Sonntag, Oktober 25, 2009

Reformjudentum & Assimilation

B"H

Für mich und das religiös - orthodoxe Judentum ist das Reformjudentum wie eine andere Religion. Die Thora wird von den Reformern nicht als g - ttgegeben anerkannt, Halachot wurden verändert, sogar die Gebete (Sidur) wurde abgeändert und im Wesentlichen darf jeder Jude der Moderne machen, was er will. Einer der ersten Reformer, Moses Mendelsohn, legte seinerzeit noch Wert auf die Halachot, heute tut das kein Reformer mehr.

Man schaue sich heutzutage an, was ein Reformrabbiner oder Rabbiner des konservativen Movements überhaupt lernt. Im Vergleich zu der Kindergruppe, welche ich donnerstags in Jerusalem unterrichte, steht ein Reformrabbiner geradezu nackt da. Schon in der 5. Klasse lernen die Juden Talmud. Bei haredischen (ultra - orthodoxen) Juden beginnt das Studium im frühen Grundschulalter mit sechs oder sieben Jahren. Der Vater meiner jetzt 10 - jährigen Schülerin fragte seine Tochter vor ca. zwei Jahren, wielange man schlafen könne, ohne sich nach dem Aufwachen die Hände waschen zu müssen ?

Anmerkung:
Die Halacha besagt, dass sich ein Jude nach dem Schlafen die Hände waschen muss, denn diese sind nach dem Schlaf in einem unreinen Zustand. Diese Halacha geht insbesondere auf die kabbalistische Aussage (im Buch ZOHAR) zurück, dass während des Schlafes die Seele (Neschama) zu G - tt hinaufsteigt. Nicht immer kommt sie dort (unbeschadet) an, denn auf ihrem Weg nach "oben" durchquert sie genauso unreine Spähren, in welchen sie manchmal sogar, metaphorisch betrachtet, hängenbleiben kann.

Wei lange also darf man ein Nickerchen machen, ohne sich danach die Hände waschen zu müssen ?
Meine Schülerin antwortete: 15 Minuten.
Ich war so ziemlich platt, denn ich hatte die Antwort nicht gewusst.

Reformjuden wollen es nie hören, doch ist die Aussage des Ministers zu 100 % richtig. Egal, mit welchem orthodoxen amerikanischen Jude ich spreche, ALLE beklagen die Assimilation der Reformer und die mindestens 50 % hohe Intermarriage - Rate (Juden heiraten Nichtjuden). Dank des Reformjudentums sind dem Judentum insgesamt Generationen abhanden gekommen und dies ist eine unwiederlegbare Tatsache.
Waren die Großeltern vielleicht noch "observant", halten die Eltern schon keinen Schabbat mehr und die Kinder essen Schweinefleisch. Die Enkel heiraten Nichtjuden und die nachfolgenden Generationen sind verloren. So findet es in der Regel statt. Nicht nur in den USA, sondern vor allem auch in England. Selbst Israel ist davon nicht verschon geblieben und jene 300,000 in Israel lebenden Nichtjuden, die Verteidigungsminister Ehud Barak auf dem gleichen Kongress als "Freunde Israels" lobte, sind nach orthodoxen Massstäben eine Katastrophe für unser Volk. Viele von ihnen sind mit Juden verheiratet und verursachen damit Identitätsprobleme ihrer Kinder. Da verliebt sich ein Nichtjude in einen Juden und alles andere zählt nicht mehr. Dass Juden und Nichtjuden in dieser Welt unterschiedliche Aufgaben udn Seelen besitzen, wird ignoriert, denn man ist ja verknallt. Und die Religion kann uns mal, denn wir wissen alles besser und sind modern. Hinterher sitzt das Land mit den nichtjüdischen Kindern da, wenn die Mutter keine Jüdin war.


Innenminister Eli Yishai

Momentan haben wir genau diesen Fall in unserem Freundeskreis. Ein Ex - Rumäne, der immer vorgab, Jude zu sein, woran niemand zweifelte, entpuppte sich als Nichtjude. Dies alles kam heraus, weil er nun mit einer ernsthaften Erkrankung im Krankenhaus liegt. Sein Vater war Jude, seine Mutter nicht. Zumindest lehnte er insgeheim stets jeden Aufruf zur Thora ab, obwohl er stets in den Synagoge und selbst bei Chabad zu finden war.

Niemand bestreitet, dass man mit der Moderne gehen sollte, doch sollte sich jeder Jude seiner Identität bewusst sein und sie nicht sorglos auf den Müllhaufen werfen. Tradition muss sein und manchmal werfe ich einen neidischen Blick auf Moslems, denn diese schwören ihrer Religion und Tradition nicht so schnell ab. Selbst wenn sie säkuler sind, halten doch viele von ihnen den Ramadan.

Die Einführung des Reformjudentums brachte dem Judentum an sich nur Nachteile. Massen sind abgewandert und viele Mischehen sind nach der Hochzeit voll und ganz christlich. Nicht immer religiös, doch steht eine Weihnachtsbaum da und die Kinder werden christlich erzogen. Der deutsche Autor Michael Wolffsohn legte nicht nur seine israelische Staatsbürgerschaft ab, sondern heiratete eine Nichtjüdin (Pastorentochter ?). Herzlichen Glückwunsch an Wolffsohn zu Erschaffung einer neuen Generation von Nichtjuden. Seine Erbe ist tot.

Immerhin gibt es auch Positives:
Die Leitung des Reformjudentums in den USA erkannte schon vor einiger Zeit, dass es dermassen assimiliert nicht mehr weitergehen kann, denn ihre Mitglieder verloren jeglichen Bezug zum Schabbat oder anderen Halachot / Traditionen. Im vergangenen Jahr begann eine langsame Umschulung innerhalb der Reformbewegung. Mal will wieder mehr Wert auf Tradition legen. Wenigstens ein kleines Bisschen.

Kommentare:

  1. Das sind alles pauschale Urteile, die du so nicht stehen lassen kannst.
    Auch Reform-Rabbiner lernen Talmud und Halacha, und sind, im Gegensatz zu ihren orthodoxen Kollegen, viel aktiver im täglichen Gemeindeleben.

    AntwortenLöschen
  2. B"H

    Ziemliche komische Ansichten, die Du vertrittst. Hast Du schon einmal den Lehrplan einer orthodoxen Yeshiva, einer Hesder - Institution oder anderweitigen orthodoxen Lehreinrichtungen gesehen bzw. miterlebt ?

    Wenn das Reformjudentum darauf baut, dass die Thora nicht g - ttgegeben ist, diverse Halachot ueberfluessig sind und Kinder aus Ehen zwischen Juden und Nichtjuden anerkannt werden, dann frage ich mich, was hier eigentlich wichtiger ist ?

    Religion oder das Leben als Sozialarbeiters. In der Orthodoxie wird beides vermischt und wenn Du das noch nicht erlebt hast, dann warst Du in der falschen Gemeinde bzw. im falschen Land.

    AntwortenLöschen
  3. Das Problem ist, dass du von einer israelischen Perspektive auf das Diasporajudentum blickst(offiziell gibt es in Israel ja gar kein Reformjudentum, obwohl das wesentlich obervanter ist als die Diasporareform) und dabei läuft man schnell Gefahr, un- und selbstgerechte Urteile über Prozesse zu fällen, in die man überhaupt nicht involviert ist.
    Es gibt eben nicht DAS Reformjudentum, so wie es auch nie DIE Orthodoxie ist. Orthodoxie ist nicht immer gleich chassidisch und Reformjudentum ist nicht immer gleich egalitär.
    Das Bild, das du vom Reformjudentum zeichnest, trifft so nur auf das Anglo-Judentum zu(da triffst du aber auch wirklich den Kern der Sache), aber das hier ist eine deutschsprachige Website und es entsteht bei den deutschen Lesern, die im Judentum womöglich nur gering bewandert sind, schnell ein Bild vom Reformjudentum, das so nicht auf alle Reformströmungen zu übertragen ist. Zumal du eher soziologische als religiöse Probleme beschreibst, die stark mit einem amerikanischen Selbstverständnis verbunden sind.

    Orthodoxe Lerneinrichtungen gibt es in Deutschland bekanntlich kaum. Und wenn doch, dann fast nur von Chabad. Will man denn unbedingt zu Chabad?
    Du urteilst aus einer recht bequemen Position heraus, während man in der Diaspora lernen muss, zu differenzieren, Kompromisse einzugehen und andere jüdische Lebenswege zu akzeptieren. Wäre man dazu nicht in der Lage, würde das Judentum in der (europäischen) Diaspora vollkommen verloren gehen. Für den Zusammenhalt des jüdischen Volkes in der Diaspora brauchen wir gegenseitige Akzeptanz - unabhängig davon, welchen Weg man selbst einschlägt. Ich persönlich bin ja nun auch kein überzeugter Reformer, sondern versuche, in dem Maße observant und "orthodox" zu leben, in dem es mir in Norddeutschland möglich ist. Ich bin also einfach ein relgiöser und praktizierender Jude, der sich irgendwelchen Kategorien verschließt, da sie gerade in Deutschland nichtssagend sind.
    In meinem Blog kannst du ja mal bitte den Beitrag "Reformjudentum, Orthodoxie und ich" lesen :) Das erklärt bei mir so einiges ;)

    AntwortenLöschen
  4. Es grenzt übrigens an Rassismus, Nichtjuden als "Katastrophe für unser Volk" zu bezeichnen.
    Aber vor solchen Urteilen schreckst du ja generell nicht zurück. Traurig.

    AntwortenLöschen
  5. B"H

    Wenn Du nicht begreifst, was ich meine, kann ich Dir auch nicht helfen. Anscheinend gibt es auch Probleme beim Lesen, denn ich sagte "die Nichtjuden in Israel" und insbesondere jene, "die jued. Ehepartner haben".

    Das Reformjudentum erkennt weltweit die Thora nicht als g - ttgegeben an und wenn Du alles nur als wage Auslegungen siehst, dann hast Du definitiv ein Verstaendnisproblem.

    Das deutsche Wischiwaschi a la "ach alles ist ja so wage" finde ich so ziemlich daneben. Kein Wunder das nach solchen Aussagen das Interesse nach etwas ausfuehrlichen Infos vorhanden ist.

    AntwortenLöschen
  6. Des Lesens scheinst auch du nicht wirklich mächtig zu sein, denn nirgendwo schrieb ich von irgendwelchen Auslegungen, sondern ich bat dich lediglich darum, zu differenzieren.
    Aber gut, wir alle wissen ja, dass du in Israel bist...dass Deutschland dich frustriert. Schön. Dann kannst du ja so leben wie du willst, aber bitte erlaube dir nicht, andere Menschen für ihre Bemühungen, das Judentum in der Diaspora zu erhalten, zu verurteilen.
    Dazu gehört auch, dass es eine Frechheit ist, die ganz persönlichen Lebenswege irgendwelcher bekannter Juden zu werten. Was tust du denn für den Fortbestand des jüdischen Volkes? Du reist zwischen zwei Welten hin und her und andere Menschen zeigen eben ganz einfach wer sie sind und wo sie stehen.

    Auch Nichtjuden, die in Israel leben und einen jüdischen Eheparnter haben, sind keine Katastrophe für unser Volk - erst recht nicht die Kinder!
    Für Alijah könntest du ja demnächst einen Hebräernachweis fordern, der die absolute Reinheit des jüdischen Blutes bestätigt. Deine Verurteilung des Schicksals anderer Menschen ist typisch deutsche Intoleranz.
    Die Menschen lebten in der Sowjetunion fast 100 Jahre ohne Judentum - willst du sie für ihre nichtjüdischen Kinder verurteilen, die trotzdem im gleichen Maße von Antisemitismus betroffen sind?
    Komm doch mal nach Europa und lerne echte jüdische Alltags- und Identitätsprobleme kennen, statt dich zu fragen, welchen Rock du bei Toldot tragen darfst und es zu verteidigen, dass die Frau wie im tiefsten Mittelalter an der Leine gehalten wird.
    Zieh doch bitte nach Mea Shearim und führe ein echtes haredisches Leben! Dann gäbe es für dich nämlich kein Internet mehr und für müssten deine rassistischen Ergüsse nicht mehr ertragen.

    AntwortenLöschen
  7. B"H

    Wenn den Leuten mit dem "alles ist so wage" nicht mehr einfaellt, dann soll der Gegenpart immer gleich nach Mea Shearim ziehen.:-) Ziehe wir alle dorthin und nehmen die Halacha gleich mit.

    Zumindest zeigt mir das, dass Du von dem, was ich schreibe nichts verstanden hast. Aber gut, dass sich die Reformer aufregen, ist den Orthodoxen klar. Siehe Eli Yishai.

    AntwortenLöschen
  8. Ich erinnere nur mal daran, dass ausgerechnet Herr Wolffsohn vor kurzem einen anderem Juden seinen Gerstatus vorgeworfen hat und sich damit in ein sehr merkwürdiges Licht gerückt hat.

    Leider ist der Ton in dieser Diskussion wirklich sehr unangenehm.
    Nichtsdestotrotz kritisieren orthodoxe Juden das Reformjudentum auch in Dtl. sehr heftig. Es ist daher kein israelisches Problem.

    AntwortenLöschen
  9. B"H

    Hallo Yael,

    soweit ich mich erinnere, wird M. Wolffsohn von vielen deutschen Gemeinden gemieden. Immer dann, wer er in meine ehemalige Heimatstadt Nuernberg und Umgebung auf Vortrag kam, rief die jued. Gemeinde OFFIZIELL zum Boykott der Veranstaltung auf.
    Was M. Wolffsohn ueber Israel denkt oder nicht, ist mir egal. Dass er sich aber wichtig macht und dann mit einer Nichtjuedin verheiratet ist, geht mir als Orthodoxe gegen den Strich und ich kann soetwas nicht akzeptieren.

    Warum koennen die Reformer nicht einfach offen zugeben, dass sie laengst nicht auf dem Wissensstand wie ihrer orthod. Rabbinerkollegen sind ?
    Ist das zuviel verlangt ? Erst Halachot aendern, die Thora anzweifeln bzw. als fast nichtig abtun und sich dann aufregen.

    Was den Ton hier betrifft, obwohl ich anderes gewohnt bin:

    Ich schreibe zwar auf Deutsch, doch schreibe ich aus Israel. Und AUCH in Israel sind Reformgemeinden bzw. reden Ideologien bekannt. Mr. Yoffe, das Oberhaupt des Reformjudentums, ist des oefteren in den Zeitungen und gab vor ca. einem Jahr zu, dass sein Movement den Schabbat fast verloren hat und sich das wieder aendern soll.

    Worte wie alles sei "pauschal" oder ich gehoere nach Mea Shearim sind einfach nur dumme Stereotype von Leuten, die wild um sich schlagen, aber ansonsten mit wenig / gar keiner Ahnung glaenzen.

    AntwortenLöschen
  10. Ich kann Ron Yitzchak sehr gut verstehen!

    Je laenger ich solche Beitraege von Miriam wie diesen lese, desto mehr entferne ich mich vom Judentum. Es gibt auch ein Leben ausserhalb der religioesen Welt und dies sollten wir alle tolerieren und nicht ewig verdammen.

    Shalom me Berlin, Uwe

    AntwortenLöschen
  11. B"H

    Orthodox hat nicht immer etwas mit religioes zu tun. Man kann genauso orthodox sein, ohne ein besonders relig. Leben zu fuehren.

    Zum orthodox sein aber gehoert, die Thora als g - ttgegeben anzuerkennen und nicht seine eigenen privaten Interpretationen vor G - tt stellen.

    AntwortenLöschen
  12. Entschuldigung Uwe, aber Sie entfernen sich vom Judentum aus freien Stücken und nicht weil Ihnen die orthodoxe Meinung nicht zusagt. Es gibt auch andere Wege.
    Andere dafür verantwortlich zu machen ist doch sehr einfach.
    Es ist Ihre Entscheidung und damit Ihre eigene Verantwortung.

    AntwortenLöschen
  13. B"H

    Wenn ich eine Synagoge, Gemeinde oder Yeshiva nicht mag, sehe ich mich halt anderweitig um, aber verlasse nicht meine Religion oder G - tt.

    Manche Leute machen es sich so zu einfach und die Frage ist, ob sie tatsaechlich jemals wirklich dabei waren oder sich nur billig herausreden wollen, weil sie mit den Theologien der Religion nicht klarkommen.

    AntwortenLöschen
  14. "soweit ich mich erinnere, wird M. Wolffsohn von vielen deutschen Gemeinden gemieden. Immer dann, wer er in meine ehemalige Heimatstadt Nuernberg und Umgebung auf Vortrag kam, rief die jued. Gemeinde OFFIZIELL zum Boykott der Veranstaltung auf."

    Das zu sagen, fällt schwer, aber gerade Nürnberg... mit dem Vorsitzenden?!? ruft zum Boykott von einem auf, der mit einer Nichtjüdin verheiratet ist? Das ist lächerlich!

    AntwortenLöschen
  15. B"H

    Erst denken, dann kommentieren !

    Es ging der Nuernberger Gemeinde nicht um Wolffsohns Ehefrau, sondern um seine Einstellung zu Israel.

    AntwortenLöschen
  16. Erst denken, dann kommentieren!
    Sei halt nicht so unfreundlich.

    Nochmal: der (nichtjüdische) Vorsitzenden der Gemeinde Nürnberg, der wohl faktisch die Gemeinde darstellt boykottiert Wolfssohn... das meinte ich. Das ist lächerlich als Tatsache (und nicht, daß ich Wolfsohn unbedingt verteidigen will!).

    AntwortenLöschen
  17. B"H

    So betrachtet gebe ich Dir absolut Recht !!!

    Allerdings ist es nicht nur Nuernberg, dass Wolffsohn konstant boykottiert, sondern genauso andere Gemeinden.

    Ist Hamburger eigentlich immer noch Vorsitzender oder tut sich langsam einmal etwas Neues am Horizont auf ??? Ein halachischer Jude vielleicht ?

    AntwortenLöschen
  18. Ist das Reformjudentum verantwortlich für Assimilation und Mischheiraten? Ich weiß nicht. Eine Statistik aus den USA (Artikel hier: http://www.threejews.net/2008/09/will-your-grandchildren-be-reform.html) besagt, dass nur 42% der Kinder, die orthodox aufgewachsen sind, auch später orthodox bleiben, während 29 % bei konservativen Gemeinden landen und 17 % im Erwachsenenalter zum Reformjudentum abwandern. In Familien des Reformjudentums bleiben 78 % der Kinder auch als Erwachsene Reform. In diesem Sinne ist das Reformjudentum wesentlich erfolgreicher mit seinem Nachwuchs.

    Richtig ist natürlich, dass jenseits vom Reformjudentum eher der freie Fall ins jüdische Nichts droht. Das ist bei der Orthodoxie anders. Jenseits der Orthodoxie steht das konservative und/oder liberale Judentum, und ehemals orthodoxe Juden finden oftmals eine neue Heimat im nicht-orthodoxen Judentum, während bei liberalen Juden, wenn sie denn abwandern, eher die Gefahr besteht, dass diese die jüdische Welt komplett verlassen.

    AntwortenLöschen
  19. B"H

    Verantwortlich fuer den Anteil der 50%igen Mischehen in den USA sind insbesondere die fehlende jued. Identitaet.

    Hier ein kleiner Auszug aus Wikipedia:

    Assimilation and population changes
    These parallel themes have facilitated the extraordinary economic, political, and social success of the American Jewish community, but also have contributed to widespread cultural assimilation.[40] More recently however, the propriety and degree of assimilation has also become a significant and controversial issue within the modern American Jewish community, with both political and religious skeptics.[41].

    While not all Jews disapprove of intermarriage, many members of the Jewish community have become concerned that the high rate of interfaith marriage will result in the eventual disappearance of the American Jewish community. Intermarriage rates have risen from roughly 6% in 1950 to approximately 40%-50% in the year 2000.[16][17] Only about 33% of intermarried couples raise their children with a Jewish religious upbringing.[citation needed] This, in combination with the comparatively low birthrate in the Jewish community, has led to a 5% decline in the Jewish population of the United States in the 1990s.[18]. In addition to this, when compared with the general American population, the American Jewish community is slightly older. [19]

    Despite the fact that only 33% of intermarried couples provide their children with a Jewish upbringing, doing so is more common among intermarried families raising their children in areas with high Jewish populations[citation needed]. In the Boston area, for example, one study shows that 60% percent of children of intermarriages are being raised as Jews by religion; giving the perception that intermarriage is contributing to a net increase in the number of Jews.[20] As well, some children raised through intermarriage rediscover and embrace their Jewish roots when they themselves marry and have children.

    In contrast to the ongoing trends of assimilation, some communities within American Jewry, such as Orthodox Jews, have significantly higher birth rates and lower intermarriage rates, and are growing rapidly. The proportion of Jewish synagogue members who were Orthodox rose from 11% in 1971 to 21% in 2000, while the overall Jewish community declined in number. [21] In 2000, there were 360,000 so-called "ultra-orthodox" (Haredi) Jews in USA (7.2%).[42] The figure for 2006 is estimated at 468,000 (9.4%). [42]

    AntwortenLöschen
  20. About half of the American Jews are considered to be religious. Out of this 2,831,000 religious Jewish population, 92% are White, 5% Hispanic (Most commonly from Argentina, Venezuela, or Cuba; many are Hispanics who converted after finding out they are descendants of Jews forced to convert to Roman Catholicism during the Spanish Inquisition. See Hispanic#Religious diversity), 1% Asian (Mostly Bukharian and Persian Jews), 1% Black and 1% Other (Mixed Race.etc). Almost this many non-religious Jews exist in United States, the proportion of Whites being higher than that among the religious population.[43]

    http://en.wikipedia.org/wiki/American_Jews

    Jewish religious practice in America is quite varied. Among the 4.3 million American Jews described as "strongly connected" to Judaism, over 80% report some sort of active engagement with Judaism,[citation needed] ranging from attendance at daily prayer services on one end of the spectrum to as little as attendance Passover Seders or lighting Hanukkah candles on the other.

    AntwortenLöschen
  21. A 2003 Harris Poll found that 16% of American Jews go to the synagogue at least once a month, 42% go less frequently but at least once a year, and 42% go less frequently than once a year.[47]

    The survey found that of the 4.3 million strongly connected Jews, 46% belong to a synagogue. Among those who belong to a synagogue, 38% are members of Reform synagogues, 33% Conservative, 22% Orthodox, 2% Reconstructionist, and 5% other types. Traditionally, Sephardic and Mizrahis do not have different branches (Orthodox, Conservative, Reform, etc) but usually remain observant and religious. The survey discovered that Jews in the Northeast and Midwest are generally more observant than Jews in the South or West. Reflecting a trend also observed among other religious groups, Jews in the Northwestern United States are typically the least observant.

    In recent years, there has been a noticeable trend of secular American Jews returning to a more religious, in most cases, Orthodox, style of observance. Such Jews are called baalei teshuva ("returners", see also Repentance in Judaism). It is uncertain how widespread or demographically important this movement is at present.[citation needed][original research?]

    The 2008 American Religious Identification Survey found that around 3.4 million American Jews call themselves religious — out of a general Jewish population of about 5.4 million. The number of Jews who identify themselves as only culturally Jewish has risen from 20% in 1990 to 37% last year, according to the study. In the same period, the number of all US adults who said they had no religion rose from 8% to 15%. Jews are more likely to be secular than Americans in general, the researchers said. About half of all US Jews — including those who consider themselves religiously observant — claim in the survey that they have a secular worldview and see no contradiction between that outlook and their faith, according to the study's authors. Researchers attribute the trends among American Jews to the high rate of intermarriage and "disaffection from Judaism" in the United States.[22]

    Das amerikanische Reformjudentum wird irgendwann einmal fast ganz verschwinden.

    Grund: Intermarriage

    Was aus meiner eigenen Erfahrung heraus positiv ist, ist, dass immer mehr Reformjuden in den USA zur Orthodoxie finden. Wenn Du Dir allein den Zulauf der Chabadveranstaltungen oder der Yeshiva AISH HATORAH anschaust, dann ist dort ein immenser Anstieg zu vermelden.

    Ein Orthodoxer muss nicht unbedingt relig. sein, um als orthodox zu gelten.
    Nehmen wir an, ich haette das relig. Judentum satt, dann taete ich weder zu konservativ oder reform laufen, denn dort haelt man es mit dem orthod. Wissen nicht aus. Was dort gelehrt wird, nein, danke ! Da bliebe ich lieber orthodox, aber weniger "observant".

    Wenn Du Dir die orthodoxe Welt in den Staaten anschaust, dann bleiben die meisten Kinder haredischer Juden orthodox und observant. Wenige driften ab, aber kaum zu den Reformern.
    Hast Du einmal auf der Yeshiva gelernt. dann gehts Du kaum zu konservativ oder reform !

    Was ich allerdings zugebe ist, dass nicht wenige Kinder der richtig orthodox - observant Eltern sich vielleicht der "modern - orthodox" Bewegung anschliessen. Und dabei kommt es wieder auf die Definition an, wie "modern" man sein kann.

    AntwortenLöschen
  22. Es wäre übrigens nett gewesen, wenn man auch meinen letzten Kommentar veröffentlicht hätte!

    AntwortenLöschen
  23. B"H

    Ich habe keinen einzigen Kommentar geloescht !

    Vielleicht solltest Du Deine paranoide Phase einmal ueberkommen.

    AntwortenLöschen
  24. Mischheiraten einerseits und höhere Geburtenraten anderseits sollten dazu beitragen, dass die Orthodoxie grösser wird, während das konservative/liberale Judentum tendenziell schrumpft und irgendwann ganz verschwindet, wie du schreibst. Was allerdings gerne von orthodoxer Seite nicht gesagt wird ist, dass viele Juden aus orthodoxem Elternhaus (die Erhebung differenziert nicht zwischen unterschiedlichen orthodoxen Strömungen) im Erwachsenenalter zu konservativen/liberalen Gemeinden abwandern. Und so sind die Ergebnisse andere, als die vielen Katastrophentheoretiker glauben machen wollen.

    Zitat:
    "Was aus meiner eigenen Erfahrung heraus positiv ist, ist, dass immer mehr Reformjuden in den USA zur Orthodoxie finden."

    Deine Erfahrung, aber die Umfrage sagt etwas anderes. Von 2-3% ist die Rede, aber richtig: Für einige ist das Reformjudentum wie ein Durchlauferhitzer. Ist die richtige Betriebstemperatur erst einmal erreicht, wandern sie zu der Orthodoxie ab, aber wie gesagt: Das ist eine kleine Minderheit.

    Zitat:
    "Ein Orthodoxer muss nicht unbedingt relig. sein, um als orthodox zu gelten."

    Gilt das auch umgekehrt: Ein Liberaler muss nicht unbedingt orthodox sein, um als religiös zu gelten?

    Zitat:
    "Da bliebe ich lieber orthodox, aber weniger "observant"."

    Lass man gut sein. Davon haben wir schon genug in den Gemeinden.

    AntwortenLöschen
  25. B"H

    Zitat:
    "Da bliebe ich lieber orthodox, aber weniger "observant"."


    Symbolische Beispiele verstehst Du nicht. Muss man extra alles dreimal erklaeren, samt Footnotes oder vielleicht besser noch aufmalen.

    Die Abwanderung aus orthodoxen Kreisen ist weltweit wesentlich kleiner als die Zuwanderung. Das Baalei Teschuva Movement erfreut sich Dank Chabad oder Aish erheblichen Zulaufes.

    Ein weiteres Argument hast Du noch gar nicht gesehen bzw. nicht in Betracht gezogen:
    Die haredische Gesellschaft in Florida, New Jersey, LA oder New York. Dort wandert niemand nach refomr oder soetwas ab. Ich weiss nicht, wo Du deine Argumente herholst. Von einer Refomrsite, wo man sich natuerlich rechtfertigen muss.

    Ehrlich gesagt habe ich die Nase gestrichen voll von dem liberalen Geschwaetz. Wer die Thora nicht als g - ttgegeben anerkennt, der sollte sein eigenes Problem betrachten und nicht auf Mea Shearim weisen.

    AntwortenLöschen
  26. B"H

    Interessante Lektuere zum Thema:

    "Why be Jewish" von Rabbi Me'ir Kahane

    http://www.thejewisheye.com/whybejewish.html

    AntwortenLöschen
  27. "Viele von ihnen sind mit Juden verheiratet und verursachen damit Identitätsprobleme ihrer Kinder. Da verliebt sich ein Nichtjude in einen Juden und alles andere zählt nicht mehr."

    Stimmt, das Wichtige in einer Beziehung ist ja auch nicht, dass man sich liebt, sondern dass man damit den Fortbestand der eigenen Art sichert. Ob es dann zu Hause etwas weniger harmonisch zugeht, weil der Partner gefühlstechnisch eigentlich nicht die erste Wahl gewesen wäre, ist da eher zweitrangig. Da sagen auch die Kinder Dankeschön, weil sie ja wenigstens sicher sein können, dass sie Juden sind...

    Wann geht so ein Blödsinn eigentlich endlich aus den Köpfen raus?

    AntwortenLöschen
  28. http://www.chabadgermany.com/library/article_cdo/aid/471983/jewish/Juden-zur-Tora.htm

    Eine kleine Geschichte, welche verdeutlicht worum es geht:
    Lebe ich “meine Thora“ oder G`ttes Thora?
    Es ist ganz einfach - eigentlich.
    Aber - Disziplin ( hört man zwar nicht so gerne)gehört nun mal zu einem observanten jüdischen Leben.
    “Spiritualität“ ist ein schöner Begriff, aber oft sehr schwammig.
    Manche verstecken sich dahinter und ihr “Wohlfühl - Gefühl“ ist ihre
    Richtlinie.
    Rachel

    AntwortenLöschen
  29. B"H

    @ Samuel

    Nur um sicherzugehen:

    Meinst Du, dass bei Orthodoxen keine Liebe in der Beziehung besteht ?

    Selbst bei den Schidduchim der Haredim oder der Nationalrelig. sollte schon eine gewisse Sympathie vorhanden sein und man heiratet nicht einfach drauflos.
    Bei chassidischen Tischen sehe ich es jedesmal, dass Teenage Girls irgendwelche Teenage Boys im Erdgeschoss anhimmeln.

    So einfach ist es nicht zu sagen, man muesse halt schauen, wo die Liebe hinfaellt. Uebrigens ist genau dieses "nur oberflaechlich nach dem gehen, wonach mir gerade ist" Teil der dieswoechigen Parasha, den Lot tat dort das gleiche.

    Unser Verstand sollte bei der Partnerwahl genauso mitwirken, der uns sagt, man soll unter Juden juedisch heiraten. Nicht nur nach irgendwelche Begierden rennen, um sich so sein Leben zu vereinfachen.

    All die aufgefuehrten Gruende der Reformer sehe ich bisher als eigene Rechtfertigung oder eine Faulheit, die Mitzwot zu halten.
    Hierbeit hat Rachel sehr Recht: Solche Leute leben ihre Thora und picken sich das heraus, was ihnen allzu bewuem ist. Uebt die orthodoxe Seite Kritik, gehoeren wir alle nach Mea Shearim oder sind anderweitig bekloppt.

    AntwortenLöschen
  30. @Samuel

    Also Schidduchim sind( auch) eine sehr emotionale Angelegenheit.

    Das kannst du mir gerne glauben...
    Ich muss es ja schliesslich wissen.

    Natürlich muss die Basis stimmen, b e v o r das junge Paar sich trifft.
    Aber dann muss zuerst die Chemie stimmen. Entsteht keine Empathie, oder man fühlt sich abgestossen, sollte der Prozess auf keinen Fall fortgesetzt werden.
    Wichtig ist auch eine gute Begleitung des jungen Paares. Vorzugsweise ein e erfahrene r Schadchanit/Schadchen.
    Sobald die zwei sich einig sind, wird “ das Vort gegeben“( bzw. verlobt)
    Bei den Charedim/Chardal dauert die Zeit bis zur Chassene nicht zu lang.

    Beide nehmen dann auch Unterricht über Taharat Mishpacha und Shalom Beis. Dies ist sehr wichtig, da es die Basis des jüdischen Ehe- und Familienlebens ist.

    Ein gut geführter Schidduch beinhaltet auch ein Werben, welches gerne von “ Herzklopfen“ begleitet sein kann.

    Rachel

    AntwortenLöschen
  31. Das Progressive Judentum behauptet von sich, weltweit die Mehrheit zu stellen. Stimmt das? Oder geht die Tendenz doch mehr in Richtung Orthodoxie? WER von beiden Richtungen hat Zukunft? Beide? Oder nur die Orthodoxie?

    AntwortenLöschen
  32. B"H

    Ich denke, dass die Mehrheit einfach nur saekuler lebt, ohne besonders von sich zu behaupten, irgendeinem Movement anzugehoeren. Vielleicht geht man in die Synagoge, die gerade irgendwo in der Naehe liegt oder in der man sich wohlfuehlt.

    Nicht immer schliesst sich jeder einer bestimmten Gemeinde an und in Israel meldet sich kaum jemand irgendwo formell an. Mit Antrag ausfuellen und so, wie in Deutschland. Man geht halt dorthin, wo man sich hingezogen fuehlt. Manchmal in die Synagoge in der eigenen Strasse oder etwas weiter weg.

    Die religioese Orthodoxie wird sicher nur von einer Minderheit gebildet. Wer lebt heute schon gemaess der Thora ?
    Die Mehrheit ist mit Sicherheit saekuler, wobei ich diese Leute aber weder dem Reform - noch Progressiv - noch dem Konservativen Movement zuordnen taete.

    Es gibt saekulere Juden, denen es nicht einfallen taete, in eine Reformsynagoge zu gehen. Niemals, denn eine orthod. Synagoge sollte es da schon sein.

    Orthodox lebende Juden wiederum besuchen keine Reformsynagogen.

    Ich wuerde die Juden nicht in refomr, orthodox oder so unterteilen, sondern eher in saekuler, traditionell und religioes. Wobei die traditionellen Juden (halten koscher und zu einem gewissen Grad Schabbat, heiraten Juden, lassen ihre Soehne beschneiden, etc.) ebenso einen hohen Anteil ausmachen. Jedenfalls in Israel.

    Was ebenso nicht unterschaetzt werden darf, und ich erwaehnte das schon, sind die vielen Juden, die ploetzlich beginnen, relig. zu leben. Chabad hat da sicherlich einen kleinen Anteil daran. Zumindest wird die "Jewish Identity" etwas angehoben und man ist schon froh, wenn Juden Juden heiraten.

    AntwortenLöschen
  33. Aber wie sieht ein Orthodoxer aus? Wie würdest du ihn definieren? Äußerlich - innerlich? Wenn du z.B. Hosen trägst - bist du als orthodoxe Frau erkennbar? Die Torah ist von G'tt gegeben - klar, aber diese Definition allein kann es doch auch nicht sein, sondern die entsprechende Lebensweise?

    AntwortenLöschen
  34. B"H

    Vor etwas mehr als einem Jahr besuchte ich einen relig. Vortrag von einem litvisch - haredischen Rabbi und der sprach das Thema an:

    Zuerst einmal verwechseln viele das "Orthodoxsein" mit dem Leben im ultra - Mea Shearim.

    Dem ist nicht so und heutzutage findest Du verschiedene Richtungen in der Orthodoxie. Aus Jerusalem nenne ich Dir nur einige:

    Da ist das Shlomo - Carlebach - Movement:
    Orthodox, aber irgendwie freakig und hippiemaessig.
    Kleidung: Hippie oder kuenstlermaessig. Weite bunte Klamotten und Frauen mit Hosen und darueber Roecken.

    Modern - Orthodox:
    Alle moeglichen Leute sind dabei. Von Frauen, die Hosen tragen, bis hin zu fromm ausschauenden Frauen. Maenner mit Kipa, aber dennoch in normaler Kleidun oder auch fast haredisch gekleidet.
    Was ist ein Modern - Orthodoxer ?
    Jemand, der, u.a., regulaere Buecher liest und nicht nur relig., ein TV daheim hat oder ins Kino geht, auch von Koscherzertifikat des Rabbanut nascht und nicht nur von den Batei Din Zedek Belz oder Edah. Jemand der mit dem anderen Geschlecht redet und mit dem man locker im Cafe sitzen kann.

    Nationalrelig.:
    Manche Frauen sehen richtig fromm aus, andere wie die Carlebacher. Maenner koennen fast haredisch aussehen oder genauso gut regulaere Klamotten tragen.
    Unter ihnen gibt es total abgefahrene fromme wie die aus der Jerusalemer Maenneryeshiva "Mercaz HaRav" oder auch ganz lockere Leutchen. Hinzu kommen einige durchgeknallte Siedler.
    Nicht alle Siedler sind durchgeknallt, doch manche unter ihnen haben echt einen Schuss weg.

    Chardalnikim:
    Sehen fast haredisch aus, tragen aber immer noch eine gehaekelte Kipa und keine haredisch schwarze.
    Sie sind Zionisten mit haredischem Einschlag.

    Haredim:
    Auch hier tun sich Gruppen auf.

    Diejenigen Orthodoxen, die keiner Gruppe angehoeren, sich jedoch als orthodox bezeichnen wie ich:
    Jeder von ihnen hat einen gewissen Einschlag zu einer Richtung. Von aussen sieht man ihnen die Religioesitaet kaum an, redet man aber mit ihnen, wird es offensichtlicher.

    Wenn ich in bestimmte Gebiete gehe oder Leute besuche, ziehe ich mich schon "anstaendig" an. Ansonsten habe ich mit meiner Kleidung noch nie Probleme gehabt. Auch nicht, wenn ich mich private mit Haredim treffe.

    In Jerusalem bestehen viele Lebensweisen. Das Wichtigste ist, dass Du die Thora anerkennst und Dich nicht auf Abwege begibst.
    Es gibt einige super moderne relig. Movements, die sich selbst als "orthodox" bezeichnen, es aber nicht mehr sind, sondern ins "Konservative" abgedriftet sind.
    Mit solchen Sachen, zum Beispiel, lasse ich mich nicht ein.

    Wer nicht relig. geboren worden ist, der sollte eh nicht alles ueberstuerzen.
    Was ich auch immer wieder von Haredim hoere, die relig. werden:

    "Im Grunde genommen halte ich mich an die Thora, doch gibt es Sachen, die ich nicht oder noch nicht tue. Wichtig ist, die Dinge nicht aus den Augen zu verlieren und immer auf eine gewisse Perfektheit hinzuarbeiten".

    Die Hose sehe ich als geringes Problem an. Kaschrut oder Schabbat jedoch als viel schwerwiegender.

    AntwortenLöschen
  35. Was bin ich, wenn ich mich selbst als orthodox fühle, aber "nur" einen sogenannten Liberalen Giur machen konnte, weil ich im Ausland keine andere Möglichkeit hatte?

    Wie "funktioniert" ein Giur LeChumrah?

    AntwortenLöschen
  36. B"H

    Wenn Du einen Reformgiur hinter Dir hast, bist Du in der orthodoxen Welt kein Jude. Egal, welche Möglichkeiten Du hattest bzw. nicht hattest. Demnach müßtest Du nach orthodoxen Massstaeben einen orthodoxen anerkannten Giur machen, um auch als solches zu gelten.

    Meines Wissens nach wird ein Giur Le'Chumrah nur dann gemacht, wenn der dringende Verdacht besteht bzw. Beweise vorhanden sind, welche darauf schliessen lassen, dass Deine Eltern bzw. Deine Mutter Juden waren, allerdings keine eindeutigen Papiere vorhanden sind.
    Wie genau das von Statten geht, darueber muss ich mich erst erkundingen.

    AntwortenLöschen
  37. Ein Giur Le'Chumrah ist wirklich nur einer, wenn es einen Zweifel gibt. Er geht nicht bei liberalem Giur.
    In dem Fall müsste man einen ganz normalen orthodoxen Giur machen.

    AntwortenLöschen
  38. B"H

    Da gebe ich Yael absolut Recht:

    Wer einen Reformgiur hinter sich hat, kann nicht von einem orthodoxen Beit Din einen Giur Le'Chumrah verlangen, sondern muss die gesamte orthodoxe Giurphase von vorne durchlaufen. Manchmal wird ihm sogar das Leben schwerer gemacht, denn derjenige war einmal Mitglied der Reformbewegung bzw. fand sich bereit, einen solchen Uebertritt zu machen.
    Das macht keinen guten Eindruck bei einem orthoxen Rabbi oder Beit Din.

    AntwortenLöschen