Sonntag, Oktober 11, 2009

"Jews by Choice" - Konversionen zum Judentum

B"H

Leider fand ich nur diesen kurzen Filmausschnitt zum Thema auf Youtube. Vielleicht erkennt sich ja der ein oder andere wieder:




Kommentare:

  1. B"H

    Ausfuehrliche Details zum Filmbericht:

    http://docs.google.com/gview?a=v&q=cache%3Ay4gLez2ZeF4J%3Awww.uni-marburg.de%2Ffb03%2Feuroethno%2Fstudium%2Frezens8+yael+jenner&hl=en&gl=il&sig=AFQjCNHb0Wj8Rx0jdMlLITFt8RgXDcRjfA&pli=1


    Wobei ich dazusagen muss, dass ich persoenlich dagegen bin, jene Leute zum Judentum zu konvertieren, die zuvor intensiv christlich in Kirchen / Praktium / Verbaende etc. mitwirkten.

    Meiner Erfahrung nach schwenkt ein Grossteil von weit ueber 90 % nach der Konversion zum Judentum immer wieder zum alten christlichen Glauben zurueck. Selbst dann, wenn es nur ein Liebaeugeln ist.
    Die Mehrzahl der konvertierten einstmals aktiven Christen wird ihre innere christliche Einstellung niemals los und tendiert zum messianischen Judentum.

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  2. Liebe Miriam, das ist etwas lashon hara.

    Du kannst NICHT sagen, daß die Mehrheit der aktiven Christen ihre Einstellung nicht loswird. Das weißt du einfach nicht.

    Überlege es dir bitte neu. Die Liebe zu den Gerim ist eine Mitzvah.

    José

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  3. B"H

    Die Liebe ist mit AUFRICHTIGEN Gerim und nicht mit jenen, die von ihrer alten Religion nicht loslassen koennen.

    Wer vor seinem Giur zum Judentum aeusserst aktiv in der Kirche agierte, wird in vielen Faellen einen gewissen Touch beibehalten.
    Hierbei besonders eine hohe Sympathie zu Christen.

    Kritisiert ein Jude das Christentum, dann sind es gerade jene Konvertiten, die geradezu wild reagieren und jegliche Christen sofort in Schutz nehmen !
    Weiterhin ist es das Nicht Loslassen koennen.

    Genauso verhaelt es sich, wenn jene Konvertiten auf Christen treffen und sich sofort hingezogen fuehlen. Nicht unbedingt zu deren Religion, dennoch geniessen sie das Beisammensein mit Christen.
    Ich vermute, dass dies vielleicht alte Erinnerungen in ihnen wachruft.

    Das Problem ist in Israel weitgehend bekannt und wie ich hoerte, muessen Konvertiten in ihren Giurkursen Formulare unterschreiben, in denen sie sagen, mit dem Christentum nichts mehr zu tun zu haben sowie dass es keinen Meschiach J. gibt.
    Viele ehemals extreme Christen haben damit ein Problem und suchen ihr Gewissen so zu biegen, dass sie unterschreiben koennen. Mit Rechtfertigungen, um im Falle eines Falles doch nicht zur Hoelle fahren. Bedeutet: Viele sind in Warteposition, ob nicht doch J. noch als Meschiach kommt.

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  4. Man darf die frühere Religion eines Ger nicht vor ihm beleidigen.

    DAs ist pure Rücksichtnahme auf die Gefühle des anderen. Steht auch irgendwo in einer Gemara, aber ich kann es jetzt nicht finden.

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  5. B"H

    Was Du sagst ist absolut richtig. Dennoch ist es mir persoenlich viele Male untergekommen, dass zum Judentum Konvertierte, die einstmals aktiv im christl. Glauben verankert waren, immer noch zuviele Sympathien fuer ihren alten Glauben empfanden. Sie suchten sogar regelrecht die Naehe der Christen.

    Nicht alle sind so, das stimmt auch wieder. Womit ich Jose und Benjamin Kluger von Yad Le'Achim als kleine Beispiele gebe.

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  6. Ich weiß, dass einer der Männer das Judentum wieder verlassen und eine Nichtjüdin geheiratet hat. Der Jüngere wars nicht. ;)
    Bei der Vorführung des Films in Berlin hat er es selber gesagt, daher verrate ich kein Geheimnis.

    Aber das wird immer vorkommen, auch für Gerim gibt es keine Garantie.

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  7. B"H

    @ Yael

    Falls Du den Aelteren meinst:

    Er war ja im Film nach Israel ausgewandert und oft ist es halt fuer Neueinwanderer sehr schwer sich hier im Lande einzuleben. Auf "Leben in Jerusalem" habe ich vor zwei Tagen dazu einen Beitrag verfasst.

    Manche Konvertiten meinen, dass sie in Israel nicht anerkannt werden. Dazu kann ich sagen, dass es mit Sicherheit darauf ankommt, wo jemand hin will. Bedeutet, welche relig. Richtung er sich unterlegen will. Allgemein gibt es in Jerusalem nicht unbedingt DIE Gemeinde, in der ich mich anmelden muss. Man geht halt in eine Synagoge und wird nach einiger Zeit nicht gerade Mitglied, doch fester Bestandteil.
    Manche suchen dies, ich dagegen "hoppe" durch die Synagogen und lerne von jedem etwas. Was nicht bedeutet, dass ich keine Richtung habe oder keine Leute in den "Gemeinden" kennen lerne.

    Wer nun hierher kommt, der muss zu erst einmal die Landessprache lernen. Der Aeltere im Film sah etwas "freakig" aus und ich wuerde ihn in Jerusalem dem Carlebach - Movement zuordnen. Wenn sein Hebraeisch perfekt waere, dann sogar dem selbsternannten Rabbi von Rachelin.

    http://shearim.blogspot.com/2009/05/rachlin-rebbe.html

    Ich kenne die Geschichte desjenigen im Film nicht, kann mir jedoch sehr gut vorstellen, dass er sich vielleicht von den hiesigen (israelischen) Relig. ausgestossen fuehlte.
    Dazu muss man eines sagen:

    Wenn dies geschehen sollte, dann liegt es an mir, mir eine andere Richtung innerhalb des orthod. Judentums zu suchen und nicht alles sofort sausen zu lassen !

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  8. "Er war ja im Film nach Israel ausgewandert und oft ist es halt fuer Neueinwanderer sehr schwer sich hier im Lande einzuleben. Auf "Leben in Jerusalem" habe ich vor zwei Tagen dazu einen Beitrag verfasst.

    Manche Konvertiten meinen, dass sie in Israel nicht anerkannt werden."

    Der war ja in der Reform übergetreten, vielleicht lag es (auch) daran, außerdem erscheint er doch recht naiv. Und daß alles zu schnell ging, Übertritt und hopp, in ein komplett anderes Leben, was doch durchaus einer gewissen Vorbereitung und Begleitung bedarf. Der Schnelldurchlauf geht nicht bei allen gut, vor allem, wenn sie altersmäßig eine gewisse Schallmauer durchbrochen haben. Viele wissen doch gar nicht genau, was sie von einem Leben in Israel erwarten und haben keine Ahnung, auf was für Widerstände sie treffen (ökonomische und soziale).

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  9. B"H

    Dem kann ich voll und ganz zustimmen. Meiner Meinung nach sollte ein jeder, der die Aliyah plant, einmal in Israel gelebt haben. Nicht in einem Kurs eingebettet gewesen sein, sondern so richtig mit allem, was zum Alltag dazu gehoert. Mit eigener Wohnung (oder privater WG), mit Job, mit dem Chaos auf den Ministerien, mit israelischen keifenden Dir ins Gesicht rauchenden Tussen im Jerusalemer Rathaus und mit einer Bank, die einen verklagen will, weil man dies und das Formular noch nicht unterschrieben hat und damit der Geldwaesche bezichtigt wird.:-)
    Ich spreche da aus Erfahrung.

    Israel wartet auf keinen Neueinwanderer und man wird hier nicht auf Rosen gebettet. Nach der Ankunft faengt der Ueberlebenskampf so richtig an und ich kann im Nachhinein sagen, dass ich Glueck hatte, der Hebraeischen Sprache einigermassen fluessig zu begegnen, schon Freunde in Jerusalem hatte und wusste, auf welchem Amt ich mich wo durchkaempfen muss. Auch war ich mit 34 im richtigen Alter.
    Alles ueber 45 hat kaum mehr eine richtige Chance im Berufsleben, es sei denn, man ist der Bruder von Bill Gates.

    Bezueglich des Filmes:
    Weil er sagte, er waere religioes, dachte ich, er sei orthodox uebergetreten.
    Die Reformer haben tatsaechlich ein Problem, es sei denn, sie gehen zu den Reformern.

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  10. "Weil er sagte, er waere religioes, dachte ich, er sei orthodox uebergetreten. "

    In der Marburger Rezension des Filmes wird auch gemutmaßt, daß er "ganz orthodox" sei, aber das schreibe ich doch mal dem Unwissen der Rezensentin zu. Einer, der angeblich so sehr orthodox ist, geht nie ohne Kopfbedeckung (wie in der Szene vom Kofferpacken) und heiratet vor allem nicht gleich kurz nach der Einwanderung seine nichtjüdische Freundin... er würde doch eher einen Schidduch vorziehen. Zudem hätte ihn sein orthodoxer Betreuungsrabbiner schon zu den richtigen Verbindungen geschickt, wie es bei allen anderen gewesen ist, die von einer Berliner orthodoxen Gruppe aus nach Israel gingen.

    Ich vermute stark, daß man wegen des Reformübertrittes so wenig über ihn im Film erfährt.

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  11. B"H

    Inwieweit kann denn der Rabbiner aus Deutschland dem Einwanderer Verbindungen verschaffen ?
    Sicher kann er ihn zu Leuten zum Schabbat schicken oder ihm diesen oder jenen Shiur empfehlen, aber ansonsten muessen auch relig. Neueinwanderer ihren Weg selber suchen. Kein Wunder, denn vor allem Jerusalem ist vollgepackt mit Moeglichkeiten.

    Lebt derjenige aus dem Film denn noch in Israel oder ist er wieder in Deutschland ?

    Kann sein, dass er einen Refomrkurs durchlaufen war, denn das Oberrabbinat in Israel haette bei solch einem Vorfall mit der Hochzeit sicher seinen Giur entzogen.

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  12. Wenn der Rabbiner aus Israel ist, hat er selbstverständlich Kontakte. Und es ist ja nicht das erste Mal, daß jemand Aliyah gemacht hat, Neuankömmlinge haben also durchaus Adressen, wo sie hingehen könnten, Rat einholen, Einladungen bekommen oder überbrücken. Gerade die "Deutschen" kennen sich doch, ob konvertiert oder nicht.

    "Lebt derjenige aus dem Film denn noch in Israel oder ist er wieder in Deutschland ?"

    Das kannst Du hier nachlesen:

    http://www.thejewishweek.com/viewArticle/c39_a15495/News/International.html

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  13. Der ganze Film:

    http://www.talmud.de/cms/Der_Weg_ins_Judentum_Fi.305.0.html

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  14. B"H

    Oh, danke fuer den Link !

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  15. Ach das ist ein anderer.

    Der andere Film lief schon mal im dt. Fernsehen, ich denke deswegen, gibt es ihn nicht vollständig im Netz.

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  16. Sehr Interessant!

    Kann auch dieses kurze Video zum Thema "Judentum und Übertritt" empfehlen, das ich auf YouTube fand:

    http://www.youtube.com/watch?v=YQFZyahnHeY

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  17. B"H

    Danke fuer den Link !

    Meiner Ansicht nach aber sollte ein Konvertit nach der Konversion immer noch in Israel wohnen. Warum konvertieren, wenn man hinterher doch nur wieder seinem "alten" Leben folgt ?

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  18. B"H

    Kein Problem!

    Ich weiß nicht ob Konvertiten ihrem "alten" Leben folgen, wichtig ist es dass man in einer engen jüdischen Gemeinschaft lebt. Also nicht da wo es weit und breit keine Synagoge gibt.

    Und das mit Israel ist auch so ne Sache: muss ein orthodoxer Jude wirklich in einem zionistischen Staat leben? Ich persönlich habe oft das Gefühl, dass Orthodoxe sich lieber in den Staaten aufhalten...

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  19. B"H

    Nicht gerade ihrem "alten Leben folgen", doch immerhin in der alten Umgebung leben. Eigentlich, so finde ich, sollte das ultimative Ziel Israel sein.

    Es leben viele orthodoxe Juden im zionistischen Staat. Wer Antizionist ist, der braucht sich ja nicht unbedingt mit dem Staat abgeben. Ich kenne viele amerikanische Chabadnikim, die Aliyah machten und dabei sogar Nefesh be'Nefesh in Anspruch nahmen.

    Zumindest sollte man es von dem Gesichtspunkt aus etrachten:

    In Israel lassen sich mehr Thoramitzwot ausfuehren als in der Diaspora.

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