Sonntag, Oktober 26, 2008

Jüdisch genug ?

B"H

Das israelische Innenministerium und seine interne willkürliche Gesetzgebung macht es Konvertiten zum Judentum immer schwerer, überhaupt noch in Israel zu konvertieren. Hierbei muß jetzt schon jeder potentielle Konversionskandidat eine schriftliche Erlaubnis eines regierungsgebundenen Kommittee vorweisen, um in einem Konversionskurs lernen zu dürfen. Nach Kursende bedarf er einer erneuten Erlaubnis des Kommittees, ein Beit Din, (rabbinisches Beit Din) aufsuchen zu können und am Ende entscheidet das Kommittee auch noch über seine Aliyah nach Israel.

Aber nicht nur den Konvertiten in Israel geht es immer mehr an den Kragen; wer heutzutage als Konvertit aus dem Ausland Aliyah machen will, der erlebt genauso sein blaues Wunder. Wer noch vor wenigen Jahren ohne jegliche Schwierigkeiten hätte nach Israel einwandern dürfen, dem passiert es jetzt nicht selten, dass er, trotz orthodoxer Konversion, für das säkulere Kommittee gar nicht jüdisch genug ist, für das Rabbanut (Oberrabbinat) aber schon. Die Folge ist bisher, dass besonders Konvertiten mit orthodoxem Werdegang die Aliyah besonders gerne verweigert wird. Typisch für die Regierung Olmert, welche da alles Religiöse samt Anhängern loswerden bzw. gar nicht erst ins Land lassen will.

Eine ausführlichen Bericht dazu hat der Direktor von ITIM, Seth Farber, in der "Jerusalem Post" vom 22. Oktober 2008 verfasst.

Kommentare:

  1. Es ist schon absurd, was hier abläuft. Gerim, die nicht orthodox konvertiert sind, bekommen wohl ohne große Probleme die Aliyah, weil sie nach dem Staat Israel als Juden gelten, aber beim Oberrabbinat nicht als Juden gelten.
    Gerim, die orthodox konvertiert sind, bekommen kaum noch eine Aliyah, gelten beim Staat Israel nicht als Juden, aber beim Oberrabbinat.

    Wenn es nicht wirklich so wäre, müsste man glauben, man sei in der geschlossenen Psychiatrie gelandet, wo jeder dem anderen erzählt: du bist nicht ganz so viel Napoleon wie ich.
    Auf die Coutch Israel!

    Yael

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  2. B"H

    Ich hoerte verlauten, dass Reformer und Konservative ein Buero mit eigenen Anwaelten besitzen. Immer dann, wenn einem von ihnen die Aliyah verweigert wird, dann kommt die Rechtsprechung in Bewegung. Heisst, dass die Niederlassung den Kandidaten durchklagt, damit er doch noch die Aliyah erhaelt. Finanziert wird diese Niederlassung von Reichen aus den USA. Als meine Freundin in besagtem Buero anrief und sich als Orthodoxe Hilfe erbat, wurde sie mit dem Vermerk abgelehnt, dass man ausschliesslich nur fuer Reformer und Konservative arbeite und keine Orthodoxe nehme.

    Die orthod. Bewegung hingegen hat keine dieser reichen Spender und das Rabbanut kloppt sich allein mit dem Kommittee herum.

    Die Regierungstendenz deutet aber eindeutig auf eine Ablehnung der Religion und schliesslich will sich Kadima erkenntliche Waehlerschaft ins Land holen und niemanden, der rechts waehlt.

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  3. "Die Regierungstendenz deutet aber eindeutig auf eine Ablehnung der Religion und schliesslich will sich Kadima erkenntliche Waehlerschaft ins Land holen und niemanden, der rechts waehlt."

    Bescheuert, wie klischeehaft die denken, als würde jeder Orthodoxe Gerim ausschließlich rechts wählen.

    Ich hoffe, dass Rabbanut läuft Sturm gegen diese widerwärtige Selektiererei.
    Ich finde es abartig, dass ausgerechnet nicht religiöse Juden, religiöse Gerim als Juden zweiter Klasse behandeln und die Halacha mit Füßen treten, nur weil ihnen der Hintern auf Grundeis geht.

    Schade, dass wir Juden so wenig solidarisch sind und so wenig zusammenhalten.

    Yael

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  4. B"H

    Hallo Yael,

    Olmert oder die Regierung hat vielerlei Gruende fuer das Kommittee und die Ausgrenzung orthod. Juden. Diese Ausgrenzung geschieht uebrigens auch schon teilweise in der Armee sowie dem israel. Bildungssystem. Nicht nur Konvertiten sind davon betroffen. Man will keine Religion, sondern einen total saekuleren Staat. Die Relig. aller Art stoeren, weil sie denn da an Werte, Moral und vor allem G - TT erinnern. Und wer will in einer modernen Industriegesellschaft gross einen G - tt, wenn er meint, allein das Geld regiere alles. Dass dem nicht so ist, sehen wir ja gerade jetzt in Bezug auf die Weltwirtschaftskrise.

    Die Regierungs listet folgende Punkte gegen Konvertiten, Giur & Aliyah:

    1. Wirtsschaftsasylanten
    Leute aus armen Laendern kommen, konvertieren in Israel pro forma, bekommen die Staatsbuergerschaft un wollen ihre Aliyahrechte abkassieren.

    2. Orthodoxe
    Noch mehr "Fundamentalisten" mit Thora und so wolle man nicht. Eher Reformkonvertiten oder Konservativ, denn fuer die ist die Thora nur eine Blabla - Literatur und Mitzwot oder G - tt interessieren eh nicht. Der Giur dient einzig dazu, zum jued. Volk dazugehoeren zu wollen. Das dies ohne Thora nicht geht, begreift jedoch ein Reformkonvertit nicht.

    3. Aliyah zu teuer
    Da mit einer Aliyah diverse gesetzliche Rechte verbunden sind, will man nicht auch noch "Aussenstehende" haben, die Aliyah machen.

    4. Orthd. Konvertiten sind keine Kadima - Waehler.

    5. Orthod. Konvertiten koennten an rechten Demos teilnehmen und damit, falls sie in die Armee kommen, einen Stoerfaktor fuer die Truppenmoral bilden. Ein absoluter Quatsch uebrigens.

    6. Orthod. Konvertiten koennten zu Siedlern werden und und und ...

    Wir sehen leider jetzt schon, wohin die israel. Gesellschaft geht und das Thora im Endeffekt fehlen wird und schon fehlt.

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