Sonntag, Oktober 11, 2009

Die Messianics in Tel Aviv

B"H

"Messianische Juden" - so nennen sie sich, doch dennoch sind sie vom Judentum weitab entfernt. Die Mehrheit dieser Gruppenmitglieder besteht eh aus Christen und nicht aus Juden, welche sich zum Christentum haben bekehren lassen.

Messinianische Juden glauben an Joschke als Meschiach und folgen auch sonst dem Neuen Testament. Nebenbei behaupten sie, sie seien ebenso Juden und letztere sollen sich bekehren lassen, damit Joschke zum zweiten Male erscheint. Ein vollkommenener Schwachsinn und, wie ich schon einmal schrieb "G - tt ist kein toter Jude an einem Kreuz !".

Was in Jerusalem offiziell unmöglich wäre, ist in Tel Aviv Alltag. Die Messianics errichteten schon vor langer Zeit ihr eigenes Zentrum namens "Dugit - Messianic Outreach" in der Ben Yehudah Street. Gleich neben der Einzelhandelskette "Tiv Ta'am", die ebenso nicht koscher ist. Somit gehen Laden und Outreach Center Hand in Hand.
Sinn und Zweck des Centers ist die Judenmission, doch sollte man genauer hinschauen, wer sich dort hinter den Glasfenstern tummelt. Gastarbeiter von den Philippinen, viele russische Neueinwanderer, die eh keine Juden sind und zahlreiche Obdachlose.
"Jüdische Seelen ernten" so lautet die Hauptaufgabe der Messianics auf deren Website. Was sie in der Ben Yehudah jedoch vielseits ernten sind Menschen, die nicht auf der goldenen Seite des Lebens stehen und verstanden, das Center für ihre eigenen Zwecke zu nutzen, denn es gibt kostenlosen Kaffee und Tee. Dies ist in Tel Aviv weniger selbstverständlich als in Jerusalem.

Außerdem geben die Messianics jeden donnerstag kostenlos Essen aus. Eine Suppenküche besteht an dem Tag. Unkoscheres Essen, aber viele Arme zieht es dorthin. Und wer sich der Sekte voll und ganz hingibt, keine Probleme macht und sich auch sonst anpasst und die Klappe hält, der kann sich als Obdachloser eventuell auf ein festes Heim freuen, denn der Messianic Outreach in Tel Aviv verfügt in der fast noblen Frishman Street (zwischen Dizengoff und Rathaus) über zumindest eine Wohnung, wenn nicht gar ein ganzes Gebäude mit Wohngruppen.

Eines jedoch bleibt unabänderlich: Messianische Juden sind KEINE Juden im eigentlichen Sinne, außer jenen, die halachisch als Juden geboren worden sind. Wird ein Christ zum Messianischen Juden, so ist er kein Jude, sondern lediglich einer Glaubensausrichtung beigetreten, die nichts mit dem Judentum zu tun hat und als Götzendienst betrachtet wird. Noch dazu, wo die Sekte als Missionsstätte dient und mit primitiven Mitteln versucht, richtige Juden zu missionieren und ihrer Seele zu berauben.
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In diesem Artikel gab ich einige Infos, die allgemein weniger bekannt sind. Falls jemand diese Infos verwenden will, sollte er so fair sein und mich als Quelle angeben.
In der Vergangenheit ist es häufiger geschehen, dass von mir bzw. anderen Leuten Insiderwissen abgekupfert worden ist. Insbesondere von einer Anti - Missionssite, welche ich seither nicht mehr empfehle. Informationen wurden geradezu geklaut und unter dem Namen anderer veröffentlicht !

Kommentare:

  1. Liebe Miriam,

    ich verstehe nicht,warum jüdischerseits nie so eine starke Ablehnung gegenüber anderen nicht-jüdischen bis anti-jüdischen Strömungen und Gedankenwelten gibt, wie das beim Christentum der Fall ist.
    Warum ist das so?
    Wieso werden Juden hier aus der Synagoge ausgeschlossen und an eine christliche Gemeinschaft verwiesen, während Juden als Atheisten, Agnostiker oder sonst was immer Juden "bleiben". Zumindest wäre mir nicht bekannt, dass jemand ausgeschlossen worden wäre, weil er sich in die Tiefen des Buddhismus oder des Modernismus begeben möchte.
    Wird denn ein Jude noch als Jude betrachtet, wenn er zum Christentum offiziell konvertiert? Oder beim Islam?

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  2. B"H

    Ein halachischer Jude bleibt immer ein Jude, egal, welcher Religion er sich spaeter zuwendet. Vom Judentum kann man nicht austreten !

    Allerdings gibt es gewisse Grenzen, obwohl der Jude nach wie vor Jude ist:

    Schliesst er sich einer anderen Religion an, darf er, z.B., in einer Synagoge nicht mehr zur Thora aufgerufen werden.
    Jedenfalls nicht solange, wie er der anderen Religion angehoert udn selbst nach seinem eventuellen Austritt bestehen fuer eine gewisse Zeit noch Beschraenkungen.

    Ich wuerde es nicht "Ablehnung" nennen. "Zuwendung" ist es allerdings genauso wenig.

    Du musst eines Bedenken:
    Das jued. Volk sowie seine Religion basiert auf der Thora. Und in der Thora sagte G - tt selbst, dass Juden sich davor hueten sollen, sich anderen, fremden Goettern, zuzuwenden.

    Nun sind, z.B. Reform - oder saekulere Juden nicht gerade die tollsten Thorajuden, doch sind sie immerhin Juden.

    Andererseits wurden Teile des Judentums von der griechischen Philosophie beeinflusst. Obwohl der Rambam (Maimonides) die Gedankenwelt des Aristotels widerlegte, so flossen doch genuegend griech. Philosophien in das Judentum ein.

    Was Juden an fanatischen Christen am meisten nervt, ist deren ewiges Gerede von der Mission. Ich glaube, dass ohne diese unterschwelligen Missionsversuche, wir besser miteinander auskommen taeten.

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  3. Danke für deine Antwort.

    Du schriebst etwas zu den "messianischen Juden", wobei das "Jude" durchgestrichen war. Ohne gerade den Satz vor mir zu haben: gestrichen dann darum, weil es meist, meine du sagtest das, Christen sind ohne jemals halachisch Juden gewesen zu sein, oder?

    Auf einer christlichen Seite fand ich einen Text über die schlimme Lage der Messianischen in Israel, wie es heißt.

    "Ihre Begründung war meist, dass die Staatsbürgerschaft durch falsche Angaben erschlichen wurde, da nach ihrem Verständnis messianische Juden keine Juden sind und daher kein Recht auf die Einwanderung nach Israel haben."

    Gilt das dann nur für diejenigen, die halachisch keine Juden sind - oder auch für halachische Juden auf Abwegen vom Judentum? Darüber sagt der Text natürlich nichts aus. Nach deiner Antwort würde ich schließen, dass halachische Juden, die Christen, Moslems, Atheisten usw. sind, dennoch einwandern dürfen und einen Anspruch auf israelische Staatsangehörigkeit haben. Ungeachtet ihrer Konversion zum Christentum u.a.
    Es war ja auch, glaube ich, ursprünglich so gedacht, dass alle, die unter Verfolgung der Nürnberger Gesetze fielen, umgedreht nach gleichem Schema Einwanderungsrecht besaßen. Ist das heute auch noch so? Oder galt das ausschließlich für die damalige Generation?

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  4. "Über Probleme "messianischer Juden" berichtete das israelische Boulevardblatt "Ma´ariv" in seiner in der Pessach-Ausgabe. Auslöser war ein Anschlag, der Ende März, genau zum Purimfest, gegen die messianisch-jüdische Familie Ortiz in der israelischen Westbank-Siedlung Ariel, gerichtet war. Der als Purimgeschenk getarnte Sprengsatz explodierte, als der 15-jährige Amiel Ortiz das Päckchen mit der Aufschrift "frohes Fest" öffnen wollte. Der Junge wurde schwer verletzt." Über Probleme "messianischer Juden" berichtete das israelische Boulevardblatt "Ma´ariv" in seiner in der Pessach-Ausgabe. Auslöser war ein Anschlag, der Ende März, genau zum Purimfest, gegen die messianisch-jüdische Familie Ortiz in der israelischen Westbank-Siedlung Ariel, gerichtet war. Der als Purimgeschenk getarnte Sprengsatz explodierte, als der 15-jährige Amiel Ortiz das Päckchen mit der Aufschrift "frohes Fest" öffnen wollte. Der Junge wurde schwer verletzt."
    http://www.hagalil.com/01/de/Israel.php?itemid=2134

    Das finde ich sehr fragwürdig.
    Was meinst du dazu?

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  5. B"H

    Ich glaube, der Anschlag wurde von Yaakov Teitel ausgefuehrt, der gerade verhaftet worden ist.

    http://lebeninjerusalem.blogspot.com/2009/11/jagd-auf-die-siedler.html

    Die Gesetzeslage zur Einwanderung schaut so aus, dass selbst ein halachischer Jude, der ein Messianic geworden ist, NICHT nach Israel einwandern darf.
    Wie ich sagte, verschleiern Messianics ihre eigentlichen Theologien bei der Aliyah; kommt jedoch alles heraus, werden sie des Landes verwiesen.

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  6. "Nach deiner Antwort würde ich schließen, dass halachische Juden, die Christen, Moslems, Atheisten usw. sind, dennoch einwandern dürfen und einen Anspruch auf israelische Staatsangehörigkeit haben. Ungeachtet ihrer Konversion zum Christentum u.a."

    Aliah können nur diejenigen machen, die Juden sind und KEINER anderen Religion angehören. Wenn also ein halachischer Jude Christ geworden ist, bekommt er keine israelische Staatsbürgerschaft.

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  7. B"H

    @ Yael

    Das stimmt, aber gerade bei den Messianics wird es dem Innenministerium (Misrad PaPnim) verschwiegen.

    Nur Juden bekommen die Aliyah bewilligt, doch es gibt einige, die mittlerweile eine andere Religion haben und das offiziell verschweigen. Kommt jedoch alles heraus, fliegen sie aus ihrer Aliyah.

    Bis zu drei Jahren nach Erhalt der israel. Staatsbuergerschaft kann diese gesetzlich wieder entzogen werden.

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  8. Ich erinnere mich und meine so, dass ALLE, die nach Nazi-Ideologie verfolgt wurden, Alijah machen durften - auch nicht-halachische Juden. Also jemand, der bis zu nur einem einzigen jüd. Großelternteil hat.
    Ist das richtig?
    Wenn ja: zu welchem Jahr wurde das geändert?

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  9. B"H

    Ich glaube, das ist eine Frage fuer die Jewish Agency:

    jafi.frankfurt@t-online.de

    oder


    jafi.berlin@t-online.de

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  10. "Also jemand, der bis zu nur einem einzigen jüd. Großelternteil hat."

    Das ist richtig. Im anderen Fall heißt es aber nicht, dass der Nachkomme Jude sein muss. Wenn derjenige Jude ist, dann darf er keine andere Religion haben.

    http://berlin.mfa.gov.il/mfm/web/main/document.asp?DocumentID=67031&MissionID=88

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