Montag, April 18, 2011

Bi'ur Chametz und Kashering Geschirr in Bnei Brak (Photos)

B"H

Heute morgen wanderte ich etwas mehr als eine Stunde im fast haredischen (ultra – orthodoxen) Bnei Brak (bei Ramat Gan und Tel Aviv) umher. Kaufte ein und schoss nebenher ein paar tolle Photos vom traditionellen Verbrennen des letzten Chametz (verbotenes Getreide sowie verbotene Getreideprodukte wie Nudeln) an Pessach. Übrigens gibt es an Pessach auch kein Bier !

In Bnei Brak herrschte eine tolle Atmosphäre und hier ist eine kleine Auswahl der vielen Photos, die ich machte:



Kreuzung Ramat Gan - Bnei Brak / nahe Tel Aviv



"Bi'ur Chametz – das Verbrennen des letzten Chametz" wenige Stunden vor Pessachbeginn im Herzen von Bnei Brak. Nahe der Rabbi Akiva Street.



Viele religiöse Juden haben den Brauch, ihren Lulav von Sukkot zusammen mit dem Chametz wenige Stunden vor Pessach zu verbrennen. Ich sah unheimlich viele Haredim (ultra – orthodoxe Juden), die ihren Lulav zum Feuer mitbrachten. Ebenso wie jene Besen, mit welchen die Weiblichkeit das Haus pessachrein machte.

Chametz repräsentiert symbolisch betrachtet unsere eigene Yetzer HaRah (die schlechte Seite in einem jeden von uns) und mit dem Verbrennen drücken wir ebenso symbolisch aus, dass wir uns von der schlechten Yetzer befreiten.







Hier wird öffentlich Geschirr (Kelim) kascher le’Pessach gemacht. Dies geschieht anhand einer speziellen Prozedur,bei welcher das Geschirr in kochend heisses Wasser getaucht wird.



Das kochend heisse Wasser.



Der Vater der Mädels im Hintergrund brachte seine Kidduschbecher vom Schabbat zum Kaschern.



Weiteres Kaschern.

Copyright / Photos: Miriam Woelke

Sonntag, April 17, 2011

Schemura Mazza


Mein Paket Mazza Schemura mit dem Koscherzertifikat (Hechscher) der haredischen (ultra - orthodoxen) Dachvereinigung EDAH HACHAREDIT.

Photo: Miriam Woelke

B”H

Der Talmud Traktat Pesachim 40 beschreibt die “Mazza Schemura”, wobei es sich um eine besondere Art der Pessach Mazzot handelt. Etwas teurer als die regulären Mazzot, doch ebenso maschinengefertigt.

Die Thora in Exodus (Sefer Schmot 12:17) lehrt: “Du sollst über die Mazzot wachen”. Dies bezieht sich auf die Herstellung der Mazzot und folglich soll man wachen, dass die Produktion einwandfrei koscher verläuft. Hierbei ist es extrem wichtig, dass die Pessach – Mazza innerhalb von 18 Minuten hergestellt werden muss, damit ein Gärungsprozess vermieden wird. Zwar besteht eine Mazza aus Mehl und Wasser, doch gilt dies nicht als Chametz, wenn die Herstellung innerhalb dieser frist erfolgt.

Allerdings bestehen ebenso Meinungen, dass die Herstellung schon viel früher überwacht werden muss. Nämlich bereits vor dem eigentlichen Kneten des Teigs. Der RAVA (der babylonische Rabbiner Abba ben Joseph bar Hama, geboren 270 nach Beginn der Zeitrechnung) lehrt, dass die Schemura Herstellung schon mit Beginn der Weizenernte überwacht werden sollte. Der marokkanische Talmudkommentator RIF (Rabbi Yitzchak Alfassi, 1013 – 1103) stimmt dem RAVA zu genauso wie RASCHI.

Die Halacha besagt, dass beide Meinungen richtig sind. Mazza Schemura kann vom Tag der Weizenernte kontrolliert werden oder vom Zeitpunkt der eigentlichen Herstellung, sprich den Kneten und Backen.

Vom Exodus bis zu den Israelitischen Stämmen


B"H

Was ist an dem oberen Bild falsch ?

Als die Juden das Rote Meer (Yam Suf) durchquerten, gingen sie da wirklich alle zusammen auf einem Pfad durch das Meer hindurch ? 

Eine Midrasch sowie der Kabbalist Rabbi Yitzchak Luria lehren, dass als die Juden das Rote Meer durchquerten, sie nach Stamm getrennt voneinander gingen. Bedeutet, dass jeder israelitische Stamm separat durch das Meer ging. Die symbolische Sprache der Midrasch geht sogar soweit zu behaupten, dass sich durchsichtige Wände auftaten und jeder Stamm hinter seiner Wand durch das Rote Meer auf die andere Seite ging. Das außergewöhnlich Faszinierende dabei ist, dass jeder Stamm sich dennoch sehen konnte.

Was will uns dieses Statement sagen ?

Zuerst einmal eine ganz andere Frage: Warum entschied sich G – tt, die Juden in 12 Stämme zu unterteilen ? Warum kann es nicht EIN jüdisches Volk geben und wozu brauchen wie die Stämme überhaupt ?

Kein Jude ist wie der andere und fast ein jeder hat einen anderen Zugang zu seiner Religion. Zum Beispiel studiert der eine den Talmud, der andere liebt die Halacha, ein anderer die Mussar (Ethik) und wieder ein anderer geht lieber ganz in der Spiritualität auf. Jeder von uns hat ein anderes Leben, unterschiedliche Wege der Spiritualität und des Zugangs zu G – tt. Zevulon ist nicht Yehudah und Ascher ist nicht Schimon. Wir alle besitzen eine unterschiedliche Mentalität. Ein anderes Leben; was uns aber miteinander verbindet, ist die jüdische Seele, mit welcher wir dennoch EINS sind.

Das ist es, was die Midrasch versucht uns zu verdeutlichen. Juden mögen sich in super fromm, säkuler oder traditionell aufteilen. Einer trägt Jeans, der andere einen Streimel (chassidische Pelzmütze) und der Dritte mag sich eine Decke umhängen, doch sollten wir niemals vergessen, dass wir dennoch EINE Einheit bilden. Mein Nachbar mag Vishnitz sein und ich Chabad (Lubawitsch). Der eine gehört zur Chassidut Munkatsch und der andere ist ein vollkommen säkulerer Jude aus Tel Aviv. Trotzdem sollte niemand sein Gegenüber missachten und ich denke, dass der Sedertisch dafür die beste Gelegenheit bildet, unsere bis heute anhaltende Einheit unter Beweis zu stellen.

Die PESSACH Story


Samstag, April 16, 2011

Laurel & Hardy singen LIPA (Schmeltzer)


Wenn ein Israeli Pessach in der Diaspora feiert und umgekehrt

B”H

Wie soll sich Diasporajude verhalten soll, der an Pessach in Israel weilt ? Soll er, wie in der Diaspora, den ersten und zweiten bzw. den siebten und achten Tag als Feiertag halten und die Zwischenfeiertage (Chol HaMoed) ganz wie gehabt ? Oder soll er sich nach den Israelis richten, die da nur eine Seder feiern, nur den ersten Tag von Pessach sowie den siebten Tag ?

Oder andersrum gefragt: Was muss ein Israeli, der sich im Ausland befindet, an Pessach beachten ?

Vor einigen Jahren arbeitete ich im Büro verschiedener Poskim (Halachexperten) in Jerusalem. Dort wurden wir per e - mail immer wieder neu mit der Frage konfrontiert. Die Poskim antworteten folgendermassen: 

Wenn ein Diasporajude Israel besucht und keinerlei Aliyahpapiere in der Hand hält, so muss er auch in Israel die zusätzlichen Diasporatage einhalten. Hat ein Israeli hingegen seinen festen Wohnsitz in der Diaspora, so ist dieser nach drei Jahren außerhalb Israel verpflichtet, die zusätzlichen Feiertage der Diaspora anzunehmen.

Im Buch "Celebration of the Soul" - The Holidays in the Life and Thought of Rabbi Avraham Yitzchak Kook - von Rabbi Moshe Zvi Neriah, fand ich folgende Auslegung:

Sobald ein Tourist Rabbi Avraham Yitzchak Kook (1865 - 1935) fragte, ob er denn den jeweiligen zusätzlichen Tag der Diaspora auch in Israel einhalten müsse, legte der Rabbi ihm nahe, sich permanent in Israel niederzulassen. Er hob die "Absicht der Rückkehr nach Israel" hervor. Die jüdische Seele sei nun einmal mit Eretz Israel verbunden. Jeder Jude, der das Land besucht, erhält einen Vorgeschmack der besonderen heiligen Atmosphäre, die hier herrscht. Somit will der Jude das Land gar nicht mehr verlassen.

Real betrachtet drängen den jüdischen Touristen Verpflichtungen im Ausland auch wieder dorthin zurück, dennoch ist es die weltliche Gedankenwelt, welche ihn zu dem Schritt veranlasst. Das Herz dagegen sehnt sich danach, in das Land unserer Vorväter zurückzukehren.

Der jüdische Tourist in Israel muss also eine zweite Seder (wie in der Diaspora) feiern, wobei dies oftmals gar nicht so einfach ist, eine zweite Seder zu finden. Ferner hält er den ersten und zweiten Tag an Pessach als Feiertag, begeht danach die Zwischenfeiertage, darf aber bis zum achten Tag kein Chametz essen. In Israel dagegen ist für israelische Juden Pessach am Abend des siebten Tages, 25. April 2011, zuende und es darf Chametz gegessen werden. In der Diaspora geht Pessach erst am Abend des 26. April offiziell zuende.

Tausende Pessach Mahlzeiten wurden in Kiryat Vishnitz verteilt




Tausende Pessach - Mahlzeiten wurden innerhalb der vergangenen Tage in Kiryat Vishnitz / Bnei Brak ausgeteilt. Nicht alle Leute sind in der Lage, eine Pessach - Seder zu finanzieren und gerade der Feiertag frisst unheimlich viel Geld weg.
Alle Photos sehr Ihr HIER !

Erdbeben und Donner im Talmud

B”H

Die Gemara (rabbinische Diskussion) im Talmud Traktat Berachot 59a nennt zahlreiche Gründe zur Verursachung von Erdbeben. Der spanische Kommentator RASHBA (Rabbi Shlomo ben Aderet, 1235 – 1310) allerdings versteht den hiesigen Text in Berachot 59a nicht als Erdbeben, sondern als DONNER. 

Was also verursacht Erdbeben ? Wenn G – tt in die Hände klatscht, mit Seinen Füssen aufstampft oder diese unter Seinen Thron stellt ? Das hört sich jetzt ungemein nach den Götter der alten Germanen an. Die Germanen nämlich glaubten, dass wenn der Gott Donar / Thor mit dem Hammer um sich schlägt oder mit einem Wagen dahinrollt, der Himmel bebt und so Donner auslöst.



Obwohl die Gemara zwar auflistet, dass Erdbeben verursacht werden, wenn G – tt in die Hände klatscht, etc., so ist dies nicht wörtlich zu nehmen und wir sollen die tiefere Bedeutung darin erkennen. Der tunesische Kommentator Rabbeinu Chananel (Rabbi Chananel ben Chushiel, 11. Jahrhundert) erklärt, dass laute Geräusche G – ttes Widerwillen darüber ausdrücken, dass die Juden sich in der Diaspora (Galut) befinden. G – tt will die Juden wieder zurück nach Israel führen, doch die Zeit hierfür ist noch nicht gekommen.

Der Rashba fügt hinzu, dass selbst der Donner während eine Sturmes eigentlich wie ein Naturereignis erscheint. Zu Zeiten der beiden Tempel, wenn die Juden den Willen G – ttes erfüllten, kamen schwere Stürme gar nicht erst auf. Nicht, dass es all das nicht gab und kein Donner aufkam, wenn es einmal doch stürmte. Vielmehr bedeutet die Aussage, dass Regen insofern fiel als dass es ausreichend war und nicht mehr. Der Donner während eines Sturmes sollte die Juden stets dazu aufrufen, sich zu G – tt zu bekennen und dessen Willen zu erfüllen. 

Wenn G – tt einen Regenbogen nach einem Regenfall aufkommen lässt, so ist dies ein Zeichen dafür, dass Er keine Flut mehr über die Welt bringen will und einst mit Noach einen Bund schloss. Wohlgemerkt, keine Flut über die WELT. Über einzelne Länder aber schon.

Der Regenbogen ist zwar ein Naturereignis, dennoch G – tt wählte Naturerscheinungen, um Seinen Missfallen gegenüber den Handlungen der Menschen auszudrücken. Aus diesem Grund gab es keine oder kaum Regenbogen in Zeiten als die Juden den Willen G – ttes erfüllten. Es erscheint kein Regenbogen, wenn es richtige Zaddikim (Gerechte) auf der Wekt gibt. 
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Ehrlich gesagt, verstehe ich die Gemara nicht ganz. Erdbeben erfolgen, wenn die Juden G – ttes Willen nicht folgen, sprich, die Thora nicht einhalten. Vielleicht auch, wenn andere Völker sich fehlverhalten. G – tt bedient sich gewisser Naturereignisse, um uns zur Rückkehr zu Ihm zu bewegen oder um uns zumindest nachdenklich zu machen. Nichts auf dieser Welt geschieht ohne Grund. Kein Erdbeben, kein Donner, kein Tsunami und keine anderweitigen Naturkatastrophen. Unbedingt zu spekulieren und mit dem Finger zu zeigen, halte ich nicht für besonders effektiv. Natürlich kann man Japan als Beispiel nehmen und sagen “Du, Du, Du”, doch Tatsache ist, dass wir den wahren Grund, warum G – tt die Katastrophe zugelassen hat, nicht kennen.

Freitag, April 15, 2011

Schabbat Schalom


Tel Aviv Beach Promenade

Photo: Miriam Woelke

B"H

Ein vielleicht "un - heiliges" Bild zwischendurch. Ein Blick auf die Tel Aviver Strandpromenade sowie den Strand. Hier seht Ihr, wie viele Israelis diesen Schabbat (Schabbat HaGadol – der große Schabbat vor Pessach) verbringen werden. Sunshine + 24 Grad Hitze = Beach Time. 

Säkulere Juden gehen mir manchmal auf die Nerven, doch gibt es wesentlich Schlimmeres als nur den puren Säkularismus. Heute Morgen überhörte ich eine Unterhaltung zwischen zwei Touristen:

ErsterTourist: "Bist Du Jüdin ?"

Zweiter Tourist (eine junge Frau aus Kalifornien): "Nun, mein Vater ist Jude, meine Mutter ist nicht jüdisch".

Erster Tourist: "Fühlst Du mehr Jüschisches in Dir als etwas Christliches ?"

Zweiter Tourist: "In Israel müsste ich erst konvertieren, damit ich jüdisch bin. Irgendwie fühle ich schon etwas Jüdisches in mir, doch will ich am Karfreitag unbedingt in Jerusalem sein".

Was ich damit versuche zu sagen ist, dass viele säkulere Juden nur Juden ehelichen. Mit das Schlimmste, was passieren kann, ist, wenn Juden Nichtjuden heiraten (was lt. der Thora verboten ist). Man sehe sich nur an, was aus den Kindern wird, wenn sie am Karfreitag in Jerusalem auf Götzendienst aus sind. 

Hat uns G – tt deswegen aus Ägypten geholt ? Damit Juden Nichtjuden heiraten und sich somit selbst in ein neues spirituelles Ägypten begeben ?

"Schabbat Shalom - Gut Schabbes !"

Haferflocken an Pessach


B”H

Derjenige Leser, der wissen wollte, ob Haferflocken an Pessach erlaubt sind:

Wir essen keine Haferflocken an Pessach, da diese in die Kategorie CHAMETZ (an Pessach verbotene Getreidearten) fallen.

Die letzte Pessach Seder im Warschauer Ghetto


Donnerstag, April 14, 2011

Rabbi Mordechai Machlis zu Pessach

B"H

Kurze Info: Die Machlis Familie verreist jedes Jahr an Pessach und ihr Haus bleibt daher an den Pessach - Feiertagen geschlossen !!!


An Juden, die noch keinen Platz bei einer Pessach Seder gefunden haben

B"H

Oft ist es nicht einfach, einen Platz bei einer Pessach Seder zu finden. Vor allem Alleinstehende suchen oft verzweifelt nach einem Sederplatz.

Rabbi Mordechai Machlis aus Jerusalem weiss Rat:

Pessachutensilien




An relig. Pessachutensilien fehlt es in Israel nicht. Das Angebot ist riesig. Vom Sederteller bis zur Mazza oder der Tasche des Afikoman. Die beiden Photos nahm ich im ultra - orthodoxen Ge'ulah (Jerusalem) auf.

Photo: Miriam Woelke

Mittwoch, April 13, 2011

Pessach kann kommen

B”H

Noch bin ich nicht durch mit dem Pessachputz und werde den verbliebenen Rest am Samstag abend (Mozzaei Schabbat) erledigen. Ein Kilo Reis muss auch noch irgendwie aufgegessen werden. Seltsamerweise halten wir aschkenazischen Juden immer noch den Pessachbrauch, keinen Reis zu essen, denn der Reis zählt, nach wie vor, zum Chametz (verbotenes Getreide sowie Getreideprodukte an Pessach). Nicht, dass Reis ein Getreide ist, doch wurden vor Hunderten von Jahren Säcke für Mehl und Reis benutzt und somit alles irgendwie zusammengemixt. 

Allgemein hört man ab und an die Meinung, dass es ja die sephardischen Juden besser haben, denn sie halten diesen aschkenazischen Reisbrauch nicht. Das stimmt allerdings nicht ganz, denn auch viele sephardischen Juden verzichten an Pessach auf Reis. Bei den Kurden jedoch gehört der Reis zum Essen bei der Pessach – Seder genauso wie die Kube (gefüllte Fleischtaschen).

Ein Paket der teureren “Mazza Shemura – Mazza, die von Beginn der Herstellung rabbinisch überwacht worden ist” habe ich am Montag in Jerusalem erstanden. An Pessach esse ich grundsätzlich nur Shemura Mazza und keine billige Mazza aus dem Riesenpaket. Ebenso halte ich den chassidischen Brauch kein GEBROCHTS (z.B. Mazzeknödel in Suppen) zu essen. Lediglich Shemurah Mazza oder handgemachte Mazza kommt auf den Tisch.

Ich gebe zu, dass das wesentlich teurer ist, aber es wird behauptet, diverse bessere Mazzaarten stehen für einen höheren Level und zweitens schmecken die Shemura Mazza einfach besser als das trockene Massenzeug aus dem Riesenpaket.

Am Montag abend sitzen alles zusammen und halten die Seder. Dann ist Familientag. Viele buchen ihre Seder in Hotels, damit sie daheim nicht die riesen Arbeit haben und ausspannen können. Der Sedertisch bedeutet einen Haufen Arbeit und viele wollen sich das ersparen. Andere wiederum lassen sich einladen.

Leider ist in Tel Aviv vom bevorstehenden Pessach noch nicht allzu viel zu spüren außer den allgemeinen “Chag Sameach – Schöne Feiertage” Wünschen. In Jerusalem ist das natürlich wesentlich anders. Innerhalb der vergangenen Jahre entwickelte sich Pessach zu einem riesigen Wirtschaftszweig. Dann nämlich ist Geschenkezeit und die Wirtschaft freut sich.

Die haredische (ultra - orthodoxe) Welt in dieser Woche

B”H

Diese Woche sind die Schabbatausgaben haredischer (ultra- orthodoxer) Wochenzeitschriften wesentlich dicker, denn am Montag abend beginnt Pessach und an den Feiertagen erscheinen weder Zeitungen noch wird selbst an den Zwischenfeiertagen von Pessach überhaupt irgendetwas geschrieben. 




Stories aus der Pessach - Haggadah

Geschirr KASCHER Le'PESSACH

B"H


Für Pessach werden Töpfe und Besteck gekaschert. Dies geschieht, indem das Geschirr in siedend heissem Wasser professionell ausgekocht wird, sodass keine Spuren vom verbotenem Chametz klebenbleiben.

Hier ein paar Bilder, wie an den Strassen in relig. Wohngegenden gekaschert wird. Gegen einen kleinen Unkostenbeitrag kann ein jeder dort sein Geschirr kaschern. Wer nicht will, der schafft sich gewöhnlich an Pessach ein extra Set Geschirr an.










Alles KASCHER für Pessach ?



Schon die Wäsche und den chassidischen Streimel KASHER LE'PESSACH gemacht ?


Ist die Schauspielerin JOAN COLLINS Jüdin ?

B”H

Fast alle von uns kennen sie noch aus der Serie “Denver Clan” (DYNASTY im Original) als die böse Alexis. Seither wurde es ruhiger um Joan Collins. Ist die jetzt 77 Jahre alte und in London geborene Schauspielerin Jüdin ?

Joan Collins wurde am 23. Mai 1933 in England geboren. Ihr Vater war der aus Südafrika stammende Jude Joseph William Collins; ihre englische Mutter gehörte der anglikanischen Kirche (Chruch of England) an. Somit ist Joan Collins keine Jüdin, denn lediglich ihr Vater war Jude, nicht aber die Mutter.

Dienstag, April 12, 2011

Die Vor - Pessach - Zeit im ultra - orthodoxen GE'ULAH / Jerusalem




Copyright / Photos: Miriam Woelke

9. Nissan: Yahrzeit von Rabbi Aryeh Levin

B"H

In Deutschland ist er wahrscheinlich so gut wie unbekannt, in Israel hingegen bleibt er vielerorts unvergessen, geachtet und geliebt. Besonders in Jerusalem.

Heute abend sowie morgen, 9. Nissan, ist die 42. Yahrzeit (Todesgedenktag) des einstigen Jerusalemer Zaddik, Rabbi Aryeh Levin.

All jene, die das Buch


noch nicht gelesen haben, sollte die Gelegenheit nicht auslassen. Leider gibt es in Jerusalem kaum mehr Rabbiner wie den im Jahre 1969 verstorbenen Rabbiner Aryeh Levin. Zu ihm werde ich in der Zukunft noch wesentlich mehr berichten !

In rabbinischen Sinne wurde Rabbi Levin besonders bekannt durch seine Anwendung und Interpretation des GORAL HAGRA

Aktuelle Berichte über christlich - missionarische Umtriebe in Israel

B"H

Einen aktuellen Lagebericht zur christlichen Judenmission in Israel bringt JEWISH ISRAEL !

Montag, April 11, 2011

Der Pessach – Putz

B”H

Das Haus vor Pessach von allem verbotenen Chametz (Getreide sowie Getreideprodukte) blank zu putzen beschränkt sich keineswegs nur auf die Küche, sondern findet im ganzen Haus statt. Mit einer Jerusalemer Freundin war ich heute in den Jerusalemer haredischen (ultra – orthodoxen) Stadtteilen Ge’ulah und Mea Shearim unterwegs und uns wurde bewusst, welches Geputze bis Sonntag noch auf uns wartet. Unzählige religiöse Juden begannen nach Purim (vor einem Monat) mit dem Hausputz. Öfen wurden abgerückt und tüchtig ausgewaschen, Schränke ausgewischt, der Kühlschrank samt Schrauben vom Chametz befreit. Das Geschirr wird für Pessach entweder neugekauft oder gekaschert (mit kochend heissem Wasser ausgewaschen). Kinderzimmer werden geschrubbt, Schränke ausgewaschen, Spielzeug abgewaschen, einfach alles wird auseinandergenommen.

Insbesondere in der Küche wird nach der Putzerei vieles mit Aluminiumfolie ausgelegt (die Anrichte um das Spülbecken, zum Beispiel) oder die Küchenschränke bzw. Regale.

Hier einige Photos mit Erklärungen zu Pessach und warum besonders in jüdischen - orthodoxen Wohngegenden was eingekauft wird:




Was essen aschkenazische Juden an Pessach, wenn Chametz und Kidniot (Hülsenfrüchte) verboten sind ? Genau: Kartoffeln, Fleisch, Eier und Fisch. Hier kam gerade eine Gemüseladung an.



 Aluminiumfolie für Schränke wir teuer und meterweise verkauft.


 

Viele Haushalte richten sich zwecks Pessach fast komplett neu ein, um alles "kascher le'Pessach" zu halten.







In den Straßen beider Stadtteile ging es heute hoch her und es herrschte Einkaufsgedränge. 

 Copyright / Photos: Miriam Woelke

Die Angst vor dem Versagen


Photo: Miriam Woelke

B"H

Tel Aviv ist immer in Bewegung und kaum jemals kommt es zur Ruhe. Nein, ich rede ich nicht von der super Action, Discos oder Spass, sondern vom Verdienst des eigenen Lebensunterhaltes. Die Stadt ist sauteuer und es ist hart, hier etwas zu erreichen. Einem Job nachrennen, genug Stunden zu arbeiten, um genügend zu verdienen, eine Bleibe mit erschwinglicher Miete finden und und und. Jeder ist auf der Suche nach irgendetwas; eben weil ein heutiger Job nicht von langer Dauer sein muss und man bald wieder auf der Straße stehen kann.

Viele Israelis ziehen nach Tel Aviv, um hier in der Stadt ihr Glück zu finden. Vor allem aber die große Karriere. Und sei es als Künstler von irgendwas. Die Chance im Leben und bloß nicht wieder in die Peripherie zurück zu müssen. Junge Leute werden zumeist von ihren Eltern finanziell unterstützt soweit dies eben möglich ist. Geht gar nichts mehr, wird halt die Oma angepumpt.

Jene Youngsters, die nicht zum Studieren in die Stadt ziehen, wollen Karriere machen. Klein anfangen, doch nach einigen Monaten oder ein bis zwei Jahren ihre Chance erhalten und nutzen. Hat der Stress erst einmal begonnen, kriecht die Angst vor dem Versagen gleich hinterher. Soll man sonst wieder zurück in seine Kleinstadt – oder Dorfheimat und zugeben, die Großstadt sei dann wohl doch nichts gewesen. Wer von den Daheimgebliebenen kann sich schon vorstellen, wie der Alltag in der Küstenstadt aussieht und was es bedeutet, zu rennen ? Amerikanische Neueinwanderer sagten mir häufig, dass Tel Aviv “schlimmer” sei als New York.

Was ich liebe und was mir zugleich viel Stoff zum Schreiben von Stories liefert, ist der Drang der Israelis nach der großen Karriere. Jedoch bedeutet der Erfolg, wenn er sich denn einstellt, keine Garantie auf ein sorgenfreies Leben. In Israel sind Connections gefragt. Die Nachfrage nach dem Menschen muss stimmen und wieviele TV Celebrities rennen unermüdlich ihrem Rating (der Quote) hinterher ?

Wer nicht rennt, der kann im Leben sehr leicht abstürzen. Niemals zuvor habe ich dermassen viele Leute nur stressgeplagt rennen sehen.

Sonntag, April 10, 2011

Kashern in Jerusalem

B"H

Jetzt, knapp eine Woche vor Pessach, beginnt die Hochsaison des Geschirrkascherns. Insbesondere in haredischen (ultra - orthodoxen) Kreisen. Morgen fahre ich nach Jerusalem und werde mich dort im ultra - orthodoxen Mea Shearim umsehen und das Kaschern beobachten. Nebenbei werde ich Photos machen und diese dann in die Blogs stellen !

Skver Rebbe conducting Yahrzeit Tish

Tish in Chassidut Skver / New Square - New York


Samstag, April 09, 2011

Rabbi Chaim Soloveitchik zum SHEMONA ESRE Gebet

B"H

Rabbi Chaim Soloveitchik hatte seinerzeit einen kurzen, doch äußerst wichtigen Kommentar zum jüdischen SHEMONA ESRE Gebet. Wie hoch soll die Kavanah (Konzentration) bei einem der wichtigsten Gebete des Judentums sein ?

Während wir das SHEMONA ESRE Gebet beten, sollten wir uns bewusst sein, dass wir in dem Moment tatsächlich direkt vor G – tt stehen.

Von daher muss die Kavanah besonders hoch sein, denn wer steht schon vor einem König und lässt seine Gedanken anderweitig wandern und ignoriert somit 
den König ? Ist es nicht eher so, dass wir vor einem König ein bestimmtes gepfelgtes Verhalten an den Tag legen und uns auf jedes Wort konzentrieren ? Genauso sollte es beim SHEMONA ESRE Gebet sein, wenn wir vor unserem Erschaffer stehen !

Längst hätte ich mehr über das so wichtige SHEMONA ESRE Gebet schreiben sollen, doch leider bin ich nie dazu gekommen. Das Judentum ist unerschöpflich und aufgrund des unermesslichen Themenreichtums kann dieser Blog ewig weiterlaufen. Aber keine Sorge: Zum SHEMONA ESRE Gebet komme ich auch noch zu sprechen.

Donnerstag, April 07, 2011

Lipa Schmeltzer: Oi How Good It Is To Be A Yid

B”H

“…she lo Asani Goi - …, dass G – tt mich nicht als Nichtjude erschuf”.

Teil des jüdischen Morgengebetes sind diverse Segen. In einem davon danken wir G – tt, uns nicht als Nichtjuden erschaffen zu haben. Dies geschieht nicht aus rassistischen Gründen heraus, sondern deswegen, weil ein Jude froh sein sollte, die Thoramitzwot erfüllen zu können und somit G – ttes Willen auszuführen.
Nichtjuden erhielten lediglich die “Sieben Noachidischen Gesetze” und keine Thoragesetze. Damit sind sie nicht verpflichtet, all die den Juden gegebenen Mitzwot auszuführen wie Schabbat, Kaschrut, Tefillin, Taharat HaMischpacha (Familienreinheit inkl. Mikwehgang), jüdische Feiertage, etc. Sieben Gesetze bestehen für Nichtjuden, dennoch sollte ein Jude stolz auf die Thoramitzwot sein und deren Einhaltung anstreben.




Es ist das erste Mal überhaupt, dass ich den Gerrer (Gur) Rebben so ausgelassen swingen sehe !

In dem hiesigen Zusammenhang wird das Wort "GOI" mit "Nichtjude" übersetzt. Allgemein aber bedeutet es "VOLK". In der Thora werden selbst die Juden als "GOI KADOSCH - Heiliges Volk" geschrieben. 

Mazza - Backen in Bnei Brak (bei Tel Aviv)


Birkat Ha'Ilanot - Segen der Bäume


B"H
 
Zu Beginn dieser begann der jüdische Monat NISSAN und im Nissan sind wir aufgerufen, G - tt für seine grandiosen Erschaffungen zu danken. Sie anzuerkennen und zu danken. Im Frühling beginnt der Zyklus der Natur aufs Neue und die Bäume blühen. Besonders die Obstbäume, deren Erzeugnisse wir erwarten.

Aus diesem Grunde sagen wir im Monat NISSAN den "Birkat Ha'ilanot - den Segen der Bäume". Jeder kann hinaus gehen in die Natur und sagt folgenden den Segen über mindestens ZWEI in voller Blüte stehenden Obstbäume:



ברוך אתה ה א-לוהינו מלך העולם שלא חסר בעולמו כלום, וברא בו
בריות טובות ואילנות טובים להנות בהם בני אדם
Gesegnet sei A - donai E - loheinu, König der Welt, dass Er in
Seinem Universum keine Erschaffung ausliess, Er Gutes und
ertragreiche Bäume erschuf, um der Menschheit Freude zu bereiten.
Frauen sind genauso aufgerufen, den Segen zu sagen und ich kenne Familien, die zusammen mit ihren Kindern in die Parks ausziehen, damit alle den Segen sprechen.

Rabbi Mordechai Machlis zur Parashat Metzora


Mittwoch, April 06, 2011

Morgens beginnt eine neue Erschaffung


B”H

Juden sagen morgens gleich nach dem Aufwachen und sogar noch vor dem morgentlichen Händewaschen (nach dem Aufstehen) einen bestimmten Segen, in welchem sie G – tt danken, die Seele (Neshama) nach dem Schlaf wieder in den Körper zurückbefördert zu haben. Spätestens in dem Moment, in dem wir aufwachen.

Mit jedem neuen Morgen beginnt unser Leben also neu. Wie eine neue Erschaffung, denn die Seele kam zurück in unseren Körper. 
Der kabbalistische ZOHAR lehrt, dass unsere Seele aufsteigt, sobald wir schlafen. Die Seele steigt in die höheren spirituellen Welten auf und lässt sozusagen unseren Körper zurück. Sobald die Seele heraus ist, befindet sich der Körper, welcher eigentlich nur als Hülle dient, in einem Totenzustand. Erst wenn die Seele beim Aufwachen wieder eintritt, werden wir wieder zum Leben erweckt. Das ist der Grund, warum wir uns nach dem Aufstehen die Hände waschen. Damit wir den Zustand der (Tumah – Unreinheit) des Totenzustandes loswerden.

Wenn wir morgens aufwachen und der Wecker klingelte, sind wir mit uns beschäftigt. Wir müssen zur Arbeit, sind ausgeschlafen, haben keine Lust oder doch, sind genervt und muffelig oder das Gegenteil. Wer aber denkt daran, dass wir soeben neu erschaffen worden sind, indem wir unsere Seele wieder erhalten haben. Dass wir überhaupt aufgewacht sind ?
Nachtrag: Wenn die Seele (Neshama) während des Schlafes aufsteigt und den Körper verlässt, muss dies nicht immer positive sein. Oftmals erreicht die Seele gar nicht die hohen spirituellen Welten, sondern bleibt mitten auf dem Weg in irgendeiner negativen Unreinheit hängen, die uns schlechte Träume gibt.

Die haredische (ultra - orthodoxe) Welt in dieser Woche


Darunter, u.a. die Einweihung einer neuen Thorarolle bei der Chassidut Nadvorna in Bnei Brak und das Mazzotbacken zum anstehenden Pessach.

Dienstag, April 05, 2011

Westhampton Beach und der Wahnsinn mit dem Eruv der Orthodoxen

B"H

Westhampton Beach soll ein ERUV erhalten, doch diverse Reformjuden fürchten sich vor zuviel Orthodoxie und ihrem eigenen Gewissen:

http://www.aish.com/j/mm/The_Thin_Jew_Line.html?utm_source=mimi_aish_com&utm_medium=email&utm_content=Jewlarious+-+March+28%2C+2011&utm_campaign=Jewlarious+-+March+28%2C+2011&utm_term=VJLThinJewLine140x100-EN_jpg


Link:

Mazzot - Backen in Jerusalem

B"H

Noch zwei Wochen bis zur Pessach - Seder und es werden fleissig Mazzot gebacken. Chassidim konzentrieren ihre Essgewohnheiten auf handgebackene Mazzot, die wiederum wsentlich teurer sind als jene, die aus der Maschine kommen.






Alle Photos HIER !

Das Backen der Mazzot muss schnell von der Hand gehen, denn, lt. Halacha, muss die Mazza innerhalb von 18 Minuten gebacken werden.

Beit Midrash der Chassidut Belz


Die Beit Midrash samt Synagoge der Chassidut Belz in der Jerusalemer Agrippas Street.

Photo: Miriam Woelke

Montag, April 04, 2011

Rosh Chodesh Nissan - ראש חודש ניסן


Heute gesehen in Jerusalem.
Photo: Miriam Woelke

B"H

Heute abend (Montag) und morgen feiern wir Rosh Chodesh Nissan - den Beginn des jüdischen Monats Nissan. Wie wir schon mehrere Male gelernt haben, bedeutet ein neuer Monat gleichzeitig ein persönlicher Neubeginn für jeden einzelnen von uns.

Mit
Nissan zieht nun endgültig der Frühling ein (obwohl viele Bäume schon längst in voller Blüte stehen) und Rosh Chodesh Nissan ist gleich doppelt so wichtig, denn an diesem Tag wurde von Moshe in der Wüste das Mishkan (Tabernakel) errichtet.

Wenn wir nach der Thora gehen, dann ist der Monat Nissan der eigentliche Jahresbeginn, aber dem Mondkalender zufolge, nach welchem wir uns richten, liegt der Jahresbeginn im Monat Tishrei (Rosh HaShana, ca. September / Oktober).

Im Talmud Traktat Rosh HaShana gibt es zahlreiche Diskussionen, ob der wahre Jahresbeginn im Nissan oder im Tishrei liegt. Der berühmte Thorakommentator Ohr HaChaim hat einen brillianten Kommentar dazu verfaßt:


"Im Nissan dachte G - tt daran, die Welt zu erschaffen und im Tischrei setzte Er Seinen Plan in die Tat um". (dieses bitte nur metaphorisch verstehen !)

Laut dem kabbalistischen Buch Sefer Yetzirah (The Book of Creation) symbolisiert jeder jüdische Monat einen bestimmten Buchstaben, einen israelitischen Stamm, ein Sternzeichen, einen der Sinne und ein Organ.

Der Buchstabe des Monats Nissan ist das Heh ה, das Sternzeichen ist der Widder, der Stamm ist Yehudah, der Sinn ist das Sprechen und das Organ ist das rechte Bein.

Jedes Jahr am 15. Nissan (Pessach) an Vollmond, sind wir in der Lage, unser Leben völlig unter Kontrolle zu bringen. Es beginnt unserer innerer Frieden und zugleich der Frieden allen Chaos.

Die eigentliche Aufgabe des Monats Nissan ist das Putzen für Pessach (wie romantisch !). Wir sind verpflichtet, jegliches Chametz (Getreide wie Weizen, Roggen, Spelt oder Gerste) aus unserem Haushalt zu entfernen.

In der Kabbalah wird das Chametz als unsere Yetzer HaRah, unsere schlechte Neigung, gesehen. Wir sollen symbolisch all unsere schlechten Neigungen bzw. Charaktereigenschaften loswerden. Dies ist das eigentliche Geheimnis des Chametz.

Einen Tag nach der Pessach - Seder beginnen wir mit dem "Zählen des Omers" (49 Tage lang bis Schavuot). Auch mit der Zählung des Omer sollen wir unsere negativen Charaktereigenschaften abschütteln und uns für das Geben der Thora, welches wir an Shavuot feiern, vorbereiten.

Chodesh Tov - חודש טוב - einen guten Monat Nissan an alle Leser !

Bild des Tages

Wer sucht eine Pessach Seder in Bnei Brak ?


B"H

Die Chabad Meshichisten (jener Zweig der chassidischen Gruppe Chabad (Lubawitsch), welche ihren letzten im Juni 1994 verstorbenen Rebben Menachem Mendel Schneerson als den Meschiach betrachtet) bieten eine Pessach Seder in Bnei Brak (bei Tel Aviv) an. Details dazu können bei der angegebenen Telefonnummer erfragt werden.

Wie in jedem Jahr bieten auch die Chabad Meshichistim in Ramat Aviv (Tel Aviv) an. Normalerweise wird eine 100 Schekel - Spende erwartet, doch wer das Geld nicht hat, der wird nicht hinausgeworfen.

Im vergangenen Jahr nahm ich an der Ramat Aviv Seder teil und es war super.  Die Seder selbst feierten wir draussen im Garten am Chabad Haus. Das radikal säkulere Ramat Aviv ist für Chabad kein leichtes Pflaster, doch es waren gerade die Nachbarn, welche, trotz Kritik, zum Fest erschienen. Leute mit Geld, die aber Pessach allein verbrachten und Gesellschaft suchten. Darunter auch einige Holocaust - Überlebende. Ungefähr 80 Leute kamen. Der Chabad - Rabbi war engagiert und es wurde keinerlei Chabad - Werbung betrieben, sondern ganz normal miteinander umgegangen. Nur dauerte es Ewigkeiten, bis wir zum wichtigsten Punkt kamen: Dem Essen ! :-)

Sonntag, April 03, 2011

Samstag, April 02, 2011

Kurze Anmerkungen zum Sex

B”H

Auf meinen Blogs scheint sich zumindest ein Leser ja ganz besonders für den Sex in Israel zu interessieren. Nach Israel reisen und unbedingt Sex mit einem Juden / eienr Jüdin haben ? Ist das eine besondere Attraktion ?

Die Halacha verbietet den Sex zwischen Juden und Nichtjuden und die Thora überhaupt verbietet Ehen zwischen Juden und Nichtjuden.

Zwar führt der Schulchan Aruch (Code of Jewish Law) ein Gesetz an, welches besagt, dass ein jüdischer Mann, der unbedingt Sex sucht und unverheiratet ist, dieser sich anders kleiden und in eine andere Stadt fahren soll, wo er eine Prostituierte aufsucht. Dennoch ist Sex zwischen Juden und Nichtjuden ein kompliziertes Thema und ich kenne säkulere Israelis, die selbst das aus ästhetischen Gründen ablehnen und sich niemals mit einem Nichtjuden einlassen würden.

Die Thematik erinnert mich an die Frage einer Bekannten, die mir einmal gestand, sie habe ein einziges Mal Sex mit einem englischen Nichtjuden gehabt. Eine Dummheit, so die Bekannte und eigentlich habe sie ja vor, einen Cohen (ehemals Tempelpriester) zu heiraten. Ob das jetzt noch ging und ich nicht für sie einen Rabbiner fragen könnte. Tat ich und die Antwort lautet, das seine jüdische Frau nach dem Sex mit einem Nichtjuden KEINEN Cohen mehr ehelichen darf.

Chametz

B”H

An den sieben Tagen von Pessach (Passover) ist es einem Juden verboten, jegliches CHAMETZ zu essen und / oder zu besitzen. In der Diaspora wird Pessach übrigens acht Tage lang gefeiert.

Unter Chametz fallen sämtliche Getreidesorten wie Weizen, Hafer, Roggen, Spelt oder Gerste sowie ebenso Getreideprodukte wie Bier, Nudeln, Haferflocken oder Kuchen / Kekse (Hierfür gibt es an Pessach Ersatz: Kuchen / Kekse gebacken mit Mazze – oder Kartoffelmehl). An Pessach muss jedes Nahrungsmittel den Vermerk “Kascher le’Pessach” auf der Verpackung tragen. Vom Wein bis hin zum Geschirrspülmittel oder Hundefutter.

Selbst viele säkulere Juden nehmen Pessach recht ernst, denn die Thora verkündet uns, dass derjenige Jude, der an Pessach Chametz ißt, aus der jüdischen Gemeinschaft ausgeschlossen ist. Bedeutet, dass er seine Seele (Neschama) beschädigt. Zwei weitere Gründe für diese harsche Strafe nennt uns die Thora: Wer am Yom Kippur ißt und wer sich als männlicher Jude nicht beschneiden läßt. Derlei “Juden” können nicht Mitglied im Bund mit G – tt sein.

Vor Pessach muss ein Jude sein Chametz entweder aufbrauchen oder an einen Nichtjuden verkaufen, denn allein der Besitz von Chametz ist ebenso verboten und es reicht nicht, wenn ein Jude sein Chametz einfach nur so in den Schrank sperrt, es nicht anrührt, aber nach Pessach wieder hervorholt und weiter verwendet. 
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In diesem Jahr feiern wir vom Abend des 18. April bis zum Abend des 25. April 2011 Pessach. In der Diaspora endet der Feiertag erst am Abend des 26. April !