Dienstag, März 25, 2008

Aufruhr um die Kopfbedeckung

B"H

Führende sephardische Rabbiner regen sich gerade mächtig auf; da wagen es doch tatsächlich die Ehefrauen der SHASS - Knessetmitglieder, ihr Haupt mit einer Perücke zu bedecken.

"Shass" ist eine sephardisch - haredische (ultra - orthod.) Partei, welche in der Knesset vertreten ist.
Ihr geistiges Oberhaupt ist der ehemalige sephardische Oberrabbiner, Rabbi Ovadiah Yosef.


Rabbi Ovadiah Yosef



Und ausgerechnet Rabbi Yosef war es, der sogar mehrere Male festlegte, dass er das Tragen einer Perücke strikt ablehne. Die Frauen sollen ihre Haare gefälligst anderweitig bedecken (mit einem Tuch, etc.). Seiner Entscheidung zum Trotz tragen die Frauen der Shass - Politiker dennoch Perücken, was in der sephardischen Welt als eine Rebellion betrachtet wird.

Im orthodoxen Judentum bedecken verheiratete, geschiedene sowie verwitwete Frauen ihre Haare. Dies ist zwar kein Thoragesetz, sondern "nur" rabbinisch festgelegt, obwohl die Rabbiner meinen, dass es eine bestimmte Stelle in der Thora gebe, woraus man entnehmen kann, dass verheiratete Frauen ihr Haar bedecken.

In der heutigen Realität wimmelt es nur so von unterschiedlichen Ansichten bzw. Kopfbedeckungen. So tragen viele haredische Frauen nur Perücken (Chabad, Gur, Vishnitz, etc.) und andere überhaupt nicht (Breslov). Gemäß einem alten ungarischer Brauch rasieren sich verheiratete Frauen ihre Haare sogar ganz ab, setzen auf ihre blosses Haupt eine Perücke (manche Frauen der chassdischen Gruppen Satmar und Dushinsky) oder sie bedecken es mit einem Tuch (Toldot Aharon und Avraham Yitzchak).

Gruppen wie die Toldot Aharon sind es dann auch, welche die Perücke dermassen ablehnen, dass sie schon mal hier und da einen Perückenladen abfackelten. Jedenfalls in der Vergangenheit.
Aber damit ist es nicht getan, denn schließlich machen Gruppen wie Chabad und andere bei den Perücken noch weitere Unterschiede. Handelt es sich um Kunsthaar oder echtes Haar ?

Das Thema "Kopfbedeckung der orthodoxen Frau im Judentum" ist vielseitig und jede Gruppe bzw. deren Rebbe entscheidet darüber selbst.

Zum Shass - Aufruhr aber gibt es noch kein eindeutiges Urteil. Ganz zu schweigen eine Lösung.

Ein interessanter Artikel von Chabad:
http://www.chabad.org/library/article_cdo/aid/361767/jewish/Whats-With-the-Wig.htm

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