Freitag, November 05, 2010

Kaffee - Kaschrut

B"H

Wie angekündigt, fragte ich einen Rabbiner, ob eine Tasse Kaffee, gekocht von einem Nichtjuden, koscher ist ?

Die Frage beschäftigte mich einige Zeit, doch vergass ich stets nachzufragen.
In Jerusalem ist es keine Seltenheit, dass Araber in verschiedenen Kaffeehausketten arbeiten und auch den Kaffee an den Maschinen zubereiten. Bei der Kaffeehauskette AROMA in der Jaffa Road oder am Machane Yehudah Markt arbeiten fast nur Araber. Bei AROMA Filialen verfügen jedoch über ein Hechscher (Koscherzertifikat) des Jerusalemer Oberrabbinat (Rabbanut). Der Grund dafür scheint zu sein, dass es, wie halachisch vorgeschrieben, ein Jude ist, der den Herd bzw. die Kaffeemaschine anstellt.

Nichtsdestotrotz beobachtete ich in der Filiale am Machane Yehudah Markt, dass der jüdische Arbeiter morgens erst später eintrifft und die Araber zwischenzeitlich Kaffee kochen und die Croissants backen. Demnach ist das Essen einschliesslich dem Kaffee nicht koscher. Und dies geschieht sogar in der mehrmaligen Anwesenheit des Rabbanut - Maschgiach (Koscherexperten).

Dennoch stellt sich die Frage, wer tatsächlich den Herd bzw. die Kaffeemaschine anstellt: Vielleicht der Maschgiach, vielleicht ein Jude von einem Marktstand nebenan ?

Die Antwort auf die Frage lautet, dass ein Kaffee, vorbereitet von einem Nichtjuden, nicht koscher ist, denn bei der Zubereitung entsteht ein Kochprozess. Das Kaffeepulver und das Wasser werden zu einer Einheit verschmolzen und somit kommt es zu "Bischul Nochri - Kochen von einem Nichtjuden".

Anmerkung: Die jüdischen Kaschrutgesetze beinhalten, dass Nichtjuden einem Juden keine gekochten Speisen zubereiten dürfen bzw. zumindest ein Jude den Herd anzünden sollte oder zumindest das kochende Essen umrührt.

Kommentare:

  1. Och, Kindchen, da könnten wir im Goless uns doch gleich aufhängen, wenn man nicht mal mehr einen Kaffee im Glas oder im Plastikbecher trinken dürfte.

    Bei uns haben die Rabbiner das erlaubt, und auch Chareidim machen es.

    Ich nehme an, dass es auch in koscheren Restaurants organisatorisch nicht machbar ist, dass nur jüdische Angestellte Kaffee rauslassen und glaube auch nicht, dass das so gehandhabt werden muss...

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  2. B"H

    Die Jerusalemer AROMA Kundschaft koennte sich da mitaufhaengen, denn ueberwiegend fungieren Palaestinenser beim Kaffeekochen.

    Die Antwort kam von einem Chabad Rabbiner und ich kann nicht sagen, wer jetzt wie auf die Kaffee - Kaschrut reagiert. Aber ich nehme an, dass gerade Chabad der strengeren Regelung folgt.

    Als AROMA Suechtiger gehe ich auch weiter dorthin zum Kaffee.
    Ein Trost vielleicht: Bei AROMA in Tiberias arbeiten nur Juden.
    Allein schon aufgrund der schlechten Jobsituation in der Stadt werden nur Juden eingestellt.

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