Sonntag, Mai 16, 2010

Tikkun Leil Schavuot

B"H

Bei dem "Tikkun Leil Schavuot" handelt es sich um eine berühmte jüdische Tradition in der Nacht an Schavuot (in diesem Jahr DIENSTAG NACHT !). G - tt gab uns die Thora am Berg Sinai und in der Nacht zuvor sollten wir uns auch heute spirituell darauf vorbereiten. Nicht nur, dass die Juden vor Tausenden von Jahren die Thora erhielten, sondern der Zustand hält bis HEUTE an. An jedem Schavuot erhalten auch wir die Thora neu.

Ein TIKKUN steht für die eigene Seelenkorrektur. Anhand des Thoralernens oder indem ich an der Schavuotnacht zu relig. Vorträgen gehe, bringe ich mich selbst auf einen gewissen höheren Level. Vorausgesetzt, ich entnehme Ernsthaftes aus den Inhalten der Vorträge für mich selbst und ändere ggf. mein Leben etwas.

An Erev Schavuot also strömen besonders in Israel die Juden los. Seit wenigen Jahren findet der Brauch große Anhängerschaft unter den säkuleren Juden und somit ist selbst Tel Aviv nicht ohne ausreichende Angebote. Die meisten Shiurangebote gibt es jedoch in Jerusalem, wobei ich persönlich halachische Vorträge von orthodoxen Rabbinern bevorzuge und nicht von irgendwelchen Light- Programmen.

Zwei hervorragende halachische Gelegenheiten bieten die Große Synagoge sowie die Yeshurun Synagoge. Beide befinden sich in der King George Street, fast nebeneinander. In der Großen Synagoge spricht, unter anderem, der ehemalige aschkenazische Oberrabbiner Israel Lau zum Thema "Wie ändert sich halachisch das Leben nach der Konversion zum Judentum". Wie wir wissen, ist Schavuot auch das Fest der Ruth, welche da zum Judentum übertrat als sie mit ihrer Schwiegermutter Naomi nach Bethlehem (Beit Lechem) heimkehrte. Ruth war ursprünglich Moabiterin und was es alles mit ihr und den daraus entstehenden Problemen auf sich hat, darüber wird alljährlich an Schavuot heftig diskutiert. Der derzeitige aschkenazische Oberrabbiner Jonah Metzger spricht halachisch in der Yeshurun Synagoge; nur ein paar Meter weiter.

Den seltsamsten aller diesjährigen Schavuot - Vorträge bietet das Menachem Begin Center. Dort spricht die Doktorin der Soziologie, Sima Zalcberg, zum Thema "Wie sie als Researcherin sich in eine extreme chassidische Gruppe" einschlich. Die Wörter "EINSCHLICH" sowie "HINEINLOG" sowohl als auch der Name der chassidischen Gruppe "die Toldot Aharon" werden wohlweislich in der Programmankündigung verschwiegen.

Vor ca. fünf oder mehr Jahren log sich Sima Zalcberg durch die Toldot Aharon, um zu untersuchen, warum deren Frauen sich nach der Hochzeit die Haare abscheren. Nach ca. einem Jahr verfasste sie ihr Doktorat zum Thema. Ich las ihr Doktorat zweimal und rief Sima Zalcberg an, da sich mir einige Fragen aufdrängten. Wie die damalige Studentin reagierte, könnt Ihr hier lesen:



Wie ich bereits unzählige Male schrieb, bin ich gegen Leute, welche die Chassidim lediglich als Mittel zum Zweck benutzen und sie hinterher als "ungebildet" oder "Objekte" beschreiben, wie Sima Zalcberg es tat. Bevor sie sich aufmachte, um die Toldot Aharon zu untersuchen, las sie Bücher über isolierte afrikanische Stämme und wie man sich denen als Forscher nähert. Mittendrin log Frau Zalcberg der Toldot Aharon Rebbitzen etwas von "sie wolle relig. werden vor" und entsprechend schaut ihr Doktorat aus.

An all jene Leserschaft, die ernsthaft an dem Thema "Warum sich verschiedene chassidische Frauen nach der Hochzeit die Haare abrasieren" interessiert sind:
Man muss sich nicht unbedingt in die Toldot Aharon einschleichen, um die Antwort zu finden, denn ebenso scheren sich die Belzer, Satmarer oder Vishnitzer Frauen die Haare. Wer Fragen zu dem Thema hat, kann sie loslassen. Als Kommentar oder per Mail. Zum Thema habe ich schon einiges berichtet, aber man weiss ja nie, was noch für Fragen auftauchen !

Kommentare:

  1. Öh, jetzt bin ich aber etwas ratlos...

    Was genau ist denn dieser Blog, wenn nicht auch eine gehörige Portion Voyeurismus für das Deutsch-sprachige Publikum?

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  2. PS: Ich bin der Meinung, dass man einige soziologische Studien bei den Chareidim machen sollte.

    Zum Beispiel fände ich es sehr nützlich, die verschiedenen Vorurteile bezüglich Shidduchim und Erziehung/Ausbildung in gross angelegten, langfristigen Studien zu überprüfen.

    Sind Kinder von geschiedenen wirklich schlechtere Ehepartner? Gehen Menschen, die einen soliden Beruf lernen wirklich leichter "Off the derech" als jene, die immer schön im eigenen Saft braten? und vieles anderes mehr.

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  3. Eine ganz ernsthafte und nicht provokativ gemeinte Frage: Wie ist das mit dem Sex, wenn die Ehefrau haarlos ist? Törnt das den Ehemann nicht total ab? Oder trägt eine solche geschorene Frau, die tagsüber ein Kopftuch trägt, nachts extra für ihren Mann eine Perücke? Aber die kann doch auch dabei verrutschen? Oder fassen die chassidischen Eheleute sich gegenseitig kaum an und tun nur gerade soviel, wie zum Kinderzeugen unbedingt nötig ist?

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  4. B"H

    @ s5

    Wenn Du den Bloga als Voyeurismus siehst.:-)))

    Ich betrachte es eher als Aufklaerung / Information. Und das von jemandem, der die Gesellschaft etwas kennt und sich mit dem Thema ausgiebig befasst.

    Die Soziologiestudentin hingegen ging das Thema an wie eine wissenschaftliche Studie. Vielleicht tut man das in ihrem Falle, doch kann man so keine ernsthafte Untersuchung vornehmen.

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  5. B"H

    Nochmal s5:

    Von Studien halte ich diesbezueglich nichts, denn Du wirst keine Umfragen innerhalb der Gesellschaft starten koennen.
    Zweitens sind die Unterschiede innerhalb der Gesellschaft zu gross und man muesste deswegen theoretisch jede einzelne Ausrichtung auswerten.
    Sagen wir die Gruppen der Edah HaCharedit oder der Agudat Israel. Hinzu kommen die Litvischen, wobei Brisk wieder eine Sonderrolle einnimmt.

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  6. B"H

    @ Anonym

    Ich weiss nicht, wie wild Dein Sexleben ist, wenn alles verrutscht.:-)))

    Soweit mit bekannt ist, behaelt die Frau beim Sex ihre Kopfbedeckung auf. Die Peruecke nicht gerade, sondern sie setzen sich diesbezueglich etwas anderes auf.

    Ferner findet Sex nur im Dunkeln statt (siehe dazu den SCHULCHAN ARUCH - CODE OF JEWISH LAW). Ergo, sieht man eh nichts.:-)

    Bei relig. Ehepaaren gibt es normalerweise kein Betouchen in der Oeffentlichkeit. Das tut man daheim im Schlafzimmer und selbst die Kinder bleiben von dem Anblick verschont.:-)

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  7. B"H

    Nochmal zu s5:

    Ich berichte heute mehr darueber, denn einige meiner Berichte stecken im Zeitrueckstand.:-)))

    Nur soviel vorab:

    Die Mutter aus Mea Shearim machte einen Deal mit der Anklage und sie kommt nicht in den Knast.

    Dazu aber heute mehr auf dem chassidischen Blog !

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  8. "Die Mutter aus Mea Shearim machte einen Deal mit der Anklage und sie kommt nicht in den Knast."

    Das habe ich dir schon vor ein paar Tagen in einem Kommentar auf dem anderen Blog (beim letzten Artikel über die Gute) geschrieben, aber irgendwie ist der Kommentar nicht durchgekommen...

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  9. "Die Soziologiestudentin hingegen ging das Thema an wie eine wissenschaftliche Studie. Vielleicht tut man das in ihrem Falle, doch kann man so keine ernsthafte Untersuchung vornehmen."

    Öh... Hier bin ich wieder etwas ratlos...

    Warum sollte man gerade bei chareidim keine Umfragen und wissenschaftlichen Studien machen können?

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  10. B"H

    Ab und an hoere ich, dass Kommentare nicht durchkommen und ich kann diesbezueglich leider nichts aendern.

    Bezueglich der Mea Shearim Mutter:
    Ich habe gerade etwas auf meinem chassidischen Blog veroeffentlicht. Der Fall der Yente Markovitch ist damit fuer die Justiz abgeschlossen.

    Meiner Meinung nach muss man die haredische Gesellschaft kennen, um sich darueber auszulassen bzw. eine Studie / Doktorarbeit zu schreiben.
    Auf die Art wie Sima Zalcberg das gemacht hat: Buecher zur Abgeschiedenheit afrikanischer Staemme zu lesen und sich letztendlich bei den Toldot Aharon durchluege a la "Ich will religioes werden".

    Sie hat doch die Leute, die sich da auch mal am Schabbat eingeladen, im Grunde genommen nur benutzt, was sie bei mir am Telefon zugab. Denen hat sie etwas vorgespielt und mehr nicht. Doktorarbeit abgeschlossen und das wars dann.

    Wenn Du ein Thema glaubhaft wiedergeben willst, dann sollte man sich eingehend damit befassen und nicht was von "religioes werden" herumstammeln.

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