Donnerstag, November 13, 2008

Fanatische Christen wollen das Ruder übernehmen

B"H

Eine Bekannte, die sich mehr als ausgiebig mit dem Thema "Christliche Missionare in Israel" auseinandersetzt und derzeit diesbezüglich Teil eines themenspezifischen Projektes ist, berichtete mir gestern, dass diverse fanatische christliche Gruppierungen die israelische Regierung dahingehend bewegen zu wollen, Christen zur Aliyah anzuerkennen.

Wie das ?
Eine christliches "Birthright" soll gegründet werden oder ist schon gegründet worden. Anscheinend fühlen sich absurderweise viele Christen aus aller Welt als Teil der verlorengegangenen zehn israelitischen Stämme. Hierbei spielt es keine Rolle, ob der Betreffende über absolut keine Wurzeln zum Judentum verfügt - er muß halt nur das Gefühl haben, Teil der einstigen israelitischen Stämme zu sein. Eine Art Vision oder innere Eingebung aus dem Lala - Land der Schizophrenen. Und genau diese Leute wollen dann zur Aliyah berechtigt sein.
Kurz gesagt, jener könne theoretisch daherkommen und seine Phrasen dreschen.

Klingt wie aus einem übertriebenen Science Fiction ?
Tatsache ist, dass unsere derzeitige Regierung genauso wie der Likud mit Benjamin Netanyahu tief in der Schuldigkeit reicher christlicher Organisationen steht. Die Spender wollen sozusagen ihre Rechte einfordern. Dazu kommt, dass ebenso der neue Jerusalemer Bürgermeister Nir Barkat gerne die Hand aufhält, wenn die Christen nur mit Spenden daherkommen. Ein weiterer Fall ist der Oberrabbiner von Efrat, Rabbi Shlomo Riskin.
Man betitelt fanatische Christen als gute Freunde und ermöglicht ihnen bereitwillig Unterkünfte wie Riskin dies in Efrat wiederholt durchführte. Hauptsache man behauptet brav, ein "Abrahamischer Jude" oder ein "Ben Menasche" (die sogenannten indischen "Juden") zu sein und schon ist man bei Riskin dabei.

Innerhalb der nächsten Wochen wird die anti - missionarische Projektgruppe so einige akute Fälle zusammenstellen und ich werde weiterhin zum Thema berichten. Part dieses Projektes ist, unter anderem, die ehemalige Jerusalemer Stadträtin der nationalrelig. Partei MAVDAL, Mina Fenton. Und gerade Mina Fenton ist bekannt für ihren rigorosen Einsatz gegen christliche Missionare in Israel.


Vorab schon einmal zwei Site - Empfehlungen:

Esav Exposed

The Key to Redemption

Ziel dieser Fanatiker ist es, die Juden loszuwerden oder zum Christenzum zu missionieren. Wie bei den Nazis heisst der Hauptfeind: die JUDEN.

Nehmen wir einmal an, derlei Christen bilden sich ein, die "wahren" heutigen Juden zu sein, was ist dann eigentlich mit G - tt ?
Ich meine damit, dass ich genauso behaupten kann, ich sei Chinese, aber im Prinzip ist eindeutig, dass dem nicht so ist.
Vielleicht können Gruppen wie die Evangelisten etc. mit ihren Millionen von Dollars anderen die Hirne verdrehen; G - tt allerdings lässt sich nicht bluffen und ein richtiger Jude wird stets einer bleiben. Genauso wie ein richtiger Nichtjude stets einer bleiben wird (es sei denn, er konvertiert orthodox). Und für G - tt spielt es ebenso wenig eine Rolle, wer sich was in seinem Hirn zurechtlegt und welche Visionen denjenigen letztendlich plagen.

Kommentare:

  1. Wenns nicht so schlimm wäre, müsste man nur noch lachen. Die Vorstellung Christen die Aliyah zu erlauben, Gerim aber draußen zu lassen, amüsiert mich doch ein wenig.

    Yael

    AntwortenLöschen
  2. B"H

    Tja, Yael, heutzutage und bei unserer Regierung (aber auch bei Netanyahu vom LIKUD) haengt halt alles vom Geld ab. Kannste ein paar Mio Dollar locker machen, dann wird das Kind schon irgendwie geschaukelt werden.

    Uebrigens werde ich ueber die Plaene der Evangelisten etc. ausfuehrlich berichten und mit Links kennzeichnen. Genauso wie die Handlungen des Shlomo Riskin diesbezueglich.

    AntwortenLöschen
  3. Ich habe noch was für dich aus Deutschland. Ein Rabbiner, der in den USA seine Smicha bekommen hat und auf seiner Homepage folgendes loslässt:

    "Das Volk Israel hat seine Auserwählung zum Teil erfüllt – aus diesem Volk ist der Messias gekommen und durch ihn, Jeshua aus Nazareth, wurde das Wissen über den Gott Israels, die Thora und die Gabe der Erlösung und Versöhnung mit Gott in alle Welt verbreitet. Ich glaube jedoch, dass die Aufgabe des jüdischen Volkes damit noch nicht erfüllt war. Als Hüter der Thora sollten wir ihre Lehre weiter verbreiten – an alle Nationen und dem Beispiel, das Jeschua uns gezeigt hat, zu folgen. Ich glaube, dass das Judentum eine völlig falsche Wende angenommen hat. Das rabbinische Judentum ist eine sehr schöne und reiche Tradition, hat aber heute mit der Thora genau so wenig zu tun wie das Christentum mit der hebräischen Bibel.

    Ich glaube an den jüdischen Messias, Jeschua aus Nazareth, der den meisten als Jesus bekannt ist.

    Gott hat ihn auserwählt, jüdischer Messias zu sein, Hohepriester Gottes, der das endgültige Opfer für die Welt bringen und den Weg für die Versöhnung zwischen Gott und der Menschheit frei machen sollte. Ich glaube, dass Jeschua schon vor seiner Geburt für diese Mission ausgewählt wurde.

    Jeschua wurde von Gott zu seinem Sohn erklärt und zum König über das spirituelle Israel gesalbt, das in der ganzen Welt zerstreut ist.

    Das Volk Israel hatte die Möglichkeit ihn als Messias, den lange erwarteten König aus dem Haus David, anzuerkennen, seiner Lehre zu folgen und das Reich Gottes auf der Erde zu verbreiten.

    Ich glaube, dass Jeschua der von Gott gesalbte König ist, der zur Rechten Gottes sitzt, dessen Lehre wir folgen sollen und der wiederkommen wird, zu von Gott gegebener Zeit. Ich glaube, dass Jeshua von Nazareth zusammen mit dem Heiligen Geist in absoluter Einheit mit Gott weilt.

    http://www.judaic.de/Konfession.html

    Ich würde gern wissen, wer genau dahinter steckt.
    Vielleicht hast du mehr Infos oder kannst mehr herausbekommen.

    Schavua Tov

    Yael

    AntwortenLöschen
  4. B"H

    Hallo Yael,

    ich hatte Eure Diskussion auf HAGALIL zwar gesehen, doch nicht besonders mitverfolgt. Dafuer sind mir die Inhalte besagter Messianic - Site einfach zu daemlich.

    Ich bin auf den von Dir angegebenen Link gegangen und muss sagen, dass Bruederchen Baruch keinen blassen Schimmer hat, von was er spricht. In Bezug auf das Judentum jedenfalls.

    Bruder Baruch - der Name ist typisch fuer die heutigen christlichen Missionare. Es ist sogar ein "Rav Sha'ul" unterwegs und alle moeglichen Bekloppten halt. Danach kann man nicht gehen. Heutzutage setzt jeder Missionar eine Kipa auf und schwingt sich, wenn auch falsch, in einen Tallit.

    Bruederchen Baruch zitiert also Rabbi Nachman von Breslov und verdreht dabei saemtliche Inhalte.
    Ich habe nicht alles gelesen, sondern nur einiges ueberflogen, denn ich will nicht irgendwo in der Schizophrenie enden wie Baruch.

    Also, es wird angegeben, dass Rabbi Nachman sagte, dass was man tut, man tut und was man nicht will, braucht man halt nicht zu tun.

    Falsch !
    Es geht um das Religioeswerden (Teshuva) und Rabbi Nachman meinte, dass dies in Schritten geschehen sollte. Wenn ich mich heute noch nicht auf einem Level sehe, dies oder das zu tun, dann soll ich es vorerst lassen. Aber gleichzeitig sagen: "Okay, das ist die Mitzwah. Jetzt bin ich noch nicht auf dem Level, befinde mich jedoch auf dem Weg dorthin und werde es einmal ausfuehren !"

    Das ist damit gemeint.

    Unglaublich wie heutzutage manche Leute alles verdrehen.

    Auf die angegebene Smicha wuerde ich gar nichts geben und allgemein sollte man vor der Site warnen. Ein neuer Trick der Messianics und Bruder Baruch heisst vermutlich Bertram und hat vom Judentum noch nie etwas gehoert.

    AntwortenLöschen
  5. Danke für die Infos, ich habe das auch bei Hagalil gelesen und sofort war mit schlecht. Das schlimme daran ist, dass soviele Menschen auf diese Verdrehungen eingehen, reinfallen und meinen einen Rabbiner vor sich zu haben. Vor allem Nichtjuden, die dir dann auch noch erzählen wollen, was alles im orthodoxen Judentum falsch läuft.
    Manchmal kann man nur mit dem Kopf gegen die Wand rennen. Mich ödet das alles so an, dass ich deswegen keine Lust mehr habe, mich mit Nichtjuden, vor allem die ignoranten und Besserwisserischen, abzugeben.
    Hoffen wir, dass nicht auch noch Juden auf so jemanden reinfallen. Obwohl, bei dem Nichtwissen heute....

    Yael

    AntwortenLöschen
  6. B"H

    Ich habe die ganze Aufregung auf Hagalil nicht verstanden. Da schreibt ein offenbar nichtjuedischer Heini messianische Inhalte auf seiner Website und er bekommt solch eine Promotion. Derlei Sites sollte man gan einfach ignorieren und wer etwas Ahnung hat, der liest den Muell des Bruder Baruch nicht.

    Leider aber ist es so, dass gerade durch die Publicity auf Hagalil einige Leute drauf stossen und die Messianics spielen natuerlich auf Leute, die keine Ahnung haben. Wenn dann irgendwelche Quellen, wie Rabbi Nachman, zitiert werden, macht all das einen ganz offiziellen Eindruck. Wer weiss denn schon, dass die Quellen vollkommen falsch wiedergegeben wurden.

    Sich ganz von Nichtjuden fernhalten funktioniert auch nicht.:-)))
    Zwei Wochen war ich nicht mehr dort, doch diesen Schabbat werde ich einmal wieder anwesend sein. Bei Rabbi Machlis (der auf Fundraising in Toronto sein wird, doch ein Vertreter seinen Platz einnimmt).
    Und bei Rabbi Machlis nimmt die Zahl der Nichtjuden auch immer mehr zu, was nervt. Mir wurde berichtet, dass am letzten Erev Schabbat mehr "Goim" als Juden dort waren, was wiederum viele Juden abstoesst.

    Kol HaKavod an Rabbi Machlis alle Leute willkommen zu heissen, doch nervt es mich total, wenn dann da irgendein Christ mit einem Kreuz um den Hals beim Kiddusch sitzt. Soetwas stoesst ab; nicht nur mich, sondern die Beschwerden haeufen sich.

    Von daher zieht es uns immer mehr zu Plaetzen, an denen Nichtjuden keinen Zutritt haben wie Mea Shearim, Bnei Bak, etc.

    Man kann sich schon mit ihnen abgeben, aber in Massen und sollte daei nie seine eigene Identitaet aus den Augen verlieren.
    Aber ich gebe zu, es gibt Zeiten, an denen man einfach nur unter Juden sein will.

    AntwortenLöschen
  7. Anscheinend kennen den einige und er scheint tatsächlich auch Rabbiner zu sein, der sogar als Gemeinderabbiner gearbeitet hat. Oh je oh je.

    Sich von Nichtjuden fern halten bezieht sich bei mir eher auf das virtuelle, also nicht mehr so intensiv zu versuchen, Fragen zu beantworten, vor allem wenn man bemerkt, dass es eine ganz komische Richtung nimmt.
    Jemanden beim Kiddusch am Tisch zu haben, der ein Kreuz trägt, fände ich nicht besonders witzig (was denken sich eigentlich solche Menschen mit einem Kreuz bei Juden aufzutauchen?!). Ich kann diese Ignoranz nicht nachvollziehen. Mich stößt sowas auch ab. Ab und zu will man ja auch unter sich sein.

    Yael

    AntwortenLöschen
  8. B"H

    Seit mehr als einem Jahr kommen icht wenige deutsche christl. Volontaere eines christl. Hospizes in Jerusalem (einige leisten dort Zivildienst) zu den Machlises am Schabbat. Derzeit hat es etwas abgenommen, doch kamen manchmal 10 solcher deutscher Christen angerollt. Die maennlichen Anwesenden kamen ohne Kipa, pflanzten sich hin und wollten ihr Essen. Dazu nahm dann einer noch seine Photokamera heraus und als er sich unbeobachtet fuehlte, knipste er mit Blitz durch den Raum.

    Die Mehrheit der Nichtjuden nimmt absolut keine Ruecksicht auf jued. Schabbattraditionen, sondern poltert drauflos. Hauptsache das Essen kommt aufgefahren. Dies wiederum schreckt relig. Juden ab, zu den Machlises zu kommen.

    Was Bruder Baruch von sich gibt, nehme ich nicht ernst. Ich glaube kein Wort von dem, was er dort auf seiner Site verbreitet.

    Und zur Smicha:
    Ich hoerte, dass messianische Gemeinden ihre eigenen "Rabbiner" ernennen. Wahrscheinlich ist er eher in der Richtung taetig.

    AntwortenLöschen