Sonntag, April 17, 2011

Vom Exodus bis zu den Israelitischen Stämmen


B"H

Was ist an dem oberen Bild falsch ?

Als die Juden das Rote Meer (Yam Suf) durchquerten, gingen sie da wirklich alle zusammen auf einem Pfad durch das Meer hindurch ? 

Eine Midrasch sowie der Kabbalist Rabbi Yitzchak Luria lehren, dass als die Juden das Rote Meer durchquerten, sie nach Stamm getrennt voneinander gingen. Bedeutet, dass jeder israelitische Stamm separat durch das Meer ging. Die symbolische Sprache der Midrasch geht sogar soweit zu behaupten, dass sich durchsichtige Wände auftaten und jeder Stamm hinter seiner Wand durch das Rote Meer auf die andere Seite ging. Das außergewöhnlich Faszinierende dabei ist, dass jeder Stamm sich dennoch sehen konnte.

Was will uns dieses Statement sagen ?

Zuerst einmal eine ganz andere Frage: Warum entschied sich G – tt, die Juden in 12 Stämme zu unterteilen ? Warum kann es nicht EIN jüdisches Volk geben und wozu brauchen wie die Stämme überhaupt ?

Kein Jude ist wie der andere und fast ein jeder hat einen anderen Zugang zu seiner Religion. Zum Beispiel studiert der eine den Talmud, der andere liebt die Halacha, ein anderer die Mussar (Ethik) und wieder ein anderer geht lieber ganz in der Spiritualität auf. Jeder von uns hat ein anderes Leben, unterschiedliche Wege der Spiritualität und des Zugangs zu G – tt. Zevulon ist nicht Yehudah und Ascher ist nicht Schimon. Wir alle besitzen eine unterschiedliche Mentalität. Ein anderes Leben; was uns aber miteinander verbindet, ist die jüdische Seele, mit welcher wir dennoch EINS sind.

Das ist es, was die Midrasch versucht uns zu verdeutlichen. Juden mögen sich in super fromm, säkuler oder traditionell aufteilen. Einer trägt Jeans, der andere einen Streimel (chassidische Pelzmütze) und der Dritte mag sich eine Decke umhängen, doch sollten wir niemals vergessen, dass wir dennoch EINE Einheit bilden. Mein Nachbar mag Vishnitz sein und ich Chabad (Lubawitsch). Der eine gehört zur Chassidut Munkatsch und der andere ist ein vollkommen säkulerer Jude aus Tel Aviv. Trotzdem sollte niemand sein Gegenüber missachten und ich denke, dass der Sedertisch dafür die beste Gelegenheit bildet, unsere bis heute anhaltende Einheit unter Beweis zu stellen.

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