Montag, Juni 15, 2009

Golda Holterman

B"H

In Israel tut sich schon seit Jahren eine neue Art der Kunst auf. Als ich vor wenigen Wochen davon hörte, dachte ich noch, es handele sich um ein absolut neues Kunstphänomen. Weit gefehlt, denn spätestens seit dem letzten Freitag ist mir klar, dass es sich eher um einen neuen Kult zu handeln scheint.

Nicht wenige Kunststudenten der israelischen "Bezalel Akademie" suchen sich ausgerechnet lokale Prostituierte als Kunstobjekt aus. Darunter auch die Photographin Golda Holterman, die noch vor wenigen Jahren in einem Seminar für junge Frauen im ultra - orthodoxen Mea Shearim lernte. Sie stellte jedoch fest, dass die Religion nicht besonders für sie war und meldete sich bei Bezalel an.

Irgendwann begann sie Tel Aviver Prostituierte zu photographieren. Aus "Anstandsgründen" stelle ich keines dieser Bilder in den Blog, aber als Golda Holterman am vergangenen Freitag in einem Zeitungsinterview angab, sie habe auch haredische Männer photographiert, wurde ich hellhörig und wurde ganz einfach neugierig, ob das wahr sein kann.
Heute fand ich diverse Bilder im Internet und eines davon stelle ich in den Blog, um Eure Meinung dazu zu erfragen:


Golda Holterman hat derweil einige lokale sowie internationale Ausstellungen laufen !

Kommentare:

  1. Wow, tolles Bild! Sehr schöne Idee, einen Haredi als alten Holländer zu fotographieren, wie in einem alten Portrait.

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  2. Anonym11:00 AM

    Das Bild stellt ganz sicher einen Haredim dar?
    Die Umsetzung finde ich sehr interessant besonders wie Holterman das Licht einsetzt - fantastisch schön.

    Allerdings erinnert mich das Photo an Werke von niederländischen Meistern des 16 Jahrhunderts.
    Auch der Mühlsteinkragen manifestiert noch den Eindruck, dass ich auf dem Bild einen flämischen Protestanten sehe.
    Mir ist auch nur bekannt, dass in der protestantischen Kirche bis auf den heutigen Tage dieser Kragen in liturgischem Gebrauch ist.
    Vielleicht möchte die Fotografin aber einen Überraschungseffekt erzielen?
    Mein Resumé dazu wäre: schau genau hin, informiere dich selbst, bevor du vorschnell ein Urteil abgibst.
    So fällt dann bei genauerer Betrachtung auf, dass der junge Mann Pajes trägt.

    LG

    Carl

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  3. B"H

    Dem Internet entnahm ich das einigermassen normalste Photo dieser Art, denn es gab noch mehr Photos, auf denen Haredim in Unterwaesche zu sehen waren.

    Mir scheint das Ganze etwas kurios, denn wer als Haredi wuerde sich oeffentlich so ablichten lassen; immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, von der eigenen Gesellschaft entdeckt zu werden.

    Auf meinem engl. Blog kam es, wie erwartet, zu Comments und ich erwarte diesbezueglich noch mehr.

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  4. schoschana1:17 PM

    ich verstehe nicht so ganz, warum die "accesoires" sein müssen... wenn man in meah shearim spazieren geht (und alte meister kennt und einen blick dafür hat) fallen einem oft gesichter aus, die wie aus einer anderen zeit zu sein scheinen. meine vermutung ist, dass das zum teil daher kommt, dass die leute anderen problemen ausgesetzt sind als der average säkulare durchschnittsmensch von heute bzw. dass sie andere lösungsmöglichkeiten für probleme haben (ausnahmen gibt es natürlich immer!). dadurch wirken die gesichter oft nicht so angestrengt, vergeistigter, "reiner", so eben wie auf den (idealisierten) gemälden der holländischen meister der renaissance.
    ich würde aber, wie gesagt, die accesoires nicht benötigen, ich denke, die gesichter allein, mit DER lichtführung und so, ohne weitere details in die bildmitte gesetzt, vermitteln schon, was die künstlerin vielleicht - eigentlich - sagen will... da braucht es keine krägen und schon gar keine unterhosen.
    was sind das für haredim - derech agav - die sich in unterhosen ?!? portraitieren lassen? das kann ich mir eigentlich gar nicht vorstellen... (sie sorge, von mitharedim "entdeckt" zu werden, kann ich nicht so ganz nachvollziehen, denn was haben die wiederum in so einer ausstellung zu suchen? ;)

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  5. B"H

    Urspruenglich photographierte Golda Holterman ueberwiegend Prostituierte aus dem Rotlichtviertel gleich am Tel Aviver Zentralen Busbahnhof. Darauf sprach sie dann, so ihre eigenen Angaben, Maenner in Mea Shearim an und fragte, ob sie diese photographieren koenne. Wie genau das ablief, weiss ich nicht. Ich meine, man spricht nicht einfach einen Haredi eben so einmal an.

    Stimmte jemand zu, positionierte G. Holterman ihre "Objekte" verschiedenartig. Haredim auch in Unterwaesche und das hier erscheinende Photo war noch das "Normalste" was ich in den Blog stellte.

    Wer will, der kann auf Google mehr ihrer Photos bewundern.

    In meinem engl. Blog musste ich dazu erwaehnen, dass Golda Holterman (sie war einst ultra - orthodox) die haredische Welt nicht negativ betrachtet, sondern eben nur diverse Photos machte.

    Mit Zustimmung der Beteiligten und die Prostituierten wurden von ihr bezahlt.

    http://images.google.co.il/images?hl=iw&um=1&q=golda+holterman+pictures&sa=N&start=0&ndsp=20

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