Sonntag, Oktober 18, 2009

Der RAMBAN zu "Adam & Eva"

B"H

Weiterer Kommentar des Rabbi Moshe ben Nachman (Ramban - Nachmanides), 1194 - 1270, zur Parashat Bereschit (Genesis):

War der Baum des Wissens tatsächlich das, was wir unter einem Baum verstehen oder verwendet die Thora eher eine Symbolsprache an dieser Stelle (Bereschit - Genesis 2:17) ?

"Etz HaDa'at - der Baum des Wissens" - In unserer Sprache bedeutet DA'AT eine Form von WILLEN.

Bis zu dem Zeitpunkt beinhaltete Adam HaRishon den FREIEN WILLEN, mit welchem G - tt jeden Menschen erschafft. Der einzige Unterschied war jedoch, dass Adam bis dahin seinen "freien Willen" noch nicht genutzt hatte. Was immer der Bericht vom "Baum des Wissens" bedeuten mag, Adam geriet in eine Situation, in welcher er von seinem "freien Willen" Gebrauch machte und mit seiner Entscheidung gegen G - tt handelte.
Nicht, dass er dabei unbedingt von einem Baum aß.

Wir alle beinhalten den von G - tt gegebenen "freien Willen" und können uns im Leben entscheiden, Gutes zu tun oder das Gegenteil. Genauso aber haben wir den "freien Willen" jederzeit zu G - tt zurückzukehren.

Gemäss dem Ramban verlor Adam seinen Verstand und konzentrierte sich auf sein Begehren. Er wurde so gierig unbedingt den Apfel essen zu wollen, dass er als er hineinbiß, noch nicht einmal eine besonderen Geschmack verspürte. Einzig und allein ging es ums "Habenwollen um jeden Preis".


Sollte Adam wirklich sterben, sobald er vom Baum des Wissen aß ?
Nein, sonst wäre er auf der Stelle tot umgefallen.
Was G - tt mit der Androhung beabsichtigte war, dass, sobald Adam seinen freien Willen nutzt (wobei Adam nie wusste, dass er soetwas hat), der Mensch zum Sterben verdammt war.
Adams ursprüngliches Ziel bestand darin, nicht vom Baum zu essen und somit unsterblich zu werden. Hätten Adam & Eva G - ttes Willen uneingeschränkt ausgeführt, wären sie auf ewig im Paradies (Gan Eden) geblieben und unsterblich gewesen. Aber wie das so ist, der Mensch gerät halt immer wieder wegen seines Verlangens in Schwierigkeiten und so war es schon bei den ersten beiden Menschen.

Warum wäre Adam unsterblich gewesen ?
Weil der höchste Seelenlevel, den er in sich trug, ihn vor dem Tod bewahrte. Da er jedoch sündigte, kam ihm auf der Stelle dieser hohe Level abhanden und somit wurde Adam sterblich.

Adam, Seth und Enosch wurden "Bnei E - lo - him - Söhne G - ttes" genannt, da sie nach G - ttes Ebenbild erschaffen worden sind. Nicht, dass G - tt überhaupt eine Form oder einen Körper besitzt; Adam war von Ihm geformt worden und somit besassen Seth und Enosch nach wie vor die g - ttlich perfekten Körper. Eine Form, welche mit der unseren heute nicht mehr viel zu tun haben dürfte.

Gegen christliche Missionare: "Esav Exposed"

B"H


Die miesen Ziele evangelikaler Christen und weiterer christlicher Missionarsgruppierungen:




in engl. Sprache.

Chazanu: Yitzchak Me'ir Helfgot & Chaim Adler

B"H

Es singen: Yitzchak Me'ir Helfgot & Chaim Adler, die beide, meines Wissens nach, der Chassidut Gur angehören.


Lied: "Avinu Ba'Shamayim - Unser Vater im Himmel".

Zanz - Klausenburg in Hebron

B"H


Der derzeitige Rebbe der Chassidut Zanz - Klausenburg besuchte am vergangenen Mittwoch die Ma'arat HaMachpelah (Gräber Vorväter) in Hebron:









Links:


Zanz - Klausenburg im Holocaust


Mehr Photos hier: Arutz 7

Mein Ausflug nach Hebron im August 2009

Samstag, Oktober 17, 2009

Rosh Chodesh Mar Cheshvan - Beginn des jüd. Monat Mar Cheshvan




B"H

Morgen (Sonntag) + Montag beginnt der neue jüdische Monat "Mar Cheshvan. Nach dem feiertagsreichen Monat Tishrei folgt nun ein Monat, der keinerlei Feiertage enthält - der "Mar Cheshvan".


Der offizielle Monatsname ist "Cheshvan", doch wird der Monat besonders in religiösen Kreisen als Mar (bitter) Cheshvan bezeichnet, eben weil er keinen einzigen Feiertag besitzt. Es wird nicht gefeiert und aufgrunddessen sind wir außerstande, besondere Feiertagsmitzwot (Gesetze) einzuhalten. Daher der Beiname "bitter". Nichtsdestotrotz steht auch der Monatsbeginn des Mar Cheshvan für einen neuen Anfang im Leben.

Der jüdische Monat Cheshvan ist der Monat der "Flut Noachs - der Mabul" und gleich in dieser Woche, lesen wir am Schabbat die Parashat Noach (Noah). Die Flut begann am 17. Cheshvan und endete ein Jahr später am 27. Cheshvan. Einen Tag später, am 28. Cheshvan, brachte Noach sein Opfer und G - tt versprach ihm, in Zukunft nie wieder eine Flut zur Zerstörung der Menschheit über die ganze Welt zu bringen (im Talmud sind sich die Rabbiner uneinig darüber, ob die ganze Welt überflutet war oder nur ein kleiner Teil Asiens).

Wie jeder andere jüdische Monat auch, hat der Cheshvan seine eigene Bedeutung und laut der Kabbalah ist die Farbe des Cheshvan violett, das Sternzeichen ist der Skorpion, der israelitische Stamm ist Menasche, der menschliche Sinn ist der Geruch, das Organ sind die Verdauungsorgane und der Buchstabe des Monats ist das NUN.

Da Cheshvan mit keinerlei Feiertagen aufwarten kann, heißt es, dass dieser Monat für den Meschiach "reserviert" ist, denn der wird im Monat Cheshvan den 3. Tempel errichten.

Was aber deutet im Cheshvan auf den Meschiach hin ?
Einer der wesentlichen Erkennungsmerkmale des Meschiach ist der Geruchssinn. Es heißt, dass der Meschiach "riecht und richtet". Unter anderem bedeutet dies, dass der Meschiach anhand einer Art besonderer Prophezeihung (des Geruchs) genau feststellen kann, wer Jude ist und wer nicht. Es kann durchaus sein, dass viele Juden oder Nichtjuden danach recht überrascht sein dürften. Insbesondere jene, die sich bisher für absolute Nichtjuden hielten und über unbekannte Vorfahren verfügen. Als Beispiel sei hier nur die "Spanische Inquisition" oder die Zeit des Holocaustes genannt. Verzweifelte jüd. Eltern brachten ihre Kleinkinder in katholischen Schulen unter und hinterher weigerte sich die kath. Kirche, die wahre Identität solcher Kinder preiszugeben.

Schon ein berühmter jüd. König scheiterte am "Geruchssinn" als er den Rabbinern stolz mitteilte, dass er der erwartete Meschiach sei. Hierbei handelte es sich um Bar Kochba, der mit bürgerlichem Namen Bar Koziva hieß (siehe Talmud Traktat Sanhedrin 93b). Er war unfähig nachzuweisen, dass er der "wahre Meschiach" ist und wurde daraufhin zum Tode verurteilt. Laut der Mischna im Talmud Traktat Sanhedrin 89a wird jeder, der behauptet der Meschiach zu sein und sich hinterher als "falscher Prophet - Navi Scheker" entpuppt, zum Tode verurteilt.

Man könnte demnach meinen, dass Bar Koziva (Bar Kochba) hingerichtet wurde, aber dennoch behaupten die Midrash Eichah und der Talmud Yerushalmi (Jerusalemer Talmud) 4:5 im Traktat Taanit, dass die Römer Bar Koziva hinrichteten. Laut Kommentatoren wurde er nicht direkt von den Rabbis hingerichtet, sondern vielmehr entfernten sich seine Anhänger von ihm und machten Bar Koziva so anfälliger, von den Römern gefaßt zu werden.

Ich wünsche allen einen guten Monat Cheshvan und manchmal ist es gar nicht so schlecht, eine kleine Feiertagspause einlegen zu können.

Chodesh Tov - Einen guten Monat

Freitag, Oktober 16, 2009

Schabbat Shalom


Drawing: Isaac Becanson

B"H

Es ist einmal wieder soweit: In Israel rast die Zeit und es ist fast schon wieder Schabbat. In Deutschland zählt fast ein jeder spätestens am Diensta die Tage bis zum Wochenende, in Israel habe ich das aufgegeben. Nicht nur, weil ich älter werden, sondern weil die Zeit in Windeseile verstreicht. Und dabei haben wir nur am Samstag frei und Sonntag ist schon wieder Alltag.

Der Schabbat beginnt wegen der früh einbrechenden Winterdunkelheit viel eher und somit werden die Freitage kürzer. Nicht nur sie, sondern auch der Schabbat an sich, denn gewöhnlich ist er dann auch früher vorbei. Vor allem am Samstag bekommt man das zu spüren, denn ehe man Mittag gegessen hat, Mincha (das Nachmittagsgebet) betet und die dritte Schabbatmahlzeit (Se'udat Schlischit) einnimmt, ist schon wieder alles vorbei.

Der wichtigste Teil kommt für mich persönlich freitags abends mit dem Synagogeng - ttesdienst (häufig) in der Chassidut Karlin - Stolin. Wenige Stunden später geht es dann weiter zu den chassidischen Tischen (Gesang und Spirituality) am Tisch des jeweiligen Rebben der Gruppe.

Heute nachmittag fahre ich nach Jerusalem zu Freunden. Ich habe das große Glück, einen kostenlosen Übernachtungsplatz in der Heiligen Stadt zu haben. Da ich in Tel Aviv wohne, täte es ohne meinen Jerusalemer Bäckereiboss schlecht aussehen. Der nämlich stellt mir freie Unterkunft zur Verfügung. Mit Schlüssel und allen Freiheiten.

"Schabbat Schalom - Gut Schabbes" an alle Leser !

Rabbi Nissim Karelitz ist nach wie vor im Konversionsbusiness


Links: Die haredische Welt von Bnei Brak

B"H

Rabbi Nissim Karelitz aus Bnei Brak (bei Tel Aviv) führt nach wie vor Konversionen zum Judentum durch.
Wer bei seinem Beit Din (rabbinisches Gericht) konvertiert, der muss uneingeschränkt ernsthafte Absichten haben. Der Kurs und alles drumherum ist absolut haredisch (ultra - orthodox) und es herrschen wesentlich andere Bedingungen als in nationalreligiösen Konversionskursen. Der Kandidat muss bei Rabbi Karelitz auch weiterhin ein haredisches Leben führen und nicht, ex und hopp, alles nach dem Beit Din aufgeben und nur den Schein entgegennehmen.
Außerdem sollte der Kurskandidat bei einer relig. Familie unterkommen. So hörte ich zumindest.

Das Zertifikat des Rabbi Karelitz wird von den meisten chassidischen Gruppen anerkannt und nicht wenige Leute werden später, nach dem Giur, Mitglied bei solchen Gruppierungen.

Wer ernsthaft interessiert ist, dem kann ich einen Infokontakt vermitteln !

Donnerstag, Oktober 15, 2009

Parashat Bereschit - פרשת בראשית


Photo: A Single Season


B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat

Am vergangenen Schabbat feierten wir "Simchat Thora", das Ende des Sukkot - Festes und somit auch das Ende der gesamten Lesung der Thorarolle innerhalb eines Jahres.
An diesem Schabbat nun beginnt, sozusagen, alles wieder von vorn und somit auch die Thoralesungen. Die erste Lesung erfolgt aus dem Buch Genesis (1. Buch Moses - Sefer Bereschit) und der Name der Lesung ist ebenso Genesis (Bereschit).

Wie angekündigt, benutze ich in diesem Neuen Jahr 5770 vorzugsweise die Thorakommentare des Ramban (Nachmanides). Andere Kommentatoren werden ggf. miteinfliessen, doch gehört mein spezielles Augenmerk dem Ramban, einem der frühen spanischen Kabbalisten.
Die meisten Leute verwechseln stets den RAMBAN (Nachmanides) mit dem RAMBAM (Maimonides), dabei sind die Charaktäre der beiden eben mal so extrem unterschiedlich, wie es nur sein kann. Ersterer mehr spirituell und Lezterer rational und auf den Intellekt einer Person bedacht.

Als der Rambam (Maimonides) starb (1204), war der Ramban (Nachmanides) gerade einmal zehn Jahre alt. Kennen gelernt haben sie sich nie, obwohl der Ramban später Kommentare zum Rambam verfasste und diese ggf. kritisierte.

Geboren wurde der Ramban, dessen bürgerlicher Name "Rabbi Moshe ben Nachman" lautet, im Jahre 1194 in der spanisch - katalonischen Stadt Gerona. Er war einer der größten und wichtigsten Kabbalisten und Kommentatoren, die das Judentum jemals hatte. Nebenher war er ebenso Physiker. Neben all seinen Schriften wurde der Rabbi Moshe ben Nachman ganz besonders bekannt durch seinen mit dem dominikanischen Ordensbruder Pablo Christiani im Jahre 1263.
Obwohl sein Name so eingefleischt christlich klingt, handelte es sich bei Pablo Christiani um einen ehemaligen Juden, der zum Christentum konvertiert war und nun auf Judeninquisition ging. Wie besessen wollte er beweisen, dass das Christentum Recht hat und J. der Meschiach war.
Die ersten Christen im Land Israel waren noch Juden, die zwar an J. als Meschiach glaubten, doch nach wie vor die Thoramitzwot wie Kaschrut, Beschneidung und alles andere einhielten. Im Laufe der Zeit breitete sich das Christentum immer mehr in andere Länder aus. Der Grund war Paulus, der das Judentum anhand J. umfunktionierte und eine neue Religion gründete, die nichts mehr mit dem Judentum zu tun hat. Der Erfolg der Ausbreitung basierte auf den neuen Regeln Paulus, der die Thora so umschrieb, dass sie auch andere Völker ansprach, obwohl deren einziger Bezug darin besteht, die Sieben Noachidischen Gebote einzuhalten.

Im Jahre 1263 startete die katholische Kirche einen neuen Missionskreuzzug gegen die spanischen Juden. Wie wir wissen, blühte das spanische Judenum im frühen Mittelalter. Erst mit dem Einzug der Christen kam dies zum Erliegen, denn der Kirche waren die Juden ein Dorn im Auge. Ein lebender Beweis dafür, dass ihre eigenen Theologien auf falschen Übersetzungen und Fehlinterpretationen basieren.
Vor den Christen war die Blühte des spanischen Judentums schon einmal zum Erliegen gekommen; nämlich zu Kindheitszeiten des Rambam (Maimonides) als die damaligen moslemischen Kämpfer "Almohad" (vergleichbar mit der heutigen Al Khaida) Spanien eroberten. Insgesamt jedoch lebten Juden und Moslems friedlicher zusammen als Juden und Christen, denn Letztere verspüren stets ihren krankhaften Missionsdrang.
Der Autor Mark R. Cohen sieht jedoch eine wesentlich andere Realität und beschreibt in seinem Buch "Under Crescent and Cross - The Jews of the Middle Ages" wie die Welt einem Mythos unterlag. Erst im 20. Jahrhundert machten sich Historiker daran hervorzuheben, dass Juden und Moslems nicht immer so friedlich zusammenlebten und das es genau wie auf christlicher Seite moslemische Pogrome gegenüber den Juden gab. Unter anderem auch von den Almohad an den spanischen Juden des 12. Jahrhunderts.

Als die Kirche das spanische Ruder übernahm, setzte die aktive Mission ein, welche später in die Inquisition überging. Pablo Christiani wurde zu einem eifrigen Missionsvertreter und forderte im Jahre 1263 die Juden wieder einmal heraus. Sein Gegenspieler war Rabbi Moshe ben Nachman, der bei dem einberufenen Tribunal das Christentum auseinandernahm und komplett wiederlegte.


Auf den Disput zwischen dem Ramban und Pablo Christiani werde ich zu gegebener Zeit in einem gesonderten Artikel eingehen.

Rabbi Moshe ben Nachman verstarb im Jahre 1270 in Israel. Zuvor hatte er eine wieder funktionierende jüdische Gemeinde aufgebaut. Als er wenige Jahre zuvor in Jerusalem ankam, konnte er noch nicht einmal eine Minyan (10 jüdische Männer) zum Gebet auftreiben.
Bis heute finden in der Synagoge des Ramban in der Jerusalemer Altstadt G - ttesdienste statt.

Soviel als vorläufige kleine Einführung in das Leben und die Zeit des Rabbi Moshe ben Nachman und nun "endlich" zu den Inhalten des Ramban und zur Thoraparashat BERESCHIT.

Da sage noch einmal jemand, die frühen Thorakommentatoren seien verblichenes Zeug, deren Inhalte heutzutage fern jeder Realität liegen:

Nicht nur der Ramban (Rabbi Moshe ben Nachman) stellte die Frage, warum G - tt die Thora mit all den Details zur Welterschaffung begann. Warum listete G - tt nicht zu Beginn die Mitzwot (Gebote) auf, anstatt Seine Welterschaffung zu dokumentieren ?
Antwortet der Ramban: Wenn die Völker Euch (das jüdische Volk) einmal beschuldigen, das Land Israel besetzt zu haben bzw. es den sieben Nationen der Caananiter weggenommen zu haben, könnt ihr (die Juden) darauf hinweisen, dass das Land G - tt gehört. Und G - tt gab es zeitweilig den Völkern, um es danach den Juden zu übergeben.

Kommen uns diese Anschuldigungen nicht heute allzu bekannt vor ?

Des Weiteren bilden die ersten Worte der Thora "Bereschit Bara E - lo - him" einen Glaubensgrundsatz, denn wer daran zweifelt, dass G - tt die Welt und das komplette Universum erschuf, der hat keine Thora.

Die weit verbreitete Meinung lautet, das allererste Wort der Thora "Bereschit" sei mit "Am Anfang - In the beginning" zu übersetzen.
"Am Anfang erschuf G - tt Himmel und Erde …".
Diese Annahme ist FALSCH und speziell die frühe Kabbalah (auch unter dem Ramban) widerlegt dies. Vielmehr lässt sich "Bereschit" unterteilen in "Be'Reschit" und "Be'Reschit" bedeutet "Mit Weisheit", wobei "Reschit" ein anderes Wort für "Chochmah - Weisheit" ist.
Die Weisheit wiederum ist eine der zehn Charaktereigenschaften G - ttes, welche in der Kabbalah als "Sefirot" betitelt werden. Mit Seinen zehn Sefirot (Weisheit, Verstehen, Wissen, Richten, etc.) erschuf G - tt die Welt und Sein Name "E - lo - him" steht daher im Plural. G - tt ist ein einziger, ewiger, grenzenloser, alles umfassender G - tt, der mit unterschiedlichen Kräften agiert. Zu vergleichen mit uns, denn auch wir handeln mal gütig, dann wieder richtend oder mit Weisheit. Wobei G - ttes Sefirot sicherlich nicht mit den unseren menschlichen zu vergleichen sind.

G - tt erschuf demnach das Universum und jegliche Existenz "mit Weisheit - Be'Reschit". Das Wort "Bara - Erschuf" deutet im Hebräischen auf eine Erschaffung aus dem NICHTS hin. Aus dem Nichts heißt, ohne jegliche Materialien "erschuf G - tt sämtliche Existenz aus Seinen Gedanken heraus".

Tohu: Nach der Welterschffung herrschte Chaos und alles musste in die richtige Form (Bohu) gebracht werden. Allerdings findet die Beschreibung des "Tohu" und "Bohu" in der Kabbalah eher auf spiritueller Basis statt. G - tt machte sozusagen ein "Brainstorming" zu den Gedanken der Welterschaffung und dachte nach, welche Formen die Existenz annehmen sollte. Genauso wie wir es tun, bevor wir etwas herstellen. Demnach müssen "Tohu" sowie "Bohu" nicht tatsächlich auf materieller Basis stattgefunden haben.

Bereschit (Genesis) 1:3:
"Und G - tt sprach Es Werde Licht und es ward Licht".
Wieso Licht ? Wurde das Licht nicht erst am Mittwoch anhand der Sonne erschaffen ?
Hierzu heißt es bei jüdischen Kommentatoren, dass G - tt am ersten Tag ein spezielles Licht erschuf und dies mit Ende Seines Erschaffungsprozesses verbarg. Verbarg vor den Bösen, denn die könnten dieses Licht der "Weisheit ?" zum negativen nutzen und somit Schaden anrichten. Allgemein lautet es, dass dieses Licht mit dem Kommen des Meschiach wieder auf die Erde zurückkehrt.
Eine andere doch damit verbundene Meinung ist, dass G - tt schon hier zwischen den zukünftigen Gerechten (Zaddikim) und den Bösen (Rescha'im) unterschied.

Wo finden wir besagtes Licht heutein unserer derzeitigen Welt ?
Antwort: In der Thora.

Bereschit (Genesis) 1:8:
"Und G - tt nannte das Licht "Tag" und die Dunkelheit "Nacht".
Mit diesen Worten wurde die ZEIT erschaffen, denn diese existierte vorher noch gar nicht. G - tt selbst kennt keinerlei Zeitkonzept, sondern er kreierte dieses erst kurz nach der Welterschaffung. Womit wir einem Zeitkonzept unterliegen, er hingegen davon ausgeschlossen bleibt.

Man muss sich vorstellen, dass ALLES erschaffen werden musste; selbst das DENKEN, denn G - tt denkt nicht, da er keinerlei menschliche Eigenschaften besitzt.

Sämtliche Tiere erschuf G - tt aus dem Staub der Erde, nur aber das Geflügel und die Fische, denn diese erschuf er aus dem Wasser, was einst die Erde von oben bis unten ausfüllte. Dieses Statement geht schon aus der Gemara (rabbinische Diskussionen) des Talmud Traktat Chullin 27b hervor. Dort finden wir genauso einen Diskurs zwischen verschiedenen Rabbinern, die sich nicht eins sind, ob das Geflügel nur vom Wasser erschaffen wurde oder vom Schlamm (bedeutet Wasser und Erde gleichzeitig). Rabban Gamliel behauptet, Geflügel sei aus zwei Elementen erschaffen worden. Fische jedoch wurden nur vom Wasser erschaffen.

Wie kommt man eigentlich auf die Idee, dass Geflügel ebenso aus Wasser erschaffen worden ist und nicht aus dem Staub der Erde ?
Die sehen wir an den Beinen, denn diese weisen Spuren von ehemaligen Schuppen auf.

Und wo bleiben die Dinosaurier ?
Sie stecken im Wort "Taninim", welches "Riesentiere" bedeutet.

Bereschit (Genesis) 1:26:
"Lasst Uns einen Menschen machen …"
Warum steht hier UNS und nicht ICH ? Wer sollte G - tt denn bei dessen Erschaffung behilflich sein ?

1. G - tt erschuf den Menschen mit mehreren Seiner Charaktereigenschaften (Sefirot).
2. Da G - tt den Menschen aus dem Staub "formte", nahm er den Staub (die Erde) als Zeugen für Seine Erschaffung. Der Staub ergibt den Körper des Menschen, doch im Unterschied zum Tier, kann er seine Seele (Nefesch) auf einen höheren Level transportieren und gleichzeitig neue weitere Seelenlevel (Ruach + Neschama) hinzugewinnen. Ein Tier hingegen bleibt stets auf demselben Seelenlevel, nämlich der "Nefesch".

Was genau denken wir oder stellen uns vor, wenn wir die Schöpfungsgeschichte lernen ?
G - tt erschuf alles und dann gab es da einen Ort, der Paradies (Gan Eden) genannt wurde und an dem alles so toll und perfekt war ?
Wenn ich einmal meine bescheidene Meinung einfliessen lassen darf:
Ich stimme mit vielen Kommentatoren, die da sagen, dass "Gan Eden" nicht unbedingt ein materiell existierender Ort ist, sondern ein extrem hoher Seelenzustand. Wir glauben, wir verstehen die ersten Sätze der Erschaffung bzw. die Geschichte von Adam Und Eva (Chava) im Paradies ? Nichts ist schwerer als diese ersten Darstellungen zu definieren und bis heute ist dies noch niemandem gelungen.
Wie genau erschuf G - tt ALLES und was war der Grund ?
G - tt ist ein perfektes zeitloses Wesen, welches von nichts und niemandem abhängig ist und schon gar nicht von uns Menschen.

Was genau der Ramban zur Erschaffung des Menschen meint, werde ich zu Beginn der kommenden in den Blog stellen. Noch bevor der nächsten Thoralesung (Noach).
Das gesamte erste Buch Mose (Genesis - Bereschit) dient dazu, uns den Beginn der Menschheit und dem Beginn des jüdischen Volkes zu vermitteln.
Kein leichtes Unterfangen, denn bleiben wir mit unserem Verstand schon an den ersten Sätzen der Thora hängen.


Schabbat Schalom



Links zum Thema:







Weitere Links aus der "Hebrew University"



B"H

Die "Hebrew University Jerusalem" veröffentlicht ungeahnte Schätze im Internet:


1. Digitalisierte Bücher nach Themenbereichen geordnet

2. Database

3. Albert Einstein Archiv Online

4. Nürnberger Haggadah (Pessach)

5. Ausstellung "Newton's Secrets"

6. Digitale Manuskripte

Mittwoch, Oktober 14, 2009

Das "Nürnberger Machzor"



B"H


Das "Nürnberger Machzor" könnt Ihr ONLINE bei der "Hebrew University Jerusalem" einsehen.

Bei einem MACHZOR handelt es sich um ein jüdisches Feiertagsgebetbuch !



http://jnul.huji.ac.il/dl/mss-pr/mahzor-nuremberg/


http://jnul.huji.ac.il/dl/mss-pr/mahzor-nuremberg/ms_eng.html


http://jnul.huji.ac.il/dl/mss-pr/mahzor-nuremberg/djvu/1/index.djvu?djvuopts&thumbnails=yes&zoom=page&page=1

 Ziemlich, Bernhard. Das Machsor Nürnberg: ein Beitrag zur Erforschung des Ritus und Commentarliteratur des Deutschen Machsor. Berlin 1886

Siehe hier das deutsche Original:

http://jnul.huji.ac.il/dl/mss-pr/mahzor-nuremberg/pdf/ziemlich.pdf


Internetarchiv jüdischer Periodika

B"H



Interessanter Link:


Internetarchiv jüdischer Periodika

Dienstag, Oktober 13, 2009

Tierschächtungen im Judentum

B"H

Die Thora beinhaltet das Gebot der Opferdarbringungn von Tieren, doch wie genau die Tiere geschlachtet (geschächtet) werden sollen, dies teilte G - tt dem Moshe in der mündlichen Überlieferung mit. Demnach sind die genauen Schächtanleitungen im Talmud zu finden !

Besonders bekannt für diese Inhalte sind die Talmudtraktate "Chullin" und "Zevachim". Im Traktat "Chullin" werden all jene Tierschächtungen beschrieben, bei denen die Tiere einzig und allein zum Verzehr dienen und nicht auf dem Tempelaltar geopert werden. Der Talmud Traktat Zevachim dagegen beschreibt die genaue Vorgehensweise der Tierschächtung, welche als Tempelopferungen vorgesehen sind.


In Chullin finden wir folgende Beschreibungen:

1. Rituelle Tierschlachtungen (Schächten)
2. Tiere mir körperlichen Defekten dürfen nicht geschächtet werden, denn sie sind unkoscher.
3. Was geschieht mit dem Fötus eines geschächteten Tieres ?
4. Mit dem Verbot, dass Mutter und Kind am gleichen Tag geschächtet werden.
5. Mit dem Gebot, dass das Blut eines geschächteten Tieres oder Geflügel bedeckt werden muss.
6. Mit der "Gid HaNashe". Die GID ist ein Nerv, dessen Verzehr Juden verboten ist und deswegen nach der Schächtung herausgenommen wird. Das Verbot geht auf die Stelle in der Torah zurück, in welcher Yaakov mit dem Engel rang.
7. Weiterhin wird das Verbot des gemeinsamen Essens von Milch und Fleisch definiert.
8. Welche Unreinheiten können ein zu schächtendes Tier befallen, welche es letztendlich unkoscher machen ?
9. Welche Teile des geschächteten Tieres an den Cohen (Tempelpriester) gehen.
10. Das biblische Verbot, ein Ei aus einem Vogelnest zu entfernen, ohne die Vogelmutter davongesandt zu haben.

Der Talmud Traktat Chullin beschreibt detailliert, wie ein koscheres Tier definiert und erkannt wird. Doch selbst wenn ein Tier koscher ist gelten nach wie vor einige weitere Verbote:

1. "Ever Min HaChaj" - Einem lebenden Tier ein Körperglied auszureissen und dies verzehren.
2. "Terefah" - Ein koscheres Tier, welches einen schwerwiegenden Defekt aufweist. Beispiel: Der Verlust eines Organes zu Lebzeiten macht ein Tier unbrauchbar für die rituelle Schächtung.
Dieses Gesetz gilt sowohl als auch, wenn der Körperschaden angeboren oder im Verlauf des Lebens (durch den Angriff eines anderen Tieres, zum Beispiel) erfolgte.
3. "Nevelah" - Ein koscheres Tier muss einer rituellen Schlachtung unterliegen, damit Juden es verzehren können. Das Schächten wird in der Fachsprache "Schechitah" genannt.
Ein Tier, welches anderweitig einer anderen Schlachtungsporzedur unterlag wird somit zur Nevelah und ist vom Verzehr ausgeschlossen.


Schechitah - Das rituelle Schlachten

Ein Tier schächten bedeutet im Judentum dem Tier die Luft - sowie Speiseröhre durchzuschneiden. Das Schneiden selbst unterliegt festen Gesetzen. Unter anderem muss der Schnitt mit einem Mal erfolgen und darf nicht zögerlich oder ruckartig ausgeführt werden. Demzufolge darf das Messer keinerlei Rillen oder Unebenheiten ausweisen, welche eventuell am Hals des Tieres hängenbleiben und der Schochet (Schächter) am Hals des Tieres zieht und das Tier leiden lässt. In Fällen, wo dies passiert, wird das Fleisch automatisch unkoscher und nicht verzehrt. Außerdem sind während des Schächtvorganges folgende Verfahrensweisen verboten:


1. Während des Schnittes wird keine Pause gemacht.
2. Das Messer darf nicht in den Hals des Tieres hineingestochen werden.
3. Das Schneiden an der falschen Stelle bzw. das Ansetzen an der falschen Schneidestelle am Hals des Tieres.

Nicht jeder darf einfach so drauf los schächten, sondern hierfür gibt es ausgebildete Schochtim. Weiterhin werden für Geflügel extrem kleine und scharfe Messer verwendet, für andere Tiere hingegen gibt es große Messer.

Sukkot - Feiern in Toldot Aharon

B"H

Sukkot - Feiern in der Toldot Aharon Synagoge im ultra - orthodoxen Mea Shearim.
Die Aufnahmen sind aus dem Jahre 2006, doch nach wie vor ist die chassidische Gruppe der beliebteste Publikumsmagnet in Mea Shearim.

In meinem chassidischen Blog gibt es alle Details zu der Gruppe !



Montag, Oktober 12, 2009

Neue BRESLOV Site auf DEUTSCH

B"H

Rabbi Shalom Arush ist in Israel ein bekannter Breslover Chassid. Vor einigen Jahren gründete Rabbi Arush sein eigenes Lernzentrum (Baalei Teshuva - jene Juden, die im späteren Verlauf des Lebens religiös werden) in der Shmuel HaNavi Street in Jerusalem. Gleich hinter ultra - orthodoxen dem Stadtteil Mea Shearim.

Da Rabbi Shalom Arush im späteren Verlauf seines Lebens der Chassidut Breslov beigetreten ist, werden in seinem Zentrum in der Shmuel HaNavi Inhalte der Chassidut Breslov sowie die Ideologie des Baal Shem oder des Rabbi Nachman von Breslov gelehrt.
So richtig bekannt wurde Rabbi Arush in Israel sowie in der englischsprachigen Welt mit seinem Buch "Garden of Emunah - Garten des Glaubens".  
Hier ein kurzer Auszug:
Sobald ein Mensch beginnt in seinem Leben planlos von da nach dort zu gehen, begeht er damit den ersten Fehler, der weitere - wie einen Fuchsschwanz - mit sich ziehen wird. Ein Mensch muss sich an seinem Leben erfreuen und sich mit dem was er hat zufrieden geben! - Ohne dabei auf das Leben anderer zu blicken, sich daran ein Beispiel zu nehmen, sich daran zu orientieren oder sich völlig realitätsfremd einzubilden, dass er eine Zukunft auf seine anfängliche Planlosigkeit bauen könne!

Weiter hier !

Rabbi Shalom Arush ist nun auch Online in deutscher Sprache vertreten, was eine ziemliche Bereicherung für das deutschsprachige Judentum ist. Endlich einmal mehr chassidische Lehren und Inhalte auf Deutsch !

Wer Lust hat, kann auch mich auf der Site finden:

Was nicht mehr lernen ?

B"H

Neulich machte jemand eine ganz überraschende Bemerkung mir gegenüber:

"Du bist immer bei all den Haredim (Ultra - Orthodoxen), berichtest über sie, sammelst Material für Dein Buch und bist auch sonst irgendwo in der haredischen Welt unterwegs. Was ist eigentlich mit dem Lernen ? Bedauerst Du nicht, dass Du dies aufgegeben hast ?"

Zuerst verstand ich gar nicht, was genau derjenige mir sagen wollte.
Nicht mehr lernen ?
Sich mit einem großen Thema, weitgehend dem Chassidismus und allem drumherum, zu befassen bedeutet noch lange nicht, dass ich nichts anderes mehr im Sinn habe. Und lernen tue ich nach wie vor.
Mein Lernprogramm hängt oft mit verschiedenen Themen zusammen, die ich für meine Unterrichtsprogramme zusammenstelle. Hinzu kommen die jüdischen Feiertage mittendrin sowie die jeweiligen Thoralesungen (Parashot) am Schabbat. Ganz intensiv setze ich mich dem dem Rambam (Maimonides, 1135 - 1204) auseinander sowie dem Kommentar des Ramban (Nachmanides, 1194 - 1270) an den Theorien des Rambam. Hierzu gehe ich einmal pro Woche zu einem intensiven Unterricht bei einem Rabbiner.

Am Talmud fehlt es ebenso nicht und nebenbei darf die jüdische Philosophie und Geschichte nicht fehlen. Selbstverständlich würfelt die Praxis manchmal mein Programm durcheinander und insgeheim kriege ich dann Panik, mein Pensum nicht geschafft zu haben. Bestes Beispiel hierzu bildeten vor kurzem zwei Leutchen aus der deutschen Filmindustrie, die einen Film planen und einiges an Details betreff "haredische Welt" nachfragten. Wir trafen uns genau zu dem Zeitpunkt als meine Thoraparasha fällig war und so stiess ich wieder in die Verspätung.
Persönliche Treffen mit Leuten, wie jetzt in diesen Tagen mit einem Rabbiner (Chabad soll in Deutschland Konkurrenz bekommen) bringen mich jedesmal aus dem Zeittakt.

Lernen aber ist ungemein wichtig und manchmal vermisse ich die Zeiten als ich dies noch intensiver tun und mich auf ein einziges Thema konzentrieren konnte.

Sonntag, Oktober 11, 2009

"Jews by Choice" - Konversionen zum Judentum

B"H

Leider fand ich nur diesen kurzen Filmausschnitt zum Thema auf Youtube. Vielleicht erkennt sich ja der ein oder andere wieder:




Photos vom Grabe des Baba Sali in Netivot

Rechts: Der BABA SALI (1890 - 1984)
Photo: Jewish Virtual Library 




B"H

Im August besuchte ich mit einer Freundin die Negevstädte Sderot und Netivot. Netivot, 11km südlich von Sderot ist bekannt für das Grab des berühmten marokkanischen Rabbiners / Kabbalisten BABA SALI.

Hier einige Photos vom Grab:


Der Gebäudekomplex mit dem Grab des Baba Sali gleich neben dem Friedhof in Netivot.




Das Grab des Baba Sali (an der Frauenseite).


In einem Nebenraum liegt die zweite Frau des Baba Sali, Miriam, begraben.



Draußen im Vorhof brennt dieses Feuer und wer will, der kann Wunschzettel hineinwerfen.




Photos: TAB / Miriam Woelke

Die Messianics in Tel Aviv

B"H

"Messianische Juden" - so nennen sie sich, doch dennoch sind sie vom Judentum weitab entfernt. Die Mehrheit dieser Gruppenmitglieder besteht eh aus Christen und nicht aus Juden, welche sich zum Christentum haben bekehren lassen.

Messinianische Juden glauben an Joschke als Meschiach und folgen auch sonst dem Neuen Testament. Nebenbei behaupten sie, sie seien ebenso Juden und letztere sollen sich bekehren lassen, damit Joschke zum zweiten Male erscheint. Ein vollkommenener Schwachsinn und, wie ich schon einmal schrieb "G - tt ist kein toter Jude an einem Kreuz !".

Was in Jerusalem offiziell unmöglich wäre, ist in Tel Aviv Alltag. Die Messianics errichteten schon vor langer Zeit ihr eigenes Zentrum namens "Dugit - Messianic Outreach" in der Ben Yehudah Street. Gleich neben der Einzelhandelskette "Tiv Ta'am", die ebenso nicht koscher ist. Somit gehen Laden und Outreach Center Hand in Hand.
Sinn und Zweck des Centers ist die Judenmission, doch sollte man genauer hinschauen, wer sich dort hinter den Glasfenstern tummelt. Gastarbeiter von den Philippinen, viele russische Neueinwanderer, die eh keine Juden sind und zahlreiche Obdachlose.
"Jüdische Seelen ernten" so lautet die Hauptaufgabe der Messianics auf deren Website. Was sie in der Ben Yehudah jedoch vielseits ernten sind Menschen, die nicht auf der goldenen Seite des Lebens stehen und verstanden, das Center für ihre eigenen Zwecke zu nutzen, denn es gibt kostenlosen Kaffee und Tee. Dies ist in Tel Aviv weniger selbstverständlich als in Jerusalem.

Außerdem geben die Messianics jeden donnerstag kostenlos Essen aus. Eine Suppenküche besteht an dem Tag. Unkoscheres Essen, aber viele Arme zieht es dorthin. Und wer sich der Sekte voll und ganz hingibt, keine Probleme macht und sich auch sonst anpasst und die Klappe hält, der kann sich als Obdachloser eventuell auf ein festes Heim freuen, denn der Messianic Outreach in Tel Aviv verfügt in der fast noblen Frishman Street (zwischen Dizengoff und Rathaus) über zumindest eine Wohnung, wenn nicht gar ein ganzes Gebäude mit Wohngruppen.

Eines jedoch bleibt unabänderlich: Messianische Juden sind KEINE Juden im eigentlichen Sinne, außer jenen, die halachisch als Juden geboren worden sind. Wird ein Christ zum Messianischen Juden, so ist er kein Jude, sondern lediglich einer Glaubensausrichtung beigetreten, die nichts mit dem Judentum zu tun hat und als Götzendienst betrachtet wird. Noch dazu, wo die Sekte als Missionsstätte dient und mit primitiven Mitteln versucht, richtige Juden zu missionieren und ihrer Seele zu berauben.
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In diesem Artikel gab ich einige Infos, die allgemein weniger bekannt sind. Falls jemand diese Infos verwenden will, sollte er so fair sein und mich als Quelle angeben.
In der Vergangenheit ist es häufiger geschehen, dass von mir bzw. anderen Leuten Insiderwissen abgekupfert worden ist. Insbesondere von einer Anti - Missionssite, welche ich seither nicht mehr empfehle. Informationen wurden geradezu geklaut und unter dem Namen anderer veröffentlicht !

Freitag, Oktober 09, 2009

Schabbat Schalom



B"H

Heute abend beginnt in Israel der letzte Tag des Sukkot - Festes: Simchat Thora. In der Diaspora wird dieser Tag erst am Sonntag begangen. In Israel hingegen kehrt schon am Sonntag wieder der Alltag ein und somit auch der gewohnte Alltag in meinen Blogs.

Gestern abend war ich in der fast haredischen Stadt Bnei Brak bei Tel Aviv. Einige Sukkot - Feiern wollte ich mir anschauen, doch fand ich nur noch bei der chassidischen Gruppe Vishnitz einiges an Action. Im Stadtteil der Gruppe, in Kiryat Vishnitz, waren Metalltribünen aufgestellt und um 21.00 Uhr sollte es losgehen: Musik und Tanz.
Die Frauen sollten das Geschehen von der Synagoge gegenüber betrachten können. Per Live Video auf einer Leinwand. Außer einigen Plaudereien mit einigen weiblichen Vishnitzer Teenager erlebte ich jedoch nichst. Die Videoaufführung wurde abgesagt und die Frau quetschten sich an die Synagogenfenster, die hinaus zu den Metalltribünen der Männer reichten.

Gegen 22.00 Uhr war erst die Hälfte der Chassidim eingetroffen und die Zeit rann mir und meinem Bus nach Tel Aviv irgendwann davon. So machte ich mich auf den Heimweg, doch bin ich mir sicher, dass Rebbe Israel Hagers Chassidim gründlichst feierten.

Heute nachmittag fahre ich nach Jerusalem und gehe am Abend auf Einladung zu den traditionellen HAKAFOT nach Mea Shearim zur Chassidut Dushinsky.
Bei den Hakafot werden sämtliche Thorarollen aus dem Schrein geholt und es wird mit ihnen getanzt. Symbolisierend, dass wir die Thora ganz beendeten und am nächsten Schabbat der Neubeginn startet: Mit der Parashat BERESCHIT - GENESIS.


Allen Leser noch schöne Feiertage, Chag Sameach & Schabbat Schalom

Donnerstag, Oktober 08, 2009

Schämt sich !

B"H
Am Grabe Miriam's, der zweiten Frau des "Baba Sali".
Ich stehe dort in Jeans, doch die "unanständige" Kleidung erwies sich als wenig störend in den relig. Gefilden Netivots.
 


Avraham oder Uri's Pizza ?

B"H

Dieser Pashkevili (Mitteilungsposter), photographiert an den Wänden Mea Shearims, kündigt eine Fahrt zum "Kever Rachel - Grab der Vormutter Rachel" an. Bei oberflächlichem Durchlesen könnte man glatt meinen, Vorvater Avraham habe bei Uri's Pizza gebetet.




Rachel's Grab befindet sich außerhalb Jerusalems, kurz vor Bethlehem und ist mit dem Jerusalemer Stadtbus 163 zu erreichen.

Mittwoch, Oktober 07, 2009

Die Neturei Karta und Ra'ad Salach

B"H

Die Neturei Karta machte gestern wieder einmal mehr von sich reden. Wobei man stets bedenken sollte, dass die Neturei Karta nicht immer gleich DIE Neturei Karta ist. Auch innerhalb dieser extrem antizionistischen Ausrichtung bestehen verschiedene Strömungen und nicht jedes Mitglied ist gleichzusetzen mit jenem Friedmann aus Wien, der da Achmadinejad die Hand schüttelte.

Aufgrund der palästinensischen Ausschreitungen um den Tempelberg wurde einer ihrer Scheichs, Ra'ad Salach, von der israelischen Polizei verhaftet. Salach ist als extremer Aufrührer bekannt und will die komplette Vernichtung des jüdischen Staates.
Und wer kam ihm zu Hilfe ?
Die Neturei Karta, welche die zionistische Polizei verurteilt.

Ich glaube kaum, dass Salach so furchtbar glücklich über die unerwarteten Anhänger war.
Nicht, dass die Neturei Karta die Araber so ungemein liebt. Vielmehr wollen auch sie die Niederschlagung des jüdischen Staates, denn dann würde der Meschiach sofort kommen.

Details zum Antizionismus hier !




Photo: Walla & Chadrei HaCharedim

Die "Anstandsbrücke"von Mea Shearim

B"H

Ein kleiner Bericht zu den Sukkot - Feierlichkeiten in Mea Shearim:

Der ANSTÄNDIGE Kragen der FRAU

B"H

Als ich vorgestern an den Sukkotfeierlichkeiten in Mea Shearim teilnahm, fand ich mich vor der Synagoge der chassidischen Gruppe Toldot Aharon in Mea Shearim / Jerusalem neben drei oder vier Frauen eben aus jener Gruppe wieder. Es wurden "Anstandsheftchen" für die Frau ausgeteilt und ich sprach mit zwei der Frauen, um auch eines zu bekommen.

Das Heft dreht sich im Wesentlichen um verheiratete haredische (ultra - orthodoxe) Frauen, die Perücke tragen, um so, wie für eine relig. jüdische Frau üblich, ihr Haar zu bedecken. Viele Rabbiner / Gruppierungen der haredischen Welt sprechen sich gegen die Perücke aus. Auf den Inhalt des Heftes werde ich baldigst näher eingehen.

Unter anderem befand sich jedoch auch eine Seite mit einer Graphik darin, den anständigen Kragen einer Frau beschreibend. Das eckige Kästchen in der Mitte zeigt die koscheren Variationen, nämlich, dass die Frau nicht mit einem unbedeckten Hals bzw. einem Ausschnitt herumlaufe.

Die Köpfe auf den Graphiken sind gesichtslos, was ebenso in vielen Kreisen der haredischen Gesellschaft üblich ist. Gesichter werden aus relig. Gründen nicht gerne dargestellt.



Dienstag, Oktober 06, 2009

Keine Nichtjuden mehr zu Machlis !

B"H

Die Machlis - Familie ist außerordentlich bekannt für ihre Essen am Schabbat. Jeder kann kommen und jeder ist eingeladen.

Doch wirklich "JEDER" ?
Schon seit geraumer Zeit fängt sich Rabbi Mordechai Machlis deftige Beschwerden seitens vieler jüdischer Gäste ein. "Zuviele Nichtjuden täten in letzter Zeit bei den Machlises herumhängen. Erst kommen sie allein und beim zweiten Mal schleppen sie eine ganze Gruppe nichtjüdischer Freunde an."

Juden fühlen sich durch die Anwesenheit der erheblichen Anzahl von Nichtjuden unwohl. Man wolle eine jüdische Atmosphäre und keinen Nichtjuden neben sich, der offen sein Handy klingeln lässt und sich auch sonst einen Dreck um die jüdischen Gepflogenheiten schwert. Hauptsache, es stehen genug Fressalien auf dem Tisch und es wird sich gnadenlos vollgefressen.

Mittlerweile geben sogar Reiseveranstalter die Adresse der Machlises weiter und man kann sich vorstellen, was da für Leute antraben. Ohne Kipa, mit Photoapparat (man will ja mal bei Juden gewesen sein und daheim was zu erzählen haben). Weiterhin werden Juden angestarrt und teilweise am Tisch angemacht, was denn das hier für komische Schabbatgesetze seien. Hinzu kommt, dass viele fanatische Christen sich breitmachen und meinen, sie seien nun von Juden anerkannt. Irgendwie scheinen derlei Fanatiker einen regelrechten Kick von allem Jüdischen zu kriegen. Auch ist es vielen Juden unangenehm, mit deutschen Nichtjuden am Tisch zu sitzen. Hierbei kam es zu massiven Beschwerden.


Gestern abend sprach ich mit der Familie und sie wehren sich gegen die Christenanwesenheit. Ab sofort wolle die Machlis - Familie NUR NOCH JUDEN BEHERBERGEN ! Dies seien sie ihren jüdischen Gästen schuldig.

Am Erev Sukkot, am vergangenen Freitag, waren mehr Nichtjuden bei den Machlises als Juden. Allmählich blieben Juden von den Veranstaltungen aus Protest weg. Auch ich war darunter.

Also, keine nichtjüdischen Gäste mehr zu den Machlises. Reiseveranstalter und anderweitige Touristen müssen sich eine andere Fressquelle suchen. Eine Quelle, die es wahrscheinlich nicht gibt, denn in Jerusalem ist man schon längst all der herumlaufenden Nichtjuden am Schabbat überdrüssig. Und die Machlis - Familie reiht sich nun energisch damit in die Reihen der Ablehner ein !

Montag, Oktober 05, 2009

Rabbi Mordechai Machlis zu SUKKOT



Einige Teachings des Jerusalemer Rabbis Mordechai Machlis.


Wer mehr lesen will, der klicke auf den Label "Rabbi Mordechai Machlis" !

Sukkot geniessen

B"H

In Israel zieht man dieser Tage aus und reist im Lande herum. So auch ich. Gestern den traditionellen Trip mit der "Ateret Cohanim" Yeshiva ins arabische + christliche Viertel der Jerusalemer Altstadt.
Ausführliche Berichte hierzu folgen noch !

Heute bin ich in Tel Aviv am Strand, abends bei einer Sukkot Party und danach im ultra - orthodoxen Mea Shearim. Nach Hebron wollte ich fahren, doch an den Zwischenfeiertagen (Chol HaMoed) Sukkot und Pessach fahren Tausende dorthin und die Busse sind dementsprechend voll besetzt. Heißt, bis zum Bersten gefüllt.

Mal schauen, was ich morgen unternehme …
Auf alle Fälle werden viele Bericht folgen !

Allen Lesern noch ein tolles Sukkot & MOADIM LE'SIMCHA !

Sonntag, Oktober 04, 2009

Sukkot Photos aus Jerusalem




Boycottiert die Christenparade !

B"H

Am kommenden Dienstag, 6. Oktober 2009, an Chol HaMoed Sukkot - Zwischenfeiertage, veranstaltet die Christliche Botschaft Jerusalem eine Parade mit christlichen Teilnehmern. Beginn ist am Sacher Park und enden tut die Parade am Jerusalemer Rathaus.

Tausende, teils durchgeknallter fanatischer Christen, werden daran teilnehmen. Obwohl sie stets bekunden, sie zeigen ja "nur ihre Sympathie zu Israel", ist dies Parade eine reine Missionspropaganda, denn laut der israelischen anti - Missionsorganisation YAD LE'ACHIM ist der Sinn und Zweck der christlichen Botschaft im Jerusalemer Stadtteil Katamon die Judenmission.

Nicht wenige der christlichen Teilnehmer verbergen keinesfalls ihre Absichten: Sie teilen Missionsflugblätter an am Rande stehende Juden aus oder sie tragen Plakate oder T - Shirts mit diversen Aufschriften ihres falschen Meshiach.

BOYKOTTIERT DIE PARADE ! MEIDET DIESE FALSCHEN FREUNDE, DIE NUR EINES IM SINN HABEN: DIE VERNICHTUNG DES JÜDISCHEN VOLKES !


Anti - Missionssites




Samstag, Oktober 03, 2009

Die Feiern beginnen

B"H

Der nächtliche Spaziergang durch Mea Shearim am Freitag abend (Erev Schabbat) war ziemlich aufschlussreich. Zuerst einmal baute die chassidische Gruppe Toldot Aharon ihre Synagoge weiter. Der Rohbau stand seit Jahren unberührt und nun ist plötzlich die Außenfassade fast fertig. Der Neubau schaut ziemlich imposant aus und es wird höchste Zeit, dass die Gruppe eine größere Synagoge baut, denn die alte platzt aus allen Nähten. Innerhalb der letzten Jahre wuchs die Mitgliederzahl der Toldot Aharon unaufhörlich an. Erstens, weil zahlreiche Neurelig. der Gruppen beitreten und zweitens, da die alten Mitglieder viele Kinder haben und diese wiederum jung heiraten und ebenso Kinder haben.

Biegt man in die Mea Shearim Street ein (aus der Shivtei Israel kommend), fällt einem sofort der Metallzaun auf der linken Seite auf. Der übrigens ist überhangen mit weisser Plastikplane, sodass man von der Straßenmitte aus keinen Blick auf die Leute auf der linken Bürgersteighälfte werfen kann.

Wie in all den Jahren zuvor trennt die antizionistische Dachorganisation "Edah HaCharedit" (sowie ganz besonder der Chassidut Toldot Aharon) die Mea Shearim in zwei Teile auf: Die Männer gehen auf der Straße, die Frauen laufen auf dem linken Bürgersteig hinter der Plastikplane. Dies allerdings geschieht nur am Sukkot und dann nur abends an den Zwischenfeiertagen Chol HaMoed. Dann nämlich ziehen Tausende Menschen durch den Stadtteil, um an den verschiedenen "Simchat Beit HaShoeva" Feiern teilzunehmen. Die Chassidim tanzen und die hauseigenen Kapellen spielen auf.
Geht man einige Meter weiter, gelangt man zur großen Synagoge der Breslover Chassidim. Wie schon im vergangenen Jahr ist dort wieder die bekannte "Anstandsbrücke" aus Holz vorzufinden. Männer laufen über die Brücke, Frauen unter drunter. Letzteren ist es verboten in die Nebenstraße vor Breslov einzubiegen und jene Weiblichkeit, welche die Synagoge sowie die Feierlichkeiten der Toldot Avraham Yitzchak aufsuchen zu planen, müssen entweder einen Umweg durch den lokalen Markt machen oder ganz um die Gegend herumlaufen. Heißt, aus der Richtung der Synagoge der Chassidut Slonim zu den Avraham Yitzchak laufen.

Im vergangenen Jahr vernahm ich das Gerücht, dass die Toldot Aharon anhand der Brücke das breite Publikum von den Avraham Yitzchak fernhalten wollen. Man kann es entweder "Konkurrenzdenken" oder "Rache" nennen. Beides geht auf die Spaltung der Toldot Aharon vor fast 13 Jahren zurück, aus welcher die Toldot Avraham Yitzchak hervorgingen.

Allerdings muss ich zugeben, dass ich nicht mit Gewißheit sagen kann, dass die Gerüchte um die Schuld der Toldot Aharon bezüglich der Brücke der Wahrheit entsprechen. Eines aber ist sicher: Mea Shearim gibt sich immer extremer in Bezug auf den Anstand.
Viele Geschäfte dürfen nur noch in anständiger Kleidung betreten werden. Pashkevilim (Nachrichtenposter) rufen die Bewohner zu mehr Anstand auf und an den Sukkottagen solle nicht zu überschwenglich gefeiert werden, denn dies verursache den Verlust der Kontrolle und wer weiß, wo das enden kann. Ferner ist anzunehmen, dass auch demnächts Christen der Gang durch den Stadtteil an Sukkot untersagt wird. Missionare seien unterwegs und versuchen die Kinder Mea Shearims zum Christentum zu missionieren. Dies ist in der Vergangeneheit häufig geschehen. Da kamen christliche Missionare an und teilten Süssigkeiten an chassidische Kinder aus. Nicht aus lauter Hilfsbereitschaft, sondern im Papier waren ebenso kleine Joschke - Bildchen enthalten. Aber fragen wir einmal so: Was haben Christen überhaupt bei haredischen Feiern verloren ?

Ve'Samachta Be'Chagecha

B"H

Juden haben ein Gebot an den gesamten Tagen von Sukkot (Laubhüttenfest) fröhlich zu sein. 
In Israel sollen wir acht, in der Diaspora neun, Tage unaufhörlich
fröhlich sein ! Wer kann sich das vorstellen ?

Der Vilna Gaon sagte seinerzeit, dass dies eines der schwersten Mitzwot (Gebote) überhaupt sei. Auf Kommando fröhlich zu sein, ohne an all die privaten Sorgen drumherum zu denken. Zumindest für die Dauer von Sukkot.

Freitag, Oktober 02, 2009

Schabbat Schalom & Chag Sameach



B"H

Heute abend beginnt das Laubhüttenfest Sukkot; mein Lieblingsfeiertag. An diesen acht Feiertagen werde ich täglich unterwegs sein. Bei den Events im jüdischen Viertel in der Jerusalemer Altstadt genauso wie im ultra - orthodoxen Mea Shearim sowie in Bnei Brak bei Tel Aviv. In Petach Tikwah werde ich eine chassidische Gruppe aufsuchen, über die ich bisher noch nicht berichtet habe: Die Chassidut Mischkoltz !

Allen Lesern ein tolles Neues Jahr 5770 & tolle Sukkotfeiertage !
"Schabbat Schalom & Chag Sameach !

Donnerstag, Oktober 01, 2009

Ist der Mikwehgang eine angenehme Angelegenheit für eine Frau ?

B"H

Zuerst einmal muss ich denjenigen Lesern danken, die mir fleissig Links zu bestimmten Themen senden. Unzählige Leute tun dies via e - mail und besonders heute hatte ich mit Kommentaren, derlei Links sowie Anfragen zu den Sukkotaktivitäten in Jerusalem mehr als genügend zu tun.

Von einem amerikanischen Mitblogger erhielt ich heute den folgenden Link:


Auf der Chabad Site geht es um eine Frau, die ihren Mikwehgang (Ritualbad) vor der Öffentlichkeit geheim halten will. Es sei ihre Privatangelegenheit und darauf hatte sie gebaut. Nur musste sie im Warteraum der Mikweh erleben, wie Nachbarinnen und ehemalige Schulkameradinnen über sie im Bilde waren.

Die Frage, ob der Gang in das Ritualbad für eine jüdische Frau diskriminierend sei, kommt immer wieder auf. So manche Frau sagt JA und sie fühle sich wie ein Häufchen Elend; andere wiederum haben nichts dagegen und sehen so sogar etwas Spirituelles darin.

Hintergrund: Eine verheiratete jüdische Frau muss, nachdem ihre monatliche Periode vorbei ist, in das Ritualbad. Es ist allgemein üblich, dass die Frau den Mikwehgang abends erledigt. Danach gehen viele mit dem Gatten Essen oder machen sich anderweitig einen besonderen abend. Des Weiteren sollte man in dieser Nacht sexuelle Kontakte haben.

Kommt nun eine Frau in die Mikweh, dann weiß logischerweise ein jeder, dass die Frau gerade ihre Monatsbeschwerden hinter sich brachte und nach der Mikweh mit ihrem Mann ins Bett geht. Andererseits kann sich die Frau ebenso ausmalen, was die anderen Frauen dort in der Mikweh zu haben. Jede weiß also Bescheid und was, wenn eine nicht den Mund hält und daheim berichtet, wen sie denn heute in der Mikweh traf ?


Der monatliche Mikwehgang einer Frau sollte eine Priatangelegenheit zwischen dem Ehemann und seiner Frau bleiben und sich nicht in der Nachbarschaft verbreiten. Wie aber soll man das verhindern, wenn die Nachbarinnen mit im Warteraum sitzen ?

Wie ich dem Leser, der mir diesen Link sandte schon antwortete: Ich täte es vorziehen, mein Mikwehbad im Meer zu nehmen anstatt mich in der öffentlichen Domäne zur Schau zu stellen.