Freitag, September 12, 2008

Die Welterschaffung in Genf




B"H

Wir alle hörten von dem wissenschaftlichen Versuch, die Erschaffung unseres Universums zu rekonstruieren. Unzählige Physiker fanden sich im Genf ein, um diesem Experiment beizuwohnen.

Die Versuche, Protonen in einen 27 km langen Tunnel zu leiten, glückte und es kam zu keiner Apokalyspe wie viele Kritiker annahmen. Die Erde explodierte nicht und unser Universum verschwand in keinem schwarzen Loch. Warum auch ?
Wer an G - tt glaubt, der konnte nicht davon ausgehen, dass wir jetzt alle dem Untergang verschrieben sind, falls das Experiment in Genf fehlschlägt. Oder reden die Propheten etwa von solch einer Apokalypse ? Der Meschiach ist noch nicht hier und G - tt sagte niemals etwas von solch einer Tragödie.

Ich weiss, dass die Kabbalah da anderer Meinung sein könnte, doch ich gehe jetzt einfach einmal vom simplen Normalfall aus.

Mittwoch abend sprach ich mit einem jungen Rabbiner über das Genfer Experiment und er gab zu, keine Ahnung zu haben.
"Naja, da wollen weltliche Wissenschaftler halt beweisen, dass es keinen G - tt gibt", so seine Antwort.
"Wieso, sagte ich, kann es nicht genauso zum Gegenteil führen und ein jeder wird sehen, dass alles nur von G - tt erschaffen werden konnten ?"

Judentum und Wissenschaft stehen nicht im gegenseitigen Widerspruch, sondern gehen Hand in Hand. Der Rambam (Maimonides) sagte schon, dass je mehr der Mensch über die wissenschaftlichen Zusammenhänge lernt, desto mehr lernt er G - ttes perfekte Erschaffung zu schätzen.

Führende israelische Rabbiner verhielten sich diese Woche auffällig ruhig in bezug auf das Geschehen in Genf. Anscheinend haben sie ihre Meinung dazu noch gar nicht festgemacht. Ich jedenfalls war aufgeregt wie Millionen andere auch und wäre selber gern in Genf dabeigewesen.


Links:

Zurück zum Ursprung - Teil 1

Zurück zum Ursprung - Teil 2

"Parallele Universen" und das Judentum

Zeit und Universum

Im Judentum schliessen sich Wissenschaft und Thora nicht gegenseitig aus. Eher im Gegenteil, denn durch die Wissenschaft lernen wir G - ttes Schoepfung zu schätzen. Doch sind Kolonien auf Mond und Mars wirklich die Lösung für uns ? Hat G - tt uns nicht die Erde gegeben, weil sie bisher (lt. Wissenschaft) der einzige Planet unserer Galaxie ist, auf dem menschliches Leben moeglich ist ?

Der Mond ist 384.399 km von uns entfernt und der Mars etwas weniger. Doch gibt es auf beiden Planeten nicht viel Sauerstoff und allein auf dem Mars herrscht eine Temperatur von -140 Grad Celsius. Weiterhin ist die Schwerkraft gering.
Die Erde wurde von G - tt perfekt für uns erschaffen. Selbst der Schutzschild um die Erde lässt eventuell einschlagende Meteoriten in der Atmosphäre verglühen. Auf dem Mond oder Mars finden wir dies nicht, und ist doch gerade die Mondoberfläche von ständig einschlagenden Meteoriten gezeichnet.

Der Jerusalemer Physiker Dr. Gerald Schroeder hat zu dem Thema Thora und Wissenschaft mehrere Bücher geschrieben. Er ist ein euphorischer Verfechter der Big Bang - Theorie. Der Urknall, von G - tt ausgelöst, ist der Beginn aller Materie, Zeit und des Universums.

Die ersten Sätze der Thora berichten uns alles über die Welterschaffung. Um die wahren Geheimnisse herauszulesen, müssen wir in die tiefere Bedeutung des Textes gehen. Vor allem Rambam und Ramban haben dieses getan. Die gesamte Wissenschaft finden wir in der Thora, so kommentierte schon der berühmte Chatam Sofer.

Kommentare:

  1. Danke für dieses (weitere) wertvolle Post.

    Wissenschaft vs. Religion scheint heute eine Selbstverständlichkeit zu sein. So wie die von Ihnen geschilderte Antwort des jungen Rabbi einmal mehr zeigt.

    Doch wenn man das so sagen kann : Naturwissenschaft und Religion gehen von unterschiedlichen erkenntnistheoretischen Grundsätzen aus. Und sogar unter den Einzelwissenschaften bestehen diesbezüglich Abweichungen.
    Nun, die Physiker am Cern gehen wohl nicht der Frage nach, was der Ursprung des All's sei. Und selbst wenn sie tiefer in die Essenzen der Materien eindringen, so beruhen die späteren Theorien darauf auf Interpretation. Diese Physiker sind während ihrer Arbeit zu sehr mit Myonen, Quarks und allen Elementarteilchen zwischen Neutronen und Protonen beschäftigt, als sich dabei ontologische Fragen stellen zu können. Und gerade experimentelle Wissenschaftler sind ja nicht gerade dafür bekannt, aus ihrer Empirie plausible ontologische, metaphysische Schlüsse zu ziehen. Dies kennen wir ja auch aus der Neurologie.
    Die Naturwissenschaft beschränkt sich erkenntnistheoretisch auf den Empirischen Realismus/Strukturalismus. Doch das ist keineswegs ein Mangel, sondern erkenntnistheoretische Bedingung, damit Naturwissenschaft überhaupt effizient und glaubwürdig funktioniert.

    Religion, Wissenschaft und Philosophie besitzen ein ambivalentes Verhältnis zueinander. Und darauf wird aus den verschiedenen polarisierenden Positionen beharrt. Doch das sie einst gar ein symbiotisches Verhältnis zueinander hatten, wird oft vergessen oder ignoriert. Ja, und da helfen Blicke in die Historie, da helfen Vergegenwärtigungen Gelehrter vergangener Epochen! So wie etwa Ihr Hinweis auf Maimodes.

    Die Welt mag gegeben sein, wir wissen darum, dass es nur eine Wirklichkeit gibt. Doch dieses Gegebene müssen wir uns zuerst denken, damit wir es verstehen können. In dieser Erkenntnis ergibt sich dann folglich auch die Symbiose.

    Ich bedanke mich für Ihren inspirativen Beitrag.

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  2. B"H

    Hallo Genussdenker,

    tatsaechlich ist das von mir Berichtete nur ein ganz kleiner Einblick. Bis vor wenigen Jundert Jahren, waren viele fuehrende grosse Rabbiner auch nebenbei Wissenschaftler. Bis heute sind / waren einige Rabbiner grosse Philosophen, aber leider hat die wissenschaftliche Taetigkeit neben der des Rabbiners deutlich nachgelassen.

    Ich persoenlich wuerde es ganz klar begruessen, wenn sich auch heute mehr Rabbiner ausgiebig mit der Wissenschaft beschaeftigen taeten. Wie seinerzeit Maimonides oder Nachmanides und viele andere.
    Wenn dies der Fall waere, dann haette der junge Rabbiner vielleicht anders reagiert. Aber ansonsten kommen solche Reaktionen gewoehnlich von Leute, die wenig oder gar keine Ahnung von der Thora und ihrer elemenaren Beziehung zur Wissenschaft haben. Zu talmudischen Zeiten war dies wesentlich anders und ich denke, dass ein Rambam (Maimonides) heutzutage an CERN besonders interessiert waere.

    Natuerlich gehen Wissenschaftler von anderen Grundsaetzen aus und nicht gerade von relig.

    Selbst Albert Einstein war alles andere als religioes. Zwar gab er an, dass es viele Dinge in der Entstehungsgeschichte des Universums gibt, die wir einfach nicht begreifen und die somit unerklaerbar sind, doch nannte er dabei nie offiziell den Namen
    "G - tt".

    Meiner Meinung nach ist das CERN - Experiment von Vorteil um Einiges besser zu verstehen. Die Problematik aber beginnt dann, sobald das Experiment ausser Kontrolle geraet. So gab man bei CERN an, dass man theoretisch in der Lage waere, im Tunnel ein neues Universum zu kreieren.

    Ist das wirklich unsere Aufgabe als Mensch oder ueberschaetzen wir uns damit nicht ? Ein Neues Universum oder eine neue Welt zu erschaffen ? Was wird G - tt dazu sagen und wird Er es dulden. Greifen wir mit dem Wissen nicht zu sehr in dessen (G - ttes) Aufgabenbereich ein ?

    Wenn alles zu sehr ausser Kontrolle geraten sollte, dann sehe ich ein Scheitern des Experiments voraus.

    Ausserdem gab CERN an, dass sie ein kleines Schwarzes Loch erzeugen wollen. Dies halte ich persoenlich fuer gefaehrlich, denn bis heute sind Schwarze Loecher und ueberhaupt deren Inneres kaum oder gar nicht erforscht.

    Wissenschaftler sollten immer vorsichtig sein, mit was sie sich da eigentlich einlassen. Leider uebersschaetzen sich viele zu sehr und schliessen jede moegliche Gefahr einfach zu sehr aus.

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  3. B"H

    Homepage von CERN:

    http://public.web.cern.ch/public/

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  4. Ich danke Ihnen für Ihre ausführliche Antwort.

    Was Sie über das moderne Rabbinertum in ihrem Verhältnis zur Naturwisenschaft schrieben, trifft ja allgemein auf das Verhältnis Religion - Naturwissenschaft zu. Diese Entwicklung nahm im 19. Jahrhundert ihren Anfang. Im Zuge der Post-Aufklärung. Und wenn man da überhaupt von einem zeitlich datierten "Anfang" überhaupt sprechen mag. Diese Entwicklung hatte vor Allem zwei Gründe. Einerseits die beginnende Individualisierung und gleichzeitig die "disziplinarische Seperatierung" im Zuge der neuen Unabhängigkeit der Akademien.

    Doch insbesondere waren es neue wissenschaftliche Erkenntnisde/Errungenschaften, welche die Geistlichen vor den Kopf stiessen. Dabei erwies sich das kopernikansiche Weltbild als noch verhältnismässig harmlos. Den Anfang machte ein junger französischer Archöologe der erstmals ägyptische Hyieroglyphen entifferte. Das war 1820, also noch lange vor Darwin. Und auch die spätere Entdeckung des kleinsten biologischen Organismus (Zelle) zog den Unmut der geistlichen auf sich. Dann kam Darwin.
    Und in der gleichen Zeit wagten sich populäre Philosophen das abrahamistische Gottesverständnis zu hinterfragen. Doch diese Entwicklung nahm bereits mit Descartes, Berkeley und Spinoza ihren Lauf. Und sämtlichen späteren Philosophen, welche das bisherige abramistische Gottesverständnis neu zu ergünden versuchten.

    Dies erinnert mich wieder an Einstein. Sie schrieben, er wäre nicht religiös gewesen. Und im Kontrast zur Orthodoxie trifft dies auch zu. Doch Einstein besass m.E. ein religiöses Verständnis welches ganz in der Tradition dieser genanten Philosophen stand. Sein Satz "Gott würfelt nicht" ist Zeugnis davon. Damit verstand er Gott natürlich im ausschlisslich ontologischen, kosmologischen Sinn. Und dabei ging es ihm ja im Kern als Solches nicht um Gott, sondern um die Vorhersehbarkeit der Ereignisse.

    Den Experimentalphysikern am Cern geht es keineswegs um eine ontologische Erkenntnis. Im besten/schlimmsten Fall um eine kosmologische.
    Doch dabei sei an die Quantenphysik erinnert nach welcher in letzter Konsequenz das Wesen der Materie nicht begründet/erforscht werden kann. Ja, rein funktionell wird man voraussichtlich noch weiter in die Tiefe blicken können. Und sei es per "schwarzen Löchern". Doch aus wissenschaftlicher Sicht, sind "schwarze Löcher" nicht demassen spektakulär, wie es für Laien den Eindruck macht. Das Selbe gilt ja auch für Anti-Materie. Und es wäre sogar gut möglich das "schwarze Löcher" lediglich ein quantenphysikalischer, funktionaler Bestanteil normaler Materie wäre, deren lediglich das Ausmass verhängnisvoll auf uns wirkt.
    "Die Welt muss gedacht werden um sie zu verstehen", gilt auch für die empirische ExperimentalWissenschaft. Ohne die Genialität der Lise Meitner hätten sich Otto Hahn und sein Kollege wohl noch über Jahre hinweg bestrahlen können, ohne überhaupt zu realisieren, dass sie Kernspaltungen ausgesetzt wären . . .

    Hat sich dies wirklich geändert? Nur weil die Wissenschaft um einiges genäuere Messmethoden besitzt?! Ich bezweifle es.
    Aber ich gebe Ihnen sehr Recht, wen Sie darauf hinweisen, die experimentelle Wissenschaft solle vorsichtig sein. Ja, diese Mahnung ist gerechtfertigt. Und wir sehen dies ja auch anhand anderer wissenschaftlicher Disziplinen wozu ein allzu ungezwungener Umgang mit Forschung führen kann.

    Und dies gibt Ihnen auch bezüglich des Interesses der Rabbiner für Naturwissenschaftliche Belange recht! Nicht das diese wie kreatonistische Christen die Naturwissenschaft zu infiltrieren oder bekämpfen sollten!!
    Nein, sondern dazu beitragen, die alte Symbiose wieder aufleben zu lassen. Doch dies geht nur mit Mitarbeit der Wissenschaft und auch dem der Laien.
    Schliesslich sind wir ja alle irgendwie Laien.

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  5. B"H

    Im Judentum gab es von Beginn an niemals solch einen Diskurs zwischen Religion und Wissenschaft wie im Christentum. Die Theorien eines Kopernikus waren fuer die Kirche absolut unannehmbar.

    Anders im Judentum, wo schon zu talmudischer Zeit das diskutiert wurde, was die sogenannte "Neue Welt" (das christianisierte Westeuropa) erst viel spaeter herausfand bzw. wahrnahm.

    Bis vor einigen Jahren war es noch ganz normal, dass ein Rabbiner nebenbei die "weltlichen" Wissenschaften studierte. Es gab sogar viele grosse Rabbiner, die nebenbei hervorragende Wissenschaftler oder Philosophen waren.

    In den letzten Jahren haben diese Tendenzen leider sehr nachgelassen, was wohl auf den jetzigen Lehrplan zurueckzufuehren ist. Die Wissenschaften werden nicht mehr gelehrt und alles begrenzt sich auf Thora, Halacha, Mussar (Ethik) oder Talmud. Ich sehe auch keine Loesung, wie man das bestehende System aendern koennte.

    Zu Darwin:
    Ich hoerte, dass er selber am Ende seines Lebens gar nicht mehr so sehr von seiner eigenen Theorie ueberzeugt war. Es hatte sich herausgestellt, dass Zellen und Bakterien einen individuellen Entwicklungsweg in der Entstehungsgechichte gehen und keineswegs immer einer gerade Linie folgen.
    Erst Darwins Nachfolger machten die Idelogie wieder zu dem, was sie war und fuehrten sie weiter.

    Sie sprachen indirekt Avraham an:
    Nun Avraham war seinerzeit eine der fuehrenden Astrologen; wobei wir wieder beim Thema sind, dass heute die Mehrheit der jued. Geistlichen keine Ahnung mehr von der Wissenschaft hat.

    Ich komme immer wieder auf das Thema zurueck, weil ich persoenlich es sehr traurig finde. Das Ueberraschende jedoch ist, dass sich die jued. Kabbalah sehr stark mit dem Thema der Erschaffung auseinandersetzt. Jedenfalls jene Schriften, welche vor einigen Hundert Jahren entstanden.

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  6. ich versteh auch nicht warum
    es einen widerspruch zwischen
    der torah und der wissenschaft
    geben sollte.

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  7. B"H

    Ich auch nicht, aber im Mittelalter war es zum Beispiel so, dass die kath. Kirche radikal gegen die Wissenschaft vorging. Dies reichte von Verfolgungen bis hin zur Exkommunizierung.

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  8. da ging es aber mehr um macht und
    solche sachen. die haben sich ja
    auch erst vor vor ein paar jahren
    bei galileo entschuldigt. war ne ganz große sache und wurde im fernsehn in den nachrichten gezeigt.

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  9. B"H

    Stimmt.

    Ich verstehe nicht, wieso die Kirche solch ein Aufhebens machte. Sicher ging es um Macht, aber wer sich mit der Materie und der Thora beschaeftigt, der sieht ein, wie einzigartig die ganze Schoepfung ist.

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  10. das denke ich auch. ich finde es
    aber auch sehr überheblich einen
    widerspruch zu sehen und so zusagen
    zu behaupten ich würde die ganze
    torah verstehen und die ganze
    schöpfung und zu dem schluss kommen
    das es wiedersprüchlich ist. ich
    finde man sollte sich eingestehen
    wenn man etwas nicth versteht es
    ist ja nichts schlimmes dabei.

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  11. B"H

    Es geht nicht um "eingestehen" oder nicht.

    Vielmehr geht es darum, dass jemand zumindest den Versuch startet, die Thora zu verstehen und nicht wild drauflos argumentiert, nur um seine eigene Ideologie zu unterstuetzen.

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  12. Danke für Ihre ausführliche und bereichernde Antwort.

    Dass dem Judentum diese ausgeprägt ambivalente - ja oft gar feindschaftliche - Beziehung zur Naturwissenschaft fremd ist, ist mir gut bekannt.
    Die Gründe, weshalb sich Rabbiner der Naturwisenschaft allmählich verliessen (zumindest in ihrer Lehrtätigkeit) mag auch durchaus verständliche haben.
    Und weil sich ihre Welterklärung im Kern auf das Religiöse konzentriert, erübrigt sich für sie umfangreiches Aneignen von Naturwissenschaft.
    Schuld daran ist die zunehmende Polarisierung. Ein gläubig jüdischer Wissenschaftler wird natürlich in seiner Tätigkeit mit dieser Polarisierung konfrontiert. Da sind sowohl ideologische Atheisten (zB à la Dawkins) als auch kreatonistische Christen welche seine Gläubigkeit, seinen Gottesbezug zu missionarischen Zwecken missbrauchen. Besonders ausserhalb Israels dürfte dieses Phänomen keine Seltenheit sein.

    Auf der Seite der Rabbiner dürfte sich in dieseer Polarisation das Phänomen der "Dialektik der Aufklärung" wieder verstärkt bemerkbar machen.
    Die ersehnte Symbiose wieder herzustellen bedarf also wieder verstärktem Engagement. Menschen die diese Symbiose auch vorleben. So wie Sie es zum Beispiel tun.

    Was Sie über Darwin/Zellen schrieben, stimme ich Ihnne zu.

    @anonym :
    Die christliche Religion ist eine sehr dogmatische. Zudem kommt, dass ihr verbindliche Werke die Bibel zu verstehen, sie auszulegen, glänzlich fehlen. So etwa ein Werk wie den Talmud. So geht es in der christlichen Religion beinahe ausschliesslich darum, was aus dem Wortlaut der Bibel nun wahr sei. Ihre tiefe Essenz zu verstehen, ist den meisten Christen kein Bedürfnis. So ergaben sich im Christentum Konkurrenzen, worauf es ja schlieslich auch begründet. Dieses Verständnis ist im Christetum essentiell und prägt jede Diskusion unter Christen.
    Da das Christentum von Anbeginn auf Expansion ausgelegt war und dies nie verworfen wurde, hallt auch der Machtanspruch der einzelnen Konfessionen nach. Etwas das nicht verständlich ist und sich nicht auf Anhieb in die biblischen Aussagen integrieren lässt, wird somit in der Regel gleich verworfen und als "Unwahrheit" abgetan.
    Heute ist es weniger die röm.kath. Kirche, sondern evangelische Kreise welche eine starke Dogmatik anstreben. Am Verständnis über die Dinge liegt denen nicht besonders viel, sie beharren auf dem Wortlaut der chrstlichen Bibel und verwerfen alles was da den Wortlaut nicht unterstützt. Manche von denen (kreatonisten) gehen sogar soweit, dass sie die Naturwissenschaft infiltrieren und somit stark verfälschen. Das Infiltrieren scheint denen besonders zu liegen. Sich Dinge anzueignen, um es danach zu ihren Gunsten umzukremplen, damit alles nur so verstanden werden kann, wie sie es ihnen vorschwebt. Eine sehr verwerfliche und nicht zu unterschätzende Methode.

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  13. B"H

    @Genussdenker

    Meines Erachtens nach dreht es sich bei der Vernachlaessigung wissenschaftlicher Studien seitens der heutigen Rabbiner weniger um die etwaige Konfrontation zwischen relig. Judentum und Saekularismus. Eher stehen wissenschaftliche Faecher einfach nicht mehr auf dem Lehrplan der Yeshivot. Und das ist bedauerlich !

    Natuerlich gab es einen Rabbi Nachman von Breslov, der seinen Chassidim jegliche philosophische Literatur untersagte. Selbst das Buch des Rambam "Fuehrer der Unschluessigen - Guide for the Perplexed".
    Rabbi Nachman begruendete dies damit, dass derleit Studien einem noch jungen Yeshiva - Studenten von der Religion wegfuehren koennten.
    Bis heute haelt sich die Chassidut Breslov mehr oder weniger daran. Bei Chabad und anderen hingegen, schaut es wieder ganz anders aus. Dort ist das Gegenteil der Fall.

    Aber nicht, dass hier der Eindruck entsteht, das Judentum sei ignorant:

    http://www.torahscience.org/

    http://www.borhatorah.org/

    Bezueglich der christlichen Auslegungen:

    Wenn ich manchmal mit deren Thoraauslegungen konfrontiert werde, dann frage ich mich wirklich, wo sie diese Ideen hernehmen.
    Es heisst immer, "Ihr Juden" folgt nur irgendwelchen Rabbinern, Kommentatoren udn vor allem Raschi.
    So, what ?
    Jemand wie Raschi ist einer der groessten Thora - und der groesste Talmudkommentator und ohne ihn waere heute vieles absolut unklar.

    In der Kirche bildet sich jedes Mitglied selbst seine Meinung und so kommen obstruse Ideologien zusammen, die mit der Thora nichts zu tun haben.
    Dies bezieht sich genauso auf Paepste und die protestantischen Kirchenoberen.

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  14. Dass das (orthodoxe) Judentum sich "ignorant" gegenüber der Naturwissenschaft zeige, davon ging ich keinesfalls aus und so wäre es mir auch nicht bekannt.

    Ich weiss darum wie verschieden auch im Judentum diesbezügliche Positionen sein können.

    Was Sie über christliche Auslegungen schrieben, auch da stimme ich Ihnen zu.

    Nun, mir käme noch einiges in den Sinn im Bezug auf Ihre Antwort; könnte noch lange weiterschreiben. Ich bedanke mich vorerst mal für Ihre differenzierten und sehr informativen Antworten.

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