Sonntag, März 25, 2012

Einem nichtjüdischen König Respekt zollen

B"H 

Die Gemara (rabbinische Diskussion) des Talmud Traktates Berachot 58a lehrt, dass ein Jude einem nichtjüdischen König Respekt entgegenbringen soll. Kommt, zum Beispiel, die König von England oder der schwedische König zu Besuch, so sollte ein Jude unter den Zuschauern sein und den König / die Königin begrüssen.

Kommentare:

  1. Oh, das ist aber interessant. Widerspricht ja völlig dem alten antisemitischen Klischee, dass Juden nur Umstürzler sind und sich nicht um die Regierungen ihrer Heimatstaaten bzw. nicht um die Regierungsoberhäupter anderer Nationen scheren. Aber wann hatten antisemitische Vorurteile schon einmal eine Basis in der Realität. :-)

    Wie lautet denn die halachische Begründung dafür? Weißt du da genaueres?

    Gruß,
    Sarah

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  2. B"H

    Im Talmud Ketubot 110 - 111 gibt es eine Gemara, nach welcher G - tt den Juden den Auftrag gab, nicht gegen die Voelker zu rebellieren. Eine Gemara, auf die sich uebrigens in weiten Teilen die Antizionisten stuetzen.

    http://chassidicstories.blogspot.com/2008/01/der-talmudisch-begrndete-antizionismus.html

    Wo immer Juden in der Diaspora leben, sollen sie sich nach den Regeln des jeweiligen Landes richten, wobei dies jedoch nicht heisst, dass sie ihr Judentum und halachische Regeln vergessen bzw. missachten. Die jeweiligen Regierungen aber sollen respektiert werden, es sei denn, es geht gerade ein Hitler um.

    In der Gemara Berachot 58a heisst es, dass jemand der einen juedischen oder nichtjued. Koenig sieht und wuerdig genug ist (es verdient), den Unterschied zwischen den beiden Koenigen erkennen wird. Der mittelalterliche Talmudkommentator Raschi sagt sogar, dass derjenige Jude, der einen der Koenige sieht und respektiert die Ankunft des Meschiach sehen wird.

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  3. Da sieht man einmal wieder wie wenig die alten Vorurteile doch in der Realität basiert sind. Schon komisch. Aber die Leute lesen anscheinend lieber Talmud-Fälschungen, als sich einmal mit den richtigen Quellen auseinander zu setzen...

    Interessant auch, dass die Antizionisten sich darauf beziehen. Ich werde mir den Artikel mal zu Gemüte führen. Danke für den Link!

    Das Raschi das so gesagt hat, zeigt ja nur wieviel Respekt Juden auch vor den anderen Völkern haben. Also mal wieder alles nur Gefasel, was man so aus den üblichen Kreisen hört. :-)

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  4. B"H

    Insgesamt gibt es bezueglich des Talmud viel zuviele Vorurteile und vieles, was vielleicht negativ ausgedrueckt wird, bezieht sich auf Goetzendiener wie Griechen, Babylonier oder die Roemer. Ausserdem kommt es davon, wenn sich die Kirche Talmudlehren herauspickt, ohne Kommentatoren dazu zu zitieren und alles wahllos selber zu kommentieren.

    In der dieswoechigen Thoralesung ZAV heisst es, u.a., dass Juden jeglicher Blutgenuss absolut verboten ist. Seit mindestens 1ooo Jahren aber beschuldigen die Kirchen die Juden, christliche Kinder zu toeten und deren Blut in die Pessach Mazzot zu backen.

    http://hamantaschen.blogspot.com/2010/03/blood-libel-vor-pessach.html

    Tatsache ist, dass in der Kaschrut (dem koscheren Essen) alles unternommen wird, um etwaiges Tierblut ausbluten zu lassen, damit es bloss niemand verzehrt.

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  5. Ja, der Talmud scheint für viele Leute ein rotes Tuch zu sein, was ich (von meinem sehr, sehr begrenzten Wissen) nicht nachvollziehen kann. Gerade die Kirche hat ja da ihr übriges zu getan. Herausgerissene Zitate ohne Kontext, glatte Fälschungen und andere Ekelhaftigkeiten, unter denen hunderttausende Juden leiden mussten. Nur, um die eigene Propaganda zu befeuern...

    Das mit dem "Kinderschlachten" ist wirklich eine der übelsten Geschichten, die man sich vorstellen kann. Selbst wenn Blutgenuss nicht verboten wäre - Mord ist es!!! Da geht es nur darum, die eigenen Schäfchen bei der Stange zu halten.

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  6. B"H

    Offiziell glauben ja die Christen nicht an den Talmud, doch lache ich mich immer halb schlapp, wenn diverse fundamentalistische Christen Chanukkah oder Purim feiern wollen. Diese beiden Feiertage sind naemlich rabbinisch festgelegt und im Talmud verankert.

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