Montag, Februar 28, 2011

Ein junger Haredi und seine sexuelle Depression

B”H

HAREDI = Ultra – orthodoxer Jude


Zwei – oder dreimal pro Monat schleicht er sich in ein bestimmtes Gebäude in Tel Aviv. Noch draußen auf der Straße nimmt er hastig eines der kostenlosen pornographischen Magazine vom Stapel, die da an der Ecke ausliegen. Hastig schiebt er das Heft in seine Manteltasche, und hofft, dass niemand seinen Griff danach erhaschte. Man folgt nicht einfach so seiner “Yetzer HaRah – negative Seite in einem Menschen”, sondern versucht vielmehr, negative sowie verleitende Gedanken abzuschütteln, zu unterdrücken oder über sie hinaus zu wachsen.

Offensichtlich achtete keiner der Passanten darauf, wie er sich das Pornomagazin in die Manteltasche steckte. Und falls doch, dann nimmt das in einer Stadt wie Tel Aviv eh kaum jemand zur Kenntnis.

Er versucht, das immer wiederkehrende Gefühlt zu unterdrücken, aber ohne viel Erfolg. Es ist als erfasse ihn eine Obsession und er kann sich von diesen innerlichen, ihn vereinnahmenden Gedanken, nicht befreien. Immer dann geht er zu dem Gebäude und blättert durch das Pornoheft. Nicht, um die Bilder anzuschauen, doch um vielleicht einer der dort angegebenen Telefonnummern der Prostituierten zu wählen.

“Soll er ? Soll er nicht ?”

Er geht nach draußen und die Straße auf und ab. Ielleicht kommt ja eine Prostituierte vorbei und bietet ihm unverhohlen ihre Dienste an, ohne das er viel Telefonieren oder agieren muss. Er wünscht sich eine der “Damen” herbei, doch keine einzige zeigt sich.

Wieder geht er hinein in das Gebäude, schämt sich vor sich selbst und starrt auf die aufgelisteten Telefonnummern.

Die Zeit ist um und er muss für eine weitere Stunde das Zimmer im Gebäude zahlen.
Wieder geht er nach draußen, schaut die Straße auf und ab, geht wieder nach drinnen und schaut in das Magazin.

“Soll er einfach eine der Prostituierten anrufen ?”

Er schämt sich und am Ende zahlt er dreimal für je eine Stunde an das Gebäude. Hat er seine Yetzer HaRah besiegt ?

In zwei Wochen wird er wieder hier sein …

Sonntag, Februar 27, 2011

Yom Kippur: Die Vorbereitung auf den König

B"H

In wenigen Wochen feiert die jüdische Welt PURIM und von daher wird sich auf diesem Blog in der nächsten Zeit fast alles um eben jenes Fest drehen. Hier ein kleiner Vorgeschmack aus dem Talmud Traktat Megillah 13:

In der Megillath Esther (Buch Esther) 2:12 heißt es:

And when each maiden's turn arrived to go to King Achashverosh, after having been treated according to the practice prescribed for the women, for twelve months, for so were the days of their ointments completed, six months with myrrh oil, and six months with perfumes, and with the ointments of the women.

Bevor jede der jungen Frauen vor den König trat, musste sie eine lange Vorbereitungsprozedur durchlaufen. All das, um eventuell die neue Gattin des König Achashverosh zu werden, dessen erste Frau Vashti hingerichtet worden war. Und zwar von Achashverosh selbst.

Der berühmte Vilna Gaon (Rabbi Eliyahu ben Shlomo Zalman Kremer, 1720 – 1797) zog eine Verbindung zwischen den sich gründlich vorbereitenden jungen Frauen, die als Heiratskandidatinen für den König aus Schuschan in Frage kamen, und unsere Vorbereitung auf den höchsten jüdischen Feiertag Yom Kippur (Versöhnungstag). 
Das kabbalistische Buch ZOHAR benutzt das Wort “Na’arah – junge Frau” ebenso für die Neshama (Seele). Daher zieht der Zohar den Schluss, dass unsere Seele zwölf Monate Zeit hat, sich auf das Treffen mit dem König, sprich G – tt, am Yom Kippur vorzubereiten. 
 Der Yom Kippur ist der Tag, an welchem G – tt die Juden auf ein weiteres Jahr richtet. Jeden einzelnen Juden sowie gemeinsam als Volk. Nichtjuden haben mit dem Yom Kippur nichts zu tun, sondern sie werden wenige Tage zuvor, am Rosh HaShana (jüd. Neujahrsfest), gerichtet !

G – tt vergibt uns die Vergehen nur dann, wenn wir sie tatsächlich bereuen und in der Zukunft Besserung geloben. Ob wir dies im Verluaf des neuen Jahres einhalten, ist eine andere Frage, doch am Yom Kippur schaut G – tt auf unsere Reueabsicht und wenn die echt ist, so werden die Vergehen vergeben.

Der Vilna Gaon kommentiert, dass wenn ein Jude sich innerhalb der zehn Tage zwischen Rosh HaShana und Yom Kippur darauf vorbereitet, am Yom Kippur vor G – tt zu stehen und gerichtet zu werden, so ist der gesamte “Teschuva – Umkehrprozess” oft viel zu übertrieben und aufgesetzt. Deshalb gibt uns G – tt zwölf Monate, um uns auf den Yom Kippur vorzubereiten und eine ehrliche Teschuva einzugehen. 
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Die gesamte MEGILLATH ESTHER gibt es bei Chabad auf Englisch zu lesen !

http://www.chabad.org/library/bible_cdo/aid/16474

Samstag, Februar 26, 2011

Dürfen Thoralehren anonym veröffentlicht werden ?

B”H

Unmengen von Blogs veröffentlichen ihre Thoralehren anonym und hierbei beziehe ich mich auf zumeist englischsprachige orthodoxe Juden. Schon der Talmud (in diesem Fall der Traktat BECHOROT 31b) stellte die Frage, ob Thoralehren anonym veröffentlicht werden dürfen.

Die Gemara (rabbinische Diskussionen) verweist auf Rabbi Sheshes, der sich aufregte, dass ein Besucher seiner Vorträge nicht darauf hinwies, dass die Lehren ursprünglich von seinem Lehrer Rabbi Sheshes stammen. Die Gemara erklärt, dass Rabbi Sheshes wollte, dass sein Name genannt wird, wenn seine Lehren weitergegeben werden. Wenn Rabbi Yochanan lehrte, so erwähnte er stets die Quelle der Thoraauslegungen, die er weitergab. Beispiel: “Im Namen von Rabbi Schimon bar Yochai” etc. Es besteht eine Meinung, dass wenn der Name eines weisen Thoraschülers im Zusammenhang mit seinen Lehren erwähnt wird, wird die Situation so betrachtet als habe der selbst schon verstorbene weise Thoraschüler seine Auslegung selbst gesagt. In dem bestimmten Moment. Diesem Prinzip folgend sollte ein weiser Thoraschüler seine Thoratexte nicht anonym veröffentlichen, um dieses S’chut (Verdienst, Anerkennung) nicht zu verlieren.

Eine anders lautende Meinung hierzu lautet, dass jemand JA seine Lehren anonym veröffentlichen kann, denn G – tt kennt den Autor und gibt diesem seinen zustehenden Verdienst (Anerkennung).

Rabbi Sheshes jedoch regte sich deswegen auf, da er seine weitergegebenen Lehren gefährdet sah, nicht genügend anerkannt zu wissen. Hätte sein Schüler die Lehren im Namen von Rabbi Sheshes wiedergegeben, dann wären die Zuhörer beeindruckt gewesen und hätten die Lehren selbstverständlich als Authorität verstanden.
Rabbi Israel Me’ir Kagan veröffentlichte sein berühmtes Werk “Chafetz Chaim” anonym und G – tt lässt Ihm dennoch seine verdiente Anerkennung zukommen.

Christliches Missionsmaterial entsorgt

B”H

Christliche Missionare können es einfach nicht lassen und legen ihr schleimiges Missionsmaterial fast überall aus. Heute morgen fand ich drei Missionsbroschüren an einem öffentlichen Platz in Tel Aviv und tat das, was lt. Halacha Pflicht ist: Ich vernichtete die Broschüren, indem ich sie in die nächste Mülltonne warf.

Freitag, Februar 25, 2011

Schabbat Schalom


Highway to Jerusalem

Photo: Miriam Woelke

B”H

Gerne würde ich wieder einmal einen Schabbat in Jerusalem verbringen; geht allerdings nicht, denn ich beende meinen Arbeitstag am Freitag erst ein bis zwei Stunden vor dem Schabbat. Was bleibt einem also anderes übrig als es positive zu sehen: Mache ich mir halt einen tollen Schabbat in Tel Aviv !

“Schabbat Schalom” an alle Leser !

Ein Konvertit zum Judentum, der weiß, dass er sündigen wird

B”H

Zufällig fand ich diese Gemara (rabbinische Diskussion) im Talmud Traktat Bechorot 30. Die Gemara an dieser Stelle bestimmt, dass ein Konvertit zum Judentum ALLE auf ihn zutreffenden Mitzwot (Thoragesetze) bereit sein muss, anzunehmen. Ohne jegliche Ausnahme.

“Mitzwot auf ihn zutreffend” deswegen, weil kaum ein Jude imstande ist, alle 613 Thoramitzwot zu erfüllen. Nicht, dass er dazu nicht in der Lage ist oder ein Gesetz ablehnt, sondern weil viele der Mitzwot lediglich auf Cohanim (Tempelpriester) zu treffen oder nur dann ausgeführt werden können, wenn der Dritte Tempel steht.
Was sagt die Halacha dazu, wenn ein Konvertit die Mitzwot auf sich nimmt, doch in seinem tieferen Inneren weiß, dass er bei gewissen Gesetzen scheitern wird ? Ist die Konversion zum Judentum in dem Falle immer noch gültig ?

Der “Achi’ezer” legt fest, dass die Konversion dann gültig ist, wenn der Konvertit bereit war, die Mitzwot auszuführen, doch sich darüber im Klaren ist, dass er manchmal verleitet wird, zu scheitern. Die Basis der Thora muss er einhalten, doch sobald er im Vorfeld plant, Thoragesetze zu brechen (wie den Schabbat oder die Koschergesetzte), wird dies nicht als volle Akzeptanz der Thora angesehen und die Konversion ist ungültig.

Der Rambam kommentierte zum Thoravers (Deuteronomy 27:26) “Verflucht sei der, welcher die Thora nicht einhält”: Wenn eine Person die Gültigkeit der Thora in Frage stellt bzw. anzweifelt, ist er verflucht.

Der “Devar Avraham” sieht die Angelegenheit wesentlich strenger und sagt, dass ein Konvertit zum Judentum, der im voraus weiß, dass er die Thora nicht ganz halten wird / kann, eine ungültige Konversion hinter sich bringt.

Zumindest ein Leser googelte auf diesem Blog mehrfach die Frage, ob Homosexuelle zum Judentum konvertieren können. Auch hier lautet die Antwort, dass eine derartige Konversion ungültig ist, sobald der Homosexuelle seine sexuellen Aktivitäten nach der Konversion wieder aufnimmt, denn Homosexualität unter Männern ist, lt. der Thora, verboten.

Donnerstag, Februar 24, 2011

Rabbi Mordechai Machlis (Jerusalem) zur Parashat VAYAKEL




Leider hatte ich nicht die Zeit, in die gesamte Parashat Vayakel zu gehen und mehr vorzubereiten. Was mir in Vayakel zu denken gibt ist wie die Juden in der Zeit von Moshe sogar die Arbeit am Mischkan (Tabernakel) am Schabbat einstellten. SOGAR AM MISCHKAN ! Vielleicht sollte sich jeder Jude diese Tatsache auf der Zunge zergehen lassen.

Rabbi Yitzchak Ginzburgh zur Thoralesung VAYAKEL


Mittwoch, Februar 23, 2011

LIPA SCHMELTZER singt bei der chassidischen Hochzeit in Premishlan - Lelov

B"H

Der amerikanische chassidische Sänger LIPA SCHMELTZER singt bei einer Hochzeit innerhalb der chassidischen Gruppen Premishlan und Lelov.

Die Edah HaCharedit gegen falsche Konvertiten zum Judentum



B"H

Die dieswöchige Ausgabe der Zeitung der antizionistischen Edah HaCharedit "HaEdah" trägt die Schlagzeile: Das Haredische (Ultra - Orthodoxe) Judentum wird den Kampf gegen falsche Konversionen fortsetzen.   Den Hintergrund zur Schlagzeile findet Ihr HIER !

Die letzte News war, dass der ehemalige sephardische Oberrabbiner Ovadiah Yosef einen Deal mit der Regierung Netanyahu machte, er werde Armeekonversionen anerkennen. Die Entscheidung fiel eher aus politischen als aufgrund religiöser Gründe, denn Rabbi Yosef ist das Oberhaupt der sephardischen Knessetpartei SHASS und Koalitionspartner Netanyahus. 


Auf die Konversionsentscheidung hin hagelte es mehr als ausreichende Kritik seitens der aschkenazisch - haredischen (ultra – orthodoxen) Welt. Nicht nur von der Edah HaCharedit, sondern ebenso vom geistigen Führer der litvischen Haredim, Rabbi Yosef Shalom Eliyashiv. Die Edah samt Rabbi Eliyashiv planten sogar eine Demonstration gegen Rabbi Yosef, doch zu Beginn dieser Woche lenkte Rabbi Ovadiah Yosef ein und gab bekannt: Konvertiten zum Judentum innerhalb der israelischen Armee (meistens eingewanderte Russen), die zum Zeitpunkt der Konversion nicht die feste Absicht hatten, die Thoragesetze (Mitzwot) einzuhalten und ein jüdisches Leben zu führen, sind keine Juden trotz einem Konversionszertifikat !


Nur um es einmal klarzustellen: Ein Konversionszertifikat allein macht noch keinen Juden, sondern die Einhaltung der Mitzwot sowie ein aufrichtiges jüdisches Leben. Laut Talmud ist der Zeitpunkt der Konversion wichtig, denn dann muss die aufrichtige und ernsthafte Absicht bestanden haben, die Thoragesetze einzuhalten. Log sich der Konvertit durch das Beit Din (Rabbinisches Gericht) und behielt, u.a., seinen christlichen Glauben insgeheim bei, so ist die Konversion von vornherein ungültig trotz Zertifikat. Viele Konvertiten wollen entweder nur in Israel leben, praktizieren weiterhin ihr Christentum oder beides zusammen. Keiner von ihnen ist durch die Konversion richtiger Jude geworden, denn die Absicht war falsch und erlogen. Sie mögen ein Beit Din täuschen, doch G – tt läßt sich nicht belügen.

 

Links:


Halachisches zur Konversion zum Judentum

Was, wenn die Konversion zum Judentum anulliert wird ?


Warum immer gleich zum Judentum konvertieren ?

Warum sagen wie Berachot (Segen) ?

B”H

Im Judentum sagen wir vor dem Essen unterschiedliche Segen. Segen, welche davon abhängen, was genau wir zu uns nehmen. Getränke haben andere Segen als Brot, Kuchen hat einen anderen Segen als Obst oder Gemüse. Eine Banane hat einen anderen Segen als eine Tomate.

Und wie soll man sich all die unterschiedlichen Segen für Nahrungsmittel merken ? Ganz einfach, durch lernen. Aller Anfang ist schwer, doch nach einiger Zeit der aktiven Praxis geht alles fast automatisch. Obwohl der Segen sicher nicht wie “automatisch” gesagt werden soll, sondern mit Kavanah (Absicht und Konzentration). Und nicht “Segen hinausreden und sogleich ins Essen beissen".

In einer der Yeshivot (relig. Schulen), in denen ich lernte, wurden regelmässig kleine Heftchen in Miniformat verteilt, worin sämtliches Essen aufgelistet war und die entsprechenden Segen gleich nebendran. Ändert sich der Segen über Popcorn, wenn es ursprünglich aus Maiskörnern besteht ? – Um nur eines der kleinen Problemchen anzusprechen. 

Aber nicht nur vor dem Essen sagen Juden Segen, sondern genauso danach. Wer sein Essen oder Trinken beendet, der betet seinen Segen, wobei es auch dabei wieder darauf ankommt, was verzehrt worden ist, denn die Segen sind unterschiedlich.
Das mag alles furchtbar kompliziert klingen, ist es aber im Endeffekt nicht, wenn ein Jude erst einmal damit beginnt, es zu praktizieren.

Warum sagen wir all die Segen ?

G – tt erschuf alles, auch unser Essen. Wir können uns nicht herausreden zu sagen "wir haben gearbeitet, das Geld verdient und uns etwas zu essen gekauft. Also waren wir es, die das Essen besorgten und nicht G – tt". Diese Ansicht ist falsch, denn 1. erschuf G – tt das Essen, indem er Getreide etc. wachsen liess und 2. gab uns G – tt die Kraft und Fähigkeit zu arbeiten. Demnach hängen wir in jeder Hinsicht von Ihm ab. Und da Er es ist, der Essen kreiert und es uns zukommen läßt, müssen wir Ihm danken. Nicht einfach so einen Apfel vom Baum reissen und ihn wie selbstverständlich essen, sondern G – tt für dessen Erschaffung danken. Tun wir dies nicht, stehlen wir von G – tt.

Ein Stück Natur in Downtown Tel Aviv


Photo: Miriam Woelke

Dienstag, Februar 22, 2011

Adam und Evas (Chavas) Rauswurf aus dem Paradies

B”H

Irgendwie erzeugen Adam und Eva (Chava) stets mein Mitgefühl, wenn es heisst, sie haben sich letztendlich nicht ganz an G – ttes Gesetze im Paradies gehalten. Nicht nur, dass sie vom Baum der Erkenntnis (Etz HaDa’at Tov veRah) aßen, sondern gemäss rabbinischen Kommentaren gab es vorher schon Probleme. Das Essen vom Baum war dann nur noch der Gipfel.

Was der Baum wirklich darstellte, ist unklar. Die gesamte Erzählung aus dem Paradies sowie der Erschaffung der Welt überhaupt, basiert auf Symbolik und im Endeffekt weiss niemand zu sagen, was genau das Paradies war. Jedenfalls kein tropischer Ort, wo man den ganzen Tag mit Tarzan – Lendenschurz herumläuft. Viel eher handelte es sich anscheinend um einen extrem hohen Seelenlevel und nicht direkt um einen Ort.

Ferner bleibt unbekannt, was der Baum der Erkenntnis genau war. Fest steht, dass die beiden ersten Menschen keinen Apfel aßen. Der Talmud gibt Auskunft, dass es sich vielmehr um unterschiedliche Früchte handelte. Unter anderem lautet eine Meinung, dass Adam und Eva durch das Essen einer Dattel eventuell alkoholisiert waren. An anderer Stelle nennt der Talmud eine spezielle Frucht, die alkoholisiert und wenn ein Cohen (Tempelpriester) sie verzehrte, er vom Tempeldienst an dem Tag gesperrt war. Betrunken kann niemand G – tt dienen.

Nehmen wir an, Adam und Eva aßen vom Etz Hada’at oder wogegen auch immer sie verstiessen. Ihre hohen Seelenleven machten sich sofort auf und davon. Mit ihnen das ewige Leben, welches ihnen eine der höchsten Seelen gewährleistet hätte. Alles war futsch und plötzlich befanden sie sich spirituell auf einem niedrigen Level und sterblich waren sie noch dazu.

Die Frage ist, warum G – tt die Beiden aus dem Paradies entfernen musste ? Die Chassidut (der Chassidismus) gibt dazu eine ganz eindeutige Erklärung, welche, u.a., Rabbi Yaakov Koppel (ein Schüler des Baal Shem Tov) in seinem Buch “Sha’are’i Gan Eden – Tore des Paradies” erörtert: Man stelle sich vor, die beiden ersten Menschen waren ursplötzlich sterblich, da ihnen eine hoher Seelenlevel davonflog, der ihnen ewiges Leben garantiert hatte. Was hätten Adam und Eva nun tun können ? Ganz einfach: Vom Baum des Lebens (Etz Chaim) essen, was ein Desaster gewesen wäre. Allein um das zu verhindern, musste G – tt die Beiden entfernen.



 Aufgelistete Pflanzen des Paradieses in den Thora Codes (siehe SEFER ADAM HARISHON). Wer sich dafür interessiert, der kann HIER weiterlesen !

Montag, Februar 21, 2011

"Jonah und der Fisch" - Eine Betrachtung aus der Welt der Kabbalah


B”H

Zur dieswöchigen Thoralesung Vayakel (aus dem kabbalistischen Buch ZOHAR)
Über JONAH und den Fisch (p. 172), Zohar 198b

Rabbi Abba diskutiert den Text:

G – tt befahl dem Fisch, Jonah wieder auszuspeien. Die Frage ist, wann und wo genau G – tt mit dem Fisch sprach, um ihm diesen Befehl zu übermitteln ?

Rabbi Abba antwortet, dass Zeit und Ort am fünften Tag der Welterschaffung zu finden sein. Dann nämlich suchte G – tt einen bestimmten Fisch aus, welcher in der Zukunft einmal Jonah verschlucken und nach drei Tagen wieder ausspeien soll.

Das kabbalistische Buch ZOHAR (veröffentlicht im Jahre 1290 in Spanien) gibt uns zur Parashat Vayakel einen faszinierenden tiefgehenden Einblick in das Buch Jonah. Mehrere Jahrhunderte später griff der Vilna Gaon das zoharische Konzept auf und verfasste basierend darauf seinen eigenen Kommentar.

Der Zohar lehrt uns:

Wenn es im Buch Jonah heißt, dass Jonah ins Schiff hinunterging, so ist diese Aussage lediglich symbolisch zu erfassen. Jonah steht für die Seele, die aus der oberen spirituellen Welt herunter kommt und im Körper eines Menschen landet.
Die Seele ist nicht gerade erfreut darüber, denn plötzlich wird sie von G – tt gezwungen aus ihrer perfekten g – ttlichen Umgebung hinunter in die materielle Welt abzutauchen und in unseren Körpern zu landen. Dabei will die Seele im Grunde genommen nur eines: In ihrer perfekten Umgebung verbleiben und so nahe wie möglich bei G – tt verbleiben. Der Mensch handelt nicht gerade immer gemäß G – ttes Willen und sündigt, was die Seele im Körper nicht will. Der Körper selber jedoch handelt nach seinem individuellen Verlangen.

Der Mensch sündigt und denkt sich dabei insgeheim, dass er schon irgendwie vor der Anwesenheit G – ttes entfliehen kann. Vielleicht sieht G – tt ja doch nicht alles. Aber, wie wir dennoch alle wissen, G – tt entgeht nichts und jeder Mensch muss letztendlich für seine Handlungen die Verantwortung übernehmen.

Jonah befand sich im Bauch des Fisches und der Bauch steht symbolisch für eine untere Welt genannt Sheol. Wobei es sich um reine Symbolik handelt und es materiell keine unteren sowie oberen Welten gibt. Die untere Welt ist lediglich ein unterer Seelenlevel innerhalb desjenigen Menschen selbst.

"Drei Tage und drei Nächte" war Jonah im Bauch des Fisches. Bei der Anzahl "Drei Tage und drei Nächte" steht ebenso für die Zeit, die eine Leiche im Grab liegt bevor sich der Bauch öffnet. Nach drei Tagen im Grab erhält der Tote seine Strafen in jedem Organ. In den Augen, in den Händen oder in den Füssen. Dieser Prozeß dauert 30 Tage an und in diesem Zeitraum werden die Seele und der Körper zusammen bestraft. Aus diesem Grund verbleibt die Seele solange im toten Körper und steigt noch nicht wieder auf zu ihrem Ursprung. Nach 30 Tagen steigt die Seele auf, während der Körper völlig verwest. Allerdings bleibt immer ein kleiner Teil im Körper, welcher bei der Wiederauferstehung der Toten (Tchiat HaMetim) reaktiviert werden wird. Manche sagen, dass ein Teil der Seele in der Leiche verbleibt. Der Talmud spricht, u.a., von einem bestimmten Knochen, welchen G – tt bei der Wiederauferstehung reaktiviert.

Sobald der Fisch Jonah verschluckte, starb Jonah. Nach drei Tagen aber wurde er wieder zum Leben erweckt und vom Fisch ausgespiehen. Ähnlich wird G – tt in der Zukunft das Land Israel zu neuem Leben erwecken.

Ein Mensch durchläuft nach seinem Tod sieben Prüfungen. Der erste Test findet statt, sobald die Seele den Körper verläßt und das Himmelsgericht über den Toten beginnt. Der zweite Test erfolgt in dem Moment, wenn die Handlungen und Worte vor dem Toten hergehen. Bedeutet, wenn er ihnen zufolge gerichtet wird. Die dritte Prüfung findet statt, wenn der Tote in sein Grab gelegt wird. Die vierte Prüfung ist das Grab selbst. Der fünfte Test ist die Verwesung. Test Nummer 6 steht für die Strafen / das Leiden in Gehinom. Wobei es sich bei Gehinom um einen spirituellen Reinigungsprozeß handelt und dies keinesfalls mit dem christlichen Konzept der “Hölle” gleichzusetzen ist. Nummer 7 beinhaltet die rastlose Seele, welche von Welt zu Welt wandert; solange bis ihre Aufgabe erfüllt ist und sie ihren endgültigen Tikun (Korrektur) hinter sich gebracht hat.

All das soll uns dazu anhalten, unsere tagtäglichen Handlungen zu überdenken. Zuerst nachdenken und dann handeln. 
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Wenn ich diese Verse aus dem Zohar anschaue, fühle ich mich plötzlich wie Jonah.

Heute abend: Anti - Missionsdemo in Ashdod


Die abscheulichen "Juden für J." jagen nach jüdischen Seelen, um diese zum Christentum zu missionieren. Kommt und demonstriert gegen die christlichen Missionare in Ashdod !

B"H

Zahlreiche Rabbiner, das Rabbanut (Oberrabbinat) sowie die israelische Anti - Missionsorganisation YAD LEACHIM organisieren heute Abend eine Demonstration gegen christliche Missionare in der Hafenstadt Ashdod. 

Ort der Demo: Rehov Ha'Orgim 28 (Ha'Orgim Straße) im Industriegebiet von Ashdod. Beginn: 19.00 Uhr. 

Die Demonstration ist polizeilich genehmigt !

"Juden für J." (jene, die sich als Juden geben, doch an J. glauben)  gehen vermehrt auf “Judenjagd”, um Juden zu missionieren. Die Anzahl der missionarischen Aktivitäten erhöhte sich und damit verbunden auch die Beschwerden der Bewohner Ashdods über dementsprechende Missionsversuche. 

Folgende Rabbiner unterstützen die heutige Demo: Der Pittsburgher Rebbe, der Melitzer Rebbe, der Chernobyl Rebbe von Ashdod, Rabbi Raphael Abuchatzeira, Rabbi Yekutiel Abuchatzeira, Rabbi Yoseph Sheinin, Rabbi Chaim Pinto, Rabbi Shmuel David Gross (Chassidut Gur), Rabbi Chaim Pessach Horowitz (Chassidut Belz), Rabbi Zvi Hirsh Vishnitzer (Chassidut Vishnitz) und Rabbi Shlomo Cherez. 

Lasst es nicht zu, dass christliche Missionare jüdische Seelen zerstören ! 


Weitere Informationen in hebräischer Sprache bei LADAAT !

Der STILLE EXODUS - Juden in Arabischen Ländern


Sonntag, Februar 20, 2011

Schabbat in der Wüste

B”H

Was, wenn ein Jude sich auf einer einsamen Insel oder verloren in der Wüste wiederfindet ? Was wird dann aus dem Schabbat, wenn der Jude jegliches Zeitgefühl völlig verloren hat ? Die Gemara (rabbinische Diskussionen) im Talmud Traktat Schabbat 69b lehrt uns, dass derjenige Jude von dem Zeitpunkt, an dem er den Weg sowie das Zeitgefühl verlor, sechs Tage zählen und am siebten Tag Schabbat halten soll. Unabhängig davon, ob der gezählte siebte Tag wirklich Schabbat ist oder nicht. Da theoretisch jeder der sechs Tage der wahre Schabbat sein könnte, ist es dem Juden in seiner Situation lediglich erlaubt, jene Arbeiten auszuführen, welche notwendig sind, sich am Leben zu erhalten. Am siebten Tag (den der Jude zählt), macht er Kiddusch (Segnung des Weines) und nach dem Schabbat die Havdalah Zeremonie. Soweit die jedoch möglich ist.

Der Vilna Gaon bezieht die Gemara auf die Halacha “Sechs Tage sollst Du arbeiten und am siebten Tage ruhen” (Shemot – Exodus 20:9 – 10). Hierzu stellt der Vilna Goan drei Fragen:

1. Warum sagt uns die Thora ausdrücklich, dass wir an den sechs Tagen arbeiten sollen ?

2. Warum will die Thora, dass wir innerhalb der Woche arbeiten sollen ?

3. Warum trägt uns die Thora auf, am siebten Tag der Woche zu ruhen ?

Der Vilna Gaon zieht daraus den Schluss, dass e shier nicht nur um die Einhaltung des Schabbat geht, sondern ebenso um “Zachor – sich daran zu erinnern, was genau der Schabbat eigentlich ist”. Wenn wir uns an den Schabbat erinnern, werden wir in der Lage sein zu ruhen und keinerlei Arbeit verrichten. Noch nicht einmal jene Arbeiten, die normalerweise als lebensnotwendig erscheinen.

Zum letzten Abschnitt bin ich mir nicht sicher, was damit gemeint ist. Erstens gibt es Berufe, bei denen man am Schabbat arbeiten muss. Die Kühe müssen gemolken werden, Ärzte sowie Krankenschwestern müssen arbeiten genauso wie Polizisten. Ferner gibt es in Israel Jobs, zum Beispiel in der Gastronomie, wo der Arbeitgeber die Arbeit am Schabbat als Einstellungsvoraussetzung betrachtet. Ich kenne Leute, die von eben jenem Job abhängig sind und sich deswegen bereit erklären, am Schabbat zu arbeiten, um in der Lage zu sein, ihre Miete zu zahlen. Man sagt sich halt, dass sich irgendwann schon ein anderer Job auftut und derjenige danach wieder in der Lage sein wird, den Schabbat einzuhalten. Folglich kommt es stets darauf an, in welcher Position sich ein Jude befindet.

Samstag, Februar 19, 2011

Ist Ziegenmilch milchig ?

B”H

Die Thora verbietet den Juden, dass Zicklein in der Milch seiner Mutter zu kochen und der Talmud (die mündliche Überlieferung G – ttes an Moshe) lehrt uns ausführlich, dass dieses Gesetz den Genuss von Milch – und Fleischspeisen zur gleichen Zeit verbietet. Normalerweise werden zuerst die eventuellen Milchspeisen verzehrt und erst danach alles Fleischige. Wer nach dem Fleischverzehr milchig essen will, muss der Halacha zufolge einige Zeit (bis zu 5 – 6 Stunden) warten. 

Darüber hinaus wissen wir alle, dass Kuhmilch milchig ist. Was aber ist mit der Ziegenmilch ? Bezieht sich die Thora nicht eher auf die Kuhmilch als auf die Milch eines anderen koscheren Tieres ? Und ist es erlaubt, Fleisch zusammen mit Produkten aus Ziegenmilch gemeinsam zu verzehren ? Die Antwort lautet NEIN, denn Ziegenmilch ist eindeutig milchig und deswegen dürfen wir Produkte aus Ziegenkäse und Fleisch nicht zusammenmixen. 

Weitere Infos bei Jerusalem Kosher News

Ist die Schauspielerin Natalie Portman Jüdin ?

B"H

Wir alle kennen NATALIE PORTMAN aus Filmen wie "Black Swan" oder "V for Vendetta". Ist die Schauspielerin Jüdin ? Um die Frage vorab zu beantworten: Ja, Natalie Portman ist jüdischer Abstammung.

PORTMAN ist lediglich ihr Künstlername und mit richtigem Namen heißt sie “Natalie Hershlag”. Sie wurde am 9. Juni 1981 als Tochter von Shelley und Avner Hershlag in Jerusalem geboren. Natalies Vorfahren mütterlicherseits waren russischer sowie österreichischer Abstammung; die Vorfahren auf der Seite des Vaters zogen von Polen und Rumänien nach Israel. Der Vater ihres Vaters kam in Auschwitz ums Leben. 

Als die Tochter drei Jahre alt waren, zogen die Eltern im Jahre 1984 in die USA. Natalie Portman spricht Hebräisch und besitzt die israelische sowohl als auch die amerikanische Staatsbürgerschaft. Sie sagt von sich, dass sie in den USA lebe, doch ihr Herz sei in Jerusalem.

Freitag, Februar 18, 2011

Schabbat Schalom


Am Strand von Tel Aviv

 Photo: Miriam Woelke

B"H

Arbeiten am Freitag ? Mich nervt das, denn so kann ich mich weniger auf den Schabbat konzentrieren. 1 - 2 Stunden Feierabend vor dem Schabbatende und in dieser Zeit wird gerannt, gerannt und gerannt bis endlich die Ruhe einkehrt. Abgehastet zur "Kabbalat Schabbat" in die Synagoge und erst danach beginnt das Relaxen.

"Schabbat Schalom" und einen sonnigen Tag an alle Leser ! Sonnig ist es zumindest in Tel Aviv bei 23 Grad Celsius.

Donnerstag, Februar 17, 2011

Rabbi Mordechai Machlis (Jerusalem) zur Parashat KI TISA





Der Tosher (Tasher) Rebbe an Purim

B"H

Hier seht Ihr ein hervorragendes Video: Der Rebbe der chassidischen Gruppe Tosh an Purim 2007. Chassidut Tosh (TASH in Jiddisch) hat sein "Hauptquartier" in Kiryat Tosh in Quebec / Kanada und soweit mit bekannt ist, handelt es sich bei Tosh um eine chassidische Gruppe, welche der Chassidut Satmar sehr nahe steht. 


Kann man mit Thoraversen heilen ?


Supernova



B”H

Die Gemara (rabbinische Diskussionen) im Talmud Traktat Schabbat 67 lehrt, dass jemand Thoraverse sagen sollte, wenn er gesundheitliche Beschwerden hat. Wie kann die Gemara so etwas erlauben, denn eine Gemara im Talmud Traktat Shevuot 15b untersagt die Heilung anhand von Thoraversen.

- Wenn jemand seine eigenen spirituellen Probleme (Beschwerden) anhand von Thoraversen zu heilen beabsichtigt, so ist dies erlaubt.

- Sollte die Krankheit eventuelle tödliche Folgen mit sich ziehen, so ist es erlaubt, Thoraverse zu sagen (siehe die Tosafot zu Shevuot 15b und Pesachim 111).

Parashat KI TISA


B”H


Die Thoralesung für diesen Schabbat

Bei der Thoraparashat Ki Tisa, meinen viele leider immer nur, es gehe nur um das Goldene Kalb (Egel HaZahav). Bei genauem Hinschauen jedoch stellen wir fest, dass dort viele weitere wichtige Mitzwot (Gesetze) gegeben werden. Konzentrieren wir uns daher nicht nur auf das Goldene Kalb, sondern schauen wir uns die Parasha etwas genauer an.

Eine Anmerkung vorweg: Die Thora hält sich erneut nicht an die chronologische Reihenfolge (siehe Talmud Traktat Pesachim 6b). Die Abgabe des halben Schekels sowie weitere Ereignisse in Ki Tisa fanden erst nach dem Goldenen Kalb statt und nicht vorher.

G - tt beauftragt Moshe eine Volkszählung unter den Juden durchzuführen. Jeder, der älter ist als zwanzig Jahre, muss einen halben Schekel geben. Dieser Schekel ist nicht wörtlich als Währung zu verstehen, sondern als Gewichtseinheit. Später wurden diese halben Schekel gezählt und somit die genaue Anzahl der Juden ermittelt. Aus dieser Mitzwah lernen wir, dass es verboten ist, Juden auf normalem Wege zu zählen, sondern nur anhand von individuell abgegebenen Gegenständen. Ein praktisches Beispiel hierfür kann ich aus Mea Shearim geben. Eine befreundete chassidische Familie hat insgesamt zwölf Kinder. Fragt man sie jedoch nach der Anzahl ihrer Kinder so bekommt man zur Antwort, dass Juden nicht gezählt werden dürfen.

Rabbi Samson Raphael Hirsch gibt zur gemeinsamen Abgabe in der Wüste eine philosophischere Erklärung: Aufgrund des halben Schekels hatten die Jude ein gemeinsames Ziel. Sobald eine Nation ein gemeinsames Ziel verfolgt, wird aus jedem einzelnen Individuum ein Ganzes (die Nation). In dem Moment, in dem ein Jude aufgrund von G - ttes Anweisung gezählt wird, wächst in ihm der Stolz dem jüdischen Volk anzugehören.

Rabbi Yehudah HaLevi sieht in seinem Buch "The Kuzari" dieses als Beweis dafür, dass Juden vorzugsweise in der Anwesenheit einer Minyan (zehn jüd. Maenner) beten sollen. Etwas Gemeinsames sei immer besser als daheim im stillen Kämmerlein zu sitzen.

Weiterhin sollten die Mitzwot nicht nur ausgeführt werden, sondern jeder sollte genauso einen inneren Bezug zu ihnen haben. Die innere Einstellung und Gedanken sind nicht weniger wichtig (Ner Israel – Chassidut Ruzhin).

G - tt beauftragt Moshe ebenso ein kupfernes Kiyor (Wasserbecken) zu bauen. In diesem Kiyor sollen sich die Cohanim (Tempelpriester und zur damaligen Zeit Aharons Söhne) Hände und Füsse waschen, bevor sie ihren Dienst beginnen. Der berühmte Thorakommentator Ohr HaChaim versteht dies so, dass Hände und Füsse gleichzeitg gewaschen werden müssen. Der Cohen (Tempelpriester) plaziert seine rechte Hand auf seinen rechten Fuss und danach seine linke Hand auf seinen linken Fuß (siehe dazu Rashi zum Talmud Traktat Zevachim 19b). Dieser Vorgang symbolisiert, dass der untere Teil des Körpers gemeinsam mit dem oberen gleichzeitg geheiligt (gereinigt) wird.

Nach der Zerstörung der beiden Tempel haben wir die Aufgabe, unser Zuhause in einen "Tempel" zu verwandeln. Schon immer wuschen Juden vor dem Essen ihre Hände genauso wie die Cohanim (Tempelpriester) vor ihrem Dienst. Deshalb fahren wir fort mit dem Netillat Yadaim, dem Händewaschen, bevor wir Brot essen und verwandeln so unseren Essenstisch in einen "Altar".

In vielen Geschichtsbüchern lesen wir, dass aufgrund unserer Reinheitsgebote die Juden im Mittelalter viel weniger von der Pest oder sonstigen ansteckenden Krankheiten befallen wurden, was aber andererseits den Verdacht der nichtjüdischen Bevölkerung erregte, dass die Juden irgendwelche Magien betreiben. Dieses wiederum führte zu ständigen Pogromen (siehe Buch von Rabbi Joshua Trachtenberg "Jewish Magic and Superstition – A study in folk and religion).

Nachdem die Juden am Berg Sinai die Thora bekommen hatten, sollte ihr Leben ganz anders ausschauen. Sie befanden sich auf einem für uns heute unvorstellbaren spirituellen Level (u.a. der derzeitige Rebbe der Chassidut Slonim in Jerusalem, Rabbi Shmuel Bozorowsky) und sollten unsterblich werden. Sie hatten eine zusätzliche Seele, die Neshama Yeterah. Einen kleinen Einblick darin bekommen wir heute an jedem Schabbat, wenn wir eine zusätzliche Seele bekommen. Vor dem Goldenen Kalb hatten die Juden täglich diese zweite Seele. (siehe u.a. Likutei Reuveni und Sefat Emet).

Unzählige Kommentatoren geben der sogenannten EREV RAV die Schuld am Bau des Goldenen Kalbes. Diese Erev Rav war eine Bevölkerungsgruppe, die sich aus ägyptischen Konvertiten zum Judentum zusammensetzte. Die Konvertiten waren aus egoistischen Gründen zum Judentum konvertiert und ebenso Reinkarnationen der Generation der Flut, des Turmes zu Bavel und der Leute von Sodom (Rabbi Yitzchak Luria – Arizal).

Nachdem die Juden wegen einer Fehlkalkulation Moshe einen Tag früher zurückerwarteten, stachelten diese Erev Rav die Juden an, das Goldene Kalb zu bauen. Chur wollte die davon abhalten, doch er wurde ermordet. Danach kamen die Leute zu Aharon, der einwilligte.

Es gibt viele Kommentare, die sich mit der Einwilligung Aharons beschäftigen. Realistisch wäre, dass er Angst hatte, auch er könne umgebracht wird und Moshe eh bald vom Berg Sinai zurückkommt. Rabbi Yitzchak Luria (der Arizal) hat einen langen Kommentar zu dem Thema und lehrt, dass diverse Reinkarnationen in Aharon und Chur eine grosse Rolle spielten und Aharon deswegen in den Bau eines Kalbes einwilligte.

Das kabbalistische Buch Zohar beschreibt ganz ausführlich, wie genau der Bau des Kalbes von statten ging. Gold wurde eingesammelt und zusammengeschmolzen. Die Erev Rav nutzten diverse magische Kräfte, um dieses Kalb zu erschaffen. Später wurde dem Kalb ein Zettel mit einem der Namen G - ttes in den Mund geschoben und es begann zu sprechen.

Moshe wurde von G - tt zurückgeschickt und war geschockt über das Vorgehen der Leute im Lager. Im Talmud Traktat Avodah Zarah 44a lesen wir, dass Moshe das Kalb pulverisierte und den Staub in alle Winde verstreute. Zur Strafe wurde die Israeliten, die am Goldenen Kalb teilgenommen hatten auf dreierlei Arten bestraft. Die Levi'im (Leviten) und die Frauen nahmen übrigens nicht an dem Bau teil. Der chassidische Kommentator Shem MiShmuel sagt, dass das Mischkan (Tabernakel) als ein Tikun (Seelenreparatur) für das Goldene Kalb diente.

Das Ereignis mit dem Goldenen Kalb war ein Disaster für die Juden damals und auch für uns heute. Hätten sie es damals nicht gebaut, würde die Welt heute ganz anders aussehen. Kabbalistische Kommentatoren vergleichen das Kalb mit dem Turm von Bavel und dem Vergehen von Adam und Eva (Chava) im Paradies. Das Buch Megaleh Amukot sieht das Goldene Kalb als Grund für die Zerstörung des Zweiten Tempels.

Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, alle Meinungen über den Bau, die Anbetung und die Folgen des Goldenen Kalbes aufzulisten und zu analysieren. Die Kommentare reichen von "Ja, die Juden leisteten Götzendienst" bis hin zu "nur die Erev Rav war involviert" oder "die Juden suchten nur einen neuen Anführer, da sie glaubten, Moshe sei ihnen abhandengekommen (siehe Rabbi Simcha Bunim von Peshis'cha)".

Und was bleibt uns heute nach dem Vorgang mit dem Goldenen Kalb ?
Wir sollten daraus lernen, dass jeder Mensch einen freien Zugang zu G - tt hat und keine Stellvertreter geschweige denn ein Medium braucht. Wir können uns keinen G - tt als Statue bauen, sondern sollten lernen zu akzeptieren, dass G - tt für uns nicht sichtbar und außerhalb jeder menschlichen Vorstellungskraft liegt. In der Kabbalah wird G - tt Ein Sof genannt; ein G - tt ohne jeden Beginn und ohne jedes Ende. Er existierte schon immer und wird dies immer tun. Seine Handlungen sind unbegrenzt und uneingeschränkt.

Wir können es heute nur besser machen, indem wir zu dem EINEN G - tt beten und nicht unseren negativen Gedanken folgen. Der derzeitige Rebbe der Chassidut Slonim in Jerusalem, Rabbi Shmuel Bozorowsky, nennt in seinem Kommentar einen ganz wichtigen Punkt. Obwohl die Juden das Goldene Kalb bauten, machten sie hinterher Teshuva und kehrten zu G – tt zurück. Der Teshuva – Aspekt sei hier immens wichtig und wir sehen, dass Teshuva fast immer möglich ist.

Schabbat Schalom

Rabbi Yitzchak Ginzburgh zur Parashat Ki Tisa

B"H

Der israelische Chabad Rabbiner und Kabbalist Yitzchak Ginzburgh zur Thoralesung an diesem Schabbat "KI TISA":

Das Sitzen auf einem Grabstein

B”H

Die Gemara (rabbinische Diskussionen) im Talmud Traktat Sanhedrin 48a lehrt uns, wenn eine Person einen Grabstein auf ein Grab stellt, der Stein zur “verbotenen Zone” wird. Bedeutet dies u.a., dass man auf dem Grabstein weder sitzen noch sich anlehnen darf ?

Der Tur zitiert Rabbeinu Yeshaya, welcher die Nutzung eines Grabsteines für persönliche Belnage verbietet. Weitere halachische Quellen besagen, dass das Sitzen oder sich an einen Grabstein anlehnen eben aus jenem Grund verboten ist.

Andererseits zitiert den Tur seinen Vater, den Rosh, Rabbi Asher ben Yechiel, welcher die Nutzung des Grabsteines erlaubt, denn der allein der Grabstein markiere ein Grab und somit ist er nicht direkter Bestandteil des Grabes. Offensichtlich war das zu Zeiten des Gemara vor 2000 Jahren anders, denn da war der Grabstein noch bestandteil des Grabes. Heute hingegen ist dem nicht mehr so.

Weitere Kommentatoren teilen die gleiche Meinung, denn in der heutigen Zeit diene der Grabstein lediglich als Zierde des Grabes sowie der Ehrung des Toten. Es bestehen sogar halachische Aussagen, dass der Grabstein einst aufgestellt worden sei, um Leuten die Möglichkeit zu geben, darauf zu sitzen oder sich anzulehnen. 

Die Halacha besagt, dass an Orten, an denen es nicht zur Gepflogenheit gehört, auf einem Grabstein zu sitzen, das Sitzen vermieden werden sollte. Ferner sollte der Tote geehrt werden und da macht sich ein Sitzen auf dem Grabstein nicht so gut.

Was mir hier fehlt ist eine Erwähnung einer eventuellen Unreinheit (von Toten). Jüdische Friedhöfe in Israel sind teilweise so dicht mit Gräbern versehen, dass kaum mehr Platz ist, durchzukommen. Was ich zumindest immer versuche ist, auf keinen Grabstein zu treten. 


Der antike jüdische Friedhof in Zfat (Safed) / Nordisrael. 
Photo: Miriam Woelke

Mittwoch, Februar 16, 2011

Dienstag, Februar 15, 2011

Ein Grund zum Judentum zu konvertieren


Warum erschuf uns G – tt mit verschiedenen Gesichtern ?

B”H

Im Talmud Traktat Sanhedrin 38a kommt die Frage auf, warum G – tt jeden Menschen mit einem einzigartigen Gesicht ausstattete. Warum wurden Männer und Frauen nicht jeweils nur mit einem Gesicht kreiert ? So dass alle Geschlechter gleich aussehen ?

Hätten alle Männer dasselbe Gesicht, könnte jeder in des anderen Haus gehen, es als Besitz beanspruchen und dazu die Frau gleich mit. Wie sollte da ein Mann beweisen, dass ihm Haus und Frau gehören und nicht einem anderen ?

Aber wenn doch auch alle Frauen gleich aussehen, warum sollte dann ein Mann dem anderen seine Frau wegnehmen wollen ? Eine Antwort lautet, dass lediglich die Gesichter gleich aussehen würden, doch die Gliedmaßen seien verschieden. Und somit kann eine Frau tatsächlich attraktiver wirken als die andere.


Rabbi Yaakov Emden fügt hinzu, das seine Frau gesunder sein kann als die andere. Oder die eine Frau besitzt einen besseren Charakter als die zweite. 


Photo: Safran Arts

Montag, Februar 14, 2011

Erscheint Atlantis auf Google Earth ?

B"H

Es gibt Tausende Theorien zur antiken Insel ATLANTIS. Warum sie sank, was ihr Geheimnis war und wo genau sie sich befand. Eine Theorie lautet, dass die Nachkommen Kains Atlantis bewohnten und es auf der Insel eine hochmoderne Technologie ähnlich der unseren existierte.Ob Google Earth jedoch wirklich Atlantis aufzeigt ? Gesetz dem Fall, dass es sich bei den antiken Inselbewohnern um die Nachkommen Kains handelte, sollte besser vermieden werden, sich nach der Insel auf die Suche zu begeben.


Megillat Ta’anit

B”H

Die “Megillat Ta’anit” wurde ursprünglich vom talmudischen Rabbi Chananyah ben Chizkiyah ben Garon verfasst. Der Zeitraum lag ca. bei 100 Jahren vor der Zerstörung des Zweiten Tempels.

Die Megillah umfasste zahlreiche Daten mit Feiertagen aus der Zweiten Tempelperiode. Diese Feiertage wurden aufgrund von Ereignissen eingeführt, welche auf geradezu wundermässige Weise in Zeiten der Not stattfanden. An einigen dieser Feiertage, die wir heutzutage gar nicht mehr kennen, war das Fasten verboten. Auch fanden jene wundersamen Ereignisse Erwähnung, welche sich in der Zeit nach der Zerstörung des Zweiten Tempels durch die Römer ereigneten.

Die einzigen Feiertage aus der Megillah, die wir bis heute Feiern sind Chanukkah und das anstehende Purim. Ansonsten verschwanden all die weiteren Feiertage nach der zweiten Tempelzerstörung, denn den Juden war kaum mehr zum Feiern zumute.

Sonntag, Februar 13, 2011

URGENT REQUEST for Tefillah - Rabbi Meir Schuster, Shlita:

B"H

Rabbi Schuster of the Heritage House in the Old City of Jerusalem needs our prayers
As you may know, sadly, Rabbi Schuster is quite ill struggling with the effects of Lewy Body Disease, a rare degenerative condition with symptoms similar to both Parkinsons and Alzheimers. In the last 2 weeks, his condition has sadly deteriorated to the point where he now requires full-time in-patient care.
Unfortunately there has been a major down turn in R Meirs condition in the past few hours, and his condition is critical. He is going in to major surgery within the next hour and the medical opinion has not been positive.
He has the best medical experts on the case. He needs our tefillos immediately. Please circulate amongst the list of friends to daven and say Tehillim for the next few hours which are critical. The surgery is taking place in Shaarei Tzedek.

His Hebrew name is Meir Tzvi ben Mirka.



Rabbi Me'ir Schuster

Link:


Das HERITAGE HOUSE

Mitzwot she HaZman Grama

B”H

Im Judentum spielen die sogenannten “Mitzwot she HaZman Grama” eine wichtige Rolle und jeder, der sich eingehend mit dem Judentum beschäftigt, sollte dieses Konzept kennen.

Bei diesen speziellen Mitzwot (Thoragesetzen) handelt es sich um Mitzwot, deren Ausübung an einen bestimmten Zeitraum gebunden sind: Die Sukkah (Laubhütte) oder der Lulav an Sukkot, das Schofar (Widderhorn) oder die Zizit (Schaufäden).

Frauen sind aufgrund ihrer häuslichen und mütterlichen Pflichten oft von vielen Mitzwot entbunden außer dem Kiddusch am Freitag abend, der Mazza an Pessach, dem Pessachopfer (erst wieder existent in der Zeit des Meschiach), dem Hakel sowie der Freude an Pessach, Schavuot und Sukkot.


Link:

MET MITZVAH

B”H

Wenn die Leiche eines Juden allein und verlassen aufgefunden wird und es sich nicht feststellen läßt, wer genau die Verwandten sind, so wird die Leiche MET MITZWAH genannt. Der Rambam (Maimonides, 1135 – 1204) legt in seiner “Mischna Thora – Hilchot Avel 3:8) fest, dass die Person, welche die Leiche findet, diese bestatten muss. Und zwar dort, wo der Tote aufgefunden worden ist. 

"Met Mitzvah Koneh Mekomo" – der MET MITZWAH "kauft den Ort, an dem er beerdigt wird." Selbst dann, wenn die Leiche in einem Feld aufgefunden wird, welches einer dritten Person gehört. 

Sollte die Leiche des Juden im Einzugsbereiche von 2000 Amos einer jüdischen Gemeinde gefunden werden, so muss sie auf dem jüdischen Friedhof der Gemeinde begraben werden (siehe die Mishna Thora – Hilchot Tumat Met 8:7 des Rambam).

Der 7. Adar am Grab des Rabbi Schimon bar Yochai in Meron


Geburtstag & Yahrzeit (Todesgedenktag von Moshe Rabbeinu in Meron. 

Alle Photos HIER !

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Der Chassid, der auf dem Friedhof schlief

B”H

Die Gemara (rabbinische Diskussionen) des Talmud Traktates Berachot 18b berichtet uns von einem Chassid, der auf einem Friedhof übernachtete. Einen Tag vor dem jüdischen Neujahrsfest Rosh HaShana gab er eine größere Summe an Bargeld weg und als seine Frau dies herausfand, wurde sie ärgerlich. In der Nacht zog es der Chassid vor, auf dem Friedhof zu nächtigen.

Die Gemara stellt die Frage, wie denn der Mann ein Chassid sein konnte, wenn er auf dem Friedhof schlafe. Lehrt nicht die Gemara etwas später auf Seite 43b, ein Talmid Chacham (weiser Schüler) solle des nachts nicht allein ausgehen ?

Der Kisei Rachamim sagte, der Chassid habe nicht direkt auf dem Friedhof geschlafen, sondern nebendran.

Der Talmudkommentator Maharsha erklärte, der Chassid sei nicht auf den Friedhof gegangen, sondern die Szene erschien ihm im Traum.

Rabbi Israel Salanter kommentierte, dass die Gemara nicht direkt meinte, die Gattin des Chassid sei verärgert gewesen. Was sie aber getan habe war, ihren Mann zu ärgern. Da sich das Geschehen am Tag vor Rosh HaShana (dem Tag, an dem die Welt gerichtet wird) abspielte, entschied sich der Chassid auf dem Friedhof zu schlafen mit der Absicht, seinen Ärger auf die Gattin in Grenzen zu halten. Ansonsten könnte sie von G – tt zu harsch gerichtet werden.

Die Gemara fährt fort, der Chassid habe Stimmen diskutieren gehört, welche den Kummer, der die Welt im neuen Jahre befall, besprachen. An anderer Stelle jedoch lehrt der Talmud, dass das Himmlische Gericht nur tagsüber zu Gericht sitze und nicht des nachts. Wie sei es dann möglich, dass der Chassid die Stimmen bei nacht vernahm ?

Der Vilna Gaon kommentierte, dass der Chassid in der Nacht vor dem zweiten Rosh HaShana Tag auf dem Friedhof schlief und die Stimmen des Himmlischen Gerichts ihre Urteile tagsüber gefällt hatten. 
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Nicht vergessen, dass Ausdrücke wie “Himmlisches Gericht” oder “Stimmen” lediglich symbolische Bedeutung beizumessen ist.