Montag, Juli 04, 2011

Der 3. Tammuz (ג בתמוז) in Chabad

B"H

Heute (Montag abend) sowie am morgigen Dienstag ist der 3. Tammuz und für die Chassidim von Chabad (Lubawitsch) ist dieser Tag ein ganz besonderes Datum, denn ……….

Vor einiger Zeit passierte es mir, dass ich zusammen mit einem Chabad - Meschichisten auf den 3. Tammuz zu sprechen kam. "Chabad - Meschichisten" sind jene, die glauben, dass der letzte und siebte im Juni 1994 verstorbene Lubawitscher Rebbe Menachem Mendel Schneerson der Meschiach sei. Nebenbei soll nicht unerwähnt sein, dass nicht alle Chabadnikkim zu den Meschichisten gehören !

Der 3. Tammuz bildet nach dem jüdischen Kalender die Yahrzeit des Rebben Menachem Mendel Schneerson. An dem Tag verstarb er und allgemein wird eine Yahrzeit (Sterbegedenktag: "Askarah" auf Hebräisch, "Yahrzeit" auf Jiddisch) immer mit einem Familientreff bzw. allen Freunden gefeiert. Es wird eine ganze Mahlzeit serviert und an den Toten erinnert. Dies alles hat den Zweck, seine Seele (Neschama) auf einen höheren Level in der Seelenwelt anzuheben.

Als ich jedenfalls vor dem Meschichisten das Wort "Yahrzeit" erwähnte, fiel dieser fast in Ohnmacht. In vielen Meschichisten - Kreisen innerhalb von Chabad wird so argumentiert, dass Rebbe Menachem Mendel Schneerson niemals verstarb. Der 3. Tammuz ist folglich der Tag, an dem der Rebbe unsichtbar wurde. Unsichtbar für unsere weltlichen Augen lebt er in einer höheren Dimension bzw. Welt weiter. Allerdings regelt er genauso seine "Amtsgeschäfte" als sei er nicht unsichtbar bzw. noch am Leben.


Der letzte und im Juni 1994 verstorbene Lubawitscher Rebbe Menachem Mendel Schneerson.

Ich fand den kleinen Aufstand des Meschichisten jedenfalls ganz amüsant und frage mich immer wieder, an was der Mensch nicht alles bereit ist zu glauben oder anders gesagt: Was muß mir wiederfahren, damit ich das glaube, weil ich es glauben will. Flucht vor der Realität ?

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Aufgrund der Yahrzeit des Rebben finden weltweit in Lubawitsch entsprechende Erinnerungsveranstaltungen statt. 


Weitere Links:

Chabad Search

Der Antizionismus von Chabad

"Bis in alle Ewigkeit" - Psychologische Aspekte zum Messianismus in Chabad

Der Rebbe auf der Leinwand

Talmud Teaching mit Chabad (Tel Aviv)

Die Armee des Rebben

Kommentare:

  1. Shalom,

    ja, auch ein Freund von mir ist gestern nach 770 gefahren *seufz
    800€ für die Flüge...

    Wozu Gräber besuchen?

    "Nebenbei soll nicht unerwähnt sein, dass nicht alle Chabadnikkim zu den Meschichisten gehören ! "

    Mir kann einer erzählen was er will, alle Chabadniks glauben das der Rebbe Mashiach ist und bald wiederkommen wird. Ich kenne selbst Meshichisten die sich bei der Frage rauswinden und keine richtige Antwort geben.

    Der Rebbe hat es verstanden Chabad neu aufzubauen, nach dem Krieg hatte Chabad in den USA kaum eine Minjan. Sein Konzept mit den Shluchim ist vorbildlich aber es gibt auch viele Schwachstellen.

    Ich hab meinen Freund dann gefragt, als ich seine Bilder damals von 770 gesehen habe, warum er in der Shul betet. Gross steht an Wand "YECHI..." und es wird von ALLEN Yechi gesungen.

    Bei allem Guten was sie tun, kommt mir immer wieder das Christentum und Shabbatai Zwi in Erinnerung.

    Joshua

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  2. B"H

    Die Meschichisten behaupten, dass wenn der Rebbe sich wieder zeigt (diesmal als Meschiach), sein Haus 770 von Crown Heights (NY) auf den Jerusalemer Tempelberg fliegt.

    Na, da halten wir mal Ausschau ...:-)

    Ich mache auch immer wieder die Erfahrung, dass die meisten Chabadnikim letztendlich doch an den Rebben als Meschiach glauben. Auch dann, wenn sie herumdrucksen, der Rebbe habe immerhin das Potenzial gehabt.

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  3. Seien wir ehrlich, es gab und gibt grössere und einflussreichere Rabbiner als den Rebben.

    Es entsteht der Eindruck als sei Chabad die grösste chasidische Gruppe die es gibt, das stimmt aber nicht. Guck Dir Belz oder Vishnitz an, die haben mehr Anhänger.

    Die nächste Frage ist, wann ist jemand wirklicher Chabadnik? Wenn er dem Nusach Ari und dem Minhag von Chabad folgt? Wenn er sich schwarz anzieht und einen Borsalino trägt? Wann gehört jemand zu Chabad?

    Dazu kommt noch das Chabad nur Chabad anerkennt und keine anderen halachischen Autoritäten heutzutage.

    Joshua

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  4. B"H

    Wann gehoert jemand zu Chabad ?
    Die Zugehoerigkeit wird heutzutage leider viel zu sehr auf die leichte Schulter genommen, denn theoretisch kann sich jeder selbst zum Chabadnik ernennen. Wie andere chassidische Gruppen (Satmar, Belz, Vishnitz) ist bei Chabad niemand offiziell registriert und zuviele Ba'alei Teshuva (Neureligioese) kleiden sich heute als Chabadnik, ohne eine richtige Ahnung von der Gruppe zu haben. Genau so wie bei Breslov uebrigens.

    Bei Chabad muss man Zweierlei unterscheiden:

    a) Die spaeter hinzugestossenen Neureligioesen.

    b) Die richtigen alten Chabadnikim seit mehreren Generationen.

    Zwischen beiden Gruppen herrscht ein wesentlicher Unterschied und Chabad differenziert dort gewaltig. Den inneren Fuehrungskern der Gruppe bilden lediglich die richtigen alten Chabadnikim und keine Neurelig. Die Neureligioesen hingegen haben ihre Kiruv - Aufgabe. Heisst, sich nach aussen hinzuwenden und jedem Juden seine Mitzwah zu ermoeglichen. Richtige alte Chabadnikim stellen sich nicht unbedingt mit ihrem efillin - Stand in eine Fussgaengerzone.

    Chabad ist die zweitgroesste chassidische Gruppe. Die Groesste ist allerdings Satmar.

    Wenn man sich naeher mit den chassidischen ideologien von Chabad beschaeftigt sowie mit der Geschichte der sieben Rebben, koennen erstaunliche Ergebnisse zutage kommen. Naemlich, dass Chabad gar nicht so offen ist. Man betreibt dort einen extremen Antizionismus und ist halachisch betrachtet viel strenger als ein Neuankoemmlich im Chabad - Haus das so erfaehrt. Ueber die rigorose Seite bei Chabad erfaehrt man als Aussenstehender so gut wie gar nichts, es sei denn, man schaut hinter die Kulissen.

    Ihr Antizionismus und die Stellung zum Holocaust - zwei Themen, welchen Chabad oeffentlich aus dem Wege geht !

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