Mittwoch, Mai 30, 2012

Zum Thema MYSTIK

B"H

Die jüdische Kabbalah hat für einen Außenstehenden fast immer einen Hauch von Magie. So richtig schön geheim und sei man erst einmal in der Lage, gewisse Kenntnisse zu erlangen, geschweige denn, irgendwelche Codes zu knacken, so könne man endlich sein Leben perfekt meistern. Die Kabbalah als Heilmittel des Privatlebens. Erst dann geht es mir gut und aus diesem Grund boomt der Esotherik – Markt gleich mit.


Copyright / Photo: Miriam Woelke

Dass das ernsthafte Studium der jüdischen Kabbalah nur unter bestimmten Bedingungen erfolgen kann, daran denkt seit Madonna kaum noch jemand. Frei nach dem Motto: “Was Madonna und Demi Moore können, das kann ich schon lange !” Was die Wenigsten wissen: Madonna lernt lediglich die jüdischen Buchstaben und meditiert am ersten Buchstaben Aleph. Das Kabbalah – Center aber verkauft allein dieses wirre Meditieren bereits als Kabbalah und Madonna allein brachte der Familie Berg Millionen ein.

Was die jüdische Kabbalah jedoch genau beinhaltet, ist nicht immer ganz so aufregend. Immerhin wird die Kabbalah in einige unterschiedliche Arten unterteilt. Eine Menge Thorawissen, Propheten, Talmud, Midrasch oder Legenden (Aggadot), sind notwendig. Das Studium ist aufwendig und dauert Jahre. Fast immer geschieht es, dass ein Lernender auf Hindernisse stößt. Die Recherche gehört dazu und fast jedes Konzept birgt viele weitere Konzepte in sich, die dann auch erst wieder recherchiert werden müssen. An dem Punkt angelegt bewegt man sich bereits in ein anderes Thema hinein, läßt sein eigentliches Thema etwas fallen und recherchiert, bis kurz darauf eine dritte Komplikation auftaucht. Wer, z.B., den Talmud nicht interpretieren kann, dem ist abzuraten, sich mitten im Kabbalahstudium an den Talmud heranzutasten. 

Das hört sich alles nervig und verwirrend an und genau aus diesem Grund kann der Lernende leicht verloren gehen. Das heutige Kabbalah – Center jedoch lehrt nicht diese präzise Tiefe, sondern pickt sich einige wenige Brocken heraus und peppt diese esotherisch leicht gemacht auf. Ansonsten würde niemand vom Clientele auch nur einen winzigen Teil kapieren.

Wer zumindest der englischen Sprache mächtig ist, der kann sich bei Amazon die Bücher der Jerusalemer Professorin Rachel Elior bestellen. Es gibt nur wenige Religionsbücher von israelischen Professoren, die ich lese, denn normalerweise betrachten Professoren alles von der akademischen Sichtweise her und nicht von der Religiösen. Rachel Elior ist dagegen mit ihrem Fachwissen eine der wenigen positiven Ausnahmen.

In ihrem Buch "Jewish Mysticism – The Infinite Expression of Freedom" definiert Rachel Elior die Bedeutung der Mystik. Was ist Mystik ? Die jüdische Mystik geht davon aus, dass es eine weitere verborgene Welt neben unserer jetzigen alltäglichen Welt gibt. Eine verborgene Welt außerhalb der unseren, welche wir nur mit Hilfe bestimmter Werkzeuge erreichen. Zum Beispiel durch Meditation oder indem wir uns zu G – tt bekennen und Seine Thoragesetze einhalten.

Eine uns verborgene Welt muss jedoch nicht unbedingt eine andere Welt sein, in die wir uns per Spiritualität einklinken. Genau so kann die Mystik in unserer Welt, in unserem Jetzt, stattfinden. Wie ? Indem es eine weitere Realität gibt. Eine zusätzliche Realität neben jener, die wir tagtäglich erleben. Eine Änderung unseres Bewusstseins bzw. unseres Wahrnehmungsvermögens reicht schon aus, um die zweite Realität zu erfassen. Nicht immer zu verstehen, doch zu wissen, dass sich hinter dem Vorhang unserer Welt noch ganz etwas anderes verbirgt.

Die jüdische Kabbalah bezieht sich in fast all ihrer Literatur stets auf die G – TT / MENSCH Beziehung. Ich wurde von G – tt erschaffen und meine Aufgabe in dieser Welt besteht darin, mich Ihm zu nähern und Seinen an mich gestellten Willen (die Thoragesetze) so gut wie möglich zu erfüllen. Nicht perfekt, sondern gemäss dem Potential, welches G – tt mir mit auf den Lebensweg gab.

Nähere ich mich an G – tt an, lerne Thora, dann wird mir klar, dass Er es war, welcher jegliches Sein inklusive dem Universum erschuf. Er steht über allem Positiven und auch Negativen. Anhand von Gebet und Thoramitzwot erhalte ich als Mensch einen eingeschränkten Einblick in die spirituelle Welt G – ttes. Verstehen oder sehen werde ich weder G – tt noch die Welten; lediglich meine Seele erhält ihren Bedarf an spiritueller Nahrung.

In der jüdischen Mystik ist die Welterschaffung durch G – tt ein wesentlicher Faktor. Wie wurde unser Universum von G – tt erschaffen und die mittelalterlichen Kabbalisten entwarfen aufgrund ihrer Beschreibungen ein regelrechtes Heer der symbolischen Sprache. Eine Symbolik, welche uns den unendlichen unsichtbaren G – tt nahebringt. Anhand dieser Symbolik kann sich unser menschlicher Verstand eine Welterschaffung aus dem absoluten Nichts vorstellen. "Am Anfang war nur G – tt allein" – wie bittschön sollten wir uns das ohne Symbolsprache vorstellen ? Dass da ein großes schwarzes Loch existierte, in dem G – tt herumschwebte und sich eben mal so entschloss, etwas zu erschaffen.

Aber nicht nur die späteren Kabbalisten entwickelten eine Symbolsprache. Schauen wir nur in die Prophezeigungen des Yechezkel (Jezekiel), dann werden wir von Beginn an mit Symbolen überhäuft. Engel und unterschiedliche Staturen G – ttes. Zwischen dem eigentlichen Text und der Interpretation liegen Welten und wer die Symbolik nie zu deuten gelernt hat, geht in seinen eigenen Phantasien unter.


Blick auf die Berge von Meron. Unterhalb befindet sich der berühmte Friedhof von Zfat in Nordisrael. Auf diesem Friedhof sind zahlreiche mittelalterliche Kabbalisten beerdigt. 

Copyright / Photo: Miriam Woelke


Die Frage ist, ob wir unbedingt spirituell abtauchen müssen, um die verborgene Welt um uns herum zu erfahren. Meiner Meinung nach nicht und fast immer sind wir eh in unserer Alltagsrealität gefangen. Was sollen wir da nebenbei noch mit der verborgenen Welt ?

Mein Vorschlag wäre, dass jeder seine Augen öffne und allein seine Umwelt und vor allem sich selbst viel intensiver wahrnimmt und nicht einfach nur beduselt, genervt oder gestresst durchs Leben hastet. Was nützt es mir, wenn ich die verborgene Welt suche, doch meine eigene Realität noch gar nicht kenne ?


Links:





Schon lange nichts Neues mehr verfasst, doch auch das wird sich demnächst ändern ! Wer aber ein paar Hintergrundinfos sucht, der ist HIER richtig:

Dienstag, Mai 29, 2012

Dürfen ungestempelte Briefmarken wiederverwertet werden ?

B"H

Dürfen ungestempelte Briefmarken wiederverwertet werden ?  
 
Ab und zu kommt es schon vor, dass ein Brief eintrifft und die Post vergaß doch glatt, die Briefmarke zu stempeln. Vor vielen Jahren als ich noch richtige Briefe verschickte, freute ich mich, wenn da eine ungestempelte Marke kam, die ich ausschnitt und auf meinen nächsten Brief klebte. Die Frage aber ist, ob dies im Judentum erlaubt ist. 

Erst jetzt fand ich heraus, dass die private Wiederverwertung solcher von der Post übersehener Marken verboten ist. Die jüdische Halacha betrachtet ein derartiges Handeln als DIEBSTAHL, denn zahlte doch der ursprüngliche Absender des Briefes die Post für ihre Dienste. Die Post jedoch übersah, aus welchen Gründen auch immer, den Brief und vergaß diesen abzustempeln. Trotzdem lieferte sie den Service und somit verwirkt die Briefmarke ihre einmalige Gültigkeit. 

Wenn also bei Euch ein Brief mit einer ungestempelten Briefmarke eingeht, so könnt Ihr diese nicht wiederverwenden.

Feiertagspause im Judentum




Das Äußere einer sephardischen Synagoge im Jerusalemer Stadtteil Nachlaot. 

Photo: Miriam Woelke 
B"H 

In Israel ging Schavuot am Sonntag abend zuende, in der Diaspora gestern (Montag) abend. Wem die ganzen Feiertage "langweilig" bzw. "zu viel" wurden, dem sei gesagt: "Bis zum Rosh Hashana (jüd. Neujahrsfest) Mitte September finden kaum weitere Feiertage statt !" 

Am Samstag abend als der Schabbat zuende ging und umgehend Schavuot begann, beteten Juden die längste Havdalah (Gebet nach dem Schabbat und die Segnung der neuen Woche) des Jahres. Zuerst wurde der Schabbat verabschiedet und gleich darauf erfolgte der Kiddusch (Segnung des Weines) für den Schavuot – Feiertag. 

Seit weit mehr als einem Jahr war ich wieder einmal bei einem Schabbatessen bei Rabbi Mordechai Machlis. Ich weiss, dass andere Blogs die Machlis - Familie als diejenigen anpreisen, welche auch Nichtjuden am Schabbat aufnehmen. Allerdings hören sich derlei Ankündigungen wie ein Touristenreport an, der da ganze Reisegruppen zu den Machlises schicken will. Immerhin sei erwähnt, dass zu viele Nichtjuden mit ihren Kameras nicht unbedingt willkommen sind. Ein jüdischer Schabbat ist keine Ausstellung des Judentums und wer die Machlis – Familie eben mal so als Ausflugsziel ankündigt, der übersieht anscheinend die anwesenden jüdischen Gäste, die einen jüdischen Schabbat feiern suchen und nicht unbedingt einen Tischnachbarn wollen, der ein fettes Kreuz als Halskette trägt. 

Insgesamt bin ich froh, wieder in Jerusalem zu sein. Da ich in der glücklichen Lage bin, mir meine Arbeitszeiten selbst einteilen zu können, finde ich auch endlich wieder Zeit, an relig. Unterrichten (Schiurim) teilzunehmen. Außerdem war ich froh, endlich einmal viele Freunde wiederzusehen, die ich wegen des Zeitmangels solange nicht sehen konnte.

Donnerstag, Mai 24, 2012

Kein Friedhof, sondern Käse aus Zfat / Nordisrael

B"H

An diesem Nachmittag machte ich mich auf den Weg zum berühmten Friedhof in Zfat. Zu den Gräbern vieler mittelalterlicher Kabbalisten sowie weiterer berühmter Rabbis. Die Sonne brannte vom Himmel und es so richtig heiss.

Als ich meinen Weg durch die Gassen der Altstadt suchte, stand ich plötzlich vor der Niederlassung einer der beiden lokalen Käseproduzenten namens "Kadosh Cheese". Die Tür stand weit offen und ich erwartete einen Laden vorzufinden. Stattdessen stand ich in einer Küche mit einem großen Holztisch in der Mitte. Bei Kadosh lud man die Kundschaft zum Sitzen, Kaffeetrinken und Käseprobieren ein. Alle Anwesenden wurden mit hausgemachtem Käse vollgestopft und natürlich wurde viel gekauft. 

Käse, Käsekuchen, Eiscreme und sämtliche Milchprodukte sind ein wichtiger Brauch am Samstag abend beginnenden Schavuot. SCHAVUOT der Feiertag des Milchprodukte. Für den Grund dafür gibt es allerlei unterschiedliche Kommentare. Einer davon lautet, dass als die Juden am Berg Sinai von G – tt die Thora erhielten, sie danach erst Schächtmesser herstellen mussten. Die Thora schrieb das Schächten koscherer Tiere bevor, bevor das Fleisch verzehrt werden durfte. Wie sollte das genau geschehen und welche Instrumente (z.B. Messer) waren dafür nötig ? All das bedurfte einer gewissen Vorbereitung und Herstellung und bis dahin beschränkten sich die Juden darauf, Milchprodukte zu essen. Indem wir ebenso an Schavuot Milchprodukte essen, erinnern wir an die Vergabe der Thora. Wer dieser Tage auf israelische Märkte geht, der sieht lange Schlangen vor Käseständen. Käse, Käsekuchen, Yoghurts … all das findet reissenden Absatz. 

Nachdem ich bei Kadosh war, bin ich bestens mit frischem Käse versorgt. Danach strich ich meinen Friedhofsbesuch, denn ich musste zu meiner Unterkunft, um den Käse in den Kühlschrank zu packen. Klar, dass ich auch etwas probierte, aber für Schavuot in Jerusalem bleibt immer noch genug übrig.

Morgen früh kehre ich aus Zfat nach Jerusalem zurück und ich hoffe nur, dass mit dem Käsetransport alles klargeht und nicht rumschmiert. Nach Schavuot am Sonntag abend, beginnt eine ereignisreiche Woche. Am Montag muss ich wegen meines kaputten Meniskus in eine Klinik und gleich darauf beginnt mein Umzug in die neue Wohnung in Jerusalem. 

Allen Leser wünsche ich jetzt schon einmal ein tolles Schavuot, Chag Sameach, einen schönen Feiertag & Schabbat Schalom !



Ein Camembert



Cremiger Ziegenkäse



Photos: Miriam Woelke

Grundfragen zur Kabbalah

B"H 

Verfasst von Rabbi Yerachmiel Tilles, einer der Gründer des Chabad – Hostels ASCENT in Zfat (Safed) / Nordisrael 

Frage: Wer hat die Kabbalah gegründet ? 

Antwort: 1. Die geheimen mystischen Lehren der Kabbalah gingen zusammen mit der Thora an Moshe. Dies geschah durch G – tt am Berg Sinai. 2. Außerdem kannte schon Adam HaRishon die geheimen Lehren der Welterschaffung. 

Frage: Warum ist das Buch ZOHAR bis heute umstritten ? 

Antwort: Weil die verschiedensten Manuskripte, die im ZOHAR zusammengefasst sind, für Jahrhunderte verborgen blieben. Akademiker akzeptieren nicht immer die Herkunft der unterschiedlichen Manuskripte, doch diejenigen, die den ZOHAR lernen, werden schnell eines Besseren belehrt. 

Frage: Die nichtjüdische Sängerin Madonna lernt Kabbalah. Besteht durch sie ein neuer Trend zur Kabbalah ? 

Antwort: Die Kabbalah ist bereits sehr alt und eine heilige jüdische Tradition der mystischen Seite der Thora. Die Kabbalah allein ist keine Religion und man kann auch nicht allein zu ihr konvertieren. Die Kabbalah ist ein inseparabler Teil des Judentums und Madonna, diverse Journalisten und anderweitige Scharlatane ziehen die Kabbalah mit ihren seltsamen Ideen und Einbringseln in eine Kultrichtung. Mir ist nicht ganz klar, ob das amüsant erscheint oder einfach nur traurig ist. 

Frage: Warum muss derjenige, der Kabbalah lernt, die jüdischen Gesetze lernen sowie die Gebote einhalten ? 

Antwort: Die Kabbalah ist sehr spirituell und basiert keineswegs auf intellektuellen Studien. Wer kein Jude ist, die Thora nicht einhält und sich säkuler gibt, der wird die Kabbalah nur sehr eingeschränkt verstehen. 

Frage: Reicht es im Judentum aus, nur die Kabbalah zu lernen ? 

Antwort: Ohne den nötigen Background, sprich Thora, Talmud und Gesetze, wird der Lernende kaum die Kabbalah begreifen können. 

Frage: Worin besteht die Verbindung zwischen der Kabbalah, dem Buch ZOHAR und dem Talmud ? 

Antwort: Der Talmud umfasst die jüdischen Gesetze bzw. mündliche Überlieferung, welche G – tt am Berg Sinai an Moshe weitergab. Es gab nicht nur die berühmte schriftliche Überlieferung, die Thora, sondern genau so die mündliche Überlieferung, welche in der Mischna, in einem Teil des Talmud, festgehalten ist. Das kabbalistische Buch ZOHAR ist der Basistext der jüdischen Kabbalah. Noch bevor der Talmud niedergeschrieben wurde, gab es bereits den ZOHAR. Die Kabbalah ist die mystische Lehre und Tradition der Thora und der Juden. 

Frage: Kann die Kabbalah die Zukunft eines einzelnen Menschen vorhersagen ? 

Antwort: Im Judentum ist es verboten, Techniken der Zukunftsprophezeihung anzuwenden. Was ein Jude dennoch tun kann ist, sich einem erfahrenen und sehr gebildeten Rabbiner anzuvertrauen und bezüglich der Zukunft dessen Rat einzuholen. 

Frage: Ist die Kabbalah Magie ? 

Antwort: Nein, die Kabbalah ist die mystische Seite der Thora und keine Magie. 

Frage: Gibt es Zufälle im Leben ? 

Antwort: Kabbalisten und Chassidim schliessen jegliche Zufälle im Leben aus. G – tt ist für das gesamte Geschehen in unserem Universum verantwortlich und kontrolliert demnach auch jeden Schritt in unserem Leben. Wen wir treffen, was uns wiederfährt sowie unsere gesamte Existenz.

Die haredische Welt an Schavuot und Parashat BaMidbar

B"H


Das haredische (ultra - orthodoxe) Wochenmagazin "MISHPACHA - FAMILIE" erscheint auch in englischer Sprache. Die aktuelle Ausgabe geht vielerlei Themen an. Besonders das am Samstag abend beginnende SCHAVUOT". Es gibt viele Rezepte zum Fest. Ausserdem wird von der deutschen Konvertitin zum Judentum, Chaya Nechama, berichtet. 


Ferner geht es um die Zukunft der chassidischen Gruppe VISHNITZ in Bnei Brak (bei Tel Aviv). Die Vishnitzer dort sind in zwei Gruppen gespalten, da sich zwei Brüder, die beide Rebben sein wollen, zerstritten haben. Seit dem Tod ihres Vater vor ein paar Wochen macht Vishnitz jedoch auf Einigkeit und die Brüder wollen Frieden geschlossen haben. 

Photos: Miriam Woelke

Die innere Bedeutung von Schavuot (Vergabe der Thora an die Juden)


B"H

Samstag abend, mit dem Schabbatausklang, beginnt Schavuot, welches wir in Israel nur einen Tag lang feiern (bis Sonntag abend). Im Ausland dagegen werden zwei Tage eingehalten.

Wortdefinition: SCHAVUOT bedeutet übersetzt WOCHEN !

Am 6. des jüdischen Monats Sivan erhielten die Israeliten am Berg Sinai von G - tt die Thora. In der Thora werden wir von G - tt mehrere Male darauf hingewiesen, dass sie für alle Ewigkeiten gültig sein und durch nichts anderes ersetzt werden wird. Für G - tt und die Thora existiert keine Zeit (siehe das chassidische Buch "Bnei Yissachar"). Beide sind zeitlos und unabhänging von ihr, im Gegensatz zu uns. Nach dem Vorfall mit Eva und Adam im Paradies (Gan Eden) änderte G - tt den menschlichen DNA und machte uns zeitabhängig und somit sterblich. 

Was ist aber heute mit uns, die nicht beim Empfang der Thora am Berg Sinai live dabei waren ? Wie verhalten wir uns an jenem Feiertag ? 

Zuerst einmal gibt es im Judentum das Konzept, dass alle jüdischen Seelen, die jemals erschaffen wurden und in Zukunft erschaffen werden, am Berg Sinai anwesend waren. Wir alle haben dort die Thora empfangen, auch die Konvertiten zum Judentum. Bevor die Thora an das jüdische Volk gegeben wurde, fragte G - tt alle anderen Völker, ob sie nicht die Thora haben wollen, doch die Völker lehnten ab, denn lt. Thora ist es verboten zu morden, zu stehlen, die Ehe zu brechen etc. Jene Angewohnheiten wollten die Völker nicht aufgeben (siehe Midrasch). Einzig und allein die Juden (Israeliten) sagten: "Na'aseh ve Nishma - Wir werden tun und hören". Die Juden waren von Anfang an bereit, die Thora einzuhalten ohne die genauen Bedingungen zu kennen (Midrasch). 

Der Vilna Gaon kommentiert, dass G - tt nur die Oberhäupter der anderen Völker befragte und diese ablehnten. Innerhalb der Völker gab es dennoch einfache Leute, welche die Thora gerne empfangen haetten. Laut dem Vilna Gaon sind diese Seelen die heutigen Konvertiten zum Judentum. 

Wie bereiten wir uns am besten auf Shavuot vor ? 

Zuerst einmal sollten wir die Thora verinnerlichen und nicht davon ausgehen, dass es sich um irgendein Buch aus der Antike handelt, welches mir heutzutage nichts mehr zu sagen hat. Rabbi Me'ir Weiner sagte bei einem Schiur (relig. Vortrag), dass jeder einzelne die Thora so sehen muß als ob sie zu ihm spreche. Nur zu ihm selbst. Diese Auffassung macht es uns vielleicht leichter die Bedeutung des Shavuot in unserer Zeit zu verstehen. Jeder sollte sich spirituell auf Schavuot vorbereiten, denn es handelt sich um einen Feiertag, an dem wir sehr hohe spirituelle Level erreichen können. Weiterhin stellt Schavuot einen Chizuk, eine seelische Stärkung, für alle Generationen dar (siehe "Kuntres Dibrot Kodesh" der chassidischen Gruppe Toldot Avraham Yitzchak). 

Für alle nachfolgenden Generationen (nach Moshe) besteht auf alle Ewigkeiten die Mitzwa des Thorastudiums (Bnei Yissachar). Im Judentum haben wir unterschiedliche Konzepte darüber, wie wir die Thora lernen. Angefangen vom Peschat, welches ein "oberflächliches" Lernen ohne tiefere Ergründung darstellt. Aber die Thora ist viel mehr als wir aus dem eigentlichen Text herauslesen. Unsere Aufgabe ist die tiefe Ergründung der Thora einschließlich ihrer Halachot (halachische Gesetze). 

Während des Morgengebetes (Schacharit) an Schavuot (Montag früh) werden drei zusätzliche Lesungen eingefügt: Die Zehn Gebote, die wir stehend hören, das berühmte Gebet AKDAMOT von Rabbi Meir ben Yitzchak (11. Jahrh.) und die Megillat Ruth, das Buch Ruth. 

Bei "Akdamot" handelt es sich um eine liturgische Poesie, die uns von G - ttes Erschaffung der Erde bis hin zur kommenden Welt (Olam HaBah) führt. Die Verse sind alphabetisch geordnet (nach dem hebräischen Alphabet) und geantwortet wird nach dem Satz mit dem Wort TA תא, welches aus den Buchstaben Tav ת und Aleph א besteht. Aleph א ist der erste und das Tav ת der letzte Buchstabe des hebräischen Alphabetes. Das Wort TA תא beinhaltet demnach die gesamte Thora mit all ihren Buchstaben und zeigt uns auf, dass das Thorastudium unendlich ist. 

Sephardische Gemeinden lesen kein AKDAMOT, sondern anderweitige poetische Verse ! 

Das Buch Ruth wurde vom Propheten Samuel verfaßt (Talmud Bava Batra 14b sowie der Kommentator Raschi). Warum lesen wir ausgerechnet das Buch Ruth (Megillat Ruth) an Schavuot ? 

Ruth war eine Vorfahrin König Davids und dieser wurde an Schavuot geboren und er verstarb an Schavuot. Es heißt, dass nur Zaddikim (Gerechte) an ihrem Geburtstag sterben. 

Da wir mit Ruth eine der wichtigsten Konvertitinen zum Judentum haben, ist Schavuot gleichzeitig ein Tag der Konvertiten. Zeit seines Lebens wurde König David von vielen Leuten ausgelacht und verspottet, war er doch ein Nachfahre einer Moabiterin und keiner geborenen Jüdin.

Wir erinnern uns: Die Moabiter und die Ammoniter (heute Jordanien) gehen aus der fatalen Beziehung mit Lot und seinen beiden Töchtern hervor. Vor der Zerstörung Sodom und Gomorrhas flüchtete Lot mit seinen Töchtern, Lot betrank sich und hatte ein Verhältnis mit beiden Töchtern. Jede von ihnen bekam einen Sohn, von denen der eine Ammon und der andere Moav hieß.

Unserer mündlichen Gesetzesüberlieferung (der Mischna im Talmud – mündliche Gesetzesüberlieferung G- ttes an Moshe am Berg Sinai) zufolge, dürfen Juden keine männlichen Nachfahren der Ammoniter bzw. der Moabiter heiraten. Weibliche Nachfahren dagegen sind erlaubt (Talmud Yevamot 76b). Demzufolge gab es für die Juden keinen Grund König David als Bastard zu bezeichnen, denn für seinen Vorfahren Boaz war es gesetzlich in Ordnung, Ruth zu ehelichen. Dennoch litt König David Zeit seines Lebens unter dem Spott "kein richtiger Jude zu sein" und würde er heutzutage zum Rabbanut (Oberrabbinat) gehen, könnte es ihm durchaus passieren, hinausgeschmissen zu werden. 

Aber eben aus jeder Beziehung von Ruth der Moabiterin und Boaz sehen wir, dass beide die Vorfahren des Meshiach sind. Hätten wir nicht eher angenommen, dass der Meshiach aus einer perfekten Verbindung kommen sollte ? Vielleicht ist es notwendig, dass auch ein Meshiach einige Leichen im Keller haben sollte, was ihn nur allzu menschlich macht. 

Aber nicht nur König David starb an Schavuot, sondern auch der Begründer des Chassidismus, der große Baal Shem Tov. Dieser starb in der Nacht an Schavuot und viele chassidische Gemeinden feiern seine Yahrzeit (Todestag) mit speziellen Events. In der Chassidut überhaupt wird in der Nacht an Schavuot sehr großer Wert auf Tikkunim gelegt, Gebete, mit denen wir unsere Seelen (Neschamot) auf höhere Level bringen. 

Weltweit werden Tausende von Juden die Nacht durchlernen. Vor allem in Jerusalem ist es ein beliebter Brauch, von Vortrag zu Vortrag zu gehen. Fast alle Synagogen oder relig. Programme bieten Vorträge aller Art an. Überwiegend mit dem Thema des Empfangs der Thora am Sinai und dessen heutige Bedeutung. 

Seitenweise veröffentlichen die Tageszeitungen Listen mit Adressen, bei denen man lernen kann. Die Vorträge sind kostenlos und es werden Erfrischungen gereicht. Morgens gegen 4.00 Uhr machen sich die meisten Jerusalemer auf den Weg zur Klagemauer (Kotel). Es ist jedes Jahr ein herrliches Schauspiel wenn mitten im Morgengebet die glutrote Sonne über dem Tempelberg aufgeht. 

Vorab schon einmal: Chag Sameach - einen schönen Feiertag !!!!

Martin Luther und die Juden

B"H

Dagobert D. Runes beschreibt in seinem Buch "The War against the Jews – Der Krieg gegen die Juden" eine der Hauptthese des Martin Luther. 

Zur Erinnerungen, Luther war einer der größten Antisemiten seiner Zeit.

In seinem Pamphlet "Von den Juden und ihren Lügen", schreibt Luther, dass die Juden nicht in einem Satz mit den Anhängern des Papstes oder selbst Moslems erwähnt werden sollen, denn Juden seien vom Teufel erschaffen worden (siehe hierzu auch Johannes 8:44).

Mit derlei antisemitischen Thesen war Luther einer der Wegbereiter, die einen Adolf Hitler erst möglich machten.

Links:


Der Teufel und die Juden

Mittwoch, Mai 23, 2012

Das mittelalterliche Zfat (Safed)

B"H

Wie lebten einst die großen mittelalterlichen Kabbalisten wie Rabbi Yitzchak Luria, Rabbi Moshe Cordovero, Rabbi Moshe Alshich ? Mehrere Male wurde deren Wohnort, die nordisraelische Stadt Zfat, durch Erdbeben zerstört. Ein kleiner Part des mittelalterlichen Zfat existiert noch immer. Hier ein paar Photos, die einen kleinen Eindruck in das Leben von damals geben:












Mittelalterliche Ruinen und die heutigen Reisebusse voller Touristen (siehe rechts oben im Bild)

Photos: Miriam Woelke

Zfat (Safed) by Night

B"H

ZFAT (SAFED) - die einstige so wichtige Stadt der Kabbalah. Im Mittelalter des 16. Jahrhunderts erlebte die kleine Stadt in Galiläa ihre Blütezeit. Rabbi Joseph Karo (Autor des SCHULCHAN ARUCH), Rabbi Shlomo HaLevi Alkabetz (Komponierte den Schabbat Song LECHA DODI), Rabbi Moshe Cordovero (verfasste Kommentar zum kabbalistischen ZOHAR), Rabbi Yitzchak Luria oder Rabbi Moshe Alshich lebten in der Stadt und sind in Zfat begraben. Morgen werde ich auf den berühmten Friedhof der Stadt gehen und ein paar weitere Photos machen. Bis Freitag früh bin ich noch in der Stadt, in der es gerade dunkel wurde. Mit Freunden aus Zfat war ich Essen und machte auf dem Heimweg zur Unterkunft die folgenden Photos:






Rechts im Hintergrund: Blick auf die Berge von Meron. In Meron liegt der talmudische Rabbi Schimon bar Yochai begraben, der ebenso als Autor des ZOHAR gilt.



Die kleine Einkaufsstraße Rehov Yerushalayim (Jerusalem Street)



Das Chabad (Lubawitsch) Center in Rehov Yerushalayim. Zfat ist voller Mitglieder unterschiedlicher chassidischer Gruppen, wobei die Lubawitscher Chassidim wohl in der Mehrheit sein dürften. Chabad in Zfat ist bekannt dafür, dass die Mehrheit der Mitglieder den letzten Lubawitscher Rebben als den Meschiach betrachtet. Die Zfat – Meschichisten gelten als fanatisch und einmal fuhren einige von ihnen nach Crown Heights (New York) zum Haus des verstorbenen Rebbe Menachem Mendel Schneerson und prügelten auf all jene Chabadnikkim ein, die sich ihnen in den Weg stellten und keine Meschichisten waren. Ein trauriger Part in der Chabad – Historie.

Photo: Miriam Woelke

Dienstag, Mai 22, 2012

Rosh Chodesh SIVAN - Beginn des jüdischen Monat SIVAN

Photo: Chabad.org
B"H

Heute begann der neue jüdische Monat SIVAN (Rosh Chodesh Sivan).
Jeder neue jüdische Monat steht gleichzeitig auch für einen Neubeginn in unserem Leben. Jeden Monat, ja, sogar täglich, haben wir die Möglichkeit, unser Leben zum Positiven zu verändern. Vor allem der Sivan repräsentiert einen Neubeginn, bekamen wir doch in dem Monat die Thora am Berg Sinai. Die Israeliten erhielten die Thora am Schabbat (Talmud Schabbat 88) und begannen somit ihr Leben völlig neu. 

Das kabbalistische Buch "Sefer Yetzirah" (The Book of Creation) lehrt, dass jeder jüdische Monat einen Buchstaben, ein menschliches Organ, ein Sternzeichen, einen israelitischen Stamm und einen Sinn repräsentiert. 

Der Buchstabe des Sivan ist das Zain ז. Im Hebräischen steht jeder Buchstabe gleichzeitig auch für eine Zahl und Zain steht für die Zahl 7. Im Judentum bedeutet die Sieben immer eine Vollständigkeit. Heißt, etwas ist vollkommen. G - tt erschuf die Welt in sechs Tagen und am siebten Tage ruhte Er. Die Erschaffung war demnach am siebten Tage komplett. Die Sieben des Buchstaben Zain drückt die Vollständigkeit aus, denn die Juden waren 49 Tage nach dem Auszug aus Ägypten würdig, die Thora zu erhalten. Genauso wie der Erschaffungsprozeß komplett war, so waren dies die Juden mit dem Erhalt der Thora. 

Der israelitische Stamm des Sivan ist der Stamm Zevulon. Die Mitglieder Zevulons waren erfolgreiche Geschäftsleute und mit ihrem erwirtschafteten Gewinn versorgten sie den Stamm Yissachar. Zwischen beiden Stämmen bestand diese besondere Verbindung: Yissachar lernt Thora und Zevulon kümmert sich um die Geschäfte und versorgt finanziell Yissachar. 

Auch heute finden wir genügend Beispiele für solch ein Vorgehen. Wenn ein Geschäftsmann nicht viel Zeit zum Thoralernen aufbringen kann, er jedoch Geld an religiöse Lehrinstitute (u.a. Yeshivot) spendet, dann wird ihm das genauso angerechnet als habe er selbst Thora gelernt. 

Das menschliche Organ des Sivan ist der linke Fuß und der Sinn ist das Gehen. Das Gehen drückt Fortschritt und Dynamik aus. Wir bewegen uns in eine andere Richtung fort, nämlich in die der Thora. Das Sternzeichen sind die Zwillinge, die wiederum symbolisch für Moshe und Aharon stehen. 

Der Feiertag des Sivan ist natürlich Schavuot (das Wochenfest). Schavuot begehen wir am 6. Sivan, welcher in diesem Jahr auf den Abend des 26. Mai bzw. Sonntag, den 27. Mai fällt. Am Samstag abend (26. Mai) beginnt Schavuot und nach dem abendlichen Festessen ist es Tradition, die ganze Nacht durchzulernen. Wer sich in Jerusalem befindet, der besucht am frühen Morgen (ca.4 oder 5 Uhr) die Kotel (Klagemauer) zum Morgengebet Schacharit. Tausende Juden werden durchlernen und in Israel, besonders in Jerusalem, werden kostenlose Programme angeboten. 

Wer als Tourist in Israel weilt, der sollte wissen, dass der kommende Sonntag ein Feiertag ist und dementsprechend keine Busse fahren und die Shops dicht sind. Das "normale" Leben beginnt erst wieder am Sonntag abend bzw. Montag ! 

Chodesh Tov - Eine guten, erfolgreichen und gesunden Monat Sivan !!!!

Am Grab des RAMBAM (Maimonides) in Tiberias


Ein Wahrzeichen, was man von Weitem erkennt: Das Gebilde am Grab des RAMBAM (Maimonides) in der Innenstadt von Tiberias in Nordisrael.



Unter dem Monument befindet sich das Grab des RAMBAM (Rabbi Moshe ben Maimon, 1135 - 1204).





Nicht direkt am Grab, doch an einer Hauswand in Tiberias: Ein Portrait des RAMBAM.

Photos: Miriam Woelke

HIER gibt es weitere Photos !


Warum der RAMBAM in Tiberias begraben liegt 

http://hamantaschen.blogspot.com/2010/11/warum-der-rambam-in-tiberias-begraben.html

Schavuot ist JETZT

B"H 

Am Samstag abend, gleich nachdem der Schabbat endet, beginnt der jüdische Feiertag SCHAVUOT (das Wochenfest). SCHAVUOT bedeutet übersetzt WOCHEN. Warum Wochen ? 

Mit dem Pessachfest vor fast sieben Wochen begann die Phase der OMER – Zählung, welche an Schavuot ihr Ende erreicht. Am Feiertag sind die sieben Wochen der Zählung komplett. 

Nur nebenbei erwähnt: Im Judentum hat fast alles eine Bedeutung und so auch die Zahl 7. Diese nämlich steht immer für etwas Ganzes, etwas Komplettes. Etwas ist fertig. Voll und ganz erschaffen, wie wir an den Tagen der Welterschaffung sehen und als G – tt am siebten Tage ruhte. Er hatte Sein Werk vollbracht und die Erschaffung war komplett. 

Ebenso steht an Schavuot die sieben (die sieben Wochen zwischen Pessach und Schavuot) für die Vollkommenheit einer Sache. Weiterhin bedeutet SCHAVUOT übersetzt auch EIDE (SCHWÜRE). Die Juden schworen den Eid, ein Leben nach der Thora zu führen. Wer sich mit dem Talmud etwas auskennt, der weiss, dass es einen Traktat gibt, der SCHAVUOT heisst. Dieser handelt nicht vom Feiertag, sondern von unterschiedlichen Eiden im Namen G – ttes. 

Vor mehr als 3300 Jahren erhielten die Juden am Berg Sinai von G – tt die Thora. Dies wird an Schavuot gefeiert, aber der Feiertag ist kein Jahrestag dieses Events. Vielmehr sollten Juden an jedem Schavuot die Thora wieder neu empfangen. Berg Sinai war kein einmaliges Event, sondern ein jeder von uns muss die Thora immer wieder neu für sich akzeptieren. Die Thora sowie der Talmud Traktat Sotah 9 ff. lehren, wie sich die Juden in der Wüste auf die Vergabe der Thora vorbereiteten. Nicht nur körperlich mir besonderer Reinheit, sondern genau so spirituell. 

Die Frage ist: Wie bereiten wir uns in dieser Woche auf das anstehende Schavuot vor ? Ich bin ein paar Tage ins einst kabbalistische Zfat in Nordisrael gefahren. Nicht wegen Schavuot, sondern weil ich gerade Zeit habe, bevor ich wieder mit anderen Dingen ausgebucht bin. Bedeutet die Fahrt nach Zfat und meine Unterkunft in einem relig. Hostel eine perfekte Vorbereitung auf Schavuot ? Nein, denn bisher habe ich noch gar nichts getan in puncto Schavuot. Ab morgen soll alles besser werden ! Jaja, ab morgen. Als ob wir das immer so einhalten. :-)

Andererseits, wie soll denn eine perfekte Vorbereitung aussehen ? Das muss jeder für sich entscheiden. Für mich sind die einmalige Landschaft Galiläas und ein Friedhofsbesuch am Grab des Kabbalisten Yitzchak Luria (1534 - 1572) äußerst positiv. Dazu vielleicht ein paar relig. Vorträge und das Wiedersehen mit Freunden in Zfat. Nur nicht zuviel vornehmen, denn Perfektion gibt es nicht. Wichtig ist, dass sich jeder einmal hinsetzt und sich ein paar Gedanken macht, was die Thora bzw. G – tt für ihn bedeutet. Juden sowie Nichtjuden, wobei Nichtjuden die "Sieben Noachidischen Gesetze" im Auge haben sollten.

Montag, Mai 21, 2012

Darf man gemäss der jüdischen Halacha ein Haustier einschläfern lassen ?

B"H 

Auf jeden Fall sollte vor der Einschläferung ein Rabbiner zu Rate gezogen werden, denn die Thora schreibt vor, dass Tiere nur zum Wohle der Menschheit getötet werden dürfen. Bedeutet, dass Menschen sich von den Tieren ernähren, um keinerlei Hunger zu erleiden. Andererseits darf ein Tier getötet werden, wenn dies zum seinem Besten erfolgt. Bedeutet: Einschläfern im Krankheitsfall. Trotzdem sollte ein Rabbiner befragt werden, der sich in halachischen Fragen auskennt. 

Einfach so aus Spass an der Freud Tiere jagen ist im Judentum verboten. 


Gesehen in Jerusalem

Photo: Miriam Woelke

Digitaluhr am Schabbat ?

Photo: Uhrforum.de

B"H 

Darf ein Jude am Schabbat eine Digitaluhr tragen ? 

Ja, aber die Knöpfe auf der Uhr sollte er am Schabbat nicht anfassen.

Mark Zuckerbergs Intermarriage

B"H

Wer es noch nicht mitbekam: Facebook – Gründer Mark Zuckerberg heiratete dieser Tage sein langjährige Freundin Priscilla Chan. Die traurige Bedeutung dieser Hochzeit liegt in der Tatsache, dass wieder einmal ein Jude eine Nichtjüdin ehelichte, denn Priscilla Chan ist Amerikanerin chinesischer Herkunft. 

Wieder einmal werden die Kinder aus einer solchen Ehe keine Juden mehr sein und eine weitere Generation geht dem Judentum völlig verloren. Zuckerberg ist kein Einzelfall, sondern eine weitere traurige Tatsache: Ein extrem hoher Anteil der Diaspora – Juden heiratet Nichtjuden. Ist in solchen Ehen die Frau keine Jüdin mehr, so werden die Kinder auch keine Juden mehr sein. Dagegen legen die jüngeren Juden Israels nach wie vor einen hohen Wert auf einen jüdischen Ehepartner. 

Mark Zuckerberg lieferte kein gutes Beispiel für die amerikanischen Juden ab und seine Nachfahren werden keine Juden mehr sein. Damit geht seine jüdische Erbschaftslinie mit ihm selbst dem Ende entgegen.

Links:


Rabbi Me'ir Lau: "Mischehen helfen Neonazis !"

Sonntag, Mai 20, 2012

Christliche Missionare auf dem Düsseldorfer ISRAELTAG

B"H

Neulich erreichte mich diese e - mail von Sarah Tessarek:

Hallo Miriam, du enttarnst ja öfter die skrupellosen Machenschaften christlicher Missionare in Israel, deswegen dachte ich, dass könnte dich vielleicht auch interessieren. Heute war in Düsseldorf der Israeltag, wo wir den 64. Geburtstag des Staates gefeiert haben. Doch selbst das hat die Missionare nicht interessiert, hingen sie doch genau vor der Hauptbühne eines ihrer Plakate ala "Jesus ist die Gnade für alle Sünder" auf.

Die Stimmung bei den Juden war natürlich sofort im Keller, auch die Sicherheitsbeamten waren mehr als nur verärgert. So etwas Unverschämtes habe ich schon lange nicht mehr erlebt. Zu unserem großen Glück kam dann jedoch die Polizei, die die Missionare des Platzes verwiesen hat. Ich war wirklich positiv überrascht. Die Missionare haben dann ihr Plakat ein Paar Meter weiter aufgehängt, aber zum Glück waren ihre kruden Thesen nicht mehr vom Verantstaltundsort zu sehen.

Die Missionare werden echt immer unverschämter!!! 

Es ist erschreckend, dass christliche Missionare dasselbe Spiel spielen wie in Israel. Zwar wird hierzulande sofort eingegriffen, sobald Missionare bei jüdischen Veranstaltungen auftauchen. Versuchen tun es die Missionare aber immer wieder. Penetrant und frech kommen sie mit ihren Phrasen daher und wollen doch tatsächlich mit lächerlichen Argumenten Juden missionieren.

Samstag, Mai 19, 2012

Judentum auf dem Jerusalemer Machane Yehudah Markt


Chabad Tefillin (Gebetsriemen) auf dem Machane Yehudah Market. Chabad (Lubawitsch) ist bekannt dafür Stände einzurichten, wo jeder jüdische Mann die Möglichkeit erhält Tefillin zu legen, wenn er dies daheim nicht gerade täglich tut. Der letzte Lubawitscher Rebbe Menachem Mendel Schneerson sah die Tefillin al seine wichtige Mitzwah (Thoragesetz) an und wollte die Ausführung jedem jüdischen Mann ermöglichen. Die Chabad – Frauen dagegen teilen meist freitags Schabbatkerzen an andere Frauen aus, denn das Zünden der Schabbatkerzen gilt den Frauen als Mitzwah.



Na Nach Breslover Chassid gibt ein "Konzert".



Chabad Meshichisten. Die chassidische Gruppe ist in zwei Lager gespalten: 1. Jene, die den letzten Rebben als Meschiach erwarten und 2. Jene, die nicht an dieser Erwartung festhalten.



Gestern am Eingang zum Machane Yehudah Market



Und nochmals: Chabad beim Anliegen der Gebetsriemen.

Photos: Miriam Woelke

Freitag, Mai 18, 2012

Schabbat im ultra - orthodoxen Mea Shearim (Jerusalem)


 Challot (Schabbatbrote) auf dem Machane Yehudah Market

Photo: Miriam Woelke
B"H

Nach mehr als einem Jahr nehme ich meine haredischen (ultra – orthodoxen) Aktivitäten wieder auf. Heute abend gleich richtig aktiv, denn ich bin bei chassidischen Freunden in einem Hinterhof im ultra – orthodoxen Stadtteil Mea Shearim eingeladen. Nach dem Schabbatmahl werde ich schauen, ob vielleicht einer der ansässigen chassidischen Rebben einen Tisch gibt. Bedeutet, mit seinen Chassidim in einer Synagoge sitzt, Melodien singt und einen Vortrag hält. 

Ausführliches dazu nach Schabbatende ! 

Bis dahin SCHABBAT SCHALOM an alle leser !

Donnerstag, Mai 17, 2012

Schabbat Schalom


Teilansicht des OLAM GERSHOM SHOLEM (Gershom Sholem Bibliothek) in der Jerusalemer Nationalbibliothek. In den Regalen auf dem Photo sehen wir die Ausgaben des kabbalistischen Buch ZOHAR sowie zahlreiche weitere kabbalistische Literatur.

Photo: Miriam Woelke
B"H 

Ab Sonntag wird es auf diesem Blog inhaltlich wie gewohnt weitergehen. Obwohl ich noch nicht ganz umgezogen bin, so werde ich immerhin in Jerusalem sein. 

Am 1. Juni beziehe ich meine neue Bleibe in Jerusalem und bis dahin werde ich einige Tage Urlaub in der nordisraelischen Stadt Zfat (Safed) machen. Einer Stadt, die im Mittelalter als DIE Hochburg der Kabbalah galt.

Mittwoch, Mai 16, 2012

Mitten im Paradies

B"H 

Sträflich vernachlässigt habe ich meine Blogs innerhalb der vergangenen Tage, doch ich befinde mich mitten im Umzug von Tel Aviv nach Jerusalem. Bis in die kommende Woche hinein werde ich noch in Tel Aviv arbeiten, danach das Schavuot (Wochenfest) in Jerusalem verbringen und danach ein paar Tage Urlaub im Norden des Landes schieben. Spätestens mit Beginn des Juni geht es auch auf diesem Blog wie gewohnt weiter. 

Als kleiner Ausgleich ein paar Bilder der paradiesischen Ecken Jerusalems:






Photos: Miriam Woelke