Mittwoch, Juli 28, 2010

Ohad Rosenberg (Ovadiah) und sein Kampf um Anerkennung


Links: Eliyahu Averman
Rechts: Ohad Rosenberg (Ovadiah)



B"H

Vor circa zwei Wochen tötete Ohad Rosenberg (30) zuerst seinen Freund Eliyahu Averman (19) und beging danach Selbstmord. Der Tatort lag nahe der belebten Tel Aviver Ibn Gavirol Street. Niemand kann bis heute genau sagen, was die beiden Freunde überhaupt bewog hatte, nach Tel Aviv zu fahren.

Seit dem Mord las ich mich durch mehrere Presseberichte, was jedoch nur zu einem Gesamteindruck beiträgt. Vor einer Woche gab der Vater des Eliyahu Averman, der Kaliver Chassid Rabbi Aharon Leib Averman, einem säkuleren Jerusalemer Lokalblatt ein Interview, indem er zum Ausdruck brachte, dass all die Beschuldigungen gegen seinen Sohn nichts als zusammengelogen seien. Am vergangenen Freitag gaben der Vater sowie der Bruder von Ohad Rosenberg einer Tel Aviver Beilage der Schabbatausgabe der MAARIV ein Interview. Beide beschuldigten die haredische (ultra - orthodoxe) Gesellschaft, ihren Sohn ignoriert zu haben, doch stimmten sie mit der Meinung von Rabbi Averman überein: Ohad und Eliyahu unterhielten keinerlei homosexuelle Beziehung. Vielerlei säkulere Zeitungsberichte hatten behauptet, die zwei Freunde hatten wegen ihren Gay Beziehung einen Streit und Ohad Rosenberg drehte durch. Andere behaupteten, der Mord sei ein Racheakt Rosenbergs an der aschkenazischen Gesellschaft gewesen, denn man habe ihm seinen Schidduch (Ehepartner) zerstört. Weiterhin geht das Gerücht um, man habe um das Auto (Besitzer: Ohad Ovadiah) gestritten. Die genauen Gründe, die zu der Tragödie führten, werden wir wohl nie erfahren.

Ohad Rosenberg wurde im Dezember 1979 geboren. Seine Eltern sind säkulere Juden aus Rishon LeZion (nahe Tel Aviv). Im Alter von 17 Jahren entschloss er sich, religiös zu werden. Ja, Ohad Rosenberg wurde sogar Haredi (Ultra - Orthodox) und nahm an den Lernangeboten in seinem Heimatort Rishon LeZion teil. Sein älterer Bruder zeigte sich nicht gerade begeistert von der relig. Metamorphose seines Bruders und sagte ihm, er solle sich lieber an einer Uni einschreiben und einen Beruf erlernen. Ohad jedoch blieb stur und wurde immer fanatischer.

Ohad Rosenbergs Familienname war NICHT Rosenberg, sondern OVADIAH. Einige Zeit nachdem er Haredi geworden war, änderte er seinen Nachnamen von OVADIAH into ROSENBERG !

Warum ?

Nachdem er in Rishon LeZion Thora gelernt hatte, wollte Ohad mehr und schrieb sich an einer Jerusalemer Yeshiva für weitere Thorastudien ein. Soweit mir bekannt ist, handelte es sich dabei um die bekannte MIR Yeshiva, aber eine detaillierte Korrektur diesbezüglich ist willkommen.

Auf der MIR Yeshiva lernen mehrere Tausend litvische Haredim - auch Baalei Teschuva (geborene und später im Leben relig. gewordene Juden). Allerdings gehe ich davon aus, dass Ohad am Programm für Israelis teilnahm und nicht an den offeneren Studien der Amerikaner.
Ohad Rosenberg (Ovdiah) gab anderen Leuten sowie seiner Familie gegenüber zu, von seinen Kommilitonen gehänselt worden zu sein, weil er nicht in die haredische Gesellschaft hineingeboren worden ist. Er sei ja nur ein Baal Teshuva, ein Newcomer. Hinzu kommt, dass Ohad sephardischer Abstammung war und allein das ruft weitere Hänseleien der Aschkenazim hervor. In Israel gab es neulich erst den "Fall EMMANUEL"; einer relig. Siedlung, in welcher die haredische Mädchenschule "Beit Yaakov" die sephardischen Schülerinnen von den aschkenazischen trennte. Dies jedoch findet überall statt und nicht nur in Emmanuel. Derjenige, der die aschkenazischen Haredim in Emmanuel wegen Rassismus anklagte, war der sephardische Jude YOAV LALOM. Ein Rebell und wer in ihm den tollen Helden sieht, der irrt. Lalom selber fehlt es nicht an Lügen bezüglich seiner Person und seines Vaters. Momentan schlägt Lalom die Rassismus - Keule ebenso in der haredischen Stadt Kiryat Sefer und zeigt damit seine politischen Knessetambitionen.

Was ein jeder Baal Teschuva jedoch begreifen sollte ist die Tatsache, dass er nicht ebenbürtig in die haredisch - geborene Gesellschaft aufgenommen wird. Das hören die Baalei Tschuva nie gerne und regen sich ständig auf. Da ackern sie wie wild relig. herum und treten immer nur als ZWEITER KLASSE auf der Stelle. Nicht wenige kriegen da die Panik und drehen durch. Die geborene haredische Gesellschaft lässt einen ihre Ansichten sehr wohl spüren und es kommen genügend abfällige Kommentare.

Ohad Rosenberg (Ovadiah) war Baal Teshuva und Sepharadi und bekam somit die doppelte Portion zu spüren. Dies zeigt sich auch in den Schidduch - Angeboten, denn Baalei Teschuva, Konvertiten oder Sepharadim werden immer wieder mit ZWEITER KLASSE Eheangebote vermittelt. Ein geborener aschkenazischer Haredi würde niemals einen Konvertiten, Baal Teschuva oder Sepharadi ehelichen, es sei denn, mit dem Gegenpart stimmt etwas nicht: Geschieden, behindert oder voll Schulden.

Ohad Rosenberg (Ovadiah) träumte von einer aschkenazischen Ehefrau, denn so, glaubte er, würde er letztendlich zu einer Akzeptanz finden. Doch Pustekuchen, denn er bekam kein Eheangebot seitens der Aschkenazim. Als es dann doch endlich zu klappen schien, machte ihm seine Yeshiva einen Strich durch die Rechnung. So jedenfalls die Behauptung von Ohad Rosenberg (Ovadiah).

Schon vor dem Krach um das Eheangebot änderte Ohad Ovadiah seinen Nachnamen in etwas total Aschkenazisches: Rosenberg. Ziemlich daneben, denn jeder sah von weitem, dass er sephradischer Abstammung war.

Nach einigen Studienjahren in Jerusalem zog es Rosenberg (Ovadiah) wieder heim nach Rishon LeZion. Er hatte die Anmacherei in der Yeshiva satt und gab auf. In Rishon begann er für ZAKA zu volontieren und lernte so den viel jüngeren geborenen Haredi Eliyahu Averman kennen. Eine Freundschaft entstand und die haredische Gesellschaft bestreitet jegliches homosexuelle Verhalten der beiden Freunde. .

Ohads Familie mochte Averman nicht besonders. Ohads Mutter kaufte ihrem Sohn einen Laptop, den im Grunde genommen nur Eliyahu Averman benutzte. Dasselbe mit Ohads neuem Auto. Da er selber keinen Führerschein hatte, liess er sich von Averman überall hinfahren. Neulich erst verschwand Averman mit Ohads Wagen und der Bruder rief sogar Rabbi Averman in Jerusalem an, um herauszufinden wo dessen Sohn mit dem Fahrzeug von Ohad steckte. Rabbi Averman hatte keine Antwort.

Kurze Zeit darauf geschah der Mord in Tel Aviv. Vorher hatten die beiden Freunde Urlaub in Eilat gemacht und ich frage mich, was man dort als Haredi im unkoscheren Eilat zu suchen hat. Und was suchten die Beiden in Tel Aviv ?
Ohad Rosenberg (Ovadiah) tötete seinen Freund mitten auf der Straße und beging danach Selbstmord. Israels haredische Gesellschaft ist geschockt, doch niemand wagt su reden.

Was geschah in der Yeshiva wie sah die Verbindung von Averman und 
Rosenberg aus ? Eliyahu Averman war ein enger Schüler des Kaliver Rebben Menachem Mendel Taub. Vater Averman kann die Freundschaft mit Rosenberg (Ovadiah) nicht gutgeheissen haben.

Die haredische Gesellschaft veranstaltete ein riesen Haufheben um den ermordeten Eliyahu Averman, doch Ohad Rosenberg (Ovadiah) ging unter. "Ein Irrer Baal Teschuva mit Problemen wollte in unsere Gesellschaft !"

Familie Ovadiah in Rishon ist sauer, weil kein einziger ZAKA - Repräsentant zur Beerdigung Ohads kam. Dabei habe Ohad seine Seele für seine dortige Arbeit gegeben. Lediglich ein Freund kam, doch nicht im Auftrag von Zaka, sondern privat.

Für die haredische Gesellschaft war und ist Ohad Rosenberg (Ovadiah) keiner von ihnen. Er bleibt ein Newcomer und nicht mehr. Viele Male hatte Familie Ovadiah dem Sohn empfohlen, sich doch an einer sephardischen Baal Teschuva Yeshiva einzuschreiben. Dort nehmen man ihn mit Kusshand und Rassismus gebe es auch nicht. Aber nein, Ohad blieb stur und wollte zu den aschkenazischen Juden.

Aus der Tragödie lernen wird niemand. Die haredische Gesellschaft sieht in Rosenberg (Ovadiah) keinen von ihnen und somit ist der Fall abgehakt. Andere Sepharadim wie Ohad werden weiterhin versuchen, in aschkenazischen Instituten sowie deren Gesellschaft unterzukommen. Vergebens, aber das mag letztendlich niemand gerne eingestehen. Weder die spehardischen Juden noch die Baalei Teschuva.

Kommentare:

  1. Ich verstehe diese Sefaradim sowieso nicht. Anstatt stolz auf ihre eigene Tradition zu sein, machen sie einen auf sefardische Onkel Toms und schmeicheln sich Rabbiner Eliashiv und seiner GmbH ein. Traurig!

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  2. Das ist alles kein Grund, einen Menschen umzubringen.

    Deshalb scheinen mir diese Erklärungen etwas zu kurz zu greifen.

    Da muss noch etwas anderes gewesen sein, vielleicht irgend eine Form der psychischen Instabilität.

    Was die potentielle Braut betrifft: zum Glück wurde sie vor diesem Menschen bewahrt. Wenn jemand so gewalttätig ist, dann wäre es nicht ausgeschlossen, dass es, falls die Ehe zustanden gekommen wäre, die Frau oder eines der Kinder getroffen hätte.

    Ich finde es auch etwas erstaunlich, dass sich Familie Ovadia wundert, dass niemand von Zaka zum Begräbnis gekommen ist, falls es stimmt, dass Ohad der Mörder war.

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  3. B"H

    Ich fragte vorgestern einen sephardischen Arbeitskollegen, warum die Sepharadim so sehr danach hecheln, in die aschkenazische Welt zu kommen. Ich draenge mich doch auch nicht in die sephardische Welt, was recht komisch wirken taete.

    Der Kollege, tuerkisch - syrischer Herkunft, meinte folgendes:

    Die aschkenazische Welt steht fuer Erfolg. Hightech, Wirtschaft, Intelligenz, ueberall dort stehen die aschkenazischen Juden obenauf und da wollen die Sepharadim gerne mit dabei sein. Das gibt ihnen das Gefuehl des Erfolges, selbst wenn sie immer noch vom Sozialamt leben.

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