Mittwoch, Juni 30, 2010

Bild des Tages



Gesehen in Jerusalem

Photo: Miriam Woelke

Wie lange leben wir ?

B"H

Ein kurzer Auszug aus einer talmudischen Diskussion im Talmud Traktat Yoma 9a:

"Die Angst (hier: verbunden mit Respekt) vor G - tt wird die Tage (Lebenszeit) verlängern; aber die Tage (Lebenszeit) der Bösen wird verringert".

Eigentlich geht es bei dem Vergleich um die beiden Jerusalemer Tempel, doch der Talmudkommentator Maharscha gibt zu der obigen Aussage ein interessantes Statement ab:

Wenn ein Mensch geboren wird, legt G - tt automatisch auch dessen Sterbedatum fest. Von dem obigen Vers jedoch lernen wir, dass die Festlegung G - ttes noch nicht endgültig sein muss. Ein gerechter Mensch kann anhand seiner guten Taten durchaus seine Lebenszeit verlängern wohin gegen derjenige, der entgegen gesetzt handelt, seine ursprünglich für ihn vorgesehenen Tage verringern kann.

Um Jerusalem





Synagogenvielfalt


Eine der vielen sephardischen Synagogen im Jerusalemer Stadtteil Nachlaot.




Ein frisch renoviertes Chabad House in Tel Aviv.

Photos: Miriam Woelke

Dienstag, Juni 29, 2010

Ist der Schauspieler Michael Douglas Jude ?

B"H

Nein, Michael Douglas ist KEIN Jude.
Laut Wikipedia sowie weiterer Internetliteratur ist allein sein Vater Kirk Douglas halachischer Jude, doch seine Mutter Diana Dill ist keine Jüdin.

Douglas wurde im September 1944 in New Brunswick (New Jersey) als Sohn von Kirk Douglas und der Schauspielerin Diana Dill geboren. Seine jüdischen Großeltern väterlicherseits sind Herschel Danielovitch und Bryna Sanglel. Beide wanderten aus Gomel (Weissrussland) in die USA ein. Seine Großeltern mütterlicherseits sind Lieutenant Colonel Thomas Melville Dill und Ruth Rapalje Neilson. Beide stammen aus Devonshire Parish (Bermuda).

Douglas hat einen jüngeren Bruder: Joel Douglas (geboren 1947), sowie zwei Halbbrüder, Peter Douglas (geboren 1955) und Eric Douglas (1958–2004).

Montag, Juni 28, 2010

Lehren des Rabbi Nachman von Breslov

B"H

Ein paar Lehren des Rabbi Nachman von Breslov, 1772 - 1810:

Der Glaube an G - tt erfolgt durch die (G - ttes)liebe und nicht anhand von Wundern.

Der Neid eines Menschen bringt den Glaube an G - tt zu Fall.

Wer nicht an G - tt glaubt, lästert über die Lehren der Thora.

Glaube entsteht durch das Geben von Zedakah (Spenden) an Bedürftige.

Anhand des Glaubens kann jemand G - tt verstehen.

Anhand des Glaubens kann jemand innere Sicherheit entwickeln.

Aufgrund des Glaubens vergibt G - tt menschliche Vergehen.

Manchmal sendet G - tt einem Menschen Probleme, damit der Mensch seinen Glauben an G - tt verstärkt.

Wer Schweine züchtet, verzögert die Ankunft des Meschiach.
Anmerkung: Ich denke, dass diese Aussage nur auf Juden zutrifft.

Keine Wahrheit = Keine Gerechtigkeit

Die Kleidung eines Menschen zeugt von dessen Charaktereigenschaften.

Manchmal fällt der Mensch von seinem relig. Level herab (z.B. durch Stolz, Neid,etc.). Unsere Aufgabe ist es wieder aufzustehen.

Wenn ein Mensch eine Mitzwah aus Freude heraus begeht, sagt dies, dass sein Herz G - tt gehört.

Halbfastentag 17. Tammuz - Shiva Asar be'Tammuz

 
Miniaturmodell: Jerusalem zur Zeit des Zweiten Tempels - Einzusehen im Jerusalemer Israel Museum.


B"H
Morgen, Dienstag, 29. Juni begehen wir den Fastentag des 17. Tages im jüdischen Monat Tammuz. Der 17. Tammuz war im Verlauf der Geschichte viele Male ein Schicksalstag für die Juden. So stieg Moshe an dem Tage vom Berg Sinai herab, sah, dass die Israeliten um das Goldene Kalb tanzten und zerschmetterte vor Wut die zwei Gesetzestafeln. Viele Jahre später wurde die Stadtmauer Jerusalems von den Feinden überrannt. Eine Tragödie, die drei Wochen später (am 9. des Monats Av – Tisha Be'Av) in noch einer viel größeren Tragödie endete: der Zerstörung beider Tempel. Im Jahre 586 vor der Zeitrechnung durch die Babylonier und im Jahre 70 nach der Zeitrechnung durch die Römer.

Die Geschichte reiht uns eine ganze Liste tragischer Ereignisse auf. Eines davon geschah im Jahre 1944 als am 17. Tammuz das Ghetto Kovno von den Nazis aufgelöst und sämtliche inhaftierte Juden in die Vernichtungslager geschickt worden waren.

Der 17. des jüdischen Monats Tammuz leitet eine dreiwöchige Trauerperiode ein, welche mit dem Tisha Be' Av (9. des jüd. Monats Av) endet. Am 9. des jüd. Monat Av wurden beide Tempel zerstört.

Der 17. Tammuz ist ein Halbfastentag, der morgens gegen 4.00 Uhr beginnt und abends nach Einbruch der Dunkelheit endet. Den gesamten Tag über essen und trinken wir nichts. Wer fastet, der muß im Morgengebet Schacharit einige zusätzliche Gebet einfügen.

Ein Fastentag soll uns immer zur Teschuva (Umkehr zu G – tt) bewegen. An solch einem Tag sollten wir Thora lernen (z.B. Parashat Ki Tisa, in der es um den Bau des Goldenen Kalbes geht). Nicht, dass wir die Thora nur lernen und sie danach wie ein gewöhnliches Buch wieder zur Seite legen. Stattdessen ist es Ziel, die Thora zu verinnerlichen und durch die Einhaltung der Gesetze, die G – tt uns gab, erfüllen wir Seinen höchsten Willen (Ratzon HaEliyon) und erreichen eine besondere Devekut (Nähe zu Ihm). Die Thora sollte ein Teil von uns sein, mit dem wir die Kraft haben, einen Tikun (Reparatur der Seele) für das Zerschmettern der Gesetzestafeln zu verrichten (Sefer HaSichot – Chabad). Ein weiteres Zeichen zur Teshuva ist das Geben von Zedakah (Spenden), so lesen wir im Buch Tanya – Iggeret HaTeshuva, Kapitel 3).

Das chassidische Buch Bnei Yissachar kommentiert, dass aus den einstigen Trauertagen 17. Tammuz sowie 9. Av in der Zukunft einmal Feiertage werden. Nämlich nach der Ankunft des Meschiach.

Halachot (Gesetze) für den 17. Tammuz:

a) Nichts essen

b) Nichts trinken

c) Vergnügungen aller Art sollten unterlassen werden

Halachot für die folgenden drei Wochen vor demTisha Be'Av:


a) Es finden keinerlei jüdische Hochzeiten statt.

b) Von Vergnügungen wie Parties, Kino, Musikhören etc. sollte Abstand genommen werden.

Hierbei ist zu beachten, dass neun Tage vor Tisha Be ' Av noch einige weitere Halachot hinzukommen, die ich zu gegebener Zeit nennen erläutern werde !!!

Warum sind ausgerechnet diese drei Wochen zwischen der Zerstörung der Jerusalemer Stadtmauer und der endgültigen Zerstörung der Tempel eine Trauerperiode ?
In der Zeit sind Tausende von Juden bei der Verteidigung der Tempel umgekommen. Sei es durch das Schwert des Feindes oder durch Hunger.

Hoffen wir, dass der Meschiach baldigst kommt und der Dritte Tempel errichtet wird.

Zom Kal – ein leichtes Fasten



Absorbing the Sanctity of Eretz Israel
Quelle: "Celebration of the Soul" von
Rabbi Avraham Yitzchak Kook

The more difficult it is to endure the air of the Diaspora, the more one feels the impure spirit of the impure land. This is a sign of the inner absorption of the sanctity of Eretz Israel, of the heavenly mercy that will not abandon one who is worthy of dwelling in the pure shadow of the land of life, even when he is far away and wandering in his exile. The foreignness felt in the Diaspora ties all of one's inner desire to Eretz Israel and its sanctity of the Land bores deeper and deeper.
When the depth of the holy yearning of love for Zion, the memory of the Land and all its preciousness, wells up in the soul of the individual, it flows like a spring for the entire collective, for all of the thousands of sould bond to Him. The sound of the Shofar heralds the ingathering of the dispersed and great mercy abounds. Israel's hope for life glitters, the blossom of G - d flourishes, and the light of salvation and redemption ramifies and spreads like the dawn spreading over the mountains.


Sehr poetisch ausgedrückt !

Die ausländische Presse übersetzt "Eretz Israel" fast immer mit dem feindlich gesinnten "Großisrael". So als handele es sich hier um eine israelische Ausweitung in die Nachbarländer a la Hitlerbesetzung. Dem jedoch ist ganz und gar nicht so, denn der heutige Staat Israel plant alles andere als sich auszuweiten. Die Grenze zu Jordanien, Syrien, Ägypten oder dem Libanon wird anerkannt und wir sind alle froh, wenn man uns von dort aus in Ruhe lässt.

"Eretz Israel" bedeutet einzig und allein ein Israel in den biblischen Grenzen, welche Teile des heutigen Jordaniens sowohl dem Libanon mit einbeziehen. Dieses ursprüngliche Israel mit G - ttes Grenzen wird in der Zeit des Meschiach wieder in Kraft treten.

Bild des Tages

Haredi Wäsche in Jerusalem



Photo: Miriam Woelke

Sonntag, Juni 27, 2010

Noch mehr Details: Warum Juden nicht an Joschke als Meschiach glauben

B"H

Wer sich mit dem Thema "Judenmission in Israel" direkt auseinandersetzt, gelangt zu erschreckenden Ergebnissen. Immer mehr christliche Missionare beabsichtigen sich in Israel niederzulassen. Dies ist als Nichtjude nicht so einfach und daher ziehen viele Missionare Konversionskurse zum Judentum durch, um hinterher Israeli zu werden und weiterhin ungehindert Mission zu betreiben. Wer zwischen den Zeilen von so manchem Konvertiten liest, dem wird schnell bewusst, woher der versteckte Hase ruft.

Immer wieder greife ich das Thema "Judenmission" auf, denn in Israel ist es genauso wichtig wie in anderen Teilen der Welt auch. Vielleicht GERADE in Israel, weil Millionen von Missionsdollar in die Regierung Netanyahu bzw. in dessen LIKUD - Partei fliessen.

Die litvisch - haredische Yeshiva und Rabbi Tuvia Singer wollen Juden mehr Judentum lehren, um sie so resistenter gegen die Mission zu machen:

One of the most common questions we receive at Aish.com is: "Why don't Jews believe in Jesus?" Let's understand why ― not in order to to disparage other religions, but rather to clarify the Jewish position.

Jews do not accept Jesus as the messiah because:

1. Jesus did not fulfill the messianic prophecies.
2. Jesus did not embody the personal qualifications of the Messiah.
3. Biblical verses "referring" to Jesus are mistranslations.
4. Jewish belief is based on national revelation.

But first, some background: What exactly is the Messiah?


The word "Messiah" is an English rendering of the Hebrew word "Mashiach", which means "Anointed - Gesalbt." It usually refers to a person initiated into God's service by being anointed with oil. (Exodus 29:7, I Kings 1:39, II Kings 9:3)

Since every King and High Priest was anointed with oil, each may be referred to as "an anointed one" (a Mashiach or a Messiah). For example: "God forbid that I [David] should stretch out my hand against the Lord's Messiah [Saul]..." (I Samuel 26:11. Cf. II Samuel 23:1, Isaiah 45:1, Psalms 20:6)

Where does the Jewish concept of Messiah come from? One of the central themes of Biblical prophecy is the promise of a future age of perfection characterized by universal peace and recognition of God. (Isaiah 2:1-4; Zephaniah 3:9; Hosea 2:20-22; Amos 9:13-15; Isaiah 32:15-18, 60:15-18; Micah 4:1-4; Zechariah 8:23, 14:9; Jeremiah 31:33-34)

Many of these prophetic passages speak of a descendant of King David who will rule Israel during the age of perfection. (Isaiah 11:1-9; Jeremiah 23:5-6, 30:7-10, 33:14-16; Ezekiel 34:11-31, 37:21-28; Hosea 3:4-5)

Since every King is a Messiah, by convention, we refer to this future anointed king as The Messiah. The above is the only description in the Bible of a Davidic descendant who is to come in the future. We will recognize the Messiah by seeing who the King of Israel is at the time of complete universal perfection.

1. Jesus Did Not Fulfill the Messianic Prophecies

What is the Messiah supposed to accomplish? The Bible says that he will:

1. Build the Third Temple (Ezekiel 37:26-28).
2. Gather all Jews back to the Land of Israel (Isaiah 43:5-6).
3. Usher in an era of world peace, and end all hatred, oppression, suffering and disease. As it says: "Nation shall not lift up sword against nation, neither shall man learn war anymore." (Isaiah 2:4)
4. Spread universal knowledge of the God of Israel, which will unite humanity as one. As it says: "God will be King over all the world ― on that day, God will be One and His Name will be One" (Zechariah 14:9).

If an individual fails to fulfill even one of these conditions, then he cannot be "The Messiah."

Because no one has ever fulfilled the Bible's description of this future King, Jews still await the coming of the Messiah. All past Messianic claimants, including Jesus of Nazareth, Bar Cochba and Shabbtai Tzvi have been rejected.

Christians counter that Jesus will fulfill these in the Second Coming, but Jewish sources show that the Messiah will fulfill the prophecies outright; in the Bible no concept of a second coming exists.

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2) Jesus Did Not Embody the Personal Qualifications of Messiah

A. Messiah as Prophet

The Messiah will become the greatest prophet in history, second only to Moses. (Targum - Isaiah 11:2; Maimonides - Yad Teshuva 9:2)

Prophecy can only exist in Israel when the land is inhabited by a majority of world Jewry, a situation which has not existed since 300 BCE. During the time of Ezra, when the majority of Jews refused to move from Babylon to Israel, prophecy ended upon the death of the last prophets ― Haggai, Zechariah and Malachi.

Jesus was not a prophet; he appeared on the scene approximately 350 years after prophecy had ended.

B. Descendent of David

According to Jewish sources, the Messiah will be born of human parents and possess normal physical attributes like other people. He will not be a demi-god, (1) nor will he possess supernatural qualities.

The Messiah must be descended on his father's side from King David (see Genesis 49:10, Isaiah 11:1, Jeremiah 23:5, 33:17; Ezekiel 34:23-24). According to the Christian claim that Jesus was the product of a virgin birth, he had no father ― and thus could not have possibly fulfilled the messianic requirement of being descended on his father's side from King David. (2)

C. Torah Observance

The Messiah will lead the Jewish people to full Torah observance. The Torah states that all mitzvot remain binding forever, and anyone coming to change the Torah is immediately identified as a false prophet. (Deut. 13:1-4)

Throughout the New Testament, Jesus contradicts the Torah and states that its commandments are no longer applicable. For example, John 9:14 records that Jesus made a paste in violation of Shabbat, which caused the Pharisees to say (verse 16), "He does not observe Shabbat!"

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3) Mistranslated Verses "Referring" to Jesus

Biblical verses can only be understood by studying the original Hebrew text ― which reveals many discrepancies in the Christian translation.

A. Virgin Birth

The Christian idea of a virgin birth is derived from the verse in Isaiah 7:14 describing an "alma" as giving birth. The word "alma" has always meant a young woman, but Christian theologians came centuries later and translated it as "virgin." This accords Jesus' birth with the first century pagan idea of mortals being impregnated by gods.

B. Suffering Servant

Christianity claims that Isaiah chapter 53 refers to Jesus, as the "suffering servant."

In actuality, Isaiah 53 directly follows the theme of chapter 52, describing the exile and redemption of the Jewish people. The prophecies are written in the singular form because the Jews ("Israel") are regarded as one unit. Throughout Jewish scripture, Israel is repeatedly called, in the singular, the "Servant of God" (see Isaiah 43:8). In fact, Isaiah states no less than 11 times in the chapters prior to 53 that the Servant of God is Israel. When read correctly, Isaiah 53 clearly [and ironically] refers to the Jewish people being "bruised, crushed and as sheep brought to slaughter" at the hands of the nations of the world. These descriptions are used throughout Jewish scripture to graphically describe the suffering of the Jewish people (see Psalm 44). Isaiah 53 concludes that when the Jewish people are redeemed, the nations will recognize and accept responsibility for the inordinate suffering and death of the Jews.

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4) Jewish Belief is Based Solely on National Revelation

Throughout history, thousands of religions have been started by individuals, attempting to convince people that he or she is God's true prophet. But personal revelation is an extremely weak basis for a religion because one can never know if it is indeed true. Since others did not hear God speak to this person, they have to take his word for it. Even if the individual claiming personal revelation performs miracles, there is still no verification that he is a genuine prophet. Miracles do not prove anything. All they show ― assuming they are genuine ― is that he has certain powers. It has nothing to do with his claim of prophecy.

Judaism, unique among all of the world's major religions, does not rely on "claims of miracles" as the basis for its religion. In fact, the Bible says that God sometimes grants the power of "miracles" to charlatans, in order to test Jewish loyalty to the Torah (Deut. 13:4).

Of the thousands of religions in human history, only Judaism bases its belief on national revelation ― i.e. God speaking to the entire nation. If God is going to start a religion, it makes sense He'll tell everyone, not just one person.

Maimonides states (Foundations of Torah, ch. 8):

The Jews did not believe in Moses, our teacher, because of the miracles he performed. Whenever anyone's belief is based on seeing miracles, he has lingering doubts, because it is possible the miracles were performed through magic or sorcery. All of the miracles performed by Moses in the desert were because they were necessary, and not as proof of his prophecy.

What then was the basis of [Jewish] belief? The Revelation at Mount Sinai, which we saw with our own eyes and heard with our own ears, not dependent on the testimony of others... as it says, "Face to face, God spoke with you..." The Torah also states: "God did not make this covenant with our fathers, but with us ― who are all here alive today." (Deut. 5:3)

Judaism is not miracles. It is the personal eyewitness experience of every man, woman and child, standing at Mount Sinai 3,300 years ago.

For further reading: "Did God Speak at Mount Sinai?"

Waiting for the Messiah

The world is in desperate need of Messianic redemption. And to the extent we are aware of the problems of society, is the extent we will yearn for redemption. As the Talmud says, one of the first questions asked of a Jew on Judgment Day is: "Did you yearn for the arrival of the Messiah?"

How can we hasten the coming of the Messiah? The best way is to love all humanity generously, to keep the mitzvot of the Torah (as best we can), and to encourage others to do so as well.

Despite the gloom, the world does seem headed toward redemption. One apparent sign is that the Jewish people have returned to the Land of Israel and made it bloom again. Additionally, a major movement is afoot of young Jews returning to Torah tradition.

The Messiah can come any day, and it all depends on our actions. God is ready when we are. For as King David says: "Redemption will come today ― if you hearken to His voice."

For further study: • Jews for Judaism (Rabbi Tuvia Singer)

• "The Real Messiah," by Rabbi Aryeh Kaplan

• "Let's Get Biblical! Why Doesn't Judaism Accept the Christian Messiah?," by Rabbi Tovia Singer

• "The Path of the Righteous Gentile," by Chaim Clorfene and Yakov Rogalsky

FOOTNOTES

1. Maimonides devotes much of the "Guide for the Perplexed" to the fundamental idea that God is incorporeal, meaning that He assumes no physical form. God is Eternal, above time. He is Infinite, beyond space. He cannot be born, and cannot die. Saying that God assumes human form makes God small, diminishing both His unity and His divinity. As the Torah says: "God is not a mortal" (Numbers 23:19).

2. In response, it is claimed that Joseph adopted Jesus, and passed on his genealogy via adoption. There are two problems with this claim:

a) There is no Biblical basis for the idea of a father passing on his tribal line by adoption. A priest who adopts a son from another tribe cannot make him a priest by adoption;

b) Joseph could never pass on by adoption that which he doesn't have. Because Joseph descended from Jeconiah (Matthew 1:11) he fell under the curse of that king that none of his descendants could ever sit as king upon the throne of David. (Jeremiah 22:30; 36:30)

To answer this difficult problem, apologists claim that Jesus traces himself back to King David through his mother Mary, who allegedly descends from David, as shown in the third chapter of Luke. There are four basic problems with this claim:

a) There is no evidence that Mary descends from David. The third chapter of Luke traces Joseph's genealogy, not Mary's.

b) Even if Mary can trace herself back to David, that doesn't help Jesus, since tribal affiliation goes only through the father, not mother. Cf. Numbers 1:18; Ezra 2:59.

c) Even if family line could go through the mother, Mary was not from a legitimate Messianic family. According to the Bible, the Messiah must be a descendent of David through his son Solomon (II Samuel 7:14; I Chronicles 17:11-14, 22:9-10, 28:4-6). The third chapter of Luke is irrelevant to this discussion because it describes lineage of David's son Nathan, not Solomon. (Luke 3:31)

d) Luke 3:27 lists Shealtiel and Zerubbabel in his genealogy. These two also appear in Matthew 1:12 as descendants of the cursed Jeconiah. If Mary descends from them, it would also disqualify her from being a Messianic progenitor.

Christliche Missionare beim Bagrut Test ?

B"H

Jerusalems wöchentlich erscheinende Lokalzeitung "Yediot Yerushalaim" berichtet von einem missionarischen Vorfall in der "Orth School" im Stadtteil Givat Ram:
Vor ca. zwei Wochen erschien eine etwa vierzigjährige Frau, deren Aufgabe es war, die Schulabschlusstests (Bagrut) der Orth Schule zu beaufsichtigen. Zur Überraschung aller erschien die Frau mit einer Tasche voller Bücher, die sie dann mitten im schriftlichen Testverfahren an die Schüler auszuteilen begann. Ferner begann die Frau die Schulkinder religionsmässig zu missionieren.

Die Schüler wiederum beschwerten sich und als die Frau ihren Mund nicht hielt, ging man zur Schulleitung. Die Frau wurde aus dem Gebäude entfernt, doch tauchte nach wenigen Tagen erneut zur Testbeaufsichtigung auf. Diesmal liess man sie erst gar nicht ins Schulgebäude vor.

Die Orth Schule in Givat Ram nahm zwar von einer Anzeige bei der Polizei Abstand, beschwerte sich jedoch beim Bildungsministerium, denn das war offenbar für die Aufsicht beim Bagrut zuständig.

Der Artikel in der "Yediot Yerushalaim" verwendet das Wort "Missionär" in der Überschrift, doch ansonsten weist im Text nichts auf irgendeine Religionszugehörigkeit hin. Im Normalfall bedeutet wird "Missionär" fast immer mit dem Christentum in Verbindung gebracht.

Chassidim on the Wall


Nachlaot / Jerusalem

Photo: Miriam Woelke

Freitag, Juni 25, 2010

Schabbat Schalom


Synagoge in Jerusalem

Photo: Miriam Woelke


B"H

Ein neuer Missionsskandal tut sich auf. Freunde informierten mich vorab und am Schabbat erhalte ich Einzelheiten. Es schaut ganz so aus als treiben der sogenannte Rabbi Shlomo Riskin zusammen mit der Frau unseres stellvertretenden Aussenministers Danny Ayalon, Anne Ayalon, unverholen ihr christliches Missionsunwesen. Wann wird Riskin endlich gefeuert bzw. wann gibt er seine Konversion zum Christentum öffentlich zu ?

Details:



Alles zur rechten Zeit, denn die Thoraparashat Balak lehrt uns, wie die Feinde des jüdischen Volkes letztendlich von G - tt zur Strecke gebracht werden.

Rabbi Yitzchak Luria, 1534 - 1572, sah in seinem Kommentar zu Balak alles höchst seelengebunden. All die agierenden Personen, von Balak bis Bilam, waren Seelenreinkarnationen, die bis hinein ins Goldene Kalb gingen.

Was wir aus der Parashat Balak lernen ist, dass G - tt entscheidet, wann wir was sehen und ob wir etwas begreifen. Bilams Eselin sah den vor ihr stehenden Engel, Bilam jedoch, der groesste nichtjüdische Prophet aller Zeiten nicht. Intelligenz allein bietet keine Garantie für ein Verständnis ohne Grenzen. Allein G - tt entscheidet inwieweit unser Einblick reicht.

Und ich hoffe, dass mein Einblick in der kommenden Woche besser wird, denn ich plane einige interessante Artikel.

"Schabbat Schalom" an alle Leser !

Donnerstag, Juni 24, 2010

Parashat Balak - פרשת בלק

Photo: Parasha Blog


B"H

Die Thoralesung für diesen Schabbat

Die allererste Frage, die sich uns aufdrängt ist, warum diese Parasha ausgerechnet nach Balak benannt wurde. Balak, jemand, der die Israeliten verflucht wissen wollte, bekommt eine eigene Thoraparasha ?

Balak war der König der Moabiter (ein Volk, welches aus der inzestiösen Beziehung der Tochter Lots und ihrem Vater hervorging) und zugleich der Großvater von Eglon (siehe die Gemara im Talmud Traktat Sanhedrin 105a). Eglon wiederum war der Vater von Ruth, die später Boaz heiraten sollte und somit zu den Vorfahren König Davids gehört. Genau genommen wird einmal der Meschiach im weitesten Sinne von Balak abstammen. Rabbi Simcha Bunim von Peshis'cha war der Meinung, dass Bilam von größerem Judenhaß befallen war als sein Auftraggeber Balak, was nun keineswegs als Entschuldigung für Balak gelten soll. Vielmehr wurde Balaks Ansehen durch Ruth wiederhergestellt, denn sie erwies sich als Gerechte und konvertierte in aufrichtigem Sinne zum Judentum.

Die Parasha nennt ihn Balak ben Zipor, was übersetzt "Balak, der Sohn des Vogels" heißt. Der biologische Sohn eines Vogels war er jedoch nicht, sondern betrieb viel mehr seine Zaubereien anhand eines Vogels. Bilam war berühmt für seine wirksamen Flüche, doch Balak war der größere Magier von beiden. Er hatte einen Vogel so abgerichtet, dass dieser ihm alles Gesehene erzählte (Ohr HaChaim und das Buch Zohar) und so kam Balak zu seiner Allwissenheit.

Bilam war der größte nichtjüdische Prophet, der jemals gelebt hat. Er war theoretisch auf dem gleichen Level wie Moshe und hätte die nichtjüdischen Völker auf einen sehr hohen Level bringen können, wenn er nicht zu sehr auf sein eigenes Wohl ausgewesen und schließlich über seine Arroganz stolperte wäre.

Balak entsandt Boten zu Bilam, um diesen zu überzeugen, die Israeliten zu verfluchen, um so sein und andere Königreiche wie die Moabiter oder die Midianiter zu schützen. Die siegreichen Kriege der Israeliten hatten sich schnell herumgesprochen und Balak war unter Druck geraten. Einen militärischen Schlag gegen die Israeliten wagte er nicht, sondern wandte sich eher der Flüchen zu. Er wußte, dass G - tt die Juden beschützte und von daher sollte die Meinung G - ttes irgendwie geändert werden. Bilam war ein Meister der Flüche und kannte sich in Sternenkonstellationen aus (siehe Midrasch Yalkut Reuveni). Laut der Gemara in den Talmud Traktaten Avodah Zarah 4a und Berachot 7a, kannte Bilam den genauen Zeitpunkt, an dem G - tt "ärgerlich" ist. Die Beschreibung "ärgerlich" dient an dieser Stelle als Metaphor und meint vielmehr, dass G - tt zu diesem Zeitpunkt richtete. Wer auch immer den Zeitpunkt kennt, kann eventuell G - ttes Meinung beeinflußen. Außer Bilam ist und war seither niemand in der Lage, diese Zeit zu berechnen.
Im Talmud, s.o., wird gefragt, wie lange denn dieser Zeitpunkt dauert. Einen Moment, so die Antwort. Und wie lange ist das, ein Moment ? Genau 1 / 58.888 einer Stunde, was genau 1 / 16 einer Sekunde entspricht.

Als die Boten das erste Mal zu Bilam kamen, lehnte dieser ab. G - tt sprach zu ihm in der Nacht und verweigerte ihm die Reise zu Balak. Als Bilam den Boten seine Ablehnung verkündete, zeigte er seinen wahren Charakter. Auch wenn Balak ihm Gold und Silber biete, könne er nicht reisen.

Was sagt uns Bilams Andeutung von Gold und Silber ?
Er war ein großer Prophet und auf einem äußerst hohen Level, doch überfiel ihn die Gier. Er sah, dass Balak von ihm abhing und so überwältigt von seiner Wichtigkeit war, dass schnell eine Arroganz aufkam (Sefat Emet). Als ihn G - tt später anwies, doch noch zu Balak zu reisen, war Bilam so von sich eingenommen, dass er meinte, er sei imstande, G - ttes Meinung bezüglich der Israeliten noch ändern zu können (Rabbi Samson Raphael Hirsch). Aber jemand, der G - tt so nahe ist und seine Fähigkeiten in destruktiver Art und Weise nutzt, begibt sich automatisch in den freien Fall. Negative und destruktive Charaktäre können keine Devekut (Nähe zu G - tt) mehr erhoffen und ihre Taten rufen eine Entfernung von G - tt hervor (Rabbi Yaakov Yosef von Polonoye - Schüler des Baal Shem Tov).

Nach G - ttes Anweisung machte sich Bilam gleich morgens auf den Weg. Schnell sattelte er seine Eselin selbst, ohne seinen Bediensteten dafür Zeit zu lassen (Raschi). Allerdings hatte er weniger seinen Sattel vor Augen als Ansehen und Gold. Ein tiefer Fall folgte schnell. Als seine Eselin den Engel sah und ihm jedesmal neu auswich, schlug Bilam auf die Eselin ein. Sie war die Einzige der beiden, die fähig war, den Esel zu sehen. Er glaubte die Gabe zu haben, G - ttes Pläne noch zu kippen, doch sah noch nicht einmal den Engel (Rabbi Samson Raphael Hirsch). G - tt hatte ihm zwar aufgetragen zu Balak zu gehen und genau die Worte zu sagen, welche G - tt ihm in den Mund legte, doch Bilam wollte der Größte werden. Das Ereignis mit der Eselin und dem Engel hätte ihm ein Zeichen sein müssen, doch Bilam war total besessen von seiner Idee des Fluches. Die Gemara im Talmud Traktat Sanhedrin 106b klärt uns auf, dass Bilam zu dem Zeitpunkt ca. 33 Jahre alt war. Sein späteres Schicksal ist ungewiß, denn darüber gibt es viele unterschiedliche Meinungen im Talmud. Pinchas habe ihn umgebracht oder jemand anderes.

Im alltäglichen Leben erleben wir viele Menschen, die aufgrund ihrer Fähigkeiten von Arroganz befallen werden. Jeder von uns ist nur ein Mensch und die sogenannte Yetzer HaRah (schlechte Seite) macht sich bei jedem breit. Unsere Aufgabe ist es, sie zu bewältigen und positive Dinge zu tun. Bei Bilam ging alles schief. Er befand sich unter den weisesten Leuten der damaligen Zeit, doch wollte er die Wahrheit einfach nicht wissen (Rabbi Yaakov Yitzchak Horowitz - der Seher von Lublin). Er beharrte auf seiner Meinung wider aller Zeichen und Ratschläge.

Der Ishbitzer Rebbe, Rabbi Mordechai Yosef Leiner, bringt diesbezüglich einen interessanten Gedanken auf.
In unzähligen Quellen heißt es, dass wir gegen unsere Yetzer HaRah (negative Seite in uns) ankämpfen und auf diese Weise unseren freien Willen zum Ausdruck bringen können. Im Judentum ist das Konzept des freien Willens in unserem Leben ein vieldiskutiertes Thema ohne endgültige Antwort. Wieviel freien Willen besitzen wir wirklich und inwieweit entscheidet G - tt über uns ? Es heißt weiter, dass alles in G - ttes Hand liegt außer ob wir religiöse oder säkulere Menschen werden. Alles andere sei uns mit in die Wiege gelegt worden.

Der Ishbitzer Rebbe vertritt eine ganz andere Meinung. Er sieht den freien Willen als eine einzige Illusion. Alles sei von G - tt verbestimmt und wir haben keinen Einfluß. Meiner Meinung ist das eine umstrittene Meinung, denn es fällt schwer zu glauben, dass wir alle unsere Taten auf G - tt schieben können. So manch einer könnte das ausnutzen. Allerdings muss ich zugeben, dass der Ishbitzer nicht ganz unrecht haben könnte. Vielleicht fällt uns diese Meinung deshalb so schwer zu akzeptieren, weil sie uns theoretisch zu Marionetten abstempeln täte.

In wieweit besaß Bilam also einen freien Willen das Richtige oder Falsche zu tun ? Ich vertrete immer noch die Auffassung, dass er seine Yetzer hätte zum Positiven wenden und G - ttes Willen akzeptieren müssen.

Noch ein Zusatz dem Thema "Prophezeihungen" aus dem Buch "Moreh Nevuchim – Führer der Unschlüssigen 2:42" des Rambam (Maimonides, 1135 - 1204):
Der Rambam geht davon aus, dass wann immer es irgendwo heißt, ein Prophet habe einen Engel gesehen, dies nur in einer Vision bzw. einem Traum stattfand. Auch sehen wir dies im Falle Yaakovs, der, laut Thora, mit einem Engel kämpfte. Dieser Kampf fand nur in einem Traum statt, aber niemals real. Andererseits gibt es Meinungen, welche den Engel für eine einzige Metapher halten und dieser ursprünglich für ganz etwas anderes steht.

Allerdings streitet der Rambam Avrahams zweite Frau Hagar das Recht ab, als Prophetin zu gelten. Obwohl sie einen Engel sah, war sie keinesfalls eine Prophetin. Hagar habe "nur" eine Stimme vernommen, die zu ihr sprach. Diese Art Stimmen zu vernehmen betrifft Leute, welche nicht für eine Prophezeihung bereit sind.

Schabbat Schalom

Bild des Tages



In vielen Jerusalemer Stadtteilen findet man alle paar Meter eine Synagoge.



Photo: Miriam Woelke

Baal Shem Tov Ausstellung in der Jewish National Library in Jerusalem

B"H


Der Baal Shem Tov (Besht) starb vor  250 Jahren.


Doktor Etti Liebes, die Leiterin des "Olam Gerschom Scholem" in der Jewish National Library", präsentiert eine besondere "Besht Ausstellung.


Weitere Infos auf Hebräisch HIER !

Die Ausstellung beginnt am 28. Juni und endet am 1. Oktober 2010.
Der Eintritt is frei !

Unter anderem kann der berühmte Stuhl des Rabbi Nachman von Breslov besichtigt werden. Wobei ich noch nicht weiss, ob es sich dabei um das Original oder eine Kopy handelt. Ein besonderer Leckerbissen dürfte auf alle Fälle ein Brief (siehe unten) des Rabbi Nachman an dessen Tochter sein; geschrieben drei Monate vor seinem Tod.




Ich werde über die Ausstellung berichten und weitere Photos in den Blog stellen!

Mittwoch, Juni 23, 2010

Quellenchaos

B"H

Da dachte ich, es gebe relativ leicht zu erklärende Halachot, doch unterlag ich damit einer Fehleinschätzung. Neben der Roten Kuh (Parah Adumah) gibt es unendlich viel zu berichten und manchmal steht das Alltägliche bzw. Nützlichere außen vor.

Zum Beispiel sah ich vorgestern abend einen moslemischen Straßenkehrer in Westjerusalem beten. Seinen Teppich oder eine anderweitige Unterlage hatte er nicht dabei und somit kniete er sich auf den blanken Fussboden. Er zog sich die Schuhe aus, aber die Füsse standen ungewaschen auf dem dreckigen Asphalt.

Im Judentum verstiesse ein Gebet unter solchen Umständen absolut gegen die Halacha und dies wollte ich kurz anhand eines Beispieles aus dem Talmud erklären. Heute dann stellte ich fest, dass an dieser kleinen Halacha viel notwendige Details kleben und aus diesem Grunde muss ich erst wieder etwas zusammenstellen.

Vorab jedoch kurz gesagt:

Im Judentum ist das Beten an einem verschmutzten Ort generell verboten !

Der Talmud lässt sich sogar darüber aus, inwieweit ich beim Beten bekleidet sein muss. Wer damit glaubt, alles Beten sei so einfach, der werfe einen kurzen Blick auf die unendliche Anzahl der Definitionen.

Synagoge ohne Frauen

B"H

Das Besondere an dieser kleinen sephardischen Synagoge im Jerusalemer Stadtteil Nachlaot ist, dass es keine Frauenempore gibt und die Frauen draussen vor der Eingangstür zur Männerseite sitzen.





Bänke für die Frauen




Photos: Miriam Woelke

Dienstag, Juni 22, 2010

Wie steht man beim Beten ?

B"H

Gewisse Gebete müssen wir im Stehen sagen. So, zum Beispiel, das Kaddisch (aschkensische Juden stehen, sephardische nicht immer) oder während des "Amidah" (Schemonah Esre) Gebetes.

Wie aber soll man stehen ? Einfach nur so oder gibt es bestimmte Anleitungen ?

In der Gemara (rabbinische Diskussionen) des Talmud Traktates Berachot (Segen) 10b heißt es:

Und Rabbi Jose, der Sohn des Rabbi Chanina, sagte im Namen des Rabbi Eliezer ben Yaakov: "Jemand der Betet muss seine Beine direkt nebeneinander stellen. Seite an Seite, genauso wie die Engel es vor G - tt tun". Zum Beten der Engel steht geschrieben: … und ihre Beine waren ein einziges gerade stehendes Bein". (Siehe Ezekiel - Yechezkel 1:7). Wenn die Beine Seite an Seite stehen, tut sich die Impression eines einzigen dastehenden Beines auf.


Kommentar:

Ein erfolgreiches Gebet basiert darauf, dass niemand außer G - tt die Bedürfnisse eines Menschen bereitstellen kann. Als Symbol der Anerkennung dessen stehen wir beim Gebet gerade, mit beiden Beinen nebeneinander. Die Arme hängen gleichfalls gerade an den Körper gelehnt herunter. Eng aneinander; so als sei alles zusammengebunden, was auf die Hilflosigkeit des einzelnen hinweist und nur G - tt zu helfen in der Lage ist.

Zum Geradestehen im Gebet existieren noch weitere Kommentare, auf die ich ebenso eingehen werde !

Protest gegen den Hass der Säkuleren



Dieser Haredi (Ultra - Orthodoxe) protestiert vor der US - Botschaft in Tel Aviv gegen den Hass der säkuleren israelischen Gesellschaft gegenüber den Haredim.
Innerhalb der vergangenen Woche zog eine regelrechte Hetzkampagne gegen die ultra - orthodoxe Gesellschaft durch das Land.

Montag, Juni 21, 2010

Ausstellung: Jüdisches Design


Chanukkahleuchter




Mehr Infos und Bilder zum Design jüdischer Gegenstände beim Tel Aviver Diaspora Museum (Beit HaTfuzot):


Kommentare zur "Roten Kuh", Teil 2


Die Rote Kuh


B"H


Zu Teil 1 - siehe HIER !


Nach wie vor sind befinden wir uns in der Thora Parashat CHUKAT, in welcher G - tt das Gesetz der "Roten Kuh - Parah Adumah" gibt. Der Hohepriester soll die Rote Kuh erst schächten, danach völlig verbrennen und ihre Asche wird wir den spirituellen Säuberungsprozess verwendet. Die Frage ist, warum gab G - tt den Juden dieses Gesetz ?
Eine Antwort darauf finden wir nicht, denn die kennt nur G - tt allein; zumindest aber erhalten wir Einblicke in die Welt berühmter Kommentatoren, des Talmud, der Kabbalah sowie verschiedener Midraschim.


Parashat Chukat - Bamidbar / Numeri 19:1 ff.



Rabbi Samson Raphael Hirsch:
Die Halacha besagt, dass keine Person, welche aktiv an der Schächtung sowie der Verbrennung der Roten Kuh involviert ist, keine andere Arbeit verrichten darf, bis die Kuh nicht zu völliger Asche verbrannt ist. Ansonsten wäre die gesamte Prozedur der Verbrennung der Parah Adumah (der Roten Kuh) ungültig (siehe Sifri). Nicht nur das: Im Talmud Traktat Yoma 42a heißt es ferner, dass der agierende Hohepriester (Cohen HaGadol) seine Gedanken ebenso an die Rote Kuh richten muss. Bedeutet: Er darf nicht einfach so routinemässig handeln und seine Gedanken schweifen zu lassen, sondern er hat die Pflicht, richtig bei der Sache zu sein.




BaMidbar / Numeri 19:2


"Sot Chukat HaThora - Die ist die Verordnung des Gesetzes"


Raschi kommentiert hierzu, dass die Nationen der Welt die Juden in späteren Jahren wegen diesem Gesetz (der Roten Kuh) verhöhnen werden. Aus diesem Grunde nennt die Thora die Verordnung "Chukat", denn somit wird aufgezeigt, dass die "Rote Kuh und alles, was damit zusammenhängt, direkt von G - tt kommt und niemand ein Recht zur Kritik besitzt.
Der Ramban (Nachmanides) greift den ursprünglichen Raschi - Kommentar auf und führt ihn noch viel weiter aus.

Bevor wir aber zu den Kommentaren von Raschi und dem Ramban kommen, hier eine kleine Reise in den Talmud.


Talmud Traktat Yoma 67b:
Der Talmud Traktat Yoma 67a beschreibt jene Ziege, welche am Yom Kippur (Versöhnungstag) während einer speziellen Zeremonie in die Wildnis gesandt wird (siehe Vayikra / Leviticus 16:22). Danach fährt die Gemara (rabbinische Diskussionen) fort mit g - ttlichen Erlässen:


Vayikra / Leviticus 18:4:

… (Und) Ihr sollt meine Verordnungen einhalten - … (Ve)Chukotai Tischmeru.


In der Thora finden wir fortwährend Auflistungen des Wortes "Mischpatim - Gesetze". In der Tat unterscheiden wir in der hebräischen Thorasprache bei Gesetzen und Verordnungen die "Mischpatim" von den "Chukim". Talmud Yoma 67b gibt darüber Aufschluss und legt fest, dass es sich bei Mischpatim um jene Gesetze handelt, die für uns Menschen einen absolut logischen Zugang haben. Beispiele: Nicht töten, ehebrechen oder stehlen. Keinen Götzendienst betreiben oder G - ttes Namen negativ verunglimpfen.
Chukim hingegen sind g - ttliche Erlasse, die wir nicht logisch zu erfassen in der Lage sind wie "kein Schweinefleisch essen", "keine Kleidung bestehend aus Schatnetz (Wolle und Leinen) tragen", "am Yom Kippur eine Ziege zum Azalzel (negative Seite) senden", usw. Jedoch stammen Mischpatim genauso wie die Chukim in der Thora direkt von G - tt !


Vayikra / Leviticus 18:5

… Ani A - do - nai E - lo - he - chem - Ich bin Euer ewiger G - tt.


Damit macht G - tt klar, dass gewisse Dinge so und nicht anders abzulaufen haben und Er keine Widerrede erwartet. Der Talmud Yoma 67b allerdings lässt uns wissen, dass die Völker der Erde uns gerade mit den Chukim (den unlogischen Thoragesetzen) dumm daherkommen werden und uns herausfordern: "Wozu wir das denn brauchen oder warum wir die komischen Gesetze einhalten ?"


Im Talmud Traktat Bava Batra 16a finden wir eine komplette Erläuterung zur negativen Seite in den Menschen und das dieses negative Veranlagung, die wir alle beinhalten, uns dazu verleiten will, die Thora nicht einzuhalten. Das sei doch alles überflüssiger Quatsch und sowas brauchen wir heute, in unserer modernen Zeit, nicht mehr. Raschi kommentiert, dass diese negative Veranlagung uns sogar einreden will, die gesamte Thora stamme nicht von G - tt und sei eh nur gelogen.




Wozu der Ausflug in derlei Erklärungen ? Ist das nicht alles zuviel ?


Wer Thora und alles drumherum lernt, der unternimmt unendliche Ausflüge in Kommentare, in die Halacha oder eben in den Talmud. Um die Thora zu begreifen, sind Definitionen äußerst wichtig und die Gemara in Yoma 67b macht deutlich, was genau das Wort "Chukat" uns sagen will und wann es verwendet wird. In der Parashat Chukat finden wir es im Zusammenhang mit der Roten Kuh und von Raschi, der sich auf das Statement in Yoma 67b stützt, erfahren wir, dass das Wort sich auf jene G - ttesgesetze bezieht, die wir logisch mit unserem Verstand nicht in der Lage sind zu begreifen. Derlei Gesetze aber dennoch genauso gültig sind, wie alle anderen auch.

Bild des Tages


Einfahrt nach Jerusalem

Photo: Miriam Woelke

Sonntag, Juni 20, 2010

Kommentare zur "Roten Kuh", Teil 1


Die Rote Kuh

Photo: Temple Institute Jerusalem




B"H

Parashat Chukat - Bamidbar / Numeri 19:1 ff.:

G - tt beauftragt die Juden, eine perfekte Rote Kuh (Parah Adumah) zu nehmen und diese vom Cohen HaGadol (Hohepriester) außerhalb des Lagers (später außerhalb des Tempels auf dem Ölberg) zu schächten und zu verbrennen. Die Asche der Kuh sollte zu spirituellen Reinigung dienen.

Die Thora Parashat, in der das Gesetz der Roten Kuh erteilt wird, heißt CHUKAT (Gesetz). Die Gemara im Talmud Traktat Menachot 19a lehrt zum Wort CHUKAT:

"THORA und CHUKAT sind für die Wesentlichkeit erforderlich: Dies ist das Gesetz (Chukah) der Thora (siehe Bamidbar / Numeri 19:2)".

Kommentar: 
Der talmudische Rabbiner Rav meint meint dazu, dass jedes noch so kleine Detail zum Ritus der Roten Kuh (Parah Adumah) notwendig für die Gültigkeit des Gesetzes ist.

Wie deuten jüdische Kommentatoren das Gesetz der Parah Adumah ?

Rabbi Samson Raphael Hirsch:
Die Kuh muss absolut perfekt sein und darf kein einziges Haar einer anderen Farbe als rot enthalten. Selbst zwei schwarze oder zwei weisse Haare mitten im Fell machen eine Rote Kuh imperfekt.

Obwohl die Rote Kuh nicht im Tempel (innerhalb des Lager der Juden in der Wüste) geschächtet und verbrannt wurde, so wusch der Cohen HaGadol (Hohepriester) sich dennoch vorher rituell Hände und Füsse.

Die Parah Adumah wurde auf den Ölberg (östlich der Stadt Jerusalem, wenige Meter vom Tempel entfernt) geführt. Die Kuh wurde allein geführt und mit keiner zweiten oder weiteren Kuh zusammen (siehe Talmud Traktat Yoma 43a).

Gewöhnlich fand die Prozedur bei Tageslicht statt und nicht in der Nacht.

Jeder, der an der Prozedur in irgendeiner Form beteiligt ist, wird danach "unrein - tameh" und muss sich und seine Kleidung hinterher rituell (u.a. Mikweh - Ritualbad) reinigen.


Talmud Traktat Yoma 42a:
Hier finden wir einen Disput, ob die Rote Kuh von einem regulären Cohen (Tempelpriester) geschächtet werden darf. Die Thora sah für diese Aufgabe eigentlich einen Cohen HaGadol (Hohepriester) vor. Oder darf die Parah Adumah lediglich von einem Hohepriester geschächtet und verbrannt werden. Rav sagt JA - nur von einem Hohepriester, weil die Parah Adumah keine Tieropferung im eigentlichen Sinne darstellte.

Rabbi Eliyahu Ben Dahan wurde gegangen

B"H

Israels Justizminister Yaakov Ne'eman veranlasste, zusammen mit einem speziellen Kommittee, den Abgang von Rabbi Eliyahu Ben Dahan. In den letzten zwanzig Jahren hielt Rabbi Eliyahu Ben Dahan die Position des Vorsitzenden der Batei Din (Rabbinischen Gerichte) in Israel inne. Hierbei war er für Konversionen zum Judentum sowie für Agunot zuständig.
Gemäss der Halacha muss eine Ehefrau oder der Ehegatte einer Scheidung zustimmen. Ohne diese Zustimmung kann die Ehe nicht geschieden werden und es gibt mehrere Hunderte Fälle, bei denen der Gatte die Scheidung verweigert. Mit dem Resultat, dass die Frau nicht wieder heiraten kann, denn die vorherigen Ehe kann nicht geschieden werden. Rabbiner wie Eliyahu Ben Dahan ziehen in solchen Fällen aus, um dem Gatten oder einer verweigernden Ehefrau die Scheidungsdokumente (Get) abzuringen. Notfalls mit Gewalt (Gefängnis).  

Jerusalems Lokalblatt "Yediyot Yerushalaim" veröffentlichte am vergangenen Freitag ein Interview mit Ben Dahan, wobei dieser angab, erst erschüttert über die Entscheidung des Regierungskommittees gewesen zu sein. Mittlerweile jedoch habe er sich damit abgefunden und neue Aufgaben im Leben gefunden.

Eine Angabe von Gründen erfolgte nicht. Ich denke aber einmal, dass die Regierung Netanyahu sich immer mehr von der Religion trennen will. Die Atmosphäre momentan besteht teilweise nur noch aus Hetze gegen relig. Juden.