Mittwoch, September 19, 2007

Das langersehnte Verbot des Oberrabbinates

B"H

Das israelische Oberrabbinat (Rabbanut) hat allen Juden die Teilnahme am Marsch der Christen durch die Jerusalemer Innenstadt verboten.

Wie jedes Jahr ziehen auch an diesem Sukkot (Laubhüttenfest) wieder Tausende Christen durch die Jerusalemer Innenstadt. Schon zu Tempelzeiten war es üblich, dass Nichtjuden am Sukkot nach Jerusalem kamen, um im Tempel Opfer darzubringen. Halachisch sind Nichtjuden berechtigt, den Tempel zu betreten und Opfer zu bringen. Allerdings ist anzumerken, dass der Tempel nur in vorgeschriebenen Sektionen betreten werden darf.

Bis heute kommen Tausende Christen nach Jerusalem, um an einem von der Christian Embassy (Christliche Botschaft) organisierten Marsch teilzunehmen. Tanzend uns singend laufen sie vom Sacher Park über Bezalel hin bis zur Jaffa Road.

Soweit alles schön und gut und es sind bestimmt aufrichtige Christen dabei, die Israel ihre Freundschaft bezeugen wollen. Dennoch sind auch leider viele schwarze Schafe bei dem Marsch unterwegs und es bleibt nicht immer beim harmlosen Singen und Ttanzen.

Immer mehr christliche Missionare nutzen den Marsch für ihre eigenen Zwecke und schrecken nicht davor zurück, Gesetze zu brechen. So ist das Verteilen von Flugblättern mit missionarischem Inhalt verboten, was aber die rücksichtslosen Missionare keineswegs stört. Selbst ich bekam schon solch ein Flugblatt in die Hand und es war supergünstig, dass ich mich nicht weit von einer Mülltonne befand. So konnte die Entsorgung des Flugblattes gleich stattfinden.
Beim Marsch im vergangenen Jahr sichtete ich eine Frau, die ein riesen Plakat mit der Aufschrift "J. liebt Euch alle" vor sich hertrug.

Es wurde allerhöchste Zeit, dass das Rabbanut oder eine andere relig. Institution endlich einmal Massnahmen ergreift, um die von der Stadtverwaltung unbeabsichtigte staatlich subventionierte Mission zu stoppen. Allgemein stösst der Marsch eh auf Desinteresse der Jerusalemer und die Mehrheit der Zuschauerränge bleibt leer.
Wahrscheinlich fühlen wir uns einfach von der seltsamen Liebe derjenigen erdrückt, die aus dem Marsch herauspreschen und sich begeistert auf Juden stürzen um sie zu umarmen.

Kritische Stimmen zur Entscheidung des Rabbanuts gibt es natürlich auch. Das Knessetmitglied der Nationalreligiösen Partei Benny Elon hält selbst an einer Zusammenarbeit mit fanatischen Christen, den Evangelisten, fest. Schliesslich heisse es in der Prophezeihung des Zechariah, dass alle Völker nach Jerusalem kommen werden.

Richtig, aber nicht um zu missionieren und Juden für ihre eigenen Zwecke zu benutzen.

Kommentare:

  1. Man sollte alle Missionare ( welche die Juden vom Judentum wegziehen) ausweisen - ebenso wie die Neo - Nazis.
    Sie zerstören die jüdische Identität.

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  2. B"H

    Dazu stellt sich leider oft das Innenministerium quer, denn

    a) es gibt keine richtige gesetzlich Grundlage

    und

    b) will die israel. Regierung nicht auf die finanzielle Unterstuetzung verzichten, die von christl. Seite kommt.

    Traurig aber wahr.

    Die haredische Partei Yahadut HaTorah will dies nun anhand einer neuen Gesetzesvorlage aendern. Wir warten noch auf das Ergebnis.

    Bis dahin hilft nur die Orgasitation YAD Le'Achim, vor der sich die Missionare fast in die Hose machen.:-)

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  3. Sehr gut - das mit der Hose, meine ich.

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  4. Dorothea Techentin8:42 AM

    Hab gelesen von der Jerusalemer Stadträtin Mina Fenton, die ein hohes Rabbinatsgericht davon überzeugen konnte, eine jüdische Teilnahme an einer überkonfessionellen Frauenkonferenz von Caucus zu untersagen und dass der Caucus-Vorsitzende Benny Elon diesen Beschluss für sich selbst als bindend ansah und nicht an der Konferenz teilnahm und auch versprach, nie wieder so eine Veranstaltung zu organisieren.

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  5. Chavah2:28 PM

    Vielleicht sollte das Rabbinat auch die Teilnahme an Feten, New Age Festivals etc. verbieten?! Als Jude kann man ja nicht selbst entscheiden, oder? Und die christlichen Missionare sind ja sooo gefährlich, dass man ihnen auf jeden Fall aus dem Weg gehen muss?! Geht's noch? Wovor habt ihr eigentlich Angst, vor freier Meinungsäußerung und der Auseinandersetzung mit anderen Denkweisen? Wird hier Gehirnwäsche eingesetzt bei unschuldigen Menschen, die den Jerusalem-Marsch sehen? Können die sich nicht selbst ein Urteil bilden?
    Ich finde es auch unglaublich, dass Jad L'Achim Druck auf Kibbutzim ausübt, so dass sie nicht mehr frei entscheiden können, wer ihre Räume benutzt. Das müsste mal in anderen demokratischen Ländern geschehen!! Meine Güte, haben wir das nötig?? Diese Hetze ist ein Armutszeugnis.

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  6. @Chavah

    Vielleicht solltet Ihr Missionare einmal kapieren, dass Israel nicht Euer Land ist. Aber das geht anscheinend in diverse Hirne nicht hinein.

    Es geht nicht um freie Meinungeaeusserung und niemand hat Angst. Aber Euch will niemand und das Innenministerium bezieht mit der eingeschraenkten Visavergabe deutlich Stellung.

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  7. Chavah8:48 PM

    Liebe Miriam,

    was die Christen anbetrifft, die am Jerusalem-Marsch teilnehmen, die kommen wohl mit einem Touristenvisum nach Israel. Das wird auch das Innenministerium nicht verbieten. Außerdem gibt es viele, die sie wollen, nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Gründen. Übrigens hält nach meiner Information Olmert jedesmal beim Laubhüttenfest eine Ansprache über Video bei den Christen in der Kongresshalle. Dasselbe gilt für den Tourismusminister, der sogar persönlich kommt. Von nicht wollen, kann keine Rede sein, nur bei Yad L'Achim und einigen anderen religiösen Juden.
    Was meine persönliche Meinung anbetrifft, so bin ich kein "Missionar", aber die in diesem Blog vertretenen Ansichten halte ich trotzdem für fanatisch und falsch. Mein Rabbi hat mich gelehrt, dass der 2.Tempel zerstört wurde wegen grundlosen Hasses unter Juden. Ich finde die Hetzjagd auf messianische Juden nicht nur ethisch verwerflich. Und was Vorkommnisse im Staat Israel anbetreffen, da hat kürzlich auch Kanal 2 im israelischen Fernsehen darüber berichtet, wie entsetzlich und verfassungswidrig sich Yad L'Achim und andere Organisationen manchmal verhalten. Die schrecken nicht einmal vor körperlicher Gewalt, Brandanschlägen und übelsten Verleumdungen zurück. Was hat das mit Judentum zu tun? Baruch HaShem dafür, dass diese Leute und andere religiöse Fanatiker nicht alleine dafür zuständig sind, wer sich in Israel aufhalten darf. Letztendlich ist Israel doch eine Demokratie und das ist auch sehr gut so, bis der Messias kommt. Meine Güte, wenn man Eure Aussagen so liest, dann spürt man Hass und totale Intoleranz.Euer Vokabular bereitet mir Sorge, da ihr bei allem vergesst, das es sich um Menschen handelt. Wahrscheinlich sollen Eurer Meinung nach bald auch noch alle atheistischen, buddhistischen oder Bahai Juden ausgewiesen werden, die übrigens auch versuchen, ihre Meinung weiterzugeben. Zum Glück hat Gott mehr Erbarmen mit uns allen...auch mit den Juden, die nicht so glauben, wie Ihr denkt, das man es müsste. Jüdische Identität ist etwas, das mit vielen Faktoren zusammenhängt. Das kann auch kein christlicher Missionar zerstören oder wegnehmen. Das ist von Gott selbst "geschaffen" und sozusagen in die DNA eingebaut. Keep cool...Zur Zeit des 2. Tempels gab es auch viele verschiedene jüdische Strömungen, nicht nur das rabbinische Judentum.

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  8. B"H

    Ich kann mir schon vorstellen, dass Leuten wir Dir gerade Yad Le'Achim oder ich ein Dorn im Auge sind.

    Bei Deiner Ignoranz kann ich Dir nicht weiterhelfen und wenn Dir der Blog zu fanatisch ist, dann bemuehe Dich woanders hin.

    In den Augen jener Juden, die etwas von der Religion verstehen, klingen Deine Aussagen recht billig.

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