Montag, Juli 11, 2011

Zur Welterschaffung



B”H

Die ersten Seiten der Thora beschreiben uns die Welterschaffung; danach folgt das Tierreich und letztendlich der Mensch. Viele jüdische Thorakommentatoren, der Talmud sowie der jüdische Philosoph Gershom Sholem sehen besonders in den ersten Erzählungen der Thora einen wahren Springbrunnen der Symbolik.

Hat das Paradies wirklich so materiell existiert oder repräsentiert der Raum lediglich einen höheren Seelenlevel ? Und falls ja, was ist dann mit der Sünde Adam und Evas ? Allein der Talmud weist uns darauf hin, dass es sich um keinen Apfel am Baum der Erkenntnis (Etz HaDa’at) handelte, sondern um eine ganz andere Frucht. Doch gab es den Baum tatsächlich oder weist uns die Symbolsprache auf ein ganz anderes Vergehen der ersten beiden Menschen hin ? Was genau waren der Baum der Erkenntnis und der Baum des Lebens (Etz Chaim) ? Die Antwortet lautet, dass es niemand mit Bestimmtheit sagen kann, doch wird auf Symbole spekuliert. Alles uneingeschränkt wörtlich zu nehmen, ist jedenfalls nicht angebracht, da allein das Wort BERESCHIT – AM ANFANG uns Verständnisprobleme bereitet und zu dem Wort unendlich viele Kommentare existieren.

Im Wesentlich müssen wir uns klarmachen, wie G – tt die Welt, das Universum, erschuf. Was ist mit Seinen Gedankengängen, welche wir nicht zu begreifen in der Lage sind. In der Kabbalah ist G – tt bekannt für Seine “Chochmah Eliyonah – Absolute Weisheit”. Ein Begriff, den wir Menschen nicht definieren können, denn wie sollte es uns gelingen, eine g – ttliche, absolut perfekte Weisheit in Worte zu fassen ? Doch sicherlich nur in unseren vermenschlichten Worten und somit in einem Verständnis unserer menschlichen Denkweise und Konzeption. G – tt aber besitzt eine wesentlich andere Denkweise als wir.

Die jüdische Kabbalah beschreibt die Entstehung jeglichen Seins in verschiedenen Schritten bzw. auf verschiedenen Ebenen. Zuerst fasst G – tt einen Plan, danach ordnete Er Seine Gedanken und danach began die Realisierung. Wobei Er das Universum aus dem Nichts und lediglich mit Gedankengängen erschuf. Allerdings war die Welt nicht perfekt, denn die Aufgabe des “letzten Schliffs” sollte der Mensch übernehmen, was jedoch bis heute etwas misslang.

G – tt fungiert also auf verschiedenen Ebenen und Leveln, wobei unsere materielle Welt den untersten Level darstellt. Über uns stehen die spirituellen Welten, in denen G – tt mit seinen Namen und Kräften agiert. In der höchsten der vier Welten herrscht G – tt allein. Um mit uns zu kommunizieren, muss G – tt sich auf wesentlich andere Level einlassen als er dies aus Seiner eigenen höchsten Form von Gedankenwelt gewohnt ist. Andernfalls wären Menschen nicht in der Lage, Ihn wahrzunehmen. Wie soll ein sterbliches Wesen (in dem Fall der MENSCH) mit einem unsterblichen, perfekten, unendlichen Wesen (G – tt) sonst eine Verbindung aufnehmen ? Wir verstehen alles mit dem uns imprägnierten menschlichen Verstand, sind aber gleichzieitg nicht in der Lage, die drei oberen spirituellen Welten G – ttes zu erfassen. Bereits der Talmud Traktat Chagigah 16 weist uns darauf hin, dass nicht alles hinterfragt werden darf, denn eine Antwort darauf finden wir Menschen eh nicht. “Was war vor der Welterschaffung” und “Wo liegen die Grenzen des Universums bzw. was liegt jenseits dieser Grenzen ?”


Links:





Kommentare:

  1. Kannst du aus entsprechenden Werken zitieren (oder mit Verweisen genauer zusammenfassen), die von einem "wahren Springbrunnen der Symbolik" ausgehen? Wird am Anfang überall lauter Symbolik gesehen, finde ich es schwer, das Spätere nicht auch als "Symbolik" betrachten zu müssen.

    Die Position, die du bzgl. der Weltschaffung auch in anderweitigen Artikeln vertreten hast, kann ich nicht teilen.
    Wenn die sieben Tage angeblich Millionen von Jahren gedauert haben könnten, dann ist der Mensch ebenso einige Millionen Jahre alt und der jüdische Kalender eine Lüge oder ein Fehler.
    Der sechste Tag war natürlich auch x-Millionen Jahre lang, was den Menschen schon einige Zeitalter durchleben ließ - und der Shabbattag war eher ein Shabbatjahrmillionen, an dem der Mensch noch mal einige Zeitalter durchgemacht hat.
    Es macht einfach keinen Sinn, unbegreifliche Zeitspannen in die Tage reinzudichten; und es wäre auch willkürlich, die Zeiten für jeden Tag erneut festzusetzen. Und es wäre auch schlecht möglich zu sagen, wir befinden uns noch im sechsten Tag und der siebte ist das Ende. Oder was einem da einfallen mag.

    So weit ich informiert bin, ist der BigBang herkömmlich ein Zusammenknall ewig existierender Materie, die eines Schöpfers nicht bedarf.
    Hirsch hingegen verweist darauf, dass die Torah für jesch b'ajin einsteht, da sie gerade nicht materialistisch geprägt ist.

    Warum nehmen denn diejenigen Charedim, von denen du sagst, sie nehmen es "nur allzu wörtlich", nicht so, wie du es hier darstellst?

    AntwortenLöschen
  2. B"H

    Hallo Eli,

    nicht nur in der jued. kabbalistischen Literatur sehen so gut wie fast all schreibenden Rabbiner eine Symbolik. Vom ZOHAR angefangen bis ueber Rabbi Yitzchak Luria, Rabbi Moshe Chaim Luzzatto und ueberhaupt allen.

    Ansonsten versuchen sich Kommentatoren wie Rashi, der Ohr HaChaim sowie fast alle anderen am Thoratext. Die Kabbalah geht grundsaetzlich davon aus, dass die Thora eine verborgene sowie eine offene Seite hat und wir nach den verborgenen Lehren suchen sollten, um die Thora besser zu verstehen.


    Es gibt tatsaechlich Gruppen, und ich spreche hier das israelische haredische Judentum an, welche die sechs Tage der Welterschaffung als sechs Tage mit je 24 Stunden auslegen. Andere wiederum betrachten die sechs Tage als eine symbolische Zeiteinheit, denn der Tag bestand ja noch gar nicht aus 24 Stunden oder anders herum, ZEIT existierte in dem Sinne noch nicht. Jedenfalls nicht nach unseren Masseinheiten.

    Vor 5,6 Jahren gab es in der orthodoxen Welt einen handfest Skandal um den Rabbiner Nathan Slifkin. Slifkin hat eine Website mit dem Namen "Zootorah" und beschaeftigt sich dort mit dem Erschaffungsgeschehen.


    http://www.zootorah.com/

    Darueber hinaus veroeffentlichte er zahlreiche Buecher, in denen er den Standpunkt vertrat, die Welterschaffung sei innerhalb von Millionen von Jahren und nicht in sechs Tagen erfolgt. Darauf handelte er sich einen Bann der anti - zionistischen Dachorganisation "Edah HaCharedit" ein, doch gleichzeitig bestaetigten ihm andere orthodoxe Rabbiner seine Unschuld.

    Du siehst also, dass selbst die orthodoxe Welt in der Frage gespalten ist.


    http://www.nytimes.com/2005/03/22/science/22rabbi.html

    Ob die Tagesdauer nach der Erschaffung Adams 24 Stunden oder laenger dauerte, darueber muss ich erst im Material graben. Der Talmud lehrt, dass Adam selbst 20 Jahre alt war als er erschaffen worden ist. Zumindest war er ein erwachsener Mann und kein Kind.

    Ich berichtete in diesem Blog in der Vergangenheit oefters vom Physiker Gerald Schroeder, der in seinen Buechern die Zeiten der jeweiligen Tagen berechnet. Ferner berichtet er, wie Thorakommentatoren in diversen Worten der Thora beweise darin sehen, dass der Tag nicht unbedingt 24 Stunden dauerte.


    http://geraldschroeder.com/AgeUniverse.aspx

    Ueberhaupt sagt uns die Thora, dass der erste Tage am Abend zuvor begann. Wo aber war der Tag vor diesem Abend ?

    Der Big Bang bei Schroeder, der uebrigens physikalisch beweist, dass G - tt die Welt erschuf, besteht aus einem Urknall aus dem Nichts heraus, denn Material war ja noch gar nicht erschaffen.

    Vielleicht kannst Du auf die genaue Bedeutung der Aussage von Rabbi Hirsch noch mehr eingehen, doch ist die Aussage YESCH miAYIN sehr weit verbreitet. Etwas Materialles aus dem Nichts heraus kreieren.

    Ich finde Deine Gedankengaenge zu dem Thema sehr gut und vor allem die Frage, was waere, wenn wir uns tatsaechlich noch am sechsten Tage befaenden.

    Der Talmud betrachtet in einem Punkt die sechs Tage als 6000 Jahre. Sozusagen 1000 Jahre der Existenz der Welt sind symbolisch auf einen Tag der Erschaffung zurueckzufuehren. Weiterhin lehrt der Talmud Sanhedrin, dass, lt. dem jued. Kalender die Welt 6000 Jahre alt wird und dann der Meschiach kommt.

    Zu der Aussage wirst Du in der orthodoxen Welt widerspruechliche Aussagen finden und selbst im Talmud sind sich die Rabbiner ueber das Statement nicht sicher. Dennoch wird es an einer Stelle gelehrt.

    Auf die 6000 Jahre kommt man durch die 6 Tage der Erschaffung. Am siebten Tage ruhte G - tt und somit wird das Jahr 7000 zum Ruhejahr mit Meschiach. Momentan befinden wir uns im Jahre 5771.

    Allerdings lehrt der Talmud an gleicher Stelle, dass niemand ueber den Zeitpunkt der Ankunft des Meschiach spekulieren darf ! Also hast Du hier wieder den beruehmten Widerspruch, mit denen der Talmud eh gespickt ist.:-))))

    Aber ansonsten werde ich mir einmal Gedanken ueber Deine Meinungen machen !

    AntwortenLöschen
  3. Teil1
    Verborgene und offene Seite; Symbolik könnte man so auch verstehen, dass in der realen Handlung und historisch zu verstehenden Erzählung ebenso ein gewisser Symbolgehalt steckt, der aber nichts am Geschehen an sich ändert.
    Wenn das gemeint ist, kann ich zustimmen. Zumindest zu einem Großteil ist es das auch, denke ich. Andernfalls wäre ja auch Adam nur ein "Symbol" und Awraham eigentlich inexistent.
    Gerade bei der Betonung des Wortes "Symbolik" in diesem Zusammenhang, wird vielen Lesern automatisch ein falscher Eindruck entstehen, was jetzt gemeint ist. Das vermute ich zumindest, weil die große Verirrung der Mythologisierung der Torah durch die "moderne Universitätstheologie" allgemein in den Köpfen gut verankert ist.
    Aus diesem Grund sind auch Formulierungen wie "Glaubensbuch, kein Geschichtsbuch" sehr gewagt, wenn sie nicht umgehend erläutert werden. Als ich in der StoneEdition gleich am Anfang las: we begin the study of the Torah with the realization that the Torah is not a history book, but the charter of Man's mission in the universe - ging mir ob hier üblicher Diskussion die Alarmglocke an.
    Hier heißt es nämlich: alles mögliche erfunden und zu einem Glaubenssystem zusammengedichtet und Geschichtsrevision betrieben: so ist Israel selbst lediglich ein kanaanäischer Stamm, der immer im Land lebte und über Jahre hinweg daran arbeitete, den Glauben der Bruderstämme zu untergraben; so wird selbst Götzendienst zur Königszeit einfach nicht als Rückfall und Untreue Israels betrachtet, sondern als das, was vom "neuen Glauben" noch nicht besiegt wurde.

    Vielleicht war es ja doch schon ein 24-Stunden-Tag? Wieso sollte das völlig ausgeschlossen sein?
    Die Sprache von einem Tag, den wir als Tag bezeichnen, die Nennung von Morgen und Abend, die Zuordnung von Licht und Finsternis, wenn diese auch erst später an unsere Himmelskörper gebunden oder auch ersetzt wurden, sprechen doch eigentlich für einen ganz normalen "Tag". Für mich wäre es das einfachste und naheliegendste Verständnis. Beim Überfliegen scheinen mir Rashi, Ramban, Hirsch jedenfalls nichts Widersprechendes zu sagen.
    Die "Millionen Jahre" scheinen mir ein Versuch zu sein, einen momentanen wissenschaftlichen Stand, der anerkannt ist, nicht ignorieren zu wollen und Vorwürfe, die das Alter der Welt, von Ausgrabungen etc. betreffen, widerlegbar zu machen.
    Aber wenn Adam - über den sich die Kunst stritt, ob er nun einen Bauchnabel habe oder nicht - mit Alter geschaffen werden konnte, warum nicht auch alles andere? Und selbst wenn es die Knochen eines Urfisches in 100km Meerestiefe sind... Ijob erwähnt ein Meeresungetier, das geschaffen wurde, damit Er sich an ihm erfreut. Heute würde man sagen, so etwas ist ein Beweis gegen einen Schöpfer, da die untersten Winkel der Erde völlig nutzlos sind und in einer Schöpfung mit Mittelpunkt-Mensch keinen Sinn ergeben.

    Ich hatte die Präposition versehentlich verwechselt: jesch me'ajin. Hirsch geht schnell darauf ein und stellt die wahre Lehre dem Dünkel gegenüber: [...]Jedenfalls spricht breschit das Faktum aus, dass dem Schaffen G-ttes Nichts vorangegangen, dass der Himmel und die Erde nur aus dem Schaffen G-ttes hervorgegangen. Es ist damit die Schöpfung aus dem Nichts, jma, konstatiert, eine Wahrheit, die den Grundstein des Bewussstseins bildet, welches die Lehre G-ttes uns aufbauen will. Das Gegenteil, die Urewigkeit des Weltstoffes, die den SChöpfer nur als den gestaltenden Bilder zulässt und die ebenso den Grundstein des heidnischen Bewusstseins bis auf den heutigen Tag bildet, ist nicht nur eine metaphysische Lüge, [...]
    Bei der Worterlärung zu bara äußert er sich noch mal dazu, indem eben die Welt eine veräußerlichte, nach außen gekehrte Vorstellung ist - "Die ganze Welt im ganzen und einzelnen ist somit nichts als verwirklichte G-ttesgedanken." Aus dem Nichts heraus.

    AntwortenLöschen
  4. Teil2
    Wenn der Begriff "Bigbang" fällt, werden andere sicher auch die Assoziation zur ewigen Existenz der Materie herstellen. Eben weil es mit atheistischer Weltentstehungsgeschichte und Evolutionstheorie regelmäßig zusammensteht.
    Und ob es wirklich einen großen Knall gegeben hat? Vielleicht wurde ja die Torah verlesen ... :) Oder es war still, bis auf bald eintretende Naturgeräusche. Oder es waren die wörtlichen Reden mit "Es werde" usw. tatsächlich zu vernehmen - in Hebräisch?, oder in allen Sprachen der Welt? Weil ich gerade nichts finde, das auf "und er sprach" eingeht, würde ich erst mal ebenso auf die simpelste Lesart tippen.

    AntwortenLöschen
  5. In der Zeit des Polytheismus war die Torah sehr fortschrittlich: Sie hat den Menschen darüber aufgeklärt, dass der ganze Götzendienst hokuspokus und daher irrelevant ist.

    Das war, meines Erachtens, ein grosser Fortschritt in der Menschheitsgeschichte, und der Monotheismus hat sich auch sehr weit verbreitet.

    Trotzdem operierte die Torah mit den Mitteln ihrer Zeit, oder "sie sprach die Sprache der Menschen", wie man so schön sagt.

    Heute ist es erwiesen, dass man sich bei den 5771 Jahren um ein paar Grössenordnungen verrechnet hat. Es kann auch nicht sein, dass die Pflanzen vor der Sonne geschaffen wurden.

    Es ist auch unwahrscheinlich, dass "Licht" und "Tage" auf der Erde unabhängig von der Sonne existierten, da ja der Tag dadurch entsteht, dass die ERde sich um die eigene Achse dreht und dabei einmal der Sonne zugewandt ist (Tag), und dann wieder von ihr abgewandt ist (Nacht).

    Ich finde es schade, dass manche religiöse Menschen sich auf den Errungenschaften von vor 3000 Jahren ausruhen und im Namen dieser Errungenschaften die Augen vor Tatsachen verschliessen wollen.

    Irgend etwas stimmt da nicht im Konzept von "torat emet", wenn es im Namen von "torah" und "emet" verboten sein soll, zu sagen dass eine Tropfsteinhöhle 30'000 Jahre alt ist...

    AntwortenLöschen
  6. @ ELI


    B”H

    Du wirst lachen, aber es bestehen durchaus Ansichten, dass biblische Gestalten Symbole darstellen. Selbst ich hegte den Gedanken vor einiger Zeit und war dann erstaunt herauszufinden, dass ich nicht die Einzige bin. Allerdings bedeuten die diesbezüglichen Symboltheorien keinesfalls die Absetzung der Thora oder die Aussage, dass all die biblischen Gestalten nie lebten, sondern einfach nur Symbole sind.
    Wenn ich nochmals auf derlei rabbinische Kommentare stosse, werde ich sie hier sofort in den Blog stellen !

    - Israel stammt nicht von den CANAANITER ab, denn Canaan war ein Nachfahre des Ham.

    - Noach hatte drei Söhne: Shem, Ham und Yafet. Canaan ist , wie gesagt, ein Nachfahre von Ham und die Israeliten stammen von Shem ab.

    - Als Avraham sowie Yitzchak und Yaakov in Canaan lebten, versuchten sie keineswegs die Religion der Canaaniter zu unterdrücken, sondern lebten ihr eigenes Leben und ihren eigenen Glauben aus. Was Avraham jedoch tat war, dass wenn jemand eine Einladung zum Essen einnahm, er den Gast nach dem Mahl G – tt danken liess und nicht ihm (Avraham).

    Ein Tag mit 24 Stunden: Zur Zeit der Welterschaffung gab es das Zeitprinzip noch gar nicht, denn G – tt ist an keine Zeit gebunden. Er musste es erst für uns erschaffen. Dass es während der ersten Tage keine Zeiteinheiten gab, ergibt sich aus dem Text der Thora. Lass mich aber jetzt schon ankündigen, dass ich dazu und zu einigen weiteren damit verbundenen Themen einen eigenen Beitrag verfassen werde. Den HIRSCH – Kommentar habe ich nicht daheim, doch viele viele andere. Darunter auch den Kabbalisten Rabbi Yitzchak Luria. Übrigens solltest Du Dich beim Prinzip YESH M’AYIN nicht zu sehr auf Rabbi Hirsch versteifen, denn er schrieb keinen kabbalistischen Kommentar. Und das Prinzip bezieht sich zumeist auf kabbalistische Inhalte. Unter anderem kannst Du über YESH M’AYIN sehr viel im Chabad – Buch TANYA erfahren.

    AntwortenLöschen
  7. @ NUNU

    Allgemein gesprochen bestehen seit langem Fehler im jüdischen Kalender, was kein Geheimnis ist. Unter anderem gab es zu Tempelzeiten einige Differenzen und der Kalender geriet ein paar Mal durcheinander. Diese Tatsache wird jedoch im Talmud berichtet.

    Sofort nach der Erschaffung gab es tatsächlich Licht und wie wir dem Thoratext entnehmen, wurden Sonne und Mond erst Tage später erschaffen. Woher also kam dieses Licht, welches in der Kabbalah OR HAGANUZ – DAS VERBORGENE LICHT genannt wird ?
    Dazu verfasste ich hier ein paar Erklärungen:

    http://tsafedkabbalah.blogspot.com/search/label/Or%20HaGanuz%20-%20Verborgenes%20Licht


    Ferner empfehle ich zur Lektuere:

    http://hamantaschen.blogspot.com/2007/11/der-abend-kam-vor-dem-morgen.html

    http://hamantaschen.blogspot.com/2009/10/parashat-bereschit.html

    AntwortenLöschen
  8. Mag sein, dass Adam, Noach, Awraham gleichsam eine Art "Symbol" waren. Aber bei dem, was du weiter schreibst, stellst du gleichzeitig fest, dass du deren Historizität nicht bezweifelst, was nicht nur "Außenstehende" ob der heutigen Diskussion gleich falsch auffassen könnten. Denn der genannten Mythologisierung von, wenn überhaupt vorhandenen, kleinen Ansätzen von wahren Begebenheiten, widersprichst du korrekterweise mit dem, was in der Torah tatsächlich wörtlich steht.

    Ich kann dem Text selbst nicht entnehmen, dass es unsere Zeiteinheiten noch nicht gab. Aber ich warte auf deine weiteren Ausführungen dazu.
    Ich selbst würde bis dahin die einfachste Lesart wählen. Die legt mit Abend, Morgen, Tag unseren Maßstab jedenfalls nahe.
    Warum sollte Er auch länger brauchen als einen Tag? Gar mehrere Millionen Jahre? Andererseits könnte man sich fragen, warum Er nicht alles in einem unfassbaren Augenblick vollbracht haben sollte.

    Nunu, es ist ja nicht verboten, zu sagen, dass etwas 30.000 Jahre alt ist. Im Zweifelsfall ist es derart 30.000 Jahre alt, wie Adam ein Erwachsener war, obwohl er gerade einen Tag "alt" war.

    AntwortenLöschen
  9. B"H

    Hallo Eli,

    wenn Du am Ende nach all den folgenden Ausfuehrungen eine endgueltige Antwort erwartest, wirst Du enttaeuscht werden. Dass, was ich in der naechsten Zeit tun werde, ist, Schritt fuer Schritt, beruehmte Kommentatoren zu zitieren und zu erklaeren. In kurzer Zeit wirst Du feststellen, dass nichts endgueltig ist und es unendlich viel Material gibt, durch das man sich nur langsam wuselt.

    AntwortenLöschen