Montag, August 31, 2009

Rabbi Tuvia Singer und Chassidischer Tisch in Belz

B"H

Auch während meiner paar Tage Urlaub sass ich nicht untätig da. :-)

Morgen werde ich neue Artikel in meine Blogs stellen. Darunter einen Bericht zum chassidischen Tisch bei der Chassidut Belz sowie der gestrige Vortrag des Rabbi Tuvia Singer, welcher diesmal das Buch Daniel behandelte.

Von der israelischen Anti - Missionsorganisation "YAD LE'ACHIM" bekam ich die neuesten Zahlen missionarischer Einrichtungen in Jerusalem sowie in ganz Israel. Auch dieses stelle ich morgen in den Blog genauso wie einen Bericht über meinen Hebron Trip.

In diversen christlichen Kreise kursieren derzeit Newsletters, welche Tuvia Singer als Lügner darstellen. Dies besprach ich unter anderem heute auch mit Yad Le'Achim. Missionare gehen in ihren Thorainterpretationen stets von ihrer Seite sowie ihrem "Verständnis" aus. Das ist, wie ich schon viele Male zuvor berichtete, ein Fehler.


Im Judentum beziehen wir uns beim Thorastudium auf vier Dinge:

1. Remez (Hinweis: Zwischen den Zeilen lesen)

2. Pschat (die einfache Bedeutung)

3. Sod (Geheimnis)

4. Drash (Interpretation)

Was Missionare gegenüber dem Judentum nicht verstehen ist, dass ein Text symbolische Bedeutungen haben kann. Etwas steht geschrieben, doch besitzt einen viel tieferen verborgenen Sinn. Das versucht Tuvia Singer in seinen Auslegungen stets klarzumachen, doch die Verbreiter des Newsletters haben absolut nicht begriffen.

Doch keine christlichen Missionare im "Heichal Shlomo"

B"H

Die israelische Anti - Missionssite "Jewish Israel" korrigierte den Artikel bezüglich des Kongresses christlicher Missionare im Jerusalemer "Heichal Shlomo".

Offiziell nahm man bei Heichal Shlomo dazu Stellung: Nie und nimmer habe man einem etwaigen Kongress der Missionare zugestimmt !

Details dazu findet Ihr hier:

http://jewishisrael.ning.com/profiles/blogs/heichal-shlomo-to-host

Sonntag, August 30, 2009

AM ISRAEL CHAI - עם ישראל חי

Photo: Graffiti Tel Aviv


B"H

Eines nervte mich gewaltig als ich heute früh die Wochenendausgabe der israelischen Tageszeitung MAARIV aufschlug:

Wiederholt nervte Angela Merkel den israelischen Premier Netanyahu mit ihrem Gesülze, Israel solle den Siedlungsbau stoppen.
"Die Zeit läuft, Herr Netanyahu".

Als ob Angela Merkel eine Ahnung von israelischen Siedlungen hätte. Wenn jemand Israel etwas "vorschreiben (vorschlagen)" kann, dann sind das alle, nur nicht Deutschland. Und woher nimmt eine Angela Merkel das Recht, in G - ttes Thora einzugreifen, wo es heißt, dass Israel Seinem Volke (den Juden) gegeben worden ist. Wo Deutschlands Vorschläge hinführen, sahen wir gestern als Premier Netanyahu das Museum in WANNSEE besuchte. Vielleicht sollte Angela Merkel diese Tatsache einmal überdenken !

Benjamin Netanyahu ist von Haus aus mit der jüdischen Geschichte verbunden, denn sein Vater ist der Historiker Benzion Netanyahu, welcher eine Menge Bücher über das spanische Judentum und die Inquisition schrieb. Benzion Netanyahu wäre daher der bessere Gesprächspartner für Angela Merkel gewesen als sein Sohn !

"Am Israel Chai - Das Jüdische Volk lebt !" schrieb Netanyahu in das Gästebuches des Museums in Wannsee. Einem Ort, an welchem die Endlösung beshlossen worden ist.

Bis heute hat das Thema nichts an seiner Bedeutung verloren, doch seien die Zeiten auch noch so depressiv, "Am Israel Chai" war und wird der ewige Überlebensslogan der Juden in aller Welt bleiben.

Samstag, August 29, 2009

Christliche Missionare im "Heichal Shlomo"

B"H

Die Anti - Missionssite "Jewish Israel" berichtet, dass am 1. Oktober 2009 im Jerusalemer "Heichal Shlomo" ein Bankett ganz besonderer Art stattfinden soll:


Christliche Missionare werden sich dort treffen; gesponsort von den fanatischen Evangelikalen.

Der "Heichal Shlomo" Komplex ist Sitz der Grossen Synagoge zu Jerusalem sowie eines Museums. Ein solches Treffen von Christen im Gebaeude des Heichal Shlomo waere ein absoluter Skandal !

Details bei "Jewish Israel":

http://jewishisrael.ning.com/profiles/blogs/heichal-shlomo-to-host

Freitag, August 28, 2009

Schabbat Schalom

B"H

Bis zum Dienstag laufen offiziell noch die Ferien (incl. Schulferien). Deswegen reise ich sonntag und montag noch etwas herum. Am Sonntag geht es, unter anderem, nach Hebron und Kiryat Arba.
Heute nachmittag fahre ich nach Jerusalem und geniesse das dortige kühlere Wetter und die verbliebenen Ferientag.

Schabbat Schalom an alle Leser !

Donnerstag, August 27, 2009

Parashat Ki Teitze - פרשת כי תצא

Inwieweit soll ich meine Augen schliessen, damit mich meine Yetzer (negative Seite in mir) nicht zu negativen Taten oder Gedanken verleitet ? Was ist mit dem Fernseher, dem PC oder dem Kino ?
Photo: A Simple Jew

B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat

Die dieswöchige Parasha besteht aus einer unendlich langen Liste von Halachot (Gesetzen). Gleich die erste Halacha langweilte mich jahrelang. Immer wenn ich zu einem Thora - Shiur ging und der Rabbiner über die Parashat Ki Teitze sprach, wußte ich, was garantiert zur Sprache kommen wird. Auch ich will das Thema hier zur Sprache bringen, allerdings etwas anders erklärt und ich hoffe, dass niemand sich langweilen wird.

Laut Thora müssen jüdische Männer, wenn sie in den Krieg ziehen und sich in eine weibliche Kriegsgefangene verlieben sollten und diese heiraten wollen, sie vor der Ehe mit heimnehmen. Zuhause angekommen muß sie sich ein altes Kleid anziehen, ihr Kopfhaar wird geschoren und ihre Fingernägel sollen wachsen. Auch soll sie um ihre im Krieg umgekommenen Eltern trauern. Gesetz des Falles das diese nicht umkamen und noch leben, soll sie wegen der Trennung von ihren Eltern trauern. Der Thorakommentator Ibn Ezra erklärt hierzu, dass uns dies aufzeigt, dass wir immer unsere Eltern ehren sollen. Im Leben sowie im Tod.

Die Thora spricht von EHREN und nicht von LIEBEN. Rabbi Meir Weiner aus Jerusalem sagte einmal bei einem Thora - Shiur, dass uns die Thora verpflichtet, unsere Eltern zu ehren. Verpflichtet, unsere Eltern zu lieben, sind wir dagegen nicht. Die beliebte Frage hierauf ist jedesmal, was geschieht, wenn Eltern ihre Kinder mißhandeln. Ich denke, dass die Antwort darauf nicht generell ausfallen kann und jeder Einzelne sich da mit seinem Rabbiner individuell absprechen sollte.

Warum kann ein jüdischer Soldat nicht einfach die Kriegsgefangene mit heimnehmen und sie sofort heiraten ? Wieso gibt uns die Thora so komplizierte Gesetze und läßt den Soldaten einen Monat lang auf seine Angebetete warten ?

Der jüdische Soldat verliebte sich in eine Kriegsgefangene, die er auch gegen ihren Willen mit heimnehmen konnte und sie dort der in der Thora vorgeschriebenen Prozedur aussetzt. Sie soll sich absichtlich häßlich machen, denn nach einem Monat könnte der Soldat sein Interesse an ihr verlieren. Wenn er sie zum ersten Mal sieht, mag sie Miss World sein, aber mit geschorenem Kopf und langen Fingernägeln, wer weiß….Die Thora fährt fort, dass, sollte er kein Interesse mehr zeigen, er sie wegschicken kann. Raschi sowie der Ramban verstehen den Thoratext so, dass der Soldat die Frau auch gegen ihren Willen mitnehmen kann. Vor Beginn der in der Thora beschriebenen Prozedur darf er einmal sexuelle Beziehungen mit ihr haben, danach aber nicht mehr (siehe Talmud Traktat Kiddushin 22a). Erst wieder nach der Hochzeit, falls diese stattfinden sollte.

Soweit die allgemeinen Erklärungen aus der Thora und auch aus meinem Shiurim. Aber wie wir wissen, will uns die Thora noch ganz andere tiefere verborgene Dinge lehren und nach denen müssen wir suchen. Der Thorakommentator Kli Yakar gibt uns seine Idee eines tieferen Insights.

Den Auszug in den Krieg betrachtet er als unseren alltäglichen individuellen Krieg mit uns selbst. Täglich kämpfen wird aufs Neue mit der schlechten Seite (Charaktereigenschaft) in uns. Unsere Yetzer HaRah (schlechte Seite) versucht uns Dinge einzureden, die wir im Grunde genommen nicht bereit sind zu tun.

Plötzlich kommen uns Gedanken in den Kopf wie, es sei ja nicht so schlimm und wir machen es auch nie wieder. Unsere Yetzer versucht uns auf alle möglichen Arten zu überreden, etwas Negatives zu tun. Genau das sieht der Kli Yakar als den Krieg, indem wir gegen einen inneren und einen äußeren Feind ankämpfen. Der innere Feind sind wir selbst und der äußere sind die materiellen Einflüsse auf uns. Der Soldat sieht eine schöne Frau und ist voll von ihr besessen. Die will er heiraten und keine andere. Mit dem Verhalten folgt er seiner Yetzer HaRah und verliert jedes logische Denken.

Da wir jedoch in G - ttes Ebenbild erschaffen worden sind, heißt, wir besitzen wie er eine Moral und einen Verstand, können wir uns nicht einfach so von unseren Gefühlen verleiten lassen. Deswegen gab G - tt das Thoragesetz, dass die Kriegsgefangene sich häßlich zu machen hat.

Auch der derzeitige Rebbe der Chassidut Slonim, in Jerusalem, Rabbi Shmuel Bozorowsky, sowie der ehemalige Rebbe der Chassidut Gur, der Sefat Emet, sehen in dem Kriegsauszug genauso eine Kriegserklärung gegen unsere eigene individuelle "Yetzer HaRah". Zu sehr lassen wir uns von spontanen Gefühlen leiten, welche metaphorisch als Feind zu betrachten sind. Sämtliche unserer Charaktereigenschaften, selbst unsere negativen, sollten wir in etwas Positives umleiten oder zumPositiven nutzen. Geben wir uns erst einmal unseren negativen Gedanken oder Bedürfnissen hin, dann besteht die Gefahr, dass wir nachfolgend auch noch die Thoragesetze brechen.

Wird der Soldat jetzt auch noch seiner Yetzer folgen ? Sobald sie erst einmal häßlich und vernachlässigt ausschaut, mag er ganz anders denken und zur Besinnung kommen. Der Kommentator Ibn Ezra schreibt, dass dann erst der richtige Tikun (Reparatur der Seele) des Soldaten einsetzt. Auf Hebräisch nennen wir es "Cheschbon Nefesch", nämlich darüber nachzudenken, was wir eigentlich getan und verursacht haben. In anderen Worten ausgedrückt – "Bilanz zu ziehen".

Sollte der Soldat trotz allem immer noch Interesse an der Frau haben, so darf er sie heiraten und sie muß zum Judentum konvertieren und all ihre anderen vorherigen Götter und jeglichen Götzendienst ablegen. Will der Soldat sie aber absolut nicht mehr, kann er sie wegschicken. Der Thorakommentator Ohr HaChaim kommentiert, dass ein aufrichtiger Konvertit zum Judentum das Schlechte in seiner Seele ablegen muß um das Gute zum Vorschein zu bringen. Der Alter Rebbi (Rabbi Shneur Zalman von Liadi, Gründer der chassidischen Gruppe Chabad) schreibt in seinem Buch TANYA ausführlich über das Thema der Kelipot (Seelenschalen). Unsere Seele ist unterteilt in gute und schlechte Teile und dazwischen befindet sich die Klipa Nogah, welche Gut von Böse voneinander trennt, aber dennoch beides enthält. Ein Konvertit muß sich auf das Gute in seiner Seele besinnen und das Negative ablegen. Heißt im Klartext, dass er seinen vorherigen Götzendienst nicht mehr ausführen darf und sich bereit erklärt, dem EINEN G - tt und Seinen Thoragesetzen zu folgen.

Allgemein gefaßt besteht unsere täglich Aufgabe darin, den Kampf gegen unsere negativen Charaktereigenschaften zu gewinnen und die Mitzwot (Gesetze) einzuhalten.

Ein weiteres interessantes Gesetz ist, dass wir beauftragt werden, ein Geländer um jedes Dach zu bauen. In Israel sehen wir es sehr häufig, dass es kleine niedrige Geländer um die Hausdächer gibt, damit niemand hinunterfällt.

Aber auch zu diesem Gesetz gibt es natürlich wieder tiefere Gründe, die uns, unter anderem, der Rambam (Maimonides, 1135 - 1214) erklärt. Nicht nur, dass sich Menschen auf einem Dach in Gefahr geben und durch das Geländer vor dem Fall beschützt werden wollen. Nein, der Rambam betrachtet das Thoragesetz als eine Art Vorbeugung gegenüber allen Gefahrensituationen. Es ist uns absolut verboten, uns selbst überflüssiger Gefahr auszusetzen. Autoraser, Bungie - Jumping und all das in der Art. Die Thora verbietet uns, unser Leben achtlos aufs Spiel zu setzen, denn wir bringen nicht nur uns, sondern auch andere in Gefahr.

Um nochmals auf die Kriegsgefangene und den Soldaten zurückzukommen. Warum erwähnt die Thora zuerst sie, und danach einen Ehemann mit zwei Frauen, einer ihm verhaßten und einer, die er liebt ?

Sollte die von ihm verhaßte Frau den ältesten Sohn gebären, so ist er verpflichtet, diesen als den Haupterben anzuerkennen. Gleich nach der Episode folgt ein aufrührerischer Sohn, der seinen Eltern und der Stadt Schande macht. Die Eltern können ihn dann vor ein rabbinisches Gericht bringen, welches ein Todesurteil fällen kann. Bestes Beispiel hierfür sind Götzendienst oder wenn der Sohn alle, incl. G - tt, verflucht.

Warum sind diese drei Episoden nacheinander aufgeführt ?

Raschi sieht es als eine Kettenreaktion. Zuerst bringt der Mann eine Nichtjüdin aus dem Krieg mit heim und danach ergibt sich der Rest. Bestes Beispiel sind König David und dessen Sohn Avschalom. Avschalom hatte eine nichtjüdische Mutter, welche ihn ganz in ihrem Sinne erzog und der Sohn später gegen seinen Vater rebellierte.

Und die Lehren, die wir ganz persönlich aus diesen Punkten in der Parasha ziehen können sind, uns nicht immer von unseren Gedanken verleiten zu lassen. Und seien sie anfangs noch so überzeugend. Jeder von uns besitzt die Kraft, sich dagegen aufzulehnen und dem Verstand zu folgen und nicht nur den Gefühlen. Das ist es, was uns in G - ttes Ebenbild erscheinen läßt und uns vom Tier unterscheidet.

Auch sollten wir gerade jetzt im Monat Elul vor Rosh HaShana die berühmte "Cheshbon Nefesh" üben. Über unsere Vergehen nachdenken und wie wir es beim nächsten Mal besser machen können. Eine ernsthafte Reue (Vidui - Eingeständnis unserer Vergehen) und mit der gleichzeitigen Absicht alles besser machen zu wollen, sind eine Grundvoraussetzung für das anstehende Neujahrsfest (Rosh HaShana, beginnend am Abend des 18. September), an dem G - tt die ganze Welt und die gesamte Menschheit richtet.

Schabbat Schalom

Ölvorkommen gegen Beschneidung

Mezuza und Tefillin Check vor Rosh HaShana

B"H

Am Abend des 18. September beginnt das jüdische Neujahr 5770 (Rosh HaShana). Schon jetzt im Vorfeld werden diverse praktische Vorbereitungen zum Fest getroffen. Darunter auch der Check der Mezuzot an den Türen in einem jüdischen Haushalt sowie der Tefillin (Gebetsriemens). Dort haben alle Türrahmen auf der rechten Seite eine Mezuza; alle, außer der Tür zum Bad & WC.


Die Anbringung einer Mezuza erfolgt zusammen mit einem speziellen Segen. Ein Rabbiner allerdings ist dazu nicht erforderlich, sondern jeder Jude kann seine eigene Mezuza mit Segen anbringen. Manche kleben sie irgendwie an den Türpfosten, andere wiederum nageln sie fest.
In der Mezuza Box befinden sich einige Torahverse, die koscher sein müssen; genauso wie das Papier (Klaf). Bedeutet, dass sie, unter anderem, von einem Sofer Stam (professioneller Schreiber) geschrieben worden sein müssen.

Unterschiede gibt es bei aschkenazischen und sephardischen Juden:
Aschkenazim bringen die Mezuza am rechten Türpfosten quer an, bei Sepharadim hingegen werden sie senkrecht angebracht. Es heißt, dass uns erst der Meschiach wissen lässt, welcher Art der Anbringung die richtige ist.

Mittwoch, August 26, 2009

Wer ist der wahre Zionist ?

B"H

Neulich saß ich morgens mit unserem Bäckereimanager draußen beim Kaffee als ein sephardischer Haredi (Ultra - Orthodoxer) stoppte und den Manager überreden wollte, doch Teschuva (Umkehr zu G - tt) zu machen. Schließlich befinden wir uns im Monat Elul und das sei die Zeit der Umkehr vor dem Neujahrsfest Rosh HaShana (Mitte September).

Unser Manager ist alles andere als relig. und versuchte sich taub zu stellen. Dann reichte es ihm und er fuhr mit den uralten Klischees auf: Ob denn der Haredi nichts anderes zu tun habe als ihn vollzulabern ? Habe er keine Arbeit oder so ?

Der ständig lächelnde Haredi lachte noch mehr und meinte, er helfe seiner Frau im Haushalt und gehe dann in die Yeshiva lernen.

"Nee, richtige Arbeit. Hast Du eine ?" fragte der Manager nach.

Der Haredi wurde einen winzigen Moment lang ernst und meinte, er jobbe und mit Familie und Lernen sei es halt dennoch schwer, durchzukommen und sein Leben zu gestalten. Aber G - tt helfe halt.

"Was ist am Chet (der 8.) Elul ?" fragte der Manager provokativ weiter.

Der Haredi schaute mich fragend an und man sah, dass er in seinem Kopf sämtliche relig. Daten durchging. Er kam nicht drauf und der Manager sagte triuphierend, dass vor unzähligen Jahren am 8. Elul der erste Yishuv (Siedlung) namens Nahalal in Israel gegründet worden sei. Und der 8. Elul falle auf diese Woche Freitag.

Die Absicht des Managers war dem Haredi zu zeigen, dass es halt die säkuleren Zionisten a la Theodor Herzl waren, welche dieses Land aufbauten und nicht die relig. Juden.

Der Haredi allerdings ging nicht auf das Vorurteil ein, sondern konterte historisch richtig: Die wahren Zionisten seien die Haredim gewesen, die schon vor 200 Jahren nach Israel kamen und ihre Siedlungen bauten. Jene Anhänger des Rabbi Nachman von Breslov, des Vilna Gaon oder diverser chassidischer Gruppen. Was sei denn Tel Aviv noch nach Kriegszeiten gewesen ? Genau, voll Haredim, die hier ihre Gemeinden hatten. Dies geschah bevor alle nach Bnei Brak (nahe Tel Aviv) abwanderten. Das chassidisch oder haredische Tel Aviv ist heute fast in der Vergessenheit versunken.

Der Manager gab auf und der Haredi ging nicht ohne den Manager zu segnen. Freudig zog er von dannen und der Manager meinte, er bewundere den Elan und die Begeisterung des Haredi.

"Naja, immerhin hast Du einen Segen bekommen", erwiederte ich.



Ein Motto der Chassidut Breslov: Be Happy, egal wie schlecht Du Dich fühlst. Auf dem obigen Bild sehen wir in der Mitte Rabbi Israel Odesser, das verstorbene spirituelle Oberhaupt der Breslover NANA - Bewegung.
Photo: Baal HaGan

Ellen Horowitz im Interview auf ARUTZ 7

B"H

Neulich interviewte der nationalrelig. Sender
ARUTZ 7 die gegen christliche Missionare kämpfende Ellen Horowitz, welche für die Site "Jewish Israel" verantwortlich ist.

Da ARUTZ 7 unter anderem von christlichen Organisationen Gelder erhält, toleriert der Sender und dessen Website nicht gerade immer die freie Meinungsässerung von Juden gegenüber Christen. Da man dort die Show von Ellen unter dem Titel "Traue keinen Christen" zu provokant fand, wurde der Potcast kurzerhand von der hauseigenen Website entfernt. Nun ist das Interview zurück und abhörbar:

http://jewishisrael.ning.com/profiles/blogs/a7-pulls-radio-segment-on


Bei einigen israelischen Medien frage ich mich eh, inwieweit sie durch christliche Spendengelder beeinflusst sind. Auf ARUTZ 7 jedenfalls muss ein schreibender Jude seine Zunge im Zaume halten !

Dienstag, August 25, 2009

Lubawitsch (Lubavitch)


B"H

Details, die man nicht immer und überall über die Lubawitscher (Chabad) vernimmt !

Das Finanzamt gegen die Rabbiner

B"H

Das israelische Finanzamt plant einen "Großangriff" auf jene Rabbiner, welche Spenden und anderweitige finanzielle Zuwendungen ihrer Gemeindemitglieder sowie weiteren Leuten entgegennehmen.

Davon sind besonders all jene Rabbiner und Kabbalisten betroffen, welche Geld für Segen entgegennehmen.

Ein negatives Beispiel:


Rabbi Eliezer Berland von der Chassidut Breslov (ein Rabbi, der berühmt für sein Movement der Baalei Teshuva - später im Leben relig. gewordene Juden) ist. Innerhalb der Chassidut Breslov errichtete er sein eigenes Institut, ohne jedoch von den original Breslovern in Mea Shearim anerkannt zu werden. Jeder, der ein Treffen mit Berland sucht, muss diesem 1000 Dollar in Cash auf den Tisch legen. Ohne Geld läuft ansonsten nichts. Berland zieht damit stetig Kritik auf sich. Sogar innerhalb seiner eigenen Bewegung und neulich kam es zu Krawallen gegen ihn.

Ein weiterer Cash - Heini der Baalei Teshuva Bewegung ist der Jemenite Rabbi Amnon Yitzchak, welcher in der israelischen Rabbinerlandschaft keinerlei Rolle spielt. Dagegen entdeckte Amnon Yitzchak das Business im Ausland; dort, wo noch der Rubel rollt.

Auch der selbsternannte Kabbalist Rabbi Yaakov Ifergan aus Netivot ist gut im Geschäft sowie einige weitere Rabbiner. Bekannte oder Unbekannte.



Rabbi Amnon Yitzchak

Jetzt entsandte das Finanzamt ein paar Undercover - Angestellte, die einen Rabbi um einen Segen baten und dafür 500 Schekel zahlen sollten. Der Rabbi sah ziemlich alt aus als sich die Beamten offenbarten.

Normale Summe zu nehmen, ist keine Schande und ein Rabbiner muss sich ja irgendwie ernähren. Übertriebene Summen wie Eliezer Berland etc. abzukassieren, verstößt allerdings gegen jede Regel und wer solch einen Rabbi vor sich hat, der erkennt, dass nicht alles so heilig ist, wie es zuerst scheint.

Ich unterstütze das Vorhaben des Finanzamtes, denn innerhalb der letzten Jahre wurde zuviel Schabernack mit Spenden etc. getrieben. Keiner kontrolliert, welche Summen da überhaupt über den Tisch gehen.

Vielleicht sollte das deutsche Finanzamt nachziehen !
Auch in Deutschland kassieren Rabbiner für Vorträge, ohne das die Steuer davon weiß und alles wandert in die Tasche des Rabbiners.

Zu betonen sei, dass es genügend ehrlich arbeitende Rabbiner gibt, welche mit derlei Machenschaften nichts am Hut haben !!!

Trip to Sderot and Netivot

B"H

Trip nach Sderot and Netivot

Wie lebt man mit Kassam Raketen und wie ist es am Grabe des marokkanischen Rabbiners und Kabbalisten Baba Sali ?

Montag, August 24, 2009

Warum glauben Christen, die Torah gelte nicht mehr ?

B"H

Gestern also startete Rabbi Tuvia Singer seine neue Vortragsreihe um Juden über die Lügen der Kirchen aufzuklären. Ebenso aber waren einige interessierte Christen anwesend, welche einfach nur wissen Interesse zeigen, was die jüdische Thora wirklich sagt.

Tuvia Singer begann mit dem amerikanischen Politiker Pat Robertson, einem ausgemachten fundamentalistischen Evangelikalen, welcher sich vor Jahren um die US - Präsidentschaft bewarb.
Wobei an dieser Stelle "fundamentalistisch" nicht immer nur "extrem" heißt, sondern vielmehr "an alten christlichen Traditionen festhaltend".

Pat Robertson wurde in einem TV - Interview von einem jüdischen Journalisten gefragt, ob denn Juden, welche sich nicht zum Christentum bekehren lassen, alle in die Hölle marschieren ?
Pat Robertson antwortete seiner christlichen Ideologie zufolge so:

"Wenn die Juden alle ihnen gegeben 613 Mitzwot (Gesetze) einhalten und nicht sündigen, können sie anhand des mosaischen Gesetzes gerettet werden".

Nun tue ich mich jedesmal schwer mit christlichen Ideologien und Ausdrücken. Nicht nur ich, denn jemand aus dem Publikum fragte sogleich, was denn das bedeutet, "ein Jude werde gerettet" ?
"Vor dem Höllenfeuer", so meinte Tuvia Singer. Das stehe irgendwo in christlichen Schriften (Singer nannte die Quelle, aber ich schrieb sie nicht auf, denn soetwas interessiert mich nicht). Derlei konfuse Ideen wollen nicht in meinen Kopf und diese verworrenen Konzepte haben absolut gar nichts mit dem Judentum zu tun, sondern basieren auf den wirren hellenistischen Lehren des Apostel Paulus.

Tuvia Singer sagte, dass das Christentum nicht daran glaubt, dass es einen einzigen Menschen gäbe, der tatsächlich G - ttes 613 Gebote einhalten kann. Nur J. konnte dies und Christen werden durch ihn gerettet, wobei sie die Gebote nicht einhalten, sondern halt nur glauben müssen.

Diese Ideologie löst in mir nur Kopfschütteln aus und ich frage mich, an welchen Schwachsinn die Menschen in der Lage sind zu glauben. Zuerst einmal müssen Nichtjuden eh nur die Sieben Noachidischen Gesetze einhalten und kein Jude kann aus praktischen Gründen die 613 Mitzwot einhalten, denn viele von ihnen beziehen sich auf den Dienst der Cohanim (Tempelpriester). Andere wiederum nur auf Männer und somit fallen die Frauen schon einmal raus.
Der falsche Meschiach J. war kein Cohen und konnte demnach auch nicht alle Gesetze einhalten ! Er war ein Mensch und Menschen belieben zu sündigen. Nach jüdischer Theologie ist jeder Mensch jederzeit in der Lage, seine Taten zu bereuen und G - ttes Vergebung zu erfahren. Ganz ohne J., ohne Blut und all das Blabla, was die Kirche den Christen weiszumachen versucht. Jeder allein kann Vergebung empfangen, wenn er bereut und in Zukunft versucht, alles besser zu machen.
Damit stellt sich die Frage, warum G - tt uns denn all die Gesetze gab, wenn lt. Christentum kein Mensch in der Lage ist, diese einzuhalten ?
Hierauf fand die Kirche eine bemerkenswert verlogene Ausrede.
Auf soetwas muss man erst einmal kommen !

Wenn die Juden all die Gesetze sehen, dann bemerken sie von allein, dass all das nicht sein kann.

Wieso sind Juden anfällig für die Christenmission ? Wie wir sehen, konvertierten zu Paulus Zeiten viele in Rom lebende Juden zum Christentum, welche Paulus in seinen Römerbriefen anspricht.
Rabbi Tuvia Singer schob dies darauf, dass viele Juden eben mit sich selber Probleme haben, Sie sehen sich als missachtet genauso wie J. es war. J. war Jude und er wurde verstossen und sogar von seiner eigenen Familie abgelehnt. Nun kommt ein Jude daher und ihm wiederfährt Ähnliches. Was liegt da näher als J. als eine Art Vorbild zu betrachten ?

Ich hingegen schiebe vieles ganz einfach darauf, dass Hunderttausende von Juden keine jüdische Erziehung bzw. Bildung genossen haben. Somit sind sie christlichen Missionaren ausgeliefert, denn sie sind nicht in der Lage zu argumentieren. Eine traurige Tatsache, die vor allem heute in der israelischen Gesellschaft einen breiten Raum einnimmt. Die jüdische Identität und Bildung findet in der säkuleren Gesellschaft kaum mehr Anerkennung und stattdessen will man lieber assimiliert leben. So wie Europa oder die USA halt.

Tuvia Singer zitierte Römer 3:20, in welcher Paulus die Gesetze als Wissen der Sünde oder so ähnlich beschreibt. Bedeutet, wer die Gesetze einhält, der sündigt nach christlicher Theologie. Niemand könne Erlösung durch sich selbst finden, sondern benötige J. und halt den Glauben - so die Kirche. Dabei ignorierte die Kirche den Sätze in Sefer Devarim (Deuteronomy) 30:12 - 14 völlig:

Schon in 30:11 sagt G - tt, dass das Gesetz keineswegs unverständlich ist. In Devarim 29:28 lautet es, dass die Torah bis in alle Ewigkeiten Gültigkeit besitzt. Ferner heißt es hier in der Thora, dass die verborgenen Dinge für G - tt sind: Die Zukunft kennt nur G - tt und bleibt uns verborgen. Aber dass, was uns offen dargelegt ist, ist uns demnach bekannt. Was immer die Juden in ihrer Geschichte durchleben, sie sollten stets eine Verbindung zu ihrem Land aufrechterhalten und die Thora einhalten. Egal, ob sie in der Diaspora leben oder in Eretz Israel (so Rabbi Samson Raphael Hirsch in seinem Thorakommentar). Der Talmud Traktat Sanhedrin 43b lehrt zu diesem Thoravers, dass jeder einzelne Jude die Verantwortung besitzt, die Thora einzuhalten. Weiterhin sollte die Thora im Judentum realisiert werden.

Ehrlich gesagt erschienen mir Tuvia Singers Zitate der Kirche sowie der Originalinhalte der Thora manchmal verwirrend. Wahrscheinlich nicht für jemandem, der sich mit dem Christentum auskennt, doch mir erschienen die kirchlichen Verdrehungen der Inhalte geradezu schizophren. Obwohl es heißt, Paulus zitiere aus der Thora, so liess er doch wesentliche Originalinhalte weg oder fügte einfach neue Wörter hinzu, damit alles in seine Phantasien passte und sich nichts widersprach. Schließlich suchte er ja Leute, die an sein erfundenes Werk glauben, was ihm sogar gelang.

Ich gehe nicht auf den direkten Text ein, sondern nenne einfach noch ein weiteres Beispiel:

In Yirmeyahu (Jeremia) 31:30 - 32 ist von einem "neuen Bund" die Rede. Die Kirche interpretiert dies so als sei hier J. genannt oder es wird auf ihn hingewiesen. Falsch !

Richtig hingegen ist, dass der Vers auf eine Zukunft hinweist, welche bis heute noch nicht erfolgte. Nämlich ein Bund zwischen dem Hause Israel und dem Hause Yehudahs. Eine Prophezeihung, welche bis heute noch nicht eingetreten und messianisch ist. Erst wenn der RICHTIGE Meschiach erscheint, wird diese Prophezeihung Wirklichkeit !

______________

Viele Christen mögen sich auf den Schlips getreten fühlen, doch kann ich nur jedem anraten, sich einmal eine gute jüdische Übersetzung der Thora zu beschaffen und den Inhalt mit der christlichen "Bibel" zu vergleichen. Dann stellen sich die falschen kirchlichen Übersetzungen und Konzepte allein heraus.

Ferner bin ich nicht daran interessiert, ständig Fragen bezüglich der christlichen Theologie zu beantworten. A la, was das Judentum dazu meint und ob J. nicht doch Recht hatte.

Weder J. noch christliche Inhalte interessieren mich und wenn ich an dieser Stelle über Tuvia Singer und dessen Vorträge berichte, so geschieht dies aus dem Grunde, um Juden vor christlichen Missionsmethoden zu warnen bwz. einigen christlichen Lesern einige Denkanstösse zu geben.

Der Blog ist ein jüdischer Blog und kein Schauplatz der Ökumene ! Kommentare, die nach J. schreien werden automatisch gelöscht !

"Derech HaShem - Der Weg G - ttes"

B"H

"Derech HaShem - The Way of G - d - Der Weg G - ttes" ist ein extrem wichtiges Buch im Judentum. Aus kaum einer Yeshiva (relig. Schule) ist es wegzudenken und ein jeder relig. Jude ist schon einmal irgendwo mit dem Buch des Rabbi Moshe Chaim Luzzatto (geboren im Jahre 1707 in Padua / Italien, gestorben in Israel im Jahre 1747 im Alter von nur 39 Jahren).
Rabbi Moshe Chaim Luzzatto ist äußerst bekannt für seine kabbalistischen als auch seine Mussar (Ethik) Schriften. Außer dem "Derech HaShem" nennen viele ein weiteres Mussarbuch von ihm; nämlich "Mesillat Yesharim - The Path of the Just".

In seinem Buch "Derech HaShem" beschreibt Rabbi Luzzatto zuerst G - tt selber und wie ein Juden diesen ausnehmen soll:

1. Jeder Jude muss wissen und sollte daran glauben, dass da ein erstes Wesen existiert. Ein Wesen ohne jeglichen Anfang und ohne jegliches Ende. Dieses Wesen erschuf jegliches Leben und alles darum herum und erhält alles seit jeher am Leben.

Bei diesem Wesen handelt es sich um G - TT !

Für G - tt existiert kein Zeitkonzept. Dieses erschuf Er einzig und allein für den Menschen. Er dagegen war schon immer da und wird bis in alle Unendlichkeit weiter existieren, ohne Sich und Seinen Willen jemals zu verändern. Stets ist Er anwesend und erhält Seine Schöpfung, sprich das Universum und uns, am Leben.

2. Weiterhin ist es notwendig zu erkennen, dass G - ttes wahre Natur einzig und allein nur von Ihm verstanden werden kann und nicht mit unserem begrenzten menschlichen Verstand. Das Einzige, was wir tatsächlich von Ihm wissen ist, dass er absolut perfekt ist; auf jedem nur möglichen Weg.
In der Thora lautet es schon: "Torat HaShem Temimah - Die Thora G - ttes ist perfekt!" Etwas absolut Perfektes kann nur von etwas Perfektem erschaffen werden. Diese Dinge (G - ttes Perfektheit und dass er für uns nicht erfassbar ist) wissen wir anhand der Tradition. Von den Patriarchen (Vorväter Avraham, Yitzchak und Yaakov) sowie den Propheten …
Es ist absolut unmöglich, dass G - tt jemals aufhört zu existieren.


3. Weiterhin sollte jeder wissen, dass G - ttes Existenz von nichts und niemandem abhängig ist. Diese Aussage beinhaltet gleichfalls, dass G - tt keinerlei Bedürfnisse hat und kennt.

4. G - tt ist absolut simpel, ohne jegliche Struktur oder zusätzlichen Qualitäten. Jede nur erdenkliche Form der Perfekheit existiert in Ihm, aber in einfacher Form.
Wie genau sollen wir das verstehen ?
Rabbi Moshe Chaim Luzzatto gibt einen Einblick: Der menschliche Verstand verfügt über viele unterschiedliche Fakultäten, jede davon mit ihren eigenen Aktivitäten. Unter anderem bildet das Erinnerungsvermögen eine dieser Fakultäten, Lust eine andere. Daneben besteht die Vorstellungskraft und anderes. Daher beinhaltet der menschliche Verstand eine Struktur, denn jede Domäne fungiert gemäss ihrer eigenen Fakultät. Sobald wir von G - tt sprechen, ist dies anders, denn in Ihm bestehen keine verschiedenen Fakultäten. Vielmehr existieren in Ihm Qualitäten, welche in einem menschlichen Wesen anders sein täten: G - tt verfügt über Lust, Weisheit und Fähigkeit und ist perfekt in jeder nur erdenklichen Art und Weise. Nichtsdestotrotz, die wahre Natur Seines inneren Wesens ist eine Einheit, welche jegliche Perfektion enthält. Jede Perfektion existiert daher in G - tt nicht als Zusatz Seiner Existenz, sondern als integraler Teil Seiner Identität. Einer Identität, deren inneres Sein sämtliche Arten der Perfektion enthalten.

Sind die Ausführungen Rabbi Luzzattos zu verwirrend ?

Was der Rabbi hier sagen will, ist ganz einfach, dass es sich bei G - tt um ein unendliches perfektes Wesen handelt, was wir nicht in der Lage sind zu erfassen oder zu begreifen. Ein absolut perfektes Wesen, welches Seine Allmacht zurückzog, um uns und eine unperfekte Welt zu erschaffen. Uns Menschen, ausgestattet mit einem eigenen Willen zwischen Gut und Böse. Hätte G - tte jegliches Dasein in Seinem vollen perfekten Zustand erschaffen, so hätten wir keine freie Wahl im Leben. Wir wären eine Art Roboter, der alles richtig macht. Unsere Aufgabe jedoch ist es, die Welt zu perfektionieren und uns selbst gleich mit.

Wie kann ich das tun ?
Nur mit einem freien Willen und meiner Entscheidung, G - ttes Willen (die Thoragesetze) auszuführen. Ohne die Thora bzw. den Propheten wüssten wir gar nicht, was G - tt genau von uns will.

Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie wenig die Menschen bei G - tt von einem unbeschreibbaren Wesen ausgehen. Anstatt sich bewusst zu machen, wer G - tt, gemäss des Rabbi Moshe Chaim Luzzatto sowie anderen Rabbinern, eigentlich ist, suchen sie lieber nach Symbolen, die sie anfassen und begreifen können. Selbst, wenn es ein falscher G - tt ist.

Warum sind viele Menschen einfach nicht in der Lage, G - tt als unbegreifbare Vollkommenheit anzuerkennen ? Anzuerkennen und einzugestehen, dass wir Ihn weder begreifen noch mit dem Verstand erfassen.

Sonntag, August 23, 2009

In Kürze

B"H

Ab morgen abend (Montag) werde ich wieder richtig bloggen. Heute hingegen bin ich noch zu busy. Ich komme gerade zurück von einem Trip in die Stadt Ariel. Ariel teilt sich mehr oder weniger in nationalreligiös und russisch auf. Es gibt dort nicht viel zu tun das Leben beschränkt sich auf die Arbeit irgendwo ausserhalb der Kleinstadt und das Privatleben daheim.

Um nach Ariel zu gelangen, nahm ich den Eggedbus Nr. 148 von Jerusalem. Die Fahrt allein ist die kleine Strapaze wert, denn wir passierten viele bekannte Siedlungen wie Psagot, Migron, Ofrah, Shilo oder Eli.

Dazu aber morgen mehr, wenn ich wieder in Tel Aviv bin und Zeit zum Schreiben habe. Dann folgt auch endlich der Bericht über meinen Trip nach Sderot und Netivot.
Heute abend allerdings stecke ich noch in Jerusalem fest, denn
Rabbi Tuvia Singer gibt einen Vortrag gegen christliche Missionare und in der Bäckerei muss ich auch noch etwas tun. Die Details zum Vortrag werde ich auf meinem Hamantaschen Blog veröffentlichen !

Wer Zeit hat, der sollte den Trip von Jerusalem nach Ariel unternehmen und die grandiose Landschaft von Samaria (Shomron) bewundern !

Freitag, August 21, 2009

Schabbat Schalom

B"H

In den folgenden Woche werde ich etwas weniger bloggen, denn ich mache soetwas wie ein wenig Urlaub. Wenn man das so nennen kann, denn genau genommen sammele ich einiges an Infos für weitere Artikel. Sozusagen einmal die Lage "live" anschauen, über die ich sonst immer "nur" schreibe.

Auch schulde ich noch den Artikel mit den Beschreibungen meines Trips nach Sderot and Netivot. Die Negevstadt Netivot liegt ca. 11km südlich und ich besuchte dort das Grab des im Jahr 1984 verstorbenen marokkanischen Kabbalisten Rabbi Israel Abuchazera, dem Baba Sali.
Der Bericht kommt in der nächsten Woche zusammen mit einer Zusammenfassung des Vortrages von Rabbi Tuvia Singer, welcher am Sonntag abend (19.30 Uhr) im Jerusalemer Israel Center über die Taktiken christlicher Missionare sowie die Bibellügen der Kirche aufklärt. Zusätzlich erfolgt der Bericht über die Siedlungen.

Also werde ich doch bloggen ? Ja, nur werde ich stets kürzer online sein und so manchen Kommentar wird nicht sofort freischalten.

Für einen aschkenazischen Juden wie mich ist es höchst interessant mitzuverfolgen, dass es innerhalb der sephardischen Community genauso kracht. Manche Rabbis sind sich spinnefeind und ich nenne hier nur das bekannteste Beispiel: Den Zwist zwischen dem mittlerweile verstorbenen Rabbi Yitzchak Kaduri und dessen Gegenpart Rabbi Ovadia Yosef.

Selbst in der Kleinstadt Netivot kracht es und die dortigen Sepharadim sind in drei Lager aufgespalten. In das des Baba Salis und seinen Nachfahren (u.a. Baba Baruch Abuchazera). Dessen große Konkurrenz ist Rabbi Yaakov Ifergan, eine ehemaliger Schüler des Baba Sali sowie Rabbi Yoram Abergel (ausgesprochen: Aberdschel). Allesamt marokkanischer Abstammung und alle wollen den "Baba" - Titel für sich in Anspruch nehmen. Dazu im Laufe der Zeit auch noch mehr.

Und what's up on Schabbes" ?

Heute nachmittag fahre ich nach Jerusalem und ansonsten habe ich noch keinerlei feste Pläne.

Allen Lesern einen Tollen Schabbat und "Schabbat Schalom" !

Donnerstag, August 20, 2009

Der richtige und der falsche Meschiach

B"H

Infos zum richtigen jüdischen sowie zum christlich - falschen Meschiach J.:

http://messiahtruth.com/response.html


Virtual Yeshiva


Der falsche Meschiach Schabtai Zvi

Parashat Schoftim - פרשת שופטים

Olivenbäume in Israel
Photo: Landwirtschaftsministerium

B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat

Heute und morgen (Freitag) feiern wir den Beginn des jüdischen Monat Elul. Laut dem Koznitzer Maggid, Rabbi Israel Hofstein, wird die dieswöchige Parashat Schoftim stets im Monat Elul gelesen, denn Elul ist der Monat der Vergebung und die Zeit, in der wir G - tt am nächsten sein können. "המלך בשדה - Der König ist im Feld", eine Metapher dafür, dass G - tt sozusagen von Seinem "Thron" in die unteren Gefilde hinabstieg und wir Ihn anhand von Reue für unsere Vergehen (Teschuva) treffen können.

Elul nimmt jedes Jahr eine Sonderstellung ein, denn es ist der Monat vor Tishrei, in welchem wir das jüdische Neujahrsfest Rosh HaShana und den höchsten Feiertag Yom Kippur begehen. Beide Feiertage haben mit unserer Teschuva und der Vergebung G - ttes zu tun und Elul ist eine Vorbereitung darauf. Wer jetzt im Elul abends an die Klagemauer (Kotel) geht, der wird auf Hunderte, wenn nicht Tausende, von Menschen treffen.

In Schoftim werden wird angewiesen, Schoftim (Richter) und Schotrim (Exekutive) zu ernennen. Die Richter sollen über die Vergehen gegen die Halacha richten und die Aufgabe der Schotrim ist es, die Ausführung der Strafe zu überwachen. Nur ehrliche und aufrichtige Richter garantieren die Sicherheit Israels im eigenen Land (Raschi und Sifre). Unter normalen Bedingungen beschützt G - tt die Juden mit all Seiner Macht vor Strafen. Selbst dann, wenn die Juden dessen unwürdig erscheinen. Aber solange Israel aufrichtige Richter hat, die ernsthaft und gemäß der Halacha und der Thora richten, ist die Schechinah (G - ttes Anwesenheit) immer präsent. Sobald die Richter jedoch durch Korruption glänzen sollten, entfernt sich G - ttes Schechinah und die Juden sind Seinem strengen Gericht ausgeliefert (siehe Gemara im Traktat Shabbat 139a und den Kommentar Iyun Yaakov).

Laut einer Gemara im Talmud Traktat Shabbat 10a werden Richter als Partner G - ttes in der Welterschaffung gesehen. Rabbeinu Perachya erklärt uns diese Aussage näher: Diebe und Plünderer tragen zur Zerstörung der Welt bei. Aufgrund dieser Vergehen wurde die Welt schon einmal zerstört, nämlich zur Zeit Noachs (siehe Talmud Sanhedrin 108). Nur ein gerechter Richter, der gestohlene Beute wieder an ihren ursprünglichen Eigentümer zurückgibt, trägt zur weiteren Existenz der Welt bei. So gesehen ist er ein Partner G - ttes.

Rabbi Yaakov Yosef von Polonoye (der Lieblingsschüler des Baal Shem Tov) sagt, dass alle Mitzwot (Gesetze) der Thora für alle Ewigkeiten Gültigkeit besitzen. Dies betrifft auch die Schoftim und Schotrim. Bis heute haben wir Batei Din, rabbinische Gerichte, mit drei Rabbinern, die über die Ausführung der jüdischen Gesetze (Halacha) entscheiden.

G - tt befahl den Juden an jedem der folgenden Feiertage nach Jerusalem zu kommen: An Pessach, Shavuot (Wochenfest) und an Sukkot (Laubhüttenfest). Zu Tempelzeiten kamen Tausende Juden, aber auch Nichtjuden, nach Jerusalem und brachten Tempelopfer dar. Nicht selten kam es vor, dass die Angereisten dem Sanhedrin (Richterausschuß im Tempel) halachische Probleme und Fragen vortrugen, welche das Beit Din (rabbinisches Gericht) in ihrem Heimatort nicht lösen konnte. Hierbei handelte es sich um äußerst komplizierte Fragen, auf die nur die Sanhedrin spezialisiert waren (Rabbeinu Bachya).

Hierzu ein Vergleich aus der Gemara im Talmud Traktat Sanhedrin 87a, in der es heißt das der Tempelberg zu Jerusalem (zusammen mit dem Tempel) der höchste Punkt in ganz Israel sei. Der berühmte Thora - und Talmudkommentator Raschi erklärt uns, wie die Aussage der Gemara zu verstehen ist. Bei dem höchsten Punkt handele es sich nicht um eine geographische Angabe, sondern vielmehr um die Tatsache, dass das Jerusalemer Gericht, der Sanhedrin, alle anderen Gerichte im Land übertrifft und somit die höchste Instanz darstellt.

Immer wieder aufs Neue höre ich die Frage, warum immer alles so strikt nach der Halacha ablaufen muß und wieso soviele Rabbiner darüber entscheiden. Es stehe doch eh alles in der Thora und G - tt hat entschieden. Sind nicht die ganzen rabbinischen Regelungen gegen die Thora und somit auch gegen G - tt ? Ist das nicht alles zuviel ?

In Sefer Shemot, dem Buch Exodus 23:2, heißt es, dass viele Gesetzesauslegungen der Mehrheit zufolge entschieden werden sollen (siehe Talmud Bava Metzia 59b). Im Klartext bedeutet dies, dass bei Unklarheiten und je nach Problemfall die Mehrheit der Rabbiner über eine Lösung entscheiden müssen. Bei der Mehrheit handelt es sich nicht um 10 oder 50 Rabbiner, sondern es muß schon eine ueberwaeltigende Mehrheit erforderlich sein.

Über die Halacha wird von Menschen entschieden, was allerdings den Richtlinien Moshe's am Berg Sinai entsprechen muß. Es ist G - tes Wille, dass die Menschen (Thoragelehrten) die Gesetze gemäß ihres menschlichen Verständnises auslegen. Es gibt Fälle, in denen uns die rabbinischen Auslegungen und Entscheidungen viel zu übertrieben vorkommen, doch lernen wir den Hintergrund der Auslegungen und erfahren Einzelheiten über "Warum und Weshalb", wird uns oft vieles klarer. Übrigens gibt es einen Disput im Talmud, indem G - tt zugibt, dass ihn zwei Rabbiner mit ihren Entscheidungen "übertroffen" haben.

Sobald die Israeliten das Land Canaan (Israel) nach den 40 Jahren in der Wüste eroberten, waren sie verpflichtet, drei Dinge zu tun (Mischna Thora - Hilchot Melachim vom Rambam sowie Talmud Sanhedrin 20b):

1. Einen König zu ernennen.

2. Die Nachkommen Amaleks zu vernichten.

3. Einen Tempel zu bauen.

G - tt befahl ihnen, einen König zu ernennen, doch wie wir aus den Propheten lernen, war es gerade G - tt, der Sich wenig darüber begeistert zeigte als die Juden ihn um die Ernennung eines Königs baten. Der Rambam sieht den Grund für die Bitte darin, dass die Juden dem Propheten Samuel (Shmuel) überdrüssig waren und einen richtigen König haben wollten (Mischna Thora - Hilchot Melachim 1:2). Laut Parashat Shoftim kann jemand nur dann König werden, wenn G - tt diesen auserwählt hat. Siehe Samuel, der sich auf die Suche nach Saul (Sha'ul) machen mußte.

Bei dem König muß es sich IMMER um einen Juden handeln und es muß ein König sein und keine Königin, da G - tt in der Thora von einem Melech (König) und nicht einer Malka (Königin) sprach (Mishna Thora - Hilchot Melachim vom Rambam). Der König Israels hat eine ganz wichtige und einzigartige Mitzwa, die kein anderer Seinesgleichen hat. Sobald er zum König ernannt worden ist, muß er ein Sefer Torah, eine Thorarolle, schreiben. Er ist verpflichtet, die Thorarolle überall hin mitzunehmen, selbst in den Krieg und natürlich dann, wenn er über das Volk richtet. Genauso wie ein Richter ist auch der König verpflichtet, sich nicht bestechen zu lassen oder voreingenommen zu sein. Grundsätzlich sollte ein Mensch immer nur seiner Yetzer HaTov, seiner guten Seite in sich selbst folgen, und sich nicht durch seine schlechten Charaktereigenschaften (Yetzer HaRah) negativ beeinflussen lassen.

Als G - tt die Welt erschuf, geschah dies aufgrund Seiner Gedanken, die nichts Negatives enthielten. Heißt, wir sind durch Seine reinen Gedanken erschaffen worden und genauso sollten wir unsere Gedanken rein halten, um uns mit unserer Ursprungsquelle (G - tt) verbinden zu können (Rabbi Elimelech von Lizhensk in seinem Buch "Noam Elimelech").


Wer etwas Besonderes im Monat Elul tun will, der kann es dem Baal Shem Tov gleichtun, der das Beten des Psalm 27 empfahl.

Noch ein paar Worte zum Thema "Teschuva – Der Umkehr zu G – tt". Viele Juden sind immer wieder fälschlicherweise der Meinung, dass "Teschuva" bedeutet, ab morgen streng religiös zu leben. Dem ist ganz und gar nicht so und leider leider legen heutzutage viele Rabbiner oder Institutionen das "Teschuva – Konzept" falsch aus. Wer hierzu weitere Details oder einen Beweis benötigt, der schaue sich die "Mischna Thora – Hilchot Teschuva" des Rambam (Maimonides) an. "Teschuva machen" bedeutet, eine innere Erneuerung. Man versucht, die Fehler, welche man bisher begangen hat, nicht mehr zu tun und ein besserer g – ttesfürchtiger Mensch zu werden. "Teschuva" hat mit einer inneren Transformation der eigenen Persönlichkeit in Richtung Thora zu tun und nicht damit, dass ich ab morgen Haredi (Ultra – Orthod.) oder sonstetwas bin.

Schabbat Schalom & Chodesh Tov (einen guten neuen Monat) !!!



Die richtige Art und Weise der "Teshuva - Umkehr" ist wichtig. Alles langsam und geduldig angehen und nichts über den Zaum brechen !

Mittwoch, August 19, 2009

Rabbi Mordechai Machlis zu Rosh Chodesh Elul 5769

B"H

Fast drei Monate schon bin ich nicht mehr bei den Machlises gewesen. Aus vielerlei Gründen und vor allem, weil ich mich in letzter Zeit in vermehrtem Masse dem ultra - orthodoxen Mea Shearim widme. Hier ein Video von Rabbi Mordechai Machlis / Jerusalem über den morgigen Beginn des jüdischen Monat ELUL 5769:


Kein Handy in der Synagoge !



Die Gemeindebesucher werden hiermit aufgefordert, die Synagoge nicht mit einem Handy (Mobile Phone) zu betreten, sondern mit aufkommender Ehrfurcht.

(Dies ist recht frei übersetzt, denn ich fand in meinem deutschen Wortschatz nichts Besseres).

Bau eines Tempels


Sephardische Juden und ihre Slichot - Gebete

B"H

Mit dem Beginn des Rosh Chodesh Elul (Beginn des jüdischen Monat Elul) am heutigen abend, beten sephardische Juden schon ihre Selichot - Gebet für Rosh HaShana. Wir aschkenazischen Juden begannen erst vorgestern nacht.

Hier einige Photos von sephardischen Selichot - Gebeten aus dem vergangenen Jahr.
Gerade bei ihnen herrscht immer eine ganz besondere Stimmung, denn sie verwenden orientalisch klingende Melodien.




Alle Photos:

http://www.bhol.co.il/news_read.asp?id=6757&cat_id=1

Rosh Chodesh Elul - Beginn des jüdischen Monat Elul

"Der König ist im Feld - HaMelech Ba'Sade" - In diesem Monat ist G - tt so zugänglich wie nie !


B"H

Heute abend sowie morgen (Donnerstag) und übermorgen begehen wir Rosh Chodesh Elul (אלול), den Beginn des jüdischen Monat Elul. Der Rosh Chodesh Elul dauert zwei Tage lang und somit feiern wir ihn bis einschließlich Freitag.

Der jüdische Monat Elul ist der wichtigste Monat des Jahres überhaupt, leitet er doch die Umkehr (Teschuva) zum bevorstehenden jüdischen Neujahrsfest (Rosh HaShana) ein. Aus dem Grund wird der Elul auch der Monat der Teschuva (Umkehr) oder Monat der Rachamim (Gnade) genannt.

Am Rosh Chodesh Elul stieg Moshe das dritte Mal auf den Berg Sinai, nachdem ihn G – tt dazu aufgefordert hatte. Bei seinem ersten Aufstieg erhielt er das erste Paar der Gesetzestafeln, welche er nach seinem Abstieg am 17. Tammuz zerstörte. Nämlich in dem Moment als er das Goldene Kalb sah. Gleich darauf stieg Moshe zum zweiten Mal auf den Berg Sinai, um G – tt zu überreden, die Sühne (Teschuva) der Israeliten anzunehmen und sie keinesfalls zu zerstören. Nun sollte Moshe ein drittes Mal aufsteigen, um das zweite Paar der Gesetzestafeln in Empfang zu nehmen. 40 Tage später, am Yom Kippur, wird er mit den neuen Gesetzestafeln wieder herabsteigen.

Keine jüdisch – orthodoxe Richtung legt soviel Wert auf den Satz aus Shir HaShirim 6:3: "HaMelech BaSadeh – The King is in the Field – Der König ist im Feld", wie die Chassidut.

Gemeint ist damit G – tt, der laut dem Baal Shem To im Monat Elul am leichtesten für uns zugänglich ist. In der Zeit des Elul ist G – tt uns am nächsten und wenn wir nur unsere Vergehen bereuen, ist Er leichter bereit uns anzuhören und zu vergeben. Dies sollte unser Ziel sein im Elul, denn am 1. Tishrei, des folgenden Monat, ist Rosh HaShana, der Tag, an dem die ganze Welt gerichtet wird. Dann entscheidet G – tt für ein weiteres Jahr über die Zukunft unserer Welt und und Menschen. Wie wird dann das neue Jahr fuer uns aussehen ? Erfolgreich, weniger erfolgreich, werden wir gesund bleiben, genuegend Einkommen haben, wird Frieden herrschen, etc. All das wird an Rosh HaShana entschieden. Für Juden spielt der Yom Kippur am 10. Tishrei eine weitere Rolle bezüglich des Gericht G – ttes. Für Nichtjuden ist dagegen Rosh HaShana allein der alles entscheidende Tag.

Ein Minhag (Brauch) vom Baal Shem Tov war es, im gesamten Elul täglich Psalm 27 zu beten. Sieben Mal, wenn ich mich recht erinnere. Laut Chabad (Shaarei HaMoadim) sollte man im Monat Elul täglich drei Kapitel Psalmen beten und natürlich Thora lernen, um G – ttes Gnade zu erwecken.
Elul ist die große Zeit der Hitbodedut, heißt, man soll sich täglich für eine Stunde (kann auch weniger oder mehr sein) zurückziehen und das Gespräch mit G –tt suchen. Wie erwähnt, ist G – tt im Elul leichter zu erreichen. Außerdem hat Elul die Kraft, all unsere Vergehen des gesamten Jahres rückgängig zumachen, wenn wir nur bereuen (Teshuva machen), so der Sefat Emet der Chassidut Gur und dessen einstiger Rebbe. Eine weitere Vorbereitung, Teshuva zu tun und sich so auf Rosh HaShana vorzubereiten ist Zedakah (Spenden) an Bedürftige zu geben.

Die sephardischen Juden beginnen im Elul ihre Selichot – Gebete, welche ebenso zur Gnade G – ttes aufrufen. Auch wird das Schofar (Widderhorn) geblasen. Allerdings in jüdischer Tradition mit bestimmten Tönen und einer vorgeschriebenen Anzahl, auf die ich zum Thema Rosh HaShana in einigen Wochen eingehen werde.

Ashkenazische Juden beginnen mit den Slichot – Gebeten wesentlich später, nämlich am Mozzaei Schabbat (Schabbatausklang) vor Rosh HaShana. Die Selichot müssen NACH Mitternacht gebetet werden. Laut dem Jerusalemer Breslov – Rabbiner (Rabbi Peretz Auerbach) können sie NICHT vor Mitternacht gebetet werden.

Im Sefer Yetzirah (Book of Creation) heißt es, dass der hebräische Buchstabe des Monat Elul das YUD י ist. Das Yud י sieht allgemein aus wie ein kleiner Punkt und dieses Yud symbolisiert G - ttes Erschaffung der Welt mit Weisheit. In der Kabbalah wird das Yud י mit Chochmah (Weisheit) gleichgesetzt. G – tt erschuf unsere Erde als Punkt. Zuerst entstand ein Punkt, der Even HaSchtiah, der Gründungsstein unter dem Altar des Ersten und Zweiten und hoffentlich bald auch Dritten Tempels. Der winzige Punkt began sich allmählich auszubreiten, bis er unsere Welt formte.

Der israelitische Stamm des Elul ist Gad, das Sternzeichen ist die Jungfrau, das Organ ist die linke Hand und der menschliche Sinn ist das Handeln. Handeln deshalb, weil wir Teschuva begehen sollen und dafür ist die Handlung notwendig. Sprich, das Bereuen und um Vergebung bitten. Das Sternzeichen der Jungfrau im Elul stellt gleichsam einen Bezug zur Teschuva (Umkehr zu G – tt) dar. Wer seine Vergehen im Elul bereut und aufrichtig plant, sein Leben zum Positiveren auszurichten, der kann symbolisch betrachtet den Zustand einer Jungfrau erreichen. Genauso unerfahren wie eine Jungfrau; ohne jeglich Vergehen auf dem Sündenkonto, denn wer ernsthaft Teschuva macht, dem kann alles vergeben werden. Vielleicht sei zu erwähnen, das "alles" nicht tatsächlich "alles" bedeutet, denn, wie wir wissen, gibt es Vergehen, die seitens G – tt niemals richtig vergeben werden können. Zusätzlich ist direkte Vergebung im Judentum von besonderer Bedeutung. Heißt, wir müssen schon die jeweiligen Mitmenschen persönlich um Verzeihung bitten und nicht zu G – ttes Gnade erbitten. Real bedeutet dies, dass man einen Mitmenschen im Falle eines Vergehen mindestens dreimal um Vergebung bitten muß. Ist danach die Gegenseite immer noch zu keiner Vergebung bereit, so zählt eine dreimalige aufrichtige Bemühung seitens G – tt dennoch als vergeben und von nun an muß die nicht vergebende Gegenseite mit der eigenen Entscheidung leben.

Wer sich in Jerusalem befindet, der wird tags und auch nachtsüber die Klagemauer (Kotel) voll Menschen finden. Elul ist ein so intensiver Monat, den man unter allen Umständen nutzen sollte.

Ein ganz wichtiger Tag ist der 18. Elul, denn dies ist der Geburtstag des Baal Shem Tov.

Ich wünsche allen eine gute Vorbereitung auf Rosh HaShana und einen erfolgreichen Monat Elul – Chodesh Tov - חודש טוב.



Blasen des Schofar (Widderhorn)
Quelle: Chabad

Montag, August 17, 2009

Kurze Pause bis Mittwoch !

B"H

Heute und morgen mache ich eine kleine Internetpause und werde erst wieder am Mittwoch im Netz sein !
Gerade daheim in Tel Aviv angekommen und morgen (Dienstag) geht es weiter ins Kassam Raketen geplagte Sderot in der Negev. Von Sderot ist es nicht weit in die Kleinstadt, in welcher der bekannte marrokanische Rabbiner und Kabbalist Baba Sali (Rabbi Israel Abuchazeira) begraben liegt. Auch dorthin wird die Reise morgen gehen.
Eine Menge Lauferei und Reiserei bei einer Negevteperatur von 35 Grad C.
Na, dann ...

Bild des Tages

Die chassidische Perspektive der Obamas
Toller Photoshop !

Wie christliche Missionare jüdische Schriften manipulieren

B"H

Rabbi Tuvia Singer meldet sich ab dem kommenden Sonntag mit einer neuen Vortragsreihe im Jerusalemer Israel Center (Orthodox Union) zurück.

Beginn der vierwöchigen Vortragsreihe: Sonntag, 23. August
2009.

Ort: Israel Center, Keren Hayesod 22, Jerusalem

Zeit:
19.30 - 21.30 Uhr

Der Eintritt ist kostenlos !

Die nachfolgenden drei Vorträge finden jeweils am 30. August, 6. September sowie am 13. September statt.

Ich freue mich schon auf die neue Serie mit Tuvia Singer und meine, dass dieser in brillianter Art und Weise darstellt, wo Christen falsch liegen und wie die Kirche seit 2000 die Bibel (Tanach) verfälscht, um ihr Machtmonopol aufrechtzuerhalten.

In diesem neuen Teil der Vortragsreihe konzentriert sich Tuvia Singer darauf, wie die Kirche das Buch Daniel sowie das Buch Jeremia (Yirmeyahu) verfälschte. Warum Missionare das Buch des Propheten Jesaja (Yeshayahu) veränderten und warum das Christentum nicht an die mündliche Überlieferung (den Talmud) glaubt.

Persönlich finde ich, dass Rabbi Tuvia Singer viel zu freundlich gegenüber dem Evangelikalen - Guru John Hagee und weitere führende christliche Missionare. Nichtsdestotrotz liefert Singer eindrucksvolle Insights darüber, wie die Kirche seit ihrem Bestehen ihre Existenz erlügt.

Vorherige Vorträge von Tuvia Singer:

Christentum: Eine auf Lügen basierende Religion

Fälschungsdelikte: Wie die Kirche die Thora verfälscht

"Juden kommen in die Hölle !"


Ich werde ausführlich über die Serie und die Inhalte Tuvia Singers berichten !

Sonntag, August 16, 2009

Klezmer Festival in Safed

B"H

In der vergangenen Woche fand das weltberühmte Klezmer Festival in der mysthischen Stadt Safed in Nordisrael statt.

Details zur Stadt Safed:

http://www.safed.co.il/


Alljährlich im August versammeln sich Tausende Menschen in den Altstadtgassen von Safed, um dem Klezmer zu lauschen. Die Bands spielen umsonst und stehen entweder in fast jeder Gasse oder auf Balkons.

Hier einige Impressionen aus Safed und vom Festival, an dem ich leider noch nie teilnahm:




Der "Meschiach" war auch dabei ! (Siehe die gelbe Chabad - Meschichisten Flagge im Hintergrund :-))




Alle Festivalphotos sind hier zu sehen:

http://bhol.co.il/forum/topic.asp?cat_id=4&topic_id=2672034&forum_id=771




Safed - Altstadt und Künstlerviertel



Synagoge


Nordisrael: Safed und seine Landschaft

Rabbi Nissim von Gerona

Seite aus dem Talmud Traktat Berachot (Segen)

B"H

Freie Übersetzung aus dem englischen Wikipedia

Rabbi Nissim ben Reuven, 1320 - 1380, von Gerona, Katalonien, war ein einflussreicher Talmudgelehrter als auch eine halachische Authorität. Er war einer der letzten großen spanischen Talmudgelehrten des Mittelalters.


Im Judentum werden großen Rabbiner oftmals nach ihren literarischen Veröffentlichungen wie nach diversen Namensakürzungen benannt. Rabbeinu Nissim wird in der talmudischen Fachsprache kurz "der RAN" genannt.
RAN = Abkürzung "Rabbeinu Nissim".


Der RAN wurde einst im katalonischen Barcelona geboren. Er war Physiker und besass ebenso Kenntnisse in der Astronomie. Sein Lehrer ist unbekannt. In seiner Werken jedoch verweist er auf einen "Rabbi Peretz" als Lehrer, doch wird allgemein vermutet, Rabbeinu Nissim habe bei seinem Vater, Reuven ben Nissim, gelernt. Bei dem RAN handelte es sich seinerzeit die größte halachische Authorität und aus aller Herren Länder sandten jüdische Gemeinden Fragen an ihn. Seine engsten Schüler waren der RIVASH (Rabbi Yitzchak ben Sheshet) sowie der Philosoph Chasdai Crescas.

Rabbeinu Nissim war kein Freund der Kabbalah und des Mysthischen und kritisierte den Ramban (Nachmanides), er täte der Mysthik zuviel Zeit widmen.

Sein bekannntestes Werk ist ein Kommentar zu Rabbi Alfassi's "Hilchot. Rabbi Alfassi war ebenso ein großer Talmudist, der bis heute unter dem Namen RIF bekannt geblieben ist.

Der RAN kommentierte ebenso den Talmud selbst, jedoch sind nur einige dieser Schriften erhalten geblieben.

Freitag, August 14, 2009

Schabbat Schalom

Der Baba Sali, Rabbi Israel Abuchzeira
Photo: Shira Bat Devorah

B"H


Der Tel Aviver Schwüle entkommen und für mindestens 2 - 3 Tage ins kühlere Jerusalem übersiedeln. Genau das habe ich heute nachmittag vor. Den Schabbat sowie das Wetter etwas geniessen, bevor es wieder heim nach TA geht. Überhaupt plane ich in der kommenden Woche zwei Tage Urlaub zu nehmen und einen Tag davon nach Sderot zu fahren. Auf dem Rückweg sind keine "Kriegserlebnisse" geplant, sondern ein Besuch in der Negevstadt Netivot am Grabe des großen marokkanischen Rabbi Abuchazeira; dem berühmten "Baba Sali". Bei Letzterem bin ich einmal gespannt, ob ich dort mit die einzige Aschkenazia sein werde und ob alle anderen Besucher vorwiegend sephardischer Herkunft sind.

Doch vorerst besteht der Schabbat und das Ausruhen bevor. Hoffentlich an einem schattigen Plätzchen.

"Schabbat Schalom" an alle Leser !

Donnerstag, August 13, 2009

Gründe für die Kopfbedeckung der jüdischen Frau

B"H

Beim Zusammenfassen der Gründe, warum eine jüdische verheiratete Frau eine Kopfbedeckung zu tragen hat, liess ich soweit außer Acht, dass ebenso geschiedene wie verwitwete Frauen gewöhnlich ihr Haar bedecken. Hierbei jedoch bestehen Ausnahmen. Es gibt sogar Rabbiner, wenn auch nur wenige, welche geschiedenen Frauen keine Kopfbedeckung anraten.

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Die allerersten Thorastellen, in denen die Kopfbedeckung einer verheirateten Frau erwähnt wird, finden wir in der Thoraparasha"Chayei Sarah" im Buch Bereschit (Genesis), 24:65 sowie in Numeri (Bamidbar), 5:18, wo es um die Prozedur der "Sotah" geht. Eine Prozedur, ausgeführt im Tempel, bei der eine verheiratete Frau dem Verdacht unterliegt, ein außereheliches Verhältnis zu unterhalten. Bei dieser speziellen Prozedur bei welcher die Kopfbedeckung der Frau abgenommen wird. Somit wissen wir, das eine verheiratete Frau eine Kopfbedeckung trug.
In Parashat "Chayei Sarah" geht es hingegen darum, dass Rivka (Rebekka) zum ersten Male ihrem Zukünftigen, Yitzchak, begegnet und sie dabei vorher ihr Haar bedeckt.

Der Talmud Traktat Ketubot 72 nennt mehrere Merkmale, wann sich ein Ehemann sofort und ohne Weiteres scheiden lassen kann. Bedeutet unter anderem, dass er bei einem dieser Gründe nicht die festgelegte Summe der Ketubah (Ehevertrag) an seine Ex zahlen muss.

- Wenn eine Ehefrau hinaus auf den Markt geht und dabei keine Kopfbedeckung trägt.
Weitere Gründe sind: Die Ehefrau spricht mit jedem anderen Mann. Sie schreit und verflucht lauthals ihre Mitmenschen. Die Nachbarn hören die lauten Schreie und bzw. die schimpfende Stimme. Wenn die Gattin dem Mann vorlügt, sie sei "rein" und danach haben beide Sex. Befindet sich eine Ehefrau im Status der "Unreinheit", heißt, sie hat ihre Periode oder war nach einer vorgeschriebenen Anzahl von Tagen noch nicht in der Mikweh (im Ritualbad), kann der der Gatte sofort beim Beit Din (rabbinischen Gericht) die Scheidung einreichen. Genauso wenn sie beim Backen keine Challah (vorgeschrieben Teigmenge, die früher an den Tempel ging und heutzutage verbrannt wird) nimmt. Ebenso wenn die Frau ihre Eide und Schwüre (hierfür gelten spezielle Halachot) nicht einhält.

Die Thora (in Numeri 5:18) verbietet einer verheirateten Frau mit unbedecktem Kopf hinauszugehen (auf den Markt).

Was aber bedeutet "hinaus auf den Markt" ? Muss sich eine Frau die Haare bedecken, sobald sie sich zum Markt aufmacht ?

Der Talmud beschreibt, dass "zum Markt" bedeutet, dass sobald eine verheiratete Frau in die Öffentlichkeit (hinaus vor die Tür) tritt, sie dies mit bedecktem Haupte zu tun hat. Die Talmudkommentatoren Raschi, Ritva sowie die Tosafot sagen, dass die Frau in den eigenen vier Wänden keine Kopfbedeckung tragen muss, sondern nur draußen vor der Türe. Hierzu sei anzumerken, dass die Mehrheit der heutigen relig. israelischen Frauen auch daheim eine Kopfbedeckung trägt. Nationalrelig. genauso wie haredische (ultra - orthodoxe) Frauen. Nur wenn sie allein mit ihrem Gatten sind, nehmen sie die Kopfbedeckung herunter.

Die Mischna (mündliche Gesetzesüberlieferung vom Berg Sinai) legt fest, dass eine Zuwiderhandlung der Frau ein Verstoß gegen die Thora des Moshe bildet. Oder mit anderen Worten: Die Frau handelt unanständig. Der Chazon Ish kommentiert hierzu, dass eine absichtlich nicht aufgesetzte Kopfbedeckung zu weiteren Fehlverhalten der Frau führt. Es wird, u.a., befürchtet, dass ein anderer Mann die Frau als Single ansieht, er sich an sie heranmacht und die Frau sogar zustimmt.

Der Rambam (Maimonides, 1135 - 1214) greift dieses Thema in seiner "Mischna Thora - Hilchot Ischut 24:11" auf. Eine verheiratete Frau, die sich öffentlich ohne Kopfbedeckung zeigt, handelt wider der Thora.

Im "Schulchan Aruch - Code of Jewish Law" (Even Ezer - Hilchot Ischut 21:2) finden wir dieselben halachischen Bestimmungen.

Viele fragen, was denn nun mit einer Konvertitin zum Judentum ist, die da nach ihrem Giur einen Juden heiratet. Selbstverständlich ist diese ebenso verpflichtet, eine Kopfbedeckung zu tragen.

Was, wenn eine Konvertitin zum Judentum geschieden ist ? Heißt, sie war im vorherigen Leben als Nichtjüdin verheiratet und liess sich dann irgendwann scheiden.

Sie braucht keine Kopfbedeckung zu tragen, wenn sie nach dem Giur keinen Juden heiratete bzw. Single blieb. Die Ehe von vor der Zeit der Konversion zählt nicht im Judentum und demzufolge war sie nie verheiratet. Ergo, eine Kopfbedeckung ist nicht erforderlich.

Ich werde mich zu dem Thema noch etwas schlauer machen. Insbesondere was Witwen und jüdisch geborene geschiedene Frauen betrifft.

Manchmal kann das Thema jedoch recht heikel werden:

Eine Bekannte von mir wurde in chassidischen Synagoge öfters angemacht. Dort ist es für die Frauen selbstverständlich, dass jemand verheiratet ist. Wer ab einem gewissen Alter noch ohne Kopfbedeckung herumläuft, scheint irgendwie verdächtig.

Einmal kam eine chassidische Frau auf mich zu und meinte, dass meine Freundin doch bitte eine Kopfbedeckung tragen möge. Letztere aber war konvertiert und aus dem Leben vor dem Giur geschieden. Da ich nicht all die Privatangelegenheiten meiner Bekannten aufdecken wollte, meinte ich nur, dass sie halt geschieden sei. Die chassidische Frau aber beharrte auf ihrer Meinung und sagte, dass wenn eine verheiratete oder geschiedene Frau ihre Haare nicht bedecke, ihre Gebete nicht aufsteigen.

Von einer derartigen Meinung hörte ich offiziell noch nie, doch besteht eine Ansicht, dass eine verheiratete Frau nur mit Kopfbedeckung beten sollte !

Parashat Re' eh

Photo: Atlas of the Universe

B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat

Immer und immer wieder läßt G - tt uns durch Moshe im Sefer Devarim (Deutoronomy) wissen, wie wichtig es für Juden ist, Seine Mitzwot (Gesetze) einzuhalten. Halten wir sie ein, so geht es uns gut, wir leben in Wohlstand und Frieden und natürlich in unserem eigenen Land Israel. Halten wir G - ttes Gesetze nicht ein und wenden uns von Ihm ab, dann wird Er uns unter den Völkern verstreuen. Auch die Parashat Re' eh beginnt mit diesen Warnungen. Eine ganz wichtige Warnung, die von G - tt immer wieder in der Thora Erwähnung findet, ist der Götzendienst. Niemals sollen wir uns von dem EINEN alles regierenden G - tt abwenden und stattdessen anderen Göttern dienen.

Gleich zu Beginn der Parasha gibt uns G - tt einen Segen und einen Fluch, wobei natürlich der Götzendienst eine große Rolle spielt. Wenn wir Gutes tun, dann geht es uns gut und beim Gegenteil geschieht etwas Negatives. Der "Ohev Israel" (Rabbi Avraham Yehoshua Heshel von Apta) sowie Rabbeinu Bachya verweisen hierbei auf unsere individuelle freie Wahl im Leben. Als G - tt unsere Welt erschuf, kreierte Er uns so, dass wir selbst im Leben entscheiden können, was für Menschen wir werden. G - ttesfürchtig oder das Gegenteil. All das liegt in unserer eigenen Hand und wir haben dafür die Verantwortung zu tragen.

Der hier angesprochene Segen bezieht sich auf die Gnade G - ttes (Rachamim) und der Fluch wiederum bezieht sich auf den richtenden G - tt (Din). Mit eben jenen zwei "Charaktereigenschaften" erschuf Er auch die Welt (Rabbeinu Bachya). Vor allem die Kabbalah beschreibt das Zusammenspiel jener zwei Charaktereigenschaften. Hätte G - tt die Welt nur mit Gnade erschaffen, dann müsste Er dementsprechend nur Gnade walten lassen, was ein ausgewogenes Leben für uns unmöglichte. Wir könnten soviele Sünden begehen, wie wir wollen und bräuchten uns keinerlei Gedanken über Bestrafung zu machen, denn es herrscht ja nur Gnade. Hätte G - tt dagegen die Welt nur mit der richtenden Eigenschaft Din erschaffen, dann sehe es anders aus. Bei jedem sündhaften Gedanken werden wir sofort gerichtet und fallen auf der Stelle tot um.

Beides allein funktioniert niemals. Bestrafungen müssen gleichzeitig unter einer gewissen Gnade stattfinden und genauso muß in der Gnade auch eine Art Din vorhanden sein. Der große Kabbalist, Rabbi Yitzchak Luria, hat in seiner Lurianischen Kabbalah dieses Zusammenspiel von Rachamim und Din erst richtig begreifbar gemacht. Zusätzlich findet dieses Zusammenspiel innerhalb der Thora in verschiedenen Namen G – ttes Erwähnung.

Auch unterscheiden die Kabbalah genauso wie die Chassidut zwischen unterschiedlichen Leveln der Ausführung der Mitzwot. Manche führen sie nur aus, weil es so geschrieben steht, andere wiederum mit Freude und andere, weil sie gezwungen werden oder Angst vor Bestrafung haben. Wie sich sicherlich jeder denken kann, wird der Ausführung mit Freude die größte Belohnung beigemessen. Der Ohev Israel sowie Rabbi Elimelech von Lizhensk (im Buch Noam Elimelech) sagen uns, wie genau wir einen hohen Level bei der Mitzwot - Ausführung erreichen. Nämlich indem wir sie mit Kavanah (Konzentration) und Kedusha (reinen Gedanken) ausführen und nicht im gleichen Moment an unsere g - ttliche Belohnung denken. In dem Moment, wo ich, z.B., einem Mitmenschen helfe, sollte ich nicht die Belohnung im Hinterkopf haben oder daran denken, was mir das jetzt einbringt. Im Judentum heißt es, dass die Belohnung für eine Mitzwa immer eine neue Mitzwa ist.

G - tt gab uns das Land unter der Bedingung, dass wir Seine Gebote und Seine Thora einhalten. Kein anderes Land auf der Erde wurde einem Volk unter diesen Bedigungen gegeben. Rabbi Samson Raphael Hirsch schreibt, dass erst die Erfüllung der Mitzwot den Juden zu einem Ganzen machen und wir uns selbst anhand von jeder Mitzwa segnen.

Weiter heißt es in der Thora: "Und sollte unter euch ein Prophet oder ein Träumer auftauchen und euch Zeichen und Wunder tun, glaubt ihm nicht…. Er soll zum Tode verurteilt werden". Und weiter: "Glaubt selbst nicht euren Angehörigen, wenn sie euch zum Götzendienst überreden wollen".

Als ich das las, stellte ich mir die Frage, wie jemand denn zwischen einem richtigen Propheten und einem Schwindler unterscheiden soll. Theoretisch könnte die Aussage in der Thora auf fast alles zutreffen. Aber im Judentum richten wir neben der schriftlichen Thora genauso nach G - ttes mündlicher Überlieferung der Gesetze, der Mischna im Talmud. Und hier gibt uns, wie immer, die Mischna genaue Auskunft. Dort finden wir im Traktat Sanhedrin 89a die genaue Definition eines falschen Propheten:

Ein falscher Prophet ist jemand der prophezeiht, was er nicht gehört hat oder was ihm nicht gesagt wurde und somit soll er zum Tode verurteilt werden. Das Todesurteil soll vom Gericht (Sanhedrin) ausgesprochen werden.

Sollte dagegen ein Prophet seine Prophezeihung unterdrücken, jemand die Worte eines Propheten mißachten oder ein Prophet seine eigene Prophezeihung mißachten, so wird das Todesurteil von G - tt selbst ausgeführt.

Grundsätzlich wird im Judentum jemand als falscher Prophet angesehen, sobald dieser die Abschaffung oder die Änderung der Thora bzw. deren Gesetze predigt. Hinzukommen sogenannte Weissagungen, in denen jemand neue Gesetze der Thora hinzufügen will. Jegliche Änderungen aller Art sind biblisch verboten (siehe unter anderem Deutoronomy 18:20 oder 29:28). G – tt wies mehrmals in Seiner Thora darauf hin, dass niemals etwas geändert oder hinzugefügt werden kann.

Wenn also demnach jemand behauptet, G – tt habe ihm gesagt, dass dies oder das nicht mehr gelte, stellt sich derjenige automatisch selbst als Schwindler heraus (Raschi). Selbst ein richtiger Prophet darf niemals neue Gesetze hinzufügen (siehe Talmud Traktate Megillah 2b und Yoma 80a). Allerdings muß ich an dieser Stelle hinzufügen, dass es verschiedene halachische Ansichten darüber gibt, ob ein wahrer Prophet ZEITWEILIG und BEFRISTET das Thoragesetz außer Kraft setzen darf. Hierzu gibt es nähere Informationen bei Raschi, dem Rambam (Maimonides, 1135 - 1214) in der Mischna Thora – Hilchot Yesodei HaThora 9:3 und dem Talmud Yevamot 90b. Theoretisch könnte ein Prophet dies tun, doch NICHT im Fall in dem er zum Götzendienst aufruft.

Das Thema Propheten und Prophezeihungen nimmt im Judentum ein sehr weites Literaturspektrum ein. Vor allem Kabbalisten beschäftigen sich ausgiebig mit dem Thema, denn Prophezeihungen befinden sich auf unterschiedlichen Leveln. Nicht jede Prophezeihung ist gleich. Moshe, z.B., war der größte Prophet, den wir jemals hatten und kein weiterer Prophet erreichte jemals seine Größe. Er sah G – tt sozusagen von "Angesicht zu Angesicht" wogegen folgende Propheten nur Visionen in ihrer eigene Seele (Neshama) hatten. Aber auch andere Propheten unterscheiden sich maßgebend. Normalerweise ist eine Vision kein Bild oder ein Film, der sich vor einem abspielt, sondern alles vollzieht sich in der eigenen Seele, wo zugleich die Lösung mitgeliefert wird. Der Prophet kann also sofort seine "gesehenen Bilder" definieren. Andere Propheten glauben etwas zu sehen, doch kennen die Lösung nicht. Jeder ganz nach seinem Level. Der Rambam schreibt in seiner Mischna Thora – Hilchot Yesodei HaThora, Kapitel 7, dass nur ganz bestimmte Leute auf dem Level der Prophezeihungen sind. Jemand muß schon vollkommen religiös und weise sein. Die Chassidut verweist dabei auf den Zaddik (den Gerechten). Im Talmud heißt es, dass es seit der Zerstörung des Ersten Tempels keine Propheten mehr gibt. Viele Rabbis sind der Ansicht, dass es allerdings noch bis Bau Zweiten Tempels diverse Visionen gab. Nach dessen Zerstörung gehen wir von einer "Bat Kol", dem Echo einer himmlischen Stimme (siehe Raschi), aus.

Eines aber ist im Judentum von unendlicher Bedeutung und Rabbi Samson Raphael Hisch sowie der Rambam (Hilchot Yesodei HaThora) bringen es auf einen Nenner. G – tt ist nur ein EINZIGES "Wesen" und es gibt niemanden neben Ihm. Der Glaube an EINEN G – tt bringt einen Juden automatisch auf einen höheren Level, selbst wenn er nicht unbedingt alle anderen Mitzwot gleichzeitig einhält. Womit ich jetzt nicht sagen will, dass alle nur an einen G – tt glauben und den Rest nicht einzuhalten brauchen. Aber die Grundlage für einen Juden ist der Glaube an EINEN G – tt, der die Welt erschuf. Andererseits besteht das Judentum aus Taten und nicht allein aus Glauben.
Dieser Schabbat ist gleichzeitig "Schabbat Mevarchin", da am Sonntag Rosh Chodesh Elul ist. Somit wird also innerhalb des Schabbatg – ttesdienstes der neue folgende Monat gesegnet.

Schabbat Schalom