einer entsprechenden "Kavanah - Konzentration" ausübt, ist in der Lage, Welten zu bewegen. In dem Moment ist er so begeistert und mit G - ttesliebe dabei, dass er mehr tun will. Der Baal Shem Tov spricht hier von einem in der Kabbalah so wichtigen YICHUD (Vereinigung, Eins sein mit G - tt).

Schabbat Schalom

War der Schauspieler RIVER PHOENIX Jude ?

Photo: xfamily


B"H

Den meisten von uns dürfte der Schauspieler RIVER PHOENIX noch aus dem grandiosen Film "Stand by Me" aus dem Jahre 1986 bekannt sein.

War der im Jahre 1993 verstorbene Schauspieler Jude ?

River Phoenix wurde am 23. August 1970 in Oregon geboren. Seine Mutter war Jüdin und ihre Eltern waren Immigranten aus Russland bzw. Ungarn. Rivers Vater war Katholik.

Halachisch betrachtet war River Phoenix Jude, da er eine jüdische Mutter hatte !

Wie christliche Missionare ihr Leben in Israel finanzieren

B"H

Christliche Missionare breiten sich in Israel wie eine Pest aus. Aus dem Ausland kommend lassen sie sich nur allzu gern hierzulande nieder; und das in jeglicher Form, denn fast nie spielt das Inneministerium bei der langfristigen Visavergabe mit. Aus diesem Grunde greifen fanatische Israelchristen vorweglich in die Trickkiste, damit sie legal oder auch schon einmal illegal die israelischen Visagesetze umgehen.

Nicht wenige Missionare bzw. fanatische Christen konvertieren zum Judentum. Einige sind sogar der Meinung, dass sie so ihrem falschen Meschiach J. näher stehen, denn schliesslich war er ja Jude. Andere betrachten das Judentum als Schritt zum Leben in Israel, wobei der christliche Glaube insgeheim weitergeführt wird.

Wie finanziert ein fanatischer Christ einen eventuellen Langzeitaufenthalt in Israel ?
Ganz einfach: Durch Spenden von anderen Christen bzw. christlicher Organisationen.

Vor der Abreise nach Israel sucht der Christ bzw. falsche Konvertit zum Judentum "Spender", die sein Dasein im Heiligen Land finanzieren. Jemand, der an diesem System einmal aktiv beteiligt war, doch irgendwann die Nase voll hatte und ausstieg, berichtete mir:

"Die Spender gehen eine Verpflichtung ein, dem jeweiligen fanatischen Christen sein Leben in Israel zu finanzieren. Dies geschieht anhand eines monatlichen Abbuchungsverfahrens. Meist verpflichtet sich ein Spender für mindestens ein Jahr. Bleiben die Spender aus bzw. springen ab, so beginnt der in Israel lebende Missionar zu jammern. Es gehe ihm schlecht und er wolle doch so gerne bleiben … Blabla. Eine Täuschung an die Spender sowie potentielle neue Spender um frische Finanzmittel einzutreiben".

Das beschrieben Verfahren ist keine Ausnahme, sondern findet tagtäglich so statt. Allerdings kann ich den Spendern eines sagen:
Eure Spenden werden mehrheitlich gandenlos ausgenutzt. Der in Israel lebende fanatische Christ legt sich nicht selten auf die faule Haut und lebt von Eurem Geld ! Man schaue auf die Villen vieler Missionare. Swimming Pool und gearbeitet wird sowieso nicht. Wieso auch ?
Andere leben in Hostels oder mieten sich kleine Wohnungen an.
Mission der Juden ?
Pustekuchen, denn die fanatischen Christen verbringen den Tag vor dem Fernseher und wenn das Geld ausgeht, wird schnell ein Jammertext auf der Website oder ein "Newsletter" ausgesandt. So lässt es sich bequem und faul auf Kosten anderer leben.

Mittwoch, August 25, 2010

Neuer Chabad Schaliach in Rehavia / Jerusalem oder "Wie wird ein neues Chabad Center eingerichtet ?"

B"H

Es dürfte kaum einen Juden auf dieser Welt geben, der nicht wenigstens einmal im Leben mit der chassidischen Gruppe CHABAD (Lubawitsch) konfrontiert worden ist. In Deutschland sind die Lubawitscher zum großen Konkurrenten der regulären orthodoxen Gemeinden geworden und das ist gut so. Konkurrenz ist gut fürs Geschäft und gerade die Chabadnikim wissen, wie man Leute anzieht.

Ein jeder kann zu Chabad stehen wie er will und ich verzichte an dieser Stelle auf sämtliche Kontroversen wie das Thema "Meschichisten" oder den "Antizionismus der Gruppe". Trotz allem Hin und Her, Chabad ist erfolgreich im Outreach und jeder Jude auf Reisen findet sogar auf dem "Mond" sein koscheres Schabbatessen.:-)

Vor einigen Wochen berichtete mir ein Chabad - Rabbiner, dass da ein neuer Schaliach (Chabad Abgesandter) in den Jerusalemer Stadtteil Rehavia zieht. Ich fand die Sache sehr interessant und kontaktierte den zu der Zeit noch in New York weilenden neuen Schaliach. Ich wolle in meinen Blogs über die Einrichtung eines neuen Chabad Centers berichten. Wie wird das ganze gehandhabt, wer ist verantworlich und wie genau wird ein Umfeld, sprich, eine Gemeinde, aufgebaut ?
Eines ist sicher: Chabad ist flexibel und schnell bei der Sache. Es wird weder aufgeschoben noch sich erst einmal zur Ruhe gesetzt und dann "Schaun mer mal". Im Gegenteil, bei Chabad geht es ans Eingemachte und es wird losgelegt !

Heute traf ich mich mit dem mittlerweile eingetrudelten neuen Schaliach. Rabbi Yisroel Goldberg, Vater von fünf Kindern und Ehemann einer Israelin, erklärte sich bereit, Fragen zu beantworten und er sah mir von Beginn an nicht so aus als scheue er Fragen welcher Art auch immer. Energisch kommt er daher und legt los.

Noch ist er auf der Suche nach einer passenden Lokalität des neuen Chabad Hauses, doch das wird schon. Zuversichtlich und vor Energie nur so sprudelnd, hat Rabbi Goldberg schon weitere Pläne für die Zukunft. An Sukkot (dem Laubhüttenfest Ende September) wird eine Einweihungsfeier in einem Jerusalemer Park stattfinden. Shiurim (relig. Vorträge) sowie einen Suschi - Kochkurs soll es geben. Im Januar startet ein Baal Shem Tov - Kurs und und und. Der Rabbi sieht seine wichtigste Herausforderung im zwischenmenschlichen Bereich. Ein Ansprechpartner will er sein und wer auf Synagogensuche ist, der kann sich bei ihm gerne umschauen.

Anmerkung:
Bei Chabad herrscht die Politik, dass nur Juden eingelassen werden !

Ferner erklärte mir der Rabbi das Schaliachverfahren von Chabad:
Jeder einzelne der mehreren Hundert weltweit eingesetzten Schlichim sucht sich selbst seinen Platz aus. Wo fühlt er sich wohl, wie sieht es mit den jeweiligen Landessprachen aus oder kommt seine Familie mit dem neuen Wohnort zurecht ? All das sei zu bedenken, denn ein Chabad Schaliach bleibt an einem Ort auf Lebenszeit und wechselt nicht.

Legt sich der neue Schaliach auf einen bestimmten Ort fest, kontaktiert er den obersten Schaliach des jeweiligen Landes und dann fällt die Entscheidung. Als der siebte und letzte Rebbe Menachem Mendel Schneerson (verstarb im Juni 1994) noch am Leben war, bekam jeder neue Schaliach einen Segen vom Rebben. Hatte ein Schaliach mehrere Orte zur Auswahl und konnte sich nicht entscheiden, ging er zum Rebben und dieser half ihm bei der Entscheidung. Heutzutage gehen viele neue Schlichim zum Grab des Rebben in New York und hoffen irgendwie einen Segen zu bekommen. Allein durch den Besuch am Grab.

Jeder Chabad Schaliach ist für jegliche Finanzen seiner Centers selbst verantwortlich und bekommt keinerlei Hilfe vom Hauptquartier von Chabad in Crown Heights (New York). Man ist auf Spenden angewiesen und als ich einwarf, dass der Spendenerhalt aufgrund der Vielzahl der Schlichim schwer sein müsse, erzählte Rabbi Goldberg mir vom "Blick für einen potentiellen Spender".

Der Rabbi und ich bleiben in Kontakt und wir werden sehen, wie es weitergeht. Mit seiner Energie wird er Erfolg haben und ich selbst werde bei den Schiurim vorbeischauen. Warum nicht ? Ich bin nicht Chabad und mir bewusst, dass die chassidische Gruppe fast nur sich selbst, die Kabbalah des ZOHAR und des Rabbi Yitzchak Luria, sowie den Baal Shem Tov oder den Mezritcher Maggid lehrt. Dennoch ist es bis heute leider so, dass Chabad mit der Chassidut Breslov die einzige chassidische Gruppe ist, bei welcher jeder Jude den Chassidismus lernen kann.

Wer Fragen hat oder auf die Mailing List des Rabbis will:

rabbiyisroelgoldberg@yahoo.com

Warum Thora, Talmud und Kabbalah ?

B"H


Mit den 613 Mitzwot (Gesetze) sagt uns die Thora, WAS wir zu tun haben. Der Talmud sagt uns WIE wir die Mitzwot ausführen sollen und die Kabbalah definiert uns WARUM wir dieses und jenes einhalten bzw. tun müssen. Gleichzeitig beschreibt uns die Kabbalah welchen Effekt die Mitzwahausführung auf unser Leben hat.


_________________


Quelle:

"Song of the Soul"
von Rabbi Yechiel Bar - Lev

Bild des Tages



Dienstag, August 24, 2010

18. Elul - Der Geburtstag des Baal Shem Tov

B"H

Am kommenden Schabbat, Parashat Ki Tavo, 18. Elul, feiern wir den Geburtstag des chassidischen Meisters BAAL SHEM TOV.
Nicht, dass Rabbi Israel Baal Shem Tov seinerzeit den Chassidismus überhaupt erst erfand. Vielmehr brachte er schon längst existierende Ideologien zurück ins jüdische Volk Osteuropas. Ideologien, die da eine besondere Nähe zu G - tt vorsehen und ein jeder Jude dieser erreichen kann. Egal, ob ein Thoragelehrter oder ein Bettler oder Arbeiter. "G - tt mit Freude dienen !" - so das Motto.

Der Baal Shem Tov (oder kurz BESCHT genannt) wurde am 18. Elul (27. August 1698 oder im Jahre 1700) in Okopy / Osteuropa geboren. Er verstarb an Schavuot des Jahres 1760 in Medziborz.

Zum Andenken zwei seiner Lehren bezüglich des jüdischen Volkes:


- Israel (die Juden) ist wie die Sterne: Beide erscheinen sehr klein, sind jedoch in der Realität sehr groß.

- Ohne Juden (und deren Thora) kann die Welt nicht existieren. G - tt erschuf die Welt in einer bestimmten Art und Weise und die Juden leben, damit sie den Tikun Olam (Seelenkorrektur) der gesamten Welt durchführen.

- Der BESCHT sah die sinkende Spiritualität der Juden als Folge der Diaspora. Dreimal machte sich der Baal Shem Tov auf, um in das Heilige Land Israel zu gelangen, doch immer kam etwas dazwischen.


Link:


Infos zum Baal Shem Tov sowie Bilder aus der aktuellen Baal Shem Tov Ausstellung in der Jewish National Library in Jerusalem

Chabad - Meschichisten tanzen in Safed

B"H


Am vergangenen Mozzaei Schabbat (Schabbatausklang) sahen wir in der Altstadt von Safed ca. 50 Chabad - Meschichisten (die den letzten Lubawitscher Rebben für den Meschiach halten) tanzen. Mit der gelben Meschiach - Flagge wurden natürlich auch gewedelt.:-)

Insgesamt ist Safed mit vielen Chabad - Meschichisten gespickt.














Kurze Anmerkung:

Nicht alle Chabadnikim sind Meschichisten und man darf die chassidische Gruppe auf gar keinen Fall nur einseitig sehen !


Photos: Miriam Woelke

Mystische Bilder aus Safed

B"H

Auf meinem Kabbalah - Blog veröffentlichte ich einige "mystische" Bilder aus Safed. Viele weitere werden noch folgen !

Sonntag, August 22, 2010

Jüdische Meditation mit Chabad

B"H

Innerhalb der jüdischen Meditation bestehen unterschiedliche Praktiken. Breslov, zum Beispiel, übt ein wesentlich anderes System als Chabad (Lubawitsch) aus, denn es wird überwiegend an den Namen G - ttes sowie an Objekten meditiert. Chabad hingegen meditiert über jüdische Thorakonzepten.

Ob Ihr es glaubt oder nicht ... ich bin nach wie vor in Safed. Heute morgen erfuhren wir überraschend, dass die Teilnehmer des kostenreichen Meditationsprogrammes einen weiteren Tag im Chabad - Hostel "Ascent" geschenkt bekommen.
Bedeutet: Weitere Vorträge sowie "Ask the Rabbi" mit Wassermelone, Eiscreme und Bier und darüberhinaus ein Barbecue heute abend. Leider ist das Wetter viel zu heiss und die Sonne sticht nur so herunter.

Heute morgen wurde ein Vortrag zum Thema "Gebet" gegeben. Wie baue ich eine Verbindung zu G - tt in meinem Gebet auf ? Wie erreiche ich eine, im chassidischen Bereich, so wichtige DEVEKUT (Konzentration) ?
Vor dem eigentlichen Gebet sollten wir uns Zeit nehmen und uns durch das Lernen eines Thorakonzeptes unserer Wahl in eine Gebetsstimmung ziehen. Somit werden unsere Gedanken an das Gebet gerichtet und störende weltliche Gedanken etwas ausgeräumt. Nach dem Thorastudium sollten wir direkt in das Gebet übergehen und somit erreichen wir eventuell einen höheren Gebetslevel. Zumindest eine tiefere Konzentration bezüglich des Gebetes.

Nichtsdestotrotz stellt sich zwangsläufig die Frage, ob wir tatsächlich immer die Zeit finden, vor dem eigentlichen Gebet einen kleinen Passuk aus der Thora zu lernen. Was, wenn wir mitten in der Arbeit stehen oder irgendwo sonst im Alltag ?
Mir ist klar, dass diese Frage nicht unbedingt gestellt werden sollte, denn immerhin reden wir mit G - tt und wenn wir vor Ihm stehen, dann zählt kein Alltag. Dennoch stelle ich mir diese Frage, hoffe aber gleichzeitig, die Zeit zu finden.
Rabbi Shmuel Gavriel Tornik gab unserem Kurs in Safed einige Insights in die jüdische Meditation ausgerichtet auf Chabad Ideologien:

Meron - Safed

B"H


Am Grabe des talmudisch - kabbalistischen Rabbi Shimon bar Yochai in Meron sowie die nahegelegene Stadt Safed:





In dieser Umgebung verbringen wir unseren meditativ - chassidischen Kurs. 
Eine unbeschreibliche Erfahrung !

Samstag, August 21, 2010

Immer noch in Safed

B"H

Unser Meditationsseminar im nordisraelischen Safed ist noch nicht ganz zuende. Diese Nacht verbringe ich noch hier in der Kleinstadt und morgen nachmittag mache ich mich auf die Rückreise nach Jerusalem.

Viele Photos gemacht, viele Erfahrungen gesammelt und intensive Gespräche mit Freunden geführt.

Eine tolle Woche an alle Leser !

Freitag, August 20, 2010

Schabbat Schalom


In der Altstadt von Safed (Nordisrael)

Photo: Miriam Woelke


B"H

"Schabbat Schalom" an alle Leser aus der kabbalistischen Stadt Safed in Nordisrael !

Mehr zu allem in der kommenden Woche. Es gibt viel zu berichten. Erst heute morgen waren wir mit der Seminargruppe in der "IDRA RABBAH HÖHLE" des Rabbi Schimon bar Yochai und danach an seinem Grab in Meron.

Mittwoch, August 18, 2010

Neues vom "christlichen" Rabbiner Shlomo Riskin und seinen Umtrieben




B"H

In Galiläa wird ein christlich - Juden missionarisches 5 Sterne Ressort gebaut. Zusammen mit evangelikalen Christen aus den USA bauen Juden wie Shlomo Riskin (Oberrabbiner der Siedlung Efrat), Benny Lau (mehr christlich als jüdischer "Rabbiner" aus Katamon / Jerusalem) sowie die christlich - wiedergeborene Frau unseres stellvertretendes Aussenministers Danny Ayalon, Anne Ayalon, ein riesiges Ressort für christliche Missionare.




Vielfach berichtet ich über Riskin und seine fragwürdigen christlichen Umtriebe. In Israel sind er sowie Benny Lau bekannt wie bunte Hunde für den Spendenerhalt von christlichen Missionare aus den USA. Beide Rabbiner fühlen sich zu messianischen Juden oder besser noch, zu Christen, welche Juden missionieren wollen, magisch hingezogen. Man kann an beides Glauben und Juden und Christen wären eins.

Wer in Israel orthodox lebt, der hält sich fern von Gestalten wie Benny Lau, Riskin und Danny Ayalon samt missionarischer Gattin.

Meditativer Trip nach Safed


Altstadt von Safed (Nordisrael)

Photo: Miriam Woelke

 
B"H

Es war nicht geplant und ergab sich erst im Verlauf dieser Woche:
Morgen früh (donnerstag) werde ich wieder nach Safed fahren, um bei Ascent (von Chabad) an einem meditativen Seminar teilzunehmen.

Ich fahre nicht allein, sondern zu zweit machen wir uns erst auf nach Tiberias (am See Genezareth). Kleiner Stadtbummel und ein Gang zum Grabe des Rambam (Maimonides, 1135 - 1204). Danach geht es mit dem Bus weiter nach Safed.

Die Ascent - Seminare sind immer interessant und recht ergiebig. Einige von ihnen habe ich schon in der Vergangenheit besucht und ein paar Tage in der Idylle tun jedesmal gut.

Am Sonntag erfolgt die Heimkehr nach Jerusalem.

Parashat Ki Tetze



Inwieweit soll ich meine Augen schliessen, damit mich meine Yetzer (negative Seite in mir) nicht zu negativen Taten oder Gedanken verleitet ?

Photo: A Simple Jew


B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat

Die dieswöchige Parasha besteht aus einer unendlich langen Liste von Halachot (Gesetzen). Gleich die erste Halacha langweilte mich jahrelang. Immer wenn ich zu einem Thora - Shiur ging und der Rabbiner über die Parashat Ki Teitze sprach, wußte ich, was garantiert zur Sprache kommen wird. Auch ich will das Thema hier zur Sprache bringen, allerdings etwas anders erklärt und ich hoffe, dass niemand sich langweilen wird.

Laut Thora müssen jüdische Männer, wenn sie in den Krieg ziehen und sich in eine weibliche Kriegsgefangene verlieben sollten und diese heiraten wollen, sie vor der Ehe mit heimnehmen. Zuhause angekommen muß sie sich ein altes Kleid anziehen, ihr Kopfhaar wird geschoren und ihre Fingernägel sollen wachsen. Auch soll sie um ihre im Krieg umgekommenen Eltern trauern. Gesetz des Falles das diese nicht umkamen und noch leben, soll sie wegen der Trennung von ihren Eltern trauern. Der Thorakommentator Ibn Ezra erklärt hierzu, dass uns dies aufzeigt, dass wir immer unsere Eltern ehren sollen. Im Leben sowie im Tod.

Die Thora spricht von EHREN und nicht von LIEBEN. Rabbi Meir Weiner aus Jerusalem sagte einmal bei einem Thora - Schiur, dass uns die Thora verpflichtet, unsere Eltern zu ehren. Verpflichtet, unsere Eltern zu lieben, sind wir dagegen nicht.


Warum kann ein jüdischer Soldat nicht einfach die Kriegsgefangene mit heimnehmen und sie sofort heiraten ? Wieso gibt uns die Thora so komplizierte Gesetze und läßt den Soldaten einen Monat lang auf seine Angebetete warten ?

Der jüdische Soldat verliebte sich in eine Kriegsgefangene, die er auch gegen ihren Willen mit heimnehmen konnte und sie dort der in der Thora vorgeschriebenen Prozedur aussetzt. Sie soll sich absichtlich häßlich machen, denn nach einem Monat könnte der Soldat sein Interesse an ihr verlieren. Wenn er sie zum ersten Mal sieht, mag sie Miss World sein, aber mit geschorenem Kopf und langen Fingernägeln, wer weiß….Die Thora fährt fort, dass, sollte er kein Interesse mehr zeigen, er sie wegschicken kann. Raschi sowie der Ramban verstehen den Thoratext so, dass der Soldat die Frau auch gegen ihren Willen mitnehmen kann. Vor Beginn der in der Thora beschriebenen Prozedur darf er einmal sexuelle Beziehungen mit ihr haben, danach aber nicht mehr (siehe Talmud Traktat Kiddushin 22a). Erst wieder nach der Hochzeit, falls diese stattfinden sollte.

Soweit die allgemeinen Erklärungen aus der Thora und auch aus meinem Shiurim. Aber wie wir wissen, will uns die Thora noch ganz andere tiefere verborgene Dinge lehren und nach denen müssen wir suchen. Der Thorakommentator Kli Yakar gibt uns seine Idee eines tieferen Insights.

Den Auszug in den Krieg betrachtet er als unseren alltäglichen individuellen Krieg mit uns selbst. Täglich kämpfen wird aufs Neue mit der schlechten Seite (Charaktereigenschaft) in uns. Unsere Yetzer HaRah (schlechte Seite) versucht uns Dinge einzureden, die wir im Grunde genommen nicht bereit sind zu tun.
Plötzlich kommen uns Gedanken in den Kopf wie, es sei ja nicht so schlimm und wir machen es auch nie wieder. Unsere Yetzer versucht uns auf alle möglichen Arten zu überreden, etwas Negatives zu tun. Genau das sieht der Kli Yakar als den Krieg, indem wir gegen einen inneren und einen äußeren Feind ankämpfen. Der innere Feind sind wir selbst und der äußere sind die materiellen Einflüsse auf uns. Der Soldat sieht eine schöne Frau und ist voll von ihr besessen. Die will er heiraten und keine andere. Mit dem Verhalten folgt er seiner Yetzer HaRah und verliert jedes logische Denken.

Da wir jedoch in G - ttes Ebenbild erschaffen worden sind, heißt, wir besitzen wie er eine Moral und einen Verstand, können wir uns nicht einfach so von unseren Gefühlen verleiten lassen. Deswegen gab G - tt das Thoragesetz, dass die Kriegsgefangene sich häßlich zu machen hat.

Auch der derzeitige Rebbe der Chassidut Slonim, in Jerusalem, Rabbi Shmuel Bozorowsky, sowie der ehemalige Rebbe der Chassidut Gur, der Sefat Emet, sehen in dem Kriegsauszug genauso eine Kriegserklärung gegen unsere eigene individuelle "Yetzer HaRah". Zu sehr lassen wir uns von spontanen Gefühlen leiten, welche metaphorisch als Feind zu betrachten sind. Sämtliche unserer Charaktereigenschaften, selbst unsere negativen, sollten wir in etwas Positives umleiten oder zumPositiven nutzen. Geben wir uns erst einmal unseren negativen Gedanken oder Bedürfnissen hin, dann besteht die Gefahr, dass wir nachfolgend auch noch die Thoragesetze brechen.

Wird der Soldat jetzt auch noch seiner Yetzer folgen ? Sobald sie erst einmal häßlich und vernachlässigt ausschaut, mag er ganz anders denken und zur Besinnung kommen. Der Kommentator Ibn Ezra schreibt, dass dann erst der richtige Tikun (Reparatur der Seele) des Soldaten einsetzt. Auf Hebräisch nennen wir es "Cheschbon Nefesch", nämlich darüber nachzudenken, was wir eigentlich getan und verursacht haben. In anderen Worten ausgedrückt – "Bilanz zu ziehen".

Sollte der Soldat trotz allem immer noch Interesse an der Frau haben, so darf er sie heiraten und sie muß zum Judentum konvertieren und all ihre anderen vorherigen Götter und jeglichen Götzendienst ablegen. Will der Soldat sie aber absolut nicht mehr, kann er sie wegschicken. Der Thorakommentator Ohr HaChaim kommentiert, dass ein aufrichtiger Konvertit zum Judentum das Schlechte in seiner Seele ablegen muß um das Gute zum Vorschein zu bringen. Der Alter Rebbi (Rabbi Shneur Zalman von Liadi, Gründer der chassidischen Gruppe Chabad) schreibt in seinem Buch TANYA ausführlich über das Thema der Kelipot (Seelenschalen). Unsere Seele ist unterteilt in gute und schlechte Teile und dazwischen befindet sich die Klipa Nogah, welche Gut von Böse voneinander trennt, aber dennoch beides enthält. Ein Konvertit muß sich auf das Gute in seiner Seele besinnen und das Negative ablegen. Heißt im Klartext, dass er seinen vorherigen Götzendienst nicht mehr ausführen darf und sich bereit erklärt, dem EINEN G - tt und Seinen Thoragesetzen zu folgen.

Allgemein gefaßt besteht unsere täglich Aufgabe darin, den Kampf gegen unsere negativen Charaktereigenschaften zu gewinnen und die Mitzwot (Gesetze) einzuhalten.

Ein weiteres interessantes Gesetz ist, dass wir beauftragt werden, ein Geländer um jedes Dach zu bauen. In Israel sehen wir es sehr häufig, dass es kleine niedrige Geländer um die Hausdächer gibt, damit niemand hinunterfällt.

Aber auch zu diesem Gesetz gibt es natürlich wieder tiefere Gründe, die uns, unter anderem, der Rambam (Maimonides, 1135 - 1214) erklärt. Nicht nur, dass sich Menschen auf einem Dach in Gefahr geben und durch das Geländer vor dem Fall beschützt werden wollen. Nein, der Rambam betrachtet das Thoragesetz als eine Art Vorbeugung gegenüber allen Gefahrensituationen. Es ist uns absolut verboten, uns selbst überflüssiger Gefahr auszusetzen. Autoraser, Bungie - Jumping und all das in der Art. Die Thora verbietet uns, unser Leben achtlos aufs Spiel zu setzen, denn wir bringen nicht nur uns, sondern auch andere in Gefahr.

Um nochmals auf die Kriegsgefangene und den Soldaten zurückzukommen. Warum erwähnt die Thora zuerst sie, und danach einen Ehemann mit zwei Frauen, einer ihm verhaßten und einer, die er liebt ?
Sollte die von ihm verhaßte Frau den ältesten Sohn gebären, so ist er verpflichtet, diesen als den Haupterben anzuerkennen. Gleich nach der Episode folgt ein aufrührerischer Sohn, der seinen Eltern und der Stadt Schande macht. Die Eltern können ihn dann vor ein rabbinisches Gericht bringen, welches ein Todesurteil fällen kann. Bestes Beispiel hierfür sind Götzendienst oder wenn der Sohn alle, incl. G - tt, verflucht.

Warum sind diese drei Episoden nacheinander aufgeführt ?

Raschi sieht es als eine Kettenreaktion. Zuerst bringt der Mann eine Nichtjüdin aus dem Krieg mit heim und danach ergibt sich der Rest. Bestes Beispiel sind König David und dessen Sohn Avschalom. Avschalom hatte eine nichtjüdische Mutter, welche ihn ganz in ihrem Sinne erzog und der Sohn später gegen seinen Vater rebellierte.

Und die Lehren, die wir ganz persönlich aus diesen Punkten in der Parasha ziehen können sind, uns nicht immer von unseren Gedanken verleiten zu lassen. Und seien sie anfangs noch so überzeugend. Jeder von uns besitzt die Kraft, sich dagegen aufzulehnen und dem Verstand zu folgen und nicht nur den Gefühlen. Das ist es, was uns in G - ttes Ebenbild erscheinen läßt und uns vom Tier unterscheidet.
Auch sollten wir gerade jetzt im Monat Elul vor Rosh HaShana die berühmte "Cheshbon Nefesh" üben. Über unsere Vergehen nachdenken und wie wir es beim nächsten Mal besser machen können. Eine ernsthafte Reue (Vidui - Eingeständnis unserer Vergehen) und mit der gleichzeitigen Absicht alles besser machen zu wollen, sind eine Grundvoraussetzung für das anstehende Neujahrsfest (Rosh HaShana, beginnend am Abend des 18. September), an dem G - tt die ganze Welt und die gesamte Menschheit richtet.

Schabbat Schalom